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Über die naturalistische Prägung des Natur-Kultur-Dualismus. Descolas Kritik am Anwendungsbereich

Title: Über die naturalistische Prägung des Natur-Kultur-Dualismus. Descolas Kritik am Anwendungsbereich

Term Paper , 2019 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lynn Ott (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Ziel dieser Arbeit ist es, nachvollziehbar darzustellen, dass Descola mit seiner Kritik am Kultur-Natur-Dualismus einen neuen Blickwinkel auf die Neufindung persönlicher Identität und die Einordnung des Menschen in sein natürliches Umfeld im westlichen Naturalismus schafft. Mit der aus Descolas Ethnographie gewonnenen Perspektive möchte ich einen neuen Ansatz für das Verständnis einer zunehmenden religiösen (sowohl im Sinne von institutioneller Religion, als auch ‚Lifestyle‘ als religiöse Praxis, was ich in Kapitel 3.2 weiter erläutern werde) Neuorientierung in westlichen Kulturen und Ländern erforschen, welche Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein eine neue Wichtigkeit zuschreibt.
Dafür möchte ich beginnend einen einsteigenden Einblick in Descolas Kritik am Natur-Kultur-Dualismus, seine Argumentation und seine Einführung der Begriffe „Beziehungsmodi“ und „Identifikationsmodi“ schaffen. Beide Begriffe werde ich im darauffolgenden Kapitel am Beispiel der Achuar vertiefen und in einem für diese Arbeit angemessenen Umfang verdeutlichen. Mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse werde ich anschließend beleuchten, welchen Beitrag Descolas Werk für das Verständnis von Identitätssuche des Einzelnen und den daraus folgenden Auswirkungen auf Werte der gesamten westlichen Gesellschaft leistet. Konkreter gesagt, erhoffe ich mir, mit Descolas Modell der Ontologien und beider Modi einen neuen Blickwinkel auf die Entstehung eines steigenden Bewusstseins für Natur, Umwelt und den Versuch der spirituellen Reintegration.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Über die Naturalistische Prägung des Natur-Kultur-Dualismus: Descolas Kritik am Anwendungsbereich

3. Jenseits des Dualismus – Beziehung von Mensch und Umwelt

3.1 Im Garten der Achuar: Mensch und Umwelt im animistischen Beispiel

3.2 Religiöse Neuorientierung westlicher Kulturen – Vom Streben nach Reintegration des Menschen in die Natur

4. Abschließende Worte

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage des Werkes „Jenseits von Natur und Kultur“ von Philippe Descola, wie die Kritik am westlichen Natur-Kultur-Dualismus neue Perspektiven für die Neufindung persönlicher Identität und die Einordnung des Menschen in sein natürliches Umfeld eröffnet.

  • Kritische Analyse des naturalistischen Natur-Kultur-Dualismus.
  • Untersuchung animistischer Weltwahrnehmungen am Beispiel der Achuar.
  • Erforschung der religiösen Neuorientierung in westlichen Gesellschaften.
  • Diskussion der Konzepte von Beziehungs- und Identifikationsmodi.
  • Verbindung von Lebensstil, Nachhaltigkeit und Umweltschutz mit Identitätsfindung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Im Garten der Achuar – Mensch und Umwelt im animistischen Beispiel

Die Achuar messen Erscheinungsformen in ihrer Umgebung eine Beseeltheit zu, welche eine im Selbstverständnis der Achuar verankerte Identität der Interiorität von Menschen und Nichtmenschen bedeutet. Dabei ist erneut zu vermerken, dass die „Verknüpfung von menschlicher und nichtmenschlicher Sphäre […] kein exotischer Spezialfall, sondern […] eine Grundvariante“ bei vielen Kulturen weltweit ist (Mayer 2011).

Die Ähnlichkeit der Interioritäten erlaubt eine Ausdehnung des Stands der „Kultur“ auf die Nichtmenschen mit allen Attributen, die dies impliziert, von der Intersubjektivität bis hin zur Beherrschung der Techniken über die ritualisierten Verhaltensweisen und die Beachtung von Konventionen. (Descola 2013:197)

Dieser Weltwahrnehmung liegt also zugrunde, dass im Gegensatz zur Abgrenzung des ‚Ich‘, einer menschlichen Zuschreibung, zum ‚Anderen‘, also alles Nichtmenschliche, im Naturalismus der Animismus davon ausgeht, der ‚Andere‘ sei ebenfalls ein ‚Ich‘. Descola formuliert den Identifikationsmodi, welcher Kernpunkt dieser Attributzuordnung darstellt, als Schema, „mittels dessen Ich [das animistische ‚Ich‘ wohlgemerkt] Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen mir und den Existierenden feststelle“ (Descola 2013:176). Im Glauben der Achuar sieht jedes Tier und jede Pflanze, sogar für uns leblos erscheinende oder gar nicht existente Entitäten wie Geister, sich selbst als ein ‚Ich‘, wie ein Mensch, und ist dazu in der Lage, seine Umwelt und andere Entitäten mit sich selbst zu vergleichen. Diese Perspektive impliziert ein Bewusstsein, Intelligenz und beruht auf dem Gedankenkonstrukt, dass Existierenden ontologische Eigenschaften zugesprochen werden, die denen der Menschen entsprechen und alle Entitäten dazu in der Lage sind, sich selbst als eine aus Interiorität und Physikalität zusammengesetzte Einheit wahrzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Werk von Philippe Descola vor und definiert das Ziel der Arbeit, die Kritik am Natur-Kultur-Dualismus auf westliche Identitätskonzepte zu übertragen.

2. Über die Naturalistische Prägung des Natur-Kultur-Dualismus: Descolas Kritik am Anwendungsbereich: Dieses Kapitel erläutert Descolas Kritik an der westlichen naturalistischen Ontologie, die den Menschen als überlegen und von der Natur abgegrenzt definiert.

3. Jenseits des Dualismus – Beziehung von Mensch und Umwelt: Dieser Abschnitt analysiert das Verhältnis von Mensch und Umwelt, unterteilt in die animistische Sichtweise der Achuar und die religiöse Neuorientierung westlicher Kulturen.

3.1 Im Garten der Achuar – Mensch und Umwelt im animistischen Beispiel: Hier wird anhand des Beispiels der Achuar aufgezeigt, wie eine animistische Weltsicht die Grenze zwischen Mensch und Natur durch ein gemeinsames ‚Ich‘ aufhebt.

3.2 Religiöse Neuorientierung westlicher Kulturen – Vom Streben nach Reintegration des Menschen in die Natur: Dieses Kapitel untersucht, wie sich in westlichen Gesellschaften durch neue Religiosität und Lebensstile ein Streben nach Reintegration des Menschen in die Natur manifestiert.

4. Abschließende Worte: Das Fazit fasst zusammen, dass die Neuorientierung in westlichen Kulturen als Versuch verstanden werden kann, die strikte naturalistische Abgrenzung von der Natur zu überwinden.

Schlüsselwörter

Philippe Descola, Natur-Kultur-Dualismus, Naturalismus, Animismus, Achuar, Identifikationsmodi, Beziehungsmodi, Ontologie, Religion, Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Identität, Weltwahrnehmung, Spiritualität, Reintegration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht auf Basis der ethnologischen Theorie von Philippe Descola, wie der westliche Dualismus von Natur und Kultur kritisiert werden kann und welche Auswirkungen dies auf das heutige Verständnis des Menschen von sich selbst und seiner Umwelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Kritik am naturalistischen Weltbild, der Vergleich zwischen animistischen und westlich-naturalistischen Ontologien sowie der Wandel westlicher Lebensstile und Wertvorstellungen hinsichtlich ökologischer Verantwortung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachvollziehbar darzustellen, dass Descolas Kritik am Natur-Kultur-Dualismus neue Perspektiven für die Neufindung persönlicher Identität und die Einordnung des Menschen in sein natürliches Umfeld im Kontext westlicher Gesellschaften bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit anthropologischer Fachliteratur, insbesondere dem Werk „Jenseits von Natur und Kultur“, und der Anwendung dieser Erkenntnisse auf aktuelle Phänomene des gesellschaftlichen Wertewandels.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt zunächst Descolas theoretisches Modell der Ontologien. Anschließend wird dieses Modell am Beispiel der Achuar mit dem Animismus kontrastiert und schließlich auf die aktuelle religiöse und gesellschaftliche Neuorientierung in westlichen Kulturen angewandt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Natur-Kultur-Dualismus, Naturalismus, Animismus, Identifikationsmodi, Beziehungsmodi, sowie Begriffe aus dem Bereich der ökologischen und religiösen Identitätsfindung.

Wie unterscheidet sich die animistische Weltanschauung der Achuar vom westlichen Naturalismus?

Während der westliche Naturalismus von gleicher Physikalität, aber unterschiedlicher Interiorität ausgeht, betrachten die Achuar Lebewesen als einander gleich in der Interiorität (Geist/Bewusstsein), auch wenn sie sich im Äußeren unterscheiden.

Warum spielt die Ernährungsweise eine Rolle in der Argumentation der Arbeit?

Die Ernährungsweise, etwa der Verzicht auf Fleisch, wird als Ausdruck eines neuen ethischen Bewusstseins und der Suche nach einer Reintegration in die Natur gedeutet, was den Wandel weg vom strikten Dualismus symbolisiert.

Was bedeutet der Begriff „Beziehungsmodi“ nach Descola?

Beziehungsmodi sind integrierende Schemata, die bestimmen, wie Entitäten miteinander interagieren. Sie sind geprägt durch die jeweilige Ontologie und kanalisieren praktisches Handeln sowie den Ausdruck von Denken und Affekten.

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Details

Title
Über die naturalistische Prägung des Natur-Kultur-Dualismus. Descolas Kritik am Anwendungsbereich
College
University of Leipzig
Grade
1,3
Author
Lynn Ott (Author)
Publication Year
2019
Pages
16
Catalog Number
V945577
ISBN (eBook)
9783346283610
ISBN (Book)
9783346283627
Language
German
Tags
über prägung natur-kultur-dualismus descolas kritik anwendungsbereich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lynn Ott (Author), 2019, Über die naturalistische Prägung des Natur-Kultur-Dualismus. Descolas Kritik am Anwendungsbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/945577
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