Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - General

Moral Suasion als ein geeignetes Instrument der Umweltpolitik?

Title: Moral Suasion als ein geeignetes Instrument der Umweltpolitik?

Seminar Paper , 2006 , 42 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Caroline Siber (Author)

Business economics - General
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Lebensweise der Menschen, alles, was sie tun und lassen, wirkt sich auf die Umwelt aus. Das wirtschaftliche und gesellschaftliche System entwickelt sich immer dynamscher und ist durch Globalisierung und immer komplexere technische Vorgänge gekennzeichnet, was bereits zu verheerenden ökologischen Schäden mit Folgen für Uwelt und Menschen führte.
Seit Beginn der 70er Jahre ist die Umweltpolitik ein relevantes Thema der Ökonomie. Die Studie „Grenzen des Wachstums“ durch den „Club of Rome“ machte erstmals ei-ner breiten Öffentlichkeit bewusst, dass der Vorrat an natürlichen Ressourcen nicht end-lich ist. Die Gesellschaft wurde „wachgerüttelt“ und immer mehr Menschen weltweit entwickelten ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Seither beschäftigt sich die Ökonomie als Wissenschaft systematisch mit der Entstehung und Beseitigung von Umwelproblemen und entwickelte das Aufgabenfeld der Umweltökonomik.
Aus ökonomischer Sicht ist Marktversagen in Form von negativer externer Effekte und öffentlicher Güter das zentrale Argument für staatliche regulierungsmaßnahmen zum Umweltschutz. (...)
Da die Knappheit der Ressourcen nicht zu beseitigen ist, geht es darum, möglichst effizient zu handeln. Aufgrund dieser Eigenschaft des öffentlichen Gutes „Umwelt“ werden keine Anreize geboten, sparsam mit diesem Gut umzugehen und der marktwirtschaftliche Selbstregulator versagt. Nach klassischer Auffassung ist es Aufgabe des Staates, diesen Mangel zu beheben und erforderliche Maßnahmen, wie beispielsweise Steuern, entsprechende Ge- oder Verbote und auch Moral Suasion, zu ergreifen.
Auf diese und anderen mögliche Instrumente der Umweltpolitik wird in Kapitel 2 näher eingegangen, wobei sich auf die Instrumente des Soft Law konzentriert werden soll. Nach Vorstellung der Instrumente beschäftigt Kapitel 2.2 mit der Absicht, Umsetzung und Beurteilung von Moral Suasion.
Kapitel 3 stellt einen Ausschnitt der umweltpolitischen Entwicklung in Japan dar und schildert die heutige Umweltpolitik. Insbesondere die Anwendung von Moral Suasion wird anhand einiger aktueller Beispiele vorgestellt.
Kapitel 4 gibt eine kurze Zusammenfassung dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Moral Suasion als Instrument der Umweltpolitik

2.1 Abgrenzung zu anderen umweltpolitischen Instrumenten

2.1.1 Überblick

2.1.2 Hard Law

2.1.2.1 Ordnungsrechtliche Instrumente

2.1.2.2 Marktwirtschaftliche Instrumente

2.1.3 Soft Law

2.1.3.1 Freiwillige Selbstverpflichtung

2.1.3.2 Moral Suasion

2.1.3.3 Informatorische Instrumente

2.2 Kommunikation von Moral Suasion

2.2.1 Kommunikationsmodelle insbesondere die Lasswell-Formel

2.2.2 Wer soll vermitteln? (Kommunikator)

2.2.3 Was soll kommuniziert werden? (Nachricht)

2.2.4 Wie kann vermittelt werden? (Medium)

2.2.5 Wer soll beeinflusst werden? (Empfänger)

2.2.6 Was soll beeinflusst bzw. erreicht werden? (Wirkung)

2.3 Beurteilung von Moral Suasion

2.4 Verhalten zu anderen umweltpolitischen Instrumenten

3 Japan

3.1 Die japanischen Umweltpolitik und dessen Entwicklung

3.2 Moral Suasion auf staatlicher Ebene

3.2.1 Wer? – Die japanischen Regierung und das Umweltministerium

3.2.2 Was und wie? – Medium und Praxisbeispiele

3.2.2.1 Kommunikationsmittel der japanischen Umweltpolitik

3.2.2.2 Kampagnen des Umweltministeriums

3.2.2.2.1 Regierungskampagnen und das „Team Minus 6 %“

3.2.2.2.2 „Cool Biz“ und „Warm Biz“

3.2.2.2.3 „Lightdown“

3.2.2.2.4 „3R“ und „Mottainai“

3.2.3 Wen? – Empfänger und deren Umweltbewusstsein

3.2.3.1 Die japanische Bevölkerung

3.2.3.2 Japanische Unternehmen

3.3 Selbstverpflichtungen auf lokaler Ebene

4 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das umweltpolitische Instrument der "Moral Suasion" als Form des sogenannten Soft Law. Das primäre Ziel besteht darin, den kommunikativen Charakter von Moral Suasion zu analysieren und dessen Eignung zur Beeinflussung von Umweltbewusstsein und umweltfreundlichem Verhalten, insbesondere im Kontext der japanischen Umweltpolitik, zu bewerten.

  • Klassifizierung umweltpolitischer Instrumente (Hard Law vs. Soft Law)
  • Kommunikationsmodelle und Anwendung der Lasswell-Formel auf Moral Suasion
  • Entwicklung und aktueller Stand der japanischen Umweltpolitik
  • Praxisbeispiele staatlicher Kampagnen (z. B. "Team Minus 6 %", "Cool Biz")
  • Analyse des Zusammenhangs von Umweltbewusstsein und Umweltverhalten

Auszug aus dem Buch

2.1.3.2 Moral Suasion

Moral Suasion stellt gemeinsam mit den informatorischen Instrumenten die zwangsfreieste Alternative des umweltpolitischen Instrumentariums dar. Aufgrund seiner rechtlichen Unverbindlichkeit wird es als Soft Law bezeichnet. Ziel des Einsatzes von Moral Suasion ist es, mit Hilfe von Appellen die Informationen und Wertvorstellungen und somit letztlich die Zielsetzungen der einzelnen Entscheidungsträger dahingehend zu beeinflussen, dass bei Entscheidungen die sozialen bzw. gesamtgesellschaftlichen Kosten mit einbezogen werden. Mit anderen Worten soll das Umweltbewusstsein und umweltfreundliche Verhalten der einzelnen Wirtschaftssubjekte entwickelt bzw. gestärkt werden.

Einigkeit herrscht allgemein darüber, dass Umweltbewusstsein sich positiv auf das entsprechend umweltfreundliche Verhalten des jeweiligen Wirtschaftssubjektes auswirkt. Vorhandenes Umweltbewusstsein führt jedoch nicht zwingend zu einer Verhaltensänderung. Daher strebt der Einsatz von Moral Suasion einerseits die Bildung bzw. Stärkung des Umweltbewusstseins der einzelnen Unternehmen und Haushalte und andererseits die tatsächliche Umsetzung in umweltfreundliches Verhalten an.

Durch Appelle z.B. in Form von öffentlichen Stellungnahmen, Postern und anderen Initiativen sollen die wirtschaftlichen Akteure zum Thema Umwelt sensibilisiert und zu umweltkonformen Handeln motiviert werden, allerdings ohne jegliche Verbindlichkeit und Zwang. Es handelt sich daher gewissermaßen um einseitige Kommunikation von Seiten des Staates. Moral Suasion erfordert demzufolge, im Gegensatz zu den bereits erläuterten Instrumente, keinen Eingriff des Staates ins Wirtschaftsgeschehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Umweltökonomik ein und begründet die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe durch Marktversagen, wobei Moral Suasion als eine der untersuchten Maßnahmen vorgestellt wird.

2 Moral Suasion als Instrument der Umweltpolitik: Dieses Kapitel definiert und klassifiziert Moral Suasion innerhalb des umweltpolitischen Instrumentariums und analysiert dessen kommunikative Komponenten sowie Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz.

3 Japan: Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung der japanischen Umweltpolitik und illustriert die praktische Anwendung von Moral Suasion anhand spezifischer staatlicher Kampagnen und regionaler Selbstverpflichtungen.

4 Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und bewertet die Eignung von Moral Suasion als flankierendes Instrument in der Umweltpolitik.

Schlüsselwörter

Moral Suasion, Umweltpolitik, Soft Law, Umweltbewusstsein, Kommunikationsmodelle, Lasswell-Formel, Japan, Umweltschutz, Kampagnen, Nachhaltigkeit, Marktversagen, öffentliches Gut, Verhaltensänderung, freiwillige Selbstverpflichtung, Umweltökonomik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das umweltpolitische Instrument "Moral Suasion" (Appelle) und analysiert, wie staatliche Akteure durch Kommunikation versuchen, das Umweltbewusstsein und Verhalten von Bürgern und Unternehmen zu steuern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Abgrenzung von umweltpolitischen Instrumenten (Hard vs. Soft Law), Kommunikationstheorie im Kontext der Umweltpolitik sowie eine detaillierte Fallstudie zur japanischen Umweltpolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung der Wirksamkeit von Moral Suasion als "weiches" Instrument zur Förderung eines umweltgerechten Verhaltens, wobei insbesondere der kommunikative Charakter und die Grenzen dieses Instruments im Vordergrund stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der umweltökonomischen Instrumente, ergänzt durch kommunikationswissenschaftliche Modelle (insbesondere der Lasswell-Formel) und eine deskriptive Auswertung der japanischen Umweltpolitik und dortiger Kampagnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Instrumente (Kapitel 2) und eine empirisch orientierte Analyse am Beispiel Japans (Kapitel 3), inklusive konkreter Kampagnen wie "Cool Biz" und "Team Minus 6 %".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Moral Suasion, Soft Law, Umweltbewusstsein, japanische Umweltpolitik, Kommunikation, Nachhaltigkeit und das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Handeln und ökologischer Verantwortung.

Warum ist Moral Suasion in Japan so relevant?

Aufgrund der hohen Umweltbelastung und der traditionell kontextabhängigen Kommunikationskultur in Japan bietet Moral Suasion einen ergänzenden, kulturell anschlussfähigen Weg, um Verhaltensänderungen bei der Bevölkerung und Unternehmen zu bewirken.

Was hat es mit dem "Team Minus 6 %" auf sich?

Dies ist eine vom japanischen Umweltministerium initiierte nationale Kampagne, die Bürger und Unternehmen dazu aufruft, durch sechs konkrete Maßnahmen ihren Beitrag zur Erreichung der im Kyoto-Protokoll festgelegten Emissionsminderungsziele zu leisten.

Gibt es eine Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und Verhalten in Japan?

Ja, die Arbeit stellt fest, dass trotz eines grundsätzlich vorhandenen Umweltbewusstseins oft ein Widerspruch zum tatsächlichen Alltagsverhalten besteht, weshalb Moral Suasion als ergänzendes Instrument zur Schließung dieser Lücke dient.

Excerpt out of 42 pages  - scroll top

Details

Title
Moral Suasion als ein geeignetes Instrument der Umweltpolitik?
College
University of Marburg
Course
Hauptseminar "Soft Law : Ein tragfähiges Konzept?"
Grade
1,3
Author
Caroline Siber (Author)
Publication Year
2006
Pages
42
Catalog Number
V94379
ISBN (eBook)
9783640103188
ISBN (Book)
9783640121236
Language
German
Tags
Moral Suasion Instrument Umweltpolitik Hauptseminar Soft Konzept
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Caroline Siber (Author), 2006, Moral Suasion als ein geeignetes Instrument der Umweltpolitik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94379
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  42  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint