Karten bieten seit jeher eine unverzichtbare Orientierungshilfe. Wohl schon im Neolithikum wurden erste kartographische Werke verfasst. In der heutigen Zeit sind digitale Karten nicht mehr wegzudenken.
Benötigte man vor 20 Jahren zur Urlaubsanreise noch eine herkömmliche Landkarte aus Papier, steigen in den letzten Jahren die Verkaufszahlen der Kfz-Navigationsgeräte rasant an. Über eine Stimmansage und die automatisch berechnete Route wird man sicher zum Ziel geführt.
Mit der stetigen Entwicklung der digitalen Kartographie steigen auch die
Anwendungsmöglichkeiten.
Eine Routenplanung am eigenen Computer ist mittlerweile genauso möglich, wie die
vorab Ansicht des Strandes am nächsten Urlaubsort.
In diversen Internetauftritten finden sich eingearbeitete Karten, zum Beispiel zur Anfahrtsbeschreibung oder Auskunft über den Firmensitz.
Die Möglichkeit eigene Inhalte in eine Karte einzubetten eröffnet auch für den privaten Gebrauch eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten. Wie ist es also möglich eine Karte in eine eigene Website zu integrieren und zu bearbeiten?
Ziele der Arbeit
Mit dieser Diplomarbeit soll gezeigt werden wie es für Jedermann möglich ist, digitale
Karten unter folgenden Rahmenbedingungen in eine Website einzubinden:
• möglichst geringe Kosten
• kein vertieftes Fachwissen in Programmiersprachen
• eine GIS-Anwendung am Heimcomputer steht nicht zur Verfügung
• Karteninhalte sollen selbst erstellt und verwaltet werden können
Die gesammelten Daten sollen zusätzlich zur Ansicht in der Karte auch zum Download auf den Computer, bzw. über den Computer auf Navigationsgeräte bereitgestellt werden.
Zur Veranschaulichung dient in dieser Arbeit beispielhaft die Website www.muenchen-viarollstuhl.de, ein Online-Stadtportal Münchens für Rollstuhlfahrer, welches nach den oben genannten Kriterien im Zuge der Diplomarbeit erstellt wurde und aktuell online steht.
Das erarbeitete Konzept soll auf Interessengruppen aller Art anwendbar sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung/Ziele der Arbeit
2. Grundlagen
2.1. World Wide Web, HTTP und HTML
2.2. Erstellung eines HTML-Dokumentes
2.2.1. Textbasierte Editoren
2.2.2. WYSIWYG-Editoren
2.3. Veröffentlichung eines HTML-Dokumentes
2.4. Rechtliche Grundlagen
3. Digitale Kartographie
3.1. Geo-Informationssysteme
3.2. Typen digitaler Karten
3.2.1. Rasterkarten
3.2.2. Vektorkarten
3.2.3. Hybrid-Karten
3.3. Offline-Karten
3.4. Online-Karten
3.5. Darstellung digitaler Karten im Internet
3.5.1. Static Maps – Statische Karten
3.5.2. Interactive Maps – Interaktive Karten
3.5.3. Image Maps (clickable maps)
3.5.4. Maps on Demand - Karten auf Anfrage
3.5.5. Animated Maps – animierte Karten
3.6 Verfügbarkeit und Einbindungsmöglichkeiten von digitalen Karten
4. Aufbau und Zusammenstellung der Website
4.1. Auswahl der Karte
4.2. Einbau der Karte
4.3. Verwendete Software
4.4. Aufbau der Website und inhaltliche Struktur
4.4.1. Startseite
4.4.2. Hotels
4.4.3. Restaurants
4.4.4. Sehenswertes
4.4.5. Verkehr
4.4.6. Routen und Unterseiten
4.4.7. Service
4.4.8. Download
4.4.9. Links
4.4.10. Impressum
4.4.11. Kontakt
5. Karteninhalte
5.1. Erstellung und Verwaltung der Inhalte
5.2. Erhebung der Daten
5.2.1. Nutzeranforderungen
5.2.2. Waypoints
5.2.3. Routen
6. Nutzerszenarien
6.1. Reiseplanung mit Hilfe der Website
6.2. Navigation mittels GPS-Gerät
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit besteht darin, ein für Jedermann umsetzbares Konzept zu entwickeln, um digitale Karten ohne tiefgreifendes Programmierwissen oder teure GIS-Software in eine Website einzubinden und deren Inhalte selbstständig zu verwalten. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie eine solche Integration unter kostenbewussten Rahmenbedingungen realisierbar ist.
- Grundlagen des World Wide Web und digitaler Kartentechnologien
- Methodische Einbindung interaktiver Karten via Smart Mapping Clients
- Praktische Erstellung eines Online-Portals für Rollstuhlfahrer (www.muenchen-via-rollstuhl.de)
- Datenaufbereitung und Bereitstellung für mobile Navigationsgeräte (POI- und Routenmanagement)
- Evaluation der technischen Umsetzung und Anwendbarkeit auf weitere Interessengruppen
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Rasterkarten
Auf Rasterdaten beruhende Karten liegen als Graphikdateien vor. Ursprung sind zumeist analoge Kartenvorlagen oder Daten aus der Fernerkundung.
Über einen abzubildenden Raum wird bei einem Rastermodell ein gleichmäßiges Gitter gelegt. Die einzelnen Zellen des Gitters werden Pixel genannt und bilden das kleinste Element einer Rastergraphik. Eine Rasterkarte besteht also aus einer Zeilen-Spalten-Matrix von Pixeln. Über Beziehungen zu Nachbarpixeln sind keine Informationen abgespeichert. Eine logische Verbindung zwischen einzelnen Bildelementen existiert nicht.
In Rasterkarten sind alle Objekte wie Straßen und Gebäude aus mehreren Pixeln aufgebaut. Alle Pixel der Matrix belegen Speicherplatz, auch diejenigen, die bei der Ausgabe keine sichtbare Information tragen. (Olbrich et al 1996, S. 141)
Dies führt zu einer sehr hohen Detailgenauigkeit, wie man sie z.B. aus topografischen Karten kennt. Das Kartenbild kann eine Fülle von Details wie Schummerung, Höhenlinien, Siedlungen und Vegetationsbedeckung enthalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung/Ziele der Arbeit: Einführung in die Bedeutung digitaler Orientierungshilfen und Formulierung der Rahmenbedingungen für das Website-Konzept.
2. Grundlagen: Erläuterung der technischen Basis des World Wide Web (HTTP/HTML) sowie der Erstellung und rechtlichen Aspekte von Web-Dokumenten.
3. Digitale Kartographie: Detaillierte Betrachtung verschiedener Kartentypen wie Raster-, Vektor- und Hybrid-Karten sowie deren Einbindungs- und Darstellungsformen im Internet.
4. Aufbau und Zusammenstellung der Website: Praktische Beschreibung der Entwicklung des Portals unter Verwendung von Web-Editoren und Smart Mapping Clients.
5. Karteninhalte: Vorgehensweise bei der Erstellung, Verwaltung und datentechnischen Erhebung von POIs und Routen für die Zielgruppe.
6. Nutzerszenarien: Darstellung der Anwendungsmöglichkeiten des Portals sowohl für die digitale Reiseplanung als auch für die praktische Navigation vor Ort.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Projektergebnisse und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung von Internet-GIS-Anwendungen.
Schlüsselwörter
Digitale Kartographie, Website-Konzept, Geo-Informationssysteme, Smart Mapping, Web-Mapping, Google MyMaps, Barrierefreiheit, Rollstuhlfahrer, Routenplanung, GPS-Navigation, POI-Management, Datenerhebung, HTML, Internet-GIS, München.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Konzeption und technischen Realisierung einer barrierefreien Website, die digitale Karten und ortsbezogene Informationen für Rollstuhlfahrer bereitstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören digitale Kartographie, Web-Programmierung, barrierefreies Informationsdesign und die Integration von Geodaten in mobile Navigationssysteme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Laien ohne Programmierkenntnisse und teure GIS-Software erfolgreich interaktive Karten in eine Website integrieren und inhaltlich pflegen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verfolgt einen angewandten, explorativen Ansatz, bei dem ein praktisches Beispiel (www.muenchen-via-rollstuhl.de) als Fallstudie dient, um den Prozess der Konzeption und Umsetzung zu validieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Grundlagenanalyse, eine Untersuchung der Kartentypen, die konkrete Umsetzung des Website-Projekts sowie die Erhebung der spezifischen Nutzerdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Digitale Kartographie, Web-Mapping, Smart Mapping Clients, Barrierefreiheit und GPS-Datenmanagement.
Wie wurde die Barrierefreiheit der erhobenen Daten sichergestellt?
Durch eine enge Kooperation mit dem Club Behinderter und ihrer Freunde (CBF) München und dem Sozialreferat wurde ein spezifischer Fragebogen entwickelt, um die für Rollstuhlfahrer entscheidenden Parameter zu erfassen.
Wie können die Website-Inhalte in Navigationsgeräten genutzt werden?
Die gesammelten Points of Interest (POIs) und Routen werden im Download-Bereich als CSV- oder GPX-Dateien bereitgestellt, die über Hilfsprogramme auf gängige Navigationsgeräte übertragen werden können.
- Quote paper
- Johannes Hornisch (Author), 2008, Konzept zur Erstellung einer Website mit Karten und Karteninhalten anhand des Beispiels „www.muenchen-via-rollstuhl.de“ , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94575