Konzept zur Erstellung einer Website mit Karten und Karteninhalten anhand des Beispiels „www.muenchen-via-rollstuhl.de“


Diplomarbeit, 2008

76 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung/Ziele der Arbeit

2. Grundlagen
2.1. World Wide Web, HTTP und HTML
2.2. Erstellung eines HTML-Dokumentes
2.2.1. Textbasierte Editoren
2.2.2. WYSIWYG-Editoren
2.3. Veröffentlichung eines HTML-Dokumentes
2.4. Rechtliche Grundlagen

3. Digitale Kartographie
3.1. Geo-Informationssysteme
3.2. Typen digitaler Karten
3.2.1. Rasterkarten
3.2.2. Vektorkarten
3.2.3. Hybrid-Karten
3.3. Offline-Karten
3.4. Online-Karten
3.5. Darstellung digitaler Karten im Internet
3.5.1. Static Maps - Statische Karten
3.5.2. Interactive Maps - Interaktive Karten
3.5.3. Image Maps (clickable maps)
3.5.4. Maps on Demand - Karten auf Anfrage
3.5.5. Animated Maps - animierte Karten
3.6 Verfügbarkeit und Einbindungsmöglichkeiten von digitalen Karten

4. Aufbau und Zusammenstellung der Website
4.1. Auswahl der Karte
4.2. Einbau der Karte
4.3. Verwendete Software
4.4. Aufbau der Website und inhaltliche Struktur
4.4.1. Startseite
4.4.2. Hotels
4.4.3. Restaurants
4.4.4. Sehenswertes
4.4.5. Verkehr
4.4.6. Routen und Unterseiten
4.4.7. Service
4.4.8. Download
4.4.9. Links
4.4.10. Impressum
4.4.11. Kontakt

5. Karteninhalte
5.1. Erstellung und Verwaltung der Inhalte
5.2. Erhebung der Daten
5.2.1. Nutzeranforderungen
5.2.2. Waypoints
5.2.3. Routen

6. Nutzerszenarien
6.1. Reiseplanung mit Hilfe der Website
6.2. Navigation mittels GPS-Gerät

7. Fazit und Ausblick

Anhang

Abkürzungs- / Abbildungs- / Tabellenverzeichnis / verwendete Software und Geräte Literaturverzeichnis / Internetquellen

1. Einleitung/Ziele der Arbeit

Karten bieten seit jeher eine unverzichtbare Orientierungshilfe. Wohl schon im Neo­lithikum wurden erste kartographische Werke verfasst. In der heutigen Zeit sind digitale Karten nicht mehr wegzudenken.

Benötigte man vor 20 Jahren zur Urlaubsanreise noch eine herkömmliche Landkarte aus Papier, steigen in den letzten Jahren die Verkaufszahlen der Kfz-Navigationsgeräte rasant an. Über eine Stimmansage und die automatisch berechnete Route wird man sicher zum Ziel geführt.

Mit der stetigen Entwicklung der digitalen Kartographie steigen auch die Anwendungsmöglichkeiten.

Eine Routenplanung am eigenen Computer ist mittlerweile genauso möglich, wie die vorab Ansicht des Strandes am nächsten Urlaubsort.

In diversen Internetauftritten finden sich eingearbeitete Karten, zum Beispiel zur Anfahrtsbeschreibung oder Auskunft über den Firmensitz.

Die Möglichkeit eigene Inhalte in eine Karte einzubetten eröffnet auch für den privaten Gebrauch eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten. Wie ist es also möglich eine Karte in eine eigene Website zu integrieren und zu bearbeiten?

Ziele der Arbeit

Mit dieser Diplomarbeit soll gezeigt werden wie es für Jedermann möglich ist, digitale Karten unter folgenden Rahmenbedingungen in eine Website einzubinden:

- möglichst geringe Kosten
- kein vertieftes Fachwissen in Programmiersprachen
- eine GIS-Anwendung am Heimcomputer steht nicht zur Verfügung
- Karteninhalte sollen selbst erstellt und verwaltet werden können

Die gesammelten Daten sollen zusätzlich zur Ansicht in der Karte auch zum Download auf den Computer, bzw. über den Computer auf Navigationsgeräte bereitgestellt werden.

Zur Veranschaulichung dient in dieser Arbeit beispielhaft die Website www.muenchen-via- rollstuhl.de, ein Online-Stadtportal Münchens für Rollstuhlfahrer, welches nach den oben genannten Kriterien im Zuge der Diplomarbeit erstellt wurde und aktuell online steht.

Das erarbeitete Konzept soll auf Interessengruppen aller Art anwendbar sein.

Um die speziellen Anforderungen von Rollstuhlfahrern erfüllen zu können stand ich während der kompletten Arbeit in engem Kontakt mit

- dem CBF München (Club Behinderter und Ihrer Freunde) in Person von Herrmann Sickinger
- und dem Sozialreferat München in Person von Frau Brigitte Neumann-Latour.

Beiden möchte ich an dieser Stelle für die produktiven Gespräche und die großartige Unterstützung dieser Arbeit danken.

2. Grundlagen

Um den genauen Weg einer geographischen Karte in digitaler Form bis zur Veröffentlichung und Darstellung auf einer Website nachvollziehen zu können, müssen vorab einige Grundlagen des World Wide Webs (WWW) benannt und erklärt werden.

2.1. World Wide Web, HTTP und HTML

Mittlerweile sind World Wide Web und Internet ein Synonym für eine leicht zu bedienende Informationsquelle, die den Zugriff auf vielfältige Medien entfernter Dienste ermöglicht.

Die Nutzung des WWW erfolgt über entsprechende Hardware- und Softwarekomponenten. Der eigene Heimcomputer stellt die Hardware dar. Webbrowser wie Internet Explorer oder Mozilla Firefox bilden die Kommunikationsoberfläche.

(Korduan / Zehner 2008, S. 29)

Das WWW basiert auf dem Client-Server-Prinzip (Abb. 1). Ein Server ist ein Rechner, welcher Anfragen vom Client entgegen nimmt und beantwortet, bzw. dem Client die angefragten Informationen übersendet.

Alle Inhalte des Internets sind auf Servern abgelegt. In der Regel können diese mit mehreren Clients gleichzeitig kommunizieren, halten aber zu jedem eine eigene Verbindung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 : Grundprinzip einer Client-Server-Beziehung (Quelle: Korduan / Zehner 2008)

Client und Server verständigen sich über das Hyper Text Transfer Protocol (HTTP). So können Dokumente und Daten innerhalb des Internets ausgetauscht werden. Der Austausch über das HTTP basiert auf folgenden Schritten:

1. Aufbau einer Verbindung zwischen Client und Server
2. Anforderung eines Dokumentes von Seiten des Clients (Dienstnehmer)
3. Übertragung des angeforderten Dokuments von Seiten des Servers (Dienstgeber)
4. Abbruch der Verbindung (Koch-Steinheimer 1997, S. 31)

Nach dem Abbruch der Verbindung ist die Kommunikation beendet. Bei weiteren Anfragen wiederholen sich die oben genannten Schritte. Diese Art der Kommunikation nennt man stateless.

Sollte eine Anfrage des Clients nicht direkt vom Server bearbeitet werden, sondern seinerseits zu einem oder mehreren Servern weitergeleitet werden spricht man von einem Client-Server-Server-System. (Korduan / Zehner 2008, S. 39-43)

Zwischen Client und Server werden HTML-Dokumente ausgetauscht. Diese Dokumente sind die Grundlage des World Wide Web und werden über Webbrowser dargestellt. HTML steht für Hyper Text Markup Language und ist eine Sprache zur Strukturierung von Texten. Einfach ausgedrückt beschreibt ein HTML-Dokument, wie verschiedene Inhalte auf einer Website angezeigt werden sollen. Durch den Einbau von Referenzen oder Verlinkungen können auch Grafiken und multimediale Inhalte eingebunden werden. Alle Seiteninhalte einer Website werden somit in dem dazugehörigen HTML-Quelltext festgelegt.

Neben den vom Browser angezeigten Inhalten einer Website enthält der Quelltext zusätzliche Angaben in Form von Meta-Informationen, die z.B. über die im Text verwendete Sprache, den Autor, und die Form der Daten Auskunft geben. (Koch-Steinheimer 1997, S. 41-44.)

Suchmaschinen fragen die Metainformationen einer Website ab und erstellen daraus ihren Index. Daher sollten Meta-Informationen nach Möglichkeit solche Eintragungen enthalten, nach denen ein potentieller Nutzer in einer Suchmaschine fahnden würde. (Ott / Tiedemann 1999, S. 111)

2.2. Erstellung eines HTML-Dokumentes

Es gibt eine Vielzahl an Programmen zur Erstellung des benötigten HTML-Dokuments. Alle Programme geben letztendlich die eingearbeiteten Informationen im HTML-Format aus. Jede erzeugte Seite wird als eigenes Dokument gespeichert. Daher spricht man auch von HTML-Seiten.

Bei HMTL-Editoren unterscheidet man zwischen reinen Text-Editoren und sogenannten WYSIWYG-Programmen (What You See Is What You Get; zu deutsch: was du siehst bekommst du auch).

2.2.1. Textbasierte Editoren

Wer Erfahrungen in der Programmiersprache HTML hat kann auf Text-HTML-Editoren oder einfache Text-Editoren wie MS Word oder Windows Notepad zurückgreifen. Hier kann der Quellcode zu einer Seite verfasst werden (Abb. 2). Um aus einem Text- eine HTML-Datei zu machen, muss die erstellte Datei lediglich mit der Endung HTML abgespeichert werden. Zum Erlernen der HTML-Sprache und Ihrer Befehle finden sich im Internet diverse Hilfestellungen wie z.B. http://de.selfhtml.org/.

2.2.2. WYSIWYG-Editoren

Neben textbasierten Editoren gibt es eine Programmgruppe, welche ohne HTML- Vorkenntnisse genutzt werden kann. WYSIWYG-Editoren arbeiten nach einem

Onlinebaukastenprinzip .d.h. man fügt Texte, Links, Bilder oder Tabellen ähnlich wie bei Microsoft Word ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Startseite von www.muenchen-via-rollstuhl.de, dargestellt in WYSIWYG-Editor NVU Composer

(Quelle: Screenshot Johannes Hornisch)

Das zu erstellende Dokument wird während der Bearbeitung genauso angezeigt wie bei der Endausgabe im Internet (Abb. 3). Der HTML-Code wird im Hintergrund automatisch erzeugt und kann zusätzlich jederzeit eingesehen und gegebenenfalls auch direkt verändert werden.

Bei der Darstellung von HTML-Dokumenten kann es je nach vom Endnutzer verwendetem Webbrowser zu veränderten Wiedergabe der Website kommen, da die erstellten HTML-Seiten zumeist für einen bestimmten Browser optimiert und von dessen Voreinstellungen und installierten Systemschriften abhängig sind.

Neben kostenpflichtigen Programmen wird eine Vielzahl an sogenannter Freeware angeboten. Freeware ist kostenlos. „Der Benutzer hat jedoch keinen Anspruch auf Unterstützung oder Entschädigung, wenn die Software auf seinem System nicht funktioniert oder Schaden anrichtet.“ (Koch-Steinheimer 1997, S. 252)

Freie WYSIWYG-Editoren gehören in der Regel zur Gruppe der Open Source Software. Dieser Begriff wird durch folgende Bedingungen festgelegt:

- der Quelltext ist nicht geschützt, sondern von jedem Besucher der Homepage einsehbar und offen für eine Weiterbearbeitung
- das Programm darf ähnlich einer Freeware beliebig kopiert und verbreitet werden (je nach Lizenz)
- die Weiterentwicklung des Programms erfolgt zumeist durch die User Community selbst (Open Source Initiative 2006)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Vergleich verschiedener WYSIWYG-Editoren (Entwurf: Johannes Hornisch)

2.3. Veröffentlichung eines HTML-Dokumentes

Nach der Erstellung der HTML-Seiten müssen diese und alle in diesen Seiten verlinkten Dateien nun veröffentlicht werden. Der eigene Heimcomputer kann mit der geeigneten HTTP-Software als Server dienen. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Anmietung von frei wählbarer Speicherkapazität auf einem Server eines Anbieters (Web-Host). Die zu zahlenden Gebühren richten sich im Normalfall nach der Speichergröße. Auf diesem Server stehen die Daten für die Endnutzer zur Verfügung und können rund um die Uhr via Internet nach dem Client-Server-Prinzip abgerufen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Weg der HTML-Dokumente vom eigener Rechner über den Server zum Client

(Entwurf: Johannes Hornisch)

Die Übertragung der HTML-Seiten und aller integrierter Dateien auf den Server erfolgt über eine File Transfer Protocol Schnittstelle (FTP;.deutsch: Dateiübertragungsverfahren). FTP erlaubt es, Dateien online vom eigenen Computer auf die Festplatte eines Fremdcomputers oder Servers zu übertragen.

Die meisten HTML-Editoren besitzen ein integriertes FTP-Tool zum Upload auf einen Server. (Ott / Tiedemann 1999, S. 32-34)

Auch hier gibt es wiederum eine Vielzahl an kostenfreien Programmen, welche aus dem Internet herunter geladen werden können und als reine Schnittstelle arbeiten.

2.4. Rechtliche Grundlagen

Nach § 55 RStV (Rundfunkstaatsvertrag) sind Anbieter von Telemedien, die nicht ausschließlich persönlichen oder familiären Zwecken dienen, verpflichtet folgende Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar zu halten:

1. Namen und Anschrift sowie
2. bei juristischen Personen auch Namen und Anschrift des Vertretungsberechtigten.

Die oben angeführten rechtlichen Bedingungen werden zumeist über das Impressum einer Website erfüllt, in welcher alle verlangten Daten hinterlegt sind.

Das Urheberrechtsgesetz von 1965 besagt, dass alle „Programme für die Datenverarbeitung“ und „Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen“ ausdrücklich geschützte Werke sind.

Amtliche Werke wie Gesetze, Erlasse und Urteile genießen keinen Urheberschutz. Nach bisheriger Rechtssprechung sind hier amtliche Karten allerdings ausgenommen, da diese nicht zur allgemeinen Veröffentlichung, sondern zur Information für Einzelfälle bestimmt sind.

Einzelne Bestandteile des Urheberechts wie Verwertungs- oder Nutzungsrecht können über Lizenzen ganz oder teilweise an andere Personen übertragen werden.

(Hake et al 2002, S. 295-297)

Bei der Einarbeitung eines der oben genannten Elemente in eine Website ist stets darauf zu achten, nicht gegen das Urheberrechtsgesetz zu verstoßen.

3. Digitale Kartographie

„Der grundlegende Unterschied zwischen analogen und digitalen Karten besteht darin, dass der Nutzer analoger Karten keinen Einfluss auf deren Darstellung hat, im Gegensatz zu digitalen Kartensystemen.“ (Korduan / Zehner 2008, S.1)

3.1. Geo-Informationssysteme

Linder (1999, S. 3) fasst alle Geodaten die mit Hilfe elektronischer Datenverarbeitung verwaltet werden als Geo-Informationssystem (GIS) zusammen.

Geht man nach der Definition von Bill (1999, S. 4) muss ein GIS weit mehr leisten.

„Ein Geo-Informationssystem ist ein rechnergestütztes System, das aus Hardware, Software, Daten und den Anwendungen besteht. Mit ihm können raumbezogene Daten digital erfasst und redigiert, gespeichert und reorganisiert, modelliert und analysiert sowie alphanumerisch und graphisch präsentiert werden.“

Die oben genannten Definitionsbeispiele zeigen schon wie schwer ein gemeinschaftlicher Konsens ist.

Olbrich et al (1996, S. 256) beschreiben als Merkmal der GIS die Speicherung aller Informationen, integriert in ein räumliches System. So müssen Sachdaten in einem GIS nicht erst bei der Kartenerstellung mit Geometriedaten verknüpft werden, sondern sind von Anfang an mit Raumbezug abgespeichert.

Damit gelingt Olbrich et al eine eindeutige Abgrenzung zwischen GIS-Programmen und kartographischer Software, wie z.B. einfachen Programmen zur Kartenerstellung oder PC- Atlanten, in welchen die Verknüpfung der Sach- und Geometriedaten nicht existiert.

Wie schon in der Einführung angesprochen, sollen zur Erstellung der Website und der Integration einer Karte bestimmte Rahmenbedingungen gelten. Da eine Desktop-GIS- Anwendung, also eine GIS-Software am eigenen Computer nicht zur Verfügung steht, kann dieser Punkt vernachlässigt werden. Allerdings muss später in dieser Arbeit das Thema GIS erneut aufgegriffen werden.

3.2. Typen digitaler Karten

Welche Karte eignet sich am besten zur Einbindung in eine Website? Dieser Frage soll im Laufe der Arbeit nachgegangen werden. Um einen Vergleich anzustellen, gilt es, vorab die grundlegenden Eigenschaften der unterschiedlichen Kartentypen zu erläutern.

3.2.1. Rasterkarten

Auf Rasterdaten beruhende Karten liegen als Graphikdateien vor. Ursprung sind zumeist analoge Kartenvorlagen oder Daten aus der Fernerkundung.

Über einen abzubildenden Raum wird bei einem Rastermodell ein gleichmäßiges Gitter gelegt. Die einzelnen Zellen des Gitters werden Pixel genannt und bilden das kleinste Element einer Rastergraphik. Eine Rasterkarte besteht also aus einer Zeilen-Spalten- Matrix von Pixeln. Über Beziehungen zu Nachbarpixeln sind keine Informationen abgespeichert. Eine logische Verbindung zwischen einzelnen Bildelementen existiert nicht.

In Rasterkarten sind alle Objekte wie Straßen und Gebäude aus mehreren Pixeln aufgebaut. Alle Pixel der Matrix belegen Speicherplatz, auch diejenigen, die bei der Ausgabe keine sichtbare Information tragen. (Olbrich et al 1996, S. 141)

Dies führt zu einer sehr hohen Detailgenauigkeit, wie man sie z.B. aus topografischen Karten kennt. Das Kartenbild kann eine Fülle von Details wie Schummerung, Höhenlinien, Siedlungen und Vegetationsbedeckung enthalten.

Der benötigte Speicherplatz ist abhängig vom Ausgabe-Format der Bilddatei.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Graphikformate (Quelle Olbrich et al 1996)

Derzeit gibt es zwei Formate, welche hauptsächlich verwendet werden, da nur diese von allen Webbrowsern unterstützt werden.

Hierbei handelt es sich um das GIF-Format (Graphics Interchange Format), welches nur über eine eingeschränkte Farbwiedergabe von 256 verschiedenen Farben verfügt und das JPG-Format (Joint Photographic Experts Group) mit einer Darstellungspalette von 16,7 Millionen Farben. (Richard 1999, S. 114-115)

GIF-Dateien geben eine Bild verlustfrei wieder, d.h. komprimieren es nicht. Durch die stark limitierte Farbwiedergabe eignet sich dieses Format allerdings nicht zur Darstellung farbintensiver Elemente wie z.B. Schummerungen im Gelände.

Anders als bei GIF-Dateien, wird bei einer JPG-Datei durch Datenreduktion die Dateigröße um den Faktor 10 verringert und benötigt so einen geringeren Speicherbedarf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Garmin TOPO Deutschland V2 in verschiedenen Vergrößerungsstufen; linker Ausschnitt 1,5 km; rechter Ausschnitt 0,2 km (Quelle: Garmin)

3.2.2. Vektorkarten

Anders sieht es bei Vektorkarten aus. Bei Veränderungen der Zoomstufe werden Objekte stets angepasst. Dadurch bleiben alle Karteninformationen gut erkennbar (Abb. 6).

In Vektorkarten werden einzelne Objekte wie Linien, Punkte und Flächen, mit Lageinformationen wie Position innerhalb der Karte und Länge des Objektes versehen. Zwischen den einzelnen Elementen bestehen Nachbarschaftsbeziehungen. Flächen besitzen gemeinsame Grenzen oder Punkte und sind Bestandteil der gleichen Linie.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Schematische Darstellung einer Raster- und Vektorgraphik (Quelle: Olbrich et al 1996)

Hinter einer Vektorkarte steht immer eine Datenbank, aus welcher die gewünschten Informationen abgerufen werden.

Vektorkarten können nicht ohne weiteres in ein HTML-Dokument eingearbeitet werden. Die Darstellung im Webbrowser funktioniert nur unter Anwendung spezieller Applikationen (Applets) oder Plugins. (Cammack 1999, S. 162-163))

Applets und Plugins sind Softwaremodule, die zu einer schon bestehenden Software hinzugefügt werden können und somit den Funktionsumfang erweitern.

(Bill / Zehner 2001, S. 12 und 206)

Routenplaner und Kfz-Navigationssysteme arbeiten ausschließlich mit Vektorkarten.

Durch den Pixel-Aufbau der Rasterkarten kann eine Software nicht erkennen, wo Straßen oder Wege verlaufen. Eine automatische Routenplanung ist mit Rasterkarten daher systembedingt nicht möglich (Erle et al 2003, S. 153-154).

3.2.3. Hybrid-Karten

Unter Hybrid-Karten versteht man die Verbindung von Rasterdaten und Vektordaten in einer Karte. Beispielsweise können in einem Satellitenbild oder einer gescannten Karte (Rasterkarten) Objekte wie Straßen vektorisiert werden. So werden die Vorteile von Raster- und Vektor vereint, um eine bessere Darstellung und einen hohen Informationsgehalt zu erreichen.

Ein gutes Beispiel für eine Hybridkarte ist Google Maps (Abb. 8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb 8: Hybrid-Karte Google Maps (Quelle: Google Maps)

3.3. Offline-Karten

Offline-Karten werden wie andere Softwareprodukte, auf einem Computer installiert. Zumeist handelt es sich um Anwendungsprogramme in welchen die Karten angezeigt werden. Je nach Software stehen dem Nutzer verschiedene Funktionen zur Ansicht und Bearbeitung zur Verfügung.

Zum Betrieb der Software ist keine Internetverbindung nötig. Allerdings muss eine Schnittstelle zum Auslesen des Speichermediums, zumeist CD-ROM oder DVD, vorhanden sein.

Offline-Karten sind z.B. die topographischen Werke der bundesdeutschen Landesvermessungsämter. Diese werden über das Anwendungsprogramm Geogrid Viewer auf dem Computer dargestellt (Abb. 9).

Ebenfalls zu Offline-Produkten gehören die Kartenwerke der Hersteller für Navigationsgeräte. Ein Beispiel hierfür ist die Kartensoftware MapSource City Navigator des Herstellers Garmin.

Diese Software wird auf dem Computer installiert (Abb. 10). Einzelne Kartenteile können in einer Anwendungssoftware markiert und über eine Schnittstelle auf Garmin GPS- Geräte übertragen werden.

Neben der Kartenübertragung ist es zusätzlich möglich, am Computer Routen und sog. Wegpunkte zu generieren und ebenfalls auf die Geräte zu übertragen. Die Karten stehen also nicht nur als Navigationsgrundlage zur Verfügung, sondern können auch zur aktiven Vorplanung genutzt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.4. Online-Karten

Hier taucht der Begriff GIS wieder auf und muss kurz behandelt werden.

Online Kartographie aller Art fällt laut Korduan und Zehner (2008, S. 7) unter den Begriff Internet-GIS, da alles was sich Internet-Technologien bedient und räumlich Informationen darstellt, verteilt und bearbeiten lässt, mit diesem Begriff zusammengefasst wird. Die Autoren begründen ihre Zusammenfassung mit der Vielzahl an verwendeten Begriffen wie Web-Mapping und Web-GIS sowie der steten Veränderung und Weiterentwicklung der Funktionalität der unter diesen Begriffen bekannten Programmen. Eine genaue Zuordnung ist somit kaum möglich oder kann nach kurzer Zeit wieder überholt sein.

Auch wenn einige der in dieser Arbeit vorgestellten Anwendungen nur geringfügige Analysefunktionen anbieten und mit der Definition von Olbrich et al (siehe 2.1.)wenig gemein haben, sollen alle unter dem Begriff Internet-GIS zusammengefasst werden.

Internet-GIS Dienstleister können über das WWW private und freie Anwendungen anbieten. Private Anwendungen sind kostenpflichtig, können aber den jeweiligen Kartenanforderungen individuell angepasst werden.

Die bekanntesten freien Anwendungen sind die sogenannten Smart Mapping Clients.

Sie werden über das Internet genutzt und stellen ihre Karten kostenlos zur Verfügung. Die Darstellung erfolgt über den Webbrowser ohne eine zusätzliche Softwareinstallation. Die Grundfunktionen aller Smart Mapping Clients sind die Suche:

- Nach Positionen von Adressen in der Karte,
- nach Unternehmen und deren Ort in der Karte und
- nach Routen bei gegebenem Start- und Zielpunkt oder gegebener Start- und Zieladresse in der Karte.

Eine Besonderheit ist, dass diese Anbieter alle mit nahezu flächendeckenden Kartendaten arbeiten. (Korduan / Zehner 2008, S. 245)

Beispiele für Smart Mapping Clients sind:

- Google Maps (www.maps.google.de)
- MapQuest (www.mapquest.de)
- Map24 (www.de.map24.com)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 12: Amap Online-Karte Österreich ÖK 500 (Quelle: Amap Online)

Neben reinen Offline- und Online-Karten gibt es auch "Zwitter"-Typen. So muss beispielsweise zur Anzeige der Karten lokal am PC eine Software oder ein Plug-In installiert sein, die Kartendaten aber werden über das Internet geladen. Google Earth beispielsweise ist so ein Zwitter-Typ.

3.5. Darstellung digitaler Karten im Internet

Die Darstellung digitaler Karten im Internet ist maßgeblich vom Kartentyp abhängig.

3.5.1. Static Maps - Statische Karten

Rasterkarten sind Bilddateien und werden immer statisch dargestellt. Eine Interaktion mit der einer statischen Karte ist nicht möglich. Sie kann auf einer Website angezeigt oder direkt auf den Rechner eines Clients herunter geladen und weiterverarbeitet werden. Die Bearbeitung kann mit gängiger pixelorientierter Software erfolgen.

(Geography Network 2008)

3.5.2. Interactive Maps - Interaktive Karten

Im Gegensatz zu statischen Karten liegt den interaktiven Karten eine Vektordatenbank zu Grunde. Die Navigation auf interaktiven Karten ist dank heutiger Technologien denkbar einfach geworden. Durch Funktionen wie Zoomen, Verschieben des Kartenausschnitts und Ein-/Ausblenden einzelner Inhalte gelingt es in kurzer Zeit, relevante lokale Informationen zu einer Vielfalt von Daten zu extrahieren. Interaktive Karten unterstützen verschiedene Formen der Geo-Visualisierung wie zum Beispiel Karten-, Satelliten- oder Straßenansichten. (Namics 2008)

Smart Mapping Clients sind Vertreter dieser Gruppe.

3.5.3. Image Maps (clickable maps)

Image Map ist das Fachwort für verweissensitive Grafiken, d.h. in einer statischen Karte ist die Möglichkeit gegeben, Teilbereiche mit Links zu versehen. Diese Bereiche werden Hot Spots genannt. Je nachdem, auf welchen Hot Spot man klickt, wird man zu einem anderen Dokument geführt.

So erfolgt die Navigation im Kartenmaterial über Referenzen zu weiteren Karten oder Aktionen. (Korduan/ Zehner 2008, S. 231)

3.5.4. Maps on Demand - Karten auf Anfrage

Unter Maps on Demand versteht man für den Nutzer individuell generierte Karten, die von einem Kartenserver mit Datenbankanbindung erzeugt werden Die Karten lassen sich häufig im GIF-Format abspeichern und weiterverwenden.

(Ürüm 2001)

3.5.5. Animated Maps - animierte Karten

Animated Maps sind Karten, mit welchen dynamische Prozesse visualisiert werden. Hierbei lassen sich auf Raster- und Vektordaten beruhende Animationen unterscheiden. Auf Rasterdaten basierte Darstellungen werden auch Animated GIFs genannt. Sie bestehen aus mehreren statischen Ausgangsbildern, welche zu einer Bild-für-Bild Animation aneinandergereiht werden. Diese Art der Darstellung ist die einzige Softwarelösung, die ohne Applets, Plugins oder die Anwendung von Internet­Programmiersprachen auskommt.

Neben Animated GIFs lassen sich Animationen auch auf Vektordaten-Basis erstellen.

Zur Darstellung in einem Webbrowser sind Plugins oder in die Website integrierte Applets notwendig. (Buziek et al 2000, S. 119-124)

Animated Maps sind vom Kartenersteller vorgegeben und können vom Client nicht beeinflusst werden.

3.6 Verfügbarkeit und Einbindungsmöglichkeiten von digitalen Karten

Um eine Karte in eine Website einpflegen zu können, muss vorab die Verfügbarkeit des Kartenmaterials geklärt werden.

Karten können auf Datenträgern wie CD-Rom oder DVD vorliegen. Zur Integration in eine Website müssten diese auf einen Server übertragen werden. Grundvoraussetzung wäre hier ein geeignetes Medium zum Einlesen der Datenspeicher und ein zur Bearbeitung geeignetes Dateiformat. Eine zweite Möglichkeit ist die Nutzung digitaler Datensätze aus dem Internet. Hier stehen zum Beispiel Daten der Landesvermessungsämter, Satellitenbilder und Daten privater Anbieter zur Auswahl. (Linder 1999, S. 14-15)

[...]

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten

Details

Titel
Konzept zur Erstellung einer Website mit Karten und Karteninhalten anhand des Beispiels „www.muenchen-via-rollstuhl.de“
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
76
Katalognummer
V94575
ISBN (eBook)
9783640101313
ISBN (Buch)
9783640115457
Dateigröße
13218 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzept, Erstellung, Website, Karten, Karteninhalten, Beispiels
Arbeit zitieren
Johannes Hornisch (Autor), 2008, Konzept zur Erstellung einer Website mit Karten und Karteninhalten anhand des Beispiels „www.muenchen-via-rollstuhl.de“ , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94575

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