1 Definition der Unternehmenskultur
Jedes Unternehmen hat unabhängig von Präferenzen, Trends, Erfolg oder Misserfolg, seine eigene Unternehmenskultur, die je nach Entwicklungsgeschichte eines Unternehmens mehr oder weniger stark ausdifferenziert ist. Der Kern oder die Grundlage einer Unternehmenskultur besteht aus kollektiven Überzeugungen, die das Denken, Handeln und Empfinden der Führungskräfte und Mitarbeiter im Unternehmen beeinflussen.
1.1 Der Begriff „Kultur“
Der Begriff „Kultur“ leitet sich aus dem Lateinischen „cultura“ ab. Dieses Wort bezog sich ursprünglich auf die landwirtschaftliche Tätigkeit des Ackerbaus im Sinne von pflegen und bebauen. Im Gegensatz zur Natur ist der Begriff Kultur ein Werk von Menschen. Diese leiten die praktische Lebensgestaltung aus bestimmten Denkmustern und Entscheidungsregeln ab.
Die Kultur wird häufig anhand von verschiedenen Normen- und Wertevorstellungen der jeweiligen Gruppe bzw. Organisationsmitglieder unterschieden. Normenvorstellungen sind in diesem Zusammenhang Normen, unter denen „gutes Geld für gute Arbeit“ zu verstehen ist.
Als Wertevorstellung sind hier Werte zu verstehen, die die Gruppe selbst zum Ausdruck bringt, z.B. die Produktqualität.
1.2 Der Begriff „Unternehmenskultur“
Nach dieser Erklärung wird deutlich, dass Entscheidungen und Handlungen von
Unternehmensmitgliedern auf ein Normen- und Wertesystem zurückgeführt werden
können. Die Unternehmenskultur ist die Grundgesamtheit gemeinsamer Wert- und
Normenvorstellung sowie geteilte Denk- und Verhaltensmuster, die die Entscheidungen und Aktivitäten der Unternehmensmitglieder prägen.
Inhaltsverzeichnis
1 Definition der Unternehmenskultur
1.1 Der Begriff „Kultur“
1.2 Der Begriff „Unternehmenskultur“
2 Merkmale der Unternehmenskultur
2.1 Das Drei-Ebenen-Modell von Edgar Schein
2.1.1 Artefakte
2.1.2 Werte
2.1.3 Grundannahmen
3 Funktionen der Unternehmenskultur
3.1 Originäre Funktionen
3.1.1 Koordinationsfunktion
3.1.2 Integrationsfunktion
3.1.3 Motivationsfunktion
3.2 Derivative Funktionen
4 Wirkungen der Unternehmenskultur
5 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Grundlagen der Unternehmenskultur. Ziel ist es, das komplexe Konstrukt zu definieren, die zentralen Merkmale sowie die verschiedenen Funktionen und Wirkungsweisen innerhalb einer Organisation theoretisch zu beleuchten.
- Definition von Kultur und Unternehmenskultur
- Das Drei-Ebenen-Modell von Edgar Schein
- Einflussfaktoren durch Führungskräfte und Kommunikation
- Originäre und derivative Funktionen
- Wirkungen auf Unternehmensprozesse und Organisationsmitglieder
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Drei-Ebenen-Modell von Edgar Schein
Nach der Modellvorstellung des amerikanischen Wissenschaftlers Edgar H. Schein besteht eine Unternehmenskultur aus drei verschiedenen Ebenen. Deren Beziehungen zueinander lassen sich wie folgt darstellen:
Die Ebenen der Unternehmenskultur nach der Modellvorstellung von Edgar H. Schein werden in vielen Lehrbüchern zur Unternehmenskultur erwähnt und werden in den folgenden Abschnitten weiter erklärt.
2.1.1 Artefakte
Auf der obersten Ebene zeigt sich die Kultur eines Unternehmens in künstlich geschaffenen Komponenten. Hierzu zählt das, was sichtbar bzw. hörbar ist: z.B. die Architektur, Sprechweise, Kleidung, Legenden oder sichtbare Rituale. Die kulturtragenden Komponenten dieser Ebene spielen eine große Rolle, da sich zum einen die Unternehmenskultur an ihnen ablesen lässt, zum anderen zeigt diese Geschichte den Unternehmensmitgliedern worin richtiges Verhalten besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Definition der Unternehmenskultur: Dieses Kapitel führt in die grundlegende Begrifflichkeit von Kultur und deren spezifische Ausprägung innerhalb eines Unternehmens ein.
2 Merkmale der Unternehmenskultur: Hier werden die Kernfaktoren beleuchtet und das wissenschaftliche Drei-Ebenen-Modell von Edgar Schein detailliert erläutert.
3 Funktionen der Unternehmenskultur: Das Kapitel differenziert zwischen originären Funktionen wie Koordination und Integration sowie den daraus resultierenden derivativen Funktionen.
4 Wirkungen der Unternehmenskultur: Es wird analysiert, wie die Kultur als unsichtbare Einflussgröße das Denken und Handeln der Organisationsmitglieder lenkt.
5 Schlusswort: Die Autorin fasst die Bedeutung einer bewusst gesteuerten Unternehmenskultur für den langfristigen Unternehmenserfolg zusammen.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Edgar Schein, Drei-Ebenen-Modell, Artefakte, Werte, Grundannahmen, Organisationskultur, Führungskräfte, Koordination, Integration, Motivation, Unternehmenswerte, Subkulturen, Verhaltensmuster, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit bietet eine strukturierte Einführung in die Grundlagen der Unternehmenskultur, um deren Definition, Merkmale und ihre zentrale Rolle im Management zu verdeutlichen.
Welche Themenfelder werden primär behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Begriffsbestimmung, den Komponenten nach Edgar Schein sowie der funktionalen Analyse (originär vs. derivativ) innerhalb von Unternehmen.
Was ist das erklärte Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu schaffen, wie eine Unternehmenskultur aufgebaut ist und wie sie das Verhalten von Mitarbeitern und Führungskräften beeinflusst.
Welcher theoretische Rahmen wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf das Drei-Ebenen-Modell des US-Wissenschaftlers Edgar H. Schein.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Beschreibung der Kulturebenen (Artefakte, Werte, Grundannahmen) und die Analyse der verschiedenen Funktionen von Unternehmenskultur.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich über Begriffe wie Unternehmenskultur, Organisationsstruktur, Führungsethik und strategisches Management beschreiben.
Warum sind Grundannahmen laut Schein so schwer zu ermitteln?
Da diese Ebene im Unterbewusstsein der Organisationsmitglieder verankert ist und als selbstverständlich wahrgenommen wird, ist sie von außen kaum direkt beobachtbar.
Wie wirkt sich eine Unternehmenskultur auf die Koordination aus?
Sie fungiert als Komplexitätsreduktion, indem sie durch einen gemeinsamen Grundkonsens formale Regelungen ergänzt oder ersetzt und somit die Handlungsfähigkeit fördert.
Welche Rolle spielen Führungskräfte bei der Gestaltung?
Sie haben laut der Autorin eine maßgebliche Einflussmöglichkeit, da sie durch ihr Verhalten und ihre Entscheidungen die Kultur aktiv mitgestalten und an die Mitarbeiter weitergeben können.
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- Ribana Neufeld (Author), 2007, Grundlagen der Unternehmenskultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94315