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Solidarität - eine Rechtspflicht?

Title: Solidarität - eine Rechtspflicht?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sabine Wotzlaw (Author)

Theology - Systematic Theology
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Was ist gemeint, wenn von Solidarität die Rede ist? In der Alltagssprache bedeutet Solidarität die wechselseitige Verpflichtung oder Bereitschaft, füreinander einzustehen. Solidarität bedeutet heute das Gefühl der Verpflichtung, anderen zu helfen. Besonders Arme, Alte, Behinderte, Menschen in Entwicklungsländern und Opfer von Menschenrechtsverletzungen sind Gegenstand der gesellschaftlichen Solidarität. Geholfen wird hier nicht aufgrund gemeinsamer Interessen, sondern weil man die Anliegen dieser Menschen für gerechtfertigt hält. Die Grundlage für das Solidaritätsprinzip bildet das Personalitätsprinzip. Während das Personalitätsprinzip den prinzipiellen Rechtsanspruch jedes Menschen als Person entfaltet, geht es im Solidaritätsprinzip um die diesen Rechtsanspruch entsprechenden Pflichten, die sich innerhalb der Rechtsgemeinschaft für jeden einzelnen sowie für die ganze Rechtsgemeinschaft ergeben. Doch worin liegen die Legitimationsgründe für diese Verpflichtungen, die mit der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft verbunden sind oder verbunden sein sollen? Zunächst müssen geeignete Prinzipien gesucht werden, die zusammen mit dieser Zugehörigkeit eine partikulare Pflicht rechtfertigen können, denn in der Tatsache der Zugehörigkeit liegt noch keine moralische Begründung für solche Verpflichtungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wortbedeutung von Solidarität

2.1 Die Solidaritätsforderung in der Geschichte

2.2 Theoriegeschichtlicher Überblick

2.3 Das Solidaritätsprinzip in der katholischen Soziallehre

3 Systematische Begründung von Solidarität

4 Abschließende Reflexion

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Legitimationsgründe für Solidarität als Rechtspflicht in der Gesellschaft sowie deren Verankerung im modernen Sozialstaat kritisch zu untersuchen. Die Autorin geht dabei der zentralen Forschungsfrage nach, ob und inwieweit Solidarität rein als Rechtspflicht funktionieren kann oder ob sie zwingend einer moralischen Gesinnung bedarf, um der menschlichen Würde vollumfänglich gerecht zu werden.

  • Philosophische und historische Herleitung des Solidaritätsbegriffs
  • Das Solidaritätsprinzip innerhalb der katholischen Soziallehre
  • Die Verrechtlichung und Institutionalisierung von Solidarität im Sozialstaat
  • Spannungsfeld zwischen Rechtspflicht (Gerechtigkeit) und Tugendpflicht (Liebe)
  • Die Rolle der Solidaritätsgesinnung für eine humane Gesellschaftsordnung

Auszug aus dem Buch

2 Wortbedeutung von Solidarität

Der Begriff der Solidarität lässt sich vom lateinischen Wort „solidum“, Boden, fester Grund, ableiten. Demnach kann man Solidarität als das Bewusstsein verstehen, mit anderen auf demselben Boden zu stehen und sich in derselben Situation zu befinden. Aus dieser Gemeinsamkeit ergibt sich die Forderung, entsprechend dieser Gemeinsamkeit zu denken und zu handeln. „Solidarität bedeutet die Bereitschaft, sich für gemeinsame Ziele oder für die Ziele anderer einzusetzen, die man als bedroht und gleichzeitig als wertvoll und legitim ansieht.“ Solidarität knüpft in diesem Sinn an eine bestehende Gemeinschaft an. Das, was der Gruppe geschieht, erfährt der Einzelne als ihn selbst betreffend. Der Einzelne fühlt sich angesprochen, wenn die Gemeinschaft seine Hilfe braucht. Allerdings wendet sich nicht nur der Einzelne der Gruppe, sondern auch die Gruppe dem Einzelnen zu. Die Lage des einzelnen Mitglieds ist für die Solidargemeinschaft nie belanglos. Es gibt in der deutschen Sprache einige Verben für diese Solidarität, die sich in gegenseitigen Erwartungen niederschlägt: einander „beistehen“, füreinander „eintreten“ oder füreinander „einstehen“. Solidarität muss sich auf den Anderen, den Fremden einlassen und vollzieht sich keineswegs nur innerhalb bestehender Gemeinschaften. Sich solidarisieren heisst, sich für einen Fremden einsetzen, sich für ihn zuständig fühlen, sich in die Lage anderer zu versetzen. Die Solidarität muss Gruppen überschreiten, sich öffnen und Fremde am eigenen Leben teilhaben lassen. Solidarität verlangt den bewussten Schritt über den Kreis der uns verbundenen Menschen hinaus. Solidarität lässt sich auf die Formel „Einer für alle und alle für einen“ bringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die begrifflichen Grundlagen der Solidarität ein und stellt das moraltheoretische Problem der Spannung zwischen Hilfe als erzwingbarer Gerechtigkeit und freiwilliger Wohltätigkeit dar.

2 Wortbedeutung von Solidarität: Dieses Kapitel beleuchtet die etymologischen Wurzeln sowie die historische Entwicklung der Solidaritätsforderung und ordnet das Solidaritätsprinzip in den Kontext der katholischen Soziallehre ein.

3 Systematische Begründung von Solidarität: Hier wird die philosophische Fundierung von Solidarität als Rechtspflicht und deren Institutionalisierung im deutschen Sozialstaat diskutiert, wobei die notwendige Ergänzung durch moralische Tugend hervorgehoben wird.

4 Abschließende Reflexion: Die Reflexion fasst zusammen, dass eine humane Gesellschaft sowohl auf institutionalisierte Rechtspflichten als auch auf spontane, aus der Gesinnung heraus entstehende Solidarität angewiesen ist, um die Würde jedes Einzelnen zu wahren.

5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Unterstützung der sozialethischen Argumentation.

Schlüsselwörter

Solidarität, Rechtspflicht, katholische Soziallehre, Sozialstaat, Menschenwürde, Gerechtigkeit, Gemeinschaft, Tugendpflicht, Personalitätsprinzip, Gemeinhaftung, Solidarismus, Institutionalisierung, Wohltätigkeit, Nächstenliebe, Sozialethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Solidaritätsbegriffs und hinterfragt, ob Solidarität lediglich als rechtlich eingeforderte Pflicht oder als moralische Haltung begriffen werden sollte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung der Solidaritätsidee, die Einbettung in die katholische Soziallehre sowie die institutionelle Umsetzung in modernen Sozialstaaten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass eine rein rechtliche Verpflichtung zur Solidarität ethisch defizitär bleibt und die moralische Dimension (Solidaritätsgesinnung) für den Schutz der Menschenwürde unverzichtbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer sozialethischen Analyse, die durch historische Vergleiche und die Auseinandersetzung mit einschlägigen philosophischen und theologischen Quellen gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Wortbedeutung, die theoriegeschichtliche Herleitung, die systemische Begründung in der Soziallehre sowie die kritische Reflexion über die heutige staatliche Praxis.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Text?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Personalitätsprinzip, Gerechtigkeit, Rechtspflicht, Sozialstaat, Solidarismus und moralische Tugend.

Warum reicht die institutionalisierte Solidarität (z.B. Sozialversicherung) laut der Autorin nicht aus?

Obwohl institutionelle Hilfe die Existenz sichert, betrachtet die Autorin diese als bloße Verwaltungsakte, denen die notwendige emotionale Verbundenheit und die freiwillige menschliche Komponente fehlen.

Wie definiert die Autorin das Verhältnis von Hartz IV zu Solidarität?

Hartz IV wird hier nicht als Akt der Barmherzigkeit, sondern als Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung der Gesellschaft gesehen, die zwar notwendig ist, aber für sich genommen noch keine "wahre" Solidarität im moralischen Sinne konstituiert.

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Details

Title
Solidarität - eine Rechtspflicht?
College
University of Cologne  (Philosophische Fakultät, Seminar für Katholische Theologie)
Course
Kirche und soziale Frage: Kernthemen der katholischen Soziallehre
Grade
1,3
Author
Sabine Wotzlaw (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V94350
ISBN (eBook)
9783640106066
Language
German
Tags
Solidarität Rechtspflicht Kirche Frage Kernthemen Soziallehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Wotzlaw (Author), 2006, Solidarität - eine Rechtspflicht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94350
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