Der Amerikaner John Rawls war ein bedeutender politischer Philosoph des 20. Jahrhunderts. Er lehrte und forschte als Professor in Harvard und gilt als Begründer des egalitären Liberalismus. Bekannt wurde er vor allem durch sein Werk „A Theory of Justice“ von 1971. Fast 30 Jahre später verfasste er 1999 „The Law of Peoples“, welches sein letztes Werk wurde. Während sich „A Theory of Justice“ mit den inneren Vorgängen einer Gesellschaft beschäftigt, äußert Rawls in „The Law of Peoples“ seine Ansichten zum Völkerrecht oder besser dem Recht der Völker und damit verbunden mit den Beziehungen verschiedener Gesellschaften Staaten untereinander.
John Rawls bezieht sich darin auf Prinzipien, die er bereits in „A Theory of Justice“ festgelegt hat und erweitert ihre Gültigkeit von nationalen Gesellschaften auf die internationale Gemeinschaft. Dabei möchte er das Recht der Völker als realistische Utopie verstanden wissen, die bei der Erschaffung einer gerechten Weltordnung helfen soll. Es ist eine Art Leitfaden, wie seine Idealvorstellung einer Gemeinschaft wohlgeordneter Völker annäherungsweise verwirklicht werden kann.
Das Recht der Völker besteht aus zweilen Teilen beziehungsweise zwei Theorien, der idealen und der nicht-idealen Theorie. Er unterscheidet in seinem Werk fünf verschiedene Gesellchaftstypen. Die ersten beiden sind liberale und achtbare Gesellschaften, die beide zu den wohlgeordneten Gesellschaften zählen. Weiterhin gibt es Schurkenstaaten und durch ungünstige Umstände belastete Gesellchaften, diese Typen gehören den nicht-wohlgeordneten Gesellschaften an. Der letzte Gesellschaftstyp sind die wohlwollenden absolutistischen Gesellschaften, die hier jedoch keine Rolle spielen sollen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil
- Die ideale Theorie
- Grundlegende Gedanken zum Recht der Völker
- Grundsätze des Rechts der Völker
- Die nicht-ideale Theorie
- ius ad bellum - Das Recht zum Krieg
- ius in bello - Das Recht im Krieg
- Zum Umgang mit belasteten Gesellschaften
- Die ideale Theorie
- War der Krieg gegen den Irak nach Rawls Theorie gerecht?
- Bibliographie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert John Rawls' Recht der Völker aus dem Jahr 1999, mit besonderem Fokus auf dessen Anwendung auf den Irakkrieg. Der Hauptteil beleuchtet die Theorie, während der Schluss die praktische Anwendung im Kontext des Irakkriegs erörtert. Die Arbeit untersucht, ob der Krieg aus Sicht von Rawls' ius ad bellum und ius in bello gerechtfertigt war.
- John Rawls' Theorie des Rechts der Völker
- Die Unterscheidung zwischen idealer und nicht-idealer Theorie
- Die Anwendung des Rechts der Völker auf den Irakkrieg
- Die Prinzipien von ius ad bellum und ius in bello
- Die Gerechtigkeitsfrage im Kontext des Irakkriegs
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt John Rawls' Recht der Völker als Gegenstand der Hausarbeit vor und erläutert den Fokus auf die Anwendung der Theorie auf den Irakkrieg. Die Arbeit beleuchtet die Relevanz von Rawls' Werk und seine Bedeutung für die internationale Politik.
Hauptteil
Die ideale Theorie
Dieser Abschnitt behandelt Rawls' ideale Theorie, die auf der Vorstellung einer Gemeinschaft wohlgeordneter Völker basiert. Der Schwerpunkt liegt auf den Grundlegenden Gedanken zum Recht der Völker und der Herleitung von Grundsätzen für den Umgang liberaler und achtbarer Gesellschaften untereinander.
Die nicht-ideale Theorie
Der zweite Teil des Hauptteils widmet sich der nicht-idealen Theorie, die den Umgang von wohlgeordneten Gesellschaften mit Schurkenstaaten und belasteten Gesellschaften behandelt. Hier werden Fragen der Intervention, des Rechts zum Krieg und der Anwendung des Rechts im Krieg beleuchtet.
Schlüsselwörter
Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: John Rawls, Recht der Völker, Irakkrieg, ius ad bellum, ius in bello, liberale Gesellschaft, achtbare Gesellschaft, Schurkenstaat, belastete Gesellschaft, wohlgeordnete Weltgemeinschaft, politische Gerechtigkeit, internationale Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht John Rawls unter dem "Recht der Völker"?
Rawls versteht darunter eine "realistische Utopie", die Grundsätze für eine gerechte internationale Ordnung und das Zusammenleben verschiedener Gesellschaftstypen festlegt.
Welche Gesellschaftstypen unterscheidet Rawls in seiner Theorie?
Er unterscheidet liberale Völker, achtbare Völker, Schurkenstaaten, durch ungünstige Umstände belastete Gesellschaften und wohlwollende Absolutismen.
Was ist der Unterschied zwischen idealer und nicht-idealer Theorie?
Die ideale Theorie beschreibt das Verhältnis wohlgeordneter (liberaler/achtbarer) Völker untereinander, während die nicht-ideale Theorie den Umgang mit Schurkenstaaten und belasteten Gesellschaften regelt.
Wie wird der Irakkrieg in dieser Arbeit analysiert?
Die Arbeit prüft den Irakkrieg anhand von Rawls' Kriterien für "ius ad bellum" (Recht zum Krieg) und "ius in bello" (Recht im Krieg), um festzustellen, ob er nach dieser Theorie gerechtfertigt war.
Was sind die Kriterien für einen gerechten Krieg laut Rawls?
Ein gerechter Krieg darf nur zur Selbstverteidigung oder in extremen Fällen zum Schutz der Menschenrechte in Schurkenstaaten geführt werden, wobei strikte Regeln für die Kriegsführung gelten.
Welche Rolle spielt die "wohlgeordnete Gesellschaft" bei Rawls?
Wohlgeordnete Gesellschaften (liberal oder achtbar) sind die stabilen Bausteine einer friedlichen Weltgemeinschaft, da sie intern gerecht sind und das Recht der Völker respektieren.
- Quote paper
- Martin Jürgen (Author), 2008, Rawls Theorie des Rechts der Völker am Beispiel des Irakkrieges , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94527