Framing macht Politik. Wie nutzt die rechtspopulistische AfD politisches Framing im Wahlkampf?


Projektarbeit, 2019

17 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Rahmen
2.1 Rechtspopulismus
2.2 Rhetorik
2.3 Framing
2.3.1 Visual Framing (auch ikonische Repräsentation)

3 Bildanalyse der AfD
3.1 Analyse der Wahlplakate
3.2 Analyse der auserwählten Social-Media Beiträge

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die AfD - Die Alternative für Deutschland - wurde im Februar 2013 offiziell gegründet. Schon 2017 vervielfachte sich die Zahl ihrer Wähler (im Vergleich zu 2013) bei der Bundestagswahl. So gilt die AfD als drittstärkste Kraft, die mit 5.317.499 (11,5%) Erststimmen und 5.878.115 (12,6%) Zweitstimmen, in den Bundestag einzog (vgl. Voigt/Güldenzopf/Böttger 2017: S. 18). Zum ersten Mal konnte sich in der Bundesrepublik Deutschland eine rechtsorientierte Partei so weitreichend etablieren und ausweiten. Bemerkenswert ist jedoch, dass nicht nur die Anzahl der Mitglieder in den Gruppen und Kreisen rapide wuchs, sondern auch die Anzahl der AfD-Sympathisanten und ihrer Wähler. Die AfD zog rasch neue Mitglieder an. Doch wie lassen sich die Wahlerfolge der AfD nun interpretieren? Wie überzeugt die AfD das Volk bzw. die Wähler im Wahlkampf?

Es handelt sich bei der AfD um eine euroskeptische Partei. Das programmatische Portfolio konzentriert sich auf die Kritik an der EU als auch auf die Kritik an die gemeinsame Währung Europas. Im Zuge der Flüchtlingskrise begannen die Themen, wie z.B. Integrationspolitik und Gesellschaftspolitik, eine relevantere Rolle zu spielen. Sie bilden in der Politik ihr immer klarer werdendes und rechtspopulistische Profil heraus. Welchen Beitrag leistet der Rechtspopulismus der AfD in der Rhetorik? Und macht die AfD sich den Rechtspopulismus als Stilmittel in ihrer Redekunst zur eigen? Die Rhetorik und die Kommunikationsmethoden der Politiker tragen viel in das Verständnis der Politik ein. Wie verstehen die Menschen Politik? Als Beispiel ist das Framing zu betonen. Laut der Wissenschaft ermöglichen Frames das Denken. Bei diversen inhaltlichen Formulierungen einer sog. Message werde der Adressat dieser Nachricht auch unterschiedlich beeinflusst. Inwieweit werden die Wähler nun aufgrund des politischen Framings beeinflusst? Sind die politischen Erfolge von Gauland und anderer AfD Politiker mit dem politischen Framing zu interpretieren? Was genau ist das politische Framing überhaupt? Wie lässt sich Framing des Weiteren erklären? Das Ziel des politischen Framings ist es, anhand der Sprache Politik zu machen. Dabei werden die einfallsreichen Ideen der Politiker in Bezug auf ihre Rhetorik auf bildhafte Darstellungen gestützt. So lösen sich die Frames in den Köpfen der Menschen aus. George Lakoff – Neurolinguist – beschreibt Frames wie folgt:

„Frames sind Deutungsrahmen, die unser Wissen strukturieren und den Informationen einen Sinn zuordnen.“ (Schiebel 2019: S. 51).

Aufgrund der gedankenraubenden Fragen ist es wichtig, diese Problematik zu untersuchen. Der Weg zum Erfolg der AfD in den Wahlkämpfen ist bemerkenswert und sollte nicht außeracht gelassen werden. Zumal die AfD ihre Erfolge in einer relativ ‚kurzen‘ Zeitspanne erzielt hat. Zudem ist die Thematik interessant für alle Wahlberechtigte. Die nicht nachlassende Aktualität der AfD in den Medien trägt auch eine wichtige Rolle bei der Entscheidung der zu analysierenden Fragestellung in der vorstehenden Projektarbeit, denn die meisten Wähler informieren sich über die aktuellen politischen Themen in den Massenmedien. Die Medien sind einflussreich und beeinträchtigen die Entscheidungen der Wahlberechtigten.

Nun zu der Struktur der vorliegenden Projektarbeit: An erster Stelle werden die theoretischen Grundlagen behandelt. Diese umfassen den Rechtspopulismus, die Rhetorik (auch als Redekunst der Politiker zu verstehen) und die Framing-Methode. In Kapitel 2.1 wird der Versuch einer Erklärung zum Begriff des Rechtspopulismus durchgeführt und anschließend werden Bezüge zu der AfD hergestellt. Anschließend wird in Kapitel 2.2. die Rhetorik bzw. die politische Kommunikation dargestellt. So folgt im nächsten Kapitel 2.3 die Erklärung zu der Framing-Methode, welche im Zusammenhang mit der Sprache bzw. der populistischen Rhetorik steht. Kapitel 2.3.1 vertieft die visuelle Kommunikationsforschung, und zwar das sog. „Visual Framing“, welches auch unter dem Begriff „ikonische Repräsentation“ aufzufinden ist. Diese bezieht sich nämlich unter anderem auf die bildhafte Darstellung politischer Frames, wie z.B. auf den Wahlplakaten der unterschiedlichen Parteien.

Nach den theoretischen Grundlagen folgt der Hauptteil der Projektarbeit, denn in Kapitel 3 werden unterschiedliche und auserwählte Bilder der AfD im Hinblick auf die Framing-Methode untersucht. Zuerst werden die unterschiedlichen Wahlplakate der AfD untersucht und analysiert. Anschließend werden die auserwählten Social-Media-Beiträge der AfD unter die Lupe genommen.

Um auf die Forschungsfrage der Projektarbeit zurückzukommen, nämlich wie die rechtspopulistische AfD politisches Framing im Wahlkampf nutzt, werden im letzten Kapitel der Arbeit, also im Fazit, zusammenfassend die Ergebnisse dargestellt.

2 Theoretischer Rahmen

In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit den wesentlichen theoretischen Grundlagen, welche als Stütze für das allgemeine Verständnis der vorliegenden Projektarbeit dienen.

Zu Beginn wird komprimiert auf den Begriff des Rechtspopulismus eingegangen. Ergänzend dazu wird ein kurzer Bezug auf die AfD hergestellt. Im darauffolgenden Unterpunkt folgt die Rhetorik. Dabei wird die Redekunst der Politiker im Allgemeinen dargestellt. Anschließend wird im letzten Unterpunkt an die Framing-Methode und an das sog. Visual Framing (ikonische Repräsentation) angeknüpft. Das Framing trägt in der Kommunikationsforschung, insbesondere der politischen, eine einflussreiche Rolle und ist in der heutigen Zeit belangreich für die Kommunikation zwischen den Politikern und den Bürgern.

2.1 Rechtspopulismus

„Der Rechtspopulismus vermeidet in der Regel anti-demokratische Bekenntnisse und spezialisiert sich auf einige Problemkreise wie Einwanderung und Opposition gegen die » politische Klasse « und die Europäische Union.“ (Von Beyme 2018, S. 23 )

Dem Begriff „Rechtspopulismus“ begegnen wir oft im Alltag. Dieser hat sich territorial weitestgehend verbreitet und eine hohe und relevante Stellung in den politischen Tagesthemen eingenommen. Der Rechtspopulismus wird als eine Gestalt des Populismus wahrgenommen und definiert. In der Literatur existiert jedoch keine konkrete Definition des Begriffs (vgl. von Beyme 2018, S. 47).

Die AfD ist eine euroskeptische Partei und ihr programmatisches Portfolio konzentriert sich auf die Kritik an der Europäischen Union. Im Zuge der Flüchtlingskrise nahmen die Themen, wie z.B. Integrations- und Gesellschaftspolitik, eine bedeutsame Rolle an. Das immer klarer werdende rechtspopulistische Profil der AfD stärkt sich. Dieser Prozess ist unter anderem in den Medien zu beobachten.

2.2 Rhetorik

Abzuleiten ist der Begriff der Rhetorik aus dem altgriechischen „rhētorikḗ“ und ist häufig in den Übersetzungen als „Redekunst“, „Kunst der Beredsamkeit“ und auch als „die Lehre von der wirkungsvollen Gestaltung der Rede“ aufzufinden.1

Eine gute Rhetorik zu beherrschen kann vieles vereinfachen. Beispielsweise dient es als eine Bereicherung für Politiker. Sie halten Reden, in welchen sie versuchen das deutsche Volk über ihre politische Anschauung zu überzeugen, um z.B. bei einer anstehenden Wahl Stimmen zu erlangen. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Inhalte der Reden sich in den Gedanken festigen und zum Nachdenken anregen. So kann man zusammenfassend sagen, dass die Rhetorik eine gewisse Art von Kunst darstellt, in der das Individuum (hier Bsp. Politische Rede: vor einem Publikum) wirksam zu sprechen hat, um überzeugen zu können.

Sprache macht Politik. Diese Aussage lässt sich anhand vieler Methoden belegen. Eine von vielen Methoden in der politischen Kommunikationsforschung ist das Framing. Das Framing ist der Einsatz der Sprache. Das Ziel dabei ist Politik zu machen. Interessant ist, dass die Politiker bewusst in ihrer Rhetorik auf bildhafte Darstellungen und Ideen setzen (vgl. Schiebel 2019, S. 51).

2.3 Framing

„Frames werden durch Sprache im Gehirn aktiviert. Sie sind es, die Fakten erst eine Bedeutung verleihen, und zwar, indem sie Informationen im Verhältnis zu unseren körperlichen Erfahrungen und unserem abgespeicherten Wissen über die Welt einordnen. Dabei sind Frames immer selektiv. Sie heben bestimmte Fakten und Realitäten hervor und lassen andere unter den Tisch fallen. Frames bewerten und interpretieren also. Und sind sie erst einmal über Sprache – etwa jener in öffentlichen Debatten – in unseren Köpfen aktiviert, so leiten sie unser Denken und Handeln an, und zwar ohne, dass wir es merkten.“ (Wehling 2016, S. 17-18)

Unter Framing durch Massenmedien und Akteure versteht man eine spezifische Darstellung von Themen. Diese Themen werden in bestimmte Interpretationsrahmen gestellt. Gesellschaftliche Sachverhalte werden als veränderungswürdig ‚abgestempelt‘ und somit als politisches Problem identifiziert. Der Prozess des Framings ist wirkungsvoll und leitet zu hohen Aufmerksamkeitsströmen in der Öffentlichkeit (vgl. Strohmeier 2004). Zudem verarbeitet das Gehirn Worte und Ideen. Dies führt dazu, dass das Wissen und die Sinnzusammenhänge der Erfahrungen aus der Vergangenheit aktiviert werden. Dazu gehören beispielsweise die Gefühle, Wahrnehmungen der Menschen und so weiter. Das Gehirn ruft somit die sog. körperlichen Vorgänge ab, welche in Verbindung mit den Worten stehen weiter (vgl. Wehling 2016, S. 21).

In der kognitiven Wissenschaft werden derartige Deutungsrahmen als Frames bezeichnet. Interessant ist, dass jedes Wort einen Frame im Gehirn aktiviert. Doch wie geschieht das alles und wie hat man sich das vorzustellen?

Schauen wir uns ein Beispiel dazu an:

Sie lesen oder hören den Satz: „Flüchtlinge sind willkommen.“ – In Ihrem Gehirn lösen sich nun die Frames aus und werden aktiviert. Sie stellen sich stark pigmentierte Menschen in Massen mit Gepäckstücken vor, Damen mit einer Kopfbedeckung oder Menschen aus Nordafrika oder Syrien? Warum? Sie haben doch nur gelesen oder gehört, dass Flüchtlinge willkommen sind… Woher wusste Ihr Gehirn das?

Ihr Gehirn nutzt die Frame-Semantik, um das Gelesene oder Gehörte zu speisen. Dinge und Ereignisse in der eigenen Erfahrungswelt – auch simulativ abgespeicherte – treten somit als Frames im Gehirn auf. So aktiviert das Gehirn alle Frames, die aus der eigenen Erfahrungswelt bereits als Information abgespeichert sind. So aktivieren sich auch die Bilder im Kopf, wie z.B. das Erscheinungsbild der Menschen (wie z.B. südländischer Herkunft), wenn man das Wort „ Flüchtling “ hört oder liest. (eigenes Beispiel in Anlehnung an: Wehling 2016)

Im Alltag ist es uns Menschen nicht allzu sehr bewusst, dass die Sprache eine enorm wichtige Rolle spielt. Wir verbinden vieles mit der Sprache und sehen, dass Wörter sich in unseren Köpfen in Form von Frames abspeichern und wiedergeben. Die Sprache, die wir zu lesen oder hören bekommen, ist ein Verursacher der in den Köpfen aktivierten Frames (vgl. Wehling 2016, S. 41).

2.3.1 Visual Framing (auch ikonische Repräsentation)

„Contemporary elections are built on a visual foundation. Candidates must appear telegenic enough to invite and sustain close viewer scrutiny, and the events that compaigns stage, if they are to be effective, must strengthen and reinforce the candidate's personal appeal and policy initiatives.“ (Grabe/Bucy 2009, S. 85)

In den letzten Jahren entwickelte sich das Visual Framing zu einem lebhaften Forschungsgebiet der Kommunikationsforschung, insbesondere der visuellen. Die Entstehung eines visuellen Frames gelingt durch einen mehrstufigen Prozess. Dabei werden auserwählte Bilder zum Thema und andere fallen in den Hintergrund (vgl. Geise/Lobinger 2013, S. 11). Coleman bezeichne das Visual Framing als „Lebenslinie“ der visuellen Kommunikationsforschung, jedoch bestünde der Bedarf einer Weiterentwicklung sowohl theoretisch als auch methodisch (vgl. Geise/Lobinger 2013, S. 12). Als Kritikpunkt fällt zum einen die Unklarheit der Relation zwischen den Frames und den Bildern auf. Der Grund dafür ist die komplizierte Zuordnung dieser zueinander. Die Bilder besitzen eine eigene Logik in der Vision und können unabhängig von den Texten in Diskurse eingewickelt werden. Das Framing schreibt den Bildern jedoch eine erweiterte Bedeutungsebene zu. Diese stammen aus den medialen Kontexten (vgl. Geise/Lobinger 2013, S. 13). Das Visual Framing lässt sich in der Politik häufig auch auf Plakaten erkennen. Ausdrücklich fallen die Wahlplakate der Parteien darunter, denn die sog. Plakatkommunikation spielt eine enorm wichtige Rolle im Wahlprozess. Diese Art der Kommunikationsform ist aufgrund der visuellen Wirksamkeit wichtig (vgl. Niehr/Kilian/Wengeler 2017, S. 607). Die Kandidaten der AfD, als andere Kandidaten der deutschen Parteien, haben ein Ziel: Bei den Wahlen zu gewinnen. Wie gelingt es ihnen, die Wähler zu beeinflussen und gleichzeitig zu überzeugen? Mithilfe der Wahlplakate regen sie die Bürger an und fangen ihre Aufmerksamkeit auf. Die Methode des Visual Framings weist eine relevante Stellung im Wahlkampf auf und bietet sich demzufolge als eine hilfreiche Möglichkeit des Kommunikationsaufbaus zwischen Kandidaten und Bürger an.

In den letzten Jahren wurden in Deutschland islamfeindlich-politische visuelle Konstruktionen von wahlwerbenden Rechtspopulisten entwickelt und eingesetzt (vgl. Liebhart 2015, S. 88). Das Ziel ist die „Grenzen überschreitende islamfeindliche visuelle Repräsentation“ (Liebhart 2015, S. 88) in den Vordergrund und zu ziehen. In diversen Wahlkampagnen werden antimuslimische – auch islamfeindliche – politische Darstellungen in Form von Bildern und Kurztexten von Rechtspopulisten genutzt. Häufig eingesetzte Motive sind das Kopftuch und die Moscheen oder Minarette. Diese haben mittlerweile ein ikonisches Ansehen im öffentlichen Diskurs erlangt und sind in den Gedächtnissen abgespeichert (vgl. Liebhart 2015, S. 88).

3 Bildanalyse der AfD

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – Wer kennt es nicht? In diesem Kapitel werden auserwählte Wahlplakate und Social-Media Beiträge der AfD unter die Lupe genommen und unter Berücksichtigung der (Visual) Framing-Methode analysiert.

[...]


1 s. „Rhetorik“ auf Duden online. URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Rhetorik (Stand: 10.08.2019)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Framing macht Politik. Wie nutzt die rechtspopulistische AfD politisches Framing im Wahlkampf?
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Gesellschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Methodenanwendung
Note
2,0
Jahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V944687
ISBN (eBook)
9783346288844
ISBN (Buch)
9783346288851
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Framing, Politik, AfD
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Framing macht Politik. Wie nutzt die rechtspopulistische AfD politisches Framing im Wahlkampf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944687

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