Männer/Männlichkeit und die Rolle der Frau in den Filmen von Scorsese: It`s not just you, Murray; Mean Streets; Goodfellas; Casino


Hausarbeit, 1998

42 Seiten


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EINFÜHRUNG

„ Für den Mann ist Geschlechtlichkeit ein Tun, für die Frau ein Sein ” 1

Simmel gründet diese These auf die Behauptung, daß der Frau durch die Schwangerschaft die Geschlechtlichkeit von Natur aus gegeben ist, der Mann sie jedoch erst in der sozialen Praxis erfährt.2

Ausgehend von dieser Behauptung möchte in meiner Arbeit versuchen aufzuzeigen, welche Orte und Verhaltensweisen in den Filmen Scorseses als „männlich” konnotiert werden, was die Männer tun, um „Mann” zu sein . Bei den Figuren in diesen Filmen handelt es sich fast ausschließlich um Bewohner des italienischen Einwandererviertels „Little Italy” in New York, so daß ein patriarchalisches Männlichkeitbild überwiegt. Da sich dieses im einfachen Sinne als die Dominanz des Mannes über die Frau beschreiben läßt, halte ich es in diesem Zusammenhang für nötig, auch die Rolle und das Bild der Frau zu umreißen.

Um zu verdeutlichen, daß das Verständnis von Männlichkeit nicht nur kennzeichnend für die (Film-)Figuren Scorseses ist, sondern in vielen Punkten „authentische” Gültigkeit hat, beziehe mich auf ich Aussagen von männlichen Teilnehmern einer Disskussion, die Michael Meuser im Verlauf seiner Untersuchungen zu „Männlichkeit und Geschlecht” mit diesen über das Thema „Mann sein-was bedeutet das?” führte. Bei den Teilnehmern handelte es sich um ältere Männer, Mitglieder eines Sportvereins, Facharbeiter, Familienväter und Studenten.

In den behandelten Filmen vermengen sich mit der Zeit unweigerlich die Regeln der Mafia mit dem Verständnis von Männlichkeit, so daß es an einigen Stellen nötig ist, kurze Einblicke in das „Leben in der Mafia” zu geben.

Der Arbeit vorangestellt ist eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte in „ Italianamerican ”, dem Film Scorseses über seine Eltern, vorangestellt, da ich ihn für das Verständnis von Scorseses „Italowerken” für durchaus bedeutungsvoll halte. Das Ehepaar bietet ein authentisches Bild der italienischen Verhältnisse und der Anfänge von „Little Italy”.

Danach werde ich auf „ It`s not just You, Murray ” eingehen und klarmachen, welches Verständnis von Männlichkeit eines Italoamerikaners sich bereits hier abbildet.

Über „ Who`s that knocking on my door ” hat Scorsese gesagt:

„ Es war der erste Film, der zeigte, wie Italo-Amerikaner wirklich waren, und das war das Gute daran ” 3

So werde ich das in diesem Werk gezeigte Verständnis von Männlichkeit als das „klassische” Beispiel voraussetzen und es genauer untersuchen, um mich in den darauffolgenden Werken darauf zu beschränken, Änderungen und Konstanten im Verständnis von Männlichkeit und der Rolle der Frau zu beschreiben.

I. ITALIANAMERICAN

Italianamerican ” könnte man als „Lehrfilm” in Hinblick auf das Leben italienischer Immigranten in New York, auf Familientradition und das Verhältnis von Mann und Frau bezeichnen.

Die Aufgabenverteilung wird sehr schnell klar: Die Frau ist für den häuslichen Bereich, vor allem für die traditionelle „Pasta” zuständig. Die Aufgabe des Mannes definiert Mr.Scorsese so:” My line is coming home from work and eat. ” Durch die Erzählungen der Eltern von Martin Scorsese wird deutlich, daß dem Zusammenhalt der Familie eine besondere Bedeutung zukommt, der durch die unmenschlichen Bedingungen, die anfangs des Jahrhunderts in den Einwanderervierteln herrschten, vertärkt wurde. „ Ganze Nachbarschaften werden in menschliche Müllhalden verwandelt, wo Leid, Kriminalität, Unwissenheit und Schmutz die dominierenden Lebenselemente sind ” 4 , beschreibt Arrigio Pefacco

Die irischen Einwanderer, aufgrund ihrer Herkunft und Sprache, willkommene Gäste, hatten sich schnell gesellschaftlich und komunalpolitisch etabliert und begegneten den Südeuropäern mit purem Rassismus. Mrs. Scorsese beschreibt das so: ” In the beginning it was a little tough The Irish-they were here first. It`s just like the kids, when they find something, they find it, they have it and anybody comes along and wants it and they say `No, I had it first.` ”

So hielten die einzelnen ethnischen Gruppen zusammen, vor allem aber die Sizilianer duldeten keine Außenstehenden:

Little Italy war in sich scharf abgegrenzt, so daßLeute aus einem Block kaum mit denen aus einem anderen zusammenkamen. Elizabeth Street war vor allem sizialianisch und die Leute hier hatten ihre eigenen Gesetze. Wir kümmerten uns nicht um die Regierung, Politiker oder die Polzei: Wir hatten unsere eigenen Gesetze ” 5 , berichtet Martin Scorsese. Wie stark dieser Zusammenhalt unter Sizilianern ist, weiß ein neapolitanischer Mafiosi zu berichten: „ Wenn du mit einem Sizilianer zwanzig Jahre befreundet bist, aberärger mit einem anderen Sizilianer bekommst, wird der Sizilianer, den du seit zwanzig Jahren kennst, dir in den Rücken fallen. ” 6 Auch in „ Goodfellas ” betont Henry: „ ...und meine Mutter war glücklich als sie erfahren hatte, daßdie Ciceros aus der selben Ecke von Sizilien kamen wie sie...es war die Antwort auf ihre Gebete. ”

Doch die scharfe ethnische Abgrenzung verlor mit der Zeit ein wenig an Bedeutung:

Everybody got together and they made one happy family ” , erzählt Scorsese Mutter.

Vor allem Juden und Italiener kamen sich näher. Luciano, Scorseses Vater profitierte vom jüdischen Feiertag und verdiente sich Geld damit, den jüdischen Nachbarn am Sabbat den Herd anzuzünden: „ Jewish and Italian people-they all worked together. ” Lucky Luciano, einer der großen späteren Mafiabosse, war einer der ersten, der sich von den Blutsfehden seiner Landsleute distanzierte und sich, Mitte der 20er, mit Meyer-Lansky, einem Juden, zusammentat. Er bewunderte den jüdischen Geschäftssinn, der es verstand, Konflikte auf rein sachlicher Basis zu lösen und Herkunft und persönliche Ehre als Bedingung für Geschäfts-und Bündnispläne außenvorzulassen. Nicht nur auf der Straße, wo sich das alltägliche Leben abspielte, mischten sich die Kulturen. Viele Kinder wuchsen nun auch multikulturell auf wie zum Beispiel Henry aus „ Goodfellas ”, dessen Vater Ire, die Mutter Sizilianerin ist. Als man die Vorteile einer Gemeinschaftsarbeit erkannte, änderten sich nach und nach die Geschäftsbedingungen der Mafia. Nun ließ man auch Mitglieder anderer ethnischer Gruppen zu.

Hannelore Hohensinner schreibt über diese Mischung : „ Hatten irische Einwanderer das Konzept „ Organisierter Kriminalität ” abgesteckt, hatten jüdische Einwanderer durch Kommerzialisierung der Subkulur den Grundrißgeliefert, so war der Beitrag der italienischen Einwanderer die Grundfeste, auf der sich Illegalität großen Stils bauen ließ: die Mystifizierung und Absegnung der kriminellen Aktion. Die Rechtswidrigkeit wird gerechtfertigt druch die eigene Geschichte, woraus sich eine Negation jeglicher Kooperation mit dem als fremd empfundenen staatlichen Rechtssystem manifestiert, von Opfern, Zeugen und Tätern gleichermaßen. ” 7

Diese jüdisch-irisch-italienische Verhältnis findet sich später auch in den behandelten Scorsese-Werken.

II. IT`S NOT JUST YOU MURRAY

„ It`s not just you Murray” ist noch „rein italienisch” geprägt. Der Film vermittelt, obwohl nur eine knappe Viertelstunde, einige wichtige Dinge, die einen Mann in „Little Italy” auszeichnen. Murray erscheint als der „typische” Italoganove, der sich, bevor er sich persönlich vorstellt, zunächst über die materiellen Dinge, die er sein Eigen nennt, definiert, wohl bedacht darauf, die Steigerung der Preise zu beachten. ” See this tie-20$, see these shoes-50$, see this suit- 200 $, see this car-5000$. ”I`m very rich, I`m very influential ”, fügt er hinzu. Um dies zu unterstreichen, gleicht sein Zimmer dem eines Botschafters bzw. Präsidenten (übergroßer Schreibtisch, amerikanische Flagge). Für ihn geht es im Leben um „ going places, meet people, doing things. ” Tätigkeiten, die man einem erfolgreichem Geschäftsmann zuschreiben würde. Und als einen solchen sieht sich auch Murray: ” All things had been affected by us(...). ” Er ist stolz auf seinen Einfluß und seine Macht. Henry Hill aus „ Goodfellas” bringt es „auf den Punkt”: „ Es bedeutet, Jemand zu sein in einer Welt voller Niemande. ” Nur so konnte man Respekt erlangen.

Dort saßen jene Männer, teuer und auffällig gekleidet, scheinbar ohne eine Arbeit einem luxuriösem Lebenswandel frönend, von allen respektiert und gefürchtet... ” 8 Respekt wird zum Ausdruck von Männlichkeit.

Schnell wird jedoch klar, daß es sich bei Murray um einen Schmalspur-Ganoven handelt, der seinen Erfolg seinem Freund Joe verdankt, den er ohne Kompromisse zu verehren scheint: ” In this life, you need help...Joe set me up in business ” Hier wird etwas erwähnt , was in den Filmen Scorseses immer wieder zum Tragen kommt: Männliche Initiation. Jeder Junge braucht einen männliches Lehrer, der ihn in die maskuline Welt einführt und ihn unter seine Fittiche nimmt. Robert Bly bemerkt hierzu: „ Die wichtigste Voraussetzung einer authentischen Männlichkeit ist eine zumindest zeitweise Seperation von der Welt der Frauen(...)sowie eine Initiation durchältere und starke Männer. ” 9

Als Murray nach einer verbüßten Gefängnisstrafe wieder auf freiem Fuß ist, teilt ihm Joe eine wichtige Spielregel mit:” What ever happens to you you gotta learn to control yourself, don`t do anything, don`t say a word. ” Was Joe hier anspricht, ist die heiligste aller Mafiaregeln:

Omertà . Diese Regel betrifft die männliche Ehre. Ihre Einhaltung geht mit der Bestätigung von Maskulinität einher.

„ Es gilt als unmännlich, einen Landsmann anzuschwärzen und ihn dadurch in Schwierigkeiten zu bringen. Man nennt diesen Ehrenkodex Omert à , was soviel wie Mannhaftigkeit bedeutet. Es gilt als unehrenhaft, mit staatlichen Autoritäten zu kooperieren, selbst bei Mord. ” 10 Die Macht dieser Regel wird noch verdeutlicht: „ Omertà hält Tausende in hiesigen Ghettos in Angst und Schrecken. ” 11

Was hier anschaulich wird, ist die Tatsache, daß Männlichkeit einer Existenzberechtigung gleichkommt. Wer diese Regel nicht einhält, folglich nicht „männlich” ist, wird getötet. Dies wird auch in den Filmen von Scorsese klar.Omertà umschließt alle Eigenschaften, die ein patriarchalisches Weltbild mit der Vorstellung eines Mann verbindet: Dieser muß in der Lage sein, sich mit eigenen Mitteln Respekt zu verschaffen, sein Eigentum alleine zu verteidigen, seine Ehre und die seiner Familie allein wiederherzustellen und seine Probleme aus eigener Kraft zu regeln, ohne dabei auf fremde oder gar staatliche Hilfe angewiesen zu sein.12

In überzogenem Stil reflektiert der „ It`s not just You, Murray ” das Mutter-Sohn-Verhältnis: Die Mutter Murrays scheint sich um nichts anderes zu kümmern als um das leibliche Wohl ihres Sohnes (” Murray-eat first! ” ). Wann immer sie auftaucht, trägt sie ihrem Sohn einen Pastateller hinterher. Selbst als Murray hinter Gittern sitzt, scheint sie sich für den Grund der Inhaftierung nicht zu interessieren. Gabel für Gabel schiebt sie ihm Spaghetti durch die Vergitterung. Diese Haltung der Mutter, die von den Geschäften des Sohnes nichts zu wissen scheint (oder auch einfach nichts davon wissen will), ihre Bestimmung aber darin sieht, ihn zu umsorgen, egal wie alt dieser auch sein mag, zieht sich wie ein roter Faden durch die „Italofilme” von Scorsese.

Die Gründung einer Familie scheint gerade im Patriarchat ein wichtiges Mittel zur Demonstration von Männlichkeit. Für Tönnies erlangt die väterliche Herrschaft hier erst ihre Legitimation „ Weil die Herrschaft des Mannes in Kampf und Arbeit als die zweckm äß igere sich bewährt, und weil durch Ehe die Vaterschaft zur Gewißheit eienr natürlichen Tatsache sich erhebt: so ist die väterliche Herrschaft allgemeine Form des Kultur-Zustandes. ” 13

Die Vaterschaft ist für ihn die „ reinste Verkörperung der Idee der Herrschaft...Erziehung und Lehre als Vollendung der Erzeugung. ” 14 Der Soziologe Dr. Thomas Krauß beschreibt den männlichen Nachkommen als die „ Verdoppelung und Rückprojektion des narzißtischen ICHs des Vaters.”15

In Anlehnung an Goffmann kann man die Ehe als den Ort bezeichnen, an dem dem Mann die dominante Position zugewiesen ist und er hier die Suprematie erfährt, die der patriarchalischen Auffassung zufolge seine kulturelle Bestimmung ist16,(..) denn gerade für seine Kinder ist der Vater „ Prototyp der Männlichkeit ” 17, behaupten Parsons und Bales. Ein Mann gründet mit einer Familie eine eigene „Welt”, in der er das Oberhaupt und für deren „Überleben” er verantwortlich ist. Somit kommt ihm ein hervorgehobener Status (in der Familie) zu. „ ...Man

ist von Hause aus, von der Geburt derjenige, der verantwortlich ist.. ” 18 , sagt eines der Diskussionsmitglieder bei Meuser. Wenn er diese Aufgabe meistert, sprich, der Familie einen finanziellen Rahmen bietet, in dem dann die Frau „ihren” Part, Haushalt und Erziehung, erfüllen kann, so kann ein Mann stolz darauf sein, seine Pflicht zu einrfüllen. „ Meine Frau hat es wirtschaftlich nicht nötig, zu arbeiten und ich bin stolz darauf, daßich `ne Superhausfrau habe ” 19 , bemerkt ein anderes Gruppenmitglied.

It`s not just you, Murray ” weicht jedoch von der klassischen Familienkonstellation ab. Hier gibt es nicht den einen dominanten Hausherrn, sondern gleich zwei. Und Murray ist sogar stolz darauf: ” Everything we did, we did together. ” Scorsese läßt es nicht aus, Murrays naives Verhätlnis zu seiner Frau und seinen Kindern aufzuzeigen: ” And my wife-she is still my wife, she lives in my house...goes to parties with me and the kids, they are my kids, they are beautiful kids.. ” Die Tatsache, daß seine in seinem Haus Frau lebt und mit ihm auf Parties geht, genügt ihm als Beweis dafür, daß sie noch immer seine Frau ist. Hier wird das Bild des italienischen Mannes von der „naiven”Frau deutlich, das in den späteren Werken ebenfalls zum tragen kommt.

Murray erinnert an einen „Workoholic”, der bei Scorsese erst wieder in der Firgur von Sam Rothstein in „ Casino ” auftaucht. Der überbeschäftigte Mann, der, obgleich im Beruf sehr erfolgreich, keinen emotionalen Zugang zu seiner Frau findet und von seinem angeblich „besten” Freund hintergangen wird.

III.WHO`S THAT KNOCKING AT MY DOOR?

1. MÄNNER / MÄNNERWELT

Die Welt der jungen italienischen Männer ist die Straße. Sie wird zu Anfang des Films als ein männlich dominiertes Revier ausgewiesen. Hier prügeln sich die die Jugendlichen . Der Grund scheint völlig irrelevant, es geht um das Messen der körperlichen Kräfte. Im Gegensatz zu den späteren Werken von Scorsese wirkt diese „Prügelszene” noch leicht und unbeschwert. Unterstrichen durch Partymusik der 60er Jahre, bekommt sie Ähnlichkeit mit einem Musical, wodurch ihr die Schärfe genommen wird. Es ist jedoch ein Hinweis auf die existierende Bereitschaft zum Kampf, die die Straßen beherrscht. Eine Bereitschaft, die auch bedeutet, jederzeit seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen. Wer einer Aufforderung zum Kampf nicht nachkommt, gilt als Feigling. Die Regel hat Tradition, man denke nur an die frühe bürgerliche Gesellschaft und deren Institution des Duells. Es stand zumeist nicht mehr auf dem Spiel als die Manneswürde bzw.-ehre, doch sich einer Duellaufforderung zu entziehen, kam einem Männlichkeitsverlust gleich.

Im Hinblick auf die Verhältnisse in den Straßen von „Little Italy” wird aber auch klar, daß es wichtig war, körperliche Stärke zu demonstrieren, um zu „überleben”.

„ Man entwickelte einen Sinn fürsüberleben. Lange Zeit versuchte ich, wo ich auch hinging, mit dem Rücken zur Wand zu sitzen ” 20 , beschreibt Scorsese die Zustände.

Ein weiterer rein männlich konnotierter Ort ist die Bar. Die homosoziale Männerwelt der Kneipe, so Meuser, bietet ein entspanntes Klima, einen Ort des ungetrübten Vergnügens. Das unterstreichen in seinen Untersuchungen sowohl Männer aller „Schichten”. Der Kneipenbesuch wird als etwas eher „männliches” bewertet, dessen Vergnügen nur in Abwesenheit von Frauen ungetrübt erscheint. Die Regeln des Anstandes würden ein „anstrengendes” Verhalten der weiblichen Person gegenüber erfordern, und aus Anstandsgründen könnte man auch nicht alles problemlos äußern. Frauen schaffen durch ihre Anwesenheit also eine „gezwungene Atmospäre”.21

In „ Who`s that knocking... ” finden Frauen sich nur in Form von Pin-up-Bildern in der Kneipe. Die homosoziale Welt bietet demnach ein Refugium, um sich den Ansprüchen, mit denen sich Männer in der Gegenwart von Frauen konfrontiert sehen, zu entfliehen. Bei den Gesprächen der Gruppenmitglieder scheint es sogar fast so als wenn „authentisches männliches” Handeln nur innerhalb „frauenfreier” Gruppen möglich ist. Als Joe und J.R. mit einem Freund aufs Land hinausfahren, scheint ihnen alles so fremd, daß sie sich zunächst in die ihnen bekannte Welt, die Kneipe, zurückziehen. („ Sollen wir uns hier drei Tage mit Bier vollaufen lassen? ” „ Weißnicht, was sollen wir denn sonst tun? ” ) Die Möglichkeiten der Natur erkennen sie nicht, mit der schönen Aussicht des Berges kann Joe nichts anfangen : „ Was gibt ´ s denn hier Tolles? Und mit so etwas verschwende ich meine Tage! ”

In den behandelten Filmen wird deutlich, daß dem gemeinsamen Trinken mehr Bedeutung zukommt als der puren Genuß-oder Durstbefriedigung. Vielmehr ist es ein Ritual, eine Freundschaftbestätigung, eine Besiegelung ausgesprochener und unausgesprochener Worte, ein Mittel der Wiedergutmachung oder Vergessens.

Joe weist Sally Gaga zurecht, da dieser stiehlt. Dann sagt er : „ Trink einen und dann reden wir nicht mehr darüber! ” Der übermäßige Alkoholgenuß wird den Männern zugeschrieben. Ein Gruppenmitglied bei Meuser bemerkt: „ Frauen, die saufen sind asozial(...)das ist die Erziehung, das bleibt haften(...)Ich kann mich tierisch darü ber aufregen, wenn meine Freundin besoffen ist, da kann ich auf die Barrikaden gehen(...)bei Frauen ist das halt was anderes-da gibt ´ s halt so bestimmte Grenzen, die man im Kopf hat. ” 22

Als J.R. die Beziehung zu dem Mädchen in die Brüche gehen sieht, führt ihn der nächste Weg mit seinen Freunden in die Kneipe, wo sie sich betrinken und herumalbern. Die Freunde stehen J.R. also nicht mit Worten, sondern im Suff bei.

Das laute Auftreten in der Gruppe, das die drei an den Tag legen, wird bei Michael Meuser als „ Prölern23 (proletenhaftes Benehmen) bezeichnet. Männliche Gruppen selber beschreiben ihr gemeinsames Auftreten in der Öffentlichkeit als ein solches. Dazu gehören der Genuß von Alkohol in großen Mengen und die Möglichkeit, ohne Rücksicht emotional „die Sau rauslassen”24. Ein solches Verhalten verschafft Anerkennung innerhalb der maskulinen Welt: „ Männer, die pröllern, sind geil drauf. ” 25

Der homosoziale Raum bietet Schutz gegenüber den Irritationen von außen.

Connell behauptet, daß Männlichkeit ihre Bestimmung nicht nur aus der Relation der Geschlechter zueinander, sondern auch aus der Beziehung zu anderen Männern erfährt.26 Hier kann man sich mit anderen messen, hier erfährt man aber auch geschlechtliche Bestätigung und Sicherheit. Meuser spricht sogar davon, daß die homosoziale Männerwelt „ Fokus männlicher Selbstdefinition ” 27 ist. Gerade die Partysequenz verweist auf solche Vorzüge einer homosozialen Welt. J.R. und seine Freunde zeigen eine Ausgelassenheit, die sie Frauen gegenüber an den Tag legen. Gekleidet wie Mafiaganoven, in schicken Anzügen, Zigarre rauchend und Alkohol trinkend, scheinen sich die Italiener blendend ohne Frauen zu amüsieren. Es ist ein völlig ungezwungenes Zusammensein, obwohl sie sich auch hier als Mann zu beweisen haben: Einer der jungen Partygäste hält Sally einen Revolver an den Hals. Dieser bettelt um Freilassung während die anderen Sally auslachend, sich in den sicheren Nebenraum verziehen. Der Bedroher ist der Held. Es sind kleine, oft witzig gemeinte Gesten, die jedoch der subtilen Machtdemonstration dienen und den Zweck verfolgen, die Hierarchie in der Männergruppe festzulegen. Man muß seinen „Mann stehen” , sonst droht die Entwertung als Mann durch die anderen.28

J.Kestenberg spricht in diesem Zusammenhang von drei Typen von Kränkungen, die einen Mann in seiner Männlichkeit treffen: Der Vergleich mit einer Frau oder einem Baby (Muttersöhnchen) oder die Verunglimpfung der Mutter als Ort seines Ursprungs..29

Joe ist der Boss des Trios. Ihm gehört die Kneipe, aber was noch viel wichtiger ist, er besitzt einen Wagen. Dadurch ist er auch derjenige, der bestimmt, wohin man abends geht. Und er läßt die anderen seine Macht spüren:

„ Du sagst mir in meinem Wagen nicht, ich soll die Klappe halten. ” J.R. kann seinen Neid kaum zurückhalten : „ Du denkst wohl, du bist `ne große Nummer, bloß, du einen Wagen hast. ” Und Joe antworte wie aus einem Buch über „Männerklischees”: „ Mein Wagen ist das einzige Spielzeug, was ich brauche. ” Natürlich kann J.R. den Triumph seines Freundes nicht einfach so hinnehmen. Er sucht nach einem wunden Punkt in dessen Männlichkeit: „ Du schaffst ja nicht mal, daßeine <Frau> mit dir redet! ” Das kann Joe nicht auf sich sitzen lassen: „ Wenn ich will, sprechen alle mit mir! ” Nach der nun folgenden Auseinanderstzung wirft Joe J.R. aus dem Wagen. Diese Machdemonstration und sein gönnerhafte Geste, ihn nach wenigen Minuten doch wieder einsteigen zu lassen, läßt ihn als Sieger aus der Sache hervorgehen. J.R. akzeptiert das, es wird nicht mehr darüber gesprochen.

Auf einer anderen Party läßt J.R. „den Mann raushängen”: „ Sag`mal, sollen wir den ganzen Abend herumsitzen und reden, oder was? Wo sind die Miezen? ” Reden wird somit als etwas unmännliches abgetan, man ist ein „Mann der Tat!” Hierzu schreibt Gottschalch: „ Männer glauben leicht, auf Sprache weniger angewiesen zu sein als jene <Frauen>, ...denn Sprache ist die Ausdrucksmöglichkeit der Schwachen. ” 30

Auf die Party trifft genau das zu, was einer der Gruppenmitglieder bei Meuser beschreibt:

„ Wenn`s mal `n guter Abend ist, dann kommt `ne Frau vorbei und die wird dann erst mal hart angepröllert...und die geht dann wieder nach Hause. ” 31 32

Die italienischen Jungs holen sich ein paar „Miezen” von der Straße, erlauben sich Scherze mit ihnen, um sie schließlich, unter großem Gelächter, soweit zu bringen, daß sie empört das Haus verlassen. In der Gruppe fühlen sich die jungen Männer stark. Als Joe jedoch von seinen Freunden ausgelacht wird, da eines der Mädchen ihn bei der Rangelei blutig gekratzt hat, ist für ihn der Spaß vorbei : „ ...die bringe ich um, diese miese Braut. ” Es geht gegen seine männliche Ehre, daß eine Frau ihm sichtbaren Schaden zufügt hat.

Das oben beschriebene Verhalten wird von Meuser als ein rein gruppentypisches beschrieben, was ein Mitglied der Runde bestätigt: „ Im Rudel sind wir unerträ glich...aber alleine machste das Maul nicht auf...also ich sprech` ,wenn ich allein bin, nicht unbedingt `ne Frau an ! ”

Die Gruppe vermittelt die nötige Sicherheit, ist aber interessanterweise zugleich kontraprodktiv, was das eigentliche Ziel, in diesem Falle die Frau, betrifft. Es ist eine Scheinsicherheit, denn sie wird in genau dem Augenblick brüchig, in dem der Mann die schützende Sphäre der Gruppe verläßt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Heterosexualität der Gruppe. Homosexualtiät ist die am stärksten ausgegrenzte Form der Männlichkeit, da sie als „ Angriff auf die Norm der Heterosexualtät33 und der damit verbundenen männlichen Dominanz verstanden wird. Für die im Patriarchat typische strikte Trennung von „weiblich” und „männlich” bedeut ein Homosexueller die Überschreitung der geschlechtlichen Grenzen.34

Die Bezeichnung als „Schwuler, Schwuchtel oder Tunte”, läßt sich lückenlos an die von Kestenberg angeführten Beleidigungen reihen.

„ Soll ich vielleicht im Village mit `nem Haufen Schwuchteln rumhängen? Darauf steh`ich nicht! ” . Auf diese Weise macht Joe klar, daß für ihn die jungen Männer aus dem Village an Männlichkeit entbehren und deutet entschieden darauf hin, daß er mit solchen Leuten nichts zu tun haben will.

Bei Scorseses Figuren hat das häufigen Auftreten der Männer in Gruppen sicherlich noch einen weiteren Grund: Die italienischen Tradition der Familie schweißt deren Mitglieder eng aneinander. Die Männer der Familie und Nachbarschaft halten zusammen, erledigen gemeinsame Geschäfte und verbringen auch häufig ihre Freizeit miteinander.

2.FRAUEN

In „ Who`s that knocking... ” gibt es drei klar voneinander abgegrenzte Frauentypen, ein Bild, daß sich in Scoseses späteren Filmen zunehmend verwischt. Es gibt die Mutter, die Mädchen, die man heiratet und die „Miezen”.

- Mütter

Schon zu Anfang des Films wird klar, welche Rolle die Mutter spielt. An die Bilder einer Marienstatue wird das Bild einer Mutter geschnitten, die das Essen vorbereitet, um es dann unter den Kindern zu verteilen. Dieser Teilvorgang erinnert an das Abendmahl. Die Mutter wird gleich einer Heiligen verehrt, was sich in dem Madonnenkult, der vor allem unter Italiener sehr verbreitet ist, verdeutlicht. Die Mutter ist diejenige, die für das leibliche Wohl der Familie sorgt, wie bereits in „ It`s not just you, Murray ” angesprochen. Die meisten Figuren bei Scorsese schwören wie Johnny Boy in „ Mean Streets ”:

„ Ich schw ör`s bei meiner Mutter, ich schwör`s auch bei Jesus Christus! ” Die Reihenfolge läßt erkennen, wem die Ehre gebührt.

Diese Verehrung der Mutter, so könnte man meinen, mindert die Herrschaft des Vaters und somit auch die des Patriarchats. Interessant ist, wie Scorsese damit umgeht: Die Mutter, in der Funktion einer Heiligen, wird desexualisiert, indem der dazugehörige Vater fehlt. Somit wird muß auch seine Rolle gegenüber der „heiligen” Frau nicht definiert werden. Die Söhne, zumeist schon im reifen Alter, verehren ihre Mutter mehr als die eigenen Frauen, denn diese bedeuten eine potentielle „Gefahr”, die ihnen die Herrschaft über die Familie streitig machen könnte. Eine zu starke Verehrung ihrer hätte einen eventuellen Machtverlust zur Folge. So kommt die Heiligenrolle allein der Mutter zu, denn sie stellt die Männlichkeit ihres Sohnes nicht in Frage, sie bestätigt sie höchstens. Nach Siegmund Freud entspringt das Selbstbewußtsein der solcher Männer der engen Verbindung zu ihrer Mutter. Denn als ihr unbestrittener Liebling haben sie schnell dieses „Eroberungsgefühl, jene Zuversicht des Erfolges.”35

Der Vater mußte damals oft auswärts arbeiten und kehrte nur an den Wochenenden zur Familie zurück. So konnte er nicht als „Störenfried” in die Mutter-Sohn-Beziehung eingreifen, was Freud als die eigentliche Rolle des Vaters begreift.36 Die Ablösung von der Mutter ist also nie richtig erfolgt. Scorsese selbst berichtet über den Soundtrack „ The End ” von den Doors: „ Wir nahmen den Freud`schen Teil, damit die Botschaft wirklich ankam. ” 37 Natürlich muß man in diesem Zusammenhang auch mit der italienische Tradition argumentieren, die ja eine enge Bindung der Familie vorsieht: Wer ein Mann ist, verläßt nicht einfach seine Blutsverwandten oder gar die alleinstehende Mutter.

Die Mütter in Scorseses Werken kochen und waschen für ihre oft schon ergrauten Söhne, sorgen sich um deren Äußeres ( Charlies Mutter in „ Mean Streets ” legt ihm für die Party ein neues Hemd inklusive Krawatte zurecht, mit dem Hinweis, er solle es sie wissen lassen, falls die Ärmel zu lang sind) und sie haben nicht aufgehört, sie zu erziehen (so die Mutter von Piscano in „ Casino ”, die ihn bei jedem Schimpfwort zurechtweist). Was in unserer Tradition als das typische Verhalten eines „Muttersöhnchens” bezeichnet werden würde, steht in der italienischen nicht im geringsten mit der Frage der Männlichkeit in Verbindung. Vielmehr wäre es eine Beleidigung der Mutter, ihre Fürsorge abzulehnen und somit unehrbar für einen Mann.

- Miezen

Im krassen Gegesatz zu den heiligen Müttern stehen die „Miezen”: „ Es gibt Mädchen und Miezen. `Ne Mieze ist nicht gerade `ne Heilige, mit der macht man rum, aber man heiratet sie nicht ”, erklärt J.R. Die folgende Sequenz macht seine Worte deutlich: Er befindet sich in einem Raum, der bis auf ein Bett völlig unmöbliert ist. Hier befriedigt er ungehemmt seine sexuellen Bedürfnisse. Nach dem Verständnis der Männer bei Scorsese haben „Miezen”, im Gegensatz zu „Mädchen”, die Aufgabe, sie zu „unterhalten” und somit auch das Recht, ein Stück weit in ihre homosozialen Räume einzudringen. Sie dürfen in Bars „rumhängen”, (viel) Alkohol zu konsumieren und derbe Sprüche zu reißen.

- Mädchen

Die „Frau zum Heiraten” muß Jungfrau sein.

Das Mädchen, das J.R. trifft, entspricht zunächst dem Bild einer naiven und braven jungen Frau. Sie ist höflich und ein wenig zurückhaltend.

„ Wissen Sie, ich gebe nicht gerade gerne zu, daßich Western gut finde ” , gesteht sie und konnotiert damit die Welt des Westerns als etwas männliches, was ihr nicht zusteht. Die beiden treffen sich zumeist in J.Rs Wohnung, doch selbst in seinem Haus ist sie diejenige, die den Kaffee kocht und ihn bedient und somit das patriarchalische Grundmuster erfüllt.

Der „patriarchatstypische” scharfe Trennung zwischen Mädchen und „Miezen” liegt, so Gottschalch, in der Religion und der damit verbundenen Marienverehrung: „ Die Marienverehrung hat auch die Trennung der zärtlichen Liebe von der sinnlichen verstärkt. Das führte dazu, daß viele Männer ihre Frau nur als Mutter ihrer Kinder achten und lieben, sexuelle Befriedigung jedoch außerhalb der Ehe suchen. ” 38

3.VERHÄLTNIS MANN-FRAU

„ Der Mann gewinnt seine Geschlechtlichkeit erst in Relation zur Frau... ”.39

In der Begegnung J.Rs mit dem Mädchen, eines WASP-Girls, wird klar, daß er, wie bereits angesprochen, außerhalb seiner „Männerbande”, eher schüchtern ist. Beschämt schaut er jedesmal weg, wenn sie bemerkt, daß er die Bilder in der Zeitung betrachtet, die sie liest. In der Begegnung mit der Frau zählen andere Werte als im rein männlichen Raum. Hier muß er seine Männlichkeit erst „verdeutlichen”.

Das Gespräch der beiden dreht sich nach kurzer Zeit um italienische Magazine und J.Rs Bemerkung über italienische Magazine, könnte auch auf italienische Männer zutrefffen:

„ Ausländische Magazine habe ich schon mal gesehen, aber die italienischen, da weißman sofort, was das für welche sind.

Sie antwortet: „ Ja-so etwas wie Oggi.”

J.R.: „ Wie bitte? ”

Sie: „ Oggi-das ist ein italienisches Magazin. O-G-G-I ! ”

J.R.: „ Ach ja, das ist das, was so wie „ LIVE ” aussieht. Oggi-das bedeutet „ heute ” ”

Sie : „ Ja, ich weiß . ”

J.R.: „ Ja, es ist wie die „ Today-Show ” , erscheint glaub` ich jede Woche-so wie „ LIVE ” . Es hat was zu tun mit Nachrichten, es ist sowas, naja, mit Nachrichten. ”

Dem Mädchen bleibt nur übrig, freundlich zu nicken. Seine Belehrung über ein italienisches Magazin, dessen Wortbedeutung und Inhalt der jungen Dame schon längst bekannt sind, scheinen dazu zu dienen, seine Unsicherheit zu überspielen, ein Gesprächsthema zu haben, aber auch sein Wissen und damit auch ein Stück Überlegenheit zu verdeutlichen.

Den leicht besserwisserischen Ton behält er auch bei, wenn er ihr über „The Searchers” erzählt, einem Gebiet, was vor allem durch ihre Benerkung (s.o.) eine männliche Konnotation erhält.

J.R. betont seine Sprachkenntnisse, in dem er zweimal wiederholt : „ cicatriz-das heißt auf Spanisch Narbe. ” Er berichtet von dem Dialog zwischen dem Häuptling und John Wayne, und als sie bemerkt: „ Der ist aber ganz schön eklig! ”, fragt er prüfend: „ Wer? ” Das Mädchen ist durch die Frage leicht verunsichert und sichtlich erleichtert, die richtige Antwort zu wissen. So schafft J.R. es, für sich eine gewisse Überlegenheit zu gewinnen. Er wird immer selbstbewußter : „ Dann starr ´ ich eben zurück ” , behauptet er stolz auf die Frage von ihr, ob er es möge, angestarrt zu werde. Sie bekundet ihm dafür ihre Bewunderung: „ Sehr gut, das schaffe ich sicher nicht! ”

Wir finden`s toll, wenn John Wayne den Helden spielt ” , bemerkt J.R. Der Schauspieler wird zum Idol und zur Identifikationsfigur, die edle Züge aufweist: „ ...so eklig könnte Wayne nie sein...aber er kann eklig werden, wenn`s sein muß ! ” Im Gegesatz zum „ritterlichen” Wayne steht Lee Marvin: „ Stellen sie sich bloßmal vor, was Frauen von dem halten. Er ist der mieseste Böse, er tötet nicht nur Menschen, er zertrümmert auch noch Möbel. ” Hier wird anschaulich, daß sich ein männlicher Held nicht nur durch reine körperliche Gewalt und Aggression auszeichnet. Diese müssen einen „edlen” Grund haben, der „wilde” Mann muß auch den Gentleman und Beschützer spielen können. Einer wie Lee Marvin hat demnach keine Chance.

Michael Meuser spricht davon, daß Männer oft faszinert sind von der Hypermaskulinität solcher Helden und deren eindeutiger und offensiver Verkörperung des Mannseins.

„ Sie beneiden die Machos und Rambos und John Waynes darum, wie selbstverständlich und stolz diese sich als Mann präsentieren. ” 40 Einer der Mitglieder der Männergruppe gibt dies offen zu: „ Dieses Machom äß ige zu können, das möcht` ich lernen. ” 41 Die Bewunderung bezieht darauf, daß die „Rambos und John Waynes” es nicht nötig haben, nach Bestätigung ihrer Männlichkeit im homosozialem Raum zu suchen, sondern, daß sie, als „Einzelkämpfer” für alle objektiv erkennbar die „Männlichkeit in Person” darstellen. Indem das Mädchen zugibt, Western gut zu finden, pflichtet sie in gewisser Hinsicht dem dominanten Männerbild dieser Filme bei. Auch J.R. meint: „ Keiner hat mehr Probleme, wenn er Western mag. ”

Die belehrende Art, die J.R. dem Mädchen gegenüber bei ihrem ersten Treffen an den Tag legt, behält er bei und drängt sie somit in die Rolle der Naiven. Ihre Unwissenheit in manchen Dingen erwächst jedoch nicht Dummheit, sondern der Tatsache, daß sie aus einer anderen Kultur stammt. Da sie mit den italienischen Sitten noch nicht sehr vertraut ist, stellt sie zum Kaffee die Heiligenkerze auf den Tisch. Sofort fragt J.R.: „ Was willst du denn mit der Kerze auf dem Tisch! ” „ Ich dachte, das sei vielleicht schön ” , antwortet sie. „ Aber doch nicht mit `ner Heiligenkerze. Bitte stell` sie zurück. ” Ungläubig schüttelt er den Kopf: „ Was mache ich bloß`mit Dir? ”, fragt er gleich jemandem der sich einem „hoffnungsloser” Fall gegenüber sieht. Als sie ihr Gefallen über die Frau in „Rio Bravo” bekundet, äußert er besserwisserisch lächelnd: „ Das war doch nur `ne Mieze.. ” Der Gebrauch einer Heiligenkerze ist ihr so fremd wie J.Rs scharfe Trennung von „Mädchen” und „Miezen”. „ Das meinst du doch nicht ernst ” , lacht sie ihn aus, als er ihr den prekären Unterschied erklärt.

Gerade durch die ethnische Differenz sieht sich J.R. immer wieder genötigt, seine Stellung als Mann zu verteidigen.

Seine Bemerkung, der „Playboy” koste, im Gegensatz zu ihrem 1-Dollar-Hochglanzmagazin, nur 75 cents, erscheint unangebracht und erinnert ein wenig an Travis in „ Taxi Driver ”, der seine Angebetete ins Pornokino ausführt. Und dennoch dient dies als eine Art „Reviermarkierung”

Als sie ihn auf seinen Beruf anspricht, reagiert er empfindlich: „ Warum? ” Daß Männlichkeit oft am Beruf gemessen wird und Arbeitslose schnell das Gefühl haben, kein „ganzer Mann” zu sein, erwähnt auch Michael Meuser. Auf die Frage, ob er stolz sei, männlich zu sein, antwortet eines der Gruppenmitglieder: „ Warum mußich darüberüberhaupt nachdenken? Ich exisitiere, ich bin in meinem Beruf erfolgreich, die Frage habe ich mir noch nie gestellt. ” 42 Ähnliche Antworten gaben auch andere Befragte, was zeigt, daß ein gewisser Teil der Bestätigung als Mann auf der beruflichen Karriere basiert.

Die Angst, das Mädchen könnte ihn nach seiner Beschäftigung bewerten, verunsichert J.R.. Er glaubt sie in einem tollen Beruf („ Sie sind bestimmt beim Film! ” ) und möchte nicht mit einer minderen Beschäftigung dastehen. „ Ich sitze im Moment zwischen den Stühlen. ” , stottert er. Schließlich sagt er: „ Ich war im Bankwesen ” und fügt sofort einen sexistischen Spruch hinterher: „ K üß ` kein Mädchen in der Bank, weil die alle sentimentale Klatschtanten sind. ”

Auf dem Dach eines Hauses, wo sich die beiden wiedersehen, spielt J.R. den Beschützer, um von seiner eigenen Angst abzulenken. Das Mädchen setzt sich auf den Rand des Daches.

J.R.: „ Passen sie lieber auf. ”

Sie : „ Ich falle nicht runter! ”

Nach einer Weile setzt sie sich erneut auf den Rand.

J.R.: „ Sie sollten lieber aufpassen. ”

Sie: „ Nein-ich werde nicht herunterfallen. ”

Erst jetzt, nach dem zweiten Mal, kann J.R. zugeben: „ Ich fühle mich nicht wohl hier. ”

Indem er den „Beschützer” spielt, bestätigt er die rituellen Vorrechte des Mannes. „ Mir macht es wiederum Freude, so zu tun als wenn meine Frau ein bißchen schwächer ist ” 43 , bestätigt ein Mitglied des Herrenclubs. Je schwächer man die Frau dastehen läßt, desto stärker wird man selber So sicher J.R. sich in Alltagsdingen ihr gegenüber gibt, so unsicher ist er in Sachen, die die Sexualität betreffen. Als es zwischen den beiden zum ersten Mal zu körperlichem Kontakt kommt, bricht er die Zärtlichkeiten abrupt ab. Den Geschlechtsverkehr vor der Ehe kann J.R. mit seiner Auffassung nicht vereinbaren. Unfähig, ihr den Grund dafür zu erklären, stottert er:

„ Ich liebe dich, ich weißnicht...aber ich liebe dich...ich komme mir albern vor. Wenn du mich liebst, verstehst du, was ich meine. Nenn` es wie du willst, altmodisch oder so was, aber ich liebe dich um deiner selbst willen... ”

Seine Kommunikatonsunfähigkeit zeigt, daß er die Sexualität nicht unbedingt der Frau zuschreibt, die er heiraten will. Mit den „Miezen” oder in der Männderrunde hat er keine Scham, sich dem betreffend zu äußern. Schwierig ist es besonders in diesem Fall, weil das Mädchen keine Italiernerin ist und er ihr eine Tradition vermitteln muß, die sonst unreflektiert akzeptiert wird. Seine Freundin ist bereit, darüber zu sprechen, doch er zeigt sich unfähig, ihr die Sitte plausibel zu machen.

Als das Mädchen ihm von der Vergewaltigung erzählt, die ihr widerfahren ist, bricht für ihn eine Welt zusammen. Das Bild der unberührten Heiligen weicht dem eines Sexobjektes für andere Männer. Statt sie zu trösten, sieht er das Erzählte als Affront gegen seine männliche Ehre und stellt sie als Lügnerin („ Wie kann ich glauben, daßdas wahr ist? ”) und naives Flittchen dar („ Du fährst mit ihm einfach abends mit und denkst dir nichts dabei?). Er erkennt nicht, welches Vertrauen sie ihm entgegenbringt, ihm das Erlebte zu erzählen. Das Mädchen meint es ehrlich mit J.R., sie möchte nicht, daß etwas zwischen ihnen steht, doch seine narzißtische Haltung sieht nur seinen verletzten Stolz, den er ihr zum Vorwurf macht. In seinen Augen ist sie eine „Sündigerin”, die einer „Mieze” gleichkommt.

Obwohl unsere Kultur solche Forderungen in der Regel nicht an die Frau heranträgt, ist eine solche Einstellung nicht gerade unbekannt. Das Mitglied einer Studentengruppe beteuert:

„ Damals, so mit sechszehn, warst du der tolle Hecht, wenn du `n paar Frauen hattest...hat `ne Frau das gemacht, war es gleich die Hure. Die Nutte, die Schlampe hießes da immer gleich. ” 44 Sein Komiltone fügt hinzu: „ Letztens hat mir auch eine erzählt, daßsie schon etliche Männer gehabt hat, da dacht ich auch, hubba-was ist denn das für eine Schlampe! ” 45 Folglich erfährt der Mann durch sexuelle Interaktion eine Bestätigung seiner Männlichkeit, die Frau hingegen wird stigmatisiert.

In ” Who`s that knocking... ” treffen zwei Kulturen aufeinander. Das Mädchen, mit den Sitten des Anstandes wohl vertraut („ Ich hielt mich nicht mehr für so anständig wie die anderen. ” ), findet jedoch kein Verständnis für die „gekränkte männliche” Ehre ihres Freundes. Sie steht auf und geht und demonstriert damit das erste Mal Unabhängigkeit und eine gewisse Macht. J.R. kann sie in seinen Augen nur ehelichen, wenn sie von ihren Sünden „gereinigt” wird. Ihr gegenüber schlüpft er fast in die Rolle des „Herrn”, der ihr die Sünden erläßt: „ Ich liebe dich und ich vergebe dir!... Und ich möchte dich heiraten. ” Er erhebt sich ihr gegenüber, doch sie läßt sich nicht degradieren.

Ihre Ablehnung seiner gönnerischen Haltung, sie trotz ihrer „Sünden” zu heiraten, kommt einer „Entmännlichung” gleich. J.Rs Selbstwertgefühl sinkt augenblicklich: „ Jetzt willst du mich zum Idioten machen? ” , fragt er. Um nicht als ein solcher dazustehen, macht er ihr klar, daß er als Mann richtig handelt: „ Da macht man mir Vorwürfe, weil ich empfinde wie jeder vernünftige Mann! ” „ Du solltest froh sein, daßich dich heiraten will... ” Dann spricht J.R. sein eigentliches Problem an: „ Was glaubst du, was du bist, die Jungfrau Maria oder so was? Du machst mich an und läßt mich morgens um diese Zeit in deine Wohnung. Du machst mich an und beschwerst dich , du Nutte. ”

Die Aggression, die J.R. an den Tag legt, würde B.Lantos als „ subjektive Aggession” bezeichnen. Versagungen, auch wenn objektiv geringfügig, werden als „ maßlose Kränkung oder Verletzung erlebt und rufen unerbittliche Rachsucht hervor ”.46 J.R. fühlt sich gedemütigt und in die Enge getrieben. Um dies zu kompensieren, „erhebt” er sich, indem er seine Freundin auf das unterste Niveau, auf dem eine Frau seiner Meinung nach stehen kann, das einer Nutte, stellt. Indem er die Junfrau und die Nutte in einem Atemzug nennt, wird der Unterschied umso deutlicher.

Als sie selbst seine Entschuldigung ablehnt und ihn der Wohnung verweist, ist klar, daß sie die Siegerin ist. Charlie ist machtlos und somit der Verlierer. In seinem patriarchalischen Weltbild ist die Frau die „Schwache”. Von einer solchen abgelehnt zu werden, bedeutet Respektlosigkeit und Mißachtung seiner männlichen Identität. Charlie ist gedemütigt und beschämt. Diese Scham kompensiert er mit Aggression. Im Hinuntergehen tritt er wütend gegen die Wand des Treppenhauses.

IV. MEAN STREETS

1. MÄNNER / MÄNNERWELT

Auch hier gilt die Bar als die Domäne der Männer, der die Funktion einer zweiten Heimat zukommt. Hier findet ein Großteil des Lebens statt: Man(n) trifft sich mit „Miezen”, die man wie George auch ins Hinterzimmer führt und nach zu großem Alkoholgenuß bietet die Couch des Nebenraums eine Übernachtungsmöglichkeit. Die Probleme des Alltags werden hier besprochen oder gelöst, die Kneipe ist Anlaufstelle und Treffpunkt Nummer eins. Genau wie in „ Who`s that knocking... ” gehört diese einem Freund der Clique.

Dem gemeinsamen Trinken kommt auch hier eine wichtige Bedeutung zu. Das wird vor allem in der Szene im Billiard-Salon klar. Der zusammen eingenommene Schluck dient der Besiegelung des Geschäfts, welches ohne ihn, gleich einem Handschlag, keine Gültigkeit hätte. Nebenbei existiert natürlich noch das sinnlose Betrinken : „ Wir saufen, bis wir umfallen ”, ruft einer der Partygäste bei Tony. Im Zusammenhang mit dieser Art von Alkoholkonsum steht auch das bereits angesprochene „ Pröllern”: Charlie und seine Freunde schießen volle Schnapsgläser mit Billiardqueues von der Theke, werfen mit Eiswürfeln und benutzen den Zapfschlauch für Bier als „Wasserwerfer”.

Hier scheinen vor allem derbe Ausdruckformen ( „Arschficker”, „Wichser”, „Fotze” etc.) die Sprache der Männer zu beherrschen. Hierbei muß man unterscheiden zwischen den „harmlos-derben” Ausdrücken unter Freunden, mit denen man sich neckt und den Schimpfworten in der Funktion der Warnung oder Beleidigung. Je härter der Gesagte, so scheint es, desto klarer verdeutlicht man sein Aggressionspotential und seine Bereitschaft zum Kampf. So warnt Michael: „ ...wenn der Junge mich zum Wichser machen will, breche ich ihm das Genick. ” So zeigt sich ein Großteil von Gewalt schon in der Sprache. Wo sich das Gegenüber nicht von solchen Warnungen abschrecken läßt, ist physische Gewalt „ultima ratio”. Die Schlägereien erscheinen oft sinnlos, doch die Verteidigung der männlichen Ehre ist Grund genug. Wie bereits erwähnt gilt es als „unmännlich” einer Aufforderung zum Kampf nicht nachzukommen. Zudem ist es auch eine willkommene Gelegenheit, einfach „Dampf abzulassen.”

„ Für mich gibt es so etwas wie sinnlose Gewalt nicht ” , erlärt Scorsese.47

„ Nimm` sie mir weg, na los, mit Gewalt ! ”, fordert Charlie den Mann auf, dessen Freundin er angesprochen hat. Es scheint wie eine bloße Demonstration der physischen Überlegenheit gegenüber des Rivalen.

Doch kann Gewalt noch einen anderen Zweck erfüllen. Wo die Möglichkeit der Kommunikation nicht gegeben ist, hat sie die Funktion des „Sprachrohrs”. Ein Beispiel ist Jerry, der „Kriegsheimkehrer”, der die einzige Chance, mit einem Mädchen zu tanzen, darin sieht, sie seinem Freund mit Gewalt zu entreißen.

Männliche Initiation findet sich hier in der Konstellation von Johnny Boy und Charlie. Letzterer fühlt sich für den Jungen verantwortlich, bürgt für ihn, verteidigt ihn gegen andere und versucht, ihn in gewisser Weise zu erziehen.

Helden sind weiterhin amerikanisch, jedoch kommen sie nicht mehr ausschließlich aus der Filmfabrik. Jerry kehrt aus dem Krieg zurück und wird von seinen Freunden entsprechend gewürdigt. Charlie überreicht ihm die amerikanische Flagge, jedoch nicht ohne John Wayne zu erwähnen. Scorsese schmälert jedoch die Funktion des Helden, indem die jungen Männer nur noch halbherzig einen Film wie „ The Searchers” verfolgen und Jerry auf seiner Willkommensparty eine heruntergekommene und mitleiderregende Figur darstellt, die sich in der Realität außerhalb des Krieges nicht mehr zurechtzufinden scheint. („ Wir sind hier nicht in Vietnam ”, warnt ihn Tony, als sein Fraund sich an dem Mädchen vergreifen will)

Zusammendfassend kann man sagen, daß auch hier der homosoziale Raum die Möglichkeit bietet, so sein zu können „wie man will”, ohne auf die Sitten des Anstandes Rücksicht nehmen zu müssen. Deutlich wird die Irritation, die „Nicht-Männer” mit sich bringen, hier in Form des Homosexuellen, den die Freunde im Auto mitnehmen. Johnny Boy warnt ihn sofort: „ Faß ` mich nicht an! ” und zeigt seine Abneigung durch Wegrücken.

„ Ich will aber nicht! ”, zickt der Schwule als sein Freund ihn bittet, endlich ruhig zu sein. Er stört die Männerwelt und wird an der nächsten Straßenecke aus dem Wagen verbannnt.

Was sich jedoch hier schon abzeichnet, ist der Einfluß von Geld, der (Männer-)Freundschaften, wie sie in „ Who ´ s that knocking... ” noch existieren, auf Dauer zerstört oder solche zur reinen „Nutzbeziehung” verkommen läßt. Michael geht so weit, Johnny Boy, ein Cliquenmitglied, zu töten, um die nicht bezahlten Schulden zu begleichen.

2. FRAUEN

- Mütter

Die Mutter von Charlie ist in diesem Film körperlich nie anwesend, erinnert aber durch kleine Gesten an ihre Existenz, was den Vergleich mit einer Heiligen noch leichter macht.

So legt sie ihm die Garderobe für die Party zurecht oder hinterläßt ihm Geld an einem dafür vorgesehenem Platz. Die Liebe zu Müttern scheint auch hier als eine in der Tradition verankerte und somit unreflektierte Sache:

„ Klar hab` ich sie gern, sie ist meine Großmutter ” , beantwortet Charlie Johnny Boys Frage und als dieser fragt: „ Na und ? ” , entrüstet er sich: „ Was ist los mit dir? Na und...Zss. ”

- Miezen

Die „ Miezen ” werden hier durch die halbnackten Tänzerinnen in Tonys Bar oder die beiden Mädchen, die Johnny Boy auf seinem Kneipenstreifzug aufgabelt, dargestellt. Sie sind nichts weiter als Objekte zur Befriedigung männlicher sexuellen Bedürfnisse, über die man frei verfügen kann: „ Ich nehm` die linke (...)ich wette, die bumst wie wahnsinnig ” , bestimmt Johnny Boy mit Kennerblick, „ welche willst du? Naja, ist ja auch egal ” Letztere Bemerkung zeigt, daß es eine „Mieze” nicht wert ist, sich mit einem Freund über sie zu streiten.

3. VERHÄLTNIS MANN-FRAU

Die „Frau zum Heiraten” im klassischen Sinne von „ Who`s that knocking... ” taucht in „ Mean Streets ” nicht auf. Charlie hat ein Verhältnis mit Teresa, aber daß er kein Interesse an einer ernsthaften Beziehung hat, macht er ihr schnell klar:

„ Wenn ich mich in dich verlieben könnte, wäre ich nicht hier(...)ich kann dich nicht brauchen. ” Er wirft ihr Ausdrücke wie „Fotze”, „alte Sau” und „halt`s Maul” an den Kopf. Michael Meuser spricht in diesem Fall von hypermaskulin stilisierten Hegemonie,48 die dazu dient, im Falle einer auftretenden Unsicherheit sich selbst darzustellen und diese zu kompensieren. Die Mitglieder einer studentischen Wohngemeinschaft bestätigen Meuser, sie bräuchten es, ab und an mal einer Frau etwas „Hartes” zu sagen, um ihre Stellung zu verteidigen.49

Der Grat zur Unsicherheit scheint auch hier schmal, vor allem dann, wenn sich die Frau dem Mann widersetzt. Charlie reagiert aggressiv, als Teresa seine Aufforderung, zu ihm zu kommen, ignoriert: „ Na los, dann spring doch aus dem Scheiß-Fenster! ” In diesem Zusammenhang wird ein Bild verdeutlicht, was sich in „ Who`s that knocking... ” bereits abzeichnet: Die Angst, von der Frau in der Männlichkeit nicht erntgenommen zu werden, die latente Angst vor der Frau als undurchsichtigem Wesen. Eines der Diskussionsmitglieder bemerkt: „ (...)`ne Frau, die so ganz anders ist...manchmal wie so ein anderer Planet(...) ” 50 Gerade Teresas Krankheit (und das wenige Wissen darüber) unterstreicht die weibliche Andersartigkeit.

Dazu kommt, daß sie nicht gerade auf den Mund gefallen ist, und Charlie sichtlich Mühe hat, sich bei ihr den nötigen Respekt zu verschaffen. Die Angst vor der starken Frau ist den Diskussionsmitgliedern nicht fremd: „ Irgendwie hat man ja Angst(...)von ´ ner emanzipierten Frau abgedeckelt...äh...kastriert zu werden... ” 51

Im Bett mit Teresa beschwert sich Charlie: „ Du bringst mich um ! ” Und im Flur des Hotels wird er fast aggressiv: „ Wenn du mich umbringen willst, na los! Bring` mich um! ” „ Frauen können Töten ” , 52 bestätigt einer der Herren in der Runde.Natürlich kann vom Töten in physischem Sinne nicht die Rede sein, es handelt, wie gesagt, vielmehr um „Kastration der männlichen Würde”, die Respektlosigkeit gegenüber dem als männlich verstandenem Handeln.

Da Angriff die beste Verteidigung ist, „tötet” Charlie Teresa mit einer Revolvergeste.

Ihr Wunsch, mit ihm ein gemeinsames Leben zu führen, treibt ihn in die Enge. Sie entschärft dadurch aber auch die strenge Regel des Geschlechtsverkehrs vor der Ehe, die für eine Italienerin wie sie gelten müßte. Sie durchschaut Charlie und fragt ihn offen: „ Wovor hast du Angst? ” Dieser wird wütend: „ Wieso redest du von Angst, was fällt dir ein? ” Angst ist in seinen Augen etwas, was den Schwachen vorbehalten ist. Allein Teresas Unterstellung, er könne Angst haben, mindert, für ihn, seine Männlichkeit. Die Aggression,die hier entsteht, beschreibt Wieck folgendermaßen. „ Statt die eigene Angst wahrzunehmen, werden Männer wütend. ” 53

Die Angst vor der Frau wird auch im Gespräch mit Diane klar. Jedoch wagt Charlie bei ihr nicht, sich durch derbe Ausdrücke Respekt zu verschaffen. Die Andersartigkeit von Diane wird durch ihre Hautfarbe unterstrichen. Sie ist keine Italienerin und Charlie weiß nicht recht, wie er mit ihr umgehen soll.

In „ihrer” Welt, der Garderobe, fühlt er sich sichtlich unwohl. Er stößt aus Versehen ihre Schminkutensilien zu Boden und stottert. Diane ist völlig unbeeindruckt und läßt ihn spüren, daß er sie stört. Als sie ihre Perücke abnimmt, stockt Charlie. Fast scheint es, als mache ihm die „Wandlungsfähigkeit” der Frau Angst. Obwohl er es nicht ausläßt, häufig mit ihr auf der Bühne zu tanzen, ist allein mit Diane, ohne die Rückendeckung der anderen Männer, sichtlich hilflos. Erst als es ums Geschäft, um seine Welt und seinen Laden geht, wird er selbstbewußter.

Die Furcht vor dem weiblichen Geschlecht ist demnach eher auf das Alleinsein mit Frauen beschränkt. Im Schutz der Gruppe tritt sie nicht auf. So fremd Charlie die Frauen erscheinen mögen, wenn er mit Tony über Frauen spricht, gibt er sich als Kenner: „ Das ist `ne Judenbraut. Sie hat jede Nacht `nen anderen Kerl, du weißt wie sie sind. ”

V.GOODFELLAS

1.MÄNNER / MÄNNERWELT

In diesem Film ändert sich das Verständnis der Männlichkeit ein wenig. Maskulinität wird gleichgesetzt mit der Tatsache, ein erfolgreicher Geschäftsmann ( im Sinne der Mafia) zu sein.

Henry erklärt : „ Diese guten Leute, die in Scheiß-Jobs für erbärmliche Löhne arbeiteten...das waren für uns Versager, die hatten nichts drauf! ” Das geschlechtliche Bewußtsein wird über die berufliche Leistung und den damit verbundenen Einfluß definiert.

Hier wird das erste Mal Omertà ins Spiel gebracht. Die Einhaltung der Spielregeln geht mit Männlichkeit einher: „ Ich bin stolz auf dich, du hast deine erste Verhaftung hingenommen wie ein Mann, du hast denen nichts gesagt ”, lobt Jimmy Henry..

Im Verhältnis der beiden findet sich die männliche Initiation wieder. Der Ire ist dafür verantwortlich, Tommy und Henry in die Welt des Geschäfts einzuführen und ihnen die Spielregeln beizubringen.

Was die Männerwelt anbetrifft, so steht die Bar unverändert ganz oben auf der Rangliste.

Henry ist 24 Stunden am Tag in dem Laden... ”, äußert der Besitzer gegenüber Pauly, dem Boss. Hier werden, genau wie in den vorangegangenen Werken, Geschäfte besprochen, Pläne ausgeheckt, gegessen und sich amüsiert.

Was die Gewalt betrifft, so haben sich einige Kleinigkeiten geändert.

Nach wie vor dient sie zu Machtdemonstration, jedoch nicht mehr in Form der „klassischen” Schlägerei. Gewalt ist nun Waffengewalt und endet für den Schwächeren meist tödlich. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen der Gewalt zur Verteidigung der männlichen Ehre ( Tommy und Jimmy töten Billy Batts, der Tommy mit seiner ehemaligen Beschäftigung als Schuhputzer aufzieht), der Gewalt der reinen Aggression (Tommy schießt Spider ohne jeglichen Grund in den Fuß) und der Geschäftsgewalt. Letzere dient der Machtdemonstration und Einschüchterung (Statuieren eines Exempels) oder der Beseitigung gefährlicher Leute, kurz: Der Aufrechterhaltung des Geschäfts. Die Geschäftsgewalt wird dabei als solche nicht wahrgenommen. Henry: „ Leute zu erschießen war eine ganz normale Sache, das war nichts Besonderes. ”

Der homosoziale Raum ist auch hier gegeben. Neu ist, daß er zum größten Teil auf Geschäftsbeziehungen beruht, aus denen sich Freundschaften entwickeln, wobei gerade im Verlauf des Films klar wird, daß von „Männerfreundschaften” im Sinne von „ Who`s that knocking... ” nicht mehr die Rede sein kann. Freunde entpuppen sich als Feinde: „ Deine Mörder kommen als deine Freunde, als die Leute, die dich schon dein ganzes Leben lang kennen. ”, erklärt Henry.

Die Bestätigung als Mann erhalten die Männer nach wie vor im homosozialen Raum, jedoch mehr im Geschäft als in der Clique . Das Gefühl „jemand zu sein in einer Gegend voller Niemande” (siehe Kap.1) ist befriedigend genug. (Karen erlangt sogar Henries Bewunderung, als sie (als Frau) ihn in der Öffentlichkeit und vor all seinen Freunden heftig zurechtweist.) Einzig Tommy, der „Vollblutsizilianer” kann ohne ständige Machtdemonstration in der Runde („ Hat er gezittert, Frankie ? ”, fragt er, nachdem er Henry in die Enge getrieben hat) und der Bestätigung durch die anderen nicht leben. Durch sein hohes Aggressionspotential und seine Art, den Humor der anderen als persönliche Beleidigung aufzufassen ( „ Woher soll ich wissen, daßdas Spaßist ?”), wird seine Unsicherheit und sein geringes Selbstbewußtsein deutlich.

Neu ist, daß die Männer das erste Mal in eine bis dato absolute Frauendomäne eindringen: die Küche. Die Szene im Gefängnis gleicht, suggeriert durch die Großaufnahmen der hantierenden Hände, geradezu einer Kochsendung im Fernsehen.

„ Pauly hatte eine fabelhafte Methode, Knoblauch zuzubereiten...Benny war der Spezialist für die Tomatensoße ”, erzählt Henry in der Voice-Over und verrät Geheimnisse über Zubereitungsweise und Zutaten. Doch auch im häulichen Bereich übernimmt er diese Pflicht: „ An dem Abend bereitete ich das Abendessen zu. ” Daß er etwas vom Kochen versteht, wird klar, als er ausführlich über den Essenplan berichtet:

„ Ich mußte für die Tomatensoße mit dem Schmoren des Fleisches, der Schweins-undKalbshaxe beginnen. Ich hatte vor, ein paar Pfefferwürstchenüber der Flamme zu schwenken und dazu grüne Bohnen mit etwas Oliven öl und Knoblauch zu geben. Und ich hatte ein paar wunderbar erstklassig geschnittene Kottelets, die ich vor dem Abendessen braten wollte, sozusagen als Appetithappen. ”

Auch Emotionen spielen eine neue Rolle. Männer zeigen Schwäche. Als der sonst so abgebrühte Jimmy von dem Tod seines Freundes Tommy erfährt, hält er eine Weile seine Tränen zurück, läßt ihnen jedoch dann freien Lauf.

Selbst Henry, der einst stolze Mafiosi mit dem Imponiergehabe, kauert am Ende in der Ecke und gibt heulend seiner Verzweiflung nach.

Interessant daran ist, daß weder die Tränen noch die Kochkünste den Anschein einer Minderung des männlichen Geschlechts haben. Die Bestätigung dessen erfahren sie im Geschäft. Das zeigt sich nochmals deutlich an den abschließenden Worten Henries: „ Ich bin ein durchschnittlicher Niemand und mußden Rest meines Lebens wie irgendein Trottel verbringen. ”

Ein gewöhnliches Leben führen zu müssen, kommt einer Entmännlichung gleich. John Miller, Ex-Deputy Commissioner bei der NYPD bestätigt das:

„ Für sie sind wir jämmerliche Opfer, Gefangene einer trostlosen Existenz(...)ihr Ding ist es(...)sich von niemanden herumkommandieren zu lassen oder Rechenschaft geben zu müssen. Würde man einen fragen: Hey du kamst vor deinem 50. Geburtstag ins Gefängnis-für den Rest deines Lebens-war es das wert? Ich bin todsicher, er würde antworten: Jede Minute davon war es wert. ” 54

2. FRAUEN

- Mütter

Tommy, der „Vollblutitaliener”, hat die typisch italienische Mutter, deren Rolle sich nicht geändert hat. Sie ist diejenige, die ihrem Sohn auch mitten in der Nacht Pasta kocht und die Augen vor der Wahrheit verschließt. Die Erklärung ihres Sohnes, er arbeite nachts, reicht ihr völlig aus, was er genau tut, will sie nicht wissen. Die Beziehung der beiden scheint fast libidinös besetzt. „ Ich will bei ihm sein ”, sagt die Mutter als die Freunde ihr bei einem nächtlichen Besuch raten, sich wieder hinzulegen. Sie rät Tommy, sich endlich ein Mädchen zu nehmen, doch ist ihr ihre Erleichterung anzumerken als dieser ihr, sie küssend, antwortet:

„ Ich liebe dich, ich will bei dir sein. ”

Die Respektsbekundung scheint nur auf die italienische Mutter beschränkt zu sein. Als Henries Schwiegermutter ihn aufgrund seines Verhaltens zurechtweist, hat er nichts weiter als Spott für sie übrig, während er gegenüber der von Tommy als höflicher junger Mann erweist.

- Miezen

Auch das Verhältnis zu den „Miezen” hat sich ein wenig geändert. Sie sind fester Bestandteil des alltäglichen Lebens( „ Freitag abend gehörte immer den Freundinnen ”) , ohne daß jedoch ihr käuflicher und „einfacher” Charakter verlorengeht : „Alles, was ich zu tun hatte, war, ihr hin und wieder zu sagen, daß ich sie liebte.”(Henry über Sandy)

Henry hat eine feste Geliebte, der er sogar eine Wohnung nahe seines Hauses einrichtet, um viel bei ihr sein zu können. Schon die Bezeichnung „Freundin” weist auf ein wenig mehr Respekt gegenüber diesen Mädchen hin.

- Frauen

Die Frau zum Heiraten ist Karen. Neu ist, daß sie zusammen mit Henry den Film kommentiert und dem Zuschauer so die Möglichkeit gegeben wird, die Mafia auch aus der Sicht einer Frau zu erleben.

Sie erfüllt das Klischee der Frau, die sich von dem Imponiergehabe und der Macht eines Mannes wie auch von der „Stärke”, die von Gewalt ausgeht, angezogen fühlt: „ Es erregte mich ” , erzählt sie, als Henry ihr einen Revolver in die Hand drückt und bewundert ihn: „Ein junger Mann mit derartigen Beziehungen...”

Es macht sie stolz, wenn ihr Gatte loszieht, „ und Kopf und Kragen riskiert, nur um uns die kleinen Extras zu verschaffen. ” Karen beugt sich der patrarchalischen „Pflicht der Frau” und kümmert sich um die Kinder und den Haushalt, doch scheint es zunächst so, als würden sie trotzdem Welten von den Ehefrauen der anderen Mitglieder, die zu primitiven Hausfrauen verkommen sind, trennen:

Sie hatten schlechte Haut und trugen zuviel Make-Up...Das Zeug, was sie trugen, war billig und zusammengew ürfelt. Sie redeten dar über, wie verdorben ihre Kinder waren und sie sie mit Besenstielen und Lederg ürteln verpr ügelten.”

Hier wird deutlich, was aus den einstigen „Mädchen zum Heiraten”, den braven Jungfrauen, wird. Mit dem Bestrafen der Kinder haben diese bereits eine gewisse Männerrolle eingenommen. Karen ähnelt mit der Zeit ebenfalls immer mehr diesem Bild, zudem nimmt sie Drogen und schlägt somit schon die Brücke zu Ginge rin „ Casino ”.

Die „Gefahr der Frau” ist auch hier ein Thema. Karen sorgt im Haus von Henries Geliebten Janice für gehörige Unruhe und wird von Pauly als „ höchst gefährlich ” eingestuft, als sie sich bei ihm über das Verhältnis ihres Mannes beschwert. „ Wir kö nnen keine Unruhe brauchen(...) eine Scheidung ist unmöglich”, warnt der Oberboss.

Henries Glaube „ Sie war bei den Kindern und stellte sowieso nie irgendwelche Fragen ” erweist sich als Trugschluß.

Der Frau ist folglich die Macht gegeben, die Welt der Männer, das Geschäft, zu (zer)stören. Da das Geschäft eng mit dem Verständnis von Männlicheit zusammenhängt, ist es im erweiterten Sinne also auch die Macht der „Entmännlichung”. Somit ist sie diejenige, die am längeren Hebel sitzt. Henry muß die Beziehung zu Janice aufgeben, Karen ist am Ende die Siegerin. Und Henry kann nicht ohne sie. Als es um das Zeugenschutzprogramm geht, macht er ihr das klar: „ Ich kann das nicht ohne dich, auf keinen Fall mach ´ ich`s allein. ” Hier wird anschaulich, daß der Mann die Familie bzw. die Frau nicht nur zur Bestätigung seiner Suprematie (siehe Kap.I) , sondern auch als emotionalen Rückhalt benötigt.

VI. CASINO

1. MÄNNER / MÄNNERWELT

In „ Casino” erfährt die Verbindung von Männlichkeit und Macht eine scharfe Intensivierung. Es geht nicht mehr nur darum „jemand” zu sein, es geht darum, zu beherrschen. Macht wird bei den Figuren mit Maskulinität gleichgesetzt. Dabei wird erstmals ethnisch, zwischen dem „Juden” Samuel Rothstein und dem „Italiener” Nicky Santoro, unterschieden.

Letzerer steht für die Art von Männlichkeit, die bereits Tommy in „ Goodfellas” an den Tag legt. Er ist ein schmieriger Mafioso, klein und dicklich, auf den die Beschreibung eines New Yorker Journalisten über solche Leute passen würde: „ Würden diese Typen nicht Leute umlegen, könnten sie glatt als Komödianten durchgehen. ” 55 Im Gegensatz zu Tommy hat er jedoch die Komplexe, die die Männlichkeit betreffen, abgelegt. Er braucht nicht mehr die Gruppe, die über seine „Heldengeschichten” lacht. „ Nicky sorgt für sich selbst”, bestätigt Ace. Er möchte die Macht über die Stadt, er möchte sie beherrschen und das möglichst schnell. Je mehr Angst die Leute vor ihm haben, desto mächtiger (und männlicher) fühlt er sich. Sein Mittel heißt Gewalt und das in all ihren Formen. So schafft er es, sich in kürzester Zeit Respekt zu verschaffen. Er gleicht J.R.s („ Who`s that knocking... ” ) Beschreibung von Lee Marvin („ Er ist der mieseste Böse(...)”), und auch Ace sieht die Verbindung : „ Für Nicky was Las Vegas eine neue Auflage des Wilden Westens. ”

Santoro ist kein Verlierer. Wie bereits in den vorangegangenen Kapiteln angesprochen, kompensiert Nicky die Machtlosigkeit des Verlierens mit Aggression. Als er ins Sams Casino eine Pechsträhne hat, wird er wütend und macht die Angestellten dafür verantwortlich. Ganz nach „Mafiosimanier” kann er die Finger nicht von den Prostituierten lassen, selbst die Frau seines „besten” Freundes läßt er nicht aus. Nickys Selbstbewußtsein erklärt sich aus seiner Überzeugung, für alle der Beschützer zu sein. Das läßt die anderen schwach erscheinen. Selbst Sams Karriere führt er auf seine Leistung zurück: „ Mit mir als Beschützer machte Ace ein Vermögen für die Bosse. ” Als dieser ihn bittet, die Stadt zu verlassen, macht er seinem ehemaligen Freund klar, welche wichtige Rolle er spielt: „ Du willst, daßich aus meiner Stadt

abhaue? Ich hab`dir dein Casino ermöglicht!(...) Was wärst du ohne mich(...)mieses kleines Arschloch! ” Obwohl er einige Regeln der Mafia mitterweile mißachtet (Ace: „ Nicky hatte aufgehört, wegen jeder Kleinigkeit zu Hause nachzufragen ”), die der Omerà , geht für ihn noch immer mit Männlichkeit einher. Über den Iren, den er foltert, sagt er: „ Der Scheißkerl nötigte mir Bewunderung ab, der Hurensohn war nicht kleinzukriegen.” Auch der Grundsatz des Patriarchats (siehe Kap.I.), nach dem ein Mann imstande sein muß, für seine Familie zu sorgen, ist für ihn noch von Gültikeit. Einem Spieler, der alles verloren hat, gibt er Geld für dessen Frau und Kinder und er macht ihm klar, daß er für seine Familie zu sorgen hat: „ Und du willst ein Mann sein?...Zwei kleine Kinder zu Hause,...deine Frau ruft an und sagt, daßder Strom abgestellt ist! ” Sein Familiensinn bzw. der liebevolle Umgang mit seinem Sohn steht im Gegensatz zu seiner Brutalität und erweckt die Ambivalenz zwischen Zu-und Abneigung gegenüber dieser Figur. „ Ich möchte das emotionale Einfühlungsvermögen der Zuschauer für bestimmte Figuren aufrütteln, die normalerweise als Schurken betrachtet werden ”,56 äußert sich Scorsese hierzu.

Sam Rothstein, dem „typischen” Juden, mit dem „Riecher für`s Geld”, geht es um die Macht des erfolgreichen Geschäftsmannes, um die Macht es Geldes. Er hat kein Interesse daran, daß die Menschen vor Schreck erstarren, wenn sie seinen Namen hören. Sam verkörpert vielmehr die Art von Männern, die ihr Selbstbewußtsein auf ihre berufliche Leistung zurückführen und ein geradezu libidinöses Verhältnis zu ihrer Beschäftigung entwickeln (Workoholics). „ Ace nahm das alles so ernst, daßer wohl nie dazu kam, das alles zu genießen. ” Ace glaubt, mit Geld alles kaufen zu können, selbst Liebe. Je mehr er besitzt, desto mehr steigt sein Selbstvertrauen. Daß das Geld für ihn eng mit seiner (männlichen) Ehre verbunden ist, zeigt sich in dem Gespräch mit Ginger, nach deren Rückkehr von der mißlungenen Entführung. Immer wieder fragt er, was genau sie Lester von 25 000 Dollar gekauft habe. Dabei geht es ihm nicht um den Wert, sondern um die Tatsache, daß es sein Geld war, daß sie für seinen Rivalen ausgegeben hat : „ Dieser miese Penner hat bestimmt seinen Spaßgehabt (...) Da hättest Du ja gleich mit ihm ficken können !”

Die letzte Bemerkung weist eindeutig darauf hin, daß sexuelle Untreue seiner Frau für ihn den gleichen Stellenwert wie ihre Mißachtung seines Besitzes hat. Ob sein Besitz in Form des Geldes oder in Form seiner Frau „fremdgeht” ist für ihn das Gleiche.

Scorsese zeigt deutlich, daß einem Mann wie Ace, der aufgrund seines Erfolges in seiner Männlichkeit täglich bestätigt wird, trotzdem etwas fehlt: Das Gefühl, geliebt zu werden. Er demonstriert, wie sich der Realist Rothstein in die Phantasiewelt des trauten Heims flüchtet und versucht, diese mittels des Geldes aufrechtzuerhalten. Einen ironischen Beigeschmack verleiht die Szene, in der sich Sam mit dem Polizisten unterhält, der nach dem Streit im Garten auf Ginger wartet. Der Mann, der in der gesellschaftlichen Rangliste ganz unten rangiert, erzählt Ace: „ Uns geht es gut. Wir sind alle gesund, meine Frau ist wieder schwanger. Ich freu` mich auf das Baby. ” Der Polizist hat genau das, wovon Rothstein immer geträumt hat: Das traute Familienglück.

Sam verkörperts das Bild eines Narzißten, den der nach Dr.Thomaß Krauß ein Mensch ist, dessen Gedanken nur um das eigene ICH kreisen und für den die anderen Menschen (oft) nur Objekte zur eigenen Bedürfnisbefriedigung darstellen. Die Haltung des Selbstverliebtseins geht einher mit der Unfähigkeit zur wirklichen Liebe. Narzißten drücken ihre Zuneigung häufig über Geschenke aus, emotionale Gesten sind ihnen fremd.57

Die „typische” Welt der Männer, die Bar, ist dem Casino gewichen. Die kaputten Spieler ersetzen die einsamen Alkoholiker. Den Zweck des Treffpunkts für Pläne, Gespräche oder einfach nur zum „Abhängen” erfüllt die Spielbank allerdings nicht mehr. Da auch Frauen im Casino arbeiten, ist die scharfe Trennung der „Welten” aufgehoben.

Das Trinken hat seinen Stellenwert als solchen verloren und ist nicht nur dem männlichen Geschlecht vorbehalten. In diesem Film ist es die Frau, Ginger, die Alkohol in großen Mengen konsumiert, wobei die zerstörerische Wirkung der Droge im Vordergrund steht.

Die männliche Initiation in der Konstellation von Nicky und Ace gilt nicht mehr im tradtionellem Sinn. Nicky wird zwar offiziell von den Bossen als Sams „Beschützer” nach Las Vegas geschickt, doch soll er nicht ihn beschützen, sondern das Geschäft. Sam ist bereits ein Profi und muß nicht in dessen Regeln eingeführt werden.

Zwar existieren auch hier homosoziale Räume, doch nicht mehr in Form von freundschaftlichen Cliquen, die die Möglichkeit des Ausgelassenseins bieten, wie es in den Werken davor der Fall ist. Es sind reine Geschäftsbeziehungen. Die Freundschaft von Nicky und Ace, die zunächst auf einen solchen Raum hinweist, geht schnell in die Brüche und verdeutlicht, daß Macht und Geld stärker sind.

Neu ist, daß die Männer nun auch in die Domäne der Kindererziehung eingedrungen sind. Jennifer ist nie zusammen mit ihren Kind zu sehen, während Nicky seinen Sohn zu Baseballspielen begleitet, ihm jeden Morgen das Frühstück macht und ihm gleichzeitig die Regeln eines gesunden Lebenswamdels beibringt. Jedoch könnte man in diesem Zusammenhang auch auf die in Kap. 1 erwähnte These der Vaterschaft von Dr. Krauß verweisen, die sich hier ein wenig zu bestätigen scheint:

Ein Kind ist des Mannes Stolz, nicht ohne Grund trägt Nickys Sohn seinen Namen.

Ginger erklärt er: „ Du kannst nicht einem Mann das einzige Kind wegnehmen, das geht nicht! ”

2. FRAUEN

- Mütter

Die Rolle der italienischen Mutter scheint die einzige Konstante zu sein. Die Bemerkung Nickys, daß die Mutter einer der Bosse immer für alle kochte, macht klar, daß sich nichts geändert hat. Die Mutter ist immer noch diejenige, die, ganz gleich, wie alt ihr Sohn auch sein mag, sich um sein Wohl sorgt oder aber, es nicht aufgibt, wie im Fall von Piscanos Mutter, ihren Sohn zu erziehen.

- Miezen und Frauen

Die scharfe Trennung von „Miezen” und „Ehefrauen” spielt in diesem Film keine große Rolle mehr. Zwar führt Nicky als Italiener das „typische” Doppelleben, in dem er sich regelmäßig von Prostituierten „verwöhnen” läßt, doch gilt in diesem Film Ginger die Aufmerksamkeit, in der sich gleich mehrere Frauentypen vereinen: Die „Mieze”, die emanzipierte Geschäftsfrau, die „Klischeefrau”, die Sorgende und die Schwache. Gingers Profession ist „Mieze”, jedoch gleicht sie nicht mehr den Mädchen aus „ Who`s that knocking... ” oder „ Mean streets ”, die man von der Straße holt, um sich für kurze Zeit mit ihnen zu amüsieren. Die „Mieze” Ginger wird als Geschäftsfrau eingeführt und somit kommt der Prostitution zum ersten Mal die Bezeichnung „Arbeit” zu, der Respekt entgegengebracht wird: „ Sie war das (...) geachteste Callgirl in der Stadt (...)sie hatte alles unter Kontrolle (...) und sie kannte die Regeln ihres Jobs. Sie wußte, wie man mit den Leuten umgeht ” erkennt Ace an und nennt es „ cleve r”, wenn sie Spieler tagelang wachhält, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Ehe mit Ace ist für sie ein klarer Deal. Neben dem Aspekt der Geschäftsfrau schwingt hier allerdings auch Eigenschaften einer „typischen” Frau mit, die sich vom Reichtum des Mannes blenden läßt, Schmuck und Pelzmäntel liebt und den Einfluß ihres Gatten ausnutzt: „ Ich habe ihm gesagt, ich bin Mrs. Sam Rothstein ” , erklärt sie Jennifer die Entscheidung des Kellners, sie an einen besseren Tisch zu setzen. So unabhängig sie nach außen erscheint, von Lester, ihrem ehemaligen Liebhaber und Zuhälter, der sie schamlos ausnutzt, kommt sie nicht los: „ Du kannst mir nicht verbieten, für ihn zu sorgen ”, beschimpft sie Ace. Sie entwickelt für Lester eine Art Mutterinstinkt, der ihr für die eigenen Tochter zu fehlen scheint. Der Zuhälter kann sich Gingers Liebe sicher sein, ganz gleich, was er tut. Sie ist jederzeit für ihn da.

Während sie Amy ans Bett fesselt, kann sie es nicht ertragen, zuzusehen, wie Lester Gewalt angetan wird. Um ein neues Leben mit ihm anzufangen, wäre Ginger sogar bereit, sich ihr Gesicht operieren zu lassen.

Gingers zunehmender Alkohol-und Kokainkonsum und ihre Tablettensucht weisen auf ihre Labilität hin. Es wird klar, daß ihr die materielle Zuwendung allein nicht reicht: „ Ich bin ihm scheißegal ” , weint sie bei Nicky über Ace. Dessen Bemerkung, sie sei ihm schließlich über eine Millionen Dollar wert, was seine Liebe zu Genüge beweise, bestätigt die These von Francesca Cancian: ” Women prefer emotional closeness and verbal expression, men prefer giving instrumental help and Sex. ” 58 Nicky erkennt jedoch, was Ginger möchte und bietet sich als ihr neuer Beschützer an. Bei ihm und auch bei den Polizisten, die sie später zur Bank begleiten, bedankt sie sich weinend: „ Danke-Sie waren so nett zu mir. ” Ginger ist an diesem Punkt weit enfernt von der unabhängigen Geschäftsfrau. Und genau wie bei der Figur von Nicky schafft Scorsese auch bei ihr die Ambilvalenz von Zu-und Abneigung und auch Mitleid. Zuneigung empfindet man zu Beginn aufgrund ihres einnehmenden Wesens, Abneigung, weil sie es fertigbringt, ihr eigenes Kind ans Bett zu fesseln und sie als Schachfigur zu benutzen, um Lösegeld zu erpressen. Am Ende empfindet man nur noch Mitleid für ihre Person. Sie erscheint als die Schwache, indem sie ihm jedoch das verwehrt, was ihm in seinem „Besitz” und somit zur Vervollständigung seiner „Männlichkeit” noch fehlt, das traute Familienglück, hat sie es doch auf gewisse Weise geschafft, auch Rothstein zu „entmännlichen”.

Sam zieht wütend Bilanz : „ Einmal eine Hure, immer eine Hure! ”

Ob dies jedoch auch die Moral repräsentiert, die Scorsese dem Zuschauer auf den Weg geben möchte, bleibt fraglich.

SCHLUßWORT

Zusammenfassend kann man sagen, daß die männlichen Figuren bei Scorsese ihre Geschlechtlichkeit auf ein Verhalten zurückführen, was auch von Männern unserer Kultur als eher „maskulin” angesehen wird (übermäßiger Alkoholkonsum, physische Gewalt und Aggression, Gebrauch derber Ausdrücke, die Inanspruchnahme des käuflichen Gewerbes, Frequentation von Bars etc.). Die Wandlung, die die Männlichkeit in den Filmen erfährt, könnte man in einfacher Weise so beschreiben: Die Straßenbengel sind erwachsen geworden. Das hat jedoch eine eher negative Bedeutung. Aus den einstigen „Männerfreundschaften” wie sie noch in „ Who`s that knocking on my door ” existieren, sind „ Nutzfreundschaften ” geworden, die jederzeit in Feindschaft umschlagen können. Immer mehr mischt sich das patriarchalische Männlichkeitsbild mit dem der Mafia, das den Mann nur dann als „männlich” ansieht, wenn er deren Regeln befolgt.

Die Welt der Jungen, die der Straße, ist der des knallharten Geschäfts gewichen, bei dem es alleine um Macht und Geld geht. Besitz und Einfluß kommt Männlichkeit gleich. Am Ende regiert die paranoide Weltvorstellung des Narzißten: „ Die Innenwelt des Paranoikers kreist um das Thema Allmacht/Ohnmacht, er will auf der Seite des ewigen Siegers sein. Er mordet vorausschauend(...), um nicht selbst gemordet zu werden. ” 59

Der Soziologe Dr. Thomas Krauß schreibt diese vor allem den italienischen Mafiamitgliedern zu. Schuld daran ist seiner Meinung nach die Kultur, die eitle, stolze, gefühlskalte Egomanen „heranzüchtet”, die sich gegenseitig im Weg stehen und sich deshalb töten müssen . 60 Zwar ist diese Haltung in den Filmen Scorseses nicht nur den Italienern zugeschrieben, doch sie scheinen die schärfste Ausprägung ihrer an den Tag zu legen.

Wenn man bedenkt, daß es immer sie sind, die am Ende sterben, während Iren und Juden überleben, bestätigt sich diese These. Auch Henry macht den ethnischen Unterschied klar. Er kommentiert Tommys Tod folgendermaßen: „ Wir mußten (...) es hinnehmen, das machten die Italiener unter sich aus. ”

Gewalt und Macht werden jedoch nicht nur rein männlich konnotiert. Es gilt, hierbei zwischen physisch und psychisch zu unterscheiden. Letzeres wird den Frauen zugeschrieben. Scorsese beschreibt die Macht, die sie besitzen, einen Mann jeder Zeit zu „entmännlichen”, sei es, indem sie sein Verhalten entwerten, das er als ein „maskulines” beurteilt oder das zerstören, worauf er sein männliches (Selbst-)Bewußtsein baut, in diesem Fall das Geschäft. Diese Demütigung ist „ schlimmer als körperlicher Schmerz ”.61 Das Bild der Frau bei Scorsese, das oberflächlich zunächst einem rein patriarchalischem gleicht, (die Frau als „Schwache”, über die man verfügen kann) erhält somit einen ungewöhnlichen Aspekt.

Allerdings läßt Scorsese auch erkennen, daß sich die strengen Grenzen zwischen „weiblich” und „männlich” langsam verwischen. Die Männer übernehmen „weibliche” Aufgaben wie Kindererziehung oder die Zubereitung des Essen und definieren somit Männlichkeit neu. Obwohl sich die Italiener damit an die Sitten (und die „Moderne”) anderer Kulturen ein wenig anpassen, wird doch deutlich, daß die Tradtion des Patriarchats, auf der sich auch letztendlich die Regeln der Mafia aufbauen, stark in ihnen verankert ist und sich somit wie ein roter Faden durch die Filme von Scorsese ziehen.

Scorsese selbst sagt darüber:

” Because you left it (Italian American background) behind doesn`t mean you don`t have it. You have an affinity to it, and very often you have a love of it, too. ” 62

Daß das Bild des Italoamerikaners bzw. Mafiosi, was Scorsese in seinen Filmen entwirft, ein sehr authentisches ist, an dem sich bis heute nichts geändert hat, bestätigte ein 22 jähriger Sohn italienischer Einwanderer in New York letztes Jahr im August:

” (...)As I grew older I learned the way the world really worked(...)I learned the true way of my family(...)Everything can be bought or gotten to. Anyone can be reached or pressured or coerced or bought. People die for a few dollars. And the beauty of all this is that very little of it is personal, but rahter it is all in the name of business(...)I love the dance the beast dances in its dreams while everyone perceives it to be sleeping. I LIVE FOR THIS (...)I ´ ve had the best teachers, and the sessions have taken place at every family function In many ways I lack what others call morals...and I don ´ t care(...)Those rules others live by do not apply to me I have my own religion, my own beliefs...I ´ ve lied, stolen, cheated, exploited, threatened, pressured, tricked and coerced...and I ´ m mot ashamed of it, in fact I ´ m proud. This is the real me. ” 63

LITERATUR

Gottschalch, Wilfried: Männlichkeit und Gewalt. Eine psychoanalytisch und historisch soziologische Reise in die Abgründe der Männlichkeit. Juventa Verlag, München 1997

Hohensinner, Hannelore Gude : Die Genoveses. Eine Familie, die Angst zu Geld gemacht hat. Europa Verlag GmbH, München Wien 1998

Kliez, Edith: Ich, die Frau des Paten. Als Deutsche in der Mafia.Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 1998

Meuser, Michael: Männlichkeit und Geschlecht. Soziologische Theorie und kulturelle Deutungsmuster, Leske + Budrich, Opladen 1998

Scorsese, Martin: Scorsese über Scorsese. Verlag der Autoren, Frankfurt a.M., 1996

QUELLENVERZEICHNIS

[...]


1 )2 ) Simmel , Georg: Schriften zuru Philosophie der Geschlechter, Ffm 1985, S. 204/205 in: Meuser, S.36

3 ) Scorsese, S. 57

4 ) Petacco. Arrigio: Joe Petrosino, New York 1974, S.16 in: Hohensinner, S. 22

5 ) Sorsese, S.25

6 ) Joseph Valachi vor dem Mc-Clellan-Hearing. Subcomittee of Investigations, Organized Crime and Ilicit Traffic in Narcotics, Washington 1963, Teil I, S. 156 in: Hohensinner, S. 75

7 ) Hohensinner, S. 25

8 ) Gosch/Hammer: The Last Temptatio of Lucky Luciano, S. 74 in: Hohensinner, S.161

9 ) Bly, Robert: Eisenhans. Ein Buch über Männer. München 1991 in: Meuser, S. 159

10 )11 ) New York Times, 24. November 1909 in: Hohensinner, S.132

12 ) Hess: Mafia, S. 234 in: Hohensinner S.133

13 )14 ) Tönnies, Ferdinand :Gemeinschaft und Gesellschaft, Darmstadt 1979, S. 9f in: Meuser, S. 29

15 ) Dr. Krauß, Thomas: Über Mord und Totschlag in: Kliez, S. 157

16 ) Meuser, S. 100

17 ) Parsons/Bales, Robert F.: Family, Socialization and Ineraction Process, London 1955, S.56 in: Meuser, S. 55

18 ) Meuser, S.198

19 ) Meuser, S. 267

20 ) Scorsese, S. 33

21 ) Meuser, S. 283

22) Meuser, S. 208

23) Meuser, S. 208

24) Meuser, S. 201

25) Meuser, S. 207

26 ) Conell, R.W.: Gender and Power. Society, the Person and Sexual Polititcs, Cambridge 1987, S. 109 in: Meuser, S. 98

27 ) Meuser, S. 220

28 ) Meuser, S. 220

29 ) Kestenberg, J.: Außen und Innen. Teil I, Jahrbuch der Psychoanalyse.Psyche in: Gottschalch, S. 35

30 ) Gottschalch, S. 29

31 )32 )Meuser, S. 286

33) Meuser, S. 101

34) Meuser, S. 87

35 )36 ) Gottschalch, S. 73ff

37) Scorsese, S. 55

38 ) Gottschalch, S. 91

39 ) Simmel, Georg: Schriften zur Philosophie der Geschlechter, Ffm 1985 in: Meuser, S. 32

40 )41 ) Meuser, S. 299

42 ) Meuser, S. 188

43 ) Meuser, S. 202

44 )45 ) Meuser, S. 209

46 ) Lantos, B.: The Generetic Derivation of Aggression wtih Reference to Sublimation and Neutralisation. Int. J. Psycho-Anal. S. 39 in: Gottschalch, S. 41

47 48 ) Scorsese, S. 79

49 ) Meuser, S. 221

50 ) Meuser, S. 273

51 ) Meuser, S. 240

52) Meuser, S. 284

53 ) Wieck, Wilfried: Männer lassen lieben. Ffm 1990, S. 147 in: Meuser, S. 137

54 ) Zion: The Story of American Mob, S. 143 in: Hohensinner, S. 388

55 ) New York Post, 3. Juli 1197 in: Hohensinner, S. 402

56 ) Scorsese, S. 286

57 ) Dr. Krauß, Thomas: Über Mord und Totschlag in: Kliez, S. 157

58 ) Cancian, Francesca : Gender Polititcs: Love and Power in Private and Public Spheres in: Rossi, A.S.:Gender in the Lige Course, New York, S. 253ff in: Meuser, S. 86

59 )60 ) Dr. Krauß, Thomas: Über Mord und Totschlag in: Kliez, S. 159

61 ) Gottschalch, S. 20

62 ) Rolling Stone, 1. November, 1990 aus: http://godamongdirectors.com

63 ) Internetseite: http://godamongdirectors.com

42 von 42 Seiten

Details

Titel
Männer/Männlichkeit und die Rolle der Frau in den Filmen von Scorsese: It`s not just you, Murray; Mean Streets; Goodfellas; Casino
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Autor
Jahr
1998
Seiten
42
Katalognummer
V94709
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Männer/Männlichkeit, Rolle, Frau, Filmen, Scorsese, It`s, Murray, Mean, Streets, Goodfellas, Casino
Arbeit zitieren
Dani Wolf (Autor), 1998, Männer/Männlichkeit und die Rolle der Frau in den Filmen von Scorsese: It`s not just you, Murray; Mean Streets; Goodfellas; Casino, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94709

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