Diese Arbeit charakterisiert den Menschen Titus Pomponius Atticus. Dabei soll verglichen werden, wie der Mensch Atticus bei Cornelius Nepos beschrieben wird, und welchen Eindruck von Atticus man aus der Korrespondenz zwischen Marcus Tullius Cicero und Titus Pomponius Atticus gewinnt. Da eine umfassende Erläuterung und Gegenüberstellung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, basiert der Vergleich auf ausgewählten Aspekten. Zunächst werden bestimmte Textstellen, welche die ausgewählten Gesichtspunkte illustrieren, übersetzt und wenn nötig erläutert. Es folgen einige Bemerkungen zur Sprache Nepos. Der Hauptteil der Arbeit besteht aus einem einführenden Kapitel zum Vergleich per se und den Erläuterungen anhand fünf prägender Themen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Übersetzung ausgewählter Textstellen der Atticus-Biographie
2.1 Ausgewählte Textstellen
2.2 Sachliche Erläuterungen
3 Beobachtungen zur Sprache
4 Vergleich des Atticus-Bildes von Nepos mit dem Bild Atticus’ von Cicero
4.1 Der Vergleich
4.2 Die Charakterisierung von Atticus
4.3 Die politische Haltung von Atticus
4.4 Der Umgang mit Freunden und Verwandten
4.5 Das Verhältnis zwischen Marcus Tullius Cicero und Titus Pomponius Atticus
4.6 Das Verhältnis zwischen Quintus Tullius Cicero und Titus Pomponius Atticus
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
6.1 Ausgaben
6.2 Sekundärliteratur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Bild der historischen Person Titus Pomponius Atticus zu entwerfen, indem sie die Darstellung des Cornelius Nepos kritisch mit den Informationen aus der Korrespondenz von Marcus Tullius Cicero kontrastiert und durch den Vergleich ein umfassenderes Verständnis der Persönlichkeit ermöglicht.
- Analyse und Übersetzung zentraler Passagen aus der Atticus-Biographie des Nepos.
- Gegenüberstellung des durch Nepos gezeichneten idealisierten Bildes mit den persönlichen Briefzeugnissen Ciceros.
- Untersuchung der politischen Haltung und des sozialen Verhaltens von Atticus in einer krisenhaften Ära.
- Bewertung des Einflusses der epikureischen Philosophie auf die Lebensführung und Freundschaften des Atticus.
Auszug aus dem Buch
Die politische Haltung von Atticus
In der Politik hält sich Atticus zurück, offiziell gewährt er weder den Optimaten noch den Popularen politische Unterstützung. Aus der Biographie von Nepos und aus der Cicero-Korrespondenz ist ersichtlich, dass der Privatmann Atticus eher die Ansichten der Optimaten teilt: „In re publica ita est versatus, ut semper optimarum partium et esset et existimaretur […].“
Atticus und Cicero machten sich keine Illusionen über den Zustand der res publica. So schreibt Cicero schon im Dezember 61: „Nos hic in re publica infirma, misera commutabilique versamur.“
Nepos sagt, Atticus habe bewusst auf eine Ämterlaufbahn verzichtet, weil er kein Vertrauen mehr in das Gemeinwesen habe und ein Amt nicht mehr ohne Bestechung zu erlangen sei, cf. Kapitel 2, Text 6,2, p. 3. Allerdings drängt sich hier auch die Überlegung auf, ob Atticus zu Gunsten seiner Geldgeschäfte auf eine politische Karriere verzichtet hat. Es ist bekannt, dass Atticus das Vermögen vieler Freunde verwaltet sowie zahlreichen Leuten und Städten Darlehen gewährt. Durch den Antritt eines politischen Amtes hätte Atticus seine Geldgeschäfte aufgeben oder zumindest einschneidend reduzieren müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Zielsetzung, den Menschen Atticus durch den Vergleich von Nepos' Biographie und Ciceros Briefen facettenreich darzustellen.
2 Übersetzung ausgewählter Textstellen der Atticus-Biographie: Präsentation ausgewählter Passagen aus dem Werk „De Viris Illustribus“ nebst sachlichen Erläuterungen und Kontextualisierung.
3 Beobachtungen zur Sprache: Analyse der sprachlichen Besonderheiten und des Stils, in dem Cornelius Nepos die Lebensbeschreibung verfasst hat.
4 Vergleich des Atticus-Bildes von Nepos mit dem Bild Atticus’ von Cicero: Zentrale Analyse, die den Vergleich der unterschiedlichen Quellen, den Charakter, die politische Haltung sowie die sozialen Beziehungen des Atticus beleuchtet.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung, die betont, dass erst durch die Kombination der Quellen ein realistischeres Bild von Atticus als einflussreicher Privatmann entsteht.
6 Literaturverzeichnis: Auflistung der herangezogenen Primärquellen (Ausgaben) sowie der verwendeten wissenschaftlichen Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Titus Pomponius Atticus, Cornelius Nepos, Marcus Tullius Cicero, Atticus-Biographie, De Viris Illustribus, antike Korrespondenz, epikureische Philosophie, politische Haltung, Optimaten, Freundschaft, römische Geschichte, soziale Netzwerke, Atticus-Bild, Römische Republik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das historische Bild des Titus Pomponius Atticus unter Einbeziehung zweier unterschiedlicher Quellengattungen: der offiziellen Biographie von Cornelius Nepos und den persönlichen Briefen von Marcus Tullius Cicero.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Charakterisierung des Atticus, seine politische Unabhängigkeit, seinen Umgang mit Freunden sowie den Einfluss seiner epikureisch geprägten Lebensführung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein abgerundetes Bild des Atticus zu erstellen, da die alleinige Betrachtung der Biographie von Nepos zu einseitig erscheint und durch die Briefe Ciceros eine notwendige Ergänzung erfährt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Textanalyse, bei der zentrale Textstellen der antiken Autoren übersetzt, erläutert und im Hinblick auf ihre Aussagekraft über die Person Atticus gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in sprachliche Beobachtungen und die thematische Analyse der Charakterbilder, unterteilt in politisches Wirken, Charaktereigenschaften und soziale Beziehungen zu den Ciceros.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Titus Pomponius Atticus, Cornelius Nepos, Marcus Tullius Cicero, das antike Freundschaftsideal sowie die politische und philosophische Einordnung der Person.
Wie bewertet der Autor die politische Zurückhaltung des Atticus?
Der Autor diskutiert kritisch, ob Atticus' Verzicht auf eine politische Karriere rein idealistischen Motiven entsprang oder ob handfeste finanzielle Interessen und die Sorge um seine Geldgeschäfte den Ausschlag gaben.
Warum ist der Vergleich mit den Briefen Ciceros für das Bild des Atticus entscheidend?
Während Nepos ein tendenziell idealisiertes, eher offizielles Porträt zeichnet, gewähren Ciceros Briefe einen Einblick in den Privatmann Atticus, was ein realistischeres und differenzierteres Verständnis ermöglicht.
- Quote paper
- Alexandra Zaugg (Author), 2002, Das Atticus-Bild - Ein Vergleich anhand ausgewählter Textfunde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9446