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Psychische Störung als Sozialisationsergebnis - Eine Untersuchung zur Antipsychiatrie

Title: Psychische Störung als Sozialisationsergebnis - Eine Untersuchung zur Antipsychiatrie

Diploma Thesis , 2007 , 129 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Martin Walther (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Theoriegebäude der Anti-Psychiatrie:
Genauer:
- mit der Frage, ob der Mensch ein Kulturwesen ist, also sozialisationsbedingt agiert und denkt, oder ob er in seiner Persönlichkeit und seinem Handeln biologisch determiniert ist
- Ob Krankheit und psychische Krankheit, wie oft beschrieben ein biologisch determiniertes Problem darstellt, oder ob körperliche und psychische Leiden vorwiegend sozial gewachsen sind (Stichwort: Psychosomatik)
- Es wird ein Abriss der englischen Antipsychiatrie (Laing, Cooper) gegeben: Sozialphänomenologie der Familie / Transzendentale Erfahrung oder Politik / Zusammenhang zwischen Familie, Individuum und sozialer Gewalt / der psychiatrische Krankheitsbegriff und seine Zerdehnung
- Weiter wird die Sozialisationstheorie aus dem Blickwinkel der Antipsychiatrie / Antipädagogik betrachtet: Wie findet Sozialisation in der Familie statt (Verinnerlichung von Familie, Projektion und Re-Projektion von Familie auf Umwelt und umgekehrt, Abwehrfunktionen/-reaktionen von Familien in Bezug auf ihre Umwelt)
- Schizophrenie und ihre Wurzeln in Familiensystemen und im Sozialisationsgeschehen (Familienrealität und Invalidation: Beziehungsfallen, Rubber-Fences,
Double-Binds etc.)
- Neue Definition der Schizophrenie: Sozialisation und weniger biologisch motivierte Krankheitslehre
- Kritik der Erziehung

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Darstellung zu meiner Themenwahl

2. Grundlagen I: Sozialistionsforschung

2.1 Der Begriff der Sozialisation / Anmerkungen zur Sozialisationsforschung

2.2 Kulturanthropolgische Sozialisationsforschung

2.2.1. Der Mensch als Kulturwesen

2.2.2 Krankheit; ein soziales Problem?

2.2.2.1 Was ist Krankheit?

2.2.2.2 Was ist psychische Krankheit?

3. Abriss der Englischen Antipsychiatrie – zugleich in ihrer Kritik

3.1 Einführendes

3.2 Kurze Darstellung des für die Antipsychiatrie wichtigen Existentialismus

3.3 Ronald D. Laing

3.3.1 Sozialphänomenologie der Familie

3.3.2 Kritik Laings Sozialphänomenologie der Familie

3.3.3 Transzendentale Erfahrung anstatt Politik

3.3.4 Kritik Laings transzendentaler Erfahrung und Politik

3.4 David Cooper

3.4.1 Familie, Individuum und Gewalt

3.4.2 Gesellschaftliche Gewalt und Gewalt der Psychiatrie

3.4.3 Zerdehnung des Krankheitsbegriffs

3.5 Weiterführende Kritik

3.5.1 Neue Spiritualität und revolutionäre Politik

3.5.2 Abschließende Kritik

4. Grundlagen II - Die Sozialisationstheorie in der Antipsychiatrie

4.1 Laing: Die Sozialisation in der Familie

4.1.1 Die zwei Familien

4.1.2 Die Familie als Phantasie

4.1.2.1 Verinnerlichung

4.1.2.2 Umwandlung und Externalisierung: „Projektion“

4.1.2.3 Die Übertragung von Gruppenmodi

4.1.2.4 Die Abwehrfunktion der Familie

4.2 Die Erforschung der Familie und der sozialen Zusammenhänge in ihrem Verhältnis zur Schizophrenie

4.3 Die Politik der Familie

4.3.1 Familie und Invalidation

4.3.2 Familienszenarien

4.3.3 Operationen

4.3.4 Regeln und Metaregeln

4.3.5 Das Mapping (Abbilden)

4.4 Ergebnisse der durch die Antipsychiatrie indizierten Familienforschung

4.4.1 Definition der Schizophrenie auf Grund einer Störung der typischen Interaktion

4.4.2 Der Begriff der Beziehungsrealität

4.4.3 Die Beziehungsfalle

4.4.3.1 Das Double-Bind

4.4.3.2 Der Effekt des Double-Bind

4.4.4 Die Pseudo-Gemeinschaft

4.4.4.1 Definition von Beziehungen

4.4.4.2 Charakterisierung der Pseudo-Gemeinschaft

4.4.4.3 Mechanismen zur Aufrechterhaltung der Pseudo-Gemeinschaft

4.4.5 Der Rubber fence (Gummizaun)

4.4.5.1 Billigung und Verheimlichung

4.4.6 Verinnerlichung der Rollenstruktur und daraus resultierender schizophrener Schub

4.4.7 Spaltung und Strukturverschiebung innerhalb der Ehe

4.4.7.1 Weitere Definition von Schizophrenie

4.4.7.2 Die Verteidigung stereotyper Rollen in den Familien von Schizophrenen, sowie deren Auswirkung

4.4.8 Das Bestreben, einen anderen verrückt zu machen

4.4.8.1 Ältere Literatur

4.4.8.2 Neuere Theorie auf Grund weiterer Forschung

4.4.8.3 Motive jemanden verrückt zu machen

4.4.9 Der Vorgang der Mystifizierung: Konfusion und Konflikt

4.5 Cooper: Kritik der Erziehung

4.6 Cooper: Forderung einer Revolution von Liebe, Beziehung und Wahnsinn

5. Abschließende kritische Rückschau und Vorschlag einer menschenzentrierten Therapie-Form

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen Sozialisationsprozessen innerhalb der Familie, gesellschaftlichen Strukturen und der Entstehung von Schizophrenie. Das primäre Ziel besteht darin, die traditionelle, naturwissenschaftlich-medizinische Sicht auf psychische Krankheit zu hinterfragen und mittels der Antipsychiatrie eine menschenzentrierte Therapieform zu entwerfen, die den Patienten nicht isoliert, sondern als Teil seines sozialen Beziehungsgeflechts begreift.

  • Grundlagen der Sozialisations- und Kulturanthropologie
  • Kritische Analyse der englischen Antipsychiatrie (Laing & Cooper)
  • Familiendynamiken als pathogene Sozialisationsinstanzen
  • Kritik an Erziehungspraktiken und gesellschaftlicher Machtausübung
  • Entwicklung eines Konzepts für eine alternative, menschenzentrierte Therapie

Auszug aus dem Buch

1. Einleitende Darstellung zu meiner Themenwahl

Schon während meiner Schulzeit machte ich Erfahrungen und Beobachtungen, die in mir ein unsicheres aber tiefes Gefühl erregten, in einer „falschen Gesellschaft“ zu leben, in der sich die Menschen über die Wahrheit und Wirklichkeit entweder freiwillig hinwegtäuschen oder daran gehindert werden, diese herauszufinden. Ich hatte das Gefühl, dass man, wenn man sich hierfür interessierte, als lästig „ausgemustert“ oder „mundtot gemacht“ wurde. - Daher hatte ich ständig den Eindruck, dass die Sozialisation der Individuen in der Familie, der Gesellschaft und ihren Institutionen, wie der Schule, uns nicht, um es mit Albert Einsteins Worten zu sagen, nicht „zu mündigen Persönlichkeiten, sondern zu nicht viel mehr als wohlerzogenen Haustieren“ erzieht, wir also manipuliert und unterdrückt werden.

… zeitgenössische Wissenschaftler weisen hierauf hin, wenn auch im sozialen Kontext. So beispielsweise Albert Einstein in seiner Darstellung vom wahren Wert des Menschen: Dieser „ist in erster Linie dadurch bestimmt, in welchem Grad und in welchem Sinn er zur Befreiung vom ICH gelangt ist“1. - Hier bleiben also nur noch drei Möglichkeiten der Psyche/des Geistes übrig, dass entweder das „ES“ mit seiner zügellosen Triebstrebsamkeit (Freud: Krankheit des rigiden ES) oder das „ÜBER-ICH“ mit seiner reinen Moral (Krankheit des rigiden ÜBER-ICH), siegt, oder eben, dass beide gleich stark sind, sich einig werden und so verschmelzen.

Oder sollte man es mit Nietzsche ausdrücken: Er strebe den Übermenschen, der frei von verlogener Moral ist, an. Dies kann nur bedeuten, dass dieser Mensch nur Moral lebt, die er vollständig und bewusst eingesehen hat. Da sowohl zügelloses Ausleben eines Triebes als auch Triebreduktion ein Moralkodex sein können, müssen sich hier also letztendlich alle Trieb- und daraus entstehenden Moralkonstitutionen verbunden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Darstellung zu meiner Themenwahl: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation, die ihn dazu führte, die Institutionen der Sozialisation und die psychiatrische Behandlungspraxis kritisch zu hinterfragen.

2. Grundlagen I: Sozialistionsforschung: Dieses Kapitel legt die Basis durch die Untersuchung des Begriffs der Sozialisation sowie kulturanthropologischer Perspektiven auf den Menschen als Kulturwesen und die soziale Genese von Krankheit.

3. Abriss der Englischen Antipsychiatrie – zugleich in ihrer Kritik: Eine Darstellung der theoretischen Positionen und der methodischen Ansätze von R.D. Laing und David Cooper sowie der daran geäußerten Kritik.

4. Grundlagen II - Die Sozialisationstheorie in der Antipsychiatrie: Eine tiefgreifende Analyse der familiären Beziehungsstrukturen und deren Rolle bei der Entstehung schizophrener Symptomatiken sowie Coopers Kritik an Erziehungspraktiken.

5. Abschließende kritische Rückschau und Vorschlag einer menschenzentrierten Therapie-Form: Fazit der Arbeit mit einem Entwurf für eine Therapieform, die den Patienten als in einem sozialen Kontext handelndes Subjekt wahrnimmt.

Schlüsselwörter

Antipsychiatrie, Sozialisation, Schizophrenie, Familie, Psychotherapie, Entfremdung, Existentialismus, Beziehungsrealität, Machtverhältnisse, Sozialisationstheorie, Pädagogik, Psychose, Individuation, Gesellschaftskritik, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit der traditionellen Psychiatrie und den gesellschaftlichen Mechanismen der Sozialisation auseinander, die zur Ausgrenzung und Etikettierung von Menschen führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle der Familie als Sozialisationsagentur, die Definition von psychischer Gesundheit versus Krankheit sowie der politische Kontext psychiatrischer Behandlung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wie soziale Kontexte und zwischenmenschliche Interaktionen das Entstehen von psychischem Leiden beeinflussen, und Alternativen zur klassischen „Reparaturmedizin“ zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt vorwiegend theoretische und Literaturanalysen, insbesondere basierend auf existenzphilosophischen Ansätzen sowie familien- und kommunikationstheoretischen Erkenntnissen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theorien von Laing und Cooper, untersucht das Konzept der Double-Bind-Kommunikation und diskutiert die negativen Auswirkungen von Machtstrukturen in Schule und Familie auf das Individuum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Antipsychiatrie, Sozialisation, Schizophrenie, Beziehungsrealität, Entfremdung und die Kritik an einer rein defizitorientierten Erziehung.

Was ist das „Double-Bind“ Konzept nach Bateson und Laing?

Es beschreibt eine Kommunikationssituation, in der widersprüchliche Botschaften den Betroffenen so unter Druck setzen, dass ein adäquates Reagieren unmöglich wird, was langfristig in Verwirrung führen kann.

Warum kritisiert der Autor die traditionelle Erziehung?

Der Autor sieht in der heutigen Erziehung eine Form der Manipulation, die Kinder zu „funktionalen Einheiten“ statt zu freien, mündigen Persönlichkeiten formt und dabei die individuelle Erfahrungswelt unterdrückt.

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Details

Title
Psychische Störung als Sozialisationsergebnis - Eine Untersuchung zur Antipsychiatrie
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Pädagogische Institut)
Grade
2,0
Author
Martin Walther (Author)
Publication Year
2007
Pages
129
Catalog Number
V94194
ISBN (eBook)
9783640104765
ISBN (Book)
9783640185610
Language
German
Tags
Psychische Störung Sozialisationsergebnis Eine Untersuchung Antipsychiatrie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Walther (Author), 2007, Psychische Störung als Sozialisationsergebnis - Eine Untersuchung zur Antipsychiatrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94194
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