In dieser Arbeit werde ich mich mit dem Thema Mobbing auseinandersetzen und Wege aufzeigen, welche Maßnahmen vorbeugend als auch begleitend ergriffen werden können, um Mobbing zu verhindern oder einzustellen.
Folgende Fragen stehen dabei im Vordergrund:
• Was ist Mobbing und was sind die Ursachen dafür?
• Ist den Schülern bewusst, welche Arbeit die Schule leistet, um Mobbing vorzubeugen und zu hantieren?
• Gibt es Konzepte, die erfolgreich umgesetzt wurden und wie funktionieren sie?
• Was nehme ich selbst nach der Auseinandersetzung mit diesem Thema für mich mit?
• Welche Möglichkeiten habe ich als zukünftige Lehrerin, mit dem bei der Erstellung dieser Arbeit erworbenen Wissen aktive Anti-Mobbing-Arbeit zu betreiben?
Bei weiterer Vertiefung in das Thema konnte ich erkennen, dass der Hauptanteil der Literatur und durchgeführten Untersuchungen aus Schweden stammen, was mich dazu bewegte, das Rad der Erkenntnis nicht neu zu erfinden, sondern erst einmal dort nachzuschauen, wo sehr viel fundamentale Arbeit geleistet wurde und wird. Daher wird der Schwerpunkt meiner Arbeit sein, unter Einbeziehung der oben angegebenen Fragen, die Erfahrungen einer schwedischen Schule einfließen zu lassen und daraus die Schlüsse zu ziehen, wie wir Lehrer in Deutschland davon lernen und gegebenenfalls die bereits erreichten Erfolge annehmen und weiter entwickeln können. Ist diese Erfahrung mit Erfolg auf eine deutsche Schule übertragbar?
Die Komplexität des Themas und die inzwischen zahlreichen Untersuchungen dazu – dennoch die noch weitgehende Unkenntnis an unseren Schulen – führten mich mehrfach in Versuchung, zu sehr in Details zu gehen, die den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden. Um dennoch die meisten Aspekte zu berücksichtigen, sind einige nur kurz angerissen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Absicht und Fragen
3 Was ist Mobbing?
3.1 Begriffserklärung
3.2 Erscheinungsformen
3.3 Statistische Eckdaten
4 Juristische Aspekte
5 Wer übt Gewalt aus?
5.1 Charakteristika von Opfern und Tätern
5.1.1 Persönlichkeitsmerkmale von Opfern
5.1.2 Persönlichkeitsmerkmale von Tätern
5.2 Die Rolle der Mitläufer und Zuschauer-Sympathisanten
5.3 Die Lehrer
5.4 Die Mobbing Struktur - ein Kreislauf
6 Ursachen für Mobbing
6.1 Außerschulische Einflussfaktoren
6.1.1 Nationalität und Herkunft
6.1.2 Gewalt in Familien
6.1.3 Erziehung
6.1.4 Finanzieller Status
6.1.5 Äußerliche Auffälligkeiten
6.1.6 Unsicherheiten
6.1.7 Medien
6.2 Schulische Einflussfaktoren
6.2.1 Schulklima
6.2.2 Das Streben nach Aufmerksamkeit
6.2.3 Zusammengehörigkeit - Gruppengefühl
6.2.4 Schule ist Langweilig!
6.2.5 Leistungsdruck
6.2.6 Lehrer
7 Folgen
7.1 Unmittelbare Reaktion der Opfer
7.2 Folgen für das Opfer
7.2.1 Körperliche Gesundheitsfolgen
7.2.2 Psychische Folgen
7.2.2.1 Auswirkung auf die sozialen Kompetenzen
7.2.2.2 Suizidgefährdung
7.2.3 Folgen auf das Familienleben und Freizeit
7.3 Folgen für den Täter
8 Maßnahmen gegen Mobbing
8.1 Vorüberlegungen
8.2 Interventionsmaßnahmen
8.3 Präventionsmaßnahmen
8.3.1 Maßnahmen auf Schulebene
8.3.2 Maßnahme auf Klassenebene
8.3.3 Maßnahmen auf individueller Ebene
8.3.4 Konzepte zur Gewaltintervention und –prävention
8.3.4.1 Anti-Bullying-Programm
8.3.4.2 Farsta Methode
8.3.4.3 ‚No-Blame-Approach’
8.3.5 Resultate von Anti- Mobbing- Arbeit
9 Mobbing - eine Herausforderung?
10 Anti- Mobbing- Arbeit am Beispiel Schweden
10.1 Das Schulsystem
10.2 Das Schulklima
10.3 Das Klassenklima
10.4 Der aktive Kampf gegen Mobbing
10.4.1 Gesetzliche Regelung gegen Mobbing
10.4.2 Mediatoren
10.5 Die Hjulsta Schule in Spånga, Schweden
10.5.1 Das Schulklima
10.5.2 Der Kampf gegen Mobbing
11 Umfrage
11.1 Methode
11.1.1 Die Entwicklung des Schülerfragebogens
11.2 Umfrage und Auswertung
11.3 Effektivität des Anti-Mobbing-Konzepts
12 Deutsche Schulen und Anti-Mobbing-Konzepte
12.1 Das Landschulheim Steinmühle in Marburg, Deutschland
12.1.1 Das Anti-Mobbing-Programm
12.2 Umfrage
12.3 Auswertung
12.4 Effektivität des Anti-Mobbing-Konzepts
13 Hypothese
14 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Problematik von Mobbing in Schulen auseinander und untersucht präventive sowie begleitende Maßnahmen, um dieses Phänomen erfolgreich zu verhindern oder einzustellen. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wirksame Anti-Mobbing-Konzepte zu identifizieren und deren Übertragbarkeit von einem schwedischen Vorbildmodell auf den deutschen Schulkontext zu prüfen.
- Analyse der Ursachen und Erscheinungsformen von Mobbing
- Untersuchung der psychologischen und sozialen Folgen für Opfer und Täter
- Vergleich von Interventions- und Präventionsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen
- Auswertung von Umfragen zur Effektivität von Anti-Mobbing-Konzepten
- Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte
Auszug aus dem Buch
3.2 Erscheinungsformen
Alsaker (2003) unterscheidet in der Forschung primär zwischen direkten und indirekten Formen des Mobbings. Es sind Strategien, die der Mobbingtäter verwendet um sein Opfer zu schikanieren. Direkte Formen beinhalten Handlungen, die körperlich oder verbal wiederholt gegen einen Schüler oder eine Schülergruppe gehen.
„Physische Quälereien unter Kindern erstrecken sich von ungefährlichen, jedoch schmerzhaften Verhaltensweisen wie Kneifen oder Haarereißen bis hin zu regelrecht bedrohlichen Handlungen, wie etwa mit harten Gegenständen dreinschlagen oder ein Kind vom Bürgersteig auf die Straße stoßen.“ (Alsaker 2003:22)
Die Liste der Quälereien lässt sich unendlich verlängern: einen Schüler gegen seinen Willen festhalten, ihn schlagen, würgen, einsperren, zwingen, etwas Ekelerregendes zu essen, hin bis zu lebensbedrohlichen Angriffen wie auf die Straße stoßen etc.
Verbale Angriffe sind Nachrufen von groben, gemeinen oder obszönen Namen. „Weitere häufige Formen des verbalen Mobbings sind Auslachen, abschätzige Ausdrücke verwenden, Anschreien, Einmischen und Bloßstellen“ (Alsaker 2003:23). Auch Drohungen gehören zu verbalen Angriffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Brisanz des Themas Mobbing an Schulen und unterstreicht die Notwendigkeit für Lehrkräfte, fundierte Kenntnisse über Präventions- und Interventionsmöglichkeiten zu erlangen.
2 Absicht und Fragen: Dieses Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, Wege aufzuzeigen, wie Mobbing im schulischen Kontext verhindert oder eingedämmt werden kann, und stellt die zentralen Forschungsfragen vor.
3 Was ist Mobbing?: Hier wird der Begriff Mobbing definiert, seine verschiedenen Erscheinungsformen erläutert und ein statistischer Überblick über die Verbreitung an Schulen gegeben.
4 Juristische Aspekte: Dieser Abschnitt befasst sich mit der rechtlichen Einordnung schulischer Gewalt und den Konsequenzen sowie Pflichten bei schwerwiegenden Vorfällen.
5 Wer übt Gewalt aus?: Das Kapitel analysiert die Rollenverteilung in Mobbing-Situationen, inklusive der Charakteristika von Opfern und Tätern sowie der passiven Rolle von Zuschauern und Lehrern.
6 Ursachen für Mobbing: Hier werden sowohl außerschulische Einflussfaktoren wie Erziehung und Medien als auch schulische Faktoren wie Schulklima und Leistungsdruck als Ursachenkomplexe untersucht.
7 Folgen: Die unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen von Mobbing, wie körperliche Gesundheitsschäden, psychische Probleme, Suizidgefährdung und Beeinträchtigungen des sozialen Umfelds, werden hier dargestellt.
8 Maßnahmen gegen Mobbing: Dieses umfangreiche Kapitel widmet sich konkreten Interventions- und Präventionsstrategien auf verschiedenen Ebenen, inklusive spezifischer Programme wie dem Anti-Bullying-Konzept.
9 Mobbing - eine Herausforderung?: Es wird kritisch hinterfragt, warum die Bekämpfung von Mobbing an deutschen Schulen trotz intensiver Forschung weiterhin eine große Herausforderung für das Lehrpersonal bleibt.
10 Anti- Mobbing- Arbeit am Beispiel Schweden: Dieses Kapitel analysiert das schwedische Schulsystem als Vorbild für die Anti-Mobbing-Arbeit, insbesondere das Modell der „Engel“ an der Hjulsta Schule.
11 Umfrage: Hier werden Methode und Auswertung einer empirischen Umfrage zur Effektivität des Anti-Mobbing-Konzepts an der Hjulsta Schule in Schweden präsentiert.
12 Deutsche Schulen und Anti-Mobbing-Konzepte: Die Übertragbarkeit skandinavischer Konzepte wird am Beispiel des Landschulheims Steinmühle in Marburg durch eine Analyse des dortigen Modells und eine begleitende Umfrage geprüft.
13 Hypothese: Das Kapitel reflektiert die zu Beginn aufgestellte Hypothese, dass ein erfolgreicher Transfer nordischer Schulkonzepte auf deutsche Verhältnisse grundsätzlich möglich ist.
14 Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Mobbing als gesamtgesellschaftliche Aufgabe in der Lehrerausbildung und Schulalltag stärker zu verankern.
Schlüsselwörter
Mobbing, Schule, Prävention, Intervention, Anti-Bullying, Schulklima, Gewaltprävention, Lehrerausbildung, Opfer-Täter-Dynamik, soziales Lernen, Schweden, Deutschland, Mediation, Schülermediatoren, psychische Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Mobbing im schulischen Kontext, analysiert dessen Ursachen und Folgen und untersucht, welche Strategien Lehrer und Schulen zur Vorbeugung und Intervention einsetzen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die Rollen von Tätern, Opfern und Mitläufern, die Auswirkungen von Mobbing auf die psychische und physische Gesundheit sowie die Wirksamkeit verschiedener pädagogischer Konzepte zur Konfliktlösung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, wirksame Maßnahmen gegen Mobbing aufzuzeigen und zu evaluieren, inwieweit das schwedische Modell der Anti-Mobbing-Arbeit als Vorbild für deutsche Schulen dienen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Neben einer umfassenden theoretischen Literaturanalyse führt die Autorin einen empirischen Teil durch, in dem Schülerbefragungen mittels Fragebögen in schwedischen und deutschen Schulen durchgeführt und statistisch ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen von Mobbing, eine Beschreibung internationaler Interventionskonzepte und eine vergleichende Untersuchung zweier konkreter Schulmodelle in Schweden und Deutschland.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mobbing, Prävention, Intervention, Schulklima, Mediation, Schülermediatoren sowie die spezifische Rolle der Lehrkraft bei der Erkennung und Bekämpfung von Mobbingprozessen.
Welche Rolle spielen die sogenannten „Engel“ an der Hjulsta Schule?
Die „Engel“ sind ausgebildete Schüler, die in den Pausen patrouillieren, bei Konflikten intervenieren und als Vorbilder fungieren, um ein gewaltfreies Miteinander zu fördern und Mobbing frühzeitig zu unterbinden.
Wie unterscheiden sich die Ansätze an der Hjulsta Schule und dem Landschulheim Steinmühle?
Während die schwedische Hjulsta Schule auf ein fest institutionalisiertes System mit „Engeln“ und einem breiten ganzheitlichen Konzept setzt, adaptiert das deutsche Landschulheim Steinmühle skandinavische Methoden durch ein spezifisches Mediationsprogramm, wobei die Einbindung in den deutschen Schulkontext differenziert betrachtet wird.
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- Beate Knecht (Author), 2008, Mobbing in der Schule. Eine Herausforderung für Lehrer und Schüler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94080