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Transformation von Konfliktorganisationen nach Friedensschlüssen - Fallanalyse "Sierra Leone"

Title: Transformation von Konfliktorganisationen nach Friedensschlüssen - Fallanalyse "Sierra Leone"

Seminar Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Politikwissenschaftler B.A. Sebastian Feyock (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Der Erfolg einer jeden Friedensmission lässt sich nach ihrer Beendigung an einem bestimmten Punkt feststellen: Hat sie es geschafft, einen selbsttragenden Frieden zu etablieren? Als wichtiges Indiz dafür gilt die Transformation der wichtigsten Kriegsparteien in Organisationen, die ihre Konflikte gewaltlos austragen. Ob eine solche Transformation stattgefunden hat bzw. wie erfolgreich sie war, ist nicht im-mer leicht herauszufinden. Im Seminar „Die Transformation von Konfliktorganisati-onen nach Friedensschlüssen“ an der Philipps-Universität Marburg wurde ein Ana-lyseraster entwickelt, das als ein Hilfsinstrument für die Beantwortung dieser Fra-ge gelten kann.

Die Präsentation am 21.01.2008 befasste sich mit dem Thema „Fallanalyse: Sierra Leone II“. In dieser Präsentation wurden die Punkte IV-VI des Analyserasters be-arbeitet und die Transformation der Rebellenorganisation Revolutionary United Front (RUF) in Sierra Leone analysiert. Die vorliegende Arbeit stellt eine Verschriftlichung der Präsentation dar.

Die hier bearbeiteten Punkte des Analyserasters befassen sich mit der Friedens-mission und ihrem Umgang mit den Konfliktakteuren. Hierbei gibt es verschiedene Arten der Zusammenarbeit, die von Unterstützung bis Zwang reichen. Weiterhin wird geklärt, wie sich die RUF als einer der Hauptakteure des Konfliktes im Verlauf der Jahre verhalten hat und ob eine Transformation der Organisation nach dem Friedensabkommen von Lomé 1999 stattgefunden hat. In einem letzten Schritt wird die allgemeine Bilanz der Friedenskonsolidierung analysiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umgang der Friedensmission mit den Konfliktakteuren

2.1 Unterstützung

2.2 Anreize

2.3 Sozialisation

2.4 Zwang

3. Die Transformation der Revolutionary United Front

3.1 Die Entstehungsphase zu Beginn des Krieges

3.2 Der Kriegsverlauf

3.3 Nach dem Friedensabkommen von Lomé

4. Allgemeine Bilanz der Friedenskonsolidierung

4.1 Gab es einen erneuten Bürgerkrieg?

4.2 Hielt der Frieden auch nach Abzug der Friedensmission?

4.3 Hat die politisch motivierte Gewalt zugenommen oder nachgelassen?

4.4 Werden politische Konflikte ausschließlich in den legalen Institutionen ausgetragen?

4.5 Ist der Gegenstand des Krieges immer noch dominant?

4.6 Sind neue Konfliktlinien aufgekommen?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer Fallanalyse zu Sierra Leone, ob und wie erfolgreich die Transformation der Rebellenorganisation Revolutionary United Front (RUF) nach dem Friedensabkommen von Lomé durch internationale Friedensmissionen unterstützt wurde und ob ein selbsttragender Frieden etabliert werden konnte.

  • Analyse des Umgangs der UN-Friedensmission (UNAMSIL) mit den Konfliktakteuren
  • Transformation der RUF von der Rebellenorganisation zur politischen Partei
  • Bewertung der Friedenskonsolidierung und Stabilität in der Nachkriegsphase
  • Untersuchung von Rückfallrisiken und neuen Konfliktlinien
  • Evaluation der Effektivität von DDR-Maßnahmen (Demobilisierung, Entwaffnung, Reintegration)

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Entstehungsphase zu Beginn des Krieges

Die RUF trat zum ersten Mal 1991 auf, als ca. 100 Kämpfer von Liberia aus die östlichen Provinzen Sierra Leones angriffen. Ihr Führer Foday Sankoh hatte diese Rebellion bereits früher über BBC Worldservice Africa angekündigt, sollte der damalige Staatspräsident Momoh nicht binnen 90 Tagen sein Amt niederlegen.

In der Anfangsphase des Krieges bestand die RUF vor allem aus in Libyen ausgebildeten Rebellen, die teilweise aus Liberia, Burkina Faso und Sierra Leone stammten. Die RUF war zu diesem Zeitpunkt vor allem ein Ableger der liberianischen „National Patriotic Front of Liberia“ (NPFL) um den Warlord Charles Taylor. Seine persönliche Freundschaft zu Foday Sankoh und das Interesse an den Diamantenvorkommen Sierra Leones ließen ihn 1991 den Konflikt im eigenen Land auf den Nachbarstaat ausweiten. Das propagierte Ziel der RUF, die korrupte Regierung zu stürzen, eine gerechte Ressourcenverteilung durchzusetzen und Bildung für alle zur Verfügung zu stellen, verhalf ihr zu Beginn der Offensive zu einem starken Zulauf vor allem der jugendlichen Bevölkerung Sierra Leones. Somit konnte die RUF schnell die Kontrolle über den Osten des Landes sicherstellen.

Um die unter ihre Kontrolle gebrachten Gebiete gegen die Regierungstruppen behaupten zu können, war die RUF auf ein schnelles Anwachsen ihrer Truppen angewiesen. Während der Personalbedarf in der Anfangsphase durch freiwillige Beitritte der Bevölkerung sichergestellt werden konnte, wurde im späteren Konfliktverlauf immer stärker auf Zwangsrekrutierungen bzw. Entführungen zurückgegriffen. Hierbei waren meist Kinder und Jugendliche das Ziel der Organisation. Für den freiwilligen Beitritt zur Rebellenorganisation sprach vor allem das damit einhergehende „Image“. Jugendliche ohne jegliche Zukunftsperspektive hatten die Chance durch den Griff zur Waffe und die Teilnahme im Gefecht in der sozialen Hierarchie innerhalb der Organisation aufzusteigen. Neben dem sozialen Ansehen bot das Leben in der RUF vor allem Versorgungssicherheit und eine Möglichkeit Rachegelüste bzw. persönlichen Sadismus ausleben zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie der Erfolg von Friedensmissionen anhand der Transformation von Konfliktakteuren mittels eines Analyserasters bewertet werden kann.

2. Umgang der Friedensmission mit den Konfliktakteuren: Das Kapitel beleuchtet die verschiedenen Ansätze der UNAMSIL, von Unterstützung und Anreizen bis hin zu Sozialisation und Zwang, um die Konfliktparteien in den Friedensprozess einzubinden.

3. Die Transformation der Revolutionary United Front: Hier wird der historische Werdegang der RUF von ihrer Entstehung über die Kriegsführung bis hin zur gescheiterten politischen Transformation nach dem Abkommen von Lomé analysiert.

4. Allgemeine Bilanz der Friedenskonsolidierung: Dieses Kapitel zieht eine Bilanz über den Erfolg der Friedenskonsolidierung, untersucht das Ausbleiben eines neuen Bürgerkriegs und analysiert aktuelle Unsicherheitsfaktoren sowie neue Konfliktlinien.

Schlüsselwörter

Sierra Leone, Friedensmission, UNAMSIL, Revolutionary United Front, RUF, Friedenskonsolidierung, DDR-Maßnahmen, Transformation, Konflikt, Bürgerkrieg, Foday Sankoh, Diamantenschmuggel, politische Gewalt, Post-Konflikt-Stabilität, Reintegration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit internationaler Friedensmissionen in Sierra Leone und untersucht, wie erfolgreich die ehemaligen Rebellen der RUF nach Friedensschlüssen transformiert wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Im Zentrum stehen der Umgang der UN mit Konfliktakteuren, der Verlauf und die Transformation der RUF sowie eine allgemeine Bewertung der Friedenskonsolidierung in der Nachkriegszeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, unter Anwendung eines wissenschaftlichen Analyserasters zu bewerten, ob die Friedensmission UNAMSIL zur Etablierung eines selbsttragenden Friedens beigetragen hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt ein spezifisches Analyseraster, das zur Untersuchung der Transformation von Konfliktorganisationen nach Friedensschlüssen entwickelt wurde, um die Ereignisse in Sierra Leone strukturiert aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Instrumente der Friedensmission, die historische Entwicklung der RUF und die Bilanz der Friedenskonsolidierung, einschließlich der Frage nach neuen Konfliktlinien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind Friedenskonsolidierung, Transformation von Konfliktorganisationen, UNAMSIL, RUF, DDR-Maßnahmen und politische Stabilität in Sierra Leone.

Warum konnte die Transformation der RUF in eine politische Partei nicht nachhaltig gelingen?

Die Transformation scheiterte primär am internen Mangel an politischem Gestaltungswillen, der Abhängigkeit der Führung vom Diamantenschmuggel sowie der Ausrichtung auf Eigennutz statt auf ein politisches Programm.

Wie bewertet die Arbeit die aktuelle Situation in Sierra Leone?

Die Situation wird als latent unsicher beschrieben, geprägt von einer weit verbreiteten Unzufriedenheit in der Bevölkerung und der Befürchtung, dass aufgrund mangelnder Fortschritte bei der Reintegration ein erneuter Gewaltausbruch drohen könnte.

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Details

Title
Transformation von Konfliktorganisationen nach Friedensschlüssen - Fallanalyse "Sierra Leone"
College
University of Marburg  (Zentrum für Konfliktforschung)
Course
Seminar
Grade
1,3
Author
Politikwissenschaftler B.A. Sebastian Feyock (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V94486
ISBN (eBook)
9783640103362
ISBN (Book)
9783640120086
Language
German
Tags
Transformation Fallanalyse Friedensschluss Sierra Leone Konfliktorganisation Konflikt Krieg Afrika Spoiler Friedensvertrag Frieden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Politikwissenschaftler B.A. Sebastian Feyock (Author), 2008, Transformation von Konfliktorganisationen nach Friedensschlüssen - Fallanalyse "Sierra Leone", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94486
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