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„Sammeln“ als Verfahren für den Kunstunterricht

Title: „Sammeln“ als Verfahren für den Kunstunterricht

Presentation (Elaboration) , 2008 , 8 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Natalie Schlee (Author)

Pedagogy - Art education
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Summary Excerpt Details

Das Sammeln ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Gesammelt wurde in Schatzhäusern
und Totenkammern, in Tempeln und Kirchen – gesammelt wurde in fürstlichen Galerien, aus
denen im 18. Jahrhundert staatliche Museen wurden. Sammeln ist heute neben Forschen und
Öffentlichmachen einer der grundlegenden Aufträge der Museen.
Sammeln ist eine Form der Selbst- und Welterfahrung und es trägt zur Bestimmung und
Erweiterung der Identität bei.
Die Bedeutung eines Sammelobjektes liegt in seiner Beziehung zum Sammler. Der Sammler
projiziert Erinnerungen, Wünsche, Sehnsüchte und Träume auf den Sammelgegenstand. Die
Motive für das Sammeln sind vielfältig. Gesammelt wird aus Genuss, Neugier,
Entdeckerfreude, aber auch aus Besitzgier und Vollständigkeitswahn.
Zwei Arten des Sammelns können unterschieden werden. Die „geschlossene“ Form entspricht
dem, was meist mit dem Begriff einer Sammlung verbunden wird: es existiert ein bestimmter
begrenzter Rahmen, der durch die gesammelten Dinge ausgefüllt wird. Das Ideal einer
solchen Sammlung ist ihre Komplettheit. Sie stellt ihren Besitzer erst dann zufrieden, wenn
sie komplett ist. Ein Beispiel dafür ist die Briefmarkensammlung.
Für den Kunstunterricht ist jedoch die „offene“ Form des Sammelns interessanter. Denn ihr
liegt eine Idee, ein thematischer roter Faden zugrunde, entlang dem Dinge gesammelt werden;
solch eine Sammlung ist wandelbar und hat keine definierte, auszufüllende Figur. Das
Sammeln geschieht dabei beiläufig, mit gestreuter Wahrnehmung, eher spielerisch und vom
persönlichen Gefallen geleitet, oft sogar dem Zufall gehorchend. Beispiele für solches
Sammeln finden sich in der Art und Weise, wie Kinder sammeln oder wie (Erinnerungs-)
Fotos aufbewahrt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zum Begriff des „Sammelns“

2. Künstler als Sammler

3. Die Bedeutung des Sammelns für Kinder und Jugendliche

4. Sammeln als Methode im Kunstunterricht (Beispiele)

5. Gründe für das Anwenden des Sammelns als Methode im Kunstunterricht

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht das Potenzial des Sammelns als didaktisches Verfahren im Kunstunterricht. Ziel ist es aufzuzeigen, wie die kindliche Sammelleidenschaft genutzt werden kann, um Selbst- und Welterfahrung zu fördern, Identitätsbildung zu unterstützen und ästhetische Lernprozesse zu initiieren.

  • Der Begriff des Sammelns in historischer und persönlicher Perspektive
  • Sammeln als künstlerische Praxis bei bekannten Künstlern
  • Die psychologische und pädagogische Relevanz des Sammelns für Kinder
  • Praktische Methoden und Beispiele für den Einsatz im Kunstunterricht
  • Förderung ästhetischer Kompetenzen durch Ordnen und Präsentieren

Auszug aus dem Buch

1. Zum Begriff des „Sammelns“

Das Sammeln ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Gesammelt wurde in Schatzhäusern und Totenkammern, in Tempeln und Kirchen – gesammelt wurde in fürstlichen Galerien, aus denen im 18. Jahrhundert staatliche Museen wurden. Sammeln ist heute neben Forschen und Öffentlichmachen einer der grundlegenden Aufträge der Museen.

Sammeln ist eine Form der Selbst- und Welterfahrung und es trägt zur Bestimmung und Erweiterung der Identität bei. Die Bedeutung eines Sammelobjektes liegt in seiner Beziehung zum Sammler. Der Sammler projiziert Erinnerungen, Wünsche, Sehnsüchte und Träume auf den Sammelgegenstand. Die Motive für das Sammeln sind vielfältig. Gesammelt wird aus Genuss, Neugier, Entdeckerfreude, aber auch aus Besitzgier und Vollständigkeitswahn.

Zwei Arten des Sammelns können unterschieden werden. Die „geschlossene“ Form entspricht dem, was meist mit dem Begriff einer Sammlung verbunden wird: es existiert ein bestimmter begrenzter Rahmen, der durch die gesammelten Dinge ausgefüllt wird. Das Ideal einer solchen Sammlung ist ihre Komplettheit. Sie stellt ihren Besitzer erst dann zufrieden, wenn sie komplett ist. Ein Beispiel dafür ist die Briefmarkensammlung.

Für den Kunstunterricht ist jedoch die „offene“ Form des Sammelns interessanter. Denn ihr liegt eine Idee, ein thematischer roter Faden zugrunde, entlang dem Dinge gesammelt werden; solch eine Sammlung ist wandelbar und hat keine definierte, auszufüllende Figur. Das Sammeln geschieht dabei beiläufig, mit gestreuter Wahrnehmung, eher spielerisch und vom persönlichen Gefallen geleitet, oft sogar dem Zufall gehorchend. Beispiele für solches Sammeln finden sich in der Art und Weise, wie Kinder sammeln oder wie (Erinnerungs-) Fotos aufbewahrt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zum Begriff des „Sammelns“: Dieses Kapitel definiert das Sammeln als historisch gewachsene Praxis sowie als Form der Selbst- und Welterfahrung, wobei zwischen geschlossenen und offenen Sammelformen unterschieden wird.

2. Künstler als Sammler: Hier wird aufgezeigt, wie Sammeln als künstlerische Arbeitsweise fungiert, etwa in der Collage, der Spurensicherung oder der Land-Art.

3. Die Bedeutung des Sammelns für Kinder und Jugendliche: Dieser Abschnitt beleuchtet den Zusammenhang zwischen Sammeltätigkeit, Identitätsbildung und der Entwicklung von Intelligenz sowie Kommunikationsfähigkeit bei Kindern.

4. Sammeln als Methode im Kunstunterricht (Beispiele): Es werden konkrete Unterrichtsprojekte wie Museumskonstruktionen oder die Aufwertung „wertloser“ Gegenstände vorgestellt, um das Potenzial für die Schule zu verdeutlichen.

5. Gründe für das Anwenden des Sammelns als Methode im Kunstunterricht: Dieses Kapitel erläutert, wie das Sammeln ästhetische Verhaltensweisen fördert und die Fantasie sowie die Fähigkeit zur Strukturierung der Welt anregt.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sammeln eine essenzielle ästhetische Praxis zur Selbstvergewisserung ist, die im Kunstunterricht gezielt pädagogisch genutzt werden sollte.

Schlüsselwörter

Sammeln, Kunstunterricht, Identitätsbildung, ästhetische Erziehung, Spurensicherung, Selbstvergewisserung, Sammelleidenschaft, Museumspädagogik, künstlerische Arbeitsweise, Objekterfahrung, Ordnen, Präsentieren, Kindheitsforschung, Kreativitätsförderung, ästhetische Verhaltensweisen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das Sammeln als eine bewusste didaktische Methode für den Kunstunterricht, um Lernprozesse anzuregen.

Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?

Thematisiert werden die psychologische Bedeutung des Sammelns für Kinder, die künstlerische Praxis des Sammelns sowie praktische unterrichtliche Umsetzungsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer die kindliche Sammelleidenschaft nutzen können, um die Identitätsentwicklung und das ästhetische Verständnis der Schüler zu fördern.

Welche wissenschaftliche Perspektive wird eingenommen?

Die Arbeit basiert auf kunstpädagogischen Ansätzen und bezieht sowohl kunsthistorische Aspekte (Künstler als Sammler) als auch entwicklungspsychologische Erkenntnisse ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben theoretischen Grundlagen zu unterschiedlichen Sammelformen konkrete Beispiele aus dem Schulalltag analysiert und pädagogische Gründe für den Einsatz dieser Methode angeführt.

Welche Schlagworte charakterisieren den Inhalt am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Sammeln, ästhetische Erziehung, Identitätsbildung und kunstpädagogische Methode.

Was unterscheidet die „offene“ von der „geschlossenen“ Sammelform?

Die „geschlossene“ Form zielt auf Vollständigkeit in einem starren Rahmen ab (z. B. Briefmarken), während die „offene“ Form prozessorientiert ist und einem thematischen, wandelbaren roten Faden folgt.

Warum ist das Sammeln besonders für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren bedeutsam?

In diesem Alter erwacht die Sammelleidenschaft besonders stark; sie dient als Werkzeug zur Strukturierung der eigenen Identität und zur Aneignung der Umwelt.

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Details

Title
„Sammeln“ als Verfahren für den Kunstunterricht
College
University of Osnabrück
Course
Methoden im Kunstunterricht (Studienmodul Didaktik)
Grade
2,0
Author
Natalie Schlee (Author)
Publication Year
2008
Pages
8
Catalog Number
V94603
ISBN (eBook)
9783640106707
Language
German
Tags
Verfahren Kunstunterricht Methoden Kunstunterricht Didaktik)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Schlee (Author), 2008, „Sammeln“ als Verfahren für den Kunstunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94603
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