Der Umgang mit Fremden ist in unserer Gesellschaft ein zentrales Thema, denn im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die gesellschaftliche Struktur gewandelt: Sie ist multikultureller und multireligiöser geworden, was schließlich zu einer Heterogenität der Gesellschaft sowie zu vielfältigen Begegnungen zwischen Menschen im Alltag führt. Dabei ist es jedoch nicht mehr selbstverständlich, dass einige Menschen in der Gesellschaft einen wertschätzenden Umgang mit Fremden pflegen und diesen offen gegenübertreten. Umso wichtiger ist es also, das Thema in der Schule und auch im Religionsunterricht aufzugreifen, sodass die Kinder für den Umgang mit Fremden sensibilisiert werden und eine Bereitschaft entwickeln, dem Anderen in seiner Fremdheit offen zu begegnen.
Zunächst wird der Begriff des Fremden bzw. der Fremdheit näher betrachtet, dieser lässt sich über die Beziehung einzelner Personen oder Gruppen definieren, wobei Fremdheit das Resultat von Zuschreibungen ist. Dabei wird am Gegenüber das als fremd wahrgenommen, was nicht Teil des eigenen Selbst ist und nicht zur Identifikation beiträgt, wodurch schließlich eine Differenz zwischen Personen entsteht. Doch die Anerkennung des Differenten am Anderen ist wesentlicher Bestandteil zwischenmenschlicher Beziehungen sowie Begegnungen. Oft werden jedoch fremdartige Situationen, fremde Lebensstile und Fremde selbst als Bedrohung der eignen Existenz erfahren, denn durch Begegnungen mit dem Fremden wird das eigene Selbstbild hinterfragt und irritiert, wodurch bei manchen Menschen große Verunsicherung entstehen kann. Das Fremdbild wird dabei abgelehnt und als Gefährdung des Selbstkonzepts gesehen, sodass auf sozialer Ebene keine furchtbare Begegnung mehr entstehen kann. Wer oder was als fremd gilt, ist individuell abhängig, wobei entschieden wird, ob eine Person dem persönlich definierten Stereotyp des Fremden entspricht und in wieweit dies durch Verhalten, Sprache, Aussehen sowie Kleidung erfüllt ist, dass der Gegenüber als fremd anerkannt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
2. Didaktische Analyse
3. Methodische Analyse
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Vermittlung von biblischen Geboten zum Umgang mit Fremden im Religionsunterricht der Sekundarstufe I. Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch eine theologische und didaktische Auseinandersetzung mit ausgewählten Texten aus dem Alten Testament eine Sensibilisierung für Fremdheit und eine Werthaltung für ein respektvolles Miteinander in einer pluralistischen Gesellschaft zu vermitteln.
- Analyse des Begriffs der Fremdheit und deren soziologische Dimensionen.
- Exegese und sozialethische Einordnung biblischer Texte zum Schutz von Fremden.
- Didaktische Verankerung des Themas im Lehrplan und religionspsychologische Reflexion der Zielgruppe.
- Methodische Gestaltung einer Unterrichtseinheit zum Thema "Berührungspunkte mit Fremden/Fremdem".
- Übertragung der biblischen Gebote auf die heutige Lebenswelt der Schüler.
Auszug aus dem Buch
1. Sachanalyse
Der Umgang mit Fremden ist in unserer Gesellschaft ein zentrales Thema, denn im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die gesellschaftliche Struktur gewandelt: Sie ist multikultureller und multireligiöser geworden, was schließlich zu einer Heterogenität der Gesellschaft sowie zu vielfältigen Begegnungen zwischen Menschen im Alltag führt. Dabei ist es jedoch nicht mehr selbstverständlich, dass einige Menschen in der Gesellschaft einen wertschätzenden Umgang mit Fremden pflegen und diesen offen gegenübertreten. Umso wichtiger ist es also, das Thema in der Schule und auch im Religionsunterricht aufzugreifen, sodass die Kinder für den Umgang mit Fremden sensibilisiert werden und eine Bereitschaft entwickeln, dem Anderen in seiner Fremdheit offen zu begegnen.
Zunächst wird der Begriff des Fremden bzw. der Fremdheit näher betrachtet, dieser lässt sich über die Beziehung einzelner Personen oder Gruppen definieren, wobei Fremdheit das Resultat von Zuschreibungen ist. Dabei wird am Gegenüber das als fremd wahrgenommen, was nicht Teil des eigenen Selbst ist und nicht zur Identifikation beiträgt, wodurch schließlich eine Differenz zwischen Personen entsteht. Doch die Anerkennung des Differenten am Anderen ist wesentlicher Bestandteil zwischenmenschlicher Beziehungen sowie Begegnungen. Oft werden jedoch fremdartige Situationen, fremde Lebensstile und Fremde selbst als Bedrohung der eignen Existenz erfahren, denn durch Begegnungen mit dem Fremden wird das eigene Selbstbild hinterfragt und irritiert, wodurch bei manchen Menschen große Verunsicherung entstehen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert die soziologische und biblisch-theologische Bedeutung des Umgangs mit Fremden und arbeitet heraus, wie biblische Texte den Fremden unter besonderen Rechtsschutz stellen.
2. Didaktische Analyse: Hier wird der Unterrichtsgegenstand in den Lehrplan eingeordnet und unter Bezugnahme auf religionsdidaktische und -psychologische Modelle begründet, warum das Thema für die Klassenstufe 9/10 relevant ist.
3. Methodische Analyse: Dieser Teil beschreibt detailliert den methodischen Ablauf der Unterrichtsstunde, einschließlich des Einstiegs durch die Methode des "Metaphernsäckchens" und der Erarbeitungsphasen zur Aktualisierung der biblischen Texte.
Schlüsselwörter
Fremdheit, Religionsunterricht, biblische Ethik, Migration, soziale Gerechtigkeit, Fremdenliebe, Inklusion, Religionspädagogik, Schulpraxis, Menschenwürde, Soziale Identität, Bibeldidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Vermittlung alttestamentlicher Gebote zum Umgang mit Fremden im Religionsunterricht der Sekundarstufe I.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit umfasst die Begriffe Fremdheit und Fremdlingsdasein, die sozialethische Dimension biblischer Gesetze sowie deren didaktische Aufbereitung für den Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist, dass Schüler die biblischen Regeln zum Umgang mit Fremden verstehen, erläutern und ihre Bedeutung für ihre eigene Lebenswelt reflektieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben der biblisch-exegetischen Analyse werden religionspädagogische Modelle, wie die immanente Bibeldidaktik nach Ingo Baldermann, zur Gestaltung der Unterrichtseinheit herangezogen.
Was wird im methodischen Teil der Arbeit behandelt?
Der methodische Teil beschreibt konkret die Unterrichtsphasen: Einstieg mit dem "Metaphernsäckchen", Gruppenarbeit zur Exegese und Vertiefung durch die Aktualisierung der Texte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fremdenliebe, Rechtsschutz für Fremde, soziale Integration und die Reflexion über die eigene Identität im Kontext des Fremden.
Warum wird die Methode des "Metaphernsäckchens" eingesetzt?
Diese Methode dient dazu, abstrakte Vorstellungen von "Fremde" durch haptische Gegenstände zu konkretisieren und einen niederschwelligen, aktivierenden Einstieg zu ermöglichen.
Wie findet die Übertragung der antiken Texte auf die heutige Zeit statt?
Die Schüler formulieren die biblischen Verse in ihre eigene Sprache um und beziehen sie auf aktuelle Situationen, wie etwa das Spenden an die Tafel oder den Umgang mit Mitschülern aus anderen Ländern.
- Quote paper
- Ann Chef (Author), 2018, Berührungspunkte mit Fremden/Fremdem. Bibeldidaktik (Sekundarstufe I, Fach: Religion, 10. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942617