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Machiavelli pur. Der Principe

Title: Machiavelli pur. Der Principe

Essay , 2008 , 44 Pages

Autor:in: Magister Artium Andre Budke (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Warum gibt es diese kurze Erläuterung zu Machiavellis Principe? Viele gute Gründe ließen sich hierfür anführen. Man könnte ohne Verlegenheit sagen, dass Machiavelli die Politik von der Ethik emanzipiert hat, indem er in seinen Schriften nicht danach fragte, wie ein Herrscher ins Himmelreich kommt, sondern wie er seine Macht und vor allem die Ordnung in seinem Staat erhält. Man könnte sagen, dass Machiavelli, auch wenn er natürlich ein Kind seiner Zeit ist, Umstände und Eigentümlichkeiten der Politik beschreibt, die sich auch heute noch im Wesentlichen wieder finden lassen. Viele weitere Gründe ließen sich darlegen, aber darum geht es hier nicht.
Ein Hinweis sei allerdings gestattet: Dies ist kein Ratgeber à la „Machiavelli für …“, in dem schmerzhaft verkürzt Thesen des Florentiners hingestellt werden, um einer Klientel vermeintlich machiavellistische Verhaltensweisen zu präsentieren, die sie zu Macht und Reichtum führen sollen. Ratgeber dieser Art sind mir, mit Verlaub gesagt, ein Graus. Sie verstümmeln Machiavelli und nutzen den Klang seines Namens, um Veröffentlichungen zu bewerben, die besser unveröffentlicht geblieben wären.
In dieser kurzen Erläuterung zu Machiavelli berühmtester (und berüchtigtster) Schrift, dem Principe, soll es schlicht und einfach darum gehen, dem Leser einen eigenen und vor allem direkten Zugang zum Principe und zu Niccolò Machiavellis Denken zu eröffnen. Natürlich sollen sich die Leser an Machiavelli reiben, sich ihre Gedanken machen, wenn er augenscheinlich allein Machterhalt und die funktionierende Ordnung als Richtwerte der Politik nennt. Im besten Fall wird auf diese Weise ein Leser angeregt, einen Blick in die Discorsi zu werfen, Machiavellis Hauptwerk, in dem er in einem weitaus bequemeren Rahmen schildert, was für ihn das Wesen der Welt, der Menschen und von Macht und Politik ist.
Ich hoffe, dass es gelungen ist, in dieser kurz gehaltenen Bearbeitung des Principe etwas vom „puren“ Machiavelli zu transportieren, auf das die Leser auf sein Werk neugierig werden.
Niccolò Machiavelli beschrieb so treffend: „Dieses Werk habe ich weder mit rhetorischen Floskeln geschmückt und ausgestattet, noch mit hochtrabenden und feierlichen Worten oder irgendeinem anderen äußerlichen Blendwerk und Zierat, mit denen viele ihr Thema aufzuputzen pflegen; denn ich wollte, daß ihm nichts anderes zur Ehre gereiche, als durch die Mannigfaltigkeit des Inhalts und die Bedeutung des Gegenstandes zu gefallen.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Machiavelli pur. Der Principe

Vorwort: Warum eine Bearbeitung des Principe?

Widmung: Niccolò Machiavelli an den erlauchten Lorenzo de’ Medici

I Von den Arten der Fürstenherrschaft und den Arten, sie zu erwerben

II Von der ererbten Fürstenherrschaft

III Von der gemischten Fürstenherrschaft

IV Warum das Reich des Darius, das Alexander erobert hatte, sich nach dem Tod Alexanders nicht gegen seine Nachfolger erhob

V Wie man Städte und Fürstentümer regieren muß, die, bevor sie erobert wurden, unter eigenen Gesetzen lebten

VI Von neuen Fürstenherrschaften, die man mit eigenen Waffen und durch Tüchtigkeit erwirbt

VII Von neuen Fürstenherrschaften, die man mit fremden Waffen und durch Glück erwirbt

VIII Von denjenigen, die durch Verbrechen Fürstenherrschaft erlangt haben

IX Von der bürgerlichen Fürstenherrschaft

X Wie die Stärke jeder Fürstenherrschaft zu ermitteln ist

XI Von den geistlichen Fürstenherrschaften

XII Von den Heeresarten und vom Söldnerwesen

XIII Über Hilfstruppen, gemischte und eigene Heere

XIV Was einem Fürsten hinsichtlich des Heerwesens obliegt

XV Von den Eigenschaften, derentwegen die Menschen und besonders die Fürsten gelobt oder getadelt werden

XVI Von der Freigebigkeit und der Sparsamkeit

XVII Von der Grausamkeit und der Milde, und ob es besser ist, geliebt als gefürchtet zu werden oder umgekehrt

XVIII Inwieweit Fürsten ihr Wort halten müssen

XIX Darüber, ob man Verachtung und Haß meiden muß

XX Ob der Bau von Festungen und viele andere Maßnahmen, die täglich von Fürsten ergriffen werden, nützlich sind oder nicht

XXI Was ein Fürst tun muß, um Ansehen zu gewinnen

XXII Über die Minister des Fürsten

XXIII Wie Schmeichler zu meiden sind

XXIV Warum die Fürsten Italiens die Herrschaft verloren haben

XXV Was Fortuna in den Angelegenheiten der Menschen vermag und wie man ihr entgegentreten soll

XXVI Aufruf, sich Italiens zu bemächtigen und es von den Barbaren zu befreien

Ausblick: Was macht den idealen Fürsten Machiavellis aus?

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen direkten und unverfälschten Zugang zu Niccolò Machiavellis Werk "Il Principe" zu ermöglichen. Der Autor untersucht, wie ein Herrscher seine Macht sichert und erhält, wobei er die Politik bewusst von moralischen Ansprüchen emanzipiert und den Fokus auf die praktische Realität sowie den Machterhalt legt.

  • Analyse der verschiedenen Herrschaftsformen und ihrer spezifischen Herausforderungen
  • Untersuchung der Bedeutung von militärischer Eigenständigkeit und Söldnerwesen
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Tugend, moralischem Handeln und politischem Erfolg
  • Einfluss von Fortuna (Schicksal) und Virtù (Tüchtigkeit) auf das politische Handeln
  • Strategien zur Machtstabilisierung und zum Ansehensgewinn eines Fürsten

Auszug aus dem Buch

XV Von den Eigenschaften, derentwegen die Menschen und besonders die Fürsten gelobt oder getadelt werden

Machiavelli setzt seine Schrift in diesem Kapitel klar von den in seiner Zeit üblichen moralisch argumentierenden, Fürstenspiegeln ab. „Da es aber meine Absicht ist, etwas Nützliches für den zu schreiben, der es versteht, schien es mir angemessener, der Wirklichkeit der Dinge nachzugehen als der bloßen Vorstellungen über sie.“ Er formuliert hier den Anspruch, keinen traditionellen Fürstenspiegel zu schreiben, sondern von der „verità effetuale della cosa“, kurz gesagt, von der Realität, auszugehen. In der Forschung wurde dieser Ansatz auch als Machiavellis „Pathos des Tatsächlichen“ bezeichnet.

Machiavelli moniert, dass die bisherigen Ratgeber zwar allesamt moralisch einwandfrei wären, aber ein Fürst, der sich nach ihnen richten würde, „eher seinen Untergang als seine Erhaltung betreibt.“

Nichtsdestotrotz gebe es einige Eigenschaften, wie Frömmigkeit, Treue, Mut usw., in deren Ruf zu stehen (man bedenke den feinen Unterschied zwischen dem Ruf einer Person und der Person selbst) hilfreich ist. Aber Machiavelli ergänzt, dass es Laster gibt, die für den Machterhalt unerlässlich sind. Darüber hinaus gebe es Tugenden, die einen Menschen privat auszeichneten, einem Fürsten jedoch die Macht kosten könnten.

Machiavelli empfiehlt daher, das Image des Fürsten sorgsam zu wählen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Von den Arten der Fürstenherrschaft und den Arten, sie zu erwerben: Der Autor klassifiziert Regierungssysteme in Republiken und Fürstentümer und führt Kriterien wie die Art des Erwerbs (Glück vs. Tüchtigkeit) ein.

II Von der ererbten Fürstenherrschaft: In ererbten Staaten ist der Machterhalt vergleichsweise einfach, da die Bevölkerung an das Herrschergeschlecht gewöhnt ist.

III Von der gemischten Fürstenherrschaft: Bei der Angliederung neuer Territorien an einen bestehenden Staat ist der Machterhalt durch enttäuschte Erwartungen der Bevölkerung erschwert.

IV Warum das Reich des Darius, das Alexander erobert hatte, sich nach dem Tod Alexanders nicht gegen seine Nachfolger erhob: Machiavelli kontrastiert zentralisierte Verwaltungen mit föderalen Herrschaftsstrukturen durch Barone.

V Wie man Städte und Fürstentümer regieren muß, die, bevor sie erobert wurden, unter eigenen Gesetzen lebten: Es werden Methoden zur Sicherung ehemaliger Republiken vorgestellt, von der Vernichtung des alten Gefüges bis zur Residenznahme.

VI Von neuen Fürstenherrschaften, die man mit eigenen Waffen und durch Tüchtigkeit erwirbt: Der Erwerb durch eigene Tatkraft erfordert zwar eine schwierige Schaffung neuer Ordnungen, sorgt jedoch langfristig für Stabilität.

VII Von neuen Fürstenherrschaften, die man mit fremden Waffen und durch Glück erwirbt: Ein Aufstieg durch fremde Hilfe ist zwar einfach, macht den Herrscher jedoch für den Machterhalt äußerst anfällig.

VIII Von denjenigen, die durch Verbrechen Fürstenherrschaft erlangt haben: Grausamkeiten können ein politisches Werkzeug sein, sofern sie kalkuliert und in kurzem Zeitraum eingesetzt werden.

IX Von der bürgerlichen Fürstenherrschaft: Die Unterstützung durch das Volk ist für die Stabilität des Fürsten wertvoller als die der Großen.

X Wie die Stärke jeder Fürstenherrschaft zu ermitteln ist: Ein Fürst ist stark, wenn er sich im Ernstfall aus eigener Kraft behaupten kann, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein.

XI Von den geistlichen Fürstenherrschaften: Diese Sonderfälle sind zwar schwer zu erlangen, aber aufgrund von Tradition und kirchlicher Macht leicht zu halten.

XII Von den Heeresarten und vom Söldnerwesen: Söldnerheere werden als ungeeignet und gefährlich eingestuft; ein Volksheer ist für die Sicherheit des Staates vorzuziehen.

XIII Über Hilfstruppen, gemischte und eigene Heere: Hilfstruppen stellen ein noch größeres Risiko der Abhängigkeit dar als Söldner.

XIV Was einem Fürsten hinsichtlich des Heerwesens obliegt: Die Kriegskunst ist für einen Herrscher die zentrale Disziplin zur Erhaltung seiner Macht.

XV Von den Eigenschaften, derentwegen die Menschen und besonders die Fürsten gelobt oder getadelt werden: Ein Fürst muss lernen, nicht gut zu sein, um seine Herrschaft angesichts politischer Notwendigkeiten zu bewahren.

XVI Von der Freigebigkeit und der Sparsamkeit: Sparsamkeit ist vorteilhafter, da sie den Fürsten unabhängig von Steuererhöhungen macht und somit den Hass des Volkes vermeidet.

XVII Von der Grausamkeit und der Milde, und ob es besser ist, geliebt als gefürchtet zu werden oder umgekehrt: Eine wohldosierte Furcht ist für den Machterhalt verlässlicher als Liebe, solange der Hass vermieden wird.

XVIII Inwieweit Fürsten ihr Wort halten müssen: Vertragstreue ist zweitrangig gegenüber der Notwendigkeit, sein Image sorgsam zu wahren und bei Bedarf moralisch böse zu handeln.

XIX Darüber, ob man Verachtung und Haß meiden muß: Der Fürst muss seine Handlungen so gestalten, dass er bei seinem Volk ein Ansehen von Großmut und Stärke genießt, um Verschwörungen zu verhindern.

XX Ob der Bau von Festungen und viele andere Maßnahmen, die täglich von Fürsten ergriffen werden, nützlich sind oder nicht: Die beste Absicherung gegen Feinde ist die Unterstützung durch das Volk, nicht der Bau von Festungen.

XXI Was ein Fürst tun muß, um Ansehen zu gewinnen: Erfolgreiche Unternehmungen und klare außenpolitische Positionierung steigern das Ansehen eines Herrschers.

XXII Über die Minister des Fürsten: Die Wahl der Berater ist ein Spiegelbild der Klugheit des Fürsten.

XXIII Wie Schmeichler zu meiden sind: Ein Fürst muss weise Männer um sich scharen, die ihm die Wahrheit sagen, ohne sich von Schmeichlern abhängig zu machen.

XXIV Warum die Fürsten Italiens die Herrschaft verloren haben: Die italienischen Fürsten scheiterten durch militärische Unvorbereitetheit und das Vertrauen auf Söldner in widrigen Zeiten.

XXV Was Fortuna in den Angelegenheiten der Menschen vermag und wie man ihr entgegentreten soll: Fortuna bestimmt die Hälfte des Schicksals; der Mensch kann und muss jedoch durch Anpassung an die Zeitumstände Einfluss nehmen.

XXVI Aufruf, sich Italiens zu bemächtigen und es von den Barbaren zu befreien: Ein Aufruf zur politischen Einigung Italiens unter einem virtuosen Anführer.

Schlüsselwörter

Niccolò Machiavelli, Der Fürst, Il Principe, Macht, Herrschaft, Politik, Moral, Virtù, Fortuna, Staatsführung, Söldnerwesen, Militär, Machterhalt, Italien, Kriegskunst

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine Erläuterung und Bearbeitung von Machiavellis Werk "Il Principe", wobei die Mechanismen der Machtausübung und des Machterhalts in den Fokus gerückt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Klassifizierung von Herrschaftsformen, die militärische Organisation, das Image des Herrschers, der Einfluss von Glück und Tüchtigkeit sowie die Trennung von Ethik und Politik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, dem Leser einen direkten Zugang zum Denken Machiavellis zu verschaffen, ohne die heute verbreiteten verkürzten Ratgeber-Klischees.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wendet eine analytische Aufarbeitung der Primärtexte an, ergänzt durch zusammenfassende Thesen, zentrale Zitate und schematische Darstellungen der machtpolitischen Zusammenhänge.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Kapitel für Kapitel die Ratschläge Machiavellis, von der Art des Erwerbs einer Herrschaft bis hin zum Aufruf zur Einigung Italiens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Machiavelli und dem Principe sind es Begriffe wie Virtù, Fortuna, Macht, Strategie, Söldnerwesen und Staatskunst.

Warum betont Machiavelli, dass ein Fürst auch "nicht gut" sein muss?

Er argumentiert, dass ein striktes Festhalten an moralischen Tugenden in einer politisch harten Realität oft zum Untergang des Staates führt; der Schutz des Staates rechtfertigt notwendige Abweichungen.

Wie bewertet Machiavelli die Rolle des Glücks (Fortuna) gegenüber menschlichem Handeln?

Fortuna bestimmt nach Machiavelli zwar zur Hälfte das Schicksal, doch der Mensch hat durch Vorsorge und geschicktes Handeln, angepasst an die Zeitumstände, den freien Spielraum, die Auswirkungen zu begrenzen.

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Details

Title
Machiavelli pur. Der Principe
Author
Magister Artium Andre Budke (Author)
Publication Year
2008
Pages
44
Catalog Number
V94167
ISBN (eBook)
9783640116805
ISBN (Book)
9783640117581
Language
German
Tags
Machiavelli Principe Der Fürst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Andre Budke (Author), 2008, Machiavelli pur. Der Principe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94167
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