Bedeutung der Soziologie für die soziale Arbeit


Hausarbeit, 2002

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erster Hauptbegriff: Soziale Beziehungen

Zweiter Hauptbegriff: soziales Handeln

Anthropologische Grundlagen von Handeln

Fragen für die Gruppenarbeit

Ergebnisse der Gruppenarbeit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Entwicklung der sozialen Arbeit ist eng mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit u. den allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen verbunden.

1. Wie sieht die soziale Wirklichkeit aus?
2. Wie lassen sich bestimmte Ziele erreichen?
3. Welche Ziele sind unter den gegebenen Umständen realisierbar und welche Folgen wird das haben?

Diese und andere Fragen sind immer wieder Thema der problemorientierten Forschung. Gesellschaftliche Prozesse und sozialer Wandel verändern Probleme und Aufgaben­stellungen der sozialen Arbeit.

Um effektive Hilfe leisten zu können, ist Sachverstand notwendig. Das betrifft die Ergebnisse problemorientierter Detailforschung, also Entstehungsbedingungen beispielsweise von Obdachlosigkeit, Suchtverhalten, Prostitution, Lern- und Sprachbarrieren, Sozialisationsschäden usw. .

Viele Probleme sind Ausdruck allgemein geltender und durchgängig wirksamer gesellschaftlicher Zustände. Diese systematisch zu erfassen und auf ihre Auswirkungen hin zu untersuchen, ist oft schwierig. Dennoch kommt man ohne weitreichende Fragen nicht aus. Spezielle soziale Berufe, die häufig mit einzelnen Menschen oder Gruppen zu tun haben, sollten nicht nur deren spezielle Probleme kennen, sondern auch über umfassende gesellschaftliche Strukturen informiert sein. Von diesen Strukturen ist das Handeln und die Einstellung der betroffenen Menschen meist abhängig.

Damit wird die Soziologie auf einer zweiten Ebene bedeutsam, als eine Wissenschaft, die sich nicht nur auf die Analyse einzelner Fälle beschränkt, sondern übergreifende Gemeinsamkeiten in der modernen Gesellschaft aufzudecken hat, und zu erklären versucht. Wer von moderner industrieller komplexer Gesellschaft spricht, meint damit einen bestimmten Gesellschaftstyp, der sich von anderen Gesellschaften unterscheidet. So spricht man beispielsweise von vorindustrieller Gesellschaft, Agrargesellschaft, Hochkultur, primitiver Gesellschaft und Entwicklungsländern. Es gibt Soziologien, die sich nicht primär für die Verhältnisse in der modernen Gesellschaft interessieren, sondern sich mit den vorindustriellen Gesellschaften oder Entwicklungsländern beschäftigen.

Andere Soziologien sind interessiert, die Grundbedingungen menschlichen Lebens hinsichtlich der sozialen Dimensionen zu untersuchen. Dazu sind soziologische Hauptbegriffe nötig. Sie bilden die Elemente oder Bausteine für die Formulierung von Hypothesen. Für die Konstruktion von Theorien zum Verständnis und zur Erklärung gesellschaftlicher Probleme ist es unerlässlich, Kenntnisse über soziologische Hauptbegriffe zu besitzen.

Erster Hauptbegriff: Soziale Beziehungen

Der Hauptbegriff „soziale Beziehungen“ geht auf Leopold von Wiese zurück. Damit werden die wechselseitigen Einwirkungen und Verhaltensformen zwischen Personen, Organisationen und Institutionen einer Gesellschaft oder zwischen Gesellschaften bezeichnet. Die Soziologie als Wissenschaft untersucht, beschreibt und stellt Hypothesen und Theorien darüber auf. Es geht vorwiegend nicht um den einzelnen Fall, sondern um eine Vielzahl gleichgela­ger­ter Fälle.

Unsere sozialen Beziehungen sind durch Übereinstimmungen gekennzeichnet. Die täg­liche Erfahrung zeigt typische Handlungsabläufe; vielfach denken und handeln die Menschen nicht einzeln. Viele gehen morgens in die FH, zur Arbeit, fahren mit dem Zug oder Auto, wohnen in der Stadt oder auf dem Land. Täglich tut man Dinge nicht allein, sondern mit anderen oder wie andere Menschen.. Es erscheint selbstverständlich, geschieht routinemäßig.

In anderen Fällen sind die Verhältnisse undurchsichtiger, werden Regelmäßigkeiten erst durch Forschung entdeckt. Das betrifft beispielsweise menschliches Handeln im Betrieb, bzw. das Geflecht von Zu- und Abneigung. Damit sind informelle Beziehungen gemeint, im Gegensatz zu formellen oder formalen Beziehungen.

Ein anderes Beispiel: Menschen begehen Selbstmord; in bestimmten Ländern häufiger. Die Soziologie will herausfinden, ob sich dies nicht in größerem Zusammenhang betrachten lässt. Ein Ergebnis der Untersuchung könnte sein, dass Selbstmord mit der Intensität zwischenmenschlicher Be­ziehungen zusammenhängt.

Die Soziologie entdeckt also eine Regelmäßigkeit im Handeln von Menschen, die sich in einer gleichen Situation befinden. Viele Regelmäßigkeiten sind nach Zeit und Ort verschieden. Auch innerhalb einer Gesellschaft gibt es Unterschiede. So handeln Jugendliche oft anders als ältere Menschen, sind Lebensein­stellungen verschieden nach sozialer Schicht, Berufszugehörigkeit, Bildungsstand oder Konfession. Solche Unterschiede ändern nichts daran, dass es unabhängig von Zeit und Ort überall irgendwelche sozialen Regelmäßigkeiten gibt. Menschen in gleichen Situationen handeln oft gleich oder annähernd gleich. Die Soziologie interessiert sich für solche Handlungsmuster und deren Ursachen.

Für soziale Berufe ist jedoch die Kenntnis des Umfeldes Voraussetzung, um vorbeugend oder nachträglich helfend einzugreifen, wenn z.B. erzieherische Probleme als Folge beruflicher Arbeit von Müttern auftreten. Dies hat zur Folge, dass einzelne Fälle aus ihrer vermeintlichen Individualität heraus treten. Das individuelle Problem wird als spezifische Ausprägung eines allgemeineren Problems erkannt. Der verallgemeinerte Fall hat dennoch seine besonderen personenbezogenen Aspekte. Deshalb können gleich gelagerte Fälle nicht einfach nach Schema F behandelt werden .

Es ist oft schwierig zwischen verallgemeinerten wissenschaftlichen Aussagen und Besonderheiten des Einzelfalles zu vermitteln. Wie sinnvoll und notwendig es auch scheint, Gemeinsamkeiten bei Fällen zu erkennen, so problematisch kann es sein, über einen Kamm zu scheren und schematisch erledigen zu wollen.

Zum einen, weil über einzelne Fälle hinausragende Aspekte mehrerer gleich­gelagerter Fälle zutreffen. Zum anderen ist dem Klienten nicht schon geholfen, wenn ihm die soziologischen Bedingungen seiner als problematisch geltenden Lebenseinstellungen und Hand­lungsweisen einsichtig werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Bedeutung der Soziologie für die soziale Arbeit
Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt  (FB Soziologie)
Veranstaltung
Einführung in die Soziologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V9439
ISBN (eBook)
9783638161428
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Auf dem Deckblatt steht zwar Protokoll, aber da es als Prüfungsvorleistung gewertet wurde, hat es die Form und den Umfang einer Hausarbeit. 144 KB
Schlagworte
soziale Beziehungen, soziales Handeln, Anthrophologische Grundlagen von Handeln
Arbeit zitieren
Anne-Heike Eckert (Autor), 2002, Bedeutung der Soziologie für die soziale Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9439

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