Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Textsorte Buchkritik beziehungsweise der journalistischen Buchrezension. Die Tatsache, dass eine Fixierung auf eine der beiden Bezeichnungen vermieden wird, zeigt auf, dass bei der schieren Definition der Textsorte, die die textuelle Kritik eines Buches umrahmt, Schwierigkeiten zu Tage treten. Der vorrangige Untersuchungsschwerpunkt liegt demnach in der Frage, inwiefern sich Beispiele der erwähnten Textsorte(n) innerhalb unterschiedlicher Medien in ihren Funktionen, Merkmalen und weiteren Charakteristika qualitativ unterscheiden.
Hierfür werden zunächst nach der Klärung des Textsortenbegriffs die verschiedenen Textbeispiele vorgestellt und anschließend nach unterschiedlichen Methoden analysiert. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Erfüllung von Funktionen der Literaturkritik. Abschließend folgen eine Sichtung und Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse.
Für die Beispielanalyse wurden drei Beispiele ausgewählt, anhand derer untersucht wird, worin genau sich verschiedene Rezensionen von Büchern unterscheiden. Die Beispiele behandeln, um eine gewisse Vergleichbarkeit zu gewährleisten, die gleichen belletristischen Werke, welche daher also aus ein- und demselben Genre stammen. Ihre Rezensionen sind zu vergleichbaren Zeitpunkten entstanden. Die Plattformen ihres Erscheinens sind die "BILD-Zeitung", die Tageszeitung "Süddeutsche Zeitung" und das Literaturmagazin "Glanz & Elend".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
3. Methoden und Wahl der Untersuchungsgegenstände in Literaturzeitschrift, Boulevard- und Qualitätszeitung
4. Analyse der Kritiken zu Ken Folletts „Sturz der Titanen“ in Bild-Zeitung, Süddeutsche und dem Literaturmagazin Glanz & Elend
4.1 Textsortenanalyse der Beispiele
4.2 Zur Kritik der Kritik: Welchen Ansprüchen werden die Kritiken gerecht?
4.3 Weitere Untersuchungen zur qualitativen Einordnung der Beispiele
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die qualitative Wandelbarkeit der Textsorte "journalistische Buchrezension" in Abhängigkeit von verschiedenen Medientypen. Dabei wird analysiert, wie unterschiedlich Rezensionen desselben Werks in einer Boulevardzeitung, einer Qualitätszeitung und einem Literaturmagazin gestaltet sind und welche Funktionen sie im jeweiligen Kontext erfüllen.
- Textsortendefinition und Abgrenzung in der Literaturkritik
- Qualitative Analyse von Buchrezensionen in verschiedenen Medien
- Anwendung des Merkmalskatalogs nach Anz (2004)
- Vergleich von Boulevardjournalismus und Qualitätsjournalismus
- Untersuchung der Funktionen von Rezensionen (Orientierung, Selektion, Didaktik)
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Im Rahmen dieser Hausarbeit gilt es, sich mit der Textsorte Buchkritik, beziehungsweise der journalistischen Buchrezension auseinander zu setzen. Die Tatsache, dass eine Fixierung auf eine der beiden Bezeichnungen hier bereits vermieden wird, zeigt auf, dass bei der schieren Definition der Textsorte, die die textuelle Kritik eines Buches umrahmt, Schwierigkeiten zu Tage treten, die im Mittelpunkt der hier geleisteten Reflexion stehen sollen. Der vorrangige Untersuchungsschwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Frage: Inwiefern unterscheiden sich Beispiele der erwähnten Textsorte(n) innerhalb unterschiedlicher Medien (Literaturzeitschrift, Boulevardzeitung, Qualitäts-Tageszeitung) in ihren Funktionen, Merkmalen und weiteren Charakteristika vor allem qualitativ voneinander? Um dies zu leisten, werden – nach der Klärung des Textsortenbegriffs in (2) – die Textbeispiele vorgestellt (3) und anschließend nach den im Seminar vermittelten Methoden analysiert (4), wobei die Frage nach der Erfüllung von Funktionen der Literaturkritik hier im Mittelpunkt steht. Eine Sichtung und Bewertung möglicher gewonnener Erkenntnisse folgt im Fazit (5).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der journalistischen Buchrezension ein und definiert den Untersuchungsschwerpunkt sowie die methodische Vorgehensweise.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen zur Definition der Textsorte „Buchrezension“ und „Literaturkritik“ erörtert.
3. Methoden und Wahl der Untersuchungsgegenstände in Literaturzeitschrift, Boulevard- und Qualitätszeitung: Hier werden die Kriterien für die Auswahl der drei untersuchten Medientypen dargelegt und die zu analysierenden Rezensionen zum Werk „Sturz der Titanen“ eingeführt.
4. Analyse der Kritiken zu Ken Folletts „Sturz der Titanen“ in Bild-Zeitung, Süddeutsche und dem Literaturmagazin Glanz & Elend: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil, in dem die Rezensionen anhand textlinguistischer und funktionaler Aspekte untersucht werden.
4.1 Textsortenanalyse der Beispiele: Eine detaillierte Untersuchung der formalen und inhaltlichen Merkmale der ausgewählten Rezensionen.
4.2 Zur Kritik der Kritik: Welchen Ansprüchen werden die Kritiken gerecht?: Dieses Kapitel prüft, inwieweit die Rezensionen die von Anz (2004) postulierten Funktionen der Literaturkritik erfüllen.
4.3 Weitere Untersuchungen zur qualitativen Einordnung der Beispiele: Dieser Abschnitt bietet ergänzende qualitative Analysen, unter anderem zur Textlänge und Argumentationsstruktur.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die qualitative Wandelbarkeit der Textsorte in den verschiedenen Medien.
Schlüsselwörter
Journalistische Buchrezension, Literaturkritik, Textsortenanalyse, Boulevardzeitung, Qualitätsjournalismus, Literaturzeitschrift, Ken Follett, Sturz der Titanen, Medienvergleich, Textfunktion, Qualitätsunterschiede, Journalismusforschung, Textlinguistik, Medientheorie, Literaturvermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Textsorte "journalistische Buchrezension" und untersucht, wie sich diese je nach Medium (Boulevard, Qualitätspresse, Literaturmagazin) in ihrer Qualität und Funktion unterscheidet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Definition von Textsorten in der Literaturkritik, der Einfluss des Publikationsmediums auf die Rezension und die praktische Analyse von Kritiken zu Ken Folletts Roman „Sturz der Titanen“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Medien die gleiche Textsorte nutzen und ob qualitative Unterschiede in der Erfüllung literaturkritischer Funktionen feststellbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine textsortenlinguistische Analyse durchgeführt, die durch den Rückgriff auf einen Merkmalskatalog nach Anz (2004) sowie systemtheoretische Ansätze zur Literaturkritik ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die konkrete Analyse der Rezensionen in Bild-Zeitung, Süddeutsche Zeitung und dem Magazin „Glanz & Elend“, die Überprüfung auf Basis spezifischer Funktionen der Literaturkritik sowie einen qualitativen Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Journalistische Buchrezension, Literaturkritik, Medienvergleich, Boulevard- und Qualitätsjournalismus sowie die Analyse von Textfunktionen.
Wie schneidet die „Bild-Zeitung“ im Vergleich zu den anderen Medien ab?
Die Arbeit zeigt, dass die Rezension in der Bild-Zeitung eher informativen oder unterhaltenden Charakter hat und literaturkritische Funktionen, wie die didaktische Vermittlung, nur eingeschränkt oder teils fehlerhaft wahrnimmt.
Warum ist das Medium für die Qualität einer Rezension entscheidend?
Das Medium prägt durch seine Zielgruppe und sein Rollenverständnis (z.B. Massenmedium vs. Fachpublikum) die Art und Tiefe der Auseinandersetzung mit einem literarischen Werk.
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- Kevin Robert Müller (Author), 2014, Literaturkritik und journalistische Buchrezensionen. Die Textsorte(n) und ihre qualitative Wandelbarkeit in Abhängigkeit des Mediums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/947179