Zusammenfassung und kritische Diskussion des Buches von Harald Welzer „Das kommunikative Gedächtnis. Eine Theorie der Erinnerung“


Rezension / Literaturbericht, 2007

7 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Wir kochen natürlich auch nur mit Wasser, wie der Gedanke

aus der Materie entsteht, das haben wir auch nicht entschlüsselt.

Aber zumindest eine theoretische Schnittstelle haben wir gefunden.

(Welzer, Goethe Institut, April 2007)

Harald Welzer ist Leiter der Gruppe „Erinnerung und Gedächtnis“ und Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Forschungskolleg für Kulturwissenschaften in Essen und ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. Seine Schwerpunkte liegen bei der Erinnerungs- und Gedächtnisforschung, der Tradierungs- sowie der Gewaltforschung.

Sein Ziel ist es, gestützt auf die neuesten und zentralen Befunde und Konzepte der Gehirn- und Gedächtnisforscher, dar zu stellen, wie unser Gedächtnis arbeitet. Hierbei hebt er den Einfluss der Kommunikation besonders hervor. Oder wie es sich ab dem Zeitpunkt bewussten Wahrnehmung im Kindesalter durch einen Wechsel von verschiedenen Einflüssen entwickelt. Einflüsse auf die Erinnerung können dabei sowohl vererbt, als auch von außerhalb kommen und sich entwickeln.

Wenn man sich ein Gedächtnis vorstellen will, tut man dies häufig als eine Art Computer, in dem man wie auf einer Festplatte Ereignisse, Eindrücke oder Erlebnisse abspeichert und dort auch wieder auf diese zugreifen kann.

Harald Welzer hingegen geht in seinem Buch der Frage nach, was unsere Erinnerung letztendlich beeinflusst und sogar bestimmt. Er schreibt nicht nur über die emotionalen und auch neuronalen Basisinfos des Erinnerns, sondern stellt auch die gesellschaftliche Dimension dar.

Bei der Rolle von Emotionen, von bedeutungsvollen Informationen und auch von der non-verbalen Kommunikation, scheint das Gehirn mehr zu wissen als wir. Zudem scheint er auch noch erfinderisch.

Welzer beschäftigt sich ausführlich mit der Frage, welche Rolle Emotionen haben und wie soziale Prozesse der Erfahrungsbildung beisteuern. Er will die „sozialkommunikativen Mechanismen“ hinterleuchten, mit denen wir unsere eigene Vergangenheit nach zu bilden versuchen.

Nicht nur Welzer vertritt die These, dass sich die Erinnerung, je weiter sie in die Vergangenheit rückt, desto mehr distanziert sie sich auf der emotionalen Ebene. Auch der Neurowissenschaftler Professor Dr. Hans J. Markowitsch von der Universität Bielefeld sagte in einem Interview mit „innovations report“ einem Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft am 21. November 2006: „Erinnerungen verändern sich mit jedem Abruf. Sie werden auf diese Weise auch resistenter gegenüber Veränderungen und Reflexionen.“

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Zusammenfassung und kritische Diskussion des Buches von Harald Welzer „Das kommunikative Gedächtnis. Eine Theorie der Erinnerung“
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Medien und Gedächtnis
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
7
Katalognummer
V94593
ISBN (eBook)
9783640103591
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zusammenfassung, Diskussion, Buches, Harald, Welzer, Gedächtnis, Eine, Theorie, Erinnerung“, Medien, Gedächtnis
Arbeit zitieren
Tonia Bernhardt (Autor), 2007, Zusammenfassung und kritische Diskussion des Buches von Harald Welzer „Das kommunikative Gedächtnis. Eine Theorie der Erinnerung“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94593

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Zusammenfassung und kritische Diskussion des Buches von Harald Welzer „Das kommunikative Gedächtnis. Eine Theorie der Erinnerung“



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden