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Die finnische Lapua-Bewegung

Title: Die finnische Lapua-Bewegung

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Martin Jürgen (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Die junge finnische Republik hatte in den ersten Jahren ihrer Unabhängigkeit eine Vielzahl von Problemen zu bewältigen. Wie überall auf der Welt waren die Folgen der Weltwirtschaftskrise zu spüren. Finnland stand noch am Anfang seiner wirtschaftlichen Entwicklung zum heutigen High-Tech-Land und war bis dato von Land- und Forstwirtschaft geprägt. Gleichzeitig rangen linke und rechte Kräfte im Land um die Macht. Nachdem sich die kommunistische Idee, auch unterstützt von Russland, vor allem unter den Arbeitern verbreitete, kam es als Reaktion der konservativen Großbauern und Bürger 1929 zur Begründung einer rechten Volksbewegung – der Lapua-Bewegung. Sie hatte sich dem Kampf gegen den Kommunismus und der Verteidigung des weißen Finnlands1 verschrieben.
Welche Umstände genau zur Gründung der Lapua-Bewegung führten und wie sie das politische Leben in Finnland bestimmte, soll Inhalt dieser Arbeit sein. Abschließend wird die Frage geklärt, warum die Volksbewegung trotz ihres anfänglichen Erfolges nach nur drei Jahren scheiterte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Die politische Situation im Finnland der 20er Jahre

2.2. Wirken der Lapua-Bewegung

2.3. Das Ende der Lapua-Bewegung

3. Ergebnis: Gründe fürs Scheitern

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Rahmenbedingungen, die Entstehung und das politische Wirken der finnischen Lapua-Bewegung in den Jahren 1929 bis 1932. Ziel ist es, die spezifischen Umstände zu beleuchten, die zum Aufstieg dieser rechten Volksbewegung führten, und die Gründe für ihr schnelles Scheitern nach dem gescheiterten Umsturzversuch von Mäntsälä zu analysieren.

  • Politische Instabilität und Machtkampf zwischen linken und rechten Kräften im Finnland der 1920er Jahre.
  • Die Rolle des Schutzkorps als konservatives Machtinstrument.
  • Entstehung und Radikalisierung der antikommunistischen Lapua-Bewegung.
  • Staatliche Reaktionen und das finale Verbot der Bewegung nach dem Aufstand von Mäntsälä.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die politische Situation im Finnland der 20er Jahre

Die Zeit nach 1918 war für die „weißen“ Sieger des Bürgerkrieges von zahlreichen Enttäuschungen geprägt. Der Traum von einer Monarchie musste begraben werden, der liberale Ståhlberg war Präsident geworden und die Regierung wurde durch die bürgerliche Mitte gestellt, die den Sozialdemokraten freie Hand ließen. Während die Bolschewiki in Russland ihre Macht immer mehr festigten, begann die Finnische Kommunistische Partei (SKP) ihre Aktivitäten im Untergrund massiv auszuweiten. Durch die Enttäuschungen gezeichnet, war die äußerste Rechte in dieser Situation entschlossen, die Ergebnisse des Freiheitskrieges zu verteidigen und ihr weißes Finnland notfalls auch mit Waffengewalt zu schützen.

Ihr Schwert im Kampf für die Freiheit war dabei das Schutzkorps. Dessen Stellung als freiwillige Organisation der Landesverteidigung war bereits durch eine Verordnung aus dem Jahr 1919 bekräftigt und wurde 1927 durch ein Gesetz noch weiter gestärkt. Das Schutzkorps und seine Anhänger waren politisch rechts orientiert und damit antikommunistischer Gesinnung. Es hatte eine wichtige Funktion als lokale politische Kontrollinstanz und bestand aus circa 100.000 Mann. Es gab im Finnland der 20er Jahre kaum ein Dorf in dem keine Abteilung des Schutzkorps existierte.

Die bürgerlichen Parteien waren sich einig, dass die Aktivitäten der Kommunisten – auch mit Blick auf das Tun der Bolschewisten im Nachbarland Russland - eingedämmt werden und das Wirken der äußersten Linken beendet werden müsse. So rief der 1923 gegründete Finnische Schutzverband alle Bürger dazu auf, den Kommunisten entgegenzuwirken. Die Bürgerkriegshelden Mannerheim und Svinhufvud gehörten zu den ersten Unterzeichnern dieses Aufrufes. Im selben Jahr wurde der kommunistisch beeinflusste sozialdemokratische Jugendverband verboten und 200 Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterpartei verhaftet. Die Sozialistische Arbeiterpartei wurde samt ihren Zeitungen aufgelöst. Sie war eine der zahlreichen Tarnorganisationen der SKP, die bereits 1918 verboten wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die instabile politische Lage Finnlands nach 1918 und begründet das wissenschaftliche Interesse an der Lapua-Bewegung als Reaktion auf den Erstarkungsprozess kommunistischer Kräfte.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die politische Stimmung der 1920er Jahre, den Aufstieg der Lapua-Bewegung als antikommunistische Kraft und ihren schließlichen Zusammenbruch infolge des bewaffneten Aufstands von Mäntsälä.

3. Ergebnis: Gründe fürs Scheitern: Hier werden die Ursachen für das Scheitern der Bewegung zusammengefasst, wobei insbesondere die ausufernde Gewalt, die Entfremdung von bürgerlichen Sympathisanten und die Weigerung zur parlamentarischen Zusammenarbeit im Vordergrund stehen.

4. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Sekundärliteratur zur historischen Aufarbeitung der finnischen Politik in der Zwischenkriegszeit.

Schlüsselwörter

Finnland, Lapua-Bewegung, Antikommunismus, Schutzkorps, Mäntsälä, P.E. Svinhufvud, Zwischenkriegszeit, politischer Extremismus, Rechtsradikalismus, Volksbewegung, Staatsschutz, Bürgerkriegsfolgen, Sozialdemokratie, parlamentarisches System, IKL.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung, die radikalen Aktionsformen und den politischen Niedergang der finnischen Lapua-Bewegung zwischen 1929 und 1932.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die politische Polarisierung Finnlands in den 1920er Jahren, der Kampf gegen den Kommunismus und die Rolle paramilitärischer Verbände wie des Schutzkorps.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung konzentriert sich darauf, warum die Lapua-Bewegung trotz anfänglicher Erfolge und gesellschaftlicher Unterstützung nach nur drei Jahren politisch scheiterte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung und Auswertung relevanter Fachpublikationen zur politischen Geschichte Finnlands seit 1809.

Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Ausgangslage der 20er Jahre, die konkreten Wirkungsweisen der Bewegung (einschließlich Entführungen) und die Eskalation im Aufstand von Mäntsälä.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Lapua-Bewegung, Schutzkorps, Antikommunismus, Mäntsälä und der politische Transformationsprozess in Finnland.

Welche Rolle spielte Präsident Svinhufvud für das Ende der Bewegung?

Svinhufvud fungierte als Schlüsselfigur, die durch ihre Rundfunkansprache ein Blutbad verhinderte und durch die Nutzung legaler Machtmittel die Bewegung isolierte und deren Verbot einleitete.

Warum lehnte die Führungsriege der Bewegung Regierungsbeteiligungen ab?

Die Weigerung wird als strategischer Fehler gewertet, da die Bewegung dadurch den Übergang von einer agitativen Volksbewegung zu einer etablierten, gestaltungsfähigen politischen Kraft verpasste.

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Details

Title
Die finnische Lapua-Bewegung
College
University of Rostock
Grade
2,0
Author
Martin Jürgen (Author)
Publication Year
2008
Pages
12
Catalog Number
V94528
ISBN (eBook)
9783640103539
ISBN (Book)
9783640112166
Language
German
Tags
Lapua-Bewegung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Jürgen (Author), 2008, Die finnische Lapua-Bewegung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94528
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