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Die so genannte "Reichseinheitspartei" am Beispiel Abt Walas von Corbie

Title: Die so genannte "Reichseinheitspartei" am Beispiel Abt Walas von Corbie

Seminar Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andreas Plug (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Als Karl der Große 814 starb, übernahm sein einziger noch lebender Sohn Ludwig der
Fromme die Herrschaft über das fränkische Reich. Schon sehr früh tauschte der neue Kaiser einen Teil seiner Berater aus. Hiervon waren unter anderem auch Wala und sein älterer Bruder Adalhard betroffen. Beide waren für Karl den Großen als Berater tätig. Jetzt aber verloren sie zunächst deutlich an Einfluß.
Ludwig, dessen Interessen verstärkt der Theologie und der Kirchenreform galten, reorganisierte zu Beginn seiner Herrschaft über das Frankenreich Hof und Regierung.
Um den problematischen Gegensatz zwischen unteilbaren, universellen Kaisertum und dem traditionellen gleichen Erbrecht aller legitimen Königssöhne zu beseitigen, wurde auf der Aachener Reichsversammlung im Juli 817 durch Ludwig und Große aus seiner Umgebung mit der Ordinatio Imperii ein klar geregeltes Thronfolgegesetz geschaffen. Die getroffenen Entscheidungen waren durch dreitägiges Fasten und Beten vorbereitet worden. Die konkret beschlossenen Maßnahmen betrafen jedoch nur Einzelpersonen. Lothar wurde zum Mitkaiser und Nachfolger Ludwig des Frommen gewählt, Ludwig und Pippin zu Königen erhoben. Deren Unterkönigtümer blieben jedoch weiterhin dem Kaiser unterstellt, beide waren gegenüber ihrem älteren Bruder zu Gehorsam verpflichtet. Weitere Erbteilungen wurden ausgeschlossen.
Entscheidend für die in der Folgezeit entstehenden Auseinandersetzungen war, daß in der Ordinatio Imperii Reich und Kirche als Einheit aufgefaßt wurden. Diese Einheit galt als von Gott gewollt und durfte auf keinem Fall durch Veränderungen zerstört werden.
Für reichlich Konfliktstoff um diese Einheit sorgte jedoch der Kaiser im Jahre 829 mit
der Ausstattung seines jüngsten Sohnes Karl mit einem eigenen Reichsteil. Ludwig verstieß hiermit gegen die Ordnung der Ordinatio Imperii. Aufgrund des Widerstandes der älteren Söhne und der Verfechter der Reichseinheit geriet das Reich in eine schwere Krise, in deren Verlauf es immer wieder zu neuen Kämpfen und Konflikten mit häufig wechselnden Bündnissen zwischen den Beteiligten kam. Die Vertreter der Reichseinheitspartei, zu denen auch Wala gehörte, wollten an der Ordnung der Ordinatio Imperii festhalten.
Diese Arbeit thematisiert die Idee der Reichseinheit am Beispiel des Abtes Wala von Corbie, des bedeutendsten Vertreters der so genannten „Reichseinheitspartei“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Radbert´s Epitaphium Arsenii

2.1. Das Epithaphium Arsenii

2.2. Der Autor Paschasius Radbertus

3. Die Reichseinheitspartei am Beispiel Abt Walas von Corbie

3. 1. Lebensdaten Walas

3. 2. Zielsetzung und Vertreter der „Reichseinheitspartei“

3. 3. Wala als Verfechter der Reichseinheit

3. 4. Ursachen für das Scheitern des Reichseinheitsidee

4. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit analysiert die politische Ideologie der sogenannten „Reichseinheitspartei“ im frühen 9. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Abt Wala von Corbie. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die Bestrebungen zum Erhalt eines ungeteilten christlichen Reiches, gestützt auf die Ordinatio Imperii, durch machtpolitische Interessen der karolingischen Herrscher und den internen Zerfallsprozess der Opposition scheiterten.

  • Die politische Rolle von Abt Wala von Corbie und sein Einfluss am karolingischen Hof.
  • Die Bedeutung von Radbert´s "Epitaphium Arsenii" als primäre Quellengrundlage.
  • Die Zielsetzungen der „Reichseinheitspartei“ im Kontext der Ordinatio Imperii.
  • Die Konfliktlinien zwischen kaiserlicher Zentralgewalt und den Teilungsbestrebungen.
  • Ursachen für das Scheitern des Einheitsgedankens und die Folgen für das Frankenreich.

Auszug aus dem Buch

3. 3. Wala als Verfechter der Reichseinheit

Wala vertrat eindringlich als Berater Ludwig des Frommen, aber auch als „Rebell“ gegen den Kaiser und dessen neue Berater die Reichseinheitsidee. Obwohl er seit 814 Mönch war, mußten klösterliche Belange in seinem Handeln immer wieder hinter die Politik zurücktreten. Nach seiner Wahl zum Abt wurde Wala erneut, neben dem Erzkaplan Hilduin von St. Denis, zum Berater des Kaisers. Er hielt sich jedoch nicht ständig am Hof auf. Ihm gelang es sowohl seine Aufgaben als Berater, als auch seine Aufgaben als Abt zu erfüllen.

Aufgrund seiner bisherigen Erfahrung, die er als Graf und als Abt im Reich gesammelt hatte, konnte er die militärische und politische Lage des Reichs sehr gut beurteilen. Das große fränkische Reich befand sich an seinen Grenzen in der Defensive. Hier wäre als Beispiel die Bedrohung durch Dänen, Normannen und Bulgaren zu nennen. Hinzu kamen innere Konflikte. Auf einer Reichsversammlung im Februar 822 wurden wegen eines fehlgeschlagenen Feldzuges zwei wichtige Führer des Adels, Hugo von Tours und Matfrid von Orléans, abgesetzt. Es kam durch weltliche und geistliche Große zu vielen Klagen über die Mißstände im Reich.

Im Dezember 828 trug Wala seine Reformvorschläge auf dem Reichstag in Aachen vor. Er kritisierte die schwache Führung des Hofes, die fehlende Disziplin und mangelhafte Seelsorgetätigkeit des Klerus, sowie Korruption und Fehden der weltlichen Großen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den Übergang der Herrschaft von Karl dem Großen auf Ludwig den Frommen und die Einführung der Ordinatio Imperii als Versuch einer stabilen Thronfolgeregelung.

2. Radbert´s Epitaphium Arsenii: Analysiert die Struktur, den Inhalt und die Bedeutung der Leichenrede Radberts als zentrale Quelle für das Leben und Wirken von Wala.

3. Die Reichseinheitspartei am Beispiel Abt Walas von Corbie: Untersucht Walas Leben, seine politische Zielsetzung sowie die verschiedenen Faktoren, die zum Scheitern seiner Einheitsbemühungen führten.

4. Schlußbetrachtung: Reflektiert über die langfristigen Auswirkungen des Scheiterns der Reichseinheit und den Beginn der karolingischen Reichsteilung.

Schlüsselwörter

Reichseinheitspartei, Wala von Corbie, Ludwig der Fromme, Ordinatio Imperii, Radbert, Epitaphium Arsenii, Karolingerreich, Kirchenreform, Lothar I., Reichsversammlung, Aachen, Reichsteilung, Frühmittelalter, politische Opposition, Klösterliche Reform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das politische Wirken von Abt Wala von Corbie im 9. Jahrhundert und sein Bestreben, die Einheit des fränkischen Reiches gegen dynastische Teilungsbestrebungen zu bewahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rolle der „Reichseinheitspartei“, das Verhältnis von Kirche und Kaisertum, die Regierungszeit Ludwigs des Frommen sowie die Analyse der Primärquelle „Epitaphium Arsenii“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Idee einer christlichen Reichseinheit an machtpolitischen Realitäten, persönlichen Interessen des Adels und den strukturellen Problemen des karolingischen Herrschaftsgefüges scheiterte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse. Der Autor nutzt das „Epitaphium Arsenii“ des Paschasius Radbertus als zentrale Grundlage, um Walas Handeln und die zeitgenössische politische Situation zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Quelle, eine detaillierte Biografie Walas, eine Untersuchung der politischen Ziele der Reichseinheitspartei und die Analyse der Konflikte zwischen den karolingischen Söhnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Reichseinheitspartei, Wala von Corbie, Ludwig der Fromme, Ordinatio Imperii, Karolingerreich und politische Reformen sind die prägenden Begriffe.

Warum verwendet der Autor des "Epitaphium Arsenii" Decknamen für die Personen?

Die Verwendung von Decknamen erlaubte es Paschasius Radbertus, die politischen Entwicklungen zu kommentieren und indirekt Kritik an Kaiser Ludwig dem Frommen und seinem Hofstaat zu üben, ohne sich direkter Gefahr auszusetzen.

Welche Rolle spielte das Kloster Corbie in der politischen Opposition?

Corbie diente als organisatorisches Zentrum für die Gegner des Kaisers, da der Abt des Klosters, Wala, eine der führenden Persönlichkeiten der Opposition war und das Kloster einen sicheren Ort für geheime Beratungen bot.

Warum wird das "Lügenfeld" im Zusammenhang mit der Opposition genannt?

Das „Lügenfeld“ bezeichnet die Ereignisse des Jahres 833, bei denen durch Verrat und Eidbrüche der oppositionellen Großen die monarchische Autorität Ludwigs des Frommen kollabierte, was den endgültigen Verlust der Reichseinheit beschleunigte.

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Details

Title
Die so genannte "Reichseinheitspartei" am Beispiel Abt Walas von Corbie
College
University of Cologne  (Historisches Seminar)
Grade
2,0
Author
Andreas Plug (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V94546
ISBN (eBook)
9783640106646
ISBN (Book)
9783640123025
Language
German
Tags
Reichseinheitspartei Beispiel Walas Corbie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Plug (Author), 2005, Die so genannte "Reichseinheitspartei" am Beispiel Abt Walas von Corbie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94546
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