Die Arbeit untersucht zwei Theorien universitärer Bildung. Zum einen Karl Jaspers, der neuhumanistische Ideale verfolgt. Und zum anderen Peer Pasternack, der in seinem Konzept die Anforderungen der modernen Zeit mit dem traditionellen Entwurf von Hochschulbildung verbindet.
Zwischen Jaspers und Pasternacks Publikationen zum Reformationsbedarf der Hochschulen liegt ein halbes Jahrhundert. Sie reflektieren beide die geschichtliche Situation der Universitäten in Deutschland, lassen ihre persönlichen Vorstellungen einfließen, die spürbar unter dem Einfluss großer Denker steht und kommen in einigen Punkten sogar überein. Zur Studienzeit Jaspers war die universitäre Ausbildung noch eine elitäre Angelegenheit. Seine positiven Erfahrungen mit dem Studium Generale werden ergänzt durch seine neuhumanistische Orientierung und seine philosophiegeprägte Vorstellung der Ganzheitlichkeit und Transzendenz durch Bildung. Aus seinem akademischen und persönlichen Hintergrund scheint es plausibel, dass er sich für eine Einheitlichkeit der Universität ausspricht und sowohl Spezialisierung als auch Öffnung verurteilt. Ganz andere Zustände durfte Peer Pasternack während des Studiums erleben. Hohe Studentenzahlen, mehrere spezifische Fakultäten und zahlreiche neue Studiengänge. Die Anforderungen des Arbeitsmarktes hatten sich radikal verändert. Während zu Jaspers Zeiten eine akademische Ausbildung die Garantie auf einen Posten im Staatsdienst war, sind heutzutage sichere Arbeitsplätze die Ausnahme. Diese neue Unübersichtlichkeit und Unsicherheit der Gesellschaft integriert Pasternack durch die Luhmannschen Annahmen in sein Konzept der Hochschulreform. In der Erkenntnis, dass es in der modernen Wissensgesellschaft unmöglich ist, auf allen Gebieten gebildet zu sein, sieht er die Zukunft der Hochschule in der Vermittlung der Methoden zur Bewältigung dieses Informationschaos. Die von ihm genannten Schlüsselqualifikationen finden sich ebenso in der Jaspers’schen Konzeption als „beweglicher Geist“ .
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Karl Jaspers: Die Idee der Universität
3. Zur Person Karl Jaspers
4. Jaspers Vorstellung universitärer Bildung
5. Die Situation der Universität nah 1945
6. Peer Pasternack
7. Zu den Begriffen Komplexität und Risiko
8. Pasternack: Der spezialisierte Generalist
9. Die aktuelle Situation der Hochschule
10. Jaspers und Pasternack im Kontext ihrer Zeit
11. Literaturverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Karl Jaspers: „Die Idee der Universität“
- Jaspers Vorstellung universitärer Bildung
- Die Situation der Universität nach 1945
- Zur Person Karl Jaspers
- Peer Pasternack
- Zu den Begriffen Komplexität und Risiko
- Pasternack: Der spezialisierte Generalist
- Aktuelle Situation der Hochschulen
- Pasternack und Jaspers im Kontext ihrer Zeit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Wandel der Universität. Im Mittelpunkt stehen die Ansätze von Karl Jaspers und Peer Pasternack, die unterschiedliche Konzepte für universitäre Bildung entwickeln. Die Arbeit analysiert die jeweiligen Ansätze im Kontext ihrer Zeit und zeigt auf, welche Herausforderungen die Universitäten im Wandel bewältigen müssen.
- Die Idee der Universität nach Jaspers
- Die Rolle des Staates in der Universität
- Der spezialisierte Generalist nach Pasternack
- Der Wandel der Universitäten im Kontext der Zeit
- Die Herausforderungen der modernen Universität
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung skizziert die Problematik der Reformbedürftigkeit deutscher Universitäten und zeigt auf, dass die Diskrepanz zwischen den von Gesellschaft und Politik gesetzten Zielen und den von den Universitäten gelieferten Ergebnissen wächst. Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die Ansätze von Karl Jaspers und Peer Pasternack zu universitärer Bildung im Kontext ihrer Zeit zu analysieren.
Karl Jaspers: „Die Idee der Universität“
Dieses Kapitel widmet sich Karl Jaspers' Schrift „Die Idee der Universität“ und seiner Vorstellung von universitärer Bildung. Es analysiert die zentrale Rolle der Wahrheitssuche und die Bedeutung von Forschung, Unterricht und Bildung im universitären Kontext. Außerdem werden Jaspers' Prinzipien von Freiheit und Gleichheit in der Universität sowie die Rolle des Staates erläutert.
Zur Person Karl Jaspers
Dieses Kapitel stellt Karl Jaspers und seine Philosophie vor. Es erläutert seine philosophischen Ansätze im Kontext der Existenzphilosophie und beleuchtet seine humanistischen und liberalen Erziehungsideale, die ihn in Konflikt mit dem nationalsozialistischen System brachten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Karl Jaspers' Ideal der Universität?
Jaspers verfolgte neuhumanistische Ideale, die auf der Suche nach Wahrheit, der Einheit von Forschung und Lehre sowie der akademischen Freiheit basieren.
Wie definiert Peer Pasternack den „spezialisierten Generalisten“?
Pasternack sieht die Aufgabe der Hochschule darin, Methoden zur Bewältigung von Informationschaos zu vermitteln, da in der modernen Wissensgesellschaft totale Bildung unmöglich ist.
Welche Rolle spielt der Staat in Jaspers' Universitätskonzept?
Jaspers betont die Notwendigkeit der staatlichen Förderung, fordert aber gleichzeitig Autonomie und Freiheit für die universitäre Bildung.
Wie unterscheiden sich die Zeitkontexte von Jaspers und Pasternack?
Jaspers schrieb in einer Zeit, als Bildung elitär war (nach 1945), während Pasternack auf die moderne Massenuniversität und die Anforderungen des flexiblen Arbeitsmarktes reagiert.
Was sind laut Pasternack die wichtigsten Schlüsselqualifikationen?
Es geht um die Fähigkeit, Komplexität und Risiken zu managen, was Jaspers bereits ähnlich als „beweglichen Geist“ bezeichnete.
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- Janine Katzberg (Author), 2006, Hochschule im Wandel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94438