Mannschaftsspezifische Taktik im Handball. Kognitive Repräsentation

Eine Studie zu den Unterschieden zwischen Experten und Amateuren


Bachelorarbeit, 2016

72 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstraet

1. Einleitung

2. Theoretiseher Hintergrund
2.1. Handballtaktik
2.1.1. Sperren-Absetzen
2.1.2. Tempogegenstoß
2.1.3. Übergeben-Übernehmen
2.1.4. Rüekzugsverhalten
2.2. Mentale Repräsentationen

3. Forsehungsfrage und Hypothese

4. Material und Methode
4.1. Besehreibung der Teilnehmer
4.2. Methode
4.2.1. Strukturdimensionale Analyse mentaler Repräsentationen
4.3. Prozedere
4.3.1. Evaluation
4.3.2. Untersuehungsablauf
4.3.3. Randomisierung der Taktiktafeln
4.4. Datenanalyse

5. Ergebnisse
5.1. Experten-Amateure-Vergleieh

6. Diskussion
6.1. Fazit und Ausbliek

Literaturverzeiehnis

Anhang

Abstract

Wesentliche Leistungsmerkmale für Mannschaftssportler sind das Wissen sowie der an­gemessene Umgang mit sich auf dem Spielfeld entwickelnden taktischen Situationen. Diese Arbeit untersucht in einer Studie die kognitiven Repräsentationen mannschafts­spezifischer Taktik im Handball und erforscht Unterschiede zwischen Experten und Ama­teuren im Handballsport. Die Resultate zeigen, dass erfahrene Handballspieler, also die Experten, eine funktional organisiertere Struktur der kognitiven Repräsentationen mann­schaftsspezifischer Taktik im Handball besitzen als unerfahrene Handballspieler, also die Amateure. Somit haben Experten einen bedeutenden Vorteil gegenüber Amateuren im Bereich der leistungsbestimmenden Faktoren eines Handballspielers. Innerhalb der Dis­kussion werden mögliche Gründe für die Ergebnisse ausgeführt und Anregungen für mögliche Fortsetzungen und Modifikationen der durchgeführten Studie gegeben.

1. Einleitung

„Handball ist für mich ein modernes Tempospiel, das im Gegensatz zu früher wesentlich höhere Anforderungen an das taktische Grundwissen und ein gutes Spielverständnis stellt. Handball verlangt daher heute vor allem viel (taktische) Kopfarbeit“ (Brand, 2008, S. 11).

Um die Aussage des ehemaligen Handball-Bundestrainers Heiner Brand, der unter an­derem Weltmeister 1978 als Spieler sowie 2007 als Trainer wurde (vgl. ebd., S. 3), wis­senschaftlich fundieren zu können, sind systematische, wissenschaftliche Analysen von­nöten. Roth (1989) versteht Taktik als kurzfristige, situationsbedingte Problemlösungs­prozesse zur optimalen Nutzung der eigenen konditionellen, motorischen und psychi­schen Voraussetzungen, die nach ihrer Funktion als offensive beziehungsweise defen­sive, Handlung sowie der Anzahl der handelnden Personen, also Individual-, Gruppen­oder Mannschaftstaktik, differenziert werden.

„Erste Forschungsansätze zum Bereich der Handlungssteuerung haben sich in den letz­ten Jahren stark auf die Interaktion von Wahrnehmung und Handeln konzentriert“ (Schack, 2010, S. 17). Daneben bestehen Forschungen zur Bewegungsrepräsentation, die auf unterschiedlichem Komplexitätsniveau thematisiert werden, wie die Repräsenta­tion komplexer Bewegungshandlungen, die durch konzeptuelle Einheiten dargestellt wer­den (vgl. Huber, 1997). Untersuchungen zur Bewegungsrepräsentation, beziehungs­weise zum motorischen Gedächtnis, existieren bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts (vgl. Schack, 2010, S. 26). In den USA wurden Untersuchungen in der Expertisefor­schung in den Sportarten Turmspringen, Judo, Triathlon und Gewichtheben durchgeführt, die Repräsentationsstrukturen der untersuchten Sportler darstellen (vgl. Russell, 1990). Pfeiffer (2006, S. 2) hält fest, dass die wissenschaftliche Analyse des taktischen Verhal­tens in Sportspielen in prozessorientierten Modellen geschehen muss, um die Dynamik des Spiels und das daraus resultierende Verhalten der Spieler zu erfassen.

Spieler von Ballsportarten zeichnen unterschiedliche taktische Fähigkeiten aus, welche die Erfassung und Bewertung von aufkommenden Spielsituationen und den angemesse­nen Umgang, also das Entscheidungsverhalten, mit ebendiesen beinhalten. Taktisches Wissen und deren Verarbeitung erleichtert die Informationsverarbeitung und führt zu ei­ner gezielten Anpassung des Spielers an die Bedingungen auf dem Spielfeld. Diese In­formationen werden im Langzeitgedächtnis1 gespeichert und können in spezifischen mannschaftstaktischen Situationen aus diesem abgerufen werden. Damit wird die Bewe­gungsrepräsentation in eine Bewegungshandlung umgewandelt (vgl. Lex, Essig, Knob­lauch, Schack, 2015, S. 1).

Durch meine eigene, jahrelange sportliche Aktivität im Handball besteht das Forschungs­interesse in dieser Sportart. In dieser Arbeit werden zwei Handballmannschaften aus leis­tungsdifferenzierten Spielklassen hinsichtlich ihrer kognitiven Repräsentationen mann­schaftsspezifischer Taktik untersucht. Dazu wird eine Studie durchgeführt, deren zugrun­deliegende Methode die zu erforschenden kognitiven Repräsentationen abbildet.

2. Theoretischer Hintergrund

Elementarer Bestandteil der Studie ist zum einen die Taktik im Handballspiel, durch wel­che sich die aufkommenden typischen Spielsituationen konstituieren. Zum anderen wer­den in diesem Kapitel die mentalen Repräsentationen der Kognition als zu erforschendes Zielobjekt dieser Studie beleuchtet.

2.1. Handballtaktik

Der Begriff „Taktik“ stammt aus dem Griechischen („taktike“) und bezeichnet die militäri­sche Anordnung und Aufstellung von Truppen. Im Allgemeinen wird Taktik mit der Kon­frontation zweier Wettkämpfer verbunden, insbesondere zwischen zwei Sportlern oder zwei Mannschaften. Durch die Taktik versucht ein Sportler beziehungsweise eine Mann­schaft seine individuellen, leistungsbezogenen und situativen Vorteile gewinnbringend einzusetzen (vgl. Weigel, 2014, S. 22). Roth (2003, S. 577) definiert die Taktik als ein „allgemein kluges und planmäßiges Verhalten [...], welches dem geschickten Ausnützen einer Situation dient.“ In den Mannschaftsspielen muss das Augenmerk auf die volle Aus­nutzung der individuellen und kollektiven Handlungsweisen unter Beachtung des Partner- und Gegnerverhaltens gelegt werden.

Mentale Prozesse und seine Auswirkungen auf das Entscheidungsverhalten haben eine hohe Bedeutung für die Leistung in Sportspielen. Der Spieler handelt in taktischer Weise nach seiner Wahrnehmungsfähigkeit der Spielsituation, sodass kognitive Fähigkeiten in einem engen Zusammenhang mit taktikspezifischen Entscheidungen im Sportspiel ste­hen (vgl. Weigel, 2014, S. 22). Weitere spieltaktische Grundfähigkeiten für den Handball sind das Reaktionsvermögen, das Raum-, Zeit- und Formationsgefühl sowie das Anpas­sungsvermögen (vgl. Martini, 1980, S. 117).

„Der Schwierigkeitsgrad taktikscher Entscheidungen im Sportspiel erhöht sieh umso mehr, je mehr Akteure sieh an der Spielsituation beteiligen. Komplexe Situationen zeiehnen sieh dureh eine hohe Anzahl möglieher Folgehandlungen in kürzester Zeit aus. Der Sportspieler muss diejenige Folgehandlung auswählen, mit welcher das Spiel fortgeführt werden soll“ (Weigel, 2014, S. 22).

Diese individualtaktisehen Handlungen, die Mahlo (1965, S. 811 f.) in drei voneinander abhängige Phasen - Erfassung und Analyse der Situation, gedankliehe Lösung der Situ­ation, motorisehe Umsetzung der Folgehandlung - unterteilt, tragen zum Erfolg der Mannsehaftsleistung bei. Dabei ist Taktik insbesondere wiehtig, wenn das Ziel nieht un­mittelbar erreieht werden kann, sondern dureh Laufwege, Täusehungen, bewusstes Nieht-Handeln oder ähnliehem vorzubereiten ist (vgl. Weigel, 2014, S. 22 f.).

Versehiedene Sportarten zeiehnen sieh dureh differenzierte Anforderungsprofile aus, die die Spieler vor Herausforderungen stellen, um im Spiel erfolgreieh partizipieren zu kön­nen. Viele leistungsbestimmende Faktoren wirken sieh auf die sportliehe Leistung in Sportspielen wie dem Handball aus. Dazu gehören die körperliehen Voraussetzungen, die konditionellen und die koordinativen Fähigkeiten sowie die taktisehen und teehni- sehen Fertigkeiten der Spieler. Letztgenannte (zum Beispiel Laufsysteme und Doppel­pässe) werden dazu genutzt, das dem jeweiligen Sportspiel implizierten Ziel (zum Bei­spiel das Erzielen eines Tores) zu erreiehen. Dabei sehränkt das Regelwerk Taktik und Teehnik dahingehend ein, dass bestimmte Handlungen eingeengt werden (zum Beispiel das Führen des Balles) und somit das Anforderungsprofil mit konstituieren (vgl. ebd., S. 24). Des Weiteren stellt sieh die gegnerisehe Mannsehaft der Realisierung der Folge­handlung entgegen, denn diese verfolgt konträre Ziele und stellt so ein für das Sportspiel natürliehes Hindernis dar (vgl. Kuehenbeeker, 1990, S. 17).

Entseheidungen auf den Ebenen der Individual-, Gruppen- und Mannsehaftstaktik in kür­zester Zeit zu fällen, wird im Handballspiel eine hohe Bedeutung zugemessen. Dureh die Größe des Spielfelds von 40 mal 20 Meter (vgl. DHB, 2016b, S. 3) und der gleiehzeitigen Diehte von zweimal seehs Feldspielern sowie je einem Torwart pro Mannsehaft2 besteht ein hoher Zeitdruek für jeden Spieler. Dazu besteht ein ständiger Weehsel des Ballbesit­zes, sodass die Spieler variable Angriffs- und Abwehrhandlungen ausführen müssen (vgl. Weigel, 2014, S. 32).

Das Angriffs- und Abwehrverhalten wird in jeweils vier Phasen eingeteilt (vgl. Martini, 1980, S. 117, 151). Eine Handballmannsehaft befindet sieh im Angriff, wenn sie sieh in Ballbesitz befindet und endet, wenn die gegnerisehe Mannsehaft den Ball erhält (vgl. Hat­tig & Hattig, 1978, S. 58). Martini (1980, S. 117) führt dazu weiter aus, dass aueh Situati­onen, in denen der Gegner in Ballbesitz ist, die Bedingungen jedoeh auf einen Ballverlust dureh einen teehnisehen Fehler des Gegners oder ballbezogenes Abwehrspiel der eige­nen Mannsehaft, zum Angriff zu zählen sind. Im Handball sind in den Angriffshandlungen gemeinsame Charakteristika zu erkennen, sodass das Verhalten in vier Phasen eingeteilt wird. Durch diese Einteilung sind taktik-technische Mittel differenziert zu sehen, denn bei­spielsweise Pässe werden aufgrund der taktischen Situation anders ausgeführt (vgl. Mar­tini, 1980, S. 117 f.)

Martini (1980) sowie Hattig und Hattig (1978) nennen differenzierte Angriffsphasen, die sich in der Abfolge leicht unterscheiden beziehungsweise einige Teilphasen zusammen­fassen, jedoch die taktischen Situationen relativ einheitlich darstellen. Im Folgenden wer­den die vier Angriffsphasen nach der genannten Literatur zusammengefasst. „Der Tem­pogegenstoß (TG) ist ein Konterangriff, der bei plötzlichem Ballgewinn mit größter Schnelligkeit vorgetragen wird“ (Hattig & Hattig, 1978, S. 58). Dieser stellt die erste An­griffsphase dar und erfolgt mit einem oder mehreren Feldspielern, der durch den Ballver­lust des Gegners (gegnerischer, nicht erfolgreicher Torwurf, Ballgewinn durch die Ab­wehr, Regelverstoß des Gegners) eingeleitet wird (vgl. Martini, 1980, S. 118). Entweder erfolgt ein direkter Pass zu einem nach vorne gelaufenen Spieler oder indirekt über einen zur Ballannahme in der eigenen Hälfte bereitstehenden Spieler, der sodann in Richtung des gegnerischen Tores spielt (vgl. Hattig & Hattig, 1978, S. 58).

Martini (1980, S. 118 f.) benennt als zweite Phase den erweiterten Gegenstoß. Hattig und Hattig (1978, S. 58 f.) zählen diese Angriffsphase noch als Teil der ersten Phase. Ge­meinsam haben beide Autoren, dass trotz eines nicht erfolgreichen Tempogegenstoßes, die abwehrende Mannschaft weiterhin unorganisiert sein kann und somit die Chance zu einem schnellen Torerfolg weiterhin besteht. Dabei erfolgt der Abschluss nach mehreren Transportpässen in Richtung des gegnerischen Tores aus dem Rückraum oder vom Kreis (vgl. Martini, 1980, S. 118).

Die Aufbau- oder Organisationsphase des Angriffs stellt bei Hattig und Hattig (1978, S. 64) die zweite Phase dar, bei Martini (1980, S. 119) die dritte Phase. Ist abzusehen, dass kein Torerfolg durch einen Gegenstoß zu erzielen ist, erfolgt ein Abbruch der schnellen Angriffsbemühungen, beispielsweise durch das Stehenbleiben des ballführenden Spie­lers. Im Folgenden besetzen die Angriffsspieler die für den Handball üblichen Positionen3 und müssen nun torgefährlich agieren und versuchen, mindestens einen der Abwehrspie­ler zu beschäftigen. Dabei wird der Ball im Angriff möglichst risikolos gespielt, um einen Gegenstoß des Gegners zu vermeiden (vgl. Hattig & Hattig, 1978, S. 64 ff.).

Hattig und Hattig (1978, S. 67) benennen die Durchbruchphase als dritte Angriffsphase. Martini (1980, S. 120) hingegen stellt die Abschlussphase als vierte Angriffsphase dar. Diese Phase ist geprägt von individuellen, gruppen- und mannschaftstaktischen Ereig­nissen. Dabei werden das Positionsspiel sowie das Laufspiel innerhalb der angreifenden Mannschaft so angewandt, dass es möglichst zu einem erfolgreichen Torabschluss kommt.

„Die Durchbruchphase kann auch durch ein so genanntes freies Spiel‘ bestimmt werden. Die Spieler entscheiden frei über den Einsatz ihrer spielerischen Fähigkeiten, beachten jedoch die allgemeinen Ordnungsgrundsätze des Angriffsspiels (zum Beispiel keine Spielerhäufung in einer Angriffszone)“ (Hattig & Hattig, 1978, S. 67).

Hattig und Hattig (1978, S. 82) benennen die vierte Angriffsphase als Auflösungs- bezie­hungsweise Reorganisationsphase, in der nach einem gescheiterten Angriffsversuch, aber bleibendem Ballbesitz, der Angriff neu organisiert wird und das Positionsspiel ein weiteres Mal beginnt. Martini (1980, S. 120) hingegen geht davon aus, dass nach nicht erfolgreicher Abschlussphase und bleibendem Ballbesitz eine erneute Aufbau-/Organi- sationsphase (dritte Phase) erfolgt.

Im Abwehrspiel sind das Rückzugsverhalten, das positionsbezogene Verteidigen sowie die aktive Abwehrhaltung gegenüber dem Gegner von Bedeutung. Die erste Abwehr­phase stellt den schnellen Rückzug vom Angriff in die Abwehr zurück dar, um einen Ge­genstoß der gegnerischen Mannschaft (erste Angriffsphase) zu verhindern (vgl. ebd., S. 151; Hattig & Hattig, 1978, S. 88). Dabei sollte ein positionelles Gleichgewicht hergestellt werden, um keine Überzahlsituationen für den Gegner entstehen zu lassen. Weiterhin kann in dieser Phase versucht werden, den gegnerischen Gegenstoß durch individuelles Stören zu unterbinden.

Die zeitweilige Mann- oder Raumdeckung ist die zweite Abwehrphase. Durch eine mög­liche Unordnung beim Rückzug, müssen Spieler auch andere Abwehrpositionen als ihre sonst üblichen einnehmen. Es können Mann-gegen-Mann-Situationen entstehen oder, wenn mehr als zwei Abwehrspieler den eigenen Torraum vor dem Gegner erreichen, der zentrale Raum vor dem eigenen Tor verteidigt werden (vgl. Martini, 1980, S. 151 f.).

In der dritten Phase wird die Abwehr organisiert und die Spieler nehmen ihre üblichen Positionen4 ein. Das Abwehrspielen in einem System stellt die folgende vierte Phase dar. Dabei wird geschlossen organisiert, nach bestimmten Ordnungsregeln verteidigt. Dies kann in verschiedenen Abwehrsystemen erfolgen und dabei Manndeckung, Raumde­ckung oder eine kombinierte Deckung darstellen. Allgemein wird die Fähigkeit zur Mann­deckung als Voraussetzung für die Raumdeckung angesehen5 (vgl. ebd., S. 152; Hattig & Hattig, 1978, S. 88).

Gegenstand der hier durchgeführten Studie sind vier verschiedene mannschaftstaktische Situationen im Handball. Dies sind der Tempogegenstoß, das Sperren und Absetzen, das Rückzugsverhalten sowie das Übergeben und Übernehmen. Die Situationen Tempoge­genstoß und Sperren-Absetzen stellen angriffstaktische Situationen dar, während die Si­tuationen Rückzugsverhalten und Übergeben-Übernehmen abwehrtaktische Situationen darstellen. Jedoch sind Übergänge zwischen Angriffs- und Abwehrhandlungen in den ausgewählten Situationen teils fließend, die Perspektive wechselt oder der Angriff über­nimmt Abwehraufgaben und vice versa (vgl. Martini, 1980, S. 117). Diese vier Situationen stellen eine Auswahl möglicher mannschaftstaktischer Ereignisse im Handball dar. Es wurde darauf geaehtet, mögliehst typisehe, grundlegende taktisehe Situationen zu sehaf­fen.

Für die Offensive wurden für die Studie die taktisehen Situationen Sperren-Absetzen so­wie der Tempogegenstoß ausgewählt. Das Sperren-Absetzen ist eine taktisehe Situation aus der Absehlussphase (Martini, 1980, S. 120 f.) beziehungsweise der Durehbrueh- phase (Hattig & Hattig, 1978, S. 67 ff.). Beim Tempogegenstoß wurden Situationen er­stellt, die die erste Angriffsphase naeh Martini (1980, S. 118) sowie Hattig und Hattig (1978, S. 58; „der einfache Tempogegenstoß“) darstellen.

„Ausschlaggebend für den Erfolg (oder Misserfolg) von Angriffsaktionen sind mindestens drei Komponenten: Teehnik, Athletik (Kondition) und Taktik - die maßgeblieh und sieh in der Regel gegenseitig bedingenden Bausteine der situativen individuellen Spielfähigkeit ([...]). Das Hauptziel des Angriffs ist ohne Frage der Torerfolg. Als Voraussetzung dafür sind die Angreifer gefordert, eine geeignete Absehlusssituation herzustellen, auszuwählen und durehzuführen ([...])“ (Kromer, 2013, S. 71).

Für die Defensive wurden für die Studie die taktisehen Situationen Rüekzugsverhalten sowie Übernehmen und Übergeben ausgewählt. Das Rüekzugsverhalten ist eine takti­sehe Situation aus der Phase der zeitweiligen Mann- oder Raumdeekung. Das Überneh­men-Übergeben stellt die vierte Phase der Abwehr in einem System dar (vgl. Martini, 1980, S. 151 f.). Dafür wurde durehgängig die 6:0-Raumdeekung gewählt, da dieses als Grundsystem im Handball gilt. Hierbei stehen alle seehs Abwehrspieler in einer Linie am Torraum auf den Positionen Außen-Links, Halblinks, Innen-Links, Innen-Reehts, Halb- reehts und Außen-Reehts. In dieser Abwehr bewegen sieh alle Spieler seitlieh ballorien­tiert. Bei Ballbesitz des direkten Gegenspielers tritt der Abwehrspieler heraus, um diesen am Torwurf zu hindern. Spielt der Angreifer den Ball zu einem Mitspieler ab, rüekt der herausgetretene Abwehrspieler sehräg Riehtung Ball wieder in den Abwehrverbund ein (vgl. ebd., S. 159).

„Abwehrspieler modernen Zuschnitts müssen einen wesentlieh größeren Raum beobaehten und Spielsituationen antizipieren. Sie müssen lernen, in bestimmten Spielsituationen Prioritä­ten zu erkennen und daraus zielgerichtet Abwehrinitiativen zu entwickeln“ (Laguna Elzaurdia & Nörenberg, 2012, S. 22).

In den folgenden Kapiteln 2.1.1. bis 2.1.4. werden die für die Studie ausgewählten takti­sehen Situationen besehrieben.

2.1.1. Sperren-Absetzen

Das Zusammenspiel von zwei oder mehreren Spielern in der Absehlussphase ist eine taktisehe Grundkombination. Das Sehaffen eines Überzahlverhältnisses ist das Ziel, das heißt der Spieler am Kreis soll mögliehst freigespielt werden, um ein Tor erzielen zu kön­nen. Die meisten dieser Kombinationen spielen sieh in der Dreieeksaufstellung zwisehen Außen, Kreisspieler, Rüekraumspieler sowie in der Mitte des Angriffsfelds zwisehen Mitte und Kreisspieler ab. Der Kreisläufer ist bemüht, dureh gesehiektes Setzen von Sperren und das ansehließende, zeitgemäße Absetzen, sieh einen Raum vom mögliehst hinter ihm stehenden Abwehrspieler freizuhalten und diesen zu nutzen. Der Rüekraumspieler versucht durch seine Laufwege mit oder ohne Ball die Deckung zu zwingen, seine Ab­wehrposition zu verändern, sodass Raum für den Kreisspieler entsteht (vgl. Martini, 1980, S. 130 f.).

Eine Sperre kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden, jedoch muss der sper­rende Spieler immer zum Stehen gekommen sein, um kein regelwidriges Offensivfoul zu begehen. Die direkte Sperre ohne Ball wird zugunsten des ballführenden Mitspielers an dessen direkten Gegenspieler gestellt. Des Weiteren kann diese Sperre ebenso mit Ball­besitz des Sperre setzenden Spielers ausgeführt werden. Weiterhin können indirekte Sperren gestellt werden, die ohne Ball und nicht am unmittelbaren Gegenspieler des Ball­führers ausgeführt werden. Das Absetzen aus der Sperre erfolgt, wenn der direkte Ge­genspieler des Sperrenden den freigesperrten Angreifer in der Verteidigung übernimmt. Der sperrende Spieler löst sich von dem Abwehrspieler, der von ihm gesperrt wird, in den sich öffnenden Raum in Richtung Tor (vgl. Martini, 1980, S. 135 f.). „Mit Sperren und Lösen kann eine Torwurfmöglichkeit herausgespielt werden zwischen Außenspieler und Kreisspieler ([...]), zwischen Kreisspieler und Kreisspieler ([...]), zwischen Rückraumspie­ler und Kreisspieler“ (ebd., S. 136).

2.1.2. Tempogegenstoß

„Der Tempogegenstoß ist eine einfache, äußerst wirksame und zugleich faszinierende taktische Maßnahme. Der erfolgreiche Abschluss bringt mehr als nur die Ergebnisver­besserung. Den Spieß plötzlich umzudrehen, sich aus der abwehrenden fast ohne Über­gang in eine erfolgreich angreifende Mannschaft zu verwandeln hat psychologische Kon­sequenzen. Die eigene Mannschaft erhält Auftrieb, der Gegner wird zumindest vorüber­gehend in seinem Selbstbewusstsein erschüttert, wenn nicht gar entmutigt“ (Hattig & Hat­tig, 1978, S. 61). Es ist der schnelle Übergang von der Abwehr in den Angriff mit einem oder mehreren Spielern, der durch den Ballverlust des Gegners verursacht wird. Das Ziel ist es, schnellstmöglich ein Tor zu erzielen. Folgende Elemente führen zu einem erfolg­reichen Tempogegenstoß: Erkennen der Gegenstoßmöglichkeit und Starten der Spitze, den Ball unter Kontrolle bringen, schneller Lauf, um einen Vorsprung gegenüber dem Gegner herauszuholen, sicheres Führen des Balls, Torwurf aus dem Lauf oder dem Sprung (vgl. Martini, 1980, S. 118). Dabei muss ein genaues Zuspiel vom Torwart oder einem Feldspieler zum gegenstoßlaufenden Spieler erfolgen, im Anschluss muss der Ball sicher von diesem angenommen werden (vgl. ebd., S. 127).

2.1.3. Übergeben-Übernehmen

Das Übergeben und Übernehmen ist eine Gruppentaktik in Zusammenarbeit von zwei bis sechs Abwehrspielern. Es ist eine taktische Abwehrhandlung gegen einlaufende, kreu­zende oder wechselnde Angreifer. Der einlaufende, kreuzende oder wechselnde Spieler wird vom Abwehrspieler beim Eindringen in dessen Abwehrraum übernommen. Ist der Angreifer in Ballbesitz, wird Körperkontakt zu ihm aufgenommen und so begleitet, dass sein Wurfarm zum Tor abgeschirmt ist. Kommt bei der Übergabe des Angreifers an den Abwehrnachbarn ein Angreifer aus dessen Raum, übernimmt der Abwehrspieler diesen und begleitet ihn wiederum zum nächsten Abwehrnachbarn. Ist nach der Übergabe an den Nachbarspieler kein Angreifer zu erwarten, orientiert sich der freigewordene Abwehr­spieler zum Ball, um hier mannschaftsdienlich handeln zu können (vgl. Martini, 1980, S. 154 f.). Das Übergeben-Übernehmen wird insbesondere auch beim angriffstaktischen Mittel des Sperre-Absetzen angewandt, da ein Wechsel zwischen ballnahmen und ball­entferntem Abwehrspieler durch die Sperre des Angreifers und der gleichzeitigen Verän­derung des Laufweges seines Mitspielers erfolgt (vgl. ebd., S. 159).

2.1.4. Rückzugsverhalten

Nach einem Ballverlust muss sich die zuvor angreifende Mannschaft sofort so schnell wie möglich in die Abwehr zurückziehen, um ein Tor des Gegners zu verhindern. Das gilt insbesondere, wenn der Gegner die Möglichkeit zu einem Tempogegenstoß hat. Das Zurückziehen erfolgt auf dem kürzesten Weg, auch wenn dadurch die einzelnen Spieler ihre eigentlichen Positionen in der Abwehr zunächst nicht einnehmen können. Im Um­schaltspiel wird versucht, ein defensives Gleichgewicht zu sichern, indem sich die noch im Angriff befindlichen, ballentfernten Spieler physisch und psychisch auf einen mögli­chen Tempogegenstoß des Gegners einstellen, beispielsweise durch leichtes Zurückzie­hen der individuellen Position schon im Angriff. Es wird versucht, den Gegenstoß des Gegners zu stoppen, indem der Passgeber zum Gegenstoßspiel (häufig der Torwart, aber auch Feldspieler sind mögliche Anspieler) durch eine abwehrende Stellung gestört wird. Weiterhin ist es elementar, im Laufduell in Mann-gegen-Mann-Situationen den Pass abzufangen oder seinem ballführenden Gegenspieler den Ball herauszuspielen (vgl. Mar­tini, 1980, S. 151).

2.2. Mentale Repräsentationen

Mentale Repräsentationen stellen inhaltliche und transportierbare kognitive Entwürfe von Aspekten einer subjektiven Umwelt dar, der individuelle Gedächtnisstrukturen und -pro­zesse der Bewegungskontrolle des Menschen zugrunde liegen (vgl. Wiemeyer, 1994, S. 4 f.). „Mental representations play a central role in the control and organization of actions“ (Schack, 2012, S. 203). Sie sind hypothetische Konstrukte, die zur Untersuchung der Prozesse und Strukturen der Bewegungskontrolle angenommen werden. Da diese nicht direkt wahrnehmbar sind, müssen zur Beobachtung motorisches oder sprachliches Ver­halten untersucht werden. Mentale Repräsentationen haben verschiedene Funktionen, wie beispielsweise die Realisierung und Korrektur der Bewegung, die mittel- oder unmit­telbar mit den Eigenschaften der Bewegungskontrolle in Beziehung stehen (vgl. Wie- meyer, 1994, S. 5).

„Interne Bewegungsrepräsentationen werden mit Inhalten wie abstrakten Schema-Regeln, Bewegungsprogrammen, verschiedenen Wissensstrukturen, körpereigenen Aktivitäten, akti­vitätsbezogenen Effekten, den Zusammenhängen zwischen Aktivitäten und Effekten und zahl­reichen weiteren bewegungsbezogenen Kognitionen und Emotionen in Verbindung gebracht werden. [...]. Man kann mit Repräsentationen punktuelle Ereignisse (Produkte) oder sich über die Zeit erstreckenden Ereignisse (Prozesse) benennen“ (ebd., S. 6).

Eine weitere Funktion von mentalen Repräsentationen ist die der Systemerhaltung, die eine strukturelle Ordnung ebendieser ermöglicht. Repräsentationen sind dadurch funkti­onal stabil und verfügbar für das adaptive Verhalten in differenzierten Handlungsumfel­dern. Dieses Wissen ist im LZG existent und fügt dauerhaft Informationen zusammen, wie Handlungen naeh untersehiedliehen Prämissen zu einem bestimmten Ziel führen können (vgl. Sehaek, 2010, S. 117 f.).

Kognitive Abläufe von Bewegungen werden dureh solehe Knotenpunkte zusammenge­fasst, die den Ablauf der Bewegungssequenz darstellen, die zur Ausführung ebendieser führen. Diese Knotenpunkte werden als Basie-Aetion-Coneepts6 bezeiehnet, die Einhei­ten mentaler Bewegungsrepräsentationen sind (vgl. ebd., S. 67). Es wird angenommen, „dass spezifische Subsysteme der Bewegungsorganisation begrifflich (konzeptuell) organi­siert sind und somit Begriffe wesentliehe kognitive Einheiten des Systems bilden. Die Aufgabe dieser Einheiten liegt in einer räumlieh-zeitlichen Kontrolle von Bewegungshandlungen. [...] Sie dienen damit letztendlieh einer maximalen Kontrolle von Bewegungshandlungen bei mög- liehst geringem kognitiven und energetischen Aufwand“ (ebd., S. 125 f.).

BACs stehen dureh das Konzeptsystem der kognitiven Struktur mit der Bewegung in Zu­sammenhang und dureh deren Merkmalsbelegung innerhalb des mentales Sehemas di­mensioniert (vgl. ebd., S. 67).

Dureh BACs können Unsieherheiten bei der Bewegungsausführung reduziert werden. Ebenso dient die Entwieklung des Bewegungssystems in ein steuerbares System einer Stabilisation der Bewegungen. Das heißt, dass eine Komplexitätsreduktion stattfindet und eine bessere Struktur dureh mehr Expertise vorhanden ist. (vgl. ebd., S. 126). „Eine we­sentliehe Leistung der BACs dürfte also darin bestehen, funktional äquivalente Bewegun­gen definieren und bündeln zu können“ (ebd.). Eine Komplexitätsreduktion wird erreieht, wenn mehr Bewegungsrepräsentationen vorliegen, welehe mit den Bewegungsphasen der Aufgabe korrelieren (vgl. ebd., S. 113).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1. Schema der Ebenen der kognitiven Architektur von motorischen Handlungen (vgl. Schack & See- gelke, 2016, S. 2).

Im LZG werden Bewegungshandlungen organisiert, welche auf einer Antizipation der Be­wegungseffekte sowie der damit verbundenen Prognostizierung der Wahrscheinlichkeit des Gelingens der Bewegung. Insbesondere das Wissen über die Wechselbeziehung von Bewegungen sind im LZG gespeichert (vgl. Schack, 2010, S. 142). „Current theore­tical conceptions share the belief that actions are guided by internally represented actions goals and their anticipated (perceptual) features“ (Seegelke & Schack, 2016, S. 2). Bewegungshandlungen sind hierarchisch strukturiert und besitzen weder einen isolierten Startpunkt, noch einen isolierten Endpunkt. BACs besitzen die Fähigkeit, eine Repräsen­tation zukünftiger Ereignisse darzustellen, indem Informationen aus dem Gedächtnis so­wie der Wahrnehmung - also aus der Vergangenheit und dem Jetzt - Handlungen gene­rieren, die der Zielbewegung entsprechen. Abbildung 2 zeigt die hierarchische Organisa­tion der BACs im LZG, die als Repräsentationseinheiten des Bewegungshandelns die­nen. Man kann sagen, dass BACs als Einheiten des Gedächtnisses angesehen werden können, die funktionelle und sensorische Eigenschaften verbinden. Diese mentalen Re­präsentationen bilden die Basis für die Antizipation und die Kontrolle von Bewegungen, indem die Bewegungsziele mit der Wahrnehmung kognitiv in Verbindung gesetzt werden (vgl. Seegelke & Schack, 2010, S. 2).

3. Forschungsfrage und Hypothese

Die vorliegende Studie untersucht den Unterschied zwischen zwei Handballmannschaf­ten verschiedener Leistungsklassen in der Frage der organisierten Struktur der kognitiven Repräsentation von mannschaftsspezifischer Taktik im Handball. Dazu wird eine Mann­schaft aus der 3. Liga als Expertengruppe untersucht. Eine weitere Mannschaft, die in der Kreisliga spielt, bildet die Amateurgruppe ab (vgl. Tab. 1). Die Studie adaptiert Ele­mente aus einer vorausgegangenen Studie von Lex et al. (2015) für die Sportart Fußball.

Es wird davon ausgegangen, dass erfahrenere Handballspieler, also die Expertengruppe, im Gegensatz zu unerfahrenen Handballspielern, also die Amateurgruppe, eine funktio­nell organisierte Struktur von mannschaftsspezifischer Taktik in der Sportart Handball aufweisen. Inwiefern bestehen also Unterschiede im taktischen Wissen, dem Verständnis und dem Umgang, also der Entscheidungsfindung, von und mit Spielsituationen, die grundlegende taktische Elemente des Handballspiels (vgl. Kap. 2.1.) darstellen zwischen Spielern an der Schwelle zum Profisport und Spielern, die Handball als Freizeitsport be­treiben.

Es wird festgelegt, dass erfahrene Spieler als ebendiese gelten, wenn sie mindestens in der Oberliga aktiv sind. Als unerfahrene Spieler gelten Handballspieler, die maximal in der Bezirksliga spielen (vgl. Tab. 1).

Tab. 1. Organisationsstruktur der Handballligen in Deutschland. Die Ebenen IV bis VIII sind am Beispiel des Handballverbandes Westfalen aufgezeigt (vgl. HBL, 2016, S. 8 f.; DHB, 2016a, S. 8; Handball­verband Westfalen, 2016, S. 1; Handballkreis Bielefeld-Herford & Handballkreis Gütersloh, 2016, S. 8).7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Material und Methode

Spieler von Ballsportarten zeichnen unterschiedliche taktische Fähigkeiten aus. Diese Fähigkeiten beinhalten die Erfassung und die Bewertung von aufkommenden Spielsitua­tionen sowie die Entscheidung für und den angemessenen Umgang mit ebendiesen. Tak­tisches Wissen erleichtert zum einen die Informationsverarbeitung, zum anderen führt es zu einer gezielten Anpassung des Spielers an die Bedingungen auf dem Spielfeld. Die Informationen werden im LZG abgespeichert und in spezifischen mannschaftstaktischen Situationen aus diesem abgerufen (vgl. Lex et al., 2015, S. 1).8 9

4.1. Beschreibung der Teilnehmer

Untersucht werden zwei Gruppen von Handballspielern, die als Experten beziehungs­weise Amateure eingestuft werden (vgl. dazu den Aufbau des Ligensystems im DHB, Kap. 3.). Die Mannschaft der Ahlener SG fungiert als Expertengruppe. Zum Zeitpunkt der Studie spielt die Mannschaft in der dritten Bundesliga des deutschen Handballbundes10, Staffel West. In der abgelaufenen Spielserie 2015/2016 belegte die Mannsehaft den ers­ten Platz11 von 14 Mannsehaften in der Oberliga des Handballverbandes Westfalen und hat damit die geforderte Platzierung für die Qualifikation zur Spielserie 2016/2017 in der 3. Liga erfüllt (vgl. GateCom, 2016a).

Die von den Studienteilnehmern ausgefüllten Fragebögen12 zu den persönliehen Merk­malen jedes Sportlers ergeben folgende Ergebnisse (vgl. Tab. 2). 15 Spieler aus der Gruppe der Experten nehmen an der Studie teil (n = 15 Experten, alle männlieh), die ein Durehsehnittsalter von 23,20 Jahren aufweisen, wobei der älteste Spieler 34 Jahre alt ist und der jüngste Spieler 18 Jahre alt ist. Die Spieler weisen eine handballerisehe Erfah­rung von durehsehnittlieh 16,80 Jahren (Spanne: aeht bis 28 Jahre) auf und absolvieren im Durehsehnitt 3,40 Trainingseinheiten pro Woehe. Drei Spieler spielten in der ersten Liga (deutsehe Bundesliga sowie erste Spielklasse im Ausland), wobei ein Spieler an europäisehen Vereinswettbewerben13 teilnahm. Zwei Spieler haben Erfahrung in der zweiten Liga gesammelt. Teilnehmer A15 absolvierte mit 15 Jahren den Großteil seiner Seniorenkarriere in dieser Klasse. In der 3. Liga haben die Teilnehmer im Durehsehnitt 2,27 Jahre (Spanne: null bis elf Jahre) gespielt. Die größte Erfahrung sammelte die Gruppe der Experten in der Oberliga. In dieser Klasse haben die Teilnehmer im Dureh- sehnitt 3,07 Jahre (Spanne: null bis sieben Jahre) gespielt. Es nehmen seehs Rüekraum- spieler, vier Außenspieler, zwei Kreisläufer sowie zwei Torhüter an der Studie teil.14

Die Gruppe der Amateure stellt die dritte Mannsehaft der TSG Altenhagen-Heepen15 dar, die zum Zeitpunkt der Studie in der Kreisliga A des Handballkreises Bielefeld-Herford16 spielt. Diese stellt die aehte Ebene des Ligensystems dar. In der abgelaufenen Spielserie 2015/2016 belegte die Mannsehaft den dritten Platz17 von 13 Mannsehaften, sodass die geforderte Platzierung für die Qualifikation zur Spielserie 2016/2017 in der Kreisliga A des HK BI-HF erfüllt wurde (vgl. GateCom, 2016b).

Aus der Gruppe der Amateure nehmen ebenso 15 Teilnehmer an der Studie teil (n = 15 Amateure, alle männlieh), die ein Durehsehnittsalter von 25,33 Jahren aufweisen, wobei zwei Spieler mit 33 Jahren die ältesten Teilnehmer sind und die jüngsten Spieler zwei Teilnehmer mit einem Alter von 19 Jahren sind. Die Spieler weisen eine handballerisehe Erfahrung von durehsehnittlieh 17,13 Jahren (Spanne: aeht bis 25 Jahre) und absolvieren im Durehsehnitt 2,13 Trainingseinheiten pro Woehe. Drei Spieler gaben an, in der Lan­desliga gespielt zu haben, wobei diese Handballer im Durehsehnitt 1,67 Jahre in dieser Liga verblieben. In der Bezirksliga haben die Teilnehmer im Durehsehnitt 3,40 Jahre (Spanne: null bis 12 Jahre) gespielt. Die größte Erfahrung sammelte die Gruppe der Ama­teure in der Kreisliga. In dieser Klasse haben die Teilnehmer im Durehsehnitt 3,93 Jahre (Spanne: eins bis 12 Jahre) gespielt. Es nehmen sieben Rückraumspieler, zwei Außen­spieler, vier Kreisläufer sowie zwei Torhüter an der Studie teil. In der folgenden Tabelle werden die oben beschriebenen Ergebnisse noch einmal dargestellt.

Tab. 2. Durchschnittswerte der erfragten Kategorien aus dem Fragebogen zur Studie (vgl. Anhang II).

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4.2. Methode

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Abb. 2. Ausschnitt der Taktiktafel „Übergeben-Übernehmen 1“ zur Darstellung des Übergebens und Über­nehmens von Angriffsspielern durch die Abwehrspieler nach einer Kreuzbewegung im Rückraum des Angriffs.

Gegenstand der Studie sind vier verschiedene mannschaftstaktische Situationen im Handball. Dies sind (1) der Tempogegenstoß, (2) das Sperren und Absetzen, (3) das Rückzugsverhalten sowie (4) das Übergeben und Übernehmen. Die Situationen (1) und (2) stellen angriffstaktisehe Situationen dar, während die Situationen (3) und (4) abwehr- taktisehe Situationen darstellen. Jedoeh sind Übergänge zwisehen Angriffs- und Abwehr­handlungen in den ausgewählten Situationen teils fließend, die Perspektive weehselt res­pektive der Angriff übernimmt Abwehraufgaben und viee versa. Diese vier Situationen stellen eine Auswahl möglieher mannsehaftstaktiseher Ereignisse im Handball dar. Es wurde darauf geaehtet, mögliehst typisehe, grundlegende taktisehe Situationen zu sehaf­fen (vgl. Kap. 2.1.).18

Jeder Stimulus zeigt eine Spielsituation, die auf einer Taktiktafel aus der Vogelperspek­tive abgebildet wird. Die Taktiktafeln wurden mittels einer in Mierosoft PowerPoint verfüg­baren Vorlage erstellt. Alle Spieler sind als gleiehseitige Dreieeke auf dem Spielfeld ab­gebildet. Die Ausriehtung der Taktiktafel ist während der gesamten Studie identiseh. Das von den Teilnehmern zu bewertende Team wird blau dargestellt und spielt offensiv immer von unten naeh oben, während das gegnerisehe Team rot dargestellt wird und offensiv immer von oben naeh unten spielt. Ein Eekpunkt innerhalb der Dreieeke markiert jeweils die Bliekriehtung eines jeden Spielers beider Mannsehaften. Allgemeine Zeiehen und Symbole vervollständigen die Informationen innerhalb der Stimuli. Diese sind durehgezo- gene Linien für die Laufriehtung der Spieler, gestriehelte Linien für einen Pass oder Wurf eines Spielers beziehungsweise die farblieh heller abgesetzte Darstellung einer Unter- breehung ebendieses Wurfes oder Passes. Dazu kommt die Darstellung des Balls als sehwarzer Punkt. Diese Darstellungsweise vermeidet widersprüehliehe kognitive Pro­zesse bei den Teilnehmern aufgrund der Körperhaltung und konzentriert sieh aussehließ- lieh auf die kognitive taktisehe Strukturbildung.19 Drei Bedingungen spezifizieren jede mannsehaftstaktisehe Situation. Die allgemeinen Rahmenbedingungen legen Parameter wie die Anzahl der beteiligten Spieler, Spielriehtung et eetera fest. Die spezifisehen Be­dingungen legen Parameter wie den ballführenden Spieler, die Feldposition, die Anzahl der ballnahen Spieler und so weiter fest. Zuletzt legt ein situationsspezifiseher Auslöser eine Aktion oder ein Ereignis fest, welehes sieh direkt auf das spezifisehe taktisehe Ver­halten auswirkt (vgl. Lex et al., 2015, S. 4; vgl. Abb. 1).

4.2.1. Strukturdimensionale Analyse mentaler Repräsentationen

Auf die Studie wird die SDA-M angewandt,20 welehe implizit auf die kognitiven Repräsen­tationen des LZG von komplexen motorisehen Handlungen zugreift. Die interne Gruppie­rung von konzeptuellen Einheiten umreißt die Struktur der kognitiven Repräsentation ei­ner bestimmten Bewegung. Ein Vorteil des SDA-M ist, dass die psyehometrisehe Analyse der Struktur der kognitiven Repräsentation keine expliziten Erklärungen der Entseheidun- gen darstellt, sondern wissensbasierte Entseheidungen in einem wissensehaftliehen Set­ting getroffen werden (vgl. Lex et al., 2015, S. 6 f.).

Die Ergebnisse sollen Hinweise auf eine funktionale Organisation der kognitiven Reprä­sentationen bei der Steuerung komplexer mensehlieher motoriseher Handlungen liefern. Die Struktur der kognitiven Repräsentation spiegelt die biomeehanisehen Anforderungen einer erfolgreichen Bewegungsausführung wieder (vgl. Lex et al., S. 5). Die durchzufüh­rende Studie untersucht die Struktur der kognitiven Repräsentation von Handballspielern in Hinblick auf ihre fachliche Kompetenz durch Darstellung statischer Taktiktafeln, also die Betrachtung von Bildern, die mannschaftstaktische Entscheidungen zugrunde legen.

Basis für die SDA-M bildet der „Ansatz der Kognitiven Architektur von Bewegungshand­lungen, nach dem Teile unseres Handlungswissens begrifflich strukturiert sind und somit [BACs] die Einheiten mentaler Strukturen bilden“ (Schack, 2010, S. 155). Es zeigt die Beziehung zwischen der Durchführung komplexer motorischer Handlungen und kognitiv strukturierter Repräsentationen (vgl. Lex et al., 2015, S. 5). Durch die Dimensionierung der BACs (siehe Kap. 2.2.) wird davon ausgegangen, dass die Merkmale differenzieren können und somit die zu untersuchenden kognitiven Repräsentationen dadurch konstitu­iert werden, inwieweit eine Übereinstimmung der Merkmale besteht. Die SDA-M stellt Zusammenhänge von Wissen aus dem LZG her und stellt diese sowohl für Individuen als auch für Gruppen dar. Angewendet wird die SDA-M in der Bewegungsforschung, der Sportpsychologie, der Trainingswissenschaft, der Rehabilitation, der kulturvergleichen­den sowie allgemeinpsychologischen Forschung, der Kinder- und Jugendpsychatrie und Soziometrie (vgl. Schack, 2010, S. 155 f.).

Um die Zusammenhänge zu untersuchen, wird eine Abstandsmessung der BACs durch­geführt. Diese befinden sich in einem euklidischen Raum und bilden Abstände zwischen jeweils zwei Punkten ab. Die Abstandsmessung wird durch einen Begriff-Begriff-Ver­gleich durchgeführt, welche für die vorliegende Studie eingesetzt wird. Die zu untersu­chende Struktur von Bewegungsrepräsentationen ist nicht vollständig zu deuten, sodass eine Splitmethode angewandt wird (vgl. Schack, 2010, S. 156 f.). Dabei wird eines der zu untersuchenden Merkmale den Versuchspersonen gezeigt und mit einem anderen der zu untersuchenden Merkmale verglichen. Das erste Merkmal bildet die Ankerposition und alle weiteren Merkmale werden im Folgenden mit ebendiesem verglichen. Alle sogenann­ten Stimuli stellen im Verlauf der Untersuchung einmal die Ankerposition dar und werden von den Versuchspersonen dem beschriebenen Vergleich unterzogen (vgl. Lex et al., 2015, S. 6 f.). Dabei werden die BACs in eine positive und eine negative Gruppe einge­teilt, also in funktionell verwandte und nicht-verwandte Gruppen (vgl. Seegelke & Schack, 2016, S. 3). Im Anschluss der Abstandsskalierung erfolgt eine hierarchische Clusterana­lyse zur Ermittlung der Zusammenhänge zwischen den Stimuli. Zur Dimensionierung der Begriffsmenge erfolgt eine Faktoranalyse, die für jeden Einzelfall die Merkmale und Ge­wichtungen der Cluster liefert (vgl. Schack, 2010, S. 157). Dendrogramme stellen die kognitive Struktur der Repräsentation dar (vgl. Lex et al., 2015, S. 7).

„Da sich die Clusterlösungen (expertiseabhängig) interindividuell und (lernabhängig) intraindi­viduell unterscheiden können, wird eine Invarianzanalyse zwischen den ermittelten Clusterlö­sungen erforderlich. Hierzu wurde ein spezielles Invarianzmaß A definiert“ (Schack, 2010, S. 157).

Die erstellten Dendrogramme werden der Invarianzanalyse unterzogen. Dadurch wird die Anzahl der gemeinsamen Cluster inter- und intraindividuell untersucht (vgl. Seegelke & Schack, 2016, S. 3).

„As the cognitive representation structures of complex skills can be analyzed not only on a group level but also on an individual level, the SDA-M can be used as a diagnosing tool to derive knowledge about an athlete's individual skill representation“ (Seegelke & Schack, 2016, S. 4).

4.3. Prozedere

Die Studie wurde als Feldstudie direkt am Trainingsort der beiden Mannschaften durch­geführt. Beide Mannschaften befanden sich zum Zeitpunkt der Studie in der Vorberei­tungsphase zur Saison 2016/2017. Im Folgenden wird die praktische Umsetzung der Stu­die beschrieben und dabei die vorgeschaltete Evaluation21 sowie das Vorgehen und die Durchführung der Studie im Felde erläutert.

4.3.1. Evaluation

Zu den ausgewählten mannschaftstaktischen Situationen Sperren-Absetzen, Tempoge­genstoß, Übergeben-Übernehmen und Rückzugsverhalten (vgl. Kap. 2.1.) wurden je­weils sieben Taktiktafeln mittels des Programms Microsoft PowerPoint erstellt. Um die angestrebten zwölf Stimuli aus den vier taktischen Situationen auszuwählen, wurde der eigentlichen Studie eine Evaluation durch lizensierte Handballtrainer des Deutschen Handballbundes vorgeschaltet. Diese sollten die 28 Taktiktafeln auf ihre prozentuale Re­levanz zur dargestellten taktischen Situation prüfen, indem sie eine Wertung zwischen null Punkten - für eine sehr untypische Darstellung der taktischen Situation - und 100 Punkten - für eine sehr typische Darstellung der taktischen Situation - abgaben (vgl. Anhang I.). Die Auswahl lizensierter Handballtrainer soll die Expertise sichern. Von sie­ben ausgegebenen Evaluationsbögen22 konnten Daten von fünf Bögen (= 71,43%) ver­wendet werden. Ein Bogen wurde nicht vollständig ausgefüllt, sodass dieser nicht für die Validierung verwendet werden konnte. Ein weiterer Evaluationsbogen wurde nicht zu­rückgesendet.

Die der Validierungsstudie beigelegten Fragebögen23 ergaben, dass die Trainer, die an der Evaluation teilnahmen, im Durchschnitt 41,20 Jahre alt sind, wobei der älteste Teil­nehmer 56 Jahre alt ist und der jüngste Teilnehmer 35 Jahre alt ist. Vier von fünf Hand­balltrainern (= 80,00%) besitzen die Lizenz B-Trainer Leistungssport des Deutschen Handballbundes, ein Trainer (= 20,00%) besitzt die Lizenz C-Trainer Leistungssport.24 Die Teilnehmer sind im Durchschnitt seit 13,80 Jahren als Handballtrainer aktiv. Davon arbeiten sie seit 6,60 Jahren nebenberuflich als Handballtrainer. Einer der an der Evalu­ation teilnehmenden Trainer arbeitet seit 29 Jahren hauptberuflich in diesem Feld, sodass ein Durchschnitt für hauptberufliche Tätigkeit von 5,80 Jahren besteht. Die längste Tätig­keit besteht seit 29 Jahren, die kürzeste Trainertätigkeit ist zwei Jahre alt. 60,00 Prozent der Trainer arbeiten seit mindestens zehn Jahren als Handballtrainer.

Zur Auswertung der Evaluation wurden für die Werte aller Taktiktafeln der Durchschnitt, die Standardabweichung, der Variationskoeffizient sowie der Item-Fit berechnet (vgl. Tab. 3; Tab. 4).25 Den größten Durchschnittswert von 90,00 Punkten erreichte die Tak­tiktafel „Rückzugsverhalten 3“26. Die Spanne der Durchschnittswerte betrug 27,00 Punkte („Tempogegenstoß 3“) bis 90,00 Punkte (siehe oben). Als Streuungsmaß wurde die Stan­dardabweichung berechnet, die die Quadratwurzel der Varianz darstellt. Die Varianz wie­derum ist die Summe der quadrierten Abweichungen gemessen an der Größe der Stich­probe (vgl. Hussy, Schreier, Echterhoff, 2013, S. 173). Es wurden Standardabweichun­gen von 2,74 („Tempogegenstoß 1“) bis 48,17 („Rückzugsverhalten 2“) berechnet. Der Variationskoeffizient ist ebenfalls ein Streuungsmaß. Die Variation der Werte wird unab­hängig von deren Größenordnung beurteilt (vgl. Kohn, Öztürk, 2013, S. 70). Die Variati­onskoeffizienten lagen in der Evaluation zwischen 3,34 („Tempogegenstoß 1“) und 140,28 („Rückzugsverhalten 4“). Zur abschließenden Berechnung des Item-Fits wurden die Werte der Variationskoeffizienten von den Durchschnittswerten subtrahiert (vgl. Lex et al., 2015). Dabei entstanden Werte mit einer Spanne von -111,28 („Rückzugsverhalten 4“) bis 78,66 („Tempogegenstoß 1“).

Tab. 3. Auswertung der Evaluation für die zwölf durch die höchsten Item-Fits für die Studie ausgewählten Taktiktafeln. Werte auf zwei Nachkommastellen gerundet (vgl. Anhang III.).

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Tab. 4. Überblick über die ausgewählten Stimuli mit Beschreibung der Spielausrichtung sowie der gezeig­ten Spielsituation.

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4.3.2. Untersuchungsablauf

Die Studie wird als Feldstudie direkt am Trainingsort der Mannschaften durchgeführt. Dazu wird in einem Besprechungsraum (Amateure) beziehungsweise in einer Umkleide­kabine (Experten) ein Beamer auf einen Tisch gestellt und so vor einer weißen Wand platziert, dass eine Projektionsfläche von mindestens 2 x 2,50 Meter entsteht. Die Tak­tiktafeln werden über einen Laptop mittels Beamer an die Wand projiziert. Die Teilnehmer setzen sich in Form eines Halbkreises vor die Projektionsfläche, sodass jeder Einzelne gute Sicht auf die Taktiktafeln hat.27 28

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Abb. 3. Zeichenerklärungen für die verwendeten Symbole auf den Taktiktafeln.

Zu Beginn stellt eine PowerPoint-Präsentation29 die durchzuführende Studie vor. Dabei wird auf die Forschungsfrage sowie die SDA-M eingegangen. Des Weiteren werden die Taktiktafeln und die abgebildeten Zeichen (vgl. Abb. 3) erklärt. Ein blaues gleichschenk­liges Dreieck stellt die Spieler der zu untersuchenden Mannschaft dar. Ein kleineres blaues Dreieck in der Spitze ebendieses zeigt die Blickrichtung an. Ein rotes gleich­schenkliges Dreieck stellt die Spieler der gegnerischen Mannschaft dar. Auch hier wird die Blickrichtung durch ein sich in der Spitze befindendes kleineres Dreieck angezeigt. Schwarze Pfeile mit durchgezogener Linie stellen Laufwege dar, schwarze Pfeile mit ge­strichelter Linie stellen Pass- oder Laufwege dar. Der Spielball ist durch einen schwarzen Punkt gekennzeichnet. Dies geschieht an zwei beispielhaften Taktiktafeln, die in der Stu­die keine Verwendung finden. Zudem wird die von den Teilnehmern zu unterzeichnende Einverständniserklärung30, der Fragebogen31 sowie das für die Studie zu benutzende Ar­beitsblatt32 vorgestellt. Zum Schluss wird den Teilnehmern Raum für Fragen geboten.

Jeder Teilnehmer hat im Anschluss die Möglichkeit, die Einverständniserklärung, die aus­geteilt wird, auszufüllen und damit sein Willen zur Teilnahme an der Studie zu bekunden beziehungsweise durch Ablehnung zu verwehren. Nach dem Einsammeln der Einver­ständniserklärungen erhalten die Teilnehmer den Fragebogen sowie das dahinter mit ei­nem Tacker angebrachte Arbeitsblatt. Die Teilnehmer werden dazu aufgefordert, den Fragebogen wahrheitsgemäß auszufüllen. Die persönlichen Daten, die über den Frage­bogen aufgenommen werden, sind das Alter der Teilnehmer, ihre Erfahrung als Hand­ballspieler (Jahre als aktiver Handballer) sowie die durchschnittliche wöchentliche Trai­ningshäufigkeit. Des Weiteren wird die Spielposition der Teilnehmer erfragt und die in der Seniorenzeit gespielten Klassenzugehörigkeiten (wie viele Jahre hat der Teilnehmer in welcher Liga gespielt). Das Arbeitsblatt ist ein DIN-A4-Papier mit vorgefertigter numeri­scher Tabellenkonstellation, um die Einschätzungen der Teilnehmer durch die Zeichen Plus („+“) und Minus festzuhalten (Paper-Pencil-Methode). Dabei sind die über den Beamer gezeigten Folien durchnummeriert, sodass die Entscheidungen der Teilnehmer an der korrespondierenden Position chronologisch eingetragen werden.

Nachdem alle Fragebögen ausgefüllt sind, beginnt die eigentliche Studie. Dazu zeigt eine weitere PowerPoint-Präsentation33 die Splitmethode der SDA-M (vgl. Kap. 4.2.1.). Es werden immer zwei Taktiktafeln gleichzeitig auf die Leinwand projiziert. Dabei fungiert die linke, zufällig ausgewählte Taktiktafel als Ankerposition. Das heißt, dass alle anderen elf Stimuli hintereinander in zufälliger Reihenfolge auf die rechte Seite projiziert werden und von den Teilnehmern verglichen werden (vgl. Tab. 5; Tab. 6; Tab. 7). Die Teilnehmer entscheiden, ob ihre Mannschaft bei den beiden gezeigten Situationen mit derselben mannschaftsspezifischen Taktik reagiert beziehungsweise die zu erwartende Folgehand­lung ebendiese Taktik beinhaltet. Dabei werden die Teilnehmer angehalten, mit den Zei­chen Plus („+“) bei gleicher anzuwendender Taktik beziehungsweise Minus („-“) bei un­gleich anzuwendender Taktik, zu antworten. Jede der zwölf Taktiktafeln wird im Verlauf der Studie einmal als Anker eingesetzt, sodass insgesamt 132 Entscheidungen von den Teilnehmern verlangt werden. Die Splitmethode zwingt die Teilnehmer, das gezeigte tak­tische Verhalten ohne explizite Nennung von Begriffen und Spezifikationen der Taktik einzuordnen. Dabei gibt es keine Zeitvorgabe zur Eintragung der Entscheidungen. Je­doch wird der Übergang der Folien in der PowerPoint-Präsentation auf zwölf Sekunden festgelegt, was aber zu jeder Zeit der Studie geändert werden kann. Die Teilnehmer sind dazu aufgefordert, sich zu melden, falls eine Eintragung auf ihrem Arbeitsblatt fehlen sollte.

4.3.3. Randomisierung der Taktiktafeln

Um eine zufällige Reihenfolge der Taktiktafeln zu gewährleisten, wurde folgende Rand­omisierung durchgeführt. Die Stimuli werden zunächst nach ihrer offensiv-defensiv-takti­schen Ausrichtung sortiert.

Tab. 5. Die Taktiktafeln werden nach ihrer Taktik zusammengefasst und nach der Spielrichtung sortiert. Sperren-Absetzen (= S), Tempogegenstoß (= T), Übergeben-Übernehmen (= Ü), Rückzugsverhal­ten (= R).

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Es wird festgelegt, dass die Spielriehtung der zu untersuehenden Mannsehaft (offensiv, defensiv) naeh elf Entseheidungen weehselt. Dazu wiederholen sieh in jedem zweiten Durehgang (das heißt naeh 22 Entseheidungen) die Offensiv- beziehungsweise Defen­sivstimuli nieht. Dadureh ergibt sieh beispielhalft folgende Reihenfolge der Taktiktafeln für die zwei zu vergleiehenden Stimuli.

Tab. 6. Beispiel der Reihenfolge der Taktiktafeln für die Ankertafeln 1. (= Sperre-Absetzen 1) und 7. (= Übergeben-Übernehmen 1) (vgl. Tab. 4).

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Daraus wird dureh das ehronologisehe Weitergehen innerhalb der Felder folgende Mat­rix für die Reihenfolge der Taktiktafeln34 erstellt.

Tab. 7. Matrix der Randomisierung der zu vergleichenden Taktiktafeln. Sperren-Absetzen (= S), Tempoge­genstoß (= T), Übergeben-Übernehmen (= Ü), Rückzugsverhalten (= R), Entscheidung (= E).

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4.4. Datenanalyse

Naeh der Durehführung der Studie werden die Daten35 in die Software für die SDA-M, „qsplit (2)“, eingegeben. Die SDA-M analysiert die kognitive Repräsentation mann- sehaftsspezifiseher Taktik beider Gruppen, wobei die Analyse jedes Teilnehmers in drei Sehritten erfolgt (vgl. Kap. 4.2.1.). Zuerst führt jeder Teilnehmer das besehriebene Split­Verfahren für die zwölf Stimuli der vier versehiedenen mannsehaftsspezifisehen Takti­ken aus. Dabei können die Teilnehmer entweder entseheiden, ob die gezeigte Tafel mit der Ankerposition positiv oder negativ korreliert. Die Spielsituation in der Ankerposition wird dabei automatisch als positiv eingeordnet. Jeder Spielsituation, gleich ob als positiv oder negativ vom Teilnehmer korrelierend, wird ein Ergebnis zugeordnet, welche ihre Ähnlichkeit zum Anker abbildet. Dadurch wird jeder Spielsituation ein Gradient in der Ankerposition zugeordnet. Durch Normalisierung werden die Gradienten in eine relative Position der korrelierenden Spielsituationen in einen multidimensionalen Raum umge­wandelt. Daraus wird im Anschluss die euklidische Distanz berechnet, welche die Basis für die hierarchische Clusteranalyse von Gruppen bildet.

Die hierarchische Clusteranalyse (durchschnittlicher Abstand aller Elementpaare) stellt die Struktur der kognitiven Repräsentation von mannschaftspezifischer Taktik im Hand­ball als Dendrogramm dar. Jedes Dendrogramm zeigt die Struktur der kognitiven Re­präsentation von mannschaftspezifischer Taktik im Handball für jeden der Teilnehmer. Basierend auf einer Irrtumswahrscheinlichkeit des Alphalevel von p = 0,01, geben die Berechnungen für die euklidische Distanz von Unterschieden in den bewerteten Spielsi­tuationen einen Wert von d krit = 4,552. Spielsituationen, die unter der kritischen Distanz liegen, bilden individuelle Cluster aus. Andererseits gehören Spielsituationen, die über der kritischen Distanz liegen, zu statistisch differenzierten Clustern.

Im letzten Schritt wird eine Invarianzanalyse zwischen den beiden Gruppen der Exper­ten und Amateure durchgeführt, um die erzeugten Strukturen der kognitiven Repräsen­tation auf Homogenität zu testen sowie dem Ziel gerecht zu werden, mögliche Unter­schiede zwischen den Handballspielern differenzierter Spielklassen aufzuzeigen. Die Invarianzanalyse vergleicht die Dendrogramme der beiden Gruppen auf Grundlage der Anzahl von gemeinsam genutzten Clustern, von Spielsituationen in den Clustern sowie die durchschnittliche Menge an entwickelten Clustern. Die Invarianz wird mit  angege­ben und liegt zwischen den Werten 0 und 1, wobei 1 die höchste Korrelation zwischen zwei Stimuli darstellt. Die statistische Grenze für eine akzeptable Invarianz zwischen zwei Stimuli wird mit A = 0,68 als empirisch fundierter Wert festgelegt (vgl. Schack, 2012, S. 206 ff.).

5. Ergebnisse

Abbildung 4 zeigt die Struktur der kognitiven Repräsentationen der Handballspieler aus der Gruppe der Experten. Basierend auf einer Irrtumswahrscheinlichkeit des Alphalevel von p = 0, 01, sind drei Cluster unterhalb der kritischen euklidischen Distanz (d krit = 4,552) abgebildet. Cluster I ist aus den Spielsituationen 1,2 und 3, welche zur mannschaftsspe­zifischen Taktik Sperre-Absetzen gehören, gebildet. Die mannschaftstaktischen Situatio­nen Tempogegenstoß und Übergeben-Übernehmen (Spielsituationen 4, 6, 5, 7, 9, 8) bil­den das Cluster II. Cluster III beinhaltet die taktische Situation Rückzugsverhalten (Spiel­situationen 10, 12, 11).

Die Struktur der kognitiven Repräsentationen der Handballspieler aus der Gruppe der Amateure zeigt die Abbildung 5. Es sind zwei eindeutige Cluster unterhalb der kritischen euklidischen Distanz (d krit = 4,552) abgebildet. Cluster I ist aus den mannschaftsspezifi- sehen Taktiken Sperre-Absetzen (Spielsituationen 1,2,3), Tempogegenstoß (Spielsitua­tionen 4, 6, 5) sowie Übergeben-Übernehmen (Spielsituationen 7, 9, 8) gebildet. Cluster II beinhaltet die taktische Situation Rüekzugsverhalten (Spielsituationen 10, 12, 11).

a. Experten

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Abb. 4. Kognitive Repräsentation mannsehaftsspezifiseher Taktik im Handball für die Gruppe der Experten. Die Zahlen unten stellen die verschiedenen mannsehaftstaktisehen Situationen dar (vgl. Tab. 4). Die rote Linie markiert die kritisehe euklidisehe Distanz.

Die Untersehiede in den kognitiven Strukturen zwisehen den Gruppen werden dureh die Invarianzanalyse bestätigt. Die Invarianzanalyse zur Ermittlung der Homogenität zwi­sehen den Strukturen der mentalen Repräsentationen der Gruppen Experten und Ama­teure ergibt einen Wert von Ä = 0,535, was unterhalb der statistisehen Grenze für eine akzeptable Invarianz zwisehen zwei Stimuli von Ä = 0,68 als empiriseh fundierter Wert liegt (vgl. Kap. 4.4.). Vergleieht man die Gruppen mit der Idealstruktur, ergibt die Invari­anzanalyse mit den Gruppen Experten und Amateure Werte von Ä Experten = 0,525 sowie Ä Amateure = 0,428. Wendet man für diesen Fall die Mutualanalyse an, ergeben sieh Werte von Ä Experten = 0,857 sowie Ä Amateure = 0,577. Diese graduelle Auswertung, die aueh Rand-Index genannt wird, zeigt an, dass sieh die Experten tendenziell näher an der Ide­alstruktur befinden als die Amateure. Der Rand-Index bewertet zwei Cluster auf einer Skala von null bis eins, wobei null impliziert, dass die Cluster keine Homogenität anzeigt und eins impliziert, dass die Daten identisch sind (vgl. Stöckel, Hughes & Schack, 2011, S. 772).

b. Amateure

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5. Kognitive Repräsentation mannschaftsspezifischer Taktik im Handball für die Gruppe der Amateure. Die Zahlen unten bilden die verschiedenen mannschaftstaktischen Situationen dar (vgl. Tab. 4). Die rote Linie markiert die kritische euklidische Distanz.

Verschiedene Teilnehmer weisen nach der Invarianzanalyse gleiche kognitive Strukturen mannschaftsspezifischer Taktiken auf (Ä = 1). Tabelle 8 zeigt, dass 46,67% der Experten ähnliche, einer akzeptablen Invarianz entsprechenden, Werte von mindestens Ä = 0,68 aufweisen. Ein Drittel der Teilnehmer der Expertengruppe weist gleiche kognitive Struk­turen auf (Ä = 1). Dagegen weisen bei den Amateuren lediglich 33,33% Werte von min­destens Ä = 0,68 auf. Des Weiteren haben in dieser Gruppe keine Teilnehmer dieselben Strukturen (Ä = 1).

Tab. 8. Teilnehmer, die nach Invarianzanalyse Varianzen von mindestens A = 0,68 aufweisen.

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Von diesen Teilnehmern sind 50% Rückraumspieler (A1, A2, A11, A16, B3, B14), 25% Kreisspieler (A5, B2, B6), zwei Außenspieler (= 16,67%; A10, A12) sowie ein Torwart (= 8,33%; B5).

[...]


1 Im Folgenden: LZG.

2 Naeh Regel 4:1, besteht die Mögliehkeit, mit sieben Feldspielern ohne Torwart zu agieren, sodass sieh zeitweise bis zu 14 Feldspieler auf der Spielfläehe (man beaehte die gesonderten Regeln für das Betre­ten des Torraums; s. Regel 6:1, S. 18) befinden können. Vgl. DHB, 2016b, S. 12.

3 Linksaußen (LA), Kreislinks/-mitte/-rechts (KL/KM/KR), Rückraumlinks/-mitte/-rechts (RL/RM/RR). Vgl. Martini, 1980, S. 125.

4 Außen-Links (AL), Halblinks (HL), Innen-Links (IL), Hinten-Mitte (HM), Innen-Rechts (IR), Halbrechts (HR), Außen-Rechts (AR), Vorne-Links (VL), Vorne-Mitte (VM), Vorne-Rechts (VR). Vgl. Martini, 1980, S. 158.

5 Dazu sind insbesondere die Durchführungsbestimmungen für eine einheitliche Wettkampfstruktur im Kinder- und Jugendhandball zu nennen, die an der Basis (von der F- bis zur C-Jugend) die Manndeckung als Grundlage des Erlernens von Handball ansehen und im Spielbetrieb zwingend vorschreiben. Vgl. DHB, 2013.

6 Im Folgenden: BACs.

7 Im Folgenden berufen sich die genannten Spielklassen auf die hier dargestellte Organisationsstruktur.

8 Der Deutsche Handballbund wird im Folgenden mit DHB abgekürzt.

9 Die Vereinigung der Handball-Bundesliga wird im Folgenden mit HBL abgekürzt.

10 Im Folgenden: 3. Liga (vgl. DHB, 2014, S.1).

11 Bilanz: 26 Spiele, 20 Siege, 6 Niederlagen, 751:663 Tore, 40:12 Punkte (vgl. GateCom, 2016a).

12 Ein Beispiel eines solehen Fragebogens findet sieh in Anhang V.

13 Teilnehmer A6 gab an, im EHF-Pokal sowie in der SEHA-Liga gespielt zu haben. Der EHF-Pokal ist von der Wertigkeit der zweite Pokalwettbewerb für Vereinsmannsehaften der Europäisehen Handball-Fö­deration (vgl. EHF, 2016). Die SEHA-Liga ist ein 2011 erriehteter supranationaler Wettbewerb der South Eastern Handball Assoeiation (vgl. SEHA, 2016).

14 Teilnehmer A8 maehte keine Angabe zu seiner Spielposition.

15 Im Folgenden: TSG Altenhagen-Heepen III.

16 Im Folgenden: HK BI-HF.

17 Bilanz: 24 Spiele, 13 Siege, vier Unentsehieden, sieben Niederlagen, 575:546 Tore, 30:18 Punkte (vgl. GateCom, 2016b).

18 Jahre als aktiver Handballer.

19 Wahrnehmungs- und Bewegungsresonanzphänomene werden von Sehütz-Bosbaeh und Prinz (2007) besehrieben.

20 Im Folgenden: SDA-M.

21 Vgl. CD, Evaluation_Rohdaten_Scan.pdf.

22 Vgl. Anhang I.

23 Vgl. Anhang II.

24 Zum Gesamtausbildungsplan, den Trainerlizenzen usw. vgl. DHB, 2008.

25 Vgl. Anhang III.

26 Für alle in der Studie verwendeten Taktiktafeln vgl. Anhang IV.

27 Standardabweichung.

28 Variationskoeffizient.

29 Vgl. CD, Studie_Präsentation_Informationen.pptx.

30 Vgl. CD, Einverständniserklärungen_Scan.pdf.

31 Vgl. Anhang V.

32 Vgl. Anhang VI.

33 Vgl. CD, Studie_Präsentation_Tafeln.pptx.

34 Vgl. CD, Protokoll_Folien_Studie.pdf.

35 Vgl. CD, Studie_Rohdaten_Sean.pdf.

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten

Details

Titel
Mannschaftsspezifische Taktik im Handball. Kognitive Repräsentation
Untertitel
Eine Studie zu den Unterschieden zwischen Experten und Amateuren
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
72
Katalognummer
V943997
ISBN (eBook)
9783346278067
ISBN (Buch)
9783346278074
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kognitive Repräsentation, Sport, Taktik, Handball, Neurokognition, Bewegung, Biomechanik, Gedächtnis
Arbeit zitieren
Tobias Fröbel (Autor), 2016, Mannschaftsspezifische Taktik im Handball. Kognitive Repräsentation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/943997

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Titel: Mannschaftsspezifische Taktik im Handball. Kognitive Repräsentation



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