Goethes Farbenlehre und die Naturwissenschaft


Hausarbeit, 1999

13 Seiten, Note: 2


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1. Goethes Farbenlehre:

Die Farbenlehre, das dem Umfang nach größte Werk Goethes, entstand in der Zeit von etwa 1790 bis 1810. Goethes Beschäftigung mit Farberscheinungen läßt sich aber schon bis in das Jahr 1777 zurückverfolgen. Am 12. Dezember berichtet er anläßlich seines Aufstiegs zum Brocken im Harz von farbigen Schatten, die sich im winterlichen Dämmerlicht auf den Schneefeldern abzeichnen.1 Im Kontext mit seiner Beschäftigung auch mit biologischen Themen (Zur Metamorphose der Pflanzen) kann man die Farbenlehre als eine Bedienungsanleitung zum korrekten Gebrauch der Farben beispielsweise in der Malerei auffassen.

Die Farbenlehre ist ein empirisches Werk, das auf den Beobachtungen Goethes basiert. Es hat eine völlig andere Grundlage als theoretische Werke der sogenannten ,,exakten Naturwissenschaften". Die Farberscheinungen werden anwendungsbezogen untersucht, also in bezug auf ihre Wirkung beim Menschen.2

1.1. Ursprünge der Farbenlehre.

Den Anfang bilden die Beiträge zur Optik, 1791 erschienen, in denen sich Goethe vor allem mit prismatischen Erscheinungen auseinandersetzt. An hell-dunkel Kontrasten, durch ein Prisma beobachtet, stellt er die Aufbrechung des Lichtes in verschiedene Farbanteile fest. Aber er beschreibt auch optische Täuschungen bei hell-dunkel Kontrasten wie beispielsweise Eindrücke eines verschieden großen Kreisdurchmessers aufgrund unterschiedlichen Hintergrundes.

Seine Aufmerksamkeit wurde aber bald auf die farbigen Begleiterscheinungen der Schatten und der hell-dunkel Kontraste gelenkt, so daß er die Beiträge zur Optik nicht weiter fortsetzte. Statt dessen nahm er das Projekt einer Farbenlehre in Angriff. Bekanntestes Resultat ist der Farbenkreis, der sich aus den schon in den prismatischen Versuchen zu den ,,Beiträgen zur Optik" festgestellten Brechungsfarben zusammensetzt.

Goethe bezeichnet seine Arbeit in der Einleitung zum Entwurf einer Farbenlehre als ,,Versuch, die Farbenerscheinungen Auf- und zusammenzustellen".3 Zentraler Punkt ist der Gegensatz von hell und dunkel. Dem menschlichen Auge wird etwas Sonnenhaftes zugesprochen, im Auge tritt das innere Licht dem äußeren entgegen.4 Man kann sich diesen Gedanken so vergegenwärtigen, daß im Auge, hervorgerufen durch das Sonnenlicht, ein eigenes Licht erzeugt wird, welches dann dem Gehirn das Bild des Gegenstandes übermittelt.5 Goethe bevorzugt die poetische Ausdrucksweise und dichtet die ,,Worte eines alten Mystikers" nach:

Wär nicht das Auge sonnenhaft,

Wie könnten wir das Licht erblicken?

Lebt' nicht in uns Gottes eigne Kraft,

Wie könnt' uns Göttliches entzücken?6

Das Licht wird hier mit etwas Göttlichem gleichgesetzt, es ist also schon von vornherein da und sollte nicht in Frage gestellt werden. Das ist meiner Meinung nach schon ein Grund für Goethes ablehnende Haltung gegenüber der Theorie Newtons.7

Alle Farberscheinungen beruhen auf dem Gegensatz zwischen hell und dunkel, zwischen ,,Licht und Nichtlicht". Sie lassen sich in eine Reihenfolge bringen, in der am nächsten am Licht die Farbe Gelb steht. Am nächsten an der Dunkelheit ist die Farbe Blau, alle anderen Farben sind Zwischenstufen zwischen hell und dunkel. Goethe begründet diese Ansicht unter anderem damit, daß alle Farben zusammengemischt, wenn sie ihre spezifische Eigenart verloren haben, einen Grauton ergeben, also eine Zwischenstufe zwischen hell und dunkel. Er bezeichnet die Farben jenachdem als ,,Halblicht oder Halbschatten".8 Laut Goethe wendet sich die Farbenlehre an verschiedene Zielgruppen: Dem Philosophen soll sie Aufschluß über die Natur von Sinneserscheinungen geben, den Arzt kann der Teil über die pathologischen Farben besonders interessieren, selbst Physiker und Chemiker können in Goethes Vorstellung von der Farbenlehre profitieren. Da die Farbenlehre aber in erster Linie anwendungsorientiert ist, richtet sie sich vor allem an Personen, die mit Farben handwerklich arbeiten müssen.9

1.2. Gliederung der Farbenlehre:

Die erste Abteilung über die Physiologischen Farben befaßt sich mit den Farben als Teil des menschlichen Auges und der Weise, wie das Auge die Lichterscheinungen überhaupt wahrnimmt. Unter diese Abteilung fallen dann auch die Pathologischen Farben. das sind Farberscheinungen, die nur bei bestimmten Menschen mit einem Farbdefekt auftreten und die Aufschluß über die Farbrealisierung innerhalb des Auges geben können. Die zweite Abteilung hat als Gegenstand die Physischen Farben; nach Goethe diejenigen, zu deren Hervorbringung ,,gewisse materielle Mittel nötig sind, welche aber selbst keine Farbe haben und teils durchsichtig, teils trüb und durchscheinend, teils völlig undurchsichtig sein können."10 Die prismatischen Erscheinungen beispielsweise sind dann Teil der Physischen Farben, genauso wie Farberscheinungen innerhalb der Atmosphäre oder an der Oberfläche von Flüssigkeiten.

Drittens: die Chemischen Farben. Ihre Gegenstände sind chemische Elemente und Materialien. Die Trübung des Wassers beim Gefrieren und die Umwandlung in weiße Schneeoder Eiskristalle wäre ein Beispiel für chemische Farben.

1.3. Eingrenzung des Bereichs der Farbenlehre auf die Farben des Farbenkreises:

Für den Gegenstand, den ich aber betrachten möchte, ist die Primärforderung der Natur der physiologischen Farben aber schon Material genug. Die sechs Grundfarben, aus denen sich der Farbenkreis zusammensetzt, bilden für Goethe die Grundlage der weiteren Überlegungen. Aufgrund ihrer Ableitung aus dem prismatischen Versuch besitzen diese Farben nämlich Eigenschaften, die sie als Material zu weiteren Prozessen zulassen.

Die prismatischen Farben sind Farben, die bei der Betrachtung von schwarz - weiß Kanten durch ein Prisma entstehen. Goethe betrachtete einen schwarzen Balken auf weißem Grund sowie einen weißen Balken auf schwarzem Grund und stellte ähnliche Bilder fest, die sich nach einem bestimmten Schema unterscheiden. Als Farben sah er einmal Rot, Orange, Gelb und Grün, beim umgekehrten Kontrast sah er Rot, Violett, Blau und Grün. Aus diesen sechs Farben stellte er dann das Schema des Farbenkreises zusammen, mit Rot am oberen und Grün am unteren Ende, Orange und Gelb links sowie Violett und Blau rechts. Gegenüberliegende Farben verhalten sich jeweils komplementär zueinander, das heißt, daß sie sich zu einem weißen Licht ergänzen können. Auch einen andere Beobachtung bestätigt diese Einordnung: fixiert man mit dem Auge einen Gegenstand einer Farbe für längere Zeit und sieht dann auf eine weiße Fläche, so erscheinen die Umrisse dieses Gegenstandes in der jeweiligen Komplementärfarbe. Auch Newton hatte schon festgestellt, daß man aus bestimmten Brechungsfarben, die nicht das komplette sichtbare Spektrum abdeckten, trotzdem wieder weißes Licht erzeugen konnte. Auch die Erfindung der Farbfotografie oder des Farbdrucks bestätigte Goethes Anordnung, denn die Grundfarben bei den Schichten der Farbfilme oder die Mischungsfarben beim Drucken sind alle an den von Goethe geforderten Optimalfarben orientiert, ohne daß man sie allerdings genau erzeugen könnte, denn Farbpigmente können nur ein Spektrum von mehreren Wellenlängen aussenden, was sie von den monochromatischen Optimalfarben entfernt.

Da Goethes Farbenlehre besonders unter Naturwissenschaftlern des 19. Jahrhunderts auf heftige Ablehnung gestoßen ist, heutzutage aber mit weiterem Fortschreiten der Physik und dem Aufkommen einer außernaturwissenschaftlichen Diskussion über Sinn und Wert des technischen Fortschritts wieder Beachtung erfährt, ist es sinnvoll, Goethes Erkenntnisse und Ansichten über die Natur des Lichtes den Erkenntnissen der Physik gegenüberzustellen und einen Blick auf ihre Entstehung zu werfen. Auch unter neueren, sogenannten ganzheitlichen Weltanschauungen wird Goethes Farbenlehre akzeptiert.

2. Licht und Farbe im naturwissenschaftlich-physikalischen Kontext:

Schon im 18. Jahrhundert 11 war bekannt, daß die Wahrnehmung von Licht- und Farberscheinungen in der Netzhaut des Auges (Retina) geschieht. Die neueren Beiträge zur Wahrnehmungsphysiologie befassen sich mit den Prozessen der Signalverarbeitung auf dem Weg vom Auge zum Gehirn und im Gehirn selber.

Der erste Schritt in der Umwandlung von Lichtwellen zu Nervenimpulsen ist die Reizung der lichtempfindlichen Zellen auf der Netzhaut, den sogenannten Zäpfchen,12 von denen es drei verschieden Typen gibt.

Licht allgemein sind elektromagnetische Wellen im Wellenlängenbereich von etwa 440 - 750 Nanometer. Elektromagnetische Wellen von größerer Wellenlänge sind Infrarotstrahlen13, die wir als Wärmestrahlung wahrnehmen. Mit zunehmender Wellenlänge kommt man in den Bereich von Radiowellen. UKW - Radiowellen (ca. 100 MHz) zum Beispiel bewegen sich im Wellenlängenbereich von etwa einem Meter.

Das kurzwelligste sichtbare Licht ist blau bis violett. Danach beginnt der ultraviolette Bereich14, der über Mikrowellen und Radarwellen schließlich in das radioaktive Spektrum übergeht.

Die drei Typen von Zäpfchen auf der Netzhaut des Auges unterscheiden sich durch die Wellenlänge, bei der sie ihre größte Empfindlichkeit haben. Je nach zugeordneter Farbe nennt man sie Blau-, Grün- oder Rot / Gelbrezeptoren. Da die Zäpfchen aber auch durch Licht anderer Wellenlänge erregt werden (nur schwächer), ist der Eindruck einer bestimmten Farbe eines Lichtereignisses nicht unbedingt mit Licht der zugeordneten Wellenlänge gleichzusetzen.15 Die Lichtempfindlichkeit nimmt auf der langwelligen Seite des Kurvenhöhepunktes stärker ab als auf der kurzwelligen, also ist für Farben wie Blau oder Grün eher eine einzelne Zäpfchenklasse verantwortlich als für Rot oder Gelb, welche eine Mischerregung aller Zäpfchen sind.

Für den etwas unklaren Begriff von Helligkeit dagegen ist eine andere Art von Zellen auf der Netzhaut zuständig, die unabhängig von der Farbe auf die Intensität des Lichtreizes reagiert. Diese Funktion des Auges ist jedoch für die Sinneswahrnehmung nicht unbedingt maßgeblich, da mit diesen Zellen auch die Öffnung der Iris und damit die auf die Netzhaut treffende Lichtmenge, je nach Helligkeit der Umgebung, geregelt wird. Maß für die Helligkeit eines Körpers ist der Anteil an Licht, der von ihm reflektiert wird.

2.1. Besonderheiten von weißem Licht:

,,Weiß" an sich ist keine eigene Wellenlänge zugeordnet, es ist eine Mischung von Licht verschiedener Wellenlängen, die dem Auge je nach Mischungsverhältnis als weiß erscheinen. Der Eindruck von weiß kann sehr subjektiv sein und sich im Vergleich mit anderen Lichttypen verändern, wo man im vermeintlich weißen Licht plötzlich andere Farbtöne entdeckt. Die neuen Arten von Autoscheinwerfern, die sogenannten Xenon-Lampen, die zur Zeit nur in Oberklasselimousinen eingesetzt werden, sind eine gute Erläuterungsmöglichkeit. Betracht man herkömmliche Scheinwerfer und die neuen Modelle getrennt, scheinen beide weißes Licht abzugeben. Stellt man sie nebeneinander, wirken die neuen Xenon-Scheinwerfer bläulich (und viel heller) und die herkömmlichen gelblich bis sogar rötlich. So sieht man, daß das weiße Licht, von dem Goethe absolute, unveränderbare Eigenschaften angenommen hatte, eine relative, subjektive Erscheinung ist, die als Maßstab für eine naturwissenschaftliche Theorie nicht geeignet ist.

3. Die Methode Goethes:

Goethes gesamte Farbenlehre beschränkt sich auf beobachtende Studien, ohne die Natur der Erscheinungen, ihre Entstehungsbedingungen und ihre Beobachtungsbedingungen näher zu hinterfragen. Goethes Versuchsanordnungen sind eine Anleitung zu einer standardisierten Beobachtungspraxis, aber sie sind kein standardisiertes naturwissenschaftliches Experiment. Das Verfahren bei einem naturwissenschaftlichen Experiment, wie im allgemeinen die ganze mathematisch-naturwissenschaftliche Wissenschaft besteht aus der Beschreibung von Erscheinungen, die man in einer vorher festgelegten Versuchsanordnung erzeugt und ihre Auswirkungen dann beobachtet. Um eine Eindeutigkeit zu erzielen, ist es wichtig, die Phänomene, die sich dem Menschen in der Welt als eine komplexe Vermischung einzelner Erscheinungen darbieten, zu trennen, die von einem Experiment dann so gewonnenen Erkenntnisse zu überprüfen und ihre Bedeutung zu verallgemeinern. Gerade davor aber fürchtet sich Goethe. Er bezeichnet seine Arbeit als einen Erfahrungsbericht, der ,,ohne irgend ein theoretisches Band"16 vorgetragen werden soll und überläßt es dem Leser oder Schüler, ,,sich selbst nach Belieben irgend eine Überzeugung zu bilden. [...] Jedes Ansinnen geht über in ein Betrachten, jedes Betrachten in ein Sinnen, jedes Sinnen in ein Verknüpfen, und so kann man sagen, daß wir schon bei jedem aufmerksamen Blick die Welt theoretisieren."17

Diese Theoretisierung der Welt muß aber so erfolgen, daß die ,,Abstraktion, vor der wir uns fürchten"18 nicht das Prinzip der Verknüpfung der Dinge wird, sondern die Dinge nicht aus ihrem Kontext, der sie umgibt, herausgerissen werden. Dazu ist eine gewisse Gewandtheit notwendig. Goethes zentrales Prinzip bei der Naturbetrachtung ist der sinnliche Eindruck. Schon in seinen Studien zur Struktur der Pflanze stößt er aber an die Grenze zur Abstraktion, rettet sich aber dadurch, daß er kein abstraktes Modell einer Pflanze formuliert, sondern die Vorstellung eines Urphänomens, der Urpflanze. Der Naturforscher soll die Urphänomene in ihrer ewigen Ruhe und Herrlichkeit dastehen lassen.19 Auf die Naturwissenschaft bezogen heißt das, das der Schritt zum abstrakten Denken nicht vollzogen werden darf, um der Welt keine Gewalt anzutun.

Der Sinn in Goethes Naturbeobachtung ist es, schon in den allgemeinen Dingen selber das Besondere, das göttliche Prinzip zu erkennen. Seine Denkweise geht vom betrachtenden Menschen aus, der durch Beobachtung der Dinge und geschicktes Sinnen darüber aus diesem Erlebnis heraus die göttliche Ordnung erkennt. Dieses ist das Charakteristische an Goethes Denkweise, was ihn von der modernen Naturwissenschaft unterscheidet und ihm seiner Meinung nach die Berechtigung gibt, gegen Newtons Lehre als eine Irrlehre vorzugehen.20 Dabei darf man ihm nicht unterstellen, das Prinzip der Naturwissenschaft nicht zu erkennen.

Sein eigene Sichtweise der Dinge steht ihm da aber im Wege. Für ihn darf ein Ereignis nicht losgelöst aus seiner Umgebung heraus bewertet werden, weil es der Natur an sich Gewalt antun würde. Die Sinnesorgane sind die Vermittler zwischen Mensch und Natur. Schaltet man sie durch eine Verlagerung des Denkens in die abstrakte Theorie aus, so trennt man damit den Menschen auch von der Natur ab.

3.1. Kontrast der Methoden Goethes und Newtons:

Newtons Versuchsanordnungen sind künstliche Systeme, der Bruch zwischen ihrer Wahrheit und der natürlichen Wahrheit ist schon vollzogen. In ihrem geschlossenen System entwickelt sich ein Eigenleben, was Goethe äußerst kritisch beurteilt.21 Den Bruch zwischen Goethe und den exakten Naturwissenschaften sollte man aber nicht einfach mit Goethes dichterischen Fähigkeiten erklären. Ihn in eine Ecke zu stellen mit dem Verweis auf eine nur dichterische Weltsicht wäre zu einfach und würde seinen Gründen dafür nicht gerecht werden. ,,Es ist ein bequemes, oft angewandtes Auskunftsmittel, den Streit zwischen Goethe und der Naturwissenschaft dadurch zu entscheiden, daß man die Leistung Goethes als eine der dichterischen Phantasie ansieht und sie damit zugleich anerkannt und - abgetan zu haben glaubt."22

3.2. Sinneswahrnehmungen als Goethes Ziel:

Die naturwissenschaftlich-technische Methode zielt auch nicht auf den eigentlichen Zweck von Goethes Naturbeobachtungen ab: auf das Erkennen von Natur als Ganzes. Indem im Versuch mit einer künstlichen, apparativ erzeugten Erscheinung eine künstlich stilisierte Wahrnehmung untersucht wird, wandelt sich das Sachgebiet der Disziplin und die Naturbeobachtung wird zum technischen Spielchen ohne einen praktischen Wert.23 Goethe bleibt bewußt im Bereich der sinnlich erfaßbaren Wahrnehmung, denn er war überzeugt, daß ,,das Betreten dieses grenzenlosen Bereichs der Abstraktion zu mehr Schlechtem als Gutem führen müsse".24 Die Methodik der Naturwissenschaft, die Beobachtung, die zum Experiment verfeinert wird, die Darstellung der Phänomene in einfachen mathematischen Formeln kann, wenn man die Methode des Experiments und der rationalen Analyse zuläßt, nicht in Frage gestellt werden. Selbst wenn man Goethe nur eine ganzheitliche Sicht der Dinge bescheinigen will und betont, daß er sich weigerte, Newtons Experimente anzuerkennen, weil sie zu seiner Betrachtungsweise in massivem Widerspruch standen, kann man nicht sagen, daß er ihr Prinzip nicht verstanden habe. Das würde wieder eine Zweiteilung in Dichtung und Wahrheit bewirken, und man könnte die Diskussion hier beenden.25

3.3. Technischer Fortschritt und die Wertfrage:

Fruchtbarer ist es, die Frage nach dem Wert der so gewonnenen Erkenntnisse zu stellen. Dabei muß man bedenken, daß Goethe in einer Zeit lebte, die noch nicht wie unsere heutige total von der Technik durchdrungen war. Was heutzutage unmöglich ist, nämlich den Wert des technischen Fortschritts nicht zu beachten, war damals bedeutend einfacher. Die meisten technischen Geräte, mit denen der Mensch damals zu tun hatte, waren Maschinen, die durch Ausprobieren, Abändern und Umbau alter, bewährter Konstruktionen entstanden waren. Die ganze technische Apparatewelt dieser Zeit entsprang aber noch nicht der reinen Theorie, wie es heute der Fall ist. Die Frage nach dem Wert der gewonnenen theoretischen Erkenntnis war also durchaus berechtigt.26

Urteilt man heutzutage nur nach Kriterien der Nützlichkeit, so muß man diese Frage positiv beantworten, man verweist auf die Errungenschaften der modernen Technik. Leugnen läßt sich aber auch nicht, daß diese nicht nur zum Wohl der Menschheit eingesetzt wurden, sondern daß die Möglichkeiten zum Mißbrauch zusammen mit den Möglichkeiten zum Gebrauch wachsen. Man muß nur an die Waffentechnologien27 denken, oder daß viele technischen Innovationen mit dem Ziel gemacht wurden, seinen Mitmenschen gegenüber den entscheidenden Vorteil zu haben. Das bekannte Sprichwort, der Krieg sei der Vater aller Dinge, trifft diese Tatsache genau.

Goethe hat diese Entwicklung wohl schon vorausgeahnt und sie im Faust und in den Wanderjahren verarbeitet. Mephisto, der erfolglose Physiker, muß sich zugunsten seiner Forschungen an den Teufel verkaufen. Die Vermutung liegt nahe, daß bei Goethe alles Technische, Neue, Abstrakte, alles, was nicht durch Anschauen und Aussinnen zu erfassen ist, einen teuflischen Beigeschmack besitzt. Eine Ansicht, der man nach zweihundert Jahren Geschichte, die größtenteils von immer mehr technisierten Kriegen bestimmt wurde und in denen der Mensch zum Objekt der Maschinerie geworden ist, nicht viel entgegensetzen kann.28

4. Sprache und ihr System:

Goethes Farbenlehre beschreibt Dinge der Erscheinungswelt mit Worten, weshalb es nötig ist, auf das Werkzeug Goethes, was er zur Vermittlung seiner Gedanken benutzt, einen Blick zu werfen. Die Ausgaben der Farbenlehre müssen, um eine bessere Verständlichkeit zu erzielen, sich des Hilfsmittels farbiger Tafeln bedienen. Es ist wohl so, daß Sprache mit einigen systembedingten Mängeln zu kämpfen hat; besonders dann, wenn es um die Beschreibung von Sinneseindrücken geht.

4.1. Sprache und die Wirklichkeit:

Sprache allgemein wird heute, hauptsächlich nach den Theorien F. De Saussures, als ein System von Zeichen definiert. Dabei muß ein Lautereignis, um als Zeichen gelten zu können, verschiedene Merkmale besitzen. Erstens ist je nach Sprache die Menge der zugelassenen Lautereignisse aufgrund verschiedener Lautgesetze begrenzt, was für unseren Zweck aber unwichtig ist. Ein Lautereignis muß, um als Zeichen Gelten zu können, eine Bedeutung besitzen, also etwas anderes, was mit diesem Zeichen normalerweise verbunden wird. Das kann entweder ein Referenzobjekt sein, also eine Sache, eine Person, oder ein gedankliches Konzept welches mit diesem speziellen Begriff verbunden wird. Auch die Farbadjektive sind sprachliche Zeichen, wobei es aber zunächst unklar ist, ob sie auf ein Referenzobjekt verweisen oder auf ein gedankliches Konzept.

4.2. Zeichen und ihre Eigenschaften:

Wichtiger Aspekt von Zeichen ist, daß ihre Anwendung eine Abstraktions-leistung voraussetzt. Unter einem Begriff werden viele verschiedene Dinge zusammengefaßt, die bestimmte Gemeinsamkeiten haben, welche von der Sprechgemeinschaft durch Konvention festgelegt wurden.29 Dabei vergleicht man das Gesehene mit einem Schema von Prototypen und ordnet es je nach Übereinstimmung mit verschiedenen Merkmalen einem Begriff zu.30 Bei Farbadjektiven ist das insofern schwierig, als daß sie nicht alleine, sondern nur zusammen mit einem Objekt auftreten können, dessen Eigenschaften sie näher beschreiben.

5. Die Beziehung zwischen Denken und Sprache oder die Sapir-Whorf-Hypothese:

Die amerikanischen 31 Ethnolinguisten Sapir und Whorf haben sich mit Sprachen befaßt, die kontrastiv zu den europäischen Sprachen lexikalische Inkongruitäten aufweisen; deren Beziehungen zwischen den Dingen und den dafür verwendeten Begriffen sich nicht mit den unsrigen decken. Als Beispiel werden unter anderem auch einige Farbadjektive der europäischen Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch genannt, die sich untereinander decken, aber im Kontrast zu der walisischen Sprache Kymrisch stehen. Kernpunkt der Theorie ist, daß die Sprecher einer Sprache die ihnen sichtbare Welt analog zu ihren Begriffen, die sie für diese Welt geprägt haben, einteilen. Genauso, wie das Denken die Sprache prägt, prägt auch die Sprache das Denken. Indem im sprachlichen Muster Kategorisierungen vorgenommen werden, übertragen sich diese Kategorisierungen auch auf das Denken, so daß zwischen dem Denken und der Sprache nicht unterschieden werden kann. Der Grund dafür ist die schon erwähnte Abstraktionsleistung des Sprechenden. Sobald man einmal ein Wort für eine bestimmte Art von Dingen geprägt hat, ist die Identität zwischen dem Ding und dem Wort eingeschränkt und das tatsächliche Bild wird in eine gedankliche Schublade gesteckt.

5.1. Sapir-Whorf und Goethe:

Hier stellen wir die Beziehung zur Farbenlehre wieder her. Goethes Forderung nach den natürlichen Primärfarben, die er durch die prismatischen Versuche belegt, steht im Widerspruch zur Sapir-Whorf Hypothese. Denn genau wie alles andere sind auch die Farbbegriffe durch eine Prägung entstanden, die zwar schon von den äußeren Gegebenheiten wie etwa der Pflanzenwelt, den Lichtverhältnissen und der Landschaft abhängt, ein farbliches a priori, welches der Farbterminologie zugrundeliegt, wird jedoch bestritten.32 Die Sprecher einer Sprache, die kein Wort für bestimmte Farbunterschiede besitzt, können demnach den Unterschied zwischen diesen Farben auch gar nicht registrieren. Diese Kategorisierungen führen zu einer sprachlichen Relativität, die sich in Versuche teilweise bestätigt haben. Läßt man Sprecher verschiedener Sprachen willkürlich Farbbeispiele benennen, so erhält man auch wirklich kein kongruentes Benennungsschema, wonach die Einteilung der Dinge in Begriffe als relativ gesehen wird. Im Gegensatz zu Goethe, der die göttliche Ordnung der Natur durch sein Prisma zu erahnen glaubte, ist das Individuum nun gezwungen, ,,die Welt durch das Prisma seiner Sprache zu sehen"33. Die Sapir-Whorf Hypothese wird im allgemeinen durch die zahlreichen Beispiele von verschiedenen Sprachen unterstützt, deren Farbterminologien sich in irgendeinem Bereich nicht decken.34 Die Verbindungen zwischen der äußeren Umwelt und den dann dafür verwendeten Farbbezeichnungen lassen sich auch teilweise stichhaltig begründen. Interessant ist die Auflistung einiger Farbadjektive und ihr Bedeutungswandel im Laufe der Zeit und in Abhängigkeit von den Lebensräumen der Sprecher.35

5.2. Überprüfung der Grundlagen, auf denen die Sapir-Whorf Hypothese beruht:

Solche Beobachtungen lassen den Schluß zu, daß sich das ganze Farbspektrum willkürlich in eine beliebige Anzahl von Farbkategorien einteilen lassen könnte.

W. Abraham bezieht sich jedoch auf eine im Jahre 1969 von E. Berlin und P. Kay durchgeführte Untersuchung, die sich mit der Auswahl der Lexeme für Farbbezeichnungen befaßt und auffällige Gemeinsamkeiten bei der Verteilung von Farbbezeichnungen festgestellt hat.36 Auch die Nachfolgeuntersuchung von Paul Kay und Chad McDaniel arbeitet universelle, biologisch begründbare semantische Kategorisierungen heraus.37

Ihre Untersuchung widerlegt, meiner Meinung nach eindeutig, die Zufälligkeit und Subjektivität der Einteilungen von Farbkategorien. Der erste Kritikpunkt ist schon, daß nicht die ganzen Farbkategorien von den Sprechern verschiedener Sprachen willkürlich eingeteilt werden sondern nur die Grenzen zwischen den einzelnen Farbkategorien. In jeder Sprache existieren Prototypen von Farbbezeichnungen, an denen sich die anderen Farbadjektive orientieren. Berlin und Kay verwenden den Begriff ,,basic color-terms", den Abraham mit ,,Grundfarbenbezeichnung" übersetzt.38

5.3. Die Grundfarbentheorie von Kay und McDaniel:

Eine sogenannte ,,Grundfarbenbezeichnung" muß verschiedene sprachliche Kriterien erfüllen. Sie darf (a): nur aus einem Lexem bestehen; (b) sich in ihrer Definition nicht auf ein anderes Objekt beziehen; ( c) nicht nur auf eine bestimmte Klasse von Objekten beschränkt sein ( wie etwa ,,blond" auf die Haarfarbe); (d) nur im allgemeinen Sprachgebrauch vorkommen.39 In den 98 Weltsprachen, die Gegenstand dieser Untersuchungen gewesen sind, gab es nur elf verschiedene Grundfarbenbezeichnungen. Diese Zahl ist die Obergrenze, es kann nur Sprachen geben, die weniger Grundfarbenbezeichnungen haben. Außerdem ist die Reihenfolge der Verteilung auf nur 22 Variationen beschränkt, obwohl mathematisch 2048 Kombinationen möglich wären (2048 = 211 ). Als erste Bezeichnungen sind Schwarz und Weiß vorhanden, danach folgt überall Rot. Grün oder Gelb teilen sich den dritten Platz in der Rangliste der Häufigkeit, danach steht Blau, Braun und als letzte Möglichkeiten fakultativ Purpur, Rosa, Orange und Grau.40

Das System ist so zu verstehen daß, wenn eine Sprache ihren Bestand an Grundfarbbezeichnungen ausbauen will, sie nach diesem Schema vorgehen wird.41 Diese Farbkategorien bilden nun die Basis für weitere Untersuchungen über die Beziehungen zwischen Sprache und Farbe. Kay und McDaniel meinen, daß die Verarbeitung von Farbeindrücken im Gehirn sich an diesen Grundfarbenbezeichnungen orientiert, diese sich also als Abstraktionsmaßstab im Denken verwenden lassen. Die Theorie, die mit ,,Color Categories As Fuzzy Sets"42 bezeichnet wird, verzichtet darauf, das Farbspektrum scharf zu unterteilen und schafft dagegen fließende Übergänge zwischen den einzelnen Bereichen.

5.4. Entgrenzung der Farbkategorien durch ,,Fuzzy Sets":

Berücksichtigt werden die chromatischen Farben; Schwarz, Weiß und Grau fallen also heraus. Es wird versucht, die Frage nach der Mitgliedschaft in einer bestimmten Farbkategorie nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantworten zu müssen. Anstelle der eindeutigen Antwort wird ein Funktionswert angegeben, der immer zwischen 0 und 1 liegt. Dieser Wert ist ein Maßstab für den Grad der Erfüllung des Kategorieziels. Die gängigen Farbadjektive orientieren sich analog dazu auch an einem Farbideal, das weiter umschrieben werden kann. Dazu bedient man sich des Farbkategorieadjektives und eines Affixes: ,,Hellrot, Grasgrün, Schmutziggelb, Ferrarirot, ...". Der Grad der Kategorierfüllung ist bei diesen Farben immer kleiner als 1. Auch Farben wie ,,Gelbgrün, Blaurot" können so erfaßt werden, sie erfüllen die Kriterien für zwei Kategorien zu einem Anteil.43

5.5. Formelle und objektive Bestimmbarkeit farblicher Merkmale:

Um sich hier noch am Farbspektrum zu orientieren, muß man sich das Farbspektrum in ein kartesisches Koordinatensystem übertragen vorstellen, mit der Wellenlänge auf der einen Achse aufgetragen und dem Erfüllungswert zwischen 0 und 1 auf der anderen Achse.44 Auf diesem System sind nur vier Farben vorhanden, analog zu der Häufigkeitsverteilung von Farbtermini in den verschiedenen Sprachen. Die anderen Farbbezeichnungen stehen für Zwischenwerte, sie formulieren sich aus den überlappenden Kurven jeweils zweier Farben. Der Schnittpunkt beider Kurven ist dann der Maximalwert der Zwischenkategoriezugehörigkeit.45 Diese Farben haben dann sekundäre Bedeutung.

Mit Hilfe dieses genau definierten, nicht-diskreten Einteilungsverfahrens kann man auch die goetheschen Farbbewertungen wie Wärme und Helligkeit nach festen Maßstäben bewerten, indem man Schnittmengen der Basiskategorien semantischen Begriffen zuordnet.46 W. Abraham ergänzt seinen Artikel mit dem Satz: ,,Die Deutung von Grundfarbkategorien als unscharfe Mengen anstatt Bündel diskreter Eigenschaften oder von Farbfokussen und Farbgrenzen gestattet es, bestimmte Eigenschaften unseres empirischen Wissens über ihre Struktur besser zu berücksichtigen. Zudem entsprechen die Beschreibungen mit den Mitteln der Unschärfelogik in direkter Weise jenen nervösen Reaktionsmustern, die der Farbwahrnehmung zugrunde liegen."47

6. Die neurophysiologischen Untersuchungen als eine späte Bestätigung Goethes?

Verfolgt man die Akzeptanz der Farbenlehre zusammen mit dem Kenntnisstand der Naturwissenschaften bemerkt man, daß die schwere Zeit für Goethes Farbenlehre vorbei ist. Zu einer Zeit, als die mathematisch-naturwisseschaftliche Methode als die alles erklärende Lösung angesehen wurde, bedauerte man die Zeit, die Goethe mit seiner Farbenlehre zugebracht hatte und tat seine Arbeit als Werk der dichterischen Phantasie unter Zubilligung eines gewissen Unterhaltungswertes ab. Man sagte, daß Goethe noch zu sehr in alten Denkweisen verhaftet gewesen sei und deshalb die Methodik der Naturwissenschaften gar nicht habe erkennen können.48 Man warf ihm also durch die Blume Dilettantismus vor. Wo aber, vor allem durch W. Heisenberg, die wissenschaftskritische Weltanschauung Goethes herausgestellt wurde, ist diese Ansicht nicht objektiv vertretbar. Sympathisanten dieser Weltsicht stellen ihn als Vorläufer der Wissenschaftskritik dar, der durch die nun offen zutage getretenen Risiken der modernen Technik schon direkt am Anfang durchschaut hatte.49 Auch seine Ablehnung übermäßiger Abstraktion zugunsten sinnlicher Erfaßbarkeit findet heute, unterstützt durch besagte Untersuchungen, wieder Zustimmung.

7. Fazit:

Ein abschließendes Urteil über Goethe möchte ich mir hier nicht anmaßen. Ziel dieser Arbeit ist es gewesen, einen Überblick über den naturwissenschaftlichen Kontext und die neurophysiologische Umsetzung zu geben. Ich denke nicht, daß Goethe solche Überlegungen mit sich getragen hat, auch weil ihm offensichtliche Irrtümer unterlaufen sind. Das Nebeneinanderexistieren zweier verschiedener Theorien über Licht und Farbe lehnte er kategorisch ab und stellte seine Farbenlehre sehr unbescheiden über die Lehre Newtons. Vergleiche ließ er aus prinzipieller Abneigung gegenüber Newtons Methodik gar nicht erst gelten oder führte die beschriebenen Versuche falsch durch.50 Auch bestätigen die von Kay und McDaniel durchgeführten Untersuchungen zwar ein primäres Vorhandensein von Farbkategorien, widerlegen aber auch die Zuordnung von Violett und Purpur zu den heute anthropologisch und neurophysiologisch bestätigten Grundfarben. Die empirischen Untersuchungen bestätigen biologische Bedingungen als Voraussetzungen für die Farbsemantik und unterstützen Goethes individualistische Beobachtungsweise, obwohl er Einzelbeobachtungen den Status objektiver Tatsachen verlieh.51

Abschließend kann man eine Ehrenrettung Goethes formulieren, indem man seine Denkweise und seine Art, der alles beherrschenden Naturwissenschaft gegenüberzutreten, trotz einiger substantieller Irrtümer als berechtigt und durch die Geschichte bestätigt bezeichnet.

Bibliographie

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[...]


1 Auf diesem Aufstieg zum Brocken basiert auch das Gedicht ,,Harzreise im Winter". Goethe erwähnt den gelungenen Aufstieg mehrere Male, so daß man annehmen kann, daß er auf diese sportliche Leistung recht stolz gewesen sein muß.

2 Vgl. HA 13, S. 615.

3 MA 10, S. 19.

4 Vgl. MA 10, S. 20.

5 S. o.

6 MA 10, S. 20. Mit dem ,,alten Mystiker" ist der griechische Philosoph Plotin (205-270) gemeint.

7 Dargesellt in Sabra, Kap. 9, S. 231 - 250.

8 Vgl. MA 10, S.23.

9 Vgl. MA 10, S. 23 f.

10 MA 10, S. 64

11 Nach Abraham, S. 158 f, ,,Die neurophysiologische Basis der Farbwahrnehmung" sowie Kay u. McDaniel, S. 617 ff, "The neurophysical bases of color perception.

12 So genannt wohl wegen ihrer spezifischen Form.

13,,Infrarot" = ,,unterhalb von Rot", also von geringerer Frequenz als rotes Licht.

14 Die Vorsilbe ,,ultra" wiederum auf die Frequenz bezogen.

15 Ein Gegenstand, der beispielsweise uns Rot erscheint, sendet nicht nur Licht im roten Wellenbereich aus, sondern eine Mischung verschiedenfarbigen Lichts, das aufgrund seiner Zusammensetzung ein charakteristisches Reaktionsmuster innerhalb der Zäpfchen erzeugt und somit als Rot wahrgenommen wird.

16 MA 10, S. 11.

17 S. o.

18 S. o.

19 Vgl. Heisenberg, S. 29.

20 Ders., S. 35.

21 Vgl. Böhler, S. 332 ff.

22 Cassirer, S. 62.

23 Vgl. Böhme, S. 255 f.

24 Vgl. Heisenberg, S. 29.

25 Vgl. Heisenberg, S. 29-32.

26 Ein Beispiel: Um das Jahr 1900 formulierte der Pole? Konstantin Ziolkowski seine allgemeine Gleichung für das Prinzip der Rakete, indem er Newtons mechanisches Axiom von der Verknüpfung zwischen Kraft und Gegenkraft in theoretischen Überlegungen auf den luftleeren Raum übertrug und so die Möglichkeit eines Antriebs im luftleeren Raum bewies. Die Umsetzung des Prinzips fand aber erst etwa 50 Jahre später statt, als die technischen Möglichkeiten die Konstruktion einer solchen Maschine zuließen.

27 Atombombe, Maschinengewehr, biologische und chemische Kampfstoffe, ... Selbst das so vielgepriesene Internet war ursprünglich zu militärischen Zwecken konzipiert.

28 Vgl. Heisenberg, S. 32 ff.

29 De Saussure nennt das ,,Arbitrarität".

30 Das wohl am meisten hierfür verwendete Beispiel ist das des Baumes (lat. arbor). Unter dem Begriff ,,Baum" faßt man eine Gruppe von Pflanzen zusammen, die eine Reihe gemeinsamer , festgelegter Eigenschaften teilen wie etwa eine bestimmte Größe, holzige Stengel, Stamm- und Astgestaltung sowie das Vorhandensein von Blättern oder Nadeln an den Ästen.

31 Im folgenden nach Pelz, Kap. 2.2.

32 Vgl. Abraham, S. 152 f.

33 Siehe Pelz, S. 36 f.

34 Vgl. Abraham, S. 153.

35 Siehe Abraham, S. 170 u. 172.

36 Ders., S. 153.

37 Paul Kay und Chad McDaniel, in: Language 54 / 1978.

38 Siehe Kay u. McDaniel S. 610, Abraham S. 153.

39 Kay u. McDaniel, S. 612.

40 Ders., 614. f.

41 Vgl. Abraham S. 156.

42 Siehe Kay u. McDaniel, S. 621 ff.

43 Ders., S. 622 ff.

44 Vgl. Fig. 6, S. 625.

45 Vgl. Fig. 10, 11, S. 631 f.

46 Ders., S. 637.

47 Siehe Abraham, S. 167.

48 Vgl. Böhler, S. 317 f.

49 S. o.

50 Vgl. Abraham, S. 147 f.

51 Ders., S. 173 ff.

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Goethes Farbenlehre und die Naturwissenschaft
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
2
Autor
Jahr
1999
Seiten
13
Katalognummer
V94737
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Vergleich von Goethes Farbenlehre mit linguistischen Theorien der Farbwahrnehmung und Ihrer Terminologie
Schlagworte
Goethes, Farbenlehre, Naturwissenschaft
Arbeit zitieren
Philipp von Melle (Autor), 1999, Goethes Farbenlehre und die Naturwissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94737

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