In der vorliegenden Arbeit soll der Impressionismus in der deutschen Literatur am Beispiel zweier Gedichte Detlev Liliencrons erläutert werden. Ziel soll es sein zu erörtern, in wie fern impressionistische Stilmittel sprachkünstlerischen Ausdruck finden und in wie weit diese Merkmale sich denen der Malerei ähneln.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Die Entstehung des Impressionismus
3. Impressionismus in Deutschland
3.1. Impressionismus in der deutschen Malerei
3.2. Impressionismus in der deutschen Literatur
4. Möglichkeiten impressionistischer Sprachgestaltung
4.1. Die Verwendung von Lexemen
4.2. Lexikalische Kategorien
4.2.1. Kategorematische und synkategorematische Wörter
4.2.2. Substantiv und Adjektiv
4.2.3. Adjektiv und Verb
4.2.4. Adjektiv und Partizip
4.3. Aktiv und Passiv
4.4. Modus
4.5. Tempus
4.6. Perspektivierung
4.7. Verschobener Parallelismus
4.8. Satzarten
4.9. Satzformen
4.10. Phonetik und Phonologie
4.11. Sprachmischung
4.12. Metrik
4.13. Interpunktion, Druckanordnung und grafische Darstellung
5. Gedichtanalyse nach impressionistischen Merkmalen
5.1. Four in Hand
5.2. Ich war so glücklich
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Impressionismus in der deutschen Literatur am Beispiel von Gedichten Detlev von Liliencrons. Ziel ist es, zu erörtern, inwiefern impressionistische Stilmittel in der Sprache Anwendung finden und ob diese Merkmale Ähnlichkeiten zur impressionistischen Malerei aufweisen.
- Entstehung und Charakteristika des Impressionismus in Frankreich und Deutschland.
- Analyse linguistischer Stilmittel (Lexik, Grammatik, Syntax) im literarischen Impressionismus.
- Untersuchung der Bedeutung von transitorischen Momenten und Sinneswahrnehmungen.
- Exemplarische Gedichtanalyse von "Four in Hand" und "Ich war so glücklich".
Auszug aus dem Buch
4.1. Die Verwendung von Lexemen
Als erstes impressionistisches Merkmal wird die Handhabung von Lexemen und deren Relationen zueinander genauer untersucht. Lexeme sind im Lexikon gespeicherte Einträge, welche eine relativ einfache morphologische Struktur aufweisen oder es handelt sich um komplexe Wörter, die als Resultate aus Wordbildungsprozessen hervorgehen. Es wird also betrachtet in welchem Verhältnis diese Lexeme zueinander stehen und welche Bedeutung sie aus diesem erlangen. „You are characterizing the meaning of a word not in terms of its component features, but in terms of relationship to other words.” So gibt es Lexeme, die eine gemeinsame Bedeutung aufweisen. Sie gehören zu einem gemeinsamen Wortfeld. Doch obwohl diese Lexeme „very closely related meanings, which are often, but not always, intersubstitutable in sentences“, aufweisen, sind sie dennoch nicht gleich.
Gerade durch diese minimalen Differenzen, die den Lexemen zu Eigen sind, eröffnet sich dem Dichter hier die Möglichkeit der Nuancierung, welche für die Impressionisten von großer Bedeutung ist, da sich rein gar nichts gleicht, sondern alles, und sei es im kleinsten Detail, voneinander abweicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, die Fragestellung und den methodischen Aufbau der Arbeit zur Erforschung impressionistischer Stilmittel in der Lyrik.
2. Die Entstehung des Impressionismus: Dieses Kapitel behandelt die historischen Wurzeln des Impressionismus in der französischen Malerei und definiert dessen Kernmerkmale wie den Fokus auf den flüchtigen Augenblick.
3. Impressionismus in Deutschland: Es wird die Adaption und zeitliche Einordnung des Impressionismus im deutschen Sprachraum sowie der Übergang von der Malerei zur Literatur beleuchtet.
4. Möglichkeiten impressionistischer Sprachgestaltung: Hier werden linguistische Werkzeuge und Ausdrucksformen detailliert analysiert, mit denen Schriftsteller impressionistische Wahrnehmungen in Sprache übersetzen.
5. Gedichtanalyse nach impressionistischen Merkmalen: Anhand der konkreten Analysen von Detlev von Liliencrons Gedichten werden die zuvor beschriebenen theoretischen Stilmittel praktisch nachgewiesen.
6. Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die erfolgreiche Übertragung impressionistischer Prinzipien von der Malerei auf die literarische Sprachkunst.
Schlüsselwörter
Impressionismus, Detlev von Liliencron, Literatur, Lyrik, Stilmittel, Wahrnehmung, Sprachgestaltung, Nuancierung, transitorischer Moment, Sprachmischung, verschobener Parallelismus, Lexeme, Linguistik, Sinneswahrnehmung, Gedichtanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die impressionistische Epoche, die ursprünglich aus der französischen Malerei stammt, in die deutsche Literatur übertragen lässt und welche sprachlichen Mittel dafür genutzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die sprachliche Gestaltung von flüchtigen Sinneseindrücken, die Verwendung von Lexemen, Satzbauformen und der Vergleich zwischen bildender Kunst und literarischem Ausdruck.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob und wie impressionistische Stilmittel in der Lyrik von Detlev von Liliencron sprachkünstlerisch realisiert werden und welche Gemeinsamkeiten zur Malerei bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die durch linguistische Methoden (wie die Untersuchung von Lexemen, Syntax und Grammatik) gestützt wird, um den impressionistischen Charakter der Texte nachzuweisen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der sprachlichen Möglichkeiten impressionistischer Gestaltung und eine darauf folgende praktische Analyse der Gedichte "Four in Hand" und "Ich war so glücklich".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Impressionismus, sprachliche Nuancierung, transitorischer Moment, Wahrnehmungspsychologie, linguistische Stilmittel und Detlev von Liliencron charakterisieren.
Warum spielt die Interpunktion bei Liliencron eine wichtige Rolle?
Die Interpunktion dient nicht nur der grammatikalischen Struktur, sondern wird gezielt eingesetzt, um das Tempo zu steuern, das Wahrnehmungskontinuum zu unterbrechen und die Atmosphäre des Augenblicks zu betonen.
Was bedeutet der "verschobene Parallelismus" in der Analyse?
Dieses Stilmittel beschreibt die Technik, zwei oder mehr Satzstrukturen weitgehend identisch aufzubauen, sie jedoch in minimalen Nuancen abweichen zu lassen, um die Einzigartigkeit jedes Wahrnehmungsdetails zu unterstreichen.
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- Tobias Klem (Author), 2008, Impressionismus in der deutschen Literatur am Beispiel Detlev von Liliencrons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94640