Aufgrund der steigenden Attraktivität des Leasings als Form der Investitionsgüterbeschaffung wird in dieser Arbeit ein Überblick über das Leasing und Investitionsgüter an sich mittels einer zusammenfassenden Klärung der Begrifflichkeiten Leasing und Investitionsgüter verschafft werden. Darüber hinaus erfolgt eine Abwägung von Vor- und Nachteilen einer Investitionsgüterbeschaffung durch Leasing sowie eine beispielhafte Darstellung der Finanzierungsentscheidung zweier Unternehmen.
Als Unternehmer steht man bei Gründung als auch im Laufe des Lebens eines Unternehmens immer wieder vor der Frage, ob ausreichend eigene Mittel vorhanden sind, oder das Anlage-vermögen fremdfinanziert werden soll. Laut Umfragen zur beliebtesten Finanzierungsart von Investitionen im Jahr 2009 bevorzugen 42% der Unternehmen in Deutschland Fremdfinanzierungen, wovon wiederum eine Hälfte auf Leasing und Mietkauf, die andere Hälfte auf Kredite entfällt. Leasing ist also durchaus beliebt.
Der Anteil der Leasing-Investitionen an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen (ohne Wohnungsbau), die sogenannte Leasing-Quote, betrug im Jahr 2014 insgesamt 15%, im Bereich des Mobilien-Leasing sogar 22,7%. Im Bereich der Fremdfinanzierung macht das Leasing also tatsächlich in den letzten rund 25 Jahren um die 50% der Investitionen aus. In Deutschland spielt damit die Fremdfinanzierung und ihre Realisierung durch Leasing eine große Rolle.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Investitionsgüter
I. Definition
II. Beschaffung
C. Der Leasingvertrag
I. Operatingleasing
II. Finanzierungsleasing
D. Kritische Beurteilung – Vor- und Nachteile des Leasings
I. Vorteile und Chancen
1. Allgemeine Vorteile
2. Steuerrechtliche Auswirkungen
II. Nachteile und Grenzen
E. Fallbeispiel – Investition durch Leasing?
I. A-GmbH – ein Vergleich von Eigenmittel- bzw. Kreditfinanzierung und Finanzierungsleasing
II. E-GmbH – ein Vergleich von Eigenmittel- bzw. Kreditfinanzierung und Operatingleasing
F. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung von Leasing als Finanzierungsform für Investitionsgüter in Unternehmen. Dabei wird analysiert, unter welchen Bedingungen Leasing gegenüber klassischen Finanzierungsmethoden wie dem Eigenkapitaleinsatz oder der Kreditfinanzierung vorteilhaft ist, wobei insbesondere die steuerlichen Aspekte und die betriebliche Liquidität berücksichtigt werden.
- Grundlagen und Definitionen von Investitionsgütern
- Funktionsweise und rechtliche Einordnung von Leasingverträgen
- Abwägung von Vor- und Nachteilen des Leasings
- Analyse steuerrechtlicher Auswirkungen
- Vergleichende Fallbeispiele zur Entscheidungsfindung
Auszug aus dem Buch
C. Der Leasingvertrag
Der Begriff Leasing leitet sich vom englischen „to lease“ ab, was „mieten“ oder „pachten“ bedeutet. Eine bloße Übersetzung wäre aber angesichts der Auffassung von Literatur und Rechtsprechung, wie im nachfolgenden näher dargestellt, unzureichend. Der Leasingvertrag ist als solcher nicht ausdrücklich gesetzlich normiert. Es handelt sich dabei nach herrschender Literaturmeinung vielmehr um ein atypisches Mietverhältnis, bei dem kauf- und mietvertragsrechtliche Elemente kombiniert werden. Der Leasingvertrag ist demnach also ein gemischter Vertrag, der sich aufgrund der Privatautonomie herausgebildet hat. Einerseits wird er im Wesentlichen durch die entgeltliche Gebrauchsüberlassung charakterisiert, was die Hauptleistungspflicht des Mietvertrages darstellt (§ 535 Abs. 1 S. 1 BGB). Andererseits soll in gewissen Fällen ermöglicht werden, den Leasinggegenstand entsprechend den Regeln über den Kaufvertrag (§ 433ff. BGB) am Ende der Vertragslaufzeit zu erwerben.
In den meisten Fällen baut das Leasing auf einem Dreieckverhältnis zwischen Händler bzw. Hersteller, Leasinggeber und Leasingnehmer auf. Der eigentliche Leasingvertrag wird zwischen Leasinggeber und -nehmer geschlossen. Zunächst ist der Leasinggeber verpflichtet, dem Leasingnehmer die Gebrauchsmöglichkeit am Leasinggegenstand zu verschaffen. Als Gegenleistung hat der Leasingnehmer an diesen die Leasingrate zu zahlen. Zwischen dem Leasinggeber und dem Hersteller oder Händler wiederum wird ein Kaufvertrag über den Leasinggegenstand geschlossen, den der Hersteller dann in der Regel direkt an den Leasingnehmer liefert.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Fremdfinanzierung von Investitionsgütern und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.
B. Investitionsgüter: Dieses Kapitel definiert den Begriff Investitionsgüter und erläutert verschiedene Klassifizierungsmöglichkeiten sowie Wege der Beschaffung.
C. Der Leasingvertrag: Hier werden die rechtliche Einordnung und die Funktionsweise von Leasingverträgen sowie der Unterschied zwischen Operatingleasing und Finanzierungsleasing erörtert.
D. Kritische Beurteilung – Vor- und Nachteile des Leasings: Das Kapitel analysiert die Chancen, wie Flexibilität und Liquiditätsschonung, sowie die Risiken und steuerlichen Konsequenzen des Leasings.
E. Fallbeispiel – Investition durch Leasing?: Anhand zweier Unternehmensbeispiele werden Leasingmodelle konkret mit Kreditfinanzierungen verglichen, um die Wirtschaftlichkeit aufzuzeigen.
F. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass keine pauschale Empfehlung möglich ist, sondern eine individuelle Kosten-Nutzen-Analyse erforderlich bleibt.
Schlüsselwörter
Leasing, Investitionsgüter, Finanzierung, Kredit, Eigenkapital, Operatingleasing, Finanzierungsleasing, Steuern, Liquidität, Wirtschaftlichkeit, Investitionsentscheidung, Bilanzneutralität, Investitionsgüterbeschaffung, Dreieckverhältnis, Nutzungsdauer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Leasing als alternative Finanzierungsform für Investitionsgüter in Unternehmen und setzt diese in Bezug zu klassischen Methoden wie Kreditfinanzierung oder Kauf aus Eigenmitteln.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die rechtliche Struktur des Leasingvertrags, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Leasingarten, die steuerlichen Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen auf Liquidität und Bilanz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Unternehmern eine Entscheidungsgrundlage zu bieten, unter welchen Voraussetzungen Leasing vorteilhafter sein kann als der klassische Kauf oder die Kreditaufnahme.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und ergänzt diese durch praxisnahe Fallbeispiele mit konkreten Rechenmodellen für Finanzierungsszenarien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zu Investitionsgütern und Leasingverträgen, eine kritische Abwägung von Vor- und Nachteilen sowie zwei detaillierte Fallbeispiele (A-GmbH und E-GmbH).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Leasing, Investitionsgüter, Finanzierung, Liquidität, Steuerstundung, Operatingleasing und Finanzierungsleasing.
Welche Unterschiede ergeben sich bei der steuerlichen Behandlung von Leasing und Kauf?
Während Leasingraten in der Regel als sofort abzugsfähige Betriebsausgaben fungieren, müssen gekaufte Investitionsgüter über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben werden.
Wie unterscheidet sich das Finanzierungsleasing vom Operatingleasing in der Arbeit?
Das Finanzierungsleasing ist auf Vollamortisation und eine längere Laufzeit ausgelegt, während das Operatingleasing für kurzfristigen Bedarf und hohe Flexibilität konzipiert ist.
- Quote paper
- Linda Müller (Author), 2015, Leasing als Form der Investitionsgüterbeschaffung an ausgewählten Beispielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944746