Die Arbeit ist eine Exegese und setzt sich mit Aufbau und Entstehung des Buches auseinander, beinhaltet die Text- und Literarkritik, die Form- und Redaktionsgeschichte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Auswahl der Übersetzung sowie Begriffserklärungen
3. Aufbau und Entstehung des Buches
4. Textkritik
5. Literarkritik
6. Formgeschichte
7. Redaktionsgeschichte
8. Zusammenfassung: die Bedeutung des Textes im Gesamtrahmen der Schrift von Jeremia
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich einer exegetischen Untersuchung der Berufungserzählung des Propheten Jeremia (Jer 1,4-10). Ziel ist es, durch den Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen und die Anwendung historisch-kritischer Methoden das Selbstverständnis des Propheten, seine Rolle im Kontext der deuteronomistischen Theologie sowie die Bedeutung seines Auftrags im geschichtlichen Rahmen des untergehenden judäischen Reiches herauszuarbeiten.
- Philologische Analyse und Vergleich der Übersetzungsgrundlagen (Luther, Zürcher, Elberfelder, Septuaginta)
- Strukturelle Untersuchung des Berufungsberichts (Offenbarung, Auftrag, Einwand, Zusage)
- Einordnung des Jeremiabuches in die quellenkritische Forschung (Quellen A, B, C, D)
- Theologische Verortung von Jeremia im deuteronomistischen Denken
- Reflexion der Wirkungsgeschichte und des Prophetenbildes im Alten Testament
Auszug aus dem Buch
3. Aufbau und Entstehung des Buches
Das Buch weist einen autobiografischen Charakter auf und beschreibt die Eindrücke und Gefühle von Jeremia in der Situation des Zusehens, wie das Volk langsam dem Gericht Gottes entgegen geht. Zwei Eigenschaften des Propheten sind nennenswert: seinen Mut und sein Mitgefühl. Das Mitgefühl ist im Beispiel 8,21-9,1 ersichtlich. Jeremia war über den geistigen Zustand seines Volkes traurig. Sein Mut bestand im Nichtaufgeben, trotz Zeiten grösster Depressionen.
Das Buch Jeremia schildert das Wirken in Jerusalem und im Exil in Ägypten. Im Buch wird mit biografischen Elementen und ausführlichen Erzähltexten gearbeitet. Das Jeremiabuch beginnt mit der Berufung (Jer 1,4-10). Das Buch des Propheten Jeremia wird mit der Wortformel eröffnet „Dies sind die Worte Jeremias“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des gewählten Exegese-Gegenstandes Jer 1,4-10 und Begründung der Themenwahl aufgrund des starken Bewusstseins des Propheten für seine Berufung.
2. Auswahl der Übersetzung sowie Begriffserklärungen: Gegenüberstellung verschiedener Bibelübersetzungen und detaillierte philologische Analyse zentraler Wörter und Phrasen des Berufungstextes.
3. Aufbau und Entstehung des Buches: Überblick über die literarische Struktur des Jeremiabuches, seine autobiografischen Züge sowie die quellenkritische Einteilung nach Mowinckel.
4. Textkritik: Untersuchung der Überlieferungsgeschichte des Jeremiatextes und der Unterschiede zwischen dem masoretischen Text und der Septuaginta.
5. Literarkritik: Analyse der sprachlichen Gestaltung des Berufungstextes und Abgrenzung der poetischen sowie prosaischen Abschnitte.
6. Formgeschichte: Untersuchung der im Text verwendeten Gattungen und Formeln, wie etwa der Wortereignisformel oder der Beistandsformel, und deren Bedeutung.
7. Redaktionsgeschichte: Erläuterung des Entstehungsprozesses des Jeremiabuches unter besonderer Berücksichtigung der deuteronomistischen Redaktionsschichten.
8. Zusammenfassung: die Bedeutung des Textes im Gesamtrahmen der Schrift von Jeremia: Synthese der Erkenntnisse zur prophetischen Beauftragung und Einordnung des Textes in den theologischen Kontext der Wirksamkeit Gottes durch den Propheten.
Schlüsselwörter
Jeremia, Berufung, Prophetenamt, Exegese, Altes Testament, Deuteronomistische Redaktion, Wortereignisformel, Gotteswort, Israel, Juda, Fremdvölkersprüche, Baruch, Septuaginta, Masoretischer Text, Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der Berufung Jeremias (Jer 1,4-10) und analysiert, wie der Prophet seine Rolle und den göttlichen Auftrag wahrnimmt und vermittelt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die philologische Analyse, der Aufbau des Jeremiabuches, die Text- und Formgeschichte sowie die Einbettung des Propheten in die historische und theologische Zeitgeschichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Berufungserlebnis von Jeremia als bedeutsames Ereignis darzustellen, das den Propheten als Instrument Gottes ausweist und seine prophetische Identität inmitten politischer Krisen begründet.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Der Autor nutzt die historisch-kritische Methode, inklusive Textkritik, Literarkritik, Formgeschichte und redaktionsgeschichtliche Analysen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Übersetzungsvielfalt, eine quellenkritische Einordnung der Buchstruktur, die Untersuchung der Entstehungsgeschichte durch Redaktionen sowie die formgeschichtliche Analyse der prophetischen Formeln.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Untersuchung?
Neben dem Namen Jeremia sind vor allem Begriffe wie "Berufung", "Deuteronomistische Redaktion" und "Wortereignisformel" für das Verständnis dieser Arbeit essenziell.
Warum wird die Septuaginta so intensiv mit dem masoretischen Text verglichen?
Der Vergleich dient dazu, Differenzen in der Entstehungsgeschichte und der Überlieferung zu identifizieren, da die Fassung der Septuaginta als wichtiges Zeugnis für ältere Textstufen des Jeremiabuches gilt.
Welche Bedeutung hat das "Mitgefühl" für das Prophetenbild in dieser Arbeit?
Das Mitgefühl wird als eine der charakteristischen Eigenschaften von Jeremia hervorgehoben, die neben seinem Mut dazu beiträgt, ihn als tragische, aber aufrichtige Persönlichkeit im Dienste Gottes zu zeichnen.
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- Franz Ludin (Author), 2008, Exegese von Jeremia 1,4-10 („Die Berufung“), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94344