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Substanz als Subjekt in der Vorrede zu G.W.F. Hegels "Phänomenologie des Geistes"

Titel: Substanz als Subjekt in der Vorrede zu G.W.F. Hegels "Phänomenologie des Geistes"

Hausarbeit , 2020 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Florian Lamp (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um zu einem genaueren Verständnis von Hegels Prinzip der Substanz als Subjekt zu gelangen, stellen sich folgende Fragen: Wie kommt Hegel überhaupt zu der Einsicht, dass die Substanz als Subjekt begriffen werden müsse? Was genau versteht er unter Substanz und was unter Subjekt? Und wieso ist diese Einsicht so relevant für die weitere Darstellung seines philosophischen Systems? Die vorliegende Hausarbeit versucht diese Fragen anhand der Analyse ausgewählter Abschnitte aus der Vorrede zur Phänomenologie des Geistes zu klären.

Zur Beantwortung dieser Fragen wird es ferner notwendig sein, die Art und Weise, wie Substanz in der philosophischen Tradition vor Hegel verstanden wurde und wie Hegel diese Auffassung kritisiert, zu berücksichtigen. Das betrifft auch die Art und Weise, wie Hegel seinen eigenen Begriff des Subjekts durch die kritische Auseinandersetzung mit dem ihm vorausgegangen Begriff desselben entwickelt. Hegels Begriff von der Substanz als Subjekt soll also auf dessen Herleitung untersucht und angesichts der Komplexität der hegelschen Schreibweise möglichst verständlich dargestellt werden.

Dabei soll gezeigt werden, dass die Substanz insofern die Struktur der Subjektivität besitzt, als das die Substanz wesentlich Tätigkeit und nur als das Resultat seiner Entwicklung wahr ist. Die hegelsche Substanz ist daher nicht etwas unmittelbar und unveränderbar vorhandenes, aus dem dann im nächsten Schritt alle weiteren Bestimmungen folgen sollen. Vielmehr gehen die Bestimmungen der Substanz aus ihrem eigenen Prozess der Selbstunterscheidung hervor. Dafür werde ich im ersten Kapitel Hegels Begriff der Substanz und im zweiten Kapitel seinen Begriff des Subjekts näher erläutern, um dann abschließend im dritten Kapitel zu zeigen, wie Hegel Substanz und Subjekt zusammenführt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Substanz

3. Subjekt

4. Substanz als Subjekt

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, Hegels zentrales philosophisches Prinzip „dass das Wahre nicht als Substanz sondern eben so sehr als Subjekt“ zu begreifen ist, auf dessen Herleitung und Bedeutung hin zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie Hegel zu dieser Einsicht gelangt, welche Rolle der traditionelle Substanzbegriff bei dieser Entwicklung spielt und wie das Konzept der Subjektivität als dynamischer Prozess innerhalb seines Systems zu verstehen ist.

  • Kritische Analyse des traditionellen, statischen Substanzbegriffs
  • Untersuchung von Hegels Auseinandersetzung mit Kants und Fichtes Subjektverständnis
  • Erarbeitung der Rolle von Negativität und Selbstunterscheidung für die Subjektivität
  • Erläuterung der „Bewegung des sich selbst Setzens“ als zirkuläre Selbstbewegung
  • Systematische Darstellung des Übergangs von der Substanz zum absoluten Geist

Auszug aus dem Buch

4. Substanz als Subjekt

Nachdem wir Hegels Verständnis von der Substanz als das Absolute einerseits und dem Subjekt als die „Bewegung des sich selbst Setzens“ (Phän, S. 14, §18) anderseits, in der das Negative für die Einheit des Subjekts konstitutiv ist, herausgearbeitet haben, können wir uns nun der Frage widmen, was es genau bedeutet, wenn das Wahre nicht nur als Substanz sondern auch als Subjekt aufgefasst wird. Wenn Hegel nun die Substanz als Subjekt begreift, so bedeutet das zunächst, dass die Wirklichkeit in all ihren Dimensionen - sei es die Natur, der Geist oder die Geschichte - einer logischen Bewegung des Subjekts folgt. Diese Logik des Subjekts betrifft jedoch nicht mehr nur allein die interne Struktur des empirischen Subjekts, sondern die Struktur der gesamten Wirklichkeit in all ihren Dimensionen. Die wesentlichen Strukturmomente der Subjektivität werden so „aus ihren ursprünglichen Kontexten einer Theorie der reinen bzw. der empirischen Subjektivität herausgelöst und zu Momenten der Subjektivität des Absoluten“ gemacht. Die Tätigkeit des Ich, die „Bewegung des sich selbst Setztens“ (Phän, S. 14, §18), ist daher nicht mehr nur als Tätigkeit des empirischen Ich zu verstehen, sondern als Tätigkeit des Absoluten selbst, dessen Zweck dann, wie wir bereits gesehen haben, im „Werden seiner selbst“ (Phän, S. 14, §18) besteht.

Diesen Prozess des „Werden seiner selbst“ (Phän, S. 14, §18) bestimmt Hegel näher als „die Entzweiung des Einfachen, oder die entgegensetzende Verdopplung, welche wieder die Negation dieser gleichgültigen Verschiedenheit und ihres Gegensatzes ist; nur diese sich wiederherstellende Gleichheit oder die Reflexion im Anderssein in sich selbst - nicht eine ursprüngliche Einheit als solche, oder unmittelbare als solche ist, das Wahre“ (Phän, S. 14, §18). Die Substanz setzt sich selbst, indem sie sie aufspaltet und anschließend wieder zusammensetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Problemstellung von Hegels „Phänomenologie des Geistes“ ein und erläutert das Kernprinzip, die Substanz als Subjekt zu begreifen.

2. Substanz: Dieses Kapitel analysiert den traditionellen Substanzbegriff als statisches Fundament und stellt Hegels kritische Neubestimmung als dynamisches, sich entwickelndes Prinzip dar.

3. Subjekt: Das Kapitel untersucht Hegels Auseinandersetzung mit Kant und Fichte, um das konstitutive Moment der Negativität und die Struktur der Subjektivität als Selbstunterscheidung zu klären.

4. Substanz als Subjekt: Hier wird dargelegt, wie die zuvor erarbeiteten Momente der Subjektivität auf die gesamte Wirklichkeit übertragen werden, wobei die Substanz als zirkuläre Selbstbewegung zur konkreten Allgemeinheit reift.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Radikalität von Hegels Ansatz, ein geschlossenes philosophisches System ohne Dualismen zu entwerfen.

Schlüsselwörter

Hegel, Phänomenologie des Geistes, Substanz, Subjekt, Absolutes, Negativität, Selbstbewusstsein, Geist, Subjektivität, Werden, Dialektik, Identität, Selbstunterscheidung, Wirklichkeit, Erkenntnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse eines der wichtigsten und zugleich schwierigsten Kernpunkte der Philosophie Hegels, nämlich seiner Aussage, dass das Wahre nicht nur als Substanz, sondern auch als Subjekt zu verstehen ist.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung adressiert?

Die Arbeit behandelt die philosophische Tradition des Substanzbegriffs, die Kritik an klassischen Positionen wie denen von Kant und Fichte, sowie die Entwicklung eines dynamischen Verständnisses der Subjektivität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachvollziehbar zu machen, wie Hegel zu der Einsicht kommt, die Substanz als Subjekt zu begründen, und welche Bedeutung diese logische Bewegung für die Struktur der gesamten Wirklichkeit hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bearbeitung verwendet?

Die Arbeit verwendet eine analytische Methode, bei der ausgewählte Abschnitte aus der Vorrede zur „Phänomenologie des Geistes“ textnah interpretiert und kritisch in den historischen Kontext der philosophischen Tradition gestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des traditionellen Substanzbegriffs, die Analyse von Hegels Kritik am Fichteschen Ich-Begriff sowie die Zusammenführung von Substanz und Subjekt zu einer prozessualen Bewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Hegels „Phänomenologie des Geistes“, Substanz als Subjekt, das „Absolute“, der Prozess der „Negativität“ und das „Werden seiner selbst“.

Warum spielt das Konzept der „Negativität“ eine so entscheidende Rolle bei Hegel?

Die Negativität ist für Hegel der Motor der Entwicklung; sie ermöglicht es dem Subjekt, sich von sich selbst zu unterscheiden, in das „Anders-Sein“ zu treten und sich durch diesen Prozess als vermittelte Einheit wieder mit sich selbst zu identifizieren.

Was unterscheidet Hegels Begriff der Substanz vom traditionellen Verständnis?

Während die Tradition Substanz oft als etwas Statisches, Unveränderliches und Vorhandenes begreift, definiert Hegel sie als einen dynamischen, zirkulären Prozess der Selbstunterscheidung und Selbstwerdung.

Inwiefern nutzt der Autor das Beispiel einer „Zip-Datei“?

Das Beispiel illustriert metaphorisch, wie die Substanz (die geschlossene Datei) erst durch den Prozess des „Entpackens“ ihre immanenten Unterschiede und ihre wahre Komplexität als Subjekt entfaltet, um dann als Einheit wieder zusammengefunden zu werden.

Was bedeutet Hegels These „Das Wahre ist das Ganze“ für das System?

Diese These impliziert, dass das Absolute nicht als etwas Abstraktes oder Äußerliches begriffen werden darf, sondern dass alle Momente der Entwicklung und des Wissens immanente Teile eines systematischen Zusammenhangs sind.

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Details

Titel
Substanz als Subjekt in der Vorrede zu G.W.F. Hegels "Phänomenologie des Geistes"
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
1,0
Autor
Florian Lamp (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
12
Katalognummer
V942744
ISBN (eBook)
9783346282422
ISBN (Buch)
9783346282439
Sprache
Deutsch
Schlagworte
substanz subjekt vorrede hegels phänomenologie geistes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Lamp (Autor:in), 2020, Substanz als Subjekt in der Vorrede zu G.W.F. Hegels "Phänomenologie des Geistes", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/942744
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Leseprobe aus  12  Seiten
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