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Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. Kritische Analyse der bankenaufsichtsrechtlichen Behandlung

Titel: Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. Kritische Analyse der bankenaufsichtsrechtlichen Behandlung

Bachelorarbeit , 2020 , 54 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Timon Möller (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der regulatorischen Anforderungen an die Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch und ihrer Auswirkungen auf das Bankensystem. Der Fokus soll dabei auf das europäische und vor allem das deutsche Bankensystem gelegt werden. Die bankenaufsichtsrechtlichen Anforderungen sollen dabei auch einer kritischen Würdigung hinsichtlich ihrer Effektivität und Adäquanz unterzogen werden.

Die Arbeit gliedert sich in drei Abschnitte. Der erste setzt sich mit dem Zinsänderungsrisiko im Allgemeinen auseinander. Hier werden neben der Definition und einigen theoretischen Grundlagen zum Zinsänderungsrisiko auch diverse Methoden zu dessen Messung dargelegt. Da seine Ausprägungen und Wirkungsweisen sehr vielseitig sind lässt es sich nur schwer mit einer einzelnen Kennzahl erfassen, sondern erfordert eine umfassende Analyse unter Einbezug verschiedener Aspekte. Der zweite Abschnitt widmet sich dem regulatorischen Rahmen, der das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch umgibt. Da seine Einordung im aufsichtsrechtlichen Gesamtkontext häufig diskutiert wird, beschreibt diese Arbeit neben den konkreten Standards zum Zinsänderungsrisiko auch den weiteren regulatorischen Rahmen, soweit dieser zu dessen Einordung relevant ist. Im dritten Abschnitt wer-den dann verschiedene Konsequenzen aus der regulatorischen Behandlung des Zinsänderungsrisikos analysiert und auch empirisch untersucht

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition und Messung des Zinsänderungsrisikos

2.1 Quellen des Zinsänderungsrisikos

2.2 Zinsspannenrisiko

2.3 Messung des Zinsspannenrisikos

2.3.1 Zinsbindungsbilanz

2.3.2 Elastizitätenkonzept

2.4 Zinsinduziertes Marktwertrisiko

2.5 Messung des zinsinduzierten Marktwertrisikos

2.5.1 Durationskonzept

2.5.2 Barwertkonzept

3 Überblick über das Bankenaufsichtsrecht und Einordung des Zinsänderungsrisikos

3.1 Grundlegende Aspekte des Baseler Rahmenwerkes

3.1.1 Drei Säulen Systematik in Basel II

3.1.2 Basel III

3.1.3 Umsetzung des Baseler Rahmenwerkes in Europa

3.2 SREP Zuschlag

3.3 IRRBB und Baseler Zinsschock

3.4 Kritik an der bestehenden Regulierung

4 Konsequenzen für das Bankensystem

4.1 Umgang von Kreditinstituten mit Zinsänderungsrisiken

4.2.1 Auswirkungen auf die Bilanzstruktur

4.2.2 Auswirken auf die Profitabilität

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelor-Thesis analysiert die regulatorischen Anforderungen an Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch von Kreditinstituten und untersucht deren Auswirkungen auf die Bilanzstruktur sowie die Profitabilität innerhalb des deutschen Bankensystems.

  • Regulatorischer Rahmen des Zinsänderungsrisikos (IRRBB)
  • Methoden der Risikomessung (Zinsbindungsbilanz, Durationskonzept)
  • Einfluss der Bankenaufsicht und SREP-Zuschläge
  • Empirische Untersuchung der Fristentransformation und Absicherungspraktiken
  • Kritische Würdigung der bankenaufsichtsrechtlichen Maßnahmen

Auszug aus dem Buch

2.1 Quellen des Zinsänderungsrisikos

Zinsänderungsrisiken treten immer dann auf, wenn ein Zinsexposure auf Marktzinsvolatilitäten trifft. Das Zinsexposure beinhaltet zinstragende Positionen eines Kreditinstitutes und gibt das betragsmäßige Volumen an, dass von einer Zinsänderung tangiert werden kann. Es setzt sich auf der bilanziellen Seite primär aus den offenen Festzinspositionen, Fristenabläufen und den Zinselastizitäten zusammen und auf der Außerbilanziellen vor allem aus derivativen Geschäften. Die Marktzinsvolatilitäten resultieren wiederum aus Veränderungen der Marktzinssätze. Diese können zum einen einer Änderung des Zinsniveaus, also einer Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve entstammen und zum andern durch Drehungen der Zinsstrukturkurve hervorgerufen werden.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht untergliedert das Zinsänderungsrisiko des Anlagebuchs noch feiner nach dessen Quellen in das Neufestsetzungs-, Zinsstrukturkurven-, Basis und Optionsrisiko.

Das Neufestsetzungsrisiko entsteht aus deckungsungleichen Zinsbindungsfristen und damit aus einer zeitlichen Inkongruenz zwischen den Zinspositionen im Anlagebuch. Dieses Risiko entstammt insbesondere der Fristentransformation. Vergibt eine Bank etwa einen langfristigen Kredit zu festen Konditionen und refinanziert diesen durch kurzfristige Einlagen, dann führt ein Zinsanstieg zu Verlusten, da die Zinserträge aus dem Festsatzkredit konstant bleiben, während die Zinskosten aus der Refinanzierung stiegen.

Eng verwandt mit dem Neufestsetzungsrisiko ist das Zinsstrukturkurvenrisiko, dass das oben bereits erwähnte Risiko einer Drehung der Zinsstrukturkurve beschreibt. Aufgrund der Nähe zum Prolongationsrisiko wurde es, im Rahmen des Standards „Interest rate risk in the banking book“ vom Baseler Ausschuss, mit diesem zum Gap Risiko, also dem Risiko, dass sich durch Änderungen in der Zinsstruktur die Refinanzierungsbedingungen verschlechtern können, zusammengefasst.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Zinsänderungsrisiken für Banken und Darlegung der Zielsetzung sowie der Struktur der Arbeit.

2 Definition und Messung des Zinsänderungsrisikos: Theoretische Herleitung der Risikodefinition sowie Vorstellung verschiedener Messmethoden zur Quantifizierung von Zinsspannen- und Marktwertrisiken.

3 Überblick über das Bankenaufsichtsrecht und Einordung des Zinsänderungsrisikos: Darstellung der Baseler Säulensystematik sowie der spezifischen regulatorischen Behandlung des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch durch den SREP und Baseler Zinsschocks.

4 Konsequenzen für das Bankensystem: Analyse der Auswirkungen regulatorischer Anforderungen auf die Bilanzstruktur, die Fristentransformation und die Ertragslage der Institute.

5 Fazit: Zusammenfassende kritische Würdigung der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit der Regulierung und der zukünftigen Herausforderungen für das Bankensystem.

Schlüsselwörter

Zinsänderungsrisiko, Anlagebuch, Bankenaufsicht, Baseler Rahmenwerk, IRRBB, SREP, Fristentransformation, Zinsbindungsbilanz, Durationskonzept, Barwertkonzept, Marktwertrisiko, Zinsspannenrisiko, Eigenkapitalunterlegung, Zinsderivate, Profitabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der bankenaufsichtsrechtlichen Behandlung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch und analysiert kritisch die regulatorischen Maßnahmen sowie deren Folgen für das Bankensystem.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten gehören die theoretischen Grundlagen der Zinsrisikomessung, die Einordnung in das Baseler Rahmenwerk, regulatorische Anforderungen (SREP) sowie die empirische Analyse von Bilanzstrukturen und Profitabilität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Darstellung der regulatorischen Anforderungen an Zinsänderungsrisiken und eine kritische Würdigung ihrer Effektivität und Auswirkungen auf deutsche Kreditinstitute.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Neben einer umfassenden Literatur- und Theorieanalyse werden regulatorische Standards erläutert und die Konsequenzen mittels Auswertung bankstatistischer Daten und ökonomischer Konzepte untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen der Risikomessung, die aufsichtsrechtliche Einordnung (Basel II/III, SREP, Baseler Zinsschock) und die Analyse der Auswirkungen auf Banken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zinsänderungsrisiko, Anlagebuch, IRRBB, SREP, Fristentransformation, Baseler Zinsschock und Eigenkapitalunterlegung.

Welche Rolle spielt die Fristentransformation?

Sie ist die primäre Ursache für Zinsänderungsrisiken bei deutschen Banken, da sie kurzfristige Einlagen in langfristige Kredite transformieren, was durch neue Regulierungen unter Druck gerät.

Wie bewertet die Arbeit die regulatorische Kritik?

Die Arbeit identifiziert die fehlende direkte Eigenkapitalunterlegung in Säule I als zentralen Kritikpunkt, sieht jedoch in der Säule II (SREP) einen funktionsfähigen Mechanismus zur Risikoabdeckung.

Wie wirken sich regulatorische Kosten aus?

Sie belasten die Eigenkapitalrendite, da ein erhöhter Kapitalbedarf gedeckt werden muss, was Banken dazu zwingt, ihre Zinsrisikostrategien und ihr Geschäftsmodell anzupassen.

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. Kritische Analyse der bankenaufsichtsrechtlichen Behandlung
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,3
Autor
Timon Möller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
54
Katalognummer
V940967
ISBN (eBook)
9783346270610
ISBN (Buch)
9783346270627
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bank Regulatorik ZÄR Zinsänderungsrisiko Bankenaufsicht Risikomanagement
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timon Möller (Autor:in), 2020, Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. Kritische Analyse der bankenaufsichtsrechtlichen Behandlung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/940967
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Leseprobe aus  54  Seiten
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