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Zwei getrennte Welten? Italienische Geschichte in Giuseppe Tornatores Film "Baarìa"

Ein Dialog zwischen Geschichtswissenschaft und Kunst

Título: Zwei getrennte Welten? Italienische Geschichte in Giuseppe Tornatores Film "Baarìa"

Trabajo , 2020 , 39 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Laurian Kanzleiter (Autor)

Romanística - Estudios italianos
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Als Einstieg will die vorliegende Arbeit im Rahmen des Masterseminars „Literatur und Bildende Kunst“ der Leitfrage nachgehen, inwieweit Kunst und Realität bzw. Kunst und Geschichtswissenschaft in einem italienischen Historienfilm wie „Baarìa“ (2009) zusammenhängen, ob sie tatsächlich zwei voneinander getrennte „Welten“ sind und mit welchen Realitäts- und Fiktionssignalen gearbeitet wird.

Die Arbeit schneidet damit natürlich ein schon im Allgemeinen traditionelles Spannungsverhältnis der Kulturgeschichte an. Doch gerade in der heutigen Zeit, in der die pädagogische Funktion der Kunst etwas stärker als in anderen Epochen in den Hintergrund geraten ist und oft allein unter ihrem Unterhaltungsaspekt gesehen wird4 bzw. fiktionale Medien oft ausschließlich in die Richtung des Eskapismus gedrängt oder von der Geschichtswissenschaft als unseriös eingestuft wird, ist eine Arbeit an der Schnittstelle umso interessanter. Insofern betrachtet sich die Arbeit auch als Versuch nach Brücken und dem Dialog zwischen Kunst und Geschichte bzw. Kunst und Realität zu fragen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung, rezipierte Forschungsliteratur und methodische Einführung

2. Allgemeiner Theorieteil: Geschichtswissenschaft und künstlerische Medien im Dialog

3. Der Film „Baarìa“

3.1 Der Titel und Untertitel

3.2 „Baarìa“ und Verismus

3.3 Sizilianische Volkstraditionen im Film

3.4 Drehort und Set

3.5 Der Filmdreh als reales Ereignis

3.6 Darsteller und Genderkritik

3.7 Die Sprache des Films: Dialetto baarioto

3.8. Fernsehen, Radio, Kino, Zeitung und Abspann als Authentifizierungsstrategien

3.9 Die erzählte Zeitspanne

3.10 Historische Themen: Faschismus, Mafia und Bauspekulation

3.11 Historische Themen: Kommunismus und Berlusconi-Kritik

3.12 Historische Themen: Villa Palagonia

3.13 Mit „Baarìa“ am Mythos Bagheria weiterarbeiten

3.14 „Baarìa“ – eine Autobiographie Tornatores?

3.15 Das Zeitverständnis Tornatores und der Schluss in „Baarìa“

4. Fazit und Schlusswort von Ennio Morricone

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Geschichtswissenschaft, Realität und Fiktion am Beispiel von Giuseppe Tornatores Historienfilm „Baarìa“ (2009). Dabei wird analysiert, wie filmische Konstruktionen und historische Fakten ineinandergreifen und inwieweit der Film als Reflexion über Geschichte und individuelle Erinnerung fungiert.

  • Analyse der Schnittstellen zwischen Film und Geschichtswissenschaft
  • Untersuchung von Realitäts- und Fiktionssignalen im Film
  • Die Bedeutung von Dialekt, Drehorten und historischen Rekonstruktionen
  • Die Rolle von Mythos, Legende und Autobiografie bei der filmischen Aufarbeitung von Geschichte

Auszug aus dem Buch

3.2 „Baarìa“ und Verismus

Dem Film Tornatores wird in einigen Rezensionen eine Nähe zum Verismus oder ein veristischer Ansatz nachgesagt.44 Auch der Verismus ist ja auch eine durch Giovanni Verga geprägte, speziell sizilianische Strömung der italienischen Literatur im 19. Jahrhundert, die sich durch möglichst objektive Weise dem Alltag des einfachen Volkes, der Volkssprache und sozialkritisch den gesellschaftlichen Missständen widmen will.45

Und tatsächlich lassen sich einige Überschneidungen feststellen: Zunächst einmal wird die Haupthandlung des Films aus der Perspektive einer einfachen Familie erzählt, es geht hauptsächlich nicht um die großen Figuren der Geschichte. So ist etwa der Vater Peppinos ein einfacher Schäfer und gerade die Rebellion der agrarischen Bevölkerung gegen Mafia und Großgrundbesitzer spielt eine große Rolle.46 Außerdem spielt die Volkssprache eine große Rolle im Film47, und der Film nimmt auch eine klare Position gegenüber den sozialen Ungleichheiten ein, dadurch dass sich gerade der Hauptprotagonist Peppino Torrenuova politisch gegen Mafia und Großgrundbesitzer engagiert und rebelliert.48 So wie sich die veristischen Literaten wie Giovanni Verga und Grazia Deledda vor allem Berufsgruppen wie einfachen Bauern oder Fischern gewidmet haben, stellt auch „Baarìa“ die für die Zone um Aspra und Bagheria typische Oliven- und Zitronenernte49, die harte Arbeit im Steinbruch oder die Viehzucht häufig in den Fokus.50 Damit ist steht „Baarìa“ wie auch der Verismus natürlich auch für eine Art Metahistoriographie und Gegenbild zu den in der heutigen Populärkultur eher präsenten Bildern von der sizilianischen Oberschicht oder Mafiabossen wie in „ Il Gattopardo“51 oder in „Il Padrino“52.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung, rezipierte Forschungsliteratur und methodische Einführung: Einführung in die Forschungsfrage zum Spannungsfeld von Kunst, Realität und Geschichtswissenschaft sowie Vorstellung der Literatur und Methodik.

2. Allgemeiner Theorieteil: Geschichtswissenschaft und künstlerische Medien im Dialog: Theoretische Grundlegung zur Definition von Realität und Fiktion sowie zum Dialog zwischen medialen Konstrukten und historischer Wirklichkeit.

3. Der Film „Baarìa“: Systematische Analyse des Films anhand von 15 Ebenen zur Identifizierung von Realitäts- und Fiktionssignalen.

3.1 Der Titel und Untertitel: Untersuchung der Semantik von Filmtitel und Untertitel als erste Fiktions- und Realitätssignale.

3.2 „Baarìa“ und Verismus: Analyse der Nähe des Films zur veristischen Strömung und deren Bedeutung für die Darstellung der einfachen Bevölkerung.

3.3 Sizilianische Volkstraditionen im Film: Untersuchung von Aberglaube und Volkstraditionen als Elemente einer mythischen Erzählweise.

3.4 Drehort und Set: Erörterung der bewussten Wahl von Tunesien als Drehort und der historischen Genauigkeit der Kulissenrekonstruktion.

3.5 Der Filmdreh als reales Ereignis: Betrachtung des Produktionsprozesses als eigenständiges, reales Ereignis im Kontext der sizilianischen Erinnerungskultur.

3.6 Darsteller und Genderkritik: Auseinandersetzung mit der Besetzungspolitik und der Darstellung von Frauen im Kontext des historischen Ehrenkodex.

3.7 Die Sprache des Films: Dialetto baarioto: Analyse der Rolle des Ortsdialekts als Authentifizierungsinstrument und historisches Zeugnis.

3.8. Fernsehen, Radio, Kino, Zeitung und Abspann als Authentifizierungsstrategien: Erläuterung der Einbindung medialer Epitexte zur Verstärkung des Realitätsanspruchs.

3.9 Die erzählte Zeitspanne: Kritische Auseinandersetzung mit der zeitlichen Kompression und der Fülle an historischen Themen im Film.

3.10 Historische Themen: Faschismus, Mafia und Bauspekulation: Untersuchung der karikaturesken Darstellung politischer Repression und Mafia-Strukturen.

3.11 Historische Themen: Kommunismus und Berlusconi-Kritik: Analyse des politischen Engagements der Protagonisten und der Rezeption der Berlusconi-Kritik.

3.12 Historische Themen: Villa Palagonia: Bedeutung der barocken Architektur und deren schockierende Wirkung auf Reisende im Film.

3.13 Mit „Baarìa“ am Mythos Bagheria weiterarbeiten: Die Rolle des Films als Beitrag zum kollektiven Mythos Bagherias.

3.14 „Baarìa“ – eine Autobiographie Tornatores?: Nachweis autobiografischer Züge durch den Vergleich mit Tornatores Leben und Begleitmedien.

3.15 Das Zeitverständnis Tornatores und der Schluss in „Baarìa“: Analyse des Schlusses als Schlüssel zum Verständnis des gesamten Filmkonzepts zwischen Traum und Realität.

4. Fazit und Schlusswort von Ennio Morricone: Zusammenfassende Einschätzung der hybriden Natur des Films und abschließendes Statement des Komponisten.

Schlüsselwörter

Baarìa, Giuseppe Tornatore, Geschichtswissenschaft, Realität, Fiktion, Historienfilm, Sizilien, Bagheria, Erinnerungskultur, Identität, Dialekt, Transmedialität, Verismus, Mafia, Filmtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen historischer Realität und filmischer Fiktion am Beispiel des Films „Baarìa“ von Giuseppe Tornatore.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Zu den Schwerpunkten gehören der Dialog zwischen Film und Geschichte, die Funktion von Authentifizierungsstrategien wie Dialekt und Kulissenbau sowie die Analyse des Films als hybrides Konstrukt aus Traum, Erinnerung und Historie.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob Kunst und Geschichtswissenschaft als zwei streng getrennte Welten zu betrachten sind oder ob sie in einem italienischen Historienfilm einen Dialog führen können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine systematische Analyse anhand von 15 Ebenen durchgeführt, die filmwissenschaftliche Ansätze mit geschichtswissenschaftlichen Erkenntnissen und der Auswertung von Begleitmedien (Epitexten) verknüpft.

Was steht im Zentrum des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Analyseebenen, von der sprachlichen Authentizität über die Wahl der Drehorte und Darsteller bis hin zu spezifischen historischen Themen wie Faschismus, Mafia und Kommunismus.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Realitätssignale, Fiktionssignale, Metahistoriografie, Transmedialität und Erinnerungskultur im Kontext sizilianischer Geschichte.

Warum ist die Wahl von Tunesien als Drehort für die Argumentation relevant?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Drehort nicht nur aus ökonomischen Gründen gewählt wurde, sondern dass die Rekonstruktion eine authentische Simulation des historischen Bagherias ermöglichte, die in der modernen Stadt kaum noch möglich wäre.

Welche Rolle spielen die Frauenfiguren in „Baarìa“?

Die Arbeit widerlegt die Kritik, die Frauen hätten nur passive Rollen, und zeigt auf, dass sie entgegen des sizilianischen Ehrenkodex an mehreren Stellen aktives und mutiges Verhalten zeigen.

Wie bewertet die Arbeit die Berlusconi-Kritik am Film?

Die Studie distanziert sich von der linksintellektuellen Kritik, der Film sei ein unkritisches Propagandawerk, und argumentiert, dass der Film stattdessen zahlreiche latente Ansätze zur Kritik an Mafia und politischen Missständen enthält.

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Detalles

Título
Zwei getrennte Welten? Italienische Geschichte in Giuseppe Tornatores Film "Baarìa"
Subtítulo
Ein Dialog zwischen Geschichtswissenschaft und Kunst
Universidad
LMU Munich  (Institut für Italienische Philologie)
Curso
Italianistik/Geschichte
Calificación
1,0
Autor
Laurian Kanzleiter (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
39
No. de catálogo
V943982
ISBN (Ebook)
9783346277855
ISBN (Libro)
9783346277862
Idioma
Alemán
Etiqueta
zwei welten italienische geschichte guiseppe tornatores film baarìa dialog geschichtswissenschaft kunst
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Laurian Kanzleiter (Autor), 2020, Zwei getrennte Welten? Italienische Geschichte in Giuseppe Tornatores Film "Baarìa", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/943982
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Extracto de  39  Páginas
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