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Wie erzählt man Krieg? - Möglichkeiten des Erzählens von Kriegssituationen am Beispiel Marcel Beyers "Flughunde"

Title: Wie erzählt man Krieg? - Möglichkeiten des Erzählens von Kriegssituationen am Beispiel Marcel Beyers "Flughunde"

Term Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Lennart Hemme (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Im Versuch, Krieg zu bewältigen, entwickelten sich verschiedenste Arten der Auseinandersetzung mit diesem heiklen Thema. In der Literatur ist der Stoff des Krieges in allen Formen ein Thema – eines der ältesten noch dazu. Doch wie verarbeitet der Einzelne seine ganz eigenen Traumata des Krieges in der modernen Kriegsliteratur? Welche Ansatzpunkte liefert Krieg als Stoff und der Mensch als Rezipient für die Vermittlung eines Tabus? Man spricht nicht von den Morden der Väter, doch wer es versucht, wandert auf einem schmalen Grat. Welchen Weg kann man einschlagen, um angemessen zu erreichen, was man sich zum Ziel gesetzt hat – sei es Mitgefühl, Wissen oder Bewusstsein zu vermitteln? Wie erzählt man Krieg?
Diese Arbeit entwickelt Kategorien, die die denkbare Erzählformen aufzeigen. Darauf aufbauend soll analysiert werden, ob und inwiefern Marcel Beyer sich der gegebenen Formen bedient, sie sich zu eigen macht und wie er sie forthin selbst entwickelt. Insbesondere wird hier das Motiv des Lärms und das der Stimme als Mittel zur Umsetzung untersucht. Entwirft Beyer eine eigene Poetik des Krieges? Welche bekannten Formen fließen darin ein und welchen Effekt erzielt er in seinem Roman damit?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Möglichkeiten des Erzählens von Krieg

2.1. Dokumentarstil

2.2. Subjektiv-emotionaler Stil

2.3. Elliptisch-parataktischer Stil

2.4. Die Groteske

3. Das Beispiel „Flughunde“

4. Reflexion

5. Literatur

5.1. Primärliteratur

5.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Kategoriensystems, um die vielfältigen Erzählformen von Kriegssituationen in der Literatur zu systematisieren und auf Marcel Beyers Roman „Flughunde“ anzuwenden.

  • Analyse theoretischer Erzählformen des Krieges
  • Differenzierung zwischen dokumentarischen, subjektiv-emotionalen und elliptisch-parataktischen Stilen
  • Untersuchung der Groteske als eigenständige Darstellungsform
  • Anwendung der erarbeiteten Kategorien auf den Roman „Flughunde“
  • Herausarbeitung des Motivs von Lärm und Stimme als erzählerisches Mittel

Auszug aus dem Buch

3. Das Beispiel „Flughunde“

Der Himmel zittert, der aufgerissene Straßenbelag bringt die Reifen zum Vibrieren, schaukelnd bewegt sich der Wagen über die Piste, er rumpelt hinweg über notdürftig aufgetragenen Schotter [...], tief hinein ins Feindesland. Mein Haar streift den Himmel, den schmutzigen Wagenhimmel [...], sooft das Gefährt in ein Wasserloch abrutscht. [...] Auch die Erde bewegt sich, der graubraune Himmel zittert mit Pulverrauch, der verregnete Nachtanbruch, und mein ganzer Körper wird von den Erschütterungen erfasst.

So klingt es, wenn es laut wird in Marcel Beyers 1995 erschienenen Roman „Flughunde“. Diese Szenen sind selten; zwar sind Lärm und insbesondere Stimme ein Leitmotiv, doch wird dieses sehr überwiegend leise realisiert. Der Erzähler dieser Szene ist Hermann Karnau. Der Akustiker ist zu Anfang des Romans mit der Umsetzung einer Hitler-Rede in Berlin betraut, und gleich zu Beginn erteilt er der Untersuchung in diesem Kapitel ihre Berechtigung: „Es ist Krieg.“ Wenn dort nun also Krieg herrscht, ist der vorliegende Text per definitionem Kriegsliteratur. Im ersten Teil dieser Arbeit sind Kategorien entwickelt worden, mit denen man unterschiedliche Herangehensweisen an den Kriegsstoff beschreiben kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der literarischen Kriegsbewältigung ein und formuliert das Ziel, Kategorien für verschiedene Erzählformen des Krieges zu entwickeln und auf Beyers Werk anzuwenden.

2. Möglichkeiten des Erzählens von Krieg: In diesem Kapitel werden vier Hauptkategorien für Kriegsliteratur definiert: der Dokumentarstil, der subjektiv-emotionale Stil, der elliptisch-parataktische Stil und die Groteske.

3. Das Beispiel „Flughunde“: Dieses Kapitel analysiert Marcel Beyers Roman vor dem Hintergrund der zuvor erarbeiteten Kategorien, wobei insbesondere das Motiv der Stimme und des Lärms untersucht wird.

4. Reflexion: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Durchführbarkeit der entwickelten Kategorisierung kritisch gewürdigt.

5. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten primären und sekundären Quellen auf.

Schlüsselwörter

Kriegsliteratur, Erzähltheorie, Marcel Beyer, Flughunde, Dokumentarstil, Subjektivität, Emotionalität, Ellipse, Parataxe, Groteske, Lärm, Stimme, Zweiter Weltkrieg, Literaturwissenschaft, Kriegsdarstellung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, mit welchen literarischen Mitteln und Erzählformen Autoren Kriegssituationen darstellen und wie sich diese Ansätze in Kategorien einteilen lassen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Ästhetik des Krieges, die Grenze zwischen Fakt und Fiktion sowie die verschiedenen Stile, von der dokumentarischen Wiedergabe bis zur grotesken Darstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erstellung eines theoretischen Instrumentariums (Kategoriensystem), um die Vielfalt der Kriegsdarstellung in der Literatur zu ordnen und am Beispiel eines konkreten Romans zu erproben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine erzähltheoretische Analyse und einen komparatistischen Ansatz, indem verschiedene literarische Werke verglichen und Kategorien durch die Lektüre von Primär- und Sekundärquellen gewonnen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Ausarbeitung der vier Erzählstile (Dokumentarstil, subjektiv-emotional, elliptisch-parataktisch, Groteske) und deren Anwendung auf den Roman „Flughunde“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Kriegsliteratur, erzählerische Kategorisierung, Moderne, Stimme, Lärm und ästhetische Darstellung definieren.

Warum ist das Motiv der Stimme in „Flughunde“ so bedeutend?

Das Motiv der Stimme fungiert im Roman als zentrales ästhetisches Leitmotiv, das den Protagonisten Hermann Karnau fasziniert und ihn zugleich in eine moralische Blindheit gegenüber dem Kriegsgeschehen führt.

Wie bewertet der Autor die Trennschärfe der Kategorien?

Der Autor stellt fest, dass die Kategorien in der Praxis keine scharfen Grenzen aufweisen, sondern als fließendes System zu verstehen sind, da literarische Werke oft mehrere Stile miteinander vermischen.

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Details

Title
Wie erzählt man Krieg? - Möglichkeiten des Erzählens von Kriegssituationen am Beispiel Marcel Beyers "Flughunde"
College
University of Münster
Grade
2,0
Author
Lennart Hemme (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V94563
ISBN (eBook)
9783640101221
ISBN (Book)
9783640127221
Language
German
Tags
Krieg Möglichkeiten Erzählens Kriegssituationen Beispiel Marcel Beyers Flughunde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lennart Hemme (Author), 2008, Wie erzählt man Krieg? - Möglichkeiten des Erzählens von Kriegssituationen am Beispiel Marcel Beyers "Flughunde", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94563
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