Martin Luther vertrat zur Zeit der Reformation eine Ethik der christlichen Freiheit, bei welcher der Christ frei von Gesetzesgehorsam ist. In der Krise des Spätmittelalters fand eine Abwendung von der Papstkirche und der Zwei-Stände-Ethik statt und die Menschen wanden sich dem Priestertum aller Gläubigen mit unmittelbarem Gottesbezug zu.
Die Ethik Luthers beinhaltet die „Zwei-Reiche-Lehre“, welche nicht explizit in seinen Schriften genannt wird, sondern die Unterscheidung der Reiche, die Luther zur Geltung gebracht hat. Demnach wurde der Begriff der „Zwei-Reiche-Lehre“ oder dessen verwandte Begriff „Zwei-Regimenten-Lehre“ aus Luthers Schriften rekonstruiert und wird seit dem 20. Jahrhundert verwendet. Im Folgenden wird die Ethik Luthers anhand einer Darstellung der „Zwei-Reiche-Lehre“ erläutert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Darstellung der „Zwei-Reiche-Lehre“
- Das Reich Gottes
- Das Reich der Welt
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Ethik Martin Luthers und analysiert die von ihm vertretene „Zwei-Reiche-Lehre“. Ziel ist es, diese Lehre anhand einer detaillierten Darstellung der beiden Reiche – dem geistlichen und dem weltlichen – zu erläutern und ihre Bedeutung für Luthers Gesamtwerk aufzuzeigen.
- Die Unterscheidung zwischen geistlichem und weltlichem Reich
- Das Verhältnis von Glaube, Gesetz und Nächstenliebe
- Die Rolle der weltlichen Obrigkeit und deren Aufgaben
- Die Beziehung zwischen dem geistlichen und dem weltlichen Regiment
- Die Funktion des Evangeliums und der Heiligen Geist
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Der Text stellt zunächst die ethik-theoretische Position Martin Luthers und die „Zwei-Reiche-Lehre“ als Kern seiner Gedankenwelt vor. Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Reformation und die Abwendung von der traditionellen Zwei-Stände-Ethik.
Darstellung der „Zwei-Reiche-Lehre“
2.1. Das Reich Gottes
Dieses Kapitel erläutert das Konzept des geistlichen Regiments (Regnum Dei) nach Luthers Ethik. Christen, die aufgrund ihres Glaubens ein verändertes Herz haben, brauchen laut Luther kein weltliches Recht, sondern orientieren sich am Evangelium und der Nächstenliebe. Das geistliche Regiment wird durch das Evangelium und den Heiligen Geist ausgeübt und zielt darauf ab, den Glauben in Nichtchristen zu wecken und das Böse zu überwinden.
2.2. Das Reich der Welt
Das zweite Kapitel widmet sich dem weltlichen Regiment (Regnum Mundi) und beschreibt, wie dieses von Gott durch die Obrigkeit ausgeübt wird. Sünder, die dem weltlichen Regiment angehören, müssen der Obrigkeit gehorchen, um Gott nicht in Frage zu stellen. Dennoch ist die Macht der Obrigkeit begrenzt, da sie nicht über die Seele eines Menschen herrschen kann.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselbegriffe dieser Arbeit sind: „Zwei-Reiche-Lehre“, „Regnum Dei“, „Regnum Mundi“, Martin Luther, Reformation, christliche Freiheit, Glaube, Nächstenliebe, Evangelium, Heiliger Geist, weltliche Obrigkeit, Gesetz, Sünde, Erlösung, Erhaltungswille, Gott.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern von Martin Luthers „Zwei-Reiche-Lehre“?
Die Lehre unterscheidet zwischen dem geistlichen Reich (Regnum Dei) und dem weltlichen Reich (Regnum Mundi).
Wie wird das Reich Gottes laut Luther regiert?
Es wird durch das Evangelium und den Heiligen Geist ohne Zwang regiert, wobei sich Christen an der Nächstenliebe orientieren.
Welche Funktion hat das weltliche Reich?
Gott übt das weltliche Regiment durch die Obrigkeit aus, um Ordnung zu halten und das Böse unter den Sündern einzuschränken.
Warum brauchen Christen laut Luther kein weltliches Recht?
Wahre Christen haben ein durch den Glauben verändertes Herz und handeln von Natur aus richtig, benötigen aber das weltliche Recht für das Zusammenleben mit Nichtchristen.
Ist die Macht der weltlichen Obrigkeit unbegrenzt?
Nein, Luther betont, dass die Obrigkeit zwar über Körper und Gut, aber nicht über die Seele des Menschen herrschen kann.
Seit wann wird der Begriff „Zwei-Reiche-Lehre“ verwendet?
Der Begriff wurde erst im 20. Jahrhundert aus Luthers Schriften rekonstruiert; Luther selbst verwendete ihn so nicht explizit.
- Quote paper
- Ann Chef (Author), 2014, Darstellung der "Zwei-Reiche-Lehre" von Martin Luther, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942592