Diese Arbeit soll die Unterschiede der wesentlichen Aspekte der GmbH im Vergleich zur Limited herausarbeiten und Gründern die Möglichkeit geben, die für sich passendere Gesellschaftsform auszuwählen. Der Vergleich verläuft dabei auf den Ebenen Gründung, Organe, Gesellschaftsvermögen, Besteuerung und Haftung. Abschließend wird auf die Auswirkungen des Brexits auf die Limiteds in Deutschland eingegangen.
Es ist möglich, die Limited als alternative Gesellschaftsform zu der, in Deutschland am häufigsten gewählten, Gesellschaftsform, der GmbH zu betrachten. Grundlage hierfür war die Grundsatzrechtsprechung des europäischen Gerichtshofs in den Urteilen "Centros", "Überseering" und "Inspire Art", die klarstellten, dass europäische Gesellschaften in allen Ländern der Europäischen Union wegen ihrer Niederlassungsfreiheit anzuerkennen sind. Die britische Limited wirbt mit den wichtigsten Faktoren für den Mittelstand: eine schnelle und einfache Gründung, eine Haftungsbeschränkung und ein geringes Gründungskapital.
Wie viele Limiteds es derzeit in Deutschland gibt, ist schwierig zu beziffern. Das englische Handelsregister, das Companies House, erfasst, die dort registrierten, Gründungen nicht nach der Staatangehörigkeit der Gründer und deren Absichten. Aus deutscher Sicht lässt sich auch keine genaue Zahl ermitteln, da nicht davon auszugehen ist, dass alle in Deutschland tätigen Limiteds eine deutsche Zweigniederlassung oder Betriebsstätte angemeldet haben. Bei einer Abfrage über das gemeinsame Registerportal der Länder erschienen 4.615 Treffer bei der Suchanfrage „Limited“ in der Firma. Weitere 4.129 Treffer ergab die Suchanfrage mit dem Unternehmenszusatz „Ltd.“ Die Anzahl der GmbHs in Deutschland beläuft sich auf 1,15 Millionen und ist damit die häufigste Rechtsform in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick
2.1 Was ist eine GmbH?
2.2 Was ist eine Limited?
3. Gründung
3.1 Gründung einer GmbH
3.2 Gründung einer Limited
4. Organe
4.1 Organe einer GmbH
4.2 Organe einer Limited
5. Gesellschaftsvermögen
5.1 Gesellschaftsvermögen einer GmbH
5.2 Gesellschaftsvermögen einer Limited
6. Steuern
6.1 Besteuerung einer GmbH in Deutschland
6.2 Besteuerung einer Limited in Deutschland
7. Haftung
7.1 Haftung einer GmbH
7.2 Haftung einer Limited
8. Brexit
9. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die wesentlichen rechtlichen und ökonomischen Unterschiede zwischen der deutschen GmbH und der englischen Limited herauszuarbeiten, um Gründern eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Wahl der passenden Gesellschaftsform zu bieten.
- Rechtsvergleich zwischen GmbH und Limited
- Anforderungen an Gründungsprozesse und Stammkapital
- Struktur der Unternehmensführung und Organe
- Steuerrechtliche Aspekte und Haftungsfragen
- Einfluss des Brexits auf die Rechtsform der Limited in Deutschland
Auszug aus dem Buch
3.2 Gründung einer Limited
Die Limited unterliegt dem englischen Recht, welches ebenfalls auf die Gesellschaft anzuwenden ist, wenn der Verwaltungssitz außerhalb des Königreich Großbritannien liegt, bspw. in Deutschland. Die hauptsächliche Rechtsgrundlage der Limited bildet das Companies Act 1985 (CA1985). Eine Limited kann von einer oder mehreren natürlichen oder juristischen Personen gegründet werden. Zur Gründung müssen vier Dokumente zusammen mit dem Registrierungsantrag bei dem Companies House in Cardiff eingereicht werden. Zum einen muss die Satzung der Limited eingereicht werden. Sie besteht aus dem Memorandum of Assoiciation und den Articles of Association. Das Memorandum of Association ist der erste Teil des Gesellschaftervertrages, hierin geregelt sind die Grundlagen und die Regelungen der Außenverhältnisse der Limited, wie die Firma der Gesellschaft, der satzungsmäßige Sitz, der Unternehmenszweck, die Haftungsbeschränkung und das Gesellschaftskapital, sowie dessen Stückelung und eine Liste der Gesellschafter (Shareholder). Die Articles of Association bilden den zweiten Teil des Gesellschaftervertrages, hieraus gehen die Innenverhältnisse der Limited hervor wie Vertragsberechtigung, Gattung der Geschäftsanteile und die Gewinnausschüttung. Wird die Satzung nicht selbst formuliert, gilt die Modelsatzung (Model Articles). Darüber hinaus müssen zur Gründung einer Limited die Formblätter Form 10 und 12 eingereicht werden. Diese können auf der Webseite des Companies House heruntergeladen werden. In dem Formblatt 10 sind die Firma der Gesellschaft, die Anschrift des satzungsmäßigen Sitzes (Registrered Office), sowie die persönlichen Daten des Director und des Secretary anzugeben. Mit dem Formblatt 12 wird eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, die Statutory Declaration of Compliance, dass die Limited nach den Vorgaben des Companies Act gegründet wurde. Den Dokumenten zur Gründung beizulegen ist ein Scheck für die Gründungsgebühr, sie liegt zwischen 20 bis 50 GBP.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Limited als Alternative zur GmbH und Erläuterung der zugrunde liegenden EU-Rechtsprechung.
2. Überblick: Definition und grundlegende Charakteristika der GmbH sowie der Limited als Kapitalgesellschaften.
3. Gründung: Detaillierter Vergleich der Gründungsvoraussetzungen, benötigten Dokumente und Kosten bei GmbH und Limited.
4. Organe: Analyse der internen Struktur und der gesetzlich vorgeschriebenen Führungsorgane beider Rechtsformen.
5. Gesellschaftsvermögen: Gegenüberstellung der Kapitalaufbringung und der Behandlung von Sacheinlagen in beiden Gesellschaftstypen.
6. Steuern: Erläuterung der steuerlichen Behandlung und der Ansässigkeitsregeln für beide Unternehmensformen in Deutschland.
7. Haftung: Prüfung der Haftungsbeschränkungen, Ausnahmen und der persönlichen Verantwortlichkeit der Geschäftsführung.
8. Brexit: Diskussion über die potenziellen Auswirkungen des EU-Austritts Großbritanniens auf die Anerkennung der Limited.
9. Zusammenfassung und Fazit: Zusammenführende Bewertung der Vor- und Nachteile sowie Empfehlung zur individuellen Wahl der Rechtsform.
Schlüsselwörter
GmbH, Limited, Rechtsvergleich, Gesellschaftsrecht, Gründung, Stammkapital, Haftungsbeschränkung, Companies House, Handelsregister, Brexit, Unternehmensführung, Steuern, Gesellschafterversammlung, Director, Kapitalgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit?
Die Hausarbeit vergleicht die deutsche GmbH mit der englischen Limited, um Unterschiede in Gründung, Haftung und Verwaltung aufzuzeigen.
Welche Themenfelder sind zentral?
Im Zentrum stehen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Gründung, die Organstruktur, die steuerliche Behandlung in Deutschland sowie die Haftung der Organe.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Gründern eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, welche Gesellschaftsform für ihr Vorhaben am besten geeignet ist.
Welche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen rechtsvergleichenden Ansatz unter Einbeziehung aktueller Gesetze, Urteile des EuGH und fachspezifischer Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Gründung, Organe, Gesellschaftsvermögen, Steuern und Haftung für beide Rechtsformen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind GmbH, Limited, Haftungsbeschränkung, Rechtsvergleich und Kapitalgesellschaft.
Welchen Einfluss hat der Brexit auf die Limited?
Der Brexit gefährdet die Niederlassungsfreiheit und könnte dazu führen, dass Limiteds in Deutschland zukünftig als Personengesellschaften mit unbeschränkter Haftung eingestuft werden.
Gibt es Unterschiede bei der Kapitalaufbringung?
Ja, während die GmbH ein Stammkapital von 25.000 Euro erfordert, kann die Limited mit bereits 1 GBP gegründet werden, wobei auch Dienstleistungen als Einlage möglich sind.
- Quote paper
- Cindy Larsen (Author), 2020, Rechtsvergleich der englischen Limited und deutschen GmbH. Gründung, Organe, Besteuerung und Haftung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/947288