Sprachspiele im Ulenspiegel


Seminararbeit, 1999

7 Seiten

Anonym


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Sprachspiele im Ulenspiegel

Wenn man über Hermann Botes Schwankroman ,,Ein kurtzweilig Lesen von Dil Ulenspiegel"schreiben will, kommt man wohl nicht umhin, sich eingehend mit dem Thema des Sprachspiels zu beschäftigen. Das Wortspiel ist ein ,,Spiel mit der Bedeutungsvariabilität und Vieldeutigkeit der Sprache. Es dient zur Aufdeckung der Doppelbödigkeit und Ambiguität einer Aussage."1 Wenn man über die Funktionsweise der Sprachspiele im Ulenspiegel nachdenkt, stellt man fest, dass Eulenspiegel stets die verstandesgelenkte Rede, seine Gegenüber aber eher die gedankenlose, emotional bestimmte Rede repräsentieren. Eulenspiegel sagt zu allem, was ihm aufgetragen wird ,,ja" und führt es dem genauen Wortlaut nach aus. Seine ,,Opfer" sind oft schon mit den Gedanken anderswo und benutzen eine Sprache, die viele Metaphern enthält. Durch diesen unterschiedlichen Gebrauch von Sprache entstehen mißverständliche Situationen, die der Leser - zumindest damals - sehr erheiternd fand. Die Funktionsweise und die Auswirkungen solcher Wortspiele möchte ich im Folgenden an einigen Beispielen aufzeigen.

In der 39. Historie verdingt sich Ulenspiegel als Knecht bei einem schmied. Als dieser ihn mit den Worten ,,Haho, folg mit den Bälgen" auffordert, stärker zu blasen, trägt er seinem Meister die Bälge hinterher auf den Hof. Um Ulenspiegel zu strafen, weckt er ihn nun jede Nacht um Mitternacht undläßt ihn arbeiten. Er meint, sein Knecht solle acht Tage nicht länger, als eine halbe Nacht auf seinem Bette liegen. Daraufhin bindet sich Ulenspiegel das Bett mit der Begründung auf den Rücken, es solle den Rest der Nacht auf ihm liegen. Der Meister wird zornig und heißt ihn ,,droben uß dem Huß" zu gehen. Also durchbricht Eulenspiegel das Dach, steigt hinab und geht fort. Hier nimmt der Schalk dreimal die Aussagen eines anderen allzu wörtlich. Zuerst eine typische Redensart seines Meisters: ,,Haho, folg mit den Bälgen nach". Der Schmied sagt den Satz völlig gedankenlos, ohne die Doppeldeutigkeit in ihm zu bemerken. Dann möchte er Ulenspiegel strafen. Der Ausspruch ,,Es ist mein Weiß, daz zum ersten mein Knecht acht Tag nit länger sollen ligen, dann ein halbe Nacht" ist kein Befehl, der von Eulenspiegel wörtlich ausgeführt wird, sondern er will mit der wörtlich ausgeführten Umkehrung, indem er sich das Bett auf den Rücken bindet, zeigen, wie sinnlos die Maßnahme des Meisters ist.Des Schmieds affektbestimmten Ausruf ,,gang mir droben uß dem Huß" setzt Ulenspiegel ganz rational in die Tat um. Auf den Hinweis des anderen Knechts hin, muß der Meister zugeben, dass Eulenspiegel wirklich nichts anderes getan, als er ihm geheissen hat, auch wenn er es nie so gemeint hat.

Sollte man sich nun fragen: ,,Was will uns der Autor damit sagen?" oder ,,Was will Eulenspiegel mit seinen Streichen bewirken?" ? Genau das sei, nach Rupert Kalkofen, die sicherste Methode, einen ,,Text als Text zu verfehlen". Abgesehen davon enthält jeder Text an sich eine einheitliche Strukturiertheit, deren Art und Weise je unterschiedlich sein kann. ,,Die literarische Struktur kann sich als eine gewissermaßen uneinheitliche herausstellen, doch geht es dann darum, das einheitliche Prinzip dieser Uneinheitlichkeit zu benennen." In unserm Fall des Ulenspiegels bezeichnet man das Prinzip als das des Wörtlichnehmens. Die aus Metaphern oder ritualisierter Sprache bestehende Rede wird dem genauen Wortlaut entsprechend verstanden. Der wörtlichen Bedeutung, die im Gegensatz zur figürlichen steht, wird unterstellt, dass eben diese gemeint war und so wird sie auch ausgeführt. Es kommt vor, dass sowhl Ulenspiegel als auch die Nebenfiguren oder der Erzähler diese andere Bedeutung unterstellen. Auch die ausführenden Personen variieren. Kalkofen stellt nun ein Prinzip auf, das sämtliche Historien einschließt und sie in Beziehung zum Wörtlichnehmen setzt. Er teilt die verschiedenen Arten des Wörtlichnehmens in 16 Kathegorien ein und ordnet ihnen die entsprechenden Historien zu:

I: Der Held nimmt die Redensart eines anderen Wörtlich und Führt sie in genauer Weise aus:

11, 19, 20, 23, 39, 40, 43, 44, 47, 48, 51, 53, 54, 56, 62, 64, 74, 89, 90

II: Der Held nimmt eine eigene Redensart wörtlich und führt sie aus:

18, 60, 61, 73, 83

III: Der Held nimmt die Redensart oder Formulierung eines anderen wörtlich und führtsie in unspezifischer Weise aus:

69, 77, 84

IV: Der Held nimmt eine eigene Redensart oder Formulierung wörtlich und führt sie inunspezifischer Weise aus:

30, 52

V: Der Held bewirkt, dass die Redensart oder Formulierung eines anderen wörtlich realisiert wird:

12, 13, 16, 37, 57, 66, 76, 78, 82

VI: DerHeld bewirkt, dass seine eigene Redensart oder Formulierung wörtlich realisiert wird:

8, 17, 25, 26, 49, 85

VII: Der Held nimmt die Formulierung eines anderen wörtlich, ohne sie auszuführen:

22, 67, 91

VIII: Der Held nimmt seine eigene Formulierung wörtlich, ohne sie auszuführen:

5, 6, 21, 63, 75

IX: Der Held nimmt die Formulierung eines anderen im Sinne von Vertragsbedingungenwörtlich, und zwar zu eigenem Vorteil:

12, 33, 34, 36, 41, 72, 87

X: Der Held nimmt eineeigene Formulierung im Sinne von Vertragsbedingungen wörtlich,und zwar zu eigenem Vorteil:

2, 17, 35, 38, 58, 93

XI: Der Held nimmt eine eigene Formluierung im Sinne von Vertragsbedingungenwörtlich, und zwar ohne eigenen Vorteil, zum Schaden anderer:

50, 59, 70, 92

XII: Erzählerwortspiel:

1, 4, 55, 57, 21, 96

XIII: Einzelne Historien des Wörtlichnehmens:

10, 15, 29, 45

ANALOGIEN zum Wörtlichnehmen:

XIV: Andere unterstellen dem Helden eine deutlich unzutreffende Absicht,die denäußerenAnschein für sich hat, der insofern wörtlich genommen wird:

3, 94, 95

XV: Der Held unterstellt anderen eine deutlich unzutreffende Absicht, die denäußeren Anschein für sich hat,der insofern wörtlich genommen wird:

32, 49

XVI: Der Held bewirkt, dass derselbe Sachverhalt als ein anderer gilt:

27, 28, 31, 68, 71

Man sieht deutlich, dass sich die Perspektive, aus der etwas wörtlich genommen wird, von einer Geschichte zur anderen und manchmal auch innerhalb der Historien ändert. So muß man auch als Leser diesem Perspektivenwechsel folgen.2

Trotz mannigfaltiger Interpretationsversuche sind sich die Literaturwissenschaftler jedoch nicht einig, ob Till Eulenspiegel als Sprachkritiker zu bezeichnen ist. Hat dieses Buch eine kritisch-didaktische Funktion, die an die Rolle des Eulenspiegels gebunden ist, oder ist es einfach eine Schwanksammlung, bei der der Held beliebig austauschbar ist und zur unterhaltung gedacht? Peter Rusterholz gibt eineige Beispiele, die Till als Sprachkritiker identifizieren sollen. So sagt Eulenspiegel, als von ihm Wahrsagerei erwartet wird (Hist. 41), schlicht die Wahrheit. Das stellt einen Widerspruch von Sprechen und Handel dar, durch den die Textsorten von Wahrsagern, sowie die Erwartung des Publikums stark kritisiert werden. Sehr oft kritisiert Ulenspiegel auch die starre, riualisierte Sprache der Handwerker. Er plant deren vorhersehbare Reaktionen in seine Sprachstrategie und macht durch innovative Geschäftsideen (z.B. Hist. 19: Eulen und Meerkatzen) die konservativen Strukturen der Zünfte lächerlich. Es kommt jedoch auch vor, dass seine ,,Gegner" sein Sprachspiel verstehen und auf dieslbe Weise zurückgeben. So z.B. der Hezog von Lüneburg, auf dessen Land sich Eulenspiegel verbotenerweise auf einem Karren voll mitgebrachter Erde sitzend aufhält. Der Herzog duchschaut, dass ,,Land" sowohl Territorium, als auch Erde bedeuten kann und verweist ihn erneut seines Landes mit den Worten: ,,Farhin mit deinem Erdreich, uss meinem Erdreich". Zusammenfassend zeigt der Text laut Rusterholz ,,einen Eulenspiegel, der viele Rollen spielend, viele Sprachen sprechend doch immer gegen sprachliche wie soziale Normen handelt. Ein Geist, der stets verneint, der Chaos in die Ordnung bringt, sich dabei weder himmlischen noch höllischen Geistern verschreibt, nur sich und seinem Witz vertrauend. Seine Opposition ist nicht die Opposition des Bauern, sie richtet sich vor allem gegen die Handwerker, darüber hinaus gegen erstarrte Sprach- und Lebensformen überhaupt. Ein Outsider sicherlich, jedoch eher aggresiv als resignativ, komisch, jedoch nicht von der aristotelischen Art, die das Komische nicht schaden und nicht schmerzen heißt - ein Sprachkritiker, der die die Bedeutungen und die Regeln ihres Gebrauchs verändert und damit ihre Geschichtlichkeit bewußt macht."3 Nach meiner pesönlichen Meinung ist Ulenspiegel aber keinesfalls ein Sprachkritiker. Man kann zwar die Historien, wenn man sie einzeln herausgreift, durchaus aus didaktischer Sicht lesen und verstehen, jedoch paßt das weder dazu, dass die Geschichten in einer Schwanksammlung veröffentlicht wurden, noch zu der sorglosen, spontanen Art Eulenspiegels. Er ist ein Mensch, der bestehende Normen ignoriert und in den Tag hinein lebt. Seine Aktionen sind zwar genau durchdacht, aber nur selten langfristig geplant. Ich denke, man sollte Till als einen sehr egoistischen, destruktiven Außenseiter sehen, dessen derbe Streiche, ob als Buch oder in mündlicher Überlieferung, damals wohl die Funktion hatten, die Menschen zu erfreuen und sie zum Lachen zu bringen. Sogar in der heutigen Zeit, die scheinbar so grundlegend anders ist als das Mittelalter, finden wie den eulenspiegelhaften Sprachgebrauch wieder. Andreas Härter macht darauf aufmerksam,dass Eulenspiegel und die Graffiti - Kunst nicht allzuweit auseinander liegen. ,,Dann Ulenspiegel het dis Gewonheit, wa er ein Büberei thet, da man ihn nit kant, da nam er Kreiden oder Kolen und malet uber die Thür ein Üle und ein Spiegel und schreib darüber zu latin: Hic fuit"(Hist.40) Das wollen auch die Graffiti sagen: Hier war jemand, der sich nicht an gesellschaftliche Normen hält! Die Graffiti tauchen dort auf, wo die Menschen aus veschiedensten Kommunikationsgemeinschaften auf -einandertreffen: An U- und S- Bahnhöfen, auf Häuserwänden, und Brückenpfeilern bemächtigen sie sich fremden Eigentums. Die Menschen können sich gegen diese Störung ihres Alltags Praktisch nicht wehren, denn hinschauen, ohne zu lesen, was dort steht, funktioniert nicht. Genauso tritt Eulenspiegel auf. Er ,,platzt" in den Alltag der Handwerker, Bauern oder Gastwirte, und denen bleibt nichts anderes übrig, als zuzulassen, dass er ihre Sprachgewohnheiten und dazu oft auch noch ihr Eigentum zerstört. Sogar die skatologischen Aspekte des Ulenspiegels finden sich oft aus der Sicht der Betroffenen in den Graffiti wieder. Sie halten diese für Schmierereien und Dreck, Kot, der nicht an die Wände gehört.4

Es fällt auf, dass wir heute im 20. Jahrhundert kaum über die Eulenspiegel - Geschichten lachen können. Wir finden sie eher abstoßend, ekelhaft oder einfach überhaupt nicht komisch. Doch funktioniert unser Witz heutzutage so grundlegend anders? Ich denke nicht. Mit der Zeit hat sich nur das Medium des Komischen velagert. Heute sind es nicht mehr die Schwankhefte und Hofnarren, die die Menschen zum Lachen bringen, sondern die Zeitungen, Kabarettisten und vor allem das Fernsehen. Viele moderne Comedy - Serien funktio -nierengenauso nach dem Prinzip des Seriellen Erzählens wie die Ulenspiegel - Historien. Bei Ulenspiegel genügt es, einige besondere Charaktereigenschaften des Helden zu kennen, um vestehen zu können, warum eine Historie genauso ausgehen muß und warum sie komisch ist. Diese Kenntnis erlangt man schon beim Lesen einer (beliebigen) Historie, und die anderen sind, bis auf Anfang und Schluß, reihenfolgenunabhängig verständlich. Genauso funktioniert z.B. ,,Eine schrecklich nette Familie". Es gibt sechs Hauptpersonen, Die Familie Bundy und das Nachbar -Ehepaar. Aufgrund der schon bekannten Charakterzüge weiß der Zuschauer, wie die Personen auf bestimmte Situationen reagieren werden.

Auch die Themen, über die wir heurte lachen, untescheiden sich nicht wesentlich von den damaligen. Früher wurden der Klerus, die Obrigkeit und die Stereotypen der Handwerkszünfte lächerlich gemacht. In den heutigen Comedy - Shows, die im Moment sehr beliebt sind(RTL-Samstag-Nacht, Die Wochenshow, 7 Tage 7 Köpfe u.v.a.), wird über Prominente aus den verschiedensten ,,Zünften" und am liebsten und häufigsten über hochrangige Politiker hergezogen. Und die Comedians stehen dem Eulenspiegel in Bezug auf Derbheiten und Geschmacklosigkeiten in nichts nach. Es wird meisterhaft mit Worten gespielt, und wie es damals die Leute komisch fanden, wenn Till seine Exkremente an den unmöglichsten Stellen hinterließ, so können wir heute scheinbar endlos darüber lachen, wenn man alles erdenkliche, möglichst auf eine für einen Prominenten sehr kompromittierende Art, mit Sex in Verbindung bringt. Wir merken also, dass sich im Laufe der Zeit nicht das Wesen der Menschen, sondern nur die Umstände und Bedeutungen gewandelt haben. Zum Abschluß möchte ich noch zeigen, dass im heutigen Witze - Fundus durchaus noch die klassische Eulenspiegelei des Wörtlichnehmens vorhanden ist(Ein Witz, der nach dem Regierungswechsel nicht mehr ganz aktuell ist, aber ein klassisches Beispiel für das Prinzip eines zeitlosen ,,Lachers"):

Der (Ex-)Bundeskanzler Kohl sitzt mit seiner Gattin Hannelore in seinem nagelneuen Auto. Hannelore hat immer ein wenig Probleme mit der Technik und fragt deshalb ihren Mann: ,,Helmut, könntest du mir bitte den Sitz vorstellen?" Darauf Helmut: ,,Hannelore, das ist der Sitz; Sitz, das ist meine Frau, Hannelore."

[...]


1 vgl. Metzler Literaturlexikon

2 vgl. Eulenspiegel heute. Kulturwissenschaftliche Beiträge zu Geschichtlichkeit und Aktualität einer Schalksfigur, Hrsg: Werner Wunderlich: Rupert Kalkofen: Wie nimmt er es eigentlich?, Das Wortspiel als Grundlage des Erzählens im Ulenspiegel

3 vgl. Eulenspiegel - Interpretationen, Der Schalk im Spiegel der Forschung 1807 - 1977, Hrsg. Werner Wunderlich, Wilhelm Fink Verlag, München, 1979: Peter Rusterholz: Till Eulenspiegel als Sprachkritiker (1977)

4 vgl. Eulenspiegel heute. Kulturwissenschaftliche Beiträge zu Geschichtlichkeit und Aktualität einer Schalksfigur, Hrsg: Werner Wunderlich: Andreas Härter: ,,Hic Fuit" - Versuch über eulenspiegelhafte Sprachgebärden oder Was hat Eulenspiegel mit Graffiti zu tun?

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Details

Titel
Sprachspiele im Ulenspiegel
Veranstaltung
PS Einführung in die Ältere Deutsche Literatur: Dill Ulenspiegel
Jahr
1999
Seiten
7
Katalognummer
V94735
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachspiele, Ulenspiegel, Einführung, Deutsche, Literatur, Dill
Arbeit zitieren
Anonym, 1999, Sprachspiele im Ulenspiegel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94735

Kommentare

  • Gast am 14.7.2001

    Arbeit zu minimalistisch!.

    Die vorliegende Arbeit ist m.E. zu minimalistisch. Die Sekundärliteratur ist veraltet und repräsentiert nicht den neuesten Forschungsstand. So erstaunt es nicht, dass die Autorin Eulenspiegel als einen egoistischen, destruktiven Außenseiter bezeichnet, der die Leute zum Lachen bringen sollte. Zwar wird diese Meinung in der Forschung vertreten, doch ist sie nicht haltbar. Denn die Aufgabe und Funktion des "Eulenspiegels" (Sozialkritik, Satire) findet in dieser Bewertung keine Beachtung. Botes Anliegen bestand primär nicht darin, die Rezipienten zum Lachen zu bringen, sondern Kritik zu üben.

    Der historische Kontext verdeutlicht die Brisanz des Eulenspiegels: Gegen Ende des 16. Jhs. war der "Eulenspiegel" trotz Index, drohender Inquisition, trotz literarischer Diffamierung und Ironisierung bekannt. Hätte der "Eulenspiegel" die Rezipienten "nur" zum Lachen bringen sollen, wären diese Maßnahmen ausgeblieben!

    Den Aspekt, Eulenspiegels Aufgabe sei es gewesen, die Menschen zum Lachen zu bringen, findet sich in der Regel in Kinder- und Jugendbuchausgaben (u.a. E. Kästner). Dort verkommt der Eulenspiegel zum Possenreißer und Witzbold und hat mit der von Bote gestalteten Figur nichts mehr gemein.

    Kim

  • Gast am 6.8.2002

    till eulenspiegel.

    hallo susanne blum, erst mal hoffe ich, dass Sie fit sind und ich wünsche ihnen viele erfolg,ich schreibe ihnen diese email,weil ich ihre hausarbeit über till eulenspiegel brauche,ich würde sehr dankebar,wenn Sie mir ihre hausarbeit schicken würden,
    bis dahin alles gute.
    ):

  • Gast am 7.8.2002

    Re: Arbeit zu minimalistisch!.

    |
    |Kim schrieb:
    ||Die vorliegende Arbeit ist m.E. zu minimalistisch.
    ||Die Sekundärliteratur ist veraltet und repräsentiert
    ||nicht den neuesten Forschungsstand. So erstaunt
    ||es nicht, dass die Autorin Eulenspiegel als
    ||einen egoistischen, destruktiven Außenseiter
    ||bezeichnet, der die Leute zum Lachen bringen
    ||sollte. Zwar wird diese Meinung in der Forschung
    ||vertreten, doch ist sie nicht haltbar. Denn
    ||die Aufgabe und Funktion des "Eulenspiegels"
    ||(Sozialkritik, Satire) findet in dieser Bewertung
    ||keine Beachtung. Botes Anliegen bestand primär
    ||nicht darin, die Rezipienten zum Lachen zu
    ||bringen, sondern Kritik zu üben.
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    |Der historische Kontext verdeutlicht die Brisanz des Eulenspiegels: Gegen Ende des 16. Jhs. war der "Eulenspiegel" trotz Index, drohender Inquisition, trotz literarischer Diffamierung und Ironisierung bekannt. Hätte der "Eulenspiegel" die Rezipienten "nur" zum Lachen bringen sollen, wären diese Maßnahmen ausgeblieben!
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    |Den Aspekt, Eulenspiegels Aufgabe sei es gewesen, die Menschen zum Lachen zu bringen, findet sich in der Regel in Kinder- und Jugendbuchausgaben (u.a. E. Kästner). Dort verkommt der Eulenspiegel zum Possenreißer und Witzbold und hat mit der von Bote gestalteten Figur nichts mehr gemein.
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    |Kim
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