Wie unterschiedlich erleben und bewältigen Kinder im Vergleich zu Erwachsenen den Verlust eines verstorbenen Menschen? Trauer ist die Reaktion eines Menschen beim Tod einer nahestehenden Person. Es kann sich aber auch auf andere Verlustereignisse wie zum Beispiel Verlust einer Körperfunktion durch eine Krankheit oder Verlust aufgrund einer Trennung in der Beziehung beziehen. Diese Arbeit bezieht sich primär auf den Verlust eines Menschen.
Jeder Mensch kennt das Gefühl der Trauer. Die Zurückgebliebenen fühlen sich oft allein, ziehen sich zurück und trauern. Vielen Menschen fällt es schwer, Abschied von der geliebten Person zu nehmen und den Verlust zu verarbeiten. Trauer ist keine Krankheit, sondern eine gesunde Antwort auf einen erlittenen Verlust. Daher ist es wichtig, dass jeder genügend Zeit und Ermutigung für seine Trauer bekommt. Kinder nehmen im Vergleich zu Erwachsenen einen Verlust anders wahr und verarbeiten diesen anders.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Trauer
2.1 Das Erleben der Trauer
2.2 Trauermodell nach KAST
2.3 Traueraufgaben nach WORDEN
3 Kinder
3.1 Verlusterfahrungen
3.2 Trauerbewältigung und Trauerarbeit
4 Erwachsene
4.1 Verlusterfahrungen
4.2 Trauerbewältigung und Trauerarbeit
5 Rolle der sozialen Arbeit bei der Trauerarbeit & Trauerbegleitung
6 Diskussion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen Formen des Erlebens und der Bewältigung von Trauer bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen zu untersuchen und die Bedeutung der Sozialen Arbeit in diesem Kontext herauszuarbeiten.
- Psychologische Grundlagen und Modelle der Trauerverarbeitung (Kast, Worden)
- Differenzierung der Verlusterfahrungen nach Altersgruppen
- Methoden der Trauerbewältigung und Trauerarbeit für Kinder
- Spezifische Trauerreaktionen und Bewältigungsstrategien bei Erwachsenen
- Aufgaben und Relevanz der Sozialen Arbeit bei der Begleitung von Trauerprozessen
Auszug aus dem Buch
2.2 Trauermodell nach KAST
Verena Kast (1982), eine schweizerische Psychologin, entwickelte ein Phasenmodell zur Trauerverarbeitung. Sie bezieht sich auf Kübler-Ross (1969), sowie auf Ansätze von Bowlby (1980) und Parkes (1996, 2006). Für die Entwicklung des Trauermodells beobachtete sie Trauernde und wertete ihre Träume aus. (Haagen & Möller, 2013, S. 11)
Die erste Phase ihres Trauermodells ist die ‚Nicht-Wahrhaben-Wollen-Phase‘. Hierbei leugnet der Trauernde den Verlust und hat diesen noch nicht realisiert. Somit wird eine Verdrängung beziehungsweise ein Schutz vor überwältigenden Gefühlen gesucht. Außerdem nimmt der Trauernde seine eigenen Gefühle nicht wahr. Diese Phase hat eine Dauer von einigen Stunden bis zu einer Woche. Die körperliche Reaktion des Trauernden, ähnelt der eines Schocks, das bedeutet, Schwitzen, erhöhter Puls, Übelkeit und Unruhe. (Kuschke, 2015, S. 7)
Die zweite Phase des Trauermodells nach Kast ist die Phase der ‚aufbrechenden Emotionen‘. Der Trauernde befindet sich in einen regelrechten Gefühlschaos. Es können verschiedene Emotionen, wie zum Beispiel, Niedergeschlagenheit, Schuld, Scham, Zorn, Verzweiflung, Wut und Angst auftreten. (ebd., S. 7f.) In Verbindung mit diesen Gefühlen treten bei den Betroffenen häufig Schlafstörungen auf. (Haagen & Möller, 2013, S.11) Viele Trauernde haben Schuldgefühle, da sie denken, sie hätten Dinge tun können, um den Tod des Menschen zu verhindern. Wichtig ist, dass jegliche Gefühle zugelassen werden, auch wenn Gefühle wie Wut und Zorn nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, ist es wichtig diese anzunehmen, da dies Bedingung für einen gesunden Trauerprozess ist. (Kuschke, 2015, S. 7f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Trauer als gesunde Reaktion auf Verlust und Abgrenzung der Arbeit auf den menschlichen Verlust.
2 Trauer: Theoretische Fundierung des Trauererlebens sowie Vorstellung der Phasenmodelle nach Kast und der Traueraufgaben nach Worden.
3 Kinder: Analyse kindlicher Verlusterfahrungen in verschiedenen Altersstufen sowie Vorstellung kindgerechter Methoden der Trauerbewältigung.
4 Erwachsene: Untersuchung spezifischer Gefühle und Bewältigungsstrategien von Erwachsenen nach einer Verlusterfahrung.
5 Rolle der sozialen Arbeit bei der Trauerarbeit & Trauerbegleitung: Einordnung der Trauerbegleitung als Aufgabe der Sozialen Arbeit an der Schnittstelle individueller und gesellschaftlicher Probleme.
6 Diskussion: Synthese der Erkenntnisse und Gegenüberstellung der Trauerprozesse von Kindern und Erwachsenen.
Schlüsselwörter
Trauer, Trauerbewältigung, Kindheit, Erwachsene, Verlusterfahrung, Verena Kast, William Worden, Soziale Arbeit, Trauerbegleitung, Trauerarbeit, Emotionen, Lebensbewältigung, Abschied, Psychosoziale Krise, Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Erfahrung und Bewältigung des Verlustes eines Menschen zwischen Kindern und Erwachsenen unterscheidet und welche Rolle die Soziale Arbeit dabei spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Trauermodellen, der altersspezifischen Wahrnehmung von Tod, verschiedenen Trauerreaktionen wie Schuld oder Erleichterung sowie den praktischen Möglichkeiten der Unterstützung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede in der Trauerverarbeitung zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit professionell zur Lebensbewältigung von Trauernden beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle wissenschaftliche Modelle und Erkenntnisse der Psychologie und der Sozialen Arbeit zusammengetragen und diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Trauer, die spezifischen Bedürfnisse und Reaktionen von Kindern sowie Erwachsenen und die praktische Einordnung der Trauerbegleitung in das Spektrum Sozialer Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Trauer, Trauerbewältigung, Soziale Arbeit, Kinder, Erwachsene und psychologische Phasenmodelle.
Warum ist die Trauer von Kindern oft „diffuser“?
Im Gegensatz zu Erwachsenen fehlt Kindern häufig die Vergleichsmöglichkeit und die kognitive Reife, um die Endgültigkeit des Verlustes voll zu erfassen, weshalb sie oft sprunghaft zwischen Trauer und Alltag wechseln.
Welche Rolle spielt die Imagination in der kindlichen Trauerarbeit?
Da Kinder über eine hohe Vorstellungskraft verfügen, ermöglicht die Imagination ihnen, eine Beziehung zum Verstorbenen aufrechtzuerhalten und innere Konflikte auf eine für sie verständliche Weise zu bearbeiten.
Warum ist Trauerbegleitung auch für die Soziale Arbeit relevant?
Trauer stellt eine psychosoziale Krise dar, die die Lebensbewältigung stark beeinträchtigen kann. Die Soziale Arbeit unterstützt hier als Hilfe zur Selbsthilfe bei der Integration neuer Reifungsebenen der Persönlichkeit.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Wie unterschiedlich erleben und bewältigen Kinder im Vergleich zu Erwachsenen den Verlust eines verstorbenen Menschen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945340