Ziel dieser Arbeit ist es, möglichst Klarheit über die Grundannahmen Hegels zu schaffen, indem die Arbeit sich mit dem ersten Kapitel aus Hegels Werk "Die Phänomenologie des Geistes" auseinandersetzt. Dazu wird besonders das erste Kapitel dieser Arbeit "Die sinnliche Gewißheit oder das Diese und das Meinen" näher betrachtet. Biografische Elemente aus Hegels Leben werden zu Erläuterung hinzugezogen. So soll unter anderem auch gezeigt werden, inwiefern sich Hegel von den anderen Vertretern des Deutschen Idealismus unterschied.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Wer war Hegel?
3 Der Idealismus
3.1 Grundlegendes zum Idealismus
3.2 Hegels Idealismus in Abgrenzung zu Kant, Fichte und Schelling
4 Die Hegel’sche Dialektik
4.1 Die dialektische Methode
5 Die sinnliche Gewißheit oder das Diese und das Meinen
5.1 Die sinnliche Gewissheit
5.2 Das Diese
5.3 Das Meinen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den Grundannahmen Hegels auseinander, um ein tieferes Verständnis für seine Begriffe und seine methodische Vorgehensweise in der „Phänomenologie des Geistes“ zu erlangen, wobei ein besonderer Fokus auf der Analyse des Kapitels „Die sinnliche Gewißheit oder das Diese und das Meinen“ liegt.
- Biografische Einordnung von G.W.F. Hegel
- Theoretische Grundlagen und Abgrenzung des Idealismus
- Einführung in die dialektische Methode Hegels
- Untersuchung des Wahrnehmungsprozesses und der sinnlichen Gewissheit
- Die Rolle von Sprache, Abstraktion und Negation im Erkenntnisprozess
Auszug aus dem Buch
5.2 Das Diese
Wenn ein Gegenstand also sinnlich wahrgenommen wird, kann lediglich eine Aussage darüber erfolgen, dass dieser Gegenstand ist – wir erkennen also nur das „Sein der Sache“21. An diesem Punkt beziehe ich mich wie in dem Kapitel über die Dialektik schon angedeutet, auf die Begriffe des An-Sich und Für-Sich wie auch die Funktion der Negation in Hegels Argumentation. Hegel sieht in der sinnlichen Wahrnehmung eines Gegenstandes nicht die Wahrheit, weil er das, was wir sehen, nur als „Beispiel“ des Gegenstandes ansieht22. Er argumentiert, dass in der Beziehung von Gegenstand und dem Ich durch das Ich der Gegenstand lediglich reflektiert wird und insofern „vermittelt“ ist anstatt unmittelbar erkannt. Durch das „reine Sein“ eines Gegenstandes, wobei rein synonym zu bloß verwendet wird, entstehen zwei „Posten“: Einerseits das „Dieses Ich“, was den Gegenstand wahrnimmt wie auch der Gegenstand als „Dieses“. Die beiden bedingen sich gegenseitig, das bedeutet, dass der Gegenstand für seine Gewissheit, genauer sein „Gewußtwerden“ 23, abhängig ist von dem Ich, welches wiederum nur Gewissheit über einen Gegenstand haben kann, weil er wahrnehmbar ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Arbeit gibt einen Überblick über Hegels philosophische Grundlagen und skizziert das Ziel, seine Begriffe und das erste Kapitel der Phänomenologie zu durchdringen.
2 Wer war Hegel?: Es wird Hegels Werdegang von seiner Jugend in Tübingen über seine Zeit in Jena bis hin zu seiner Tätigkeit als Staatsphilosoph in Berlin nachgezeichnet.
3 Der Idealismus: Das Kapitel erläutert die Grundzüge des Idealismus und differenziert die Ansätze von Kant, Fichte, Schelling und Hegel.
3.1 Grundlegendes zum Idealismus: Hier wird der Ursprung des Idealismus in der Antike dargelegt und die zentrale Annahme, dass der Geist die Wirklichkeit schafft, eingeführt.
3.2 Hegels Idealismus in Abgrenzung zu Kant, Fichte und Schelling: Es wird analysiert, wie sich Hegels Verständnis von Widersprüchen und dem Absoluten von den Positionen Kants und Fichtes abgrenzt.
4 Die Hegel’sche Dialektik: Das Kapitel führt in die Dialektik als argumentative Grundlage für Hegels gesamtes Denken ein.
4.1 Die dialektische Methode: Diese Methode wird als Entwicklungsprozess durch Widersprüche beschrieben, wobei das An-sich-Sein und Für-andere-Sein eine zentrale Rolle spielen.
5 Die sinnliche Gewißheit oder das Diese und das Meinen: Dieser Abschnitt überträgt die erarbeitete Dialektik auf das erste Kapitel der Phänomenologie des Geistes.
5.1 Die sinnliche Gewissheit: Es wird untersucht, wie Hegel die unmittelbare, sinnliche Wahrnehmung als "die abstrakteste und ärmste Wahrheit" charakterisiert.
5.2 Das Diese: Die Analyse konzentriert sich auf die räumliche und zeitliche Dimension des "Dies" und die Rolle der Negation bei der Erkenntnisbildung.
5.3 Das Meinen: Abschließend wird thematisiert, warum das sinnlich Wahrgenommene sprachlich nicht direkt ausdrückbar ist und stattdessen stets ins Allgemeine abstrahiert wird.
6 Fazit: Die Arbeit rekapituliert die dialektische Herleitung der sinnlichen Gewissheit und reflektiert die Schwierigkeiten bei der Nachvollziehung von Hegels Abstraktionen.
Schlüsselwörter
Hegel, Phänomenologie des Geistes, Idealismus, Dialektik, sinnliche Gewissheit, Diese, Meinen, Erkenntnistheorie, Negation, An-sich-Sein, Für-sich-Sein, Abstraktion, Allgemeinheit, Subjekt, Objekt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung und Erläuterung der Hegel'schen Philosophie, insbesondere mit seiner „Phänomenologie des Geistes“, um grundlegende Begrifflichkeiten und deren Anwendung zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Idealismus in seiner historischen Ausprägung, die dialektische Methode Hegels und die detaillierte Analyse der sinnlichen Gewissheit im ersten Kapitel der Phänomenologie.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Klarheit über Hegels Grundannahmen zu erlangen, ein Verständnis für sein Vorgehen zu entwickeln und die eigenen Lernziele durch die theoretische Auseinandersetzung zu schärfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Analyse und Rekonstruktion von Primärliteratur, um Hegels dialektische Argumentationsstruktur logisch nachzuvollziehen und auf das Kapitel über die sinnliche Gewissheit anzuwenden.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die Biografie Hegels, die Strömung des Idealismus, die Definition und Funktion der dialektischen Methode sowie die inhaltliche Exegese des Kapitels „Die sinnliche Gewißheit oder das Diese und das Meinen“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Dialektik, Idealismus, sinnliche Gewissheit, das Dieses, Negation und der Übergang vom Partikularen zum Allgemeinen.
Warum hält Hegel die sinnliche Gewissheit für "die ärmste Wahrheit"?
Da die sinnliche Wahrnehmung laut Hegel nur ein "Beispiel" darstellt und durch das Ich lediglich reflektiert statt unmittelbar in seiner vollen Wahrheit erkannt wird, bleibt sie auf eine sehr abstrakte Ebene reduziert.
Welche Rolle spielt die Sprache bei der Erkenntnis des "Dies"?
Hegel argumentiert, dass wir das wahrgenommene "Diese" nicht direkt sprachlich fixieren können, da Sprache selbst auf Abstraktionen beruht und somit immer das Allgemeine ausdrückt statt das konkrete, unmittelbare Sein.
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- Anonym (Author), 2020, Ein Versuch der Erläuterung der Hegel’schen Begriffe. Die "Phänomenologie des Geistes" und dessen erstes Kapitel "Die sinnliche Gewißheit oder das Diese und das Meinen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/946289