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Indirekte Anaphorik und Metonymie

Title: Indirekte Anaphorik und Metonymie

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katharina Waldmüller (Author)

French Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit im Rahmen des Hauptseminars „Referenz – philosophische und linguistische Aspekte“ ist das textuelle Phänomen der indirekten Anaphern. Indirekte Anaphern sind definite Nominalphrasen (NPs), die keinen expliziten Antezedens - Ausdruck im Text haben und dabei weder in kataphorischer noch in deiktischer Funktion benutzt werden. Die Verfasserin dieser Arbeit bezieht sich bei der Auseinandersetzung mit dem Phänomen der indirekten Anaphorik hauptsächlich auf Georges Kleiber.
Er forscht und lehrt an der Marc-Bloch-Universität in Straßburg und ist auf dem Gebiet Vorreiter. Die meisten Veröffentlichungen, welche die Verfasserin als Literaturgrundlage herangezogen hat, stammen von Kleiber. Interessanterweise ist Kleiber Elsässer und somit zweisprachig. Dieses Faktum wird für den
Sprachvergleich der assoziativen Anapher im Französischen interessant werden. Deutschsprachige Literatur zum Thema der indirekten Anaphorik ist rar gesät. Monika Schwarz verfasste hierzu im Jahre
1998 ihre Habilitationsschrift an der Universität Köln. Diese erschien mit geringfügigen Änderungen im Jahre 2000 unter dem Titel „Indirekte Anaphern in Texten“ in Tübingen. Heute ist Monika Schwarz Professorin für Semantik und Pragmatik an der Universität Jena. Auch ihre Forschungsarbeit leistete der Verfasserin gewisse Dienste im Bezug auf die Seminararbeit. Sprachwissenschaftliche Definitionen, die zur Klärung wesentlicher Begriffe notwendig sind, werden aus den Standardwerken von Hadumod Bußmann (Lexikon der Sprachwissenschaft) und Andreas Blank (Einführung in die lexikalische Semantik) entnommen.
Zu Beginn der wissenschaftlichen Arbeit wird die Verfasserin versuchen, relevante Definitionen zu klären, die für das weitere Verständnis unabdingbar sind. Schließlich werden die Konzeptionen der indirekten und der assoziativen Anaphorik voneinander abgegrenzt werden. Im Folgenden werden der stereotypische Status der assoziativen Beziehung, die Orientierung und die Transitivität und Bedingungen für die Alienation unter Bezugnahme auf Kleibers Werk „L´anaphore associative“ erläutert werden. Eine Typologie der assoziativen Anaphern wird Aufschluss darüber geben, welche Typen von Beziehungen zwischen Referent und indirekter Anapher denkbar sind. Ein Sprachvergleich des Deutschen und des Französischen wird untersuchen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede beim Gebrauch indirekter Anaphern bestehen. Die Verfasserin wird teilweise darauf verzichten, Textbeispiele aus dem Französischen ins Deutsche zu übersetzen, da sie davon ausgeht, dass die Leser dieser wissenschaftlichen Arbeit des Französischen kundig sind.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Relevante Definitionen

2.1.1 Direkte Anapher

2.1.2 Indirekte Anapher

2.1.3 Koreferenz

2.1.4 Metonymie

2.1.5 Kontiguität

2.1.6 Meronymie

2.2 Assoziative Anaphern – enge und weite Konzeption

2.2.1 Allgemeine Begriffseinordnung

2.2.2 Weite Konzeption nach Kleiber

2.2.3 Enge Konzeption nach Kleiber

2.3 Der stereotypische Status der assoziativen Beziehung

2.3.1 Die lexikalisch-stereotype These

2.3.2 Die diskursiv-kognitive Herangehensweise

2.4 Orientierung und Transitivität

2.5 Bedingung für die Alienation und das Prinzip der ontologischen Kongruenz

2.5.1 Alienabilität versus Inalienabilität

2.5.2 Alienable Possession beim belebten und unbelebten Antezedens

2.5.3 Assoziative Anaphern bei Eigenschaften

2.5.4 Bedingungen für eine gelungene Alienation: ontologische Kongruenz

2.6 Typologie der assoziativen Anaphern

2.6.1 Die meronymische Relation

2.6.2 Die Schema - basierte Beziehung

2.6.3 Die Inferenz – basierte Beziehung

2.6.4 Die lokative Beziehung

2.6.5 Die aktantielle Beziehung

2.6.6 Die funktionale Beziehung

2.7 Sprachvergleich Französisch - Deutsch

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das linguistische Phänomen der indirekten Anaphern, wobei sie sich primär auf die theoretischen Arbeiten von Georges Kleiber stützt. Ziel ist es, die Bedingungen und Restriktionen für die Bildung assoziativer Anaphern zu analysieren und deren Übertragbarkeit sowie Unterschiede beim Vergleich zwischen dem Französischen und dem Deutschen aufzuzeigen.

  • Grundlagendefinitionen für indirekte Anaphorik
  • Differenzierung der engen und weiten Konzeption nach Kleiber
  • Analyse der stereotypischen, lokativen und meronymischen Beziehungen
  • Untersuchung der ontologischen Kongruenz bei der Alienation
  • Sprachübergreifender Vergleich zwischen Deutsch und Französisch

Auszug aus dem Buch

2.6.4 Die lokative Beziehung

Kleiber (2001a) legt großen Wert auf die Unterscheidung zwischen lokativer und meronymischer Beziehung. So konstituiert Beispiel (32) Nous entrâmes dans un village. L´église était située sur une butte (Kleiber 2001a, 278). für ihn ganz klar einen Vertreter der ersteren.

Beispiel (33) Il s´abrita sous un vieux tilleul. Le tronc était tout craquelé (Kleiber 2001a, 278). dagegen ist durch eine meronymische Relation gekennzeichnet. Interessant hierbei ist, dass nicht alle Sprachwissenschaftler diese Ansicht teilen. Winston, Chaffin und Herrmann subsumieren diese beiden Beispiele unter der component – integral object – Beziehung, welche wiederum eine Unterkategorie der Meronymie darstellt. Dies wird dadurch begründet, dass „the church is a part of the village“ und „the trunk is a part of the tree” korrekte Aussagen darstellen.

Kleiber dagegen definiert mehrere Kriterien, die teilweise meronymischen und lokativen Relationen gemein sind, durch die sie sich aber auch unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen beispielsweise, dass die Relation jeweils dadurch ausgedrückt werden kann, dass die Präposition de zwischen das Nominalsyntagma eingeschoben wird: L´église du village, le tronc du tilleul. Was aber lokative Relationen insbesondere auszeichnet, ist das Pronomen en: Il s´abrita sous un vieux tilleul. Le tronc en était tout craquelé (Kleiber 2001a, 309).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der indirekten Anaphorik und Vorstellung der theoretischen Basis, insbesondere der Arbeiten von Georges Kleiber.

2. Hauptteil: Detaillierte Auseinandersetzung mit Definitionen, Konzeptionen der Anaphorik, verschiedenen Beziehungstypen sowie Bedingungen für deren Gültigkeit, inklusive eines Sprachvergleichs.

3. Zusammenfassung: Rekapitulation der wichtigsten Erkenntnisse über die assoziative Anaphorik und Reflexion der Übertragbarkeit von Kleibers Theorien auf die deutsche Sprache.

Schlüsselwörter

Indirekte Anapher, Assoziative Anaphorik, Georges Kleiber, Meronymie, Metonymie, Koreferenz, Ontologische Kongruenz, Alienation, Sprachvergleich, Textlinguistik, Lokative Beziehung, Aktantielle Beziehung, Diskurs, Antezedens, Semantik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem textlinguistischen Phänomen der indirekten Anaphern und analysiert deren theoretische Einordnung und Funktionsweise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition und Abgrenzung von Anaphern, die Konzepte der assoziativen Anaphorik nach Kleiber sowie die verschiedenen Arten von Beziehungen (z.B. meronymisch, lokativ), die zwischen Anker und Anapher bestehen können.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die systematische Eingrenzung der Bedingungen, unter denen assoziative Anaphern gebildet werden können, und der Vergleich dieser Regeln zwischen dem Französischen und Deutschen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturgestützte Analyse der Theorien von Georges Kleiber sowie ein systematischer Vergleich von Textbeispielen im Französischen und Deutschen durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsdefinitionen, die Diskussion verschiedener Konzeptionen (eng vs. weit), die Untersuchung des Status der assoziativen Beziehung, Bedingungen für Alienation sowie eine Typologie verschiedener Anapher-Beziehungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie assoziative Anaphorik, Meronymie, Georges Kleiber, ontologische Kongruenz und textuelle Kohärenz beschreiben.

Wie unterscheidet sich die enge von der weiten Konzeption nach Kleiber?

Die weite Konzeption ist sehr offen und erlaubt nahezu alle Identifikationen im Kontext, während die enge Konzeption (Standardkonzeption) strikte Bedingungen stellt, wie etwa die Unzulässigkeit von Koreferenz und spezifische Anforderungen an den Artikelgebrauch.

Warum spielt die ontologische Kongruenz eine so wichtige Rolle?

Die ontologische Kongruenz ist laut Kleiber eine notwendige Bedingung für die Alienation; sie stellt sicher, dass das untergeordnete Element und der Referent des Antezedens demselben ontologischen Ursprung entstammen, was die Bildung der Anapher plausibel macht.

Sind Kleibers Theorien vollständig auf das Deutsche übertragbar?

Die Arbeit stellt fest, dass Kleibers Theorien für den Germanophonen zwar nachvollziehbar sind, aber aufgrund der unterschiedlichen semantischen Struktur des Deutschen nicht in jedem Einzelfall strikt anwendbar sind.

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Details

Title
Indirekte Anaphorik und Metonymie
College
LMU Munich  (Romanistik)
Course
Referenz – philosophische und linguistische Aspekte
Grade
1,7
Author
Katharina Waldmüller (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V94328
ISBN (eBook)
9783640105946
ISBN (Book)
9783640113781
Language
German
Tags
Anaphorik Metonymie Referenz Aspekte Indirekte Kleiber
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Waldmüller (Author), 2006, Indirekte Anaphorik und Metonymie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94328
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