Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen Überblick über die Grundlagen des Konfliktmanagements zu geben. Es werden die typischen Konfliktthemen erläutert, ebenso wie die einzelnen Konfliktarten. Denn nur durch Identifizierung der vorliegenden Konfliktart, ist auch eine nachhaltige Lösung des Konflikts möglich. Darüber hinaus wird der Konfliktverlauf mit dessen Einflussfaktoren und deren Auswirkungen erörtert, um rechtzeitig in Konfliktsituationen eingreifen zu können und Eskalationen zu vermeiden.
Konflikte sind Bestandteil des täglichen Lebens. Sie treten im privaten Umfeld, aber auch im Rahmen der beruflichen Tätigkeit im Unternehmen auf. Treffen mindestens zwei Individuen aufeinander, die sich in ihrem Handeln, Denken oder Fühlen in gewisser Weise unterscheiden oder berühren, so besteht die Möglichkeit eines Konflikts zwischen den Individuen. In der Gesellschaft ist ein gewisses Konfliktpotenzial also immer automatisch vorhanden. Gerade in Unternehmen lassen sich Konflikte, aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Persönlichkeiten und deren Motiven und Zielen, die im Unternehmen aufeinandertreffen, kaum umgehen. In Unternehmen gelten Konflikte daher als unvermeidbar. Es gilt sich deshalb damit zu beschäftigen, wie man mit Konflikten umgeht und ob sich zumindest Eskalationen der Konflikte vermeiden lassen. Um effektiv mit Konflikten umgehen und sie steuern zu können, ist es daher notwendig sich mit der Entstehung von Konflikten und den Ausprägungen von Konflikten zu beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit
2. Grundlagen des Konfliktmanagements
2.1. Begrifflichkeit
2.2. Abgrenzung zwischen Konflikt und Nicht-Konflikt
2.3. Typische Konfliktthemen
3. Konfliktarten
4. Konfliktverlauf
4.1. Ursachen und Entstehung
4.2. Konfliktverläufe
4.3. Phasen des Konflikts
4.4. Erarbeitung von Strategien zur Deeskalation
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Grundlagen des Konfliktmanagements, um die Entstehung von Konflikten, deren Verläufe und Strategien zur Deeskalation in unternehmerischen Kontexten besser verständlich und steuerbar zu machen.
- Definition und theoretische Einordnung von Konflikten
- Differenzierung zwischen Konfliktarten und Nicht-Konflikten
- Analyse typischer Konfliktthemen im Arbeitsumfeld
- Untersuchung von Konfliktverläufen anhand des Phasenmodells von Glasl
- Ableitung von Handlungsstrategien zur Deeskalation
Auszug aus dem Buch
2.2. Abgrenzung zwischen Konflikt und Nicht-Konflikt
Wenn die wie zuvor (siehe Kapitel 2.1) beschriebenen Interaktionen nicht gegeben sind, kann grundsätzlich nicht direkt von einem Konflikt gesprochen werden. Glasl benennt diese als Nicht-Konflikte und zählt dazu: Unvereinbarkeiten nur im kognitiven Bereich. Unterschiede, insbesondere in der Wahrnehmung und Meinungsverschiedenheiten, können zu einem Konflikt führen, sind jedoch eher eine Voraussetzung für die Kreativität und Entwicklung. Diese Unvereinbarkeiten sind nicht direkt als Konflikt zu definieren, und müssen zu keinem Konflikt führen.
Unvereinbarkeiten nur im Fühlen. Unterschiede und die Unvereinbarkeit können auch als emotionale Gegensätze bezeichnet werden. Hierbei können Differenzen der Personen beim Fühlen, Erleben und Genießen entstehen. Grundsätzlich muss hier der Konflikt von einer entstandenen Spannung abgegrenzt werden.
Unvereinbarkeiten nur im Wollen. Wenn unterschiedliche Meinungen und Absichten noch nicht umgesetzt wurden durch ein bestimmtes Handeln, kann auch hier von keinem Konflikt gesprochen werden. Oft entsteht zuerst eine Krise, die zu einer Manipulation hinauslaufen kann, welche zu einem Konflikt führen kann.
Unvereinbares Verhalten stößt aufeinander. Unvereinbares Verhalten führt nicht automatisch zu einem Konflikt. Solange untereinander Rücksicht genommen wird, kann ein Konflikt vermieden werden. Wenn solch ein Verhalten unbeabsichtigt und ohne negative Gefühle erfolgt, spricht man von einem sogenannten „Inzident“, bzw. auch von einem Zwischenfall. Um hieraus einen Konflikt entstehen zu lassen, muss es zu einer Eskalation unter den Betroffenen kommen, was eher selten der Fall ist. Demnach kann jede Situation bzw. Vorfall zu einem Konflikt führen, indem jedoch andere Dinge im Vordergrund stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit: Diese Einführung verdeutlicht die Unvermeidbarkeit von Konflikten in Unternehmen und legt das Ziel fest, einen Überblick über deren Grundlagen und Managementstrategien zu geben.
2. Grundlagen des Konfliktmanagements: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Konflikts, grenzt diesen von Nicht-Konflikten ab und erläutert häufig auftretende Konfliktthemen.
3. Konfliktarten: Hier wird ein Überblick über verschiedene Systematisierungen von Konflikten in der Literatur gegeben, etwa nach der Anzahl der Beteiligten oder der Art der Konfliktparteien.
4. Konfliktverlauf: Dieser Abschnitt analysiert Ursachen für Konflikte, beschreibt Einflussfaktoren auf deren Verlauf und stellt das Phasenmodell nach Glasl sowie Strategien zur Deeskalation vor.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz der sachlichen Konfliktbetrachtung zusammen und betont die Notwendigkeit von Konfliktmanagement-Schulungen in Unternehmen.
Schlüsselwörter
Konfliktmanagement, Konfliktarten, Konfliktverlauf, Deeskalation, Organisationskonflikte, Verteilungskonflikte, Zielkonflikte, Interdependenz, Eskalationsstufen, Glasl, Arbeitsumfeld, Kommunikation, Personalführung, Konfliktlösung, Sozialpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Grundlagen des Konfliktmanagements im unternehmerischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Definition und Abgrenzung von Konflikten, die Einteilung in verschiedene Konfliktarten, die Analyse des Konfliktverlaufs und Methoden zur Deeskalation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Mechanismen und Formen von Konflikten zu geben, um Führungskräften und Mitarbeitern eine Basis für deren sachliche Steuerung und Lösung zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf verschiedenen wissenschaftlichen Standardwerken und Modellen (insbesondere dem Stufenmodell von Glasl) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Kategorisierung von Konfliktarten und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Eskalationsdynamik sowie Interventionsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Konfliktmanagement, Konfliktarten, Eskalationsstufen, Deeskalation und organisatorische Konfliktdynamiken.
Warum unterscheidet Glasl zwischen „heißen“ und „kalten“ Konflikten?
Diese Unterscheidung ist relevant, da sie unterschiedliche emotionale Ausgangslagen und Verhaltensweisen der Konfliktparteien beschreibt, was wiederum unterschiedliche Interventionsstrategien erfordert.
Was ist die Kernbotschaft zur Deeskalation?
Die Arbeit betont, dass rechtzeitiges, sachliches Eingreifen durch Kommunikation und das Aufsuchen des persönlichen Gesprächs entscheidend ist, um eine weitere Eskalation zu verhindern.
- Arbeit zitieren
- Esther Ott (Autor:in), 2018, Grundlagen des Konfliktmanagements. Nachhaltige Lösungen durch die Identifikation der Konfliktart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944964