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Die Rolle der Ratingagenturen. Zur Überwindung des Problems der asymmetrischen Informationsverteilung im Kapitalmarkt

Title: Die Rolle der Ratingagenturen. Zur Überwindung des Problems der asymmetrischen Informationsverteilung im Kapitalmarkt

Term Paper , 2020 , 29 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sebastian Peneder (Author)

Economics - Micro-economics
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Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist die Rolle der Ratingagenturen auf dem weltweiten Finanzmarkt zu analysieren. Insbesondere wird die Problematik erläutert, die mit der marktbeherrschenden Stellung einer geringen Anzahl an Ratingagenturen einhergeht sowie im Anschluss Möglichkeiten aufgezeigt, um potenzielle Interessenskonflikte zu lösen. Der Interessenskonflikt entsteht beispielsweise dadurch, dass der Auftraggeber, der bewertet werden möchte, das Rating bezahlt.

Die Finanzkrise von 2007 bis 2009 hat verdeutlicht, dass mangelhafte oder ‚falsche‘ Ratings fatale Folgen für das globale Finanzsystem und die Weltkonjunktur haben. Seit diesem Ereignis stehen internationale Ratingagenturen, primär die Big Three der Ratingbranche, nämlich Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch, unter ständiger Kritik.

Im ersten Kapitel des Hauptteils wird die Rolle der Ratingagenturen vorgestellt sowie analysiert wie ein Rating zustande kommt und welche Vorteile Ratings für Emittenten und Investoren bieten. Das Kapitel drei beinhaltet Problemfelder, die sich aus der oligopolistischen Struktur am Ratingmarkt ergeben. Hierbei stehen vor allem Interessenskonflikte, die fehlende Transparenz eines Ratingurteils, die Eigentümerstruktur, der geringe Wettbewerb und die mangelnde Haftung im Vordergrund der Betrachtung. Im Kapitel vier werden Lösungsmöglichkeiten, wie beispielsweise eine strengere Regulierung des Marktes, die Einführung einer europäischen Ratingagentur sowie die Notwendigkeit mehr Anreize für Wettbewerb zu schaffen, diskutiert. Der Aufbau eines europäischen Ratingfonds stellt aus Sicht des Autors eine interessante Alternative bzw. Ergänzung zur derzeitigen Praxis auf dem Ratingmarkt dar. Die Funktionsweise des Ratingfonds wird ebenso im Kapitel vier beschrieben. Die wesentlichsten Erkenntnisse werden im Schlussteil der Arbeit zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Die Rolle der Ratingagenturen

2.1 Ratingprozess und Aussage eines Ratings

2.2 Auswirkungen von Ratings

3. Problemfelder in der Ratingpraxis der Agenturen

4. Lösungsansätze

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die wissenschaftliche Arbeit untersucht die Rolle von Ratingagenturen auf dem weltweiten Finanzmarkt und analysiert kritisch deren marktbeherrschende Stellung. Ein zentrales Ziel ist es, die Problematik der asymmetrischen Informationsverteilung sowie damit verbundene Interessenskonflikte zu beleuchten und alternative Lösungsansätze für eine transparentere und unabhängigere Ratingpraxis zu erarbeiten.

  • Analyse der Funktionsweise und Bedeutung von Ratingagenturen
  • Untersuchung von Interessenskonflikten und Anreizproblemen
  • Betrachtung der oligopolistischen Marktstruktur
  • Bewertung regulatorischer Maßnahmen und alternativer Modelle (z.B. Ratingfonds)

Auszug aus dem Buch

3. Problemfelder in der Ratingpraxis der Agenturen

Die Finanzkrise von 2007 bis 2009 wurde insbesondere durch asymmetrische Informationen ausgelöst, die an mehreren Stellen zu Verzerrungen geführt und ein Marktversagen herbeigeführt haben. Vergibt die Bank einen Kredit, bspw. zur Finanzierung eines Hauses, so ist dieser die Bonität, d.h. Vertrauenswürdigkeit und die Zahlungskraft des Schuldners, nicht zur Gänze bekannt. Daher versucht diese Informationen über den Schuldner einzuholen (wie bspw. zum Einkommen oder Vermögen). Daraufhin wird ein Zinssatz kalkuliert, der das eingegangene Risiko kompensieren soll. Letztendlich weiß jedoch der Kreditnehmer selbst am besten, ob er zukünftig in der Lage sein wird, den Kredit zu bedienen.

Ist die Bonität tatsächlich besser als von der Bank angenommen, so ist der Zins für ihn zu hoch und wird den Kredit nicht annehmen. Umgekehrt dazu, wird er sich gerne verschulden, wenn die Bank ihn zahlungskräftiger hält, als er tatsächlich ist und einen zu geringen Zinssatz angeboten hat. Dadurch wird das Wissen über die Bonität des Kreditnehmers asymmetrisch verteilt und kann vom Kreditgeber näherungsweise eingeschätzt werden. Es kommt zur adversen Selektion bei den Schuldnern. Die ‚guten‘ Schuldner, die ihre Zinsen zahlen und den Kredit tilgen können, werden vom Markt verdrängt, weil der Zinssatz zu unattraktiv ist, während die ‚schlechten‘ Schuldner bleiben. D.h. für die ‚guten‘ Schuldner ist der Zinssatz zu hoch, für die ‚schlechten‘ Schuldner allerdings zu niedrig. Wenn dies die Banken allerdings antizipieren, werden sie den Zinssatz erhöhen, wodurch sich diese Problematik verschärft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Finanzkrise 2007–2009 ein und erläutert die Relevanz der Informationsasymmetrie im Kontext von Ratingagenturen.

2. Die Rolle der Ratingagenturen: Hier werden der Ratingprozess, die Bedeutung von Ratings für Investoren und Emittenten sowie die prinzipielle Informationsfunktion der Agenturen dargestellt.

3. Problemfelder in der Ratingpraxis der Agenturen: Dieses Kapitel analysiert kritisch Interessenskonflikte, die oligopolistische Marktstruktur und die mangelnde Transparenz sowie Haftung der großen Ratingagenturen.

4. Lösungsansätze: Es werden verschiedene regulatorische Ansätze sowie das Konzept eines europäischen Ratingfonds zur Vermeidung von Interessenskonflikten diskutiert.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Rolle von Ratingagenturen und bekräftigt die Notwendigkeit für reformierte Strukturen am Ratingmarkt.

Schlüsselwörter

Ratingagenturen, Finanzkrise, Informationsasymmetrie, Kapitalmarkt, Bonitätsbewertung, Interessenskonflikte, Prinzipal-Agent-Theorie, Regulierung, Ratingfonds, Investment-Grade, Speculative-Grade, Marktversagen, Transparenz, Wettbewerb, Ratingpraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und dem Einfluss von Ratingagenturen auf den globalen Finanzmärkten und der Frage, wie diese zur Überwindung von Informationsasymmetrien beitragen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen umfassen die Funktionsweise des Ratings, die Problematik der Interessenkonflikte durch das "Issuer-Pays"-Modell sowie die oligopolistische Marktstruktur der "Big Three".

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Ratingagenturen funktionieren, welche systemischen Probleme aus ihrer marktbeherrschenden Stellung resultieren und wie potentielle Interessenskonflikte gelöst werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Anwendung der Prinzipal-Agent-Theorie basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Ratingprozesse, die Analyse von Problemfeldern wie mangelnde Haftung und Transparenz sowie die Diskussion konkreter Lösungsansätze wie regulatorische Maßnahmen oder die Einführung eines europäischen Ratingfonds.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Ratingagenturen, Finanzkrise, Interessenskonflikte, Informationsasymmetrie und Prinzipal-Agent-Theorie.

Inwiefern hat das "Issuer-Pays"-Modell die Finanzkrise beeinflusst?

Laut dem Autor hat dieses Modell zu Anreizproblemen geführt, da die Ratingagenturen als gewinnorientierte Unternehmen ein Interesse daran hatten, die zahlenden Auftraggeber durch günstige Ratings zufriedenzustellen, was zu einer systemischen Fehllenkung beitrug.

Was ist das Konzept eines europäischen Ratingfonds?

Der Autor schlägt einen Ratingfonds vor, bei dem eine strikte Trennung von Auftrag und Auftraggeber erfolgt, um die direkte Abhängigkeit der Ratingagenturen von den Emittenten zu beenden und somit den Wettbewerb zu beleben.

Welche Rolle spielt die Prinzipal-Agent-Theorie?

Sie wird verwendet, um die komplexen Beziehungen zwischen Investoren, Emittenten und Ratingagenturen zu erklären, insbesondere um zu zeigen, an welchen Stellen moralisches Fehlverhalten und Interessenskonflikte auftreten.

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Details

Title
Die Rolle der Ratingagenturen. Zur Überwindung des Problems der asymmetrischen Informationsverteilung im Kapitalmarkt
College
Donau-Universität Krems
Grade
2
Author
Sebastian Peneder (Author)
Publication Year
2020
Pages
29
Catalog Number
V944261
ISBN (eBook)
9783346278258
ISBN (Book)
9783346278265
Language
German
Tags
Finanzkrise Bonitätseinstufungen Informationsasymmetrie Ratingpraxis ratingagenturen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Peneder (Author), 2020, Die Rolle der Ratingagenturen. Zur Überwindung des Problems der asymmetrischen Informationsverteilung im Kapitalmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944261
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