Die klassische Konditionierung und die systematische Desensibilisierung in der Psychotherapie


Akademische Arbeit, 2020

12 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Die klassische Konditionierung
2.1.1. Die Furchtkonditionierung
2.2. Die Psychotherapie
2.2.1. Die Verhaltenstherapie
2.2.2. Die Gegenkonditionierung
2.2.3. Die systematische Desensibilisierung

3. Fazit

Literaturverzeichnis II

Eidesstattliche Erklärung

1. Einleitung

Lerntheorien spielen in der Verhaltenstherapie eine zentrale Rolle, da jede Änderung und Erweiterung des Verhaltens als Lernprozess angesehen werden kann. Das Verhalten bedeutet hier nicht nur die sichtbaren Äußerungen des Organismus, sondern auch dessen kognitiven und psychologischen Prozesse (Reinecker & Borg-Laufs, 1999, S. 88).

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit genau diesem Aspekt der lerntheoretischen Konzepte, anhand der klassischen Konditionierung im Hinblick auf die Furchtkonditionierung und der systematischen Desensibilisierung, eine Therapieform aus dem Bereich der Verhaltenstherapie, auseinander.

Das Ziel dieser Hausarbeit ist es darzustellen, welchen Einfluss die Lernpsychologie, am Beispiel der Klassischen Konditionierung, auf die Entwicklung von verhaltenstherapeutischen Ansätzen hat. Außerdem soll mit dieser Hausarbeit aufgezeigt werden, inwiefern diese entwickelten Verhaltenstherapien Störungen und Ängste behandeln, die ebenfalls auf vorangegangene Lernprozesse zurückzuführen sind.

Zunächst werden in Kapitel 2 grundlegende Begriffe, sowie die Lerntheorie der klassischen Konditionierung genauer erläutert. Anschließend wird die Furchtkonditionierung thematisiert, welche auf die Grundelemente der klassischen Konditionierung zurückzuführen ist und diese die Verbindung der klassischen Konditionierung zur verhaltenstherapeutischen Maßnahme der systematischen Desensibilisierung darstellen soll.

Um letztendlich auf die systematische Desensibilisierung genauer eingehen zu können, werden erst die grundlegenden Begriffe der Psychotherapie und anschließend die der Verhaltenstherapie erläutert, welche die systematische Desensibilisierung impliziert.

Die vorliegende Arbeit endet mit einem kurzen Fazit, welches sich mit einigen Aspekten der klassischen Konditionierung, speziell die der Furchtkonditionierung, als auch die der systematischen Desensibilisierung befasst.

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Die klassische Konditionierung

Die klassische Konditionierung ist eine von dem russischen Physiologen Ivan Petrowitsch Pavlov (1849-1936) begründete Grundform des Lernens und stellt die Grundlage für den Behaviorismus, eine Perspektive der Psychologie (vgl. Dörfler, Roos & Gerrig, 2018, S. 217).

Während es Pavlov in seiner physiologischen Forschung der Verdauungstätigkeit des Hundes nur darum ging, den reflexartigen Speichelfluss zu messen, indem der Hund gefüttert wird, stellte sich jedoch heraus, dass der Speichelfluss beim Hund bereits nach einigen Versuchsdurchläufen auftrat, sobald die Forscher den Raum nur betreten haben (vgl. Müsseler & Rieger, 2017, S. 323).

Es ist also festzustellen, dass die Darbietung eines Stimulus, wie im Beispiel Pavlovs, das Betreten des Raumes durch die Forscher, dem Hund eine gewisse Information liefert. Diese Information ist in diesem Fall das Verabreichen des Futters. Der Hund hat sich hierbei eine neue Assoziation (Verknüpfung) zwischen den beiden dargebotenen Stimuli angeeignet, weshalb die klassische Konditionierung sowohl als das Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern als auch als das Lernen von Assoziationen (assoziatives Lernen) verstanden werden kann (vgl. Dörfler et al., 2018).

Im Prozess der klassischen Konditionierung wird ein unkonditionierter Reiz (unconditioned stimulus, US), welcher eine unkonditionierte, immer angeborene Reaktion (unconditioned response, UR) auslöst, in Verbindung mit einem bislang, neutralen Reiz gesetzt, welcher keine konditionierte Reaktion zur Folge hat. Dieser dargebotene neutrale Reiz wird anschließend durch die Konditionierung in Form von mehreren Darbietungen und Paarungsmöglichkeiten zum konditionierten Reiz (conditioned stimuls, CS) und löst somit die damit assoziierte konditionierte, erlernte Reaktion (conditioned response, CR) aus (vgl. Müsseler & Rieger, 2017).

Bestimmte Faktoren, wie der zeitliche Zusammenhang (Reiz-Reaktions-Kontingenz) zwischen den beiden dargebotenen Stimuli, können bei Organismen die Assoziationsstärke und den Lerneffekt deutlich beeinflussen (vgl. Ditton & Müller, 2014, S. 29-30 ).

Somit sorgen manche Formen der klassischen Konditionierung, wie zum Beispiel die verzögerte Konditionierung, bei der eine geringe Verzögerung zwischen der Präsentation der beiden Stimuli vorliegt (sehr geringe Reiz-Reaktions-Kontiguität), für einen hohen Lerneffekt. Die Assoziation wurde somit nach bereits wenigen Darbietungen und Paarungen hergestellt (vgl. Ditton & Müller, 2014; Dörfler et al., 2018; Müsseler & Rieger, 2017).

Auch die Vorhersagbarkeit, dass das Auftreten des konditionierten Stimulus eine Prognose über den unkonditionierten Stimulus treffen kann ist für den Organismus, sowie dem Lerneffekt von hoher Wichtigkeit. Diese kann durch die Kontingenz des Auftretens des CS und US beeinflusst werden, da diese die wenn-dann (P (CS | US)) und die nur-dann (P (US | nicht CS)) Beziehung der beiden Stimuli beschreibt (vgl. Drewing).

Watsons (1913) Ansicht, dass „menschliche Gefühle und menschliches Verhalten, wenngleich biologisch beeinflusst, vor allem aus einer Reihe konditionierter Reaktionen bestehen“ (Müsseler & Rieger, 2017, S. 298), lässt sich auf Pavlovs Arbeit zurückführen, welche die Grundlage für Watsons Arbeit zur Furchtkonditionierung stellt.

2.1.1. Die Furchtkonditionierung

John Broadus Watson (1878-1958) und Rosalie Roberta Rayner (1898-1935) nutzten das Wissen der klassischen Konditionierung, das Lernen von Reiz-Reaktions-Mustern, und wollten diese speziell an der Erlernbarkeit von Angstreaktionen belegen.

Watson und Rayner wollten nachweisen, dass emotionale Reaktionen, am Beispiel der Furcht, ebenfalls auf Lernprozesse der klassischen Konditionierung zurückzuführen und somit erlernbar sind. Dies untersuchten sie in ihrer Studie zur Furchtkonditionierung (Watson und Rayner, 1920) mit einem elf Monate alten Baby, dem kleinen Albert, indem sie ihm eine negative emotionale Reaktion, die Furcht vor einer Ratte antrainierten, welche bei Albert jedoch bisher immer eine positive emotionale Reaktion ausgelöst hat (vgl. Dörfler et al., 2018, S. 225; Müsseler & Rieger, 2017, S. 324).

Genau wie bei der ihr zugrunde liegenden klassischen Konditionierung wird bei der Furchtkonditionierung ebenfalls ein affektiver, neutraler Stimulus (Ratte) mit einem US (lauter Ton durch Schlag mit einem Hammer auf eine Eisenstange) gepaart.

Außerdem wird auch hier der neutrale Stimulus durch den wiederholten Lernprozess zu einem CS, welcher den darauffolgenden US vorhersagt und anhand des Beispiels der Furcht, eine erlernte Furchtreaktion (CR), wie zum Beispiel in Watsons Studie das Weinen des kleinen Alberts, auslöst (vgl. Baumann, 2016, S. 17).

Bereits nach wenigen Darbietungen der Ratte (NS), gefolgt von dem Schlag mit dem Hammer auf eine Eisenstange (US), welche sich unmittelbar hinter dem kleinen Albert befand, verlernte der kleine Albert die positive Reaktion auf die dargebotene Ratte (jetzt CR) sehr schnell und reagierte emotional sehr negativ (CR). Dies tat er durch die Abwendung (Wegdrehen, Krabbeln) von der Ratte bis hin zum Weinen (vgl. Myers, Hoppe-Graf & Keller, 2014, S. 298).

Zusätzlich ließ sich feststellen, dass sich Alberts Furcht auch auf andere Objekte mit Fell (Hund, Kaninchen, Pelzmantel) übertrug. Dieses Phänomen nennt man die Reizgeneralisierung, wobei eine gleiche oder ähnliche Reaktion auf ähnliche Reize, wie dem erlernten Reiz erfolgt. Dementsprechend zeigte der kleine Albert keine ähnliche Reaktion, wie zum Beispiel bei der Präsentation von Spielzeug, da dieses keine Ähnlichkeit zur Ratte hat und somit einen sehr niedrigen Generalisierungsgradient im Vergleich zu pelzigen Objekten aufweist (vgl. Dörfler et al., 2018; Horstmann & Dreisbach, 2017, S. 94; Myers et al., 2014).

Watsons Studie und die neue emotionale Reaktion des kleinen Alberts konnten somit nachweisen, dass emotionale Reaktionen ebenfalls auf Lernprozesse der klassischen Konditionierung zurückzuführen und somit erlernbar sind.

Durch die Erkenntnisse aus Watsons Studie, stellten sich viele Forscher die Frage, ob man unsere schlimmsten Empfindungen, sprich Ängste nicht auch mit den Lernprozessen der klassischen Konditionierung, durch Löschungsvorgänge oder sogar der Umkonditionierung behandeln könnte.

2.2. Die Psychotherapie

In der Psychologie werden die heute angewandten Therapien, welche unterschiedliche Ziele verfolgen und unterschiedliche Techniken anwenden, in zwei Hauptkategorien eingeteilt.

Man unterscheidet in der Psychologie zum einen in biomedizinischen Therapien, welche sich mit der Einflussnahme von chemischen und physischen Eingriffen (Medikamente, Operationen, Elektroschocks) auf die Funktionsweise des zentralen Nervensystems befassen und somit „… direkt auf die Verbindung zwischen Gehirn und (Rest-)Körper ein[zu]wirken“ (Dörfler et al., 2018, S. 604).

Diese Formen der Behandlungen in biomedizinischen Therapien dürfen ausschließlich nur von Ärzt/-innen und Psychiater/-innen durchgeführt werden (vgl. Dörfler et al., 2018).

Die andere Hauptkategorie an Therapieformen in der Psychologie stellt die Psychotherapie.

Die Psychotherapien (Psychologische Therapien) kann man als Behandlungsformen von geistig-seelisch bedingter, dysfunktionaler Zustände und Leiden eines Patienten verstehen.

Diese Leiden und dysfunktionalen Zustände des Patienten äußern sich aufgrund innerer Konflikte, die dem Patienten sowohl unbewusst als auch bewusst sein können, in verschiedenen Verhaltensweisen und lassen sich oft auf vorangegangene Lernprozesse zurückführen (vgl. Dörfler et al., 2018).

Die Behandlung der verschiedenen Verhaltensweisen beinhaltet ausschließlich psychologische Techniken und besteht aus der Wechselbeziehung zwischen einem ausgebildeten Therapeuten, wie klinischen Psychologen/-innen, Psychiater/-innen, als auch anderen Ärzten mit abgeschlossener Therapieausbildung und dem Patienten (vgl. Dörfler et al., 2018; Myers et al., 2014, S. 705).

Auch die Psychotherapien lassen sich in vier Hauptströmungen unterteilen, womit die psychodynamischen, die verhaltenstherapeutischen, die kognitiven und die existenzialistischen Therapien gemeint sind, wobei nur die Verhaltenstherapie die Verhaltensstörungen eines Patienten als erlerntes Verhalten betrachtet (vgl. Myers et al., 2014).

2.2.1. Die Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie beinhaltet zahlreiche Behandlungsverfahren und geht davon aus, dass störende und problematische Verhaltensweisen (Phobien, sexuelle Störungen), auf Lernprozesse zurückzuführen sind und selbst als Problem zu betrachten sind.

Außerdem gehen Therapeuten mit einem verhaltenstherapeutischen Ansatz davon aus, dass diese Störungen im Verhalten mit denselben Verfahren an Lernprozessen auch wieder verlernt, oder umkonditioniert, sprich durch angepasste Verhaltensweisen ersetzt werden können, sodass diese störenden Verhaltensweisen beseitigt werden. Die Verfahren werden in die Verfahrenskategorie der Beseitigungsverfahren eingestuft (vgl. Myers et al., 2014, S. 710).

Die Grundannahmen der Verhaltenstherapie lassen sich auf Pavlov und der klassischen Konditionierung, sowie ebenfalls auf Watson und der Furchtkonditionierung zurückführen, da nachgewiesen werden konnte, dass viele Verhaltensweisen und Emotionen (am Beispiel der Furcht) durch die klassische Konditionierung erlernt werden.

Nach den Erkenntnissen aus Watsons Studie stellten sich viele Forscher die Frage, ob man erlernte Verhaltensweisen nicht mit neuen Lernprozessen neukonditionieren, beziehungsweise umkonditionieren könnte.

Der Lerntheoretiker O.H. Mowrer war von dieser Theorie überzeugt und macht somit den Auftakt der Gegenkonditionierung (impliziert die systematische Desensibilisierung), einer Therapiemethode aus dem Bereich der Verhaltenstherapie (vgl. Myers et al., 2014, S. 710-711).

2.2.2. Die Gegenkonditionierung

Die Gegenkonditionierung gilt als Paradebeispiel, wenn man die Methoden der klassischen Konditionierung in den Kontext der Psychotherapie, in diesem Fall die Kategorie der Verhaltenstherapien setzen möchte.

Begründet wurde die Gegenkonditionierung durch den Lerntheoretiker und Psychologen Orval Hobart Mowrer (1907 - 1982), durch die Forschung und Entwicklung an einer erfolgreichen Konditionierungstherapie, beziehungsweise Verhaltenstherapie für Bettnässer.

In seiner Studie wurde eine neue Konditionierung vom Bettnässen und geweckt werden antrainiert, indem ein Alarm ausgelöst wurde, sobald Harn auf das Bettkissen des Probanden gelang. Nach einigen Nächten erwies sich diese Methode als wirksam (vgl. Myers et al., 2014).

In der Gegenkonditionierung wird somit ein erworbenes Problemverhalten A (Bettnässen) mit einem mit diesem Verhalten unvereinbaren neuen Verhalten B (Geweckt werden und Aufstehen) an denselben konditionierten Stimulus, beziehungsweise dem selben kontextuellem Situationsmerkmal gekoppelt.

Das neue erlernte Verhalten B wird in der Gegenkonditionierung nicht nur als eine Reaktion in genau diesem Kontext (Schlafen im Bett) erlernt, sondern es kommt zeitgleich zur Extinktion des Verhaltens B, weshalb des Bettnässen ganz gelöscht und somit verlernt wurde (vgl. Myers et al., 2014).

Ein weiteres Beispiel für die ersten verhaltenstherapeutischen Maßnahmen der Gegenkonditionierung im Rahmen der systematischen Desensibilisierung ist die Forschung von Mary Cover Jones (1896 – 1987). Jones belegte mit ihrer Forschung, dass auch die Furcht vor einem Tier, welche wie bei dem kleinen Albert in Watsons Studie erlernt wurde, durch die stufenweise ablaufende Konditionierung aufgehoben werden kann. Diese Art der Verhaltenstherapie ist die gestufte Reizkonfrontation (vgl. Dörfler et al., 2018, S. 615; Jones, 1924).

Mowrer´s und Jones´ Technik der Gegenkonditionierung ist eine Art der heute am meisten angewandten Methode der Verhaltenstherapie und wir auch als Expositionstherapie bezeichnet.

Man unterscheidet in der Gegenkonditionierung zwischen zwei Techniken der Behandlung. Zum einem gibt es die Expositionstherapie, bei der die Menschen, wie in Jones´ Beispiel mit ihren Phobien langsam und systematisch konfrontiert werden, in der auch die systematische Desensibilisierung eingeordnet wird, und das Ziel darin besteht, eine negative Reaktion auf einen harmlosen Reiz durch eine positive Reaktion zu ersetzen.

Die andere Technik der Gegenkonditionierung ist die Aversionskonditionierung, dessen Ziel es wiederum ist, die positive Reaktion auf einen schädlichen Reiz (Nikotin, Drogen, Alkohol), durch eine negative Reaktion zu ersetzen, weshalb die Aversionskonditionierung den Gegensatz zur systematischen Desensibilisierung darstellt, da hier die Vermeidung konditioniert wird und nicht die Vermeidung verlernt werden soll (vgl. Myers et al., 2014, S. 712).

2.2.3. Die systematische Desensibilisierung

Der Psychiater und Psychotherapeut Joseph Wolpe (1915 – 1997) war der Begründer des Verfahrens der systematischen Desensibilisierung, ebenfalls einer verhaltenstherapeutische Methode zum stufenweisen Abbau von pathologischen Ängsten. Die systematische Desensibilisierung lässt sich auf die beschriebenen Arbeiten zur Gegenkonditionierung (Jones, 1924) zurückführen, nur dass Wolpe den Aspekt der Entspannung (Muskelrelaxation) hinzunahm (vgl. Margraf, 1996, S. 20-21).

Wolpe erstellte zusammen mit seinen Patienten, mittels einer Verhaltensanalyse, eine Angsthierarchie, wobei die Hauptangst, der Auslöser des höchsten subjektiven Erregungsgrades, die Spitze der Pyramide stellt (vgl. Margraf & Schneider, 2009, S. 508).

Die Therapiemethode der systematischen Desensibilisierung ist die erste, auf Lerntheorien basierende Behandlung von Angststörungen und besteht nun darin, die Hierarchie der angstauslösenden Reizen von unten nach oben abzubauen, indem der Patient, sich eine zur Phobie eher harmlose Situation (bei Flugangst ein Flugzeug) vorstellt.

Durch die multiple und stufenweise stattfindenden Konfrontation (bis zur Spitze der Hierarchie) mit den angstauslösenden Reizen, soll der Patient nun auf die Angstreaktion habituiert, also desensibilisiert werden (vgl. Margraf, 1996; Myers et al., 2014, S. 712).

Zusätzlich wird ein angstantagonistisches Verhalten, wie in Mowrer´s Gegenkonditionierung eingeführt, die progressive Muskelrelaxation (kurz PMR). Die Entspannung der PMR setzt ein, sobald der Patient in der Vorstellung seines angstauslösenden Reizes Angst bekommt (vgl. Derra & Linden, 2011, S. 133).

Kritisieren lässt sich an der systematischen Desensibilisierung, dass durch das Verfahren, welches in der Regel sechs bis zwölf Sitzungen umfasst, gekoppelt mit der PMR, zwar die Angsthierarchie stufenweise abgearbeitet wird, jedoch ist der Patient dann nicht zwingend von seiner Phobie geheilt. Der Patient hat lediglich durch die Umkonditionierung von der Angst zur Entspannung gelernt, besser mit diesen angstauslösenden Situationen umgehen zu können (vgl. Batra, Buchremer & Wassmann, 2013, S. 163-164 ; Margraf, 1996; Margraf & Schneider, 2009; Myers et al., 2014).

3. Fazit

Die systematische Desensibilisierung ist die erste auf lerntheoretische Konzepte basierende Verhaltenstherapie zur Behandlung von Phobien und wurde erst durch die Entwicklung der Verhaltenstherapie, beziehungsweise deren Therapien zur Gegekonditionierung, erarbeitet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die klassische Konditionierung und die systematische Desensibilisierung in der Psychotherapie
Autor
Jahr
2020
Seiten
12
Katalognummer
V945517
ISBN (eBook)
9783346280770
ISBN (Buch)
9783346280787
Sprache
Deutsch
Schlagworte
systematische Desensibilisierung, Verhaltenstherapie, Psychotherapie, Furchtkonditionierung, klassische Konditionierung, Lernpsychologie, Angst
Arbeit zitieren
Tobias Schoeneis (Autor), 2020, Die klassische Konditionierung und die systematische Desensibilisierung in der Psychotherapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945517

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