Entwicklungsstufen der Lateinischen Schrift bis zum Beginn des Buchdrucks


Hausarbeit, 1994

30 Seiten


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INHALT

I . ZUR ENTWICKLUNG DES INVENTARS DES LATEINISCHEN ALPHABETS

II. DIE SCHREIBSTILE DER LATEINISCHEN SCHRIFT IN DER ANTIKE
scriptura monumentalis - scriptura actuaria
capitalis quadrata - capitalis rustica
Ältere römische Kursive - Jüngere römische Kursive
Unziale
Halbunziale

III. SCHRIFTFORMEN DER LATEINISCHEN SCHRIFT IM MITTELALTER, INSBESONDERE IM DEUTSCHEN KULTURRAUM
Sonderproblematik bei schriftlicher Darstellung deutscher Laute
Merowingische Schrift(en)
Carolina - die Karolingische Minuskel
Formen der karolingischen Minuskel in nachkarolingischer Zeit
Gotische Schriftformen
Die Gotische Minuskel
Die Gotische Kursive
Abbreviaturen

IV. LITERATUR UND ABBILDUNGSNACHWEISE
Literatur
Abbildungen

I . Das Lateinische Alphabet:

Die Entwicklung des Inventars

Das lateinische Schriftalphabet entwickelte sich aus der griechischen Schrift. Dazu bestehen zwei wissenschaftliche Überzeugungen, wovon die ältere1 eine unmittelbaren Übernahme vermutete, die neuere Forschung aber glaubt, daßdie Römer das griechische Alphabet von von den Etruskern annahmen.2

Auslöser dieser Fragestellung sind das Fehlen der Schriftzeichen für b, d, g, o im Etruskischen. Die Etrusker benutzten das Zeichen o sowohl für /o/ als auch für /u/. Die Römer hingegen kannten aber ebenso wie die Griechen stimmhafte wie stimmlose Verschlußlaute, und unterschieden auch o und u. Ein Hinweis, daßaber dennoch die Entwicklung des lateinischen Alphabets über eine etruskische Vermittlung erfolgte, leitete der Forscher Hammarström aus dem Gebrauch des Zeichens c in den ältesten lateinischen Schriftzeugnissen sowohl für g als auch für k her. Dieser Gebrauch war nur im Etruskischen üblich. Es gilt die These, daßdie Etrusker auf die Zeichen b, d, g, o erst zu einer Zeit verzichteten, als die Römer bereits das etruskische Alphabet übernommen hatten. Schon bei den Etruskern wurden _ - K - Q, die Zeichen für den /k/-Laut, in unterschiedlicher Weise benutzt. Das Zeichen _ wandelte sich zu C und wurde vor /i e/ benutzt, K vor allem vor /a/ und Q stand vor dem Lautwert /u/.3

Bei den Römern wurden mit dem Buchstaben C sowohl der Laute /k/ wie auch /g/ dargestellt.4 Durch Hinzufügen eines Strichs, wurde der Buchstabe G geschaffen, eine Schöpfung, die die Überlieferung dem Römer Spurius Carvalius Ruga zugeschreibt.5 Das G nahm die 7. Stelle des lateinischen Alphabets ein und verdrängte das Z, das mit seinem Lautwert /dz/ in der lateinischen Sprachen nicht genutzt wurde. Die Nutzung des C für den Laut /g/ blieb erhalten in den Abkürzungen C. für Gaius und CN. für Gnaeus. Da nun das C für die Darstellung des /g/ - Lautes nicht mehr benötigt wurde und ausschließlich dem /k/ - Laut diente, fiel das Schriftzeichen K im allgemeinen Gebrauch fort und hielt sich nur noch in wichtigen Abkürzungen K, Kal = Kalenden), K = Kaeso, KC = calumniae causa.6 Q nutzten die Römer nicht mehr vor dem Laut /u/ sondern nur noch in Verbindung mit dem Schriftzeichen V als Ausdruck des Lautes /kw/.

Veränderungen der Schriftzeichen wurden neben der Schaffung des Buchstabens G auch in der Schreibweise der Buchstaben P, D und S durch Rundung vollzogen. Während in der Griechischen Schrift das Zeichen _ zu _ weiterentwickelt wurde, wurde in der lateinischen Schrift daraus P. Damit war das Zeichen für den Laut /p/ aber in seiner Form dem griechischen Zeichen P (= rho) gleichgeworden, darum wurde dieses in der lateinischen Schrift zu R umgeformt. Gerundet wurden ebenfalls die Buchstaben _ nach S und _ nach D.7

Die Römer pflegten bis ins 4. vorchristliche Jahrhundert die Schreibrichtung linksläufig oder zeilenweise wechselnd, gingen dann zu einer rechtläufigen Schreibrichtung über. Das lateinische Alphabet umfaßte bis zum Beginn des ersten vorchristlichen Jahrhunderts nur 21 Buchstaben, nämlich A bis X, und wurde dann durch die Buchstaben Y und Z ergänzt, vermutlich um griechische Namen und Lehnworte schreiben zu können. Damit war ein Inventar von 23 Buchstaben erreicht, daßauch im deutschen Kulturraum bis ins 11. Jahrhundert unverändert blieb, sieht man von Schriftbildveränderungen durch Ligaturen ab.

II. Die Schreibstile der Lateinischen Schrift in der Antike

Der Ausgangsschriftstil der lateinischen Schrift war die Römische Kapitale. Aber schon in der Antike findet sich ein stilistisch unterschiedlicher Gebrauch bei der Darstellung des lateinischen Buchstabeninventars. Unterschieden werden mußhierbei vor allem nach dem Beschreibstoff: Stein - Metall - Papyrus - Pergament - Wachs, wobei sicherlich auch die Handhabung der verschiedenen Schreibwerkzeuge Einflußauf die Schriftstile hatte.

scriptura monumentalis - scriptura actuaria

Die ältesten Schriftzeugnisse sind als Schriften in Stein und Metall zu finden.8 Auf diesen beiden Beschreibstoffen finden wir einzeln, oder aber auch nebeneinander, die scriptura monumentalis und die scriptura actuaria.

Die scripta monumentalis zeichnet sich duch eine besondere Regelmäßigkeit aus, die Buchstaben lassen sich alle in das geometrische Element eines Quadrates einschreiben.

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Abb. 1 scriptura monumentalis

Die scriptura monumentalis wurde meist für Aufschriften (tituli) benutzt, sie findet sich vor allem auf Stein.

Daneben wurde eine Variante benutzt, die scriptura actuaria, die sich vor allem auf Metallen verschiedenster Art Anwendung fand. Die actuaria ist in der Regel kleiner ausgeführt als die monumentalis, charakteristisch ist für sie ein leichtere und freiere Formgebung. Sie zeigt einige Buchstaben überhöht andere in ihren Rundungen verzerrt. Prägend für diese beiden Schriften mag auch die unterschiedliche Technik gewesen sein, die zur Beschriftung angewandt wurde. Die erstere wurde mit dem Meißel in Stein eingehauen, die andere mit dem Stichel eingraviert.

capitalis quadrata - capitalis rustica

Neben der Verwendung in der Epigraphik fand die römische Kapitale Anwendung als Buchschrift und als Alltagschrift; die Beschreibstoffe sind hier vor allem Pergament, Papyrus und Wachstafel. Analog zu den o.g. Schriften lassen sich auch hier zwei Schreibstile voneinander trennen. Sie tragen die Bezeichnungen capitalis quadrata (auch capitalis elegans) und capitalis rustica. Der Name der letzteren Schrift soll nicht auf mangelnde Feinheit hinweisen, sondern die Schriften unterschieden sich vor allem durch einen unterschiedlichen Verwendungsanlaß. So ist die capitals quadrata vor allem Buchschrift, insbesondere in Gebrauch für Prachthandschriften die rustica hingegen die Schrift der heidnischen Schriftsteller.9 Die capitalis quadrate hat sich über viele Jahrhunderte erhalten, vor allem bei Buchtiteln, Überschriften, Initialen Anwendung gefunden und lebt auch heute noch in den Großbuchstaben der lateinischen Druckschrift weiter.10

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Abb. 2 capitalis quadrata

Die capitalis quadrata weist einen feierlichen und wuchtigen Ausdruck auf, und erinnert sehr an die scriptura monumentalis. Die capitalis rustica ist im Vergleich dazu wesentlich flüssiger und mit Schwung ausgeführt, die Buchstaben stehen dichter gedrängt, sind nicht mehr in ein Quadrat einzuschreiben, sondern jetzt mehr wesentlich höher als breit. Es fällt auf, daßsich einige Buchstaben gewandelt haben. Dem A fehlt meistens der Querstrich, die Querstriche bei E, F, T und L sind recht kurz gehalten, einige Buchstaben überschreiten geringfügig die Grenzen des bisherigen Zweiliniensystems: B, F, L nach oben und G, L, N und V nach unten hin. Das H ist oft in sehr unterschiedlichen Formen ausgeführt.11

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Abb. 3 capitalis rustica

Ältere römische Kursive - Jüngere römische Kursive

Für den alltäglichen Gebrauch entwickelte sich -spätestens zu Zeiten des Augustus- aus der Kapitalis eine besondere Variante, die sogenannte römische Kursive. Sie diente dem alltäglichen Geschäftsverkehr und brieflichen Mitteilungen. Die Bezeichnung Kursive ist im Grunde ein Sammelbegriff, der den ,,laufenden" Charakter dieser Schrift unterstreicht und mit dem verschiedene Erscheinungen zusammengefaßt werden. Erkennbar sind zwei Stufen, die mit den Bezeichnungen Ältere und Jüngere römische Kursive unterschieden werden.12

Die Ältere römische Kursive hat sich erhalten auf Wachstäfelchen, in Wandkritzeleien und in Papyrusfragmenten. Die hier benutzte Bezeichnung, Ältere römische Kursive, hat sich in der Wissenschaft bislang noch nicht allgemein durchgesetzt. Die Wissenschaft konnte, so Förster in seinem Abrißder lateinischen Paläographie, bislang noch zu keinem Konsens finden, weshalb auch noch verschiedene andere Bezeichnungen für diese Schrift in Gebrauch sind (Kursivschrift, Geschäfts- und Vulgärschrift, Kapitalkursive, Majuskelkursive, u.a.).13 Die bis ins 3. Jahrhundert vorherrschende Ältere römische Kursive zeigt verschiedene Buchstaben in einer veränderten Form. Auffallend sind vor allem:

- B, das aus einem Bogen nach links und einem langen Hals besteht,
- D, ebenfall mit einem Bogen nach links aber mit einem nach oben gerichteten Strich,
- E in gerundeter Form oder in Hakenform,
- H verliert die obere Hälfte des rechten Schaftes,
- Q wird zu einem schmalen schrägen Oval, der Ansatz der Cauda verlagert sich nach oben,
- R verwandelt sich zu einem langen Schaft mit einem schwungvollen Deckstrich.

Die Formen der Buchstaben A - R , B - D nähern sich an, bei verbundenem Schreiben verschwinden die Unterschiede zwischen C - P - T.14

Es ist ein Bestreben erkennbar, die senkrechten, teilweise aber auch die waagrechten Striche schräg zu stellen, was seine Ursache darin haben kann, daßvermehrt Papyrus als Beschreibstoff eingesetzt wurde. Durch die Schrägstellung der Buchstaben konnte der Schreiber der Rillenstruktur des Papyrus begegnen. Darüber hinaus ermöglichten die schräggestellten Buchstaben ein flüssiges Schreiben, insbesondere in Verbindung mit den zunehmend gebräuchlichen Ligaturen. Erstmalig sind in dieser Schrift Ansätze zu beobachten, die für spätere Entwicklungen entscheidend sein sollten: Die Überschreitung des Zweiliniensystems und die Tendenz zur Rundung der bislang geraden Schäfte.15

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Abb. 4 Ältere römische Kursive

Die Weiterentwicklung der Älteren römischen Kursive war im 3. Jahrhundert so deutlich fortgeschritten, daßvon da an von einer eigenständigen Entwicklungsstufe gesprochen werden kann. Diese neue Schriftform, für die die Wissenschaft ebenfalls noch keine eindeutige Bezeichnung gefunden hat, wird analog zur vorherigen mit Jüngere römische Kursive bezeichnet. Sie diente vor allem als Urkundenschrift zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert.16

Von besonderer Bedeutung ist diese Schrift, weil sie als Ausgangsform anzusehen ist für eine Reihe von regionalen Sonderentwicklungen. Zu nennen sind hier :17

- Kuriale - 4. Jhd.
- Italienische Halbkursive - 6. Jhd.
- Langobardisch - 9. Jhd.
- Beneventanisch - 9. Jhd.
- Gallisch - keltische Schrift - 5. Jhd.
- Merovingisch - 7. Jhd.
- Westgotisch - toletanisch - 6. Jhd.
- Irisch - 7. Jhd.
- Angelsächsisch - 8. Jhd
- Vorkarolingische Minuskel - 8. Jhd.

Von besonderer Bedeutung ist allerdings, daßsich in der Jüngeren römischen Kursive erstmals die Buchstaben-Grundformen unseres kleinen lateinischen Schriftalphabets erkennen lassen: Neben die älteren Majuskeln waren die Minuskeln hinzugetreten. Auch wenn das Vier-Liniensystem noch nicht ganz erreicht ist, so ist doch die Entwicklung dahin sehr deutlich.

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Abb. 5 Jüngere römische Kursive

Gemein mit der Älteren römischen Kursive ist dieser neuen Schrift die flüchtige Form der Buchstaben, die Neigung zu Ligaturen und die unterschiedliche Höhe von Buchstaben. Abheben von ihrer Vorgängerin vermag sie sich aber durch ein wesentlich differenzierteres Bild der Buchstaben, durch die konsequente Weiterführung in der Loslösung von der Ebenmäßigkeit der Kapital-Schrift-Buchstaben. Die Gestalt der Buchstaben ist uneinheitlich. Es lassen sich drei große Gruppen ausmachen :

Mittelbuchstaben - a, m, n, o, t, v

Oberlängenbuchstaben - b, d, h, l und

Unterlängenbuchstaben - g, p, q

Die zunehmende Verflüssigung der Schrift und die immer mehr zunehmende Verwendung von Ligaturen bewirken häufig eine Umformung und teilweise Auflösung der bisherigen Buchstaben.18 Bischoff spricht in diesem Zusammenhang von einem Auftreten neuer Formen, die neben den alten Verwendung fanden und diese allmählich verdrängten.19 Die Schrift hatte sich aufgerichtet, wodurch die Oberlängen sehr deutlich hervortraten; erkennbar wird das Bestreben, Oberlängen mit Anschwüngen zu versehen. Eine Neuerung ist ebenfalls das Mitschreiben von Luftlinien, wodurch z.B. die Köpfe der Buchstaben B - E und F Schleifen erhalten. Das G wird nun sehr lang gezogen und verflüchtigt, so daßsein Aussehen einer 3 sehr ähnlich wird und erhält noch einen Deckstrich.

Unziale

Parallel zur Jüngeren römischen Kursive war eine Schrift in Gebrauch, vor allem als Buchschrift, die schon von Hieronymus mit dem Namen Unziale bezeichnet wurde.20 Diese Schrift ist eine Fortbildung der Kapitale und ihr ist als besonderes Merkmal zu eigen, daßsie noch das Zweilinienschema bewahrt. Im Unterschied zur Kapitale sind die ehemals geraden Schäfte der Buchstaben stark gerundet, als besonders ausgeprägt sind die Buchstaben A - D - E - M - H - Q zu nennen. Für diese Buchstaben ist festzuhalten, daßsie in ihrer Form den Buchstaben unseres kleinen lateinischen Alphabets sehr nahe kommen. Nur wenig abweichend, oder sogar ganz unverändert sind die Buchstaben B - C - F - G - I - N - O - R - S im Vergleich zur Kapitale. Die Buchstaben P - S - T - U unterscheiden sich von den Schriftzeichen der Kapitale durch ihre Rundungen, die stärker ausgeprägt sind als bei der capitalis rustica.

Als besonders förderlich für die Entstehung dieser lateinischen Schriftart ist die sich ausbreitende Verwendung von Pergament zu nennen. Anders Papyrus besaßPergament eine relativ glatte Oberfläche und war für das Schreiben gerundeter Buchstaben wesentlich besser geeignet. Die Unziale diente bis ins 8. Jahrhundert vorwiegend als Buchschrift, wo sie ab dem 5. Jahrhundert die immer noch benutzte Kapitale allmählich verdrängte. Neben der bereits dargestellten Überlegung, daßdie Unziale eine Weiterentwicklung aus der Kapitale sei, finden sich auch Überzeugungen, wonach die Unziale eine ,,Kompromiß" zwischen Kapitale und Jüngerer römischer Kursive sei (Brandi) oder daßdie Unziale von einer archaischen Halbunziale abstamme ( von Ottental; Steinacker).21

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Abb. 6 Unziale - 4. Jahrhundert

Die Unziale erfuhr verschiedene Entwicklungstufen, so war die Schrift im 4. und vor allem ab dem 5. Jahrhundert gedrungen, hatte eine große Regelmäßigkeit im Wechsel zwischen starken und feinen Linien, das Zweiliniensystem wurde geringfügig gestört durch H - L nach oben und P - Q nach unten hin. Breit wurden M - N - U ausgeführt, hingegen F - L - P - S - T schmal.

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Abb. 7 Unziale - /. Jahrhundert

Vom 5. bis 8. Jahrhundert ist feststellbar, daßdie Buchstaben breiter werden, der erste Schaft des M nach innen gebogen wird, A verliert den spitzen Winkel und erhält dafür einen Bogen, der Bogen des P wird vergrößer und bis an die Grundlinie gezogen. Das Zweilinienschema erfährt nach oben und unten hin Durchbrechungen. Beachtenswert ist weiterhin, daßWorttrennungen erst allmählich vorgenommen werden. In ihrer Spätzeit ist die Unziale entweder sehr kunstvoll, mit einer starken Neigung zur Künstelei, oder sie erscheint recht plump. Zu dieser Zeit finden sich Ligaturen mitten in den Zeilen, oft unter Verwendung von Minuskelformen.

Halbunziale

Mit der Schriftform der Halbunziale endet die Reihe der antiken lateinischen Schriftstile. Trotz der Namensverwandtschaft ist die Halbunziale keine Sonderentwicklung der Unziale, sondern vielmehr eine selbständige Schriftart, die in sich Elemente der Kapitale, der Unziale und der Jüngeren römischen Kursive vereinigt. Diese Schrift existierte gleichzeitig neben der Unziale und diente wahrscheinlich als Schrift für den alltäglichen Gebrauch. Bekannt ist sie auch unter der Bezeichnung vorkarolingische Minuskel (Wattenbach).22 Diese Bezeichnung verweist auf ihr sichtbarstes Merkmal: die Hinwendung zum Vierlinienschema.

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Abb.8 Halbunziale

Herausragende Veränderungen erfuhren die Buchstaben a - g - N - r. Der Buchstabe a erscheint in drei Formen: als das a der Unziale, in einer Schreibweise die stark an cc erinnert, dann mit einem großen linken Bogen in Verbindung mit einem geraden, unten gebogenen Schaft, dem sogenannten ci-a.23 Das g weist die eine Form ähnlich einer 3 auf, der obere Bogen ist nur ansatzweise ausgeführt, an seine Stelle tritt eine horizontale, oft wellenförmige Linie. Das N wird meist als Majuskel in der Größe eines Mittelbuchstabens (im Vierliniensystem) ausgeführt. Das r erhält einen breiten Schulterstrich, der oft weit herabhängt.

Die Buchstaben g - d - h - l besitzen ausgeprägte Ober-, die Buchstaben f - g - p - q hingegen deutliche Unterlängen, wodurch ein Vierlinienschema ausgeprägt wird. Der in der Jüngeren römischen Kursive angedeutete Übergang von der Majuskel zur Minuskelschrift ist mit der Halbunziale vollzogen.

Weitere Merkmale sind Ligaturen, häufig am Ende der Zeile, oder, wenn sie innerhalb einer Zeile benutzt werden, unter Verwendung von Zungen, Querstrichen und Bögen vorangegangener Buchstaben, so daßkein Buchstabe verändert wird. Die Satzanfänge zeichnen sich häufig durch vergrößerte Buchstaben aus, Punkte dienen oft als Interpunktionszeichen. Neue Abschnitte werden gekennzeichnet, in dem ein Buchstabe in den Randbereich gerückt wird.

III. Schriftformen der Lateinischen Schrift im Mittelalter, insbesondere im deutschen

Kulturraum

Nach Untergang des Römischen Reiches wurde die lateinische Schrift von den Völkern des nun politisch zersplitterten, ehemals römischen Kulturkreises weitergeführt und selbständig weiterentwickelt. Parallel zum politischen Auseinanderbrechen fällt im kulturellen Bereich die Einheitlichkeit der Schrift weg. Als Ausgangsstile für eine eigenständige Schriftentwicklung dienten die Halbunziale, vor allem aber die Jüngere römische Kursive. Wir finden in dieser Völkerwanderungsepoche und der sich anschließenden Zeit die Westgotische Schrift in Spanien, die Insulare Schrift in England, die Merowingische Schrift im Frankenreich, die Italienische Schrift in Italien (unterschieden in die Langobardische und die Süditalienische Schrift) und im kirchlichen Bereich tritt noch die päpstliche Kuriale hinzu. In neuerer Zeit werden diese ,,Nationalschriften" unter der Bezeichnung vorkarolingische Minuskel zusammengefaßt, wobei die Verschiedenheiten nach Schreibschulen unterschieden werden.

Sonderproblematik bei schriftlicher Darstellung deutscher Laute

Für den deutschen Kulturraum wurde die Bindung an die Lateinische Schrift durch die Merowingische Schrift aufrechterhalten. Die eigentliche germanische Schrift, die Runen, konnte sich nicht als Verkehrs- und Buchschrift durchsetzen und diente vor allem kultischen Zwecken. Ebensowenig Durchsetzungsfähigkeit war der von Wulfila geschaffenen Gotischen Schrift beschieden.

Solange mit lateinischer Schrift in lateinischer Sprache geschrieben wurde, war eine Nutzung universal möglich. Allerdings wurde das Bedürfnis immer stärker, die lateinische Schrift für die deutsche Sprache zu verwenden, was große Probleme aufwarf. So war um 830 der Tatian geschrieben worden, eine Evangeliendichtung in Prosa (als Übersetztung aus dem Lateinischen) und Otfrid von Weißenburg hatte zwischen 863 und 871 sein Evangelienbuch verfaßt. Die Laute der deutschen Sprache waren mit der lateinischen Schrift aber nicht ohne weiteres darstellbar. So klagte Otfried von Weißenburg in einem Brief (in lateinischer Sprache) an Luitbert von Mainz über diese Schwierigkeiten:

,, ... Wie diese nichtlateinische Sprache ungepflegt, ungeschult und nicht gewöhnt ist, den Regelzaum der Grammatik zu tragen, so ist (auch) die Schreibung bei vielen Wörtern infolge der Häufung der Buchstaben und ihrer unklaren Lautqualität schwierig. Denn manchmal verlangt sie, wie ich vermute, drei u, beim Sprechen sind dann die beiden ersten, wie mir scheint Konsonanten, während der dritte ein Vokal bleibt; gelegentlich aber habe ich die Vokale a, e, i, und u schreiben müssen (ohne da ßdamit der eigentliche Laut deutlich bezeichnet wird): dort schien es mir richtig, ein y dazuzuschreiben. Aber auch diesem Buchstaben (und seiner Lautqualität) verweigert sich diese Sprache manchmal, bei einem gewissen Laut l äßt sie sichüberhaupt nur schwer mit einem bestimmten Buchstaben verbinden.

K und z, Buchstaben, die die Grammatiker fürüberflüssig halten, verwendet diese Sprache sehr oft anders als das Lateinische. Z gebraucht man manchmal, wie ich vermute, in dieser Sprache wegen des Zischens zwischen den Zähnen, k dagegen wegen seines Rachenlautes Hier findet man sehr oft i, o und dieübrigen Vokale mit i zusammengeschrieben, manchmal bleiben diese Lautfolgen der Aussprache nach getrennte Vokale, manchmal werden sie verbunden, wobei der erste konsonantische Qualität erhält."24

Ergebnis der Bemühungen, die Laute der deutschen Sprache in lateinische Buchstaben umzusetzen, war das Einfügen der Buchstaben u, w und j in das Lateinische Alphabet als Schriftzeichen für eigenständige Laute.

Ursprünglich wurde in der ahd. Sprache das u neben seiner eckigen Form v, gleichwertig sowohl für den Vokal /u/ wie auch für den Konsonaten /f/ benutzt, daneben in der Form v-v, u-v, v-u zum Ausdruck des Konsonanten /w/.25 Wortbeispiele sind dafür :

- ubar, vbar - über,
- uaran, varan - fahren und
- vveiz, uveiz, vueiz - ich weiß(Präterito Präsentium)

Das Bedürfnis, hier differenzieren zu können, führte nicht zu Buchstabenneuschöpfungen, sondern zu der eindeutigen Zuordnung eines Graphems zu einem bestimmten Laut. Das W als eindeutig zugeordnetes Schriftzeichen für den /w/ - Laut kennen wir seit dem 11.-12.

Jahrhundert, die eindeutige Trennung von u und v als eigenständige Schriftzeichen für /u/ und /f/ seit dem 17. Jahrhundert. Anzumerken ist, daßsich schon im 10. Jhdt. der Brauch herausgebildet hatte, V vor allem als Initiale, und u als ,,kleinen Buchstaben" zu benutzen (die Lautqualität wurde dabei aber noch nicht unterschieden!).26

Auch kannte man für den Halbvokal j kein eigenes Schriftzeichen, es wurde das i darum für den Vokal /i/ und gleichzeitig für den Halbvokal /j/ benutzt. Nach verschiedenen Bemühungen, eine deutliche Scheidung zwischen den unterschiedlichen Lauten sichtbar zu machen, -so benutzte Notker dazu eine Akzentuierung, iu(uu)ër - euer (hier als /i/) - iâr - Jahr, iûng - jung, oder es wurde zeitweise zum Ausdruck des Halbvokals /j/ ein g benutzt,27 - wurde dann erst im 17. Jahrhundet eine eindeutige Trennung der unterschiedlichen Laute durch eine unterschiedliche Schreibweise vollzogen. Allerdings war das j als Schriftzeichen schon länger bekannt und in Gebrauch, lautlich aber nicht von i unterschieden. Wir kennen es z.B. aus der mittelalterlichen Darstellung römischer Zahlen, Xiij = 13, wo i und j die gleiche Bedeutung haben.28

Das Inventar des deutschen Alphabets wuchs somit von 23 (21 lateinischen + 2 griechischen Buchstaben) auf 26 eigenständige Buchstaben an.

Merowingische Schrift(en)

Die Weiterentwicklung der lateinischen Schrift im fränkischen Kulturkreis führte zu der Herausbildung der merowingischen Buchschrift und der merowingischen Urkundenschrift. Ihr charakteristisches Merkmal ist vor allem die Betonung der Vertikalen, das Auseinanderziehen der Buchstaben in der Länge mit gleichzeitiger keulenartiger Verdickung der Oberlängen, so daßdie Buchstaben dieser Schrift oft wie ,,abgeschnürt" aussehen. Die Streckung der Buchstaben bewirkten zwangsläufig größere Zeilenabstände, rücken aber auch dichter aneinander und sind oftmals leicht nach links geneigt. Ligaturen wurden sehr häufig benutzt und erscheinen in vielfältiger Form. Von dieser Zeit an war die Schriftentwicklung in Deutschland, auch in späterer Zeit, immer wieder geprägt vom der Auseinandersetzung des romanischen, d.h. waagerechten, mit dem gemanischen, dem vertikalen Schriftprinzip (so z.B. Gotische Schrift - Renaissance Schrift).29

Die merowingische Schrift wurde für Königsurkunden benutzt, aber auch für Bücher. Auf Grund der Uneinheitlichkeit und damit der Vielfältigkeit der Schriftform, ist der Name Merowingische Schrift nicht allgemein anerkannt. Einwände erhoben z. B. P. Lehmann und Traube, letzterer will den Namen nicht für die merowingische Buchschrift gelten lassen.30 Es wird vielmehr eine Unterscheidung nach Schreiborten favorisiert.

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Abb. 9 Merowingische Urkundenschrift

Das älteste Zeugnis der merowingischen Schrift ist ein Königsdiplom Chlotars II. aus dem Jahre 625, auf Papyrus geschrieben. Da die Schrift hier schon sehr ausgeprägt ist, müssen die Anfänge dieses Schriftstils erheblich vor dem Jahre 625 liegen.

Carolina - die Karolingische Minuskel

Mit dem Übergang der merowingischen Teilreich in das fränkische Reich Karls des Großen ist auch eine wesentliche Änderung der Schrift zu verknüpfen. Die provinziellen Sonderentwicklungen innerhalb der westlichen Welt wurden überwunden und an ihre Stelle trat eine neue Schrift, deren Ursprung allerdings nicht eindeutig zu belegen ist. So wird diese karolingische Schrift, insbesondere ihre Verbreitung, dem Mönch Alkuin zugerechnet, nach anderer Sichtweise soll sie der karlingischen Palastschule entstammen, dritte Stimmen schreiben sie den Schreibstuben der großen Klöster oder den Kanzleien der Bischofssitze Austrasien zu, vierte wiederum italienischen Einflüssen. Konsens konnte hier bislang nicht gefunden werden.31 Diese Schrift fand aber sehr rasch Verbreitung und wurde zur Grundlage der Schriftformen aller west- und nordeuropäischen Sprachen, gleich ob romanischen, germanischen oder westslavischen Ursprungs.

Die Carolina ist eine selbständige Schrift, die sich unter insularen, italienischen und westgotischen Einflüssen aus Nebenformen der Halb-unziale entwickelt haben soll.32

Allerdings gehen auch hier die Auffassungen sehr weit auseinander, da sie ja unmittelbar mit der Frage nach dem Ursprung der Schrift verbunden ist. Förster stellt dazu in seiner Untersuchung zur Lateinischen Paläographie die unterschiedlichen Auffassungen heraus.33 Charakteristisch für die Carolina ist ihr einheitlicher Gebrauch: sie wurde sowohl als Urkundenschrift wie auch als Buchschrift und für die alltäglichen Schreibbedürfnisse eingesetzt. Der bisherige Dualismus zwischen Buchschrift und Gebrauchsschrift wurde damit hinfällig. Wichtiges Argument für die Durchsetzung der Schrift war ihr leicht annehmbarer, formschöner Duktus, der sich wesentlich von den bisherigen oft verderbten Nationalschriften der vorkarolingischen Zeit abhob.

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Abb. 10 Karolingische Minuskel

Die Buchstaben sind dem Vierlinienschema voll angepaßt, daher auch die Bezeichnung Karolingische Minuskel. Es sind darum zu unterscheiden:

- Mittelbuchstaben - a, c, e, i, m, n, o, r, t, u, v, ggf auch z
- Oberlängenbuchstaben - b, d, f, h, k, l und lange s
- Unterlängenbuchstaben - p, q, g

Frühere bei Unziale und Kursive vorgenommene Buchstabenveränderungen werden zurückgenommen und auf ihre ursprüngliche Form zurückgeführt. So z.B. bei a, dessen offene Kursivform vom geschlossenen a verdrängt wird, so bei c und e, deren durch Einkerbung kursive Formen wieder verschwinden. Auch das r, das zeitweise sehr lang heruntergezogen war, wird rückgeführt als reiner Mittelbuchstabe benutzt. Duch Umbiegen der Schäfte von i, m und n nach rechts auf der unteren Mittellinie erhalten wir die Grundform der kleinen Buchstaben des lateinischen Alphabets. Darüber hinaus wird die Lesbarkeit erhöht durch das Hervorheben von Buchstaben bei Satzbeginn duch Majuskelbuchstaben oder vergrößerte Minuskeln und die Markierung von Abschnitten durch Punkte.

Formen der karolingischen Minuskel in nachkarolingischer Zeit

Bis ins 12. Jahrhundert fand die karolingische Minuskel in unterschiedlichen Formen Anwendung und wurde immer wieder weiter entwickelt, ohne daßvon der Schöpfung eines neuen Schriftstils gesprochen werden kann. Die Schrift dieser Epoche wird als ,,ausgebildete Minuskel" (Wattenbach), jüngere Rundbogenminuskel (Chroust), nachkarolingische Schrift (Sickel), neukarolingische Schrift (Paoli) und romanische Schrift (Löffler) bezeichnet.34 Besonderes Merkmal dieser Zeit ist die allmähliche Hinwendung von der Rundung zu einer Brechung, wobei gilt: je stärker die Brechung, desto jünger die Schrift. Feststellbar ist nach dem Auftreten der einfachen Brechung der Beginn eines Strebens zu zweifacher Brechung seit dem 13. Jahrhundert.

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Abb. 11 Minuskel der nachkarolingischen Zeit mit beginnender Brechung

Diese Abkehr von der Rundung führte zu einer Betonung des vertikalen Prinzips, das besonders auffällig bei der Urkundenschrift, der diplomatischen Minuskel ausgeprägt ist, wo dafür der Begriff Gitterschrift gebräuchlich wurde. Bei diesem Typus der Karolingischen Minuskel wurde der schon aus vorkarolingischer Zeit bekannte große Zeilenabstand notwendig. Die hoch herausgezogenen Oberlängen wurden durch zierliche Schleifen und Schlingen ausgeschmückt, die Ligaturen, insbesondere ct und st wurden auseinandergezogen.

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Abb. 12 Gitterschrift, Diplomatische Minuskel der nachkarolingischen Zeit

Die Hinwendung zur Vertikalen zeigt auch die damals verwendete Buchschrift. Allerdings finden sich hier nicht die ausgeprägten Verzierungen der Oberlängen, wie sie in den Urkunden zu finden sind.

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Abb. 13 Buchschrift der nachkarolingischen Zeit

Gotische Schriftformen

Die in der nachkarolingischen Zeit zu verzeichnende, immer stärker werdende Tendenz zu einer Brechung der Schriftzeichen, führte im 13. Jahrhundert zum Erreichen eines neuen Schriftstils, der Gotischen Schrift. Bemerkenswert ist die gleichzeitige Entwicklung der Architektur von der den Rundbogen betonenden Romanik (hier findet sich das romanische- waagerechte Prinzip wieder), zum aufstrebenden gotischen Baustil (wo das gemanisch- vertikale Prinzip erkennbar ist).

Auffallend ist hier besonders die Aufrichtung und Streckung der Buchstabenschäfte -f und langes s werden auf die untere Mittellinie gestellt- und die gleichmäßige Brechung der Buchstaben im Kopf- und Fußbereich. Zwischen den Schäften werden durch Haarlinien Verbindungen geschaffen, dort wo Buchstaben mit Bögen aneinanderstoßen werden diese Verbindung über sogenannte ,,Bogenverbindungen" hergestellt. Die Schäfte werden häufig oben leicht gegabelt.

Die Bezeichnung Gotisch für diese Schrift, wurde allerdings erst später gefunden und setzte sich dann im 18. Jahrhundert für diesen Schriftstil durch. Im Grunde handelt es sich dabei um eine negativen Begriff, der den Humanisten zuzuschreiben ist, die das Mittelalter als eine barbarische -sprich:gotische- Zeit ablehnten.35 Wichtig ist die Gotische Schrift, die im ganzen abendländischen Raum Einzug gehalten hatte, besonders für die Entwicklung in Deutschland, wo sie die Ausgangsform für die Sonderentwicklung der deutschen Kurrentschrift wurde.

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Abb. 14 Alphabet der deutschen Kurrentschrift, die aus der gotischen Schrift hervorging

Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert waren teilweise sehr unterschiedliche Ausformungen der Gotischen Schrift in Gebrauch, die auf Grund ihrer Vielfältigkeit nicht mehr zu differenzieren sind. Vor allem hat das seinen Grund in der verstärkten Schriftlichkeit. Verstärkt in mehrfacher Hinsicht, zum einen durch eine stets anwachsende Zahl von Schreibkundigen, jetzt mit Beginn der Städtegründungsbewegung vor allem auch von Nicht-Klerikern, zum anderen aber auch durch das gewachsene Bedürfnis, vor allem die privaten Rechtsakte in Schriftform festzuhalten. Ebenfalls fällt in diese Zeit die Einführung des Papiers, das zu Anfang neben dem Pergament benutzt wurde, dann dieses aber verdrängte und die Voraussetzung für den Beginn des Aktenwesens im 15. Jahrhundert war.

Kennzeichnend für den Schriftduktus der Gotischen Schrift ist die besondere Sorgfalt und Regelmäßigkeit in der Ausformung und Größe der Schriftzeichen. Sichtbar wird ein Streben nach Geschlossenheit und Gleichmaßder Schrift. Auch bei einzelnen Zeichen sind Veränderungen sichtbar. Der Schaft des a, der nun nicht mehr schräg sondern gerade steht, wird oben soweit nach links gebogen, daßer auf dem Bauch des a ausläuft, wodurch die Grundform ,,doppelstöckig" wird. Differenziert wird nun auch der Buchstabe s eingesetzt, der am Wortbeginn und in der Wortmitte die lange Form, am Wortende die runde Form benutzt, die dann im 14. Jahrhundert der Ziffer 8 recht ähnlich kommt. - Schon im 11. Jhdt. hatte man zur Differenzierung bei Doppel-i zwei dünne Striche darüber gesetzt, in der weiteren Entwicklung wurde dann auch ein einzeln stehendes i mit Strich gezeichnet, bis vom 14.

Jahrhundert an der i-Punkt gebräuchlich wurde.

Regelmäßiger und häufiger wird der schon aus der nach-karolingischen Zeit bekannte Gebrauch von Majuskeln oder vergrößerten Minuskeln zu Beginn eines Satzes. Neu ist aber nun die Kenntlichmachung von Abschnitten durch einen sogenannten Initial-Buchstaben. Dieser Buchstabe ist wesentlich vergrößert und greift in die darunter gelegenen Zeilen über, stammt häufig auch aus einer anderen Schrift. Vor allem haben hier Majuskelbuchstaben der Unziale Verwendung gefunden. Beliebt war auch seine zeichnerische Ausgestaltung mit Linien, Ornamenten oder durch Miniaturen.

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Abb. 15 Initiale ,,L" in einer Urkunde König Ludwig des Baiern

Differenziert betrachten lassen sich aber innerhalb der Gotischen Schrift zwei Hauptgruppen:

- Die Gotische Minuskel und die
- Gotische Kursive.

Die Gotische Minuskel

Beide Schriften fanden zwar universalen Gebrauch, doch lassen sich Schwerpunkte ausmachen. Die Gotische Minuskel war vor allem Buchschrift, die Gotische Kursive hingegen vor allem Gebrauchsschrift, insbesondere Urkundenschrift.

Die Gotische Minuskel wurde besonders gerne für Prachtbände benutzt brachte und fand in ihrer Ausprägung als littera grossa seu psalterialis häufig Anwendung für Meßbücher.

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Abb. 16 Gotische Minuskel als Buchschrift

Eine besondere Form dieser Minuskel, sie besaßdie doppelte Brechung der Schäfte, dazu aber eine Ausformung der Köpfe und Füße zu kleinen Quadraten, wurde unter dem Namen Textura bekannt und war die Schrift der ersten Druckwerke des Johann Gutenberg.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 17 Gotische Minuskel in der Ausformung Textura

Parallel zur Entwicklung der Textura mit ihrer doppelten Brechung entstand in Italien eine weitere wichtige Ausformung der Gotischen Minuskel. Sie war weniger stark gebrochen, und sie hatte einen leichten Hang entwickelt, in die Breite zu gehen. Diese Schrift, Rotunda bildet eine Vorstufe der späteren Renaissance-Antiqua, die ihrerseits wieder für die weitere Schriftentwicklung in Deutschland wichtig wurde.36

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 18 Rotunda (ital. Ausformung der Gotischen Minuskel)

Die Gotische Kursive

Diese Gotische Kursive war vor allem eine Schrift weniger des Schön-Schreibens, als vielmehr des flüssigen Schreibens. Sie diente vor allem als Urkundenschrift und für die notwendigen Schreibarbeiten des Alltags. Begünstigt wurde die Ausformung dieser Stilrichtung auch durch die Einführung des Papiers, das auf Grund seiner Wirtschaftlichkeit den Schriftverkehr im Alltag förderte. Die oben angedeutete Verflüssigung der Schrift bei der Kursive wird deutlich durch die Verwischung von Brechung und der für die Minuskel so wichtigen Beachtung der Größenverhältnisse der Buchstaben. Zügig werden die Schriftzeichen aneinandergebunden, dabei laufen die Verbindungslinien aber nun nicht mehr oben oder unten, sondern sind Diagonalstriche .37

Auffällig ist das insbesondere bei den Buchstaben m - n - i - u. Das u erhält darüberhinaus zur deutlicheren Unterscheidung vom n einen kleinen Haken. Weiterhin auffällig sind die kräftigen Ausbeulungen in den Schlingen und Schleifen der Oberlängen allgemein, die als Folge der flotteren Schreibweise betrachtet werden müssen.

Gleiches gilt für das g, wo die Schlinge der Unterlänge oft bis in die Mittellinie wieder hinaufgezogen wird.

Das d erhält eine Neigung nach links, gleichzeitig dabei aber eine Schwungtendenz nach rechts. Die hochgezogene Schlinge der Unterlänge kann unter Umständen sogar die

Verbindung zum nächsten Buchstaben bilden, wenn sie über das g hochgezogen wird. Das h nimmt im Laufe der Entwicklung eine langgestreckte Form an und erhält eine Schlinge an der Unterlänge, womit es sehr nahe der Form des h in der späteren deutschen Kurrentschrift kommt. Das r erscheint in der Gotischen Kursive in dreierlei Form: zum einen als senkrechter Strich zwischen den beiden Mittellinien, mit einem kurzen Diagonalstrich von unten nach rechts oben, zum anderen kann dieser Diagonalstrich auch nahezu parallel zu dem Schaft nach oben laufen und oben mit einem kurzen waagrechten Strich nach rechts abschließen. Die dritte Version des r ist ein nach links offener Bogen zwischen den beiden Mittellinien, an dessen unterem Ende sich nach rechts ein kleiner waagerechter oder abgeschrägter Strich anschließt. Das kennt zwei verschiedene Ausführungen, die wie o.g. differenziert eingesetzt werden. Das lange, gestreckte s zu Wortbeginn oder in der Wortmitte, das der Ziffer 8 ähnliche runde s am Wortende.

Beim t lassen sich Veränderungen im Querstrich feststellen. Häufig liegt dieser nicht mehr auf dem Buchstabenschaft, sondern rutscht nach unten und kreuzt letzteren. In einer weiteren Ausführung liegt der Querstrich nicht mehr mit seiner Mitte auf dem Schaft auf, sondern setzt oben am Schaft an und wird kurz nach rechts gezogen, was zu Verwechslungen mit dem c führen kann. Bei einem doppelten t ist der erste Buchstabe machmal als rechts offener Bogen ausgebildet, so das Doppel-t wie ct aussieht.

Das c besitzt am oberen Ende des Schaftes einen kleinen waagerechten Strich nach rechts, der nahezu rechtwinklig angesetzt ist. Damit ist es einer der Ausführungen des t zum Verwechsel ähnlich, unterscheidet sich aber vom e, dessen Häkchen im spitzen Winkel ansetzt. Die Schäfte von c und t sind unten nicht mehr nach rechts gebogen, sondern verlaufen gradlinig.

Das p erhält am unteren Schaftende oftmals einen Zierstrich.

Das z bildet allmählich eine Unterlänge, später auch eine Schlinge an dieser Unterlänge aus. Eine in Italien und Frankreich besonders ausgeprägte Variante führte später zu dem Buchstaben ç, der in Frankreich gebräuchlich ist.

Die Anschwünge bei Anfangsbuchstaben sind häufig als ,,Rüsselsanschwünge" ausgebildet, die ursprünglich der Prager Hofkanzlei des 14.-15. Jahrhunderts entstammen sollen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 19 Gotische Kursive vom Beginn des 14. Jahrhunderts

M

it den Anmerkungen zur Gotischen Kursive ist ein wichtiger Abschnitt in der Geschichte der Lateinischen Schrift abgeschlossen, die Epoche die ausschließlich von der Hand- Schriftlichkeit bestimmt war.

In der Folgezeit beginnt durch die Erfindung der Druckkunst ein völlig neuer Entwicklungsabschnitt, der durch das Wechselspiel von Schreib- und Druckschrift geprägt ist.

Abbreviaturen

Ergänzend sollen hier aber noch einige Anmerkungen über eine besondere Ausprägung in der Lateinischen Schrift folgen: den Kürzungen, die gerade im Zusammenhang mit der Gotischen Kursive wieder zu einer besonderen Bedeutung gelangten.

Schon das Schriftsystem der Römer kannte ein sorgfältig ausgearbeitetes System der Kurzschrift, die sogenannten Tironischen Noten. Die Erfindung dieses Kurzschriftsystems, es handelt sich hierbei zum einen um Sonderzeichen und zum anderen um Abkürzungen, wird dem Tullius Tiro zugeschrieben, einem Freigelassenen des Cicero. Isidor von Sevilla gibt über die Erfindung der Tironischen Noten einen Bericht, der wahrscheinlich aus Sueton geschöpft ist.38 Diese Tironischen Noten umfassten ursprünglich 5000 Kürzel, wuchsen aber bis auf 13000 an. Sie blieben von der Antike bis ins 10. Jahrhundert in Gebrauch, allerdings wurde das System fortentwickelt und nach Th. Sickel soll im 5. Jahrhundert, fußend auf den Tironischen Noten, ein neues System entstanden sein.

Mit Einführung der Gotischen Kursive und dem ihr innewohnenden Bedürfnis schneller schreiben zu wollen, wurde auch der Wunsch zur Benutzung von Kürzeln wieder wach. Die Methoden der Kurzschrift: Sonderzeichen, Weglassen, Zusammenziehen -wurden wieder aufgegriffen.

Dazu verschiedene Beispiele:

Wortkürzungen erfolgten durch Weglassen des Schlusses, der erste Teil des Wortes wurde dabei zusammenhängend geschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ecc[lesia] mag[is] no[n] alter[um]

Abb. 20 Kürzung durch Suspension

Insbesondere die Kontraktion wurde sehr beliebt. Dabei erhielt man charakteristische Teile des Wortes und verzichtete auf den Rest. Das konnte u.U. sogar dahin führen, daßnur noch der Anfangs- und der Endbuchstabe vorhanden waren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ep[iscopu]m om[ne]s t[ame]n d[omi]n[u]s

Abb. 21 Kürzung durch Kontraktion

Sonderzeichen standen seltener alleine und wurden oft für häufig benutzte Silbern verwandt. So steht ein sehr an die Ziffer 9 erinnerndes Zeichen für -us -os - oder -is, ein Rechtsbogen für con-, cum- und cun-, ein Haken für ur, ir, ri, r oder er, ein der 7 ähnliches Zeichen für et, und ein der Ziffer 4 verwandtes Zeichen für die Endungen -orum, -rum, -arum. Der von den Römern bekannte Kürzungsstrich wurde auch im Wortinneren verwandt, vor allem als Zeichen für weggelassene n oder m, und dort über die Buchstaben gelegt. In der Gotischen Schrift verwandelte sich der Abkürzungsstrich häufig zu einem Punkt, der dann würfelförmig ausgearbeitet wurde.39

Des weiteren finden sich Zeichen, die in Nuancen geändert, eine unterschiedliche Bedeutung haben. Das im Schaft durchstrichene p steht für per, por, par. Liegt allerdings der Querstrich oben auf dem Buchstaben, so bedeutet das die Abkürzung von prae. Ein an der Unterlänge umschlungenes p steht für pro.

Eine andere Methode ist es, zwei Buchstaben übereinander zu schreiben. Steht ein a oberhalb des Buchstabens g, so ist erga gemeint; steht ein i über g bedeutet das igigtur, o über m will modo ausdrücken und o über v heißt vero.40

Ein bis ins 18. Jahrhundert gebräuchliches Verfahren war die Nutzung von Zahlen, deren lateinischer Name für den lateinischen Monatsnamen verwandt wurde. So 7bris für Septembris oder 8ber für Oktober. Diesem Verfahren entsprechen die heutigen Kürzungen in den englischsprachigen Ländern ( 4 für for oder 2 für to/too).

Das System der lateinischen Abkürzungen wurde zwar in erster Linie bei lateinischsprachigen Texten benutzt, fand aber auch später in deutsprachigen oder mischsprachigen Texten Anwendung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 22 Text aus einem Gerichtsprotokoll des 17. Jahrhunderts

Hier finden sich eine Fülle verschiedener Abkürzungen

Neben dem allgemeinen Gebrauch von Kürzung zum Zwecke des schnelleren und flüssigeren Schreibens, gab es noch Sonderformen, so z. B. im juristischen und im kirchlichen Bereich (notae iuris / nomina sacra).

IV. Literatur und Abbildungsnachweise

Literatur

Bischoff, B.: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters,

Berlin 21986 (=Grundlagen der Germanistik, Bd. 24)

Braune, W. / Eggers, H.: Althochdeutsche Grammatik,13Tübingen 1975

Druet, R.: Schriftschreiben und Typographie in Europa, in: Unesco Kurier, 7/1988, S.10-13

Foerster, H.: Abrißder Lateinischen Paläographie,2Stuttgart 1963, rep. Stuttgart 1981

Haarmann, H.: Universalgeschichte der Schrift, Frankfurt-New York 1990

Jensen, H.: Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart, Berlin 21958

Sampson, G.: Writing Systems, London-Melbourne u.a.Orte 1985

Schlosser, H.D.: Althochdeutsche Literatur, Frankfurt 31980 (TB-Agbe)

Stiebner, E. D.: Handbuch der Schrift, München 31985

Sturm, H.: Unsere Schrift - Einführung in die Entwicklung ihrer Stilformen, Neustadt/Aisch 1961

Sütterlin, L.: Neuer Leitfaden für den Schreibunterricht, Berlin 1917

Abbildungen

Abb. 1 Jensen, H.: Die Schrift, S. 366

Abb. 2 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 11

Abb. 3 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 11

Abb. 4 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 12

Abb. 5 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 14

Abb. 6 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 16

Abb. 7 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 16

Abb. 8 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 19

Abb. 9 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 22

Abb. 10 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 26

Abb. 11 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 38

Abb. 12 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 37

Abb. 13 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 35

Abb. 14 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 129

Abb. 15 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 60

Abb. 16 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 43

Abb. 17 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 46

Abb. 18 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 47

Abb. 19 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 51

Abb. 20 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 56

Abb. 21 Sturm, H., Unsere Schrift, S. 56

Abb. 22 Hauptstaatsarchiv Düsseldorf: Moers, Gerichte, Gericht Niederbudberg, Protokollbuch (30.9.1645)

[...]


1 So Mommsen und Kirchhoff, angeführt bei Jensen, H.: Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart, S.361f: erwähnt auch bei Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 108f

2 Bischoff, B.: Paläographie des römischen Altertums, S.76; Sampson, G.: Writing Systems, S. 108

3 Sampson, G.: Writing Systems, S. 108

4 Wenn in dieser Arbeit von ,,Buchstaben" gesprochen wird, so ist dieser Begriff als Synonym für Schriftzeichen zu verstehen.

5 Jensen, H.: Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart, S.363f; Haarmann, H: Universalgeschichte der Schrift, S. 296

6 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 110

7 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 111

8 Als ältestes Schriftzeugnis gilt der Lapis Niger, der schwarze Forumstein

9 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 116

10 Sturm, H.: Unsere Schrift, S.11

11 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 115

12 Bischoff, B.: Paläographie des römischen Altertums, S. 85

13 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 116

14 Bischoff, B.: Paläographie des römischen Altertums, S. 87

15 Sturm, H.: Unsere Schrift, S.12f

16 Sturm, H.: Unsere Schrift, S. 15

17 Aufstellung nach: Haarmann, H.: Universalgeschichte der Schrift, S. 472

18 Sturm, H.: Unsere Schrift, S.14

19 Bischoff, B.: Paläographie des römischen Altertums, S. 89

20 zitiert bei Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S.126

21 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 128

22 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 132

23 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 134

24 Otfried von Weißenburg, zitiert nach: Schlosser, H.D.: Althochdeutsche Literatur, S. 311

25 Braune, W. / Eggers, H.: Althochdeutsche Grammatik, S. 17

26 Jensen, H.: Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart, S. 375

27 Braune, W. / Eggers, H.: Althochdeutsche Grammatik, S. 109

28 siehe dazu auch Sampson, G.: Writing Systems, S. 110; Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 111; Jensen, H.: Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart, S. 375

29 Sturm, H.: Unsere Schrift, S. 24

30 zitiert bei Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 170ff

31 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 180ff

32 Sturm, H.: Unsere Schrift, S. 24

33 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 182f

34 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 193

35 Einer ähnlich irritierenden Namensschöpfung durch die Humanisten verdankt die ,,Antiqua" ihren Namen. In der Renaissance, der Zeit der Wiederentdeckung der Antike, entstand eine hohe Nachfrage nach den Werken der Dichter des klassischen Altertums. Die vorgefundene Schrift wurde mit Antiqua bezeichnet. Tatsächlich lagen aber diese Werke in der Regel nicht in Originaltexten vor, sondern es handelte sich um Abschriften des frühen Mittelalters in karolingischer Minuskel.

36 Sturm, H.: Unsere Schrift, S. 47

37 zur Entwicklung der einzelnen Schriftzeichen: Sturm, H.: Unsere Schrift, S.49-54; Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 210-215

38 Kodex L 99, Abrosiana Mailand, zitiert bei Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 218f

39 Foerster, H.: Abrißder lateinischen Paläographie, S. 227

40 Sturm, H.: Unsere Schrift, S.56f

30 von 30 Seiten

Details

Titel
Entwicklungsstufen der Lateinischen Schrift bis zum Beginn des Buchdrucks
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Autor
Jahr
1994
Seiten
30
Katalognummer
V94748
ISBN (eBook)
9783638074285
Dateigröße
751 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungsstufen, Lateinischen, Schrift, Beginn, Buchdrucks
Arbeit zitieren
Florian Speer (Autor:in), 1994, Entwicklungsstufen der Lateinischen Schrift bis zum Beginn des Buchdrucks, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94748

Kommentare

  • Gast am 4.3.2003

    fundiert.

    hat mir sehr geholfen, die Entwicklung der Halbvokale W und J kennen zu lernen. Bewertung sehr gut

  • Gast am 31.1.2002

    Facharbeit.

    Hat mir echt geholfen bzgl. meiner Facharbeit in Latein

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Titel: Entwicklungsstufen der Lateinischen Schrift bis zum Beginn des Buchdrucks



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