EBIT-Kennzahlen sind Teil der sogenannten Pro-forma-Ergebniszahlen und sollen in dieser Arbeit in ihrem Nutzen und ihrem rechtlichen Hintergrund untersucht werden.
Aus den Jahresabschlüssen von Unternehmen können zahlreiche Kennzahlen entnommen bzw. berechnet werden, um entsprechende Interpretationen derselben vorzunehmen. Üblicherweise dienen diese Kennzahlen dazu, verschiedene Jahresabschlüsse vergleichbar zu machen. In einem handelsrechtlichen Jahresabschluss gibt es etwa 220 Möglichkeiten, Bilanzkennzahlen zu ermitteln. Diese Kennzahlen können unterschiedliche Bereiche, wie Rentabilität, Innenfinanzierungsvolumen und Finanzierungskraft, Umschlagsgeschwindigkeit, Abbildung von Aufwands- und Ertragsstruktur sowie die Abbildung der Kapital- und Vermögensstruktur widerspiegeln. Zu diesen Kennzahlen gehören auch solche, die vom Unternehmen selbst ermittelt und ausgewiesen werden können. Diese nennt man Pro-Forma-Ergebniskennzahlen. Dazu gehören auch die EBIT-Kennzahlen, welche Thema dieser Arbeit sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Terminologie
1.1 Erfolgsanalyse
1.2 Was ist eine Pro-Forma Ergebniskennzahl?
2 Pro-Forma Berichterstattung
2.1 Ziel der Pro-Forma Berichterstattung
2.2 Rechtliche Grundlagen der Pro-Forma Ergebnisse
3 Pro-Forma Kennzahlen
3.1 EBIT
3.2 EBITDA
4 Kritik an den Pro-Forma Kennzahlen
5 Spannungsfeld zwischen Pro-forma und handelsrechtlichen Kennzahlen
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse und kritischen Würdigung von Pro-forma-Ergebniskennzahlen, insbesondere der sogenannten „EBIT-Familie“. Dabei wird untersucht, wie diese Kennzahlen zur internen Steuerung und externen Kommunikation genutzt werden, welche rechtlichen Rahmenbedingungen existieren und in welchem Spannungsverhältnis sie zu den gesetzlich definierten handelsrechtlichen Kennzahlen stehen.
- Definition und Herleitung von Pro-forma-Kennzahlen.
- Die Rolle der EBIT- und EBITDA-Kennzahlen in der Unternehmenspraxis.
- Analyse der regulatorischen Anforderungen und der ESMA-Leitlinien.
- Kritische Reflexion über Manipulationsmöglichkeiten und Vergleichbarkeit.
- Gegenüberstellung von Pro-forma-Ergebnissen und handelsrechtlichen Größen.
Auszug aus dem Buch
1.2 Was ist eine Pro-Forma Ergebniskennzahl?
Das Wort Pro-Forma solches bedeutet gemäß der Definition des Dudens so viel wie „der Form halber“ oder „der Form wegen“, um einer Vorschrift zu genügen. Eine weitere Bedeutung ist „nur zum Schein“.
In der Wirtschaftswissenschaft wird der Begriff so verwendet, dass man bei dem Wort Pro-Forma davon ausgeht, dass hier gewisse Abwandlungen vorgenommen wurden oder dass etwas Bestimmtes angenommen wurde. Dabei ist zu beachten, dass es keine allgemeingültige Definition gibt. Ein Merkmal ist, dass diese Kennzahlen freiwillig angegeben werden können. Somit ist eine Berücksichtigung und Aufbereitung dieser Kennzahlen für die Unternehmen nicht verpflichtend. Für die Pro-Forma Kennzahlen gibt es keine standardisierten Regelungen. Dadurch können die Unternehmen ihre Berichte individualisieren. Es handelt sich bei diesen Kennzahlen um eine Ergebnisgröße, die das Nettoergebnis bereinigen soll. Das ermittelte Nettoergebnis wird um einmalige, außergewöhnliche, betriebsfremde und nicht zahlungswirksame Ausgaben oder Einnahmen verringert beziehungsweise erhöht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Terminologie: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der Erfolgsanalyse ein und definiert den Begriff der Pro-Forma-Ergebniskennzahl als freiwillige, nicht standardisierte Kennzahl zur Ergebnisbereinigung.
2 Pro-Forma Berichterstattung: Hier werden die Ziele der Berichterstattung sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen, wie die Empfehlungen des CESR und die ESMA-Leitlinien, kritisch beleuchtet.
3 Pro-Forma Kennzahlen: Dieses Kapitel erläutert detailliert die Berechnung und Bedeutung der beiden zentralen Kennzahlen EBIT (Earnings before interest and taxes) und EBITDA.
4 Kritik an den Pro-Forma Kennzahlen: Es wird erörtert, warum die fehlende Standardisierung und die mangelnde Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen die Aussagekraft dieser Kennzahlen beeinträchtigen.
5 Spannungsfeld zwischen Pro-forma und handelsrechtlichen Kennzahlen: Dieser Abschnitt vergleicht Pro-forma-Größen mit handelsrechtlichen Kennzahlen wie dem Betriebsergebnis und zeigt auf, warum eine Gleichsetzung problematisch ist.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die den Nutzen der Kennzahlen gegen die Risiken der Manipulation abwägt und mehr Standardisierung fordert.
Schlüsselwörter
Pro-forma-Kennzahlen, EBIT, EBITDA, Erfolgsanalyse, Jahresabschluss, Berichterstattung, ESMA, Betriebsergebnis, Bilanzpolitik, Unternehmenssteuerung, Transparenz, Vergleichbarkeit, Handelsrecht, Finanzkennzahlen, Earnings before interest and taxes.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Wesen, die Verwendung und die Problematik von sogenannten Pro-forma-Ergebniskennzahlen, mit einem speziellen Fokus auf die EBIT-Familie in der Unternehmensberichterstattung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Definition von Pro-forma-Größen, deren freiwilliger Charakter, die regulatorischen Leitlinien der ESMA sowie das Spannungsfeld zur gesetzlichen handelsrechtlichen Rechnungslegung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Aussagekraft von Pro-forma-Kennzahlen zu bewerten und aufzuzeigen, wie diese zur Unternehmenssteuerung eingesetzt werden, aber auch, welche Gefahren der Bilanzschönung damit verbunden sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fachartikeln und regulatorischen Vorgaben zur nationalen und internationalen Rechnungslegungspraxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Terminologie), die rechtlichen Rahmenbedingungen der Berichterstattung, die detaillierte Berechnung von EBIT und EBITDA sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergleichbarkeit dieser Größen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Pro-forma-Kennzahlen, EBIT, EBITDA, Transparenz, Bilanzpolitik und Rechnungslegung charakterisieren.
Warum ist eine Gleichsetzung von EBIT und dem handelsrechtlichen Betriebsergebnis problematisch?
Obwohl beide Kennzahlen ähnlich wirken, ist das Betriebsergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB streng definiert, während das EBIT als Pro-forma-Größe bei der Berechnung von unternehmensindividuellen Anpassungen und Interpretationsspielräumen abhängt.
Welche Rolle spielen die ESMA-Leitlinien für die Praxis?
Die ESMA-Leitlinien bieten einen Orientierungsrahmen für die Veröffentlichung alternativer Leistungskennzahlen (APM), um die Transparenz zu erhöhen, auch wenn sie keine strikte Gesetzesnorm im Sinne eines Verbots darstellen.
Wie beeinflussen Pro-forma-Kennzahlen die Anleger?
Durch die Hervorhebung spezifischer, bereinigter Kennzahlen können Unternehmen die Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen Lage beeinflussen, was insbesondere Kleinanleger bei der Interpretation der Unternehmensleistung vor Herausforderungen stellen kann.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Pro-forma-Ergebniskennzahlen der EBIT-Familie. Eine Verschönung des Unternehmenserfolges?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944757