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Kriegsende 1945: Der Film "Der Untergang" im Geschichtsunterricht

Title: Kriegsende 1945: Der Film "Der Untergang" im Geschichtsunterricht

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 36 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Fabian Vierbacher (Author)

Didactics - History
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„Dieser Film macht schlichtweg keinen Sinn und deswegen sollte man sich diesem Film verweigern“. Wie diese Aussage zeigt, rief Der Untergang zweifellos ein enormes, häufig kontroverses Medienecho hervor. Die Thematik des Kriegsendes 1945 war in der Öffentlichkeit so präsent wie selten zuvor. Solche Filme sind zwangsläufig Konkurrenz zum Geschichtsunterricht – doch dürfen sie auch dessen Voraussetzung, Hilfsmittel oder Gegenstand sein? Soll oder muss sich der Geschichtsunterricht, nach Borries der einzige Ort, wo Geschichte nicht fixierend und übermächtigend aufgezwungen wird, sondern gelassen und kontrovers reflektiert werden kann, mit Filmen wie Der Untergang auseinandersetzen?

Zentrale Fragestellung dieser Arbeit ist also: Wie ist der Film Der Untergang in Hinblick auf seine didaktische Wirkungsmacht zu beurteilen, kann er im Geschichtsunterricht verwendet werden?

Nach einem kurzen Abriss über den gegenwärtigen Forschungsstand soll Der Untergang zunächst als Phänomen von Geschichtskultur und Geschichtsbewusstsein betrachtet werden. Auch muss hierbei erläutert werden, inwieweit Der Untergang tatsächlich als historischer Spielfilm zu bezeichnen wäre. Danach soll Entstehungshintergrund und Filmkritik in den Mittelpunkt gerückt werden, bevor in einem kurzen historischen Exkurs zwischen dem filmisch dargestellten Kriegsende und dem modernen Forschungsstand verglichen wird. Anschließend muss auch Filmsprache, Wirkung und Deutung näher untersucht werden.

Im Rahmen einer Hauptseminararbeit kann dies allerdings nur ausschnittweise und exemplarisch geschehen. Im vierten Abschnitt dieser Seminararbeit sollen mögliche Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt werden sowie Chancen, Grenzen Voraussetzungen und Beispiele eines solchen Unterfangens dargelegt werden. Abschließend wird diskutiert, inwiefern Der Untergang tatsächlich einen Beitrag zum aufgeklärten Geschichtsbewusstsein liefern kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Fragestellungen

2 Überblick über den geschichtsdidaktischen Forschungsstand

3 Das Medium Film im Kontext von Geschichtskultur und Geschichtsbewusstsein

4 Das Beispiel Der Untergang

4.1 Der Untergang – ein „historischer Spielfilm“?

4.2 Entstehungshintergrund

4.3 Kritik

4.4 Historischer Exkurs: Die Situation im Dritten Reich im Frühjahr 1945

4.5 Die Filminhalt: Das letzten Tage im Führerbunker in Der Untergang

4.6 Die Filmsprache in Der Untergang

4.7 Die Darstellung der Handlungsfiguren

5 Der Untergang im schulischen Kontext

5.1 Der Untergang im Unterricht: Chancen und Schwierigkeiten

5.2 Der Einsatz im Unterricht

6 Schluss: Der Untergang – Ein sinnvoller Beitrag zum aufgeklärten Geschichtsunterricht?

7 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die didaktische Eignung und Wirkungsmacht des Spielfilms "Der Untergang" im schulischen Geschichtsunterricht. Dabei wird analysiert, inwieweit der Film trotz seiner fiktionalen Elemente und seiner kontroversen Darstellung von Akteuren des Nationalsozialismus einen Beitrag zu einem reflektierten Geschichtsbewusstsein leisten kann.

  • Analyse des geschichtsdidaktischen Forschungsstandes zum Medium Film
  • Einordnung des Films in den Kontext von Geschichtskultur und Geschichtsbewusstsein
  • Kritische Auseinandersetzung mit der historischen Authentizität und Faktizität
  • Untersuchung der filmischen Mittel und der Figurendarstellung
  • Diskussion über Chancen und Risiken des Einsatzes im schulischen Unterricht

Auszug aus dem Buch

Die Filminhalt: Das letzten Tage im Führerbunker in Der Untergang

Der Untergang stellt die letzten Tage im Leben Hitlers nach, der sich isoliert von der Außenwelt im Bunker der Reichskanzlei befindet, während die Schlacht um Berlin tobt. Der erbitterte Häuserkampf wird vor allem von Volkssturm und Hitlerjugend getragen. Der Film zeigt anfangs Szenen aus einem Interview mit Hitlers Sekretärin Traudl Junge, aus deren Perspektive der Film im weiteren Verlauf die Ereignisse darstellt. Jung wird im November 1942 (trotz offensichtlicher Schwächen) als Sekretärin Hitlers eingestellt. Die Handlung des Films beginnt dann mit Hitlers 56. Geburtstag am 20. April. Er zeichnet die Ereignisse der folgenden Tage nach, Hitlers Wutausbrüche angesichts der Meldungen seiner Generäle, die alkoholgetränkten Feiern im Angesicht des Untergangs, Hitlers Ansicht vom „verdienten Untergang“ des deutschen Volkes bis hin zum Selbstmord Hitlers und der Familie Goebbels im Bunker.

Nachdem Speer Hitler eröffnet hatte, dass er Hitlers Zerstörungsbefehle bereits ausgesetzt hat, bleibt Hitler mit dem engsten Kreis seiner verbliebenen Getreuen bestehend aus Joseph Goebbels, Staatssekretär Walter Hewel und Martin Bormann, Chef der Reichskanzlei, seinen beiden Sekretärinnen Gerda Christian und Traudl Junge und seiner Geliebten Eva Braun (die er kurz vor seinem Suizid noch ehelicht) im Berliner Führerbunker zurück. Nach dem Selbstmord Hitlers und seiner Frau und nachdem er am 29. April 1945 Junge sein privates und politisches Testament diktiert hatte, werden seine sterblichen Überreste verbrannt. Goebbels, nun in der Nachfolge Hitlers, versucht Friedensverhandlungen zu initiieren und beauftragt General Hans Krebs, mit dem sowjetischen Generaloberst Wassili Iwanowitsch Tschuikow Kontakt aufzunehmen. Als dies scheitert, entschließt er sich, genauso wie seine Frau Magda zum Selbstmord und verabreicht auch seinen Kindern Zyankalikapseln. Der Führerbunker ist mittlerweile eingekesselt, die Protagonistin Traudl Junge flieht schließlich und stellt sich den russischen Soldaten. Am 2. Mai 1945 ergibt sich General Helmuth Weidling, Kampfkommandant des Verteidigungsbereiches Berlin, den russischen Truppen. Wenige Tage später endet der Zweite Weltkrieg.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Fragestellungen: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der didaktischen Wirkungsmacht des Films "Der Untergang" und steckt den Rahmen für die Untersuchung ab.

2 Überblick über den geschichtsdidaktischen Forschungsstand: Das Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Filmforschung innerhalb der Geschichtsdidaktik und benennt bestehende Defizite und Anforderungen an ein Analysemodell.

3 Das Medium Film im Kontext von Geschichtskultur und Geschichtsbewusstsein: Es wird erörtert, wie Filme als Produkt und zugleich als prägender Faktor des gesellschaftlichen Geschichtsbewusstseins fungieren.

4 Das Beispiel Der Untergang: Dieser Hauptteil analysiert den Film hinsichtlich seiner Klassifizierung, Entstehungsgeschichte, medialen Kritik sowie seiner historischen Exaktheit, Filmsprache und Figurendarstellung.

5 Der Untergang im schulischen Kontext: Hier werden die Chancen und didaktischen Schwierigkeiten beim Einsatz des Films im Unterricht reflektiert, inklusive der methodischen Ansätze zur Filmanalyse.

6 Schluss: Der Untergang – Ein sinnvoller Beitrag zum aufgeklärten Geschichtsunterricht?: Das Fazit beantwortet die Leitfrage und betont, dass der Film nur durch kritische Diskussion im Unterricht einen sinnvollen Beitrag zur historisch-politischen Bildung leisten kann.

7 Bibliographie: Listet die verwendeten Filmquellen, Literatur und Quellen auf.

Schlüsselwörter

Der Untergang, Geschichtsdidaktik, Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur, Spielfilm, historischer Spielfilm, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Filmanalyse, Medienkompetenz, Adolf Hitler, Unterrichtsmethoden, Geschichtsunterricht, Erinnerungskultur, Zeitgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Eignung des Spielfilms "Der Untergang" für den Geschichtsunterricht an Schulen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle von Spielfilmen als Geschichtsmedium, die historische Authentizität, die Wirkung auf Schüler sowie die Anforderungen an eine mediengestützte Geschichtsdidaktik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie der Film "Der Untergang" hinsichtlich seiner didaktischen Wirkungsmacht zu beurteilen ist und ob er im Geschichtsunterricht sinnvoll eingesetzt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine medienanalytische und geschichtsdidaktische Untersuchung durchgeführt, die auf der Literaturanalyse und der Anwendung existierender didaktischer Schemata zur Filmanalyse basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche und ästhetische Analyse des Films, eine Untersuchung des Entstehungs- und Rezeptionskontexts sowie eine Reflexion über dessen Einsatzmöglichkeiten im schulischen Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Der Untergang", Geschichtsdidaktik, Geschichtsbewusstsein, Filmanalyse, historischer Spielfilm und Medienkompetenz.

Welche Rolle nimmt Traudl Junge im Film laut der Untersuchung ein?

Der Film nutzt die Perspektive von Traudl Junge, einer jungen Frau, die der Demagogie des Nationalsozialismus erliegt, um dem Zuschauer eine Identifikationsfigur anzubieten und die Ereignisse aus einer scheinbar naiven Innensicht zu schildern.

Warum wird der Einsatz des Films im Unterricht kritisch gesehen?

Die kritische Sichtweise ergibt sich vor allem aus der Gefahr einer emotionalen Überwältigung, der Gefahr der Opfer-Identifikation mit den Protagonisten sowie dem potenziellen Ausblenden der komplexen historischen Hintergründe und Opfer des Holocausts.

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Details

Title
Kriegsende 1945: Der Film "Der Untergang" im Geschichtsunterricht
College
LMU Munich
Course
Die Geschichte des 20. Jahrhunderts im Geschichtsunterricht
Grade
2,0
Author
Fabian Vierbacher (Author)
Publication Year
2008
Pages
36
Catalog Number
V94456
ISBN (eBook)
9783640106394
ISBN (Book)
9783640336227
Language
German
Tags
Kriegsende Film Untergang Geschichtsunterricht Geschichte Jahrhunderts Geschichtsunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Vierbacher (Author), 2008, Kriegsende 1945: Der Film "Der Untergang" im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94456
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