In dieser Hausarbeit wird der Zusammenhang von Armut und Gesundheit näher untersucht. Konkret wird der Frage nachgegangen, inwiefern ein geringes Einkommen die Gesundheit beeinflussen kann. Untersucht wird dahingehend aus welchen Gründen Armut entsteht und welchen Risiken Betroffene ausgesetzt sind, welche Auswirkungen ein geringes Einkommen beziehungsweise Armut auf die Gesundheit haben kann und weiterhin mit welchen Interventionen man eine Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheiten erreichen könnte. Zunächst werden einige wissenschaftliche Definitionen von Armut vorgestellt, bevor anschließend mehrere Ursachen, Risiken und Auswirkungen eines geringen Einkommens näher beleuchtet werden. Folgend werden konkrete Einflüsse und Auswirkungen auf die Gesundheit von Betroffenen untersucht. Dabei werden die Faktoren Morbidität, Mortalität, Gesundheitsverhalten und Gesundheitsversorgung spezifischer betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen von Armut
3. Ursachen und Auswirkungen von Armut
4. Armut und Gesundheit im Zusammenhang
4.1 Morbidität und Mortalität
4.2 Gesundheitsverhalten und Gesundheitsversorgung
5. Erklärungsansätze und Interventionsmöglichkeiten
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Armut bzw. geringem Einkommen und der gesundheitlichen Verfassung von Bevölkerungsgruppen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Ursachen für die Entstehung von Armut sowie der Identifikation der spezifischen gesundheitlichen Risiken, denen Betroffene ausgesetzt sind, um daraus potenzielle Interventionsansätze zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten abzuleiten.
- Definition und verschiedene Dimensionen von Armut
- Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf Morbidität und Mortalität
- Zusammenhang zwischen Einkommen und Gesundheitsverhalten
- Barrieren in der Gesundheitsversorgung für benachteiligte Gruppen
- Erklärungsmodelle und politische Handlungsoptionen zur Gesundheitsförderung
Auszug aus dem Buch
4.1 Morbidität und Mortalität
Die sozialen Unterschiede in der Morbidität, der Häufigkeit der Erkrankungen, lassen sich besonders bezüglich schwerwiegender chronischer Erkrankungen und Beschwerden, „die oftmals mit weitreichenden Beeinträchtigungen der Alltagsbewältigung und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität einhergehen“ (Lampert et al, 2016, S. 153) beobachten. Zu diesen chronischen Erkrankungen zählen vor allem Diabetes mellitus, chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle (vgl. Lampert et al, 2016, S. 155). Ökonomisch schlechter gestellte Personen sind dabei häufiger betroffen, als ökonomisch besser gestellte Personen. Bei Herzinfarkten und Schlaganfällen wird sogar von einem 2- bis 3-fach erhöhtem Risiko gesprochen (vgl. ebd.).
Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) von 2009, 2011 und 2012 zeigten außerdem deutliche statusspezifische Unterschiede bei Hypertonie, Angina pectoris, Herz- und Niereninsuffizienz, chronischen Lebererkrankungen, Adipositas, Osteoporose, Arthrose und Arthritis (vgl. Lampert, 2018a, S. 227). Aus Daten der gesetzlichen Krankenversicherung lässt sich zudem ablesen, dass soziale Unterschiede auch bei bestimmten Krebserkrankungen, wie Magen-, Darm- und Lungenkrebs vorherrschen (vgl. Lampert et al, 2016, S. 155.). Ebenso sind psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, Angststörungen und Substanzstörungen vermehrt bei Männern und Frauen mit niedrigem sozialen Status zu finden (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Zusammenhang zwischen Einkommensungleichheit und Gesundheit und definiert das Ziel der Arbeit, die Ursachen und gesundheitlichen Auswirkungen von Armut zu untersuchen.
2. Definitionen von Armut: Dieses Kapitel erörtert verschiedene wissenschaftliche Armutsbegriffe, wie die absolute und relative Armut, und stellt das Konzept von Armut als soziales Konstrukt dar.
3. Ursachen und Auswirkungen von Armut: Hier werden Risikofaktoren für Armut sowie deren weitreichende individuelle und gesellschaftliche Folgen analysiert.
4. Armut und Gesundheit im Zusammenhang: Dieses Kapitel exploriert die wissenschaftlich belegte Korrelation zwischen sozialem Status und Gesundheitschancen.
4.1 Morbidität und Mortalität: Die Analyse konzentriert sich auf die erhöhte Häufigkeit von Krankheiten und das gesteigerte Sterberisiko in einkommensschwachen Bevölkerungsschichten.
4.2 Gesundheitsverhalten und Gesundheitsversorgung: Untersucht wird, inwiefern ein gesundheitsriskanteres Verhalten und Barrieren bei der medizinischen Inanspruchnahme zur gesundheitlichen Ungleichheit beitragen.
5. Erklärungsansätze und Interventionsmöglichkeiten: Das Kapitel stellt theoretische Modelle vor und diskutiert politische Maßnahmen zur Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit.
6. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit multidimensionaler, politischer Lösungsstrategien.
Schlüsselwörter
Armut, Einkommensungleichheit, Gesundheit, Gesundheitsungleichheit, Sozialepidemiologie, Morbidität, Mortalität, Gesundheitsverhalten, Prävention, Sozioökonomischer Status, Gesundheitschancen, Interventionsmöglichkeiten, Lebensqualität, Sozialpolitik, Armutsrisiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status, insbesondere dem Einkommen, und der gesundheitlichen Verfassung von Menschen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Armut, die Identifikation von Ursachen und Risikofaktoren sowie die detaillierte Betrachtung gesundheitlicher Folgen wie Morbidität und Mortalität.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, inwiefern ein geringes Einkommen die Gesundheit beeinflussen kann und welche Maßnahmen geeignet sind, um bestehende gesundheitliche Ungleichheiten abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und wertet bestehende sozialepidemiologische Studien, Berichte des Robert-Koch-Instituts sowie Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil behandelt die statistischen Zusammenhänge zwischen niedrigem Einkommen und verschiedenen Krankheitsbildern sowie die Auswirkungen des individuellen Gesundheitsverhaltens und des Zugangs zur medizinischen Versorgung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Armut, Gesundheitsungleichheit, Sozialepidemiologie, präventive Maßnahmen und sozioökonomischer Status.
Inwiefern beeinflusst das Alter die gesundheitliche Situation bei Armut?
Die Forschung zeigt, dass sich Gesundheitsprobleme bei armutsbetroffenen Menschen durch Kumulation im mittleren und höheren Alter verstärken, wobei die Bewältigungsmöglichkeiten durch geringere Ressourcen eingeschränkt sind.
Warum nehmen einkommensschwache Personen trotz des Gesundheitssystems seltener ärztliche Hilfe in Anspruch?
Obwohl ein einkommensunabhängiger Zugang besteht, zeigen Analysen, dass Betroffene präventive Angebote wie Check-ups oder Früherkennungsuntersuchungen seltener wahrnehmen, was die Morbiditätsrate negativ beeinflusst.
- Arbeit zitieren
- Marieke Möller (Autor:in), 2020, Armut und Gesundheit. Was ist der Zusammenhang des sozioökonomischen Faktors Einkommen und der Gesundheit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944277