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Hans Sachs' "Das Kälberbrüten" und dessen didaktische Funktion. Die Darstellung von Frau, Mann und Ehe im spätmittelalterlichen Fastnachtspiel

Title: Hans Sachs' "Das Kälberbrüten" und dessen didaktische Funktion. Die Darstellung von Frau, Mann und Ehe im spätmittelalterlichen Fastnachtspiel

Term Paper , 2016 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kevin Robert Müller (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Diese Arbeit widmet sich dem Fastnachtspiel "Das Kälberbrüten" von Hans Sachs, welches in der Mitte des 16. Jahrhunderts erschien. Anhand dieses Beispiels karnevalesker, theatralischer Aufführungskunst soll veranschaulicht werden, auf welche Weise Frauen und Männerrollen im ehelichen Kontext in Fastnachtspielen des ausgehenden Mittelalters dargeboten wurden und welche didaktischen Zwecke im Falle dieses Beispiels dabei im Hintergrund wirksam waren.

Hierfür wird zunächst die Gattung des spätmittelalterlichen beziehungsweise frühneuzeitlichen Fastnachtspiels im Allgemeinen betrachtet und diskutiert, worin sich dieses von anderen, möglicherweise kontextuell verwandten Genrebezeichnungen unterscheidet. Im gleichen Zug wird der bisherige Forschungsstand umrissen. Anschließend wird der Primärtext von Hans Sachs vorgestellt und zur genaueren Untersuchung herangezogen.

Darauf folgt eine Darstellung von Ehemann und -frau in "Das Kälberbrüten", bei welcher die charakteristischen Motive im Fokus stehen. Hierbei wird zum einen auf das Motiv der Verkehrung eingegangen und die didaktische Funktion des Kälberbrütens erläutert. Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, welche Schlüsse die Untersuchung über Didaktik und Intentionalität des vorgestellten Fastnachtspieles ziehen lässt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zu der Gattung des Fastnachtspiels im Allgemeinen und dem Kälberbrüten von Hans Sachs im Speziellen

3. Das Motiv der Verkehrung

4. Die Darstellung von Ehe, -frau und -mann im Kälberbrüten

4.1 Motive der Verkehrung im Kälberbrüten

4.2 Über die didaktische Funktion des Kälberbrütens

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Fastnachtspiel "Das Kälberbrüten" von Hans Sachs mit dem Ziel, die Darstellung von Geschlechterrollen im ehelichen Kontext sowie die didaktischen Funktionen dieser theatralischen Aufführung zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Rollenbilder im spätmittelalterlichen bzw. frühneuzeitlichen Kontext konstruiert wurden und welche Aussagen sich daraus über das zeitgenössische Verständnis von Ehe und gesellschaftlicher Ordnung ableiten lassen.

  • Analyse von Geschlechterrollen im Fastnachtspiel
  • Untersuchung des literarischen Motivs der "Verkehrung"
  • Didaktische Intentionen und moralische Lehren bei Hans Sachs
  • Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit im 16. Jahrhundert
  • Kritische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Ehe- und Gesellschaftsordnung

Auszug aus dem Buch

3. Das Motiv der Verkehrung

„Die Inszenierung einer verkehrten Ordnung steht im Mittelpunkt der Fastnachtspiele, die dazu am häufigsten genutzten Verfahrensweisen sind Parodie, Satire, Hyperbolik und Formen der Sprachkomik.“

Mit Verweis auf Bob Scribner 1984 rückt Ridder im oben stehenden Zitat das beliebte Motiv der Verkehrung in spätmittelalterlichen bzw. frühneuzeitlichen Fastnachtspielen in den Fokus. Die aufgeführten Spiele zur Fastnacht fand statt als Spektakel, „in der Regel nicht in geordneten Bahnen verläuft, sondern die ganze Stadt in seinen Rhythmus der lärmenden Verkehrung, der körperlichen Entgrenzung und demonstrativen Unordnung“ zieht. Dabei ist stets strittig geblieben, ob diese von der Obrigkeit (der Stadträte bspw.) durchaus kritisierten Veranstaltungen nun zu verstehen sind als vehemente Zeitkritik oder aber als „Negativdidaxe zum Zwecke religiöser Ermahnung und Erbauung“. Selbstverständlich hat eine solche Fragestellung zwangsläufig die akribische Auseinandersetzung mit dem Primärtext zur Folge – es muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Bei Hans Sachs speziell zeigt sich die Verkehrung bei der Darstellung unterschiedlicher Bereiche des Ehelebens. Mit Röcke gesprochen, „inszenieren [die Fastnachtspiele] die 'verkehrte Welt' von Ehebruch und Gewalt, Inversion der häuslichen oder ständischen Ordnung“, was im Besonderen für die Beschäftigung mit dem Kälberbrüten von Interesse sein wird. Das Motiv der Umkehrung oder Verkehrung kann herrschende gesellschaftliche Verhältnisse auf eben etwa parodistische Weise angreifen oder zumindest infrage stellen, gleichzeitig ist aber immer auch eine Lesart denkbar, die über das Verdrehen von z.B. Geschlechterrollen eine affirmative Haltung zum Status quo vertritt. Wie verhält es sich dabei mit Hans Sachs, der in seinen Werken thematisch vor allem dreierlei bedient: „die Stellung der Obrigkeit und ihre Verpflichtungen, das Leben in Ehe, Familie und Gemeinde und die Stärkung des Glaubens“?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Geschlechterrollen in Hans Sachs' Fastnachtspiel "Das Kälberbrüten" ein und umreißt die methodische Herangehensweise sowie den Forschungsstand.

2. Zu der Gattung des Fastnachtspiels im Allgemeinen und dem Kälberbrüten von Hans Sachs im Speziellen: Das Kapitel definiert den Gattungsbegriff des Fastnachtspiels und ordnet das spezifische Werk in seinen historischen sowie literarischen Kontext ein.

3. Das Motiv der Verkehrung: Hier wird das literarische Kernmotiv der Verkehrung theoretisch fundiert und seine Bedeutung für die Inszenierung von sozialer Unordnung innerhalb der Fastnachtstradition erläutert.

4. Die Darstellung von Ehe, -frau und -mann im Kälberbrüten: Das Kapitel analysiert die konkrete Rollenverteilung und Geschlechterdynamik im untersuchten Werk sowie die didaktischen Absichten des Autors.

4.1 Motive der Verkehrung im Kälberbrüten: Eine detaillierte Untersuchung der spezifischen Umkehrungen innerhalb der ehelichen Hierarchien und Aufgabenverteilungen im Stück.

4.2 Über die didaktische Funktion des Kälberbrütens: Dieses Unterkapitel beleuchtet die pädagogische und moralische Intention des Autors, der gesellschaftliche Normen mittels parodistischer Darstellung festigen wollte.

5. Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass die Verkehrung im Stück dazu dient, die traditionelle Ordnung durch Abschreckung zu stützen, anstatt gesellschaftlichen Fortschritt zu propagieren.

Schlüsselwörter

Hans Sachs, Kälberbrüten, Fastnachtspiel, Geschlechterrollen, Eheleben, Verkehrung, Spätmittelalter, Frühe Neuzeit, Didaktik, Rollenverteilung, Gesellschaftsordnung, Literaturanalyse, Patriarchat, Genderforschung, Moral

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie Hans Sachs in seinem Fastnachtspiel "Das Kälberbrüten" Geschlechterrollen und Ehekonzepte darstellt und welche didaktischen Ziele er damit verfolgt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen der Geschlechterdiskurs im 16. Jahrhundert, die literarische Gattung des Fastnachtspiels und das Motiv der verkehrten Welt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu analysieren, ob die parodistische Darstellung von Ehekonflikten eine Kritik an der Geschlechterhierarchie darstellt oder ob sie der Stabilisierung traditioneller Werte dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung des historischen Forschungskontextes zur germanistischen Mediävistik angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Gattung, die Analyse des Verkehrungsmotivs und die Untersuchung der konkreten Rollenverteilung im "Kälberbrüten" inklusive der pädagogischen Funktion des Textes.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Verkehrung, Geschlechterrollen, Didaktik, Eheleben, Fastnachtspiel und die Analyse von Machtstrukturen im frühneuzeitlichen Kontext.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Kälberbrütens" als Mittel zur Zeitkritik?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Stück eher zur Festigung bestehender patriarchalisch geprägter Ordnungen dient, als den Wunsch nach Emanzipation auszudrücken.

Warum spielt das Motiv der "verkehrten Welt" eine so zentrale Rolle bei Hans Sachs?

Das Motiv dient als "Negativdidaxe", um dem Publikum durch die drastische Darstellung von Fehlverhalten die Konsequenzen eines Abweichens von der moralischen und gesellschaftlichen Norm vor Augen zu führen.

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Details

Title
Hans Sachs' "Das Kälberbrüten" und dessen didaktische Funktion. Die Darstellung von Frau, Mann und Ehe im spätmittelalterlichen Fastnachtspiel
College
University of Hamburg
Grade
1,7
Author
Kevin Robert Müller (Author)
Publication Year
2016
Pages
16
Catalog Number
V947178
ISBN (eBook)
9783346287816
ISBN (Book)
9783346287823
Language
German
Tags
hans sachs kälberbrüten funktion darstellung frau mann fastnachtspiel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kevin Robert Müller (Author), 2016, Hans Sachs' "Das Kälberbrüten" und dessen didaktische Funktion. Die Darstellung von Frau, Mann und Ehe im spätmittelalterlichen Fastnachtspiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/947178
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