Strategien der Unternehmensfinanzierung. Eine Untersuchung der Innen- und Außenfinanzierung mit Praxisbeispiel


Hausarbeit, 2018

18 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Sichtweisen auf die Unternehmensfinanzierung
2.1 Definition und Sichtweisen der Unternehmensfinanzierung
2.2 Problematiken der Unternehmensfinanzierung

3 Strategien der Unternehmensfinanzierung
3.1 Außenfinanzierung
3.1.1 Finanzierung über Eigenkapital in der Praxis
3.1.2 Finanzierung über Fremdkapital in der Praxis
3.2 Innenfinanzierung
3.2.1 Selbstfinanzierung in der Praxis
3.2.2 Finanzierung aus Abschreibungen und Rückstellungen in der Praxis

4 Praxisbeispiel – Dresdner Bank als Finanzierungspartner des Mittelstandes
4.1 Profil des Mittelstandes
4.2 Finanzierung in der Gründungsphase
4.3 Finanzierung in der Expansionsphase

5 Fazit
5.1 Zielerreichung
5.2 Perspektiven

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

AG Aktiengesellschaft

GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung

MIND Initiative „Mittelstand in Deutschland“

OHG Offene Handelsgesellschaft

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

„Der Mittelstand gilt als Rückgrat der deutschen Wirtschaft.“1 Diese Aussage begründet, weshalb vor allem Mittelständische Unternehmen ein hohes Interesse für die Wirtschaftsforschung im Bereich der Finanzierungen aufweisen. Die Meinungen in der Finanzierungsfrage gehen auseinander, da es auf der einen Seite heißt, dass Mittelständische Unternehmen Schwierigkeiten mit ihrer Liquidität haben, auf der anderen Seite heißt es, dass sie ein besseres Finanzmanagement führen als Großkonzerne. Aus empirischen Studien zu den Finanzierungsmöglichkeiten des Mittelstandes geht hervor, dass über klassische Finanzierungsmethoden hinaus neue Möglichkeiten zur Finanzierung bestehen, die zusammen mit einem aktiven Finanzmanagement noch nicht vollständig genutzt werden.2 Aus diesem Hintergrund beschäftigt sich die folgende Arbeit mit dieser Fragestellung: Welche Finanzierungsstrukturen gibt es und wie können diese in den verschiedenen Unternehmensformen verwendet werden, um eine erfolgreiche Unternehmensfinanzierung, vor allem im Mittelstand, zu gewährleisten?

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Der Begriff Unternehmensfinanzierung und die dazugehörigen Strategien sind, aufgrund stetigen technischen Fortschritts und wachsender globaler Zusammenarbeit der Unternehmen, wandelbar und beinhalten einige Anforderungen, welche in dieser Arbeit definiert werden. Weiterhin werden Strategien für eine erfolgreiche Unternehmensfinanzierung in den Bereichen Innen- und Außenfinanzierung, wie beispielsweise Kreditfinanzierungen, Beteiligungsfinanzierungen, Finanzierung durch Abschreibung und Rückstellung, Selbstfinanzierung und Finanzierungen über die Kapitalmärkte gegliedert dargestellt. Außerdem wird die Geringnutzung einiger Finanzierungspotentiale, durch den Deutschen Mittelstand aufgezeigt und begründet. Anhand eines Praxisbeispiels der Dresdner Bank als Finanzierungspartner für den deutschen Mittelstand werden abschließend Strategien zur Unternehmensfinanzierung im praktischen Kontext veranschaulicht. In diesem Praxisbeispiel wird dargestellt, wie die erklärten Finanzierungsinstrumente in der Gründungs- und Expansionsphase eines Unternehmens Anwendung finden.

Diese Arbeit bedient sich folgender wissenschaftlicher Methoden: Zum einen wird durch Literaturrecherche die Verarbeitung grundliegender Literatur verfolgt um die o.g. Fragestellung zu beantworten. Zum anderen soll das Praxisbeispiel die für die Innen- und Außenfinanzierung dargestellten Praxistheorien zur Finanzierung in Ihrer Produktform bei der Dresdner Bank zeigen. Vor allem die Teilnahme am Kapitalmarkt und die flexibleren Kreditalternativen sollen hervorgehoben werden.

2 Sichtweisen auf die Unternehmensfinanzierung

Dieser Abschnitt der Arbeit stellt die Definition und die Problematiken der Unternehmensfinanzierung dar und erklärt diese.

2.1 Definition und Sichtweisen der Unternehmensfinanzierung

In der Unternehmensfinanzierung ist die externe Betrachtung, der verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten des Unternehmens, die klassische Betrachtungsweise dieser Thematik. Mit Beginn des Industriezeitalters ergaben sich verschiedenste Möglichkeiten zur Investition, welche allerdings mit einem nicht ausgereiften Kapitalmarkt und der Knappheit von Ressourcen verbunden waren, wodurch die externe Betrachtungsweise der Unternehmensfinanzierung vordergründig wurde.3 Unter dieser Betrachtungsweise wird die Finanzierung traditionell zunächst „als langfristige Kapitalbeschaffung für die Alimentierung des Anlagevermögens mit Schwergewicht auf der Begebung von Effekten“4 definiert. Mit der Zeit wurde diese Definition aber immer mehr erweitert, da zusätzliche im langfristigen Bereich Finanzierungsformen entstanden, welche keine Effekten und nicht zweckgebunden waren. Später wurden in den Begriff der Finanzierung auch die kurzfristigen Finanzierungsstrategien eingebunden, wodurch dieser nun als Deckung kurz und langfristigen Kapitalbedarfs definiert wurde. Zum Schluss wurde der Begriff um immer mehr Kapitalbeschaffungen, wie zum Beispiel die Tilgung von fremdem Kapital, erweitert.5 Eine endgültige Definition wurde wie folgt festgehalten, „die Fortführung der Begriffsausweitung auf sämtliche Kapitaldispositionen ergab einen Begriff der Finanzierung, unter dem nun alle für die Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichts einer Unternehmung erforderlichen Maßnahmen gefasst wurden.“6

Hierdurch wurde die klassische externe Betrachtungsweise für Investoren, um die interne Betrachtung für das Management erweitert. Dies macht deutlich, dass sämtliche Finanzierungsstrategien mit ihren individuellen Konzepten, als Verhältnis der Spannung zwischen Investor und Unternehmung zu betrachten ist.7

Nach der Klärung des Begriffs der Unternehmensfinanzierung, erklärt man heute vor allem den Umgang mit den verschiedenen und immer wieder neuartigen Finanzierungsmöglichkeiten im Unternehmen wie folgt: „Intelligentes Finanzmanagement ist oftmals weniger das Entwickeln neuartiger Finanzinstrumente, sondern vielmehr die effiziente Nutzung des gesamten zur Verfügung stehenden Instrumentariums und das optimierte Zusammenspiel von Titel, Marktlage und Investitionsnachfrage.“8 Durch das wachsende globale Zusammenspiel der Unternehmen und die steigende Bedeutung der Anspruchsgruppen, nimmt die Wichtigkeit der Aufgaben der Finanzwirtschaft und des Finanzmanagement zu. Entscheidend sind auch die finanzwirtschaftlichen Ressourcen, die in Zeiten des stetigen Fortschritts, über das Überleben am Markt entscheiden können. Daher kann ein Unternehmen nur dann sein volles Potenzial nutzen, wenn auch die entsprechenden Ressourcen dafür gegeben sind, weshalb die Finanzwirtschaft und das Finanzmanagement im Mittelpunkt der Unternehmenshandlungen stehen.9

2.2 Problematiken der Unternehmensfinanzierung

In der heutigen Zeit steigen die Ansprüche an die Kapitalbeschaffung, aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten in der Unternehmensfinanzierung, wodurch es einen optimalen klassischen Weg nicht mehr gibt. Nun scheint es darauf anzukommen, die richtige Kombination aus den verschiedenen Strategien und Möglichkeiten zu finden und auf das eigene Unternehmen anzupassen. Anstatt Standardprodukte zu verwenden gilt es diese individuellen Finanzierungslösungen für das eigene Unternehmen zu entwickeln und die Kapitalmärkte zu nutzen, um flexibel zu sein anstatt das Unternehmen von Bankfinanzierungen abhängig zu machen. Um also eine erfolgreiche und passende Finanzierung zu finden kommt es auf den Zugang und die Darstellung am Kapitalmarkt an.10 Denn Investoren betrachten Risiken und Chancen am Kapitalmarkt, welche aus Unternehmenssicht die Kosten der Zinsen und die Nachfrage nach Investitionen beeinflusst. Für das Unternehmen sind dies zu beachtende Faktoren, die durch die entsprechende Darstellung am Kapitalmarkt bestimmt werden. Wesentlich hierzu ist, dass Beschönigungen oder Verfälschungen zwar kurzfristigen Erfolg bringen können, für eine langfristig orientierte Darstellung jedoch Transparenz wichtig ist. Für die erfolgreiche Unternehmensfinanzierung ist es notwendig die richtige Darstellung auf der einen Seite und die richtigen Finanzierungsstrategien für das Unternehmen auf der anderen Seite zu finden.11

3 Strategien der Unternehmensfinanzierung

In diesem Abschnitt werden einige Strategien für eine erfolgreiche Unternehmensfinanzierung in der Außenfinanzierung und der Innenfinanzierung erläutert.

3.1 Außenfinanzierung

Der Begriff der „Außenfinanzierung bedeutet, dass der Kapitalbedarf eines Unternehmens aus externen Quellen gedeckt wird. Banken, Versicherungen, Privat-, Geschäftspersonen, Unternehmen etc. stellen die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung.“12 Der Staat und die Börsen treiben die Nutzung der Finanzierung über den Finanzmarkt stetig, durch Weiterentwicklung des Finanzsystems, voran. Im weiteren Verlauf werden nun die Nutzungsmöglichkeiten der verschiedenen Finanzierungsinstrumente dargestellt. Dennoch zeigt sich bei näherer Betrachtung der Struktur und den Bilanzen von Unternehmen, dass diese Fremdfinanzierung hauptsächlich über Kredite von Banken und Lieferanten betreiben.13 Die aufgeführte Betrachtung beinhaltet auch Unternehmen die bereits an der Börse notiert sind und macht deutlich, dass das Fazit ansonsten eine noch höhere Nutzung der Kreditfinanzierungen in Unternehmen aufweisen würde. Begründen lässt sich dies anhand der Geschichte der deutschen Unternehmenskultur, welche dem Mittelstand eine tragende Rolle zuordnet.14 “ In Deutschland sind von den rund 3,2 Millionen Unternehmen nur etwas knapp ein Prozent Aktiengesellschaften.“15 Aufgrund der vergleichsweise geringen Größe der deutschen Mittelstandsunternehmen ist deren Zugang zum Finanzmarkt beschränkt und durch die bislang langfristig günstigen Kreditfinanzierungsmöglichkeiten lässt sich die verstärkte Nutzung dieses Finanzierungsinstrumentes erklären.16

3.1.1 Finanzierung über Eigenkapital in der Praxis

Die Bedingungen für Finanzierungen in Deutschland unterliegen einem stetigen Wandel, wegen zunehmender rechtlicher Vorschriften hängt die Gestaltung von Finanzierungen für Unternehmen von deren Zahlungsfähigkeit, der sogenannten Bonität ab. Die Beliebtheit der Kapitalbeschaffung über Kredite in der deutschen Unternehmenslandschaft hat eine durchschnittliche Eigenkapitalquote der Unternehmen von nur 24 Prozent implementiert. Die Finanzierung über das Eigenkapital, welches größtenteils ohne Besicherung zur Verfügung gestellt werden kann, bildet jedoch eine der wichtigsten Finanzierungsinstrumente eines Unternehmens.17 Die Finanzierung von Eigenkapital passiert über Beteiligungsfinanzierungen, diese „kann in Form von Finanzeinlagen, Sacheinlagen und Rechten erfolgen. Je nach Rechtsstellung der Eigenkapitalgeber und Rechtsform der Unternehmung können sich unterschiedliche Rechtsfolgen (Haftung, Mitbestimmung, Gewinnanteile etc.) und differierende steuerliche Konsequenzen (Einkommenssteuer, Körperschaftssteuer etc.) für das Unternehmen und die Kapitalgeber ergeben.18 Diese Rechtsformen nehmen Einfluss auf die Eigenfinanzierung, da sich durch die Unternehmensformen unterschiedliche Haftungen für das Unternehmen ergeben, welche sich auf die Entscheidung eines Investors auswirken, da dieser beispielsweise bei einer begrenzten Haftung ein geringeres Investitionsrisiko hat als bei einer unbegrenzten Haftung.19 Eine dieser Unternehmensformen sind Personengesellschaften, hier erfolgt die Eigenkapitalbeschaffung hauptsächlich durch Einlagen der Gesellschafter. Zudem können weitere Gesellschafter in eine Personengesellschaft aufgenommen werden, wodurch die Eigenfinanzierung nicht auf das Privatvermögen eines Gesellschafters begrenzt ist. Hierdurch entstehen jedoch im Regelfall enge Bindungen, welche die Führungskompetenzen eines Gesellschafters beschränken, wodurch der Eigenfinanzierung auf diesem Wege Grenzen gesetzt sind.20 Eine weitere Unternehmensform stellt die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) dar, die anders als die vorangegangenen Gesellschaften bei dieser Unternehmensform nur mit dem Vermögen der Gesellschaft haftet. Das Mindestkapital von 25.000 Euro (Stammkapital) wird von den Gesellschaftern mit einem Mindestanteil von 100 Euro eingezahlt, diese bilden dann das gesetzlich festgelegte Führungsorgan in Form einer Gesellschafterversammlung, Geschäftsführung und ggf. einem Aufsichtsrat.21 „Während bei der OHG die Gewinnanteile, die von den Gesellschaftern nicht entnommen werden, dem Kapitalkonto der Gesellschafter gutgeschrieben werden, sind nach 266 HGB bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH weitere Eigenkapitalkonten (Rücklagen) einzuführen, welche das zuzüglich zu den Stammeinlagen gezahlte Agio (Kapitalrücklagen) und die thesaurierten Gewinne (Gewinnrücklagen) aufnehmen über die Bilanz gesondert abzuschließen sind.“22 Eine weitere Unternehmensform ist die Aktiengesellschaft (AG), welche als Emissionsfähig bezeichnet wird und darum dem Finanzmarkt zur Kapitalbeschaffung nutzen kann. Mit Emission ist die Abgabe von Wertpapieren wie beispielsweise Aktien gemeint, also die Integration der Papiere in den Wertpapierhandel.23 Die Aktiengesellschaft stellt eine Kapitalgesellschaft dar und „im Gegensatz zur Personengesellschaften, die ein variables Eigenkapitalkonto besitzen, weisen Kapitalgesellschaften ein fixes haftendes Kapital (Grundkapital bei der AG, Stammkapital bei der GmbH) auf.“24 Die Aktien bilden einen Nennwert ab und die Summe aller Nennwerte bildet das Grundkapital. Der Vorteil hier ist laut Prätsch die hohe Streuung und Aufteilung der Kapitalanteile, sodass mehr potentielle Investoren mit geringen Investitionsmöglichkeiten angesprochen werden.25 Bei Kapitalbedarf nach Börsengang können Unternehmen durch die „Kapitalerhöhung, die jedem Aktionär Anspruch auf einen seiner bisherigen Beteiligungsquote entsprechenden Teil der neuen Aktien gewährt.“26 Diese Kapitalerhöhungen werden noch in verschiedene Arten, wie z.B. die bedingte Kapitalerhöhung unterteilt, die in verschiedenen Situationen Anwendung finden.27

3.1.2 Finanzierung über Fremdkapital in der Praxis

„Eine Fremdfinanzierung im Rahmen der Außenfinanzierung liegt vor, wenn einem Betrieb Kapital durch Gläubiger zugeführt wird, die durch diese Transaktion kein Eigentum am Betrieb erwerben, sondern mit ihm auf Zeit schuldrechtlich verbunden sind.“28 Diese rechtliche Feinheit stellt den Unterschied zur Eigenfinanzierung dar und beinhaltet wichtige wirtschaftliche Folgen für das Unternehmen. Es gilt zu beachten, dass diese Fremdkapitalgeber keine Mitsprache in Unternehmensentscheidungen haben, aber bei zu großer Abhängigkeit an die Darlehensgeber, diese durch Vertragsgestaltungen Unternehmensentscheidungen beeinflussen können. Außerdem bildet die steuerliche Berücksichtigung einen weiteren Unterschied zur Eigenfinanzierung, da die betrieblichen Zinsausgaben in der Steuererklärung eines Unternehmens geltend gemacht werden können.29 Wie bereits erklärt gibt es für Fremdfinanzierung zahlreiche Möglichkeiten die alle eine individuelle Vertragsgestaltung mit dem Darlehensgeber nach sich ziehen.30 Eines dieser Finanzierungsinstrumente bildet der klassische Bankenkredit, welcher auch zukünftig für klein- bis mittelständische Unternehmen die Hauptfinanzierungsmöglichkeit darstellt. Bei dieser Finanzierungsform „werden einem Unternehmen finanzielle Mittel für einen im Vorfeld begrenzten Zeitraum und zu einem fixierten Entgelt zur Verfügung gestellt.“31 Die Rechtsgrundlage hierzu beruht auf dem Darlehensvertrag (488 ff. BGB), welche den Kreditgeber in die Pflicht nimmt die festgelegte Darlehenssumme an das Unternehmen zu zahlen. Für die Herausgabe des Darlehens ist der Kreditnehmer verpflichtet in zeitlich festgelegten Abständen das vereinbarte Entgelt zu zahlen und am Ende des Finanzierungszeitraumes den vollen Darlehensbetrag zurückzuzahlen. Diese Form der Bankfinanzierung wird je nach Laufzeit in mittelfristige Finanzierung (Dauer ein bis drei Jahre) und langfristige Finanzierung (ab einer Dauer von vier Jahren) differenziert.32 Für eine kurzfristige Kapitalbeschaffung bieten Banken einen Kontokorrentkredit, welcher einen festgelegten Dispositionsrahmen auf dem Kontokorrentkonto einräumt und eine Überziehung innerhalb dieses festgelegten Rahmens ermöglicht. Dies bildet eine Möglichkeit zur kurzfristigen Kapitalbeschaffung, welche den Vorteil hat das bei falsch festgelegtem Finanzierungsbedarf nur auf die genutzte Überziehung eine Zinsentgeltzahlung zu erfolgen hat.33 Ein weiteres Finanzierungsinstrument der äußeren Fremdkapitalfinanzierung sind Handelskredite, diese sind „eine klassische Form der kurzfristigen Fremdkapitalfinanzierung, wobei prinzipiell zwischen einem Lieferanten- und einem Kundenkredit unterschieden wird.“34 Lieferantenkredite werden definiert als Darlehen, die Banken oder andere Geldinstitute Exporteuren für ihren Finanzbedarf des Exports und damit einhergehender Zahlungen einräumen. Entscheidend für die Ausgestaltung des Vertrages sind festgelegten Verpflichtungen zwischen Import und Export, welche die Grundlage für die Entscheidung der Höhe des zu vergebenden Darlehens darstellen.35 Kundenkredite werden einem Unternehmen im Regelfall entgeltlos zur Verfügung gestellt und verbessern die Kundenbindung zwischen Unternehmen und Kunde, durch die kurzfristige Zurverfügungstellung besteht für das Unternehmen nicht die Gefahr, dass der Kreditgeber Einfluss auf Unternehmensentscheidungen nimmt.36 Weiterhin gibt es die Möglichkeit der Finanzierung über die Emissionsfinanzierung, welche verschiedenste Produkte beinhaltet und sich wie folgt definieren lassen „(Unternehmens-)Anleihen bzw. Schuldverschreibungen sind öffentlich gehandelte Wertpapiere, die ein Unternehmen dazu verpflichten, seinen Gläubigern kontinuierliche Zinszahlungen zu leisten und das Darlehen endfällig zum Nominalbetrag zu tilgen.“37 Eine solche Finanzierung beläuft sich auf ca. fünf bis fünfzehn Jahre und richtet sich, anders als bei den vorangegangen Finanzierungen, an eine große Anzahl globaler Investoren.38 Die Bedingungen für eine solche Schuldverschreibung legt der Emittent nach den eigenen Bedürfnissen der Finanzierung und den Anforderungen des Kapitalmarktes fest.39 Durch diese Möglichkeit gibt es mit Aktien kombinierte Anleihen Produkte wie beispielsweise die Wandelanleihe, welche sich unter vorher festgelegten Bedingungen in eine variable Zahl Aktien wandeln. Eine andere abgewandelte Form der Anleihe ist die Optionsanleihe, wo das Recht auf eine Umwandlung in Aktien-Optionsscheine, die separat gehandelt werden können, verbrieft wird.40

[...]


1 Becker, W., Finanzierung im Mittelstand, 2015, S.5.

2 Vgl. Becker, W., Finanzierung im Mittelstand, 2015, S.5.

3 Vgl. Süchtling, J., Finanzmanagement, 1995, S.1.

4 Süchtling, J., Finanzmanagement, 1995, S.1.

5 Vgl. Süchtling, J., Finanzmanagement, 1995, S.2.

6 Süchtling, J., Finanzmanagement, 1995, S.2.

7 Vgl. Süchtling, J., Finanzmanagement, 1995, S.2.

8 Grunow., H. W., Handbuch moderne Unternehmensfinanzierung, 2006, S.21.

9 Vgl. Prätsch, J., Finanzmanagement, 2007, S.1.

10 Vgl. Grunow., H. W., Handbuch moderne Unternehmensfinanzierung, 2006, S.23.

11 Vgl. Grunow., H. W., Handbuch moderne Unternehmensfinanzierung, 2006, S.24.

12 Prätsch, J., Finanzmanagement, 2007, S.37.

13 Vgl. Habersack, M., Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt, 2008, S.10.

14 Vgl. Habersack, M., Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt, 2008, S.11.

15 Habersack, M., Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt, 2008, S.11.

16 Vgl. Habersack, M., Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt, 2008, S.11.

17 Vgl. Eilenberger, G., Unternehmensfinanzierung zwischen Strategie und Rendite, 2008, S.9.

18 Prätsch, J., Finanzmanagement, 2007, S.37.

19 Vgl. Wöhe, G., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 2001, S.34.

20 Vgl. Wöhe, G., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 2001, S.38.

21 Vgl. Wöhe, G., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 2001, S. 41f.

22 Wöhe, G., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 2001, S.42.

23 Vgl. Prätsch, J., Finanzmanagement, 2007, S.38.

24 Prätsch, J., Finanzmanagement, 2007, S.38.

25 Vgl. Prätsch, J., Finanzmanagement, 2007, S.39f.

26 Habersack, M., Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt, 2008, S.173.

27 Vgl. Habersack, M., Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt, 2008, S.173.

28 Wöhe, G., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 2001, S.178.

29 Vgl. Wöhe, G., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 2001, S.178f.

30 Vgl. Eilenberger, G., Unternehmensfinanzierung zwischen Strategie und Rendite, 2008, S.49.

31 Eilenberger, G., Unternehmensfinanzierung zwischen Strategie und Rendite, 2008, S.50.

32 Vgl. Eilenberger, G., Unternehmensfinanzierung zwischen Strategie und Rendite, 2008, S.50.

33 Vgl. Eilenberger, G., Unternehmensfinanzierung zwischen Strategie und Rendite, 2008, S.51.

34 Eilenberger, G., Unternehmensfinanzierung zwischen Strategie und Rendite, 2008, S.56.

35 Vgl. Wöhe, G., Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 2001, S.221.

36 Vgl. Eilenberger, G., Unternehmensfinanzierung zwischen Strategie und Rendite, 2008, S.56.

37 Eilenberger, G., Unternehmensfinanzierung zwischen Strategie und Rendite, 2008, S.58.

38 Vgl. Eilenberger, G., Unternehmensfinanzierung zwischen Strategie und Rendite, 2008, S.58.

39 Vgl. Strauß, S., Determinanten und Credit Spreads, 2009, S.4.

40 Vgl. Habersack, M., Unternehmensfinanzierung am Kapitalmarkt, 2008, S.270.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Strategien der Unternehmensfinanzierung. Eine Untersuchung der Innen- und Außenfinanzierung mit Praxisbeispiel
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V944742
ISBN (eBook)
9783346285188
ISBN (Buch)
9783346285195
Sprache
Deutsch
Schlagworte
strategien, unternehmensfinanzierung, eine, untersuchung, innen-, außenfinanzierung, praxisbeispiel
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Strategien der Unternehmensfinanzierung. Eine Untersuchung der Innen- und Außenfinanzierung mit Praxisbeispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944742

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