Die satirsche Verserzählung des Reinhart Fuchs


Hausarbeit, 1999

24 Seiten, Note: 2,0


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1. Einleitung

Diese Hausarbeit unternimmt den Versuch, die satirische Verserzählung von dem Reinhart Fuchs, die im letzten Jahrzehnt des 12. Jahrhunderts von einem nicht näher bekannten Autor, der den Namen Heinrich trägt und den Beinnamen "der Glîchzare" führt, verfaßt wurde, bezüglich ihres Verhältnisses zur höfischen Welt zu untersuchen. Inwiefern diese Satire als eine antistaufische zu charakterisieren ist, wird im Verlauf der Betrachtungen zu überprüfen sein. Denn der Wert der Erzählung des Reinhart Fuchs als antistaufisches Werk wird durchaus unterschiedlich eingeschätzt: Während einige Forscher diesem Epos einen durchaus hohen Stellenwert einräumen, gibt es auch Wissenschaftler, die dem Reinhart Fuchs jegliche Bedeutung und künstlerische Gestalt absprechen: "Im Übrigen aber ist dieses Werk,..., primitiv und grob in Erfindung, Erzählweise und Verskunst. Man sieht hier, wie ordinär Tierdichtung sein kann, wenn sie um den höheren Glanz der Form...kommt." 1

Am Anfang der Arbeit soll zunächst eine genauere Betrachtung des Aufbaus und des Handlungsverlaufes stehen, da hier schon Hinweise auf die Intention des Autors zu finden sind. Insbesondere geht es hier um die Entwicklung der Person des Fuchses, die ja unbestritten den Mittelpunkt der Erzählung darstellt.

Im Anschlußdaran sollen einige Szenen ausführlich vorgestellt und auf ihre Sichtweise von Gesellschaft untersucht werden. In diesem Zusammenhang bieten sich vor Brunnenepisode und die abschließende Gerichtsszene in besonderen Maße an, weil sie die Kritik Heinrichs auf der einen Seite und die satirische Form dieser Kritik auf der anderen Seite in einer sehr anschaulichen Form vereinen. Außerdem ist die Gerichtsszene, ganz in der Tradition der mittelhochdeutschen Dichtung, gleichzeitig Ende und Höhepunkt der Erzählung, so daßihr schon allein aus diesem Grund eine gesonderte ausführliche Betrachtung gebührt. Danach möchte ich einige historische Parallelen aufzeigen, die den Autor zu dieser Erzählung ermutigt haben könnten. Dabei möchte ich die Frage der Datierung und des genauen personalen Bezuges ausschließen, weil diese auch in der Forschung umstritten sindund mit letzter Genauigkeit nie mehr zu klären sein werden.

Am Ende dieser Arbeit steht ein Resümee, welches die Aussagen, die im Verlauf der Arbeit gemacht worden sind, noch einmal zusammenfaßt und noch einmal genauer die Kritik Heinrichs als eine antistaufische charakterisieren möchte.

2. Zum Aufbau

Das Werk zählt insgesamt 2248 Verse und kann in drei Teile unterteilt werden, von denen jeder einen eigenen Handlungskontext aufweist. Der Erzählung ist ein elf Verse umfassender Prolog vorangestellt, der noch einmal "karg auf das doch für das Mittelalter selbstverständlich scheinende Weltregime Gottes" 2 anspielt.

"Ditz buch heizet vuchs Reinhart

Got gebezzer vnser vart" (1-2)

Trotzdem ist die Erzählung eher der höfischen Dichtung zuzurechnen und bezieht sich auch in ihrem Inhalt auf die höfische Welt. Dabei steht der Fuchs Reinhart immer im Mittelpunkt der Handlung. Nur die Umwelt, in der sich der Fuchs bewegt, verändert sich. Im ersten Teil wird über das Pech des Fuchses berichtet. Im zweiten Teil schließt sich die Gevatterschaft zwischen Fuchs und Wolf an, die im Detail über das Verhältnis zwischen der Familie des Wolfes und der Person des Fuchses berichtet. Im dritten Teil dienen die Ereignisse aus dem zweiten Teil, nämlich die unrechten Taten des Fuchses gegenüber der Wolfssippschaft, als Grundlage und Anlaßfür den großen Gerichtstag, der am Hof des Königs einberufen wird.

2.1 Der erste Teil: Das Pech des Fuchses

Dieser Teil umfaßt die Verse 11-384 und erzählt in schwankhafter Weise über das Scheitern des Fuchses bei seinen Bemühungen, durch List Beute zu machen. Zwar wird in den einzelnen Szenen schon Reinharts Gerissenheit (kundekeit) deutlich, doch scheitert er in seinen Handlungen, so daßer im Prinzip nur Fehlaventuiren erlebt. Kurt Ruh sieht indiesem Teil eine Parodie des ritterlichen Helden, der bei seiner ersten Ausfahrt in seinem Streben nach ritterlicher Ehre scheitert. Wegen der Konzeption als Tierfabel hat Heinrich nur êre gegen den Hunger des Fuchses ausgetauscht.3

Aufbau und Inhalt der Szene scheinen vor allem zwei Zielen dienen. Erstens sollen schon einmal exemplarisch die Hinterlist und die kriminelle Energie Reinharts demonstriert werden, die sich in den beiden folgenden Kapiteln weiter verstärken und schließlich perfektionieren werden. Zweitens scheint es das Anliegen des Autors gewesen zu sein, dem Fuchs Reinhart einen gewissen Sympathiebonus zu verschaffen, der dann in den folgenden Kapiteln zurückgenommen wird. "Das epische Vorzeichen ist wohl deshalb verquer gesetzt, weil es im Hinblick auf die späteren, vielfach kriminell zu nennenden Taten des Protagonisten nötig schien, diesem beim Publikum einige Sympathien zu sichern." 4

2.2 Der zweite Teil: Die Gevatterschaft zwischen Fuchs und Wolf

Ausgangspunkt dieses Teils ist der Bund, den der Fuchs und der Wolf zu Beginn ihrer Gevatterschaft schließen: ich bin listic, starc sît ir (397). Er dient als Basis für die weitere Entwicklung im Verlauf dieser Episode und besiegelt gleichsam die Aufnahme Reinharts in den Familienverband des Wolfes, die wiederum den Minnedienst an der Gattin des Wolfes Hersant möglich macht.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Komposition des zweiten Teils, denn die Szenen scheinen keineswegs unachtsam aneinandergereiht, sondern ihre Folge ist vom Autor wohl durchdacht.

Am Anfang des Weges, den Fuchs und die Sippe des Wolfes zusammen gehen, steht eine kurze Einleitung, die im wesentlichen aus drei Szenen besteht, in denen die Beteiligten sich zwar gegenseitig betrügen, aber noch kein direkter Schaden die Folge dieser unehrenhaften Handlungen ist.5

1. Gevatterschaft von Fuchs und Wolf (385-406)

2. Reinhart wirbt um Hersant (407-442)

3. Schinkenbetrug der Wolfssippschaft (443-498)

4. Ysengrin im Klosterkeller (499-550)

Diese Einleitung weist lediglich auf die drohende Katastrophe hin, die aus der Verbindung von Fuchs und Wolf im weiteren Verlauf erwachsen wird. Die Ereignisse sind noch von keiner Brutalität gekennzeichnet, sondern weisen noch eine "schwankhafte Ergötzlichkeit" 6 auf. Aber schon das Ende, nämlich das Trinkgelage der Wolfssippe im Klosterkeller, endet zumindest mit einer schändlichen Schmach, die durch die körperliche Schädigung noch verstärkt wird. Nachdem Heinrich die Art der Gevatterschaft von Fuchs und Wolf hinreichend durch die Einleitung charakterisiert hat, beginnt er mit dem Hauptteil des zweiten Teils, in dessen Verlauf der Wolf und dessen Familie größte Schmach und größten Schaden erdulden müssen.

1. Wolfsschwur auf der Falle (mit Kastration) (551-576)

2. Hersants Ehebruch (577-634)

3. Ysengrin als Mönch (635-720)

4. Fischweiherszene (721-822)

5. Brunnenszene (823-1060)

6. vermiedener Fuchsschwur auf des Rüden Zähne (1061-1153)

7. Notzucht der Hersant (1154-1238)

Hierbei bildet die Fischweiherszene den Mittelpunkt der Episode. Auf der einen Seite stellt sie den Höhepunkt der körperlichen Demontage des Wolfes durch den Fuchs dar, auf der anderen Seite beginnt nun eine Serie von moralischen Demütigungen durch den Fuchs, die in der öffentlichen Vergewaltigung Hersants gipfelt, so daßder Spott für die Sippe des Wolfes und der Triumph für Reinhart vollkommen sind.

Auch wenn das Ende der Gevatterschaft die Wolfssippe in einem kompletten Chaos zurückläßt, so ist es doch nicht das Anliegen Heinrichs, in irgendeiner Weise Sympathie für den Wolf beim Publikum zu erregen. "Wolf und Fuchs, das dumm-gefr äßige und das skrupellos-listige Tier, sind komplementäre Teile ein- und desselben satirischen Gemäldes, das vor der füchsischen Perfidia warnt, indem es das wölfische Gehaben mitHohnübergießt." 7 Diese Intention Heinrichs wird ebenfalls in der Schinkenepisode deutlich, denn hier handelt der Wolf ebenfalls eigennützig und hinterläßt dem Fuchs, dem er die Mahlzeit zu verdanken hat, keinen Bissen. Es ist folglich wichtig, diesen Teil unter dem Aspekt einer umfassenden Kritik zu lesen, die sich nicht ausschließlich auf das Handeln des Fuchses bezieht. Nur so werden alle Ebenen der Gesellschaftskritik Heinrichs erkennbar.

2.3 Der dritte Teil: Der Gerichtstag am Hofe `vrevels'

Die festgefügte Struktur des Reinhart Fuchs verlangt nach einem schlüssigen Abschlußder Geschichte.8 Diese Aufgabe fällt dem Schlußteil zu. Er verbindet die Handlung der ersten zwei Abschnitte mit einer höfischen Ebene, auf der dieser Konflikt zwischen Wolf und Fuchs offiziell am Hofe beurteilt werden soll. Sie weist genau wie die zweite Szene eine wohl durchdachte Struktur auf. Eingerahmt ist die Gerichtsszene am Hof des Königs vom Unrecht des Königs gegenüber den Ameisen und seiner Strafe hierfür: seinem Gifttod. Trotzdem steht die Ameisenepisode nicht isoliert von der Gesamthandlung. Durch seine Untat gegenüber den Ameisen wird der König aufgrund der in das Gehirn gekrochenen Ameise krank und beschließt nun, den Hoftag einzuberufen, der erst den offiziellen Rahmen für die Klage gegen Reinhart schafft. Weiterhin bietet die Ameise im Ohr dem Fuchs Reinhart die Möglichkeit den König auf Kosten seiner Feinde zu kurieren.

Genau wie der zweite Abschnitt ist auch dieser Teil um eine Szene gebaut, an dem sich der ganze Abschnitt spiegeln läßt, obwohl der Zusammenhang hier nicht ganz so stark ist wie bei dem Fischfangabenteuer auf dem zugefrorenen Weiher.9

1. Ameisenuntat König Vrevels (1239-1320)

2. Die Klage Ysengrins vor dem Hofgericht (1321-1457)

3. Das heilige Hühnchen (1458-1510)

4. Die dreifache Ladung Reinharts (1511-1834)

5. Reinhart als falscher Arzt am Hofe (1835-2096)

6. Die Belehnung des Elefanten und des Kamels (2097-2164)

7. Gifttod König Vrevels (2165-2248)

Selbst wenn der Zusammenhang nicht so deutlich ist wie im zweiten Abschnitt, so ist er doch stark genug, um nicht zufällig zu sein. So können die Episoden zwei/drei und fünf/sechs zusammengefaßt werden. Sie werden durch die stärkere äußere Klammer zusammengehalten.10 Ebenfalls auffällig ist, daßReinhart in den ersten drei Szenen nicht anwesend ist, seine Anwesenheit offensichtlich auch nicht erwünscht ist und er erst durch den Ratschlag der Olbente aus Tuschalan an den Hof gerufen wird. Dadurch, daßdie Fuchs-Wolf- Problematik in der dritten Szene noch einmal aufgenommen wird und zusätzlich die König- Ameisen-Episode von Heinrich eingefügt wurde, ist die Hauptintention Heinrichs in dieser dritten Szene zu suchen. Sie wird im Verlauf der Arbeit hinsichtlich dieser Problematik noch genau zu untersuchen sein.

2.4 Zwischenresümee

Sehr schnell wird deutlich, daßder Aufbau der Tierdichtung ein, wenn nicht gar mehrere Ziele verfolgt. Besondere Beachtung verdient meiner Meinung nach auch die Entwicklung des Fuchses, der als einziger in der gesamten Handlung präsent ist. Dieser Fuchs bewegt sich auf verschiedenen Ebenen. Zunächst auf einer individuellen, dann auf einer Mikro- und später auf einer Makroebene. Dabei scheint der erste Teil eine Art Lehrzeit für den Fuchs zu sein. Er ist von Anfang an hinterlistig, ist aber in seinen Listen noch nicht so geschult, daßer die Tiere überlisten kann. Dies wird in besonderem Maße am Kater Dieprecht deutlich, der ihn im ersten Teil noch in die Falle locken kann, während er im dritten Teil der List des Fuchses unterliegt und nur mit größter Mühe dem Tod entkommt. Während also der Fuchs offensichtlich dazugelernt hat, verharren die anderen Tiere auf ihrem gesellschaftlichen Entwicklungsstand. Der sozial abgeschlossene Raum der Wolfssippschaft dient dem Fuchs zunächst dazu, seinen Listenreichtum zu perfektionieren, um später sowohl die Familie des Wolfes als auch den gesamten Staat, dessen Repräsentanten am Hofe ` vrevels' versammelt sind, in die Katastrophe zu führen. Dabei scheint besondersinteressant, daßdie Tiere zwar das nahende Unheil erahnen, aber trotzdem zu lethargisch sind, um sich gegen dieses Übel zu wehren. Es existiert offensichtlich eine gesellschaftliche Lähmung, die eine rechtzeitige Bestrafung des Fuchses verhindert.

Trotz aller Perfektion scheitert der Fuchs am Brunnenrand, obwohl dies vom Handlungsverlauf nicht zu erwarten war. Dieses Scheitern ereignet sich eher zufällig und beiläufig. Offensichtlich war es Heinrich ein großes Anliegen, diese Stelle und die Umstände für das Scheitern des Fuchses besonders zu betonen. Neben diesem Aspekt verleiht noch eine andere Tatsache dem Brunnenabenteuer einen besonderen Stellenwert. Denn es handelt sich hierbei um die einzige Stelle, in der auf reale Personen durch Walter Horburgs Zitat Bezug genommen wird. Aus diesen Gründen möchte ich im Anschlußan dieses Zwischenresümee die Brunnenepisode genauer untersuchen. Danach schließt sich eine ausführliche Besprechung des Hoftages und der ihn einrahmenden Ameisenepisode an.

3. Die Brunnenepisode

3.1 Zur Stellung im Werk

Die Brunnenszene umfaßt die Verse 823-1060 und folgt der Fischweiherszene. Sie bildet den Abschlußder thematischen Reihe "der Wolf als Mönch", die durch das Zufügen der Tonsur durch den Fuchs beginnt. Sie greift auch indirekt auf die ihr vorangestellten Szenen zurück, indem die Tonsur und die rituelle Beschneidung den Wolf vor dem sicheren Tod retten. Weiterhin stellt sie den Wendepunkt im Verhältnis zwischen Fuchs und Wolf dar. Waren die Folgen der füchsischen Listen bisher nur in körperlichen Schäden zu bilanzieren, so kommt nun auch eine gesellschaftliche Demontage des Wolfes hinzu, indem er vor seiner Familie und der Gesellschaft gedemütigt wird. Diese Demütigung gipfelt später in der öffentlichen Vergewaltigung Hersants.

3.2 "wande minne git hohen muot" -zur Minnekritik der Brunnenszene

Auch wenn schon an anderen Stellen eine deutliche Minnekritik im Reinhart Fuchs anklang, so ist sie in der Brunnenszene doch auf die Spitze getrieben. Dabei unterscheidet sich die Minnekritik in dieser Szene von den anderen dadurch, daßsie von der Kritik des höfischen Minnerituals entkoppelt ist. Denn anders als in den Szenen zuvor übernimmt nun Heinrich die Kommentierung des Geschehens und liefert selbst die Begründungen und die Kritik. Vorher erschloßsich die Kritik nur aus dem Verhalten von Fuchs und Wölfin, als Beispiel hierfür seien folgende Verse zitiert:

`gevatere, mouchet ir beschowen

grozen kvmmer, den ich trage:

von eweren minnen, daz ist min clage,

bin ich harte sere wunt.'

`Tv zv, Reinhart, dienen mvnt!' (424-428)

Den vollendet vorgetragenen Minnesang des Reinhart beantwortet die Hersant in einer für den Hof vollkommen unüblichen, bäuerlichen Weise. Der Autor Heinrich überläßt an dieser Stelle die Deutung aber allein den Zuhörern und greift durch keinen Kommentar ein. Dies ändert sich aber in der Brunnenszene:

`...vor liebe er in den sot spranch.

durh starche minne det er daz.' (848-849)

Deutlich ist der formale Unterschied zur ersten Stelle zu erkennen. Offensichtlich war es dem Autor ein wichtiges Anliegen, das Minnegefühl zu kritisieren. Minne scheint selbst bei dem sonst so rational handelnden Fuchs zu irrationalen Verhalten zu führen. Dies tritt um so deutlicher hervor, als daßHeinrich die Rationalität der füchsischen Handlungen in den Versen zuvor ausdrücklich betont. Eine starke Kritik an der "Modetorheit Minne, welche durch den Sarkasmus des glichezare entidealisiert, durch die Tiermaske entlarvt und entstellt zugleich erscheint." 11

Neben diesem irrationalen Charakter der Minne übt der Autor noch in einer anderen Form Kritik an der Minne. Dadurch nämlich, daßsowohl Fuchs als auch Wolf in ihrem eigenenSpiegelbild das Antlitz ihrer Gattinnen erblicken zu meinen, bekommt das gesamte Szenario eine narzißtische Färbung. "Reinhart hat sich verführen lassen im Brunnen zu `sehen', was ihm angenehm ist. Seine Begierde trübt seinen Blick wie es sonst nur bei Dümmlingen der Fall ist, und er folgt seiner Begierde." 12 Offensichtlich dient Minne eher zum Dienst an sich selbst, als daßsie auf andere Personen bezogen ist. Auch die kurze Anspielung

`wan daz er sih doh niht wolte unthaben,

ern mvoste frivndinne haben,

wande minne git hohen mout.' (841-843)

impliziert Kritik am höfischen Minneritual. Es scheint nur eine Farce zu sein, denn hinter dem Schein der auf Minne bauenden Ehe gibt es noch andere Beziehungen, so daßauch im Bereich der Minne, als deren Grundbedingung unbedingte Treue gilt, die Untreue ein vorherrschendes Phänomen ist.

3.3 Die "verkehrte" Welt im Brunnen

Wenn das Hauptthema des Reinhart Fuchs die verkehrte Weltordnung seiner Zeit sein soll, so hat Heinrich diese Weltordnung eindrucksvoll in der Brunnenszene dargestellt und die Darstellung des inversen Weltbildes auf die Spitze getrieben. Der Fuchs sitzt auf dem Grund des Brunnens, der durch den Autor als Paradies beschrieben wird. Schon dieser Ort stellt gängige Vorstellungen vom Paradies auf den Kopf: Es befindet sich nicht wie gewohnt im Himmel, sondern in der genau entgegengesetzten Richtung: Am Boden eines tiefen Brunnens, also dort, wo normalerweise die Hölle anzusiedeln ist.

Als dann der Wolf am Brunnen erscheint, wundert er sich zunächst noch darüber, daßsein Weib trotz Beteiligung an vielen Raubzügen im Paradies ist. Aber im Zeichen der verdrehten Weltordnung ist die Begründung einleuchtend.

"`Ich han seltin rovb genomen,

si enhate dran ir deil.'

Reinhart sprach: `ez waz ir heil.' (904-906)

Demjenigen also, der im weltlichen Leben schlecht und sündig gelebt hat, werden dieschlechten Taten später in Form des Einzuges ins Paradies Nutzen bringen.

Die Fahrt des Wolfes hinab in den Brunnen ist ein weiterer Beleg für die Kritik des Autors an der Gesellschaft. Werden die beiden Eimer, die über eine Rolle an der Brunnenöffnung umgelenkt werden, als Waagschale verstanden, so wird das Böse in Form Reinharts nach oben befördert, während der in dieser Situation betrogene Wolf für seine Leichtgläubigkeit bestraft wird. Diejenige Person, in der sich Falschheit und Untreue vereinen, nämlich der Fuchs, fährt aus der Hölle aus, denn so bezeichnet Reinhart den Brunnengrund, als er Ysengrin auf der Hälfte begegnet, und der geschädigte Wolf begibt sich in eben jene Hölle auf dem Brunnengrund.

Dadurch, daßder glichezare mit christlichen und theologischen Begriffen wie Hölle, Paradies, Teufel etc. spielt, mußdie Vermutung nahe liegen, daßnicht nur die Gesellschaftsordnung kritisiert werden sollte, sondern auch theologische Vorstellungen der Gesellschaft. Allerdings mußimmer wieder betont werden, daßim Mittelalter Theologie und Gesellschaft sehr viel näher zusammenstanden als in heutigen Zeiten.

3.4 Die theologische Kritik in der Brunnenepisode

Offensichtlich bemüht sich Heinrich, zwei Aspekte seiner zeitgenössischen theologischen Situation zu kritisieren. Erstens wird die "Kritiklosigkeit gegeißelt, mit der detaillierte und phantastisch ausgeschmückte Jenseitsbeschreibungen geglaubt werden,..." 13.

Zweitens prangert Heinrich den Inhalt dieser Jenseitsvorstellungen an. Ich möchte mit dem Inhalt und der Definition des Jenseits beginnen.

Der im Brunnen festsitzende Reinhart gibt dem Wolf, der am Brunnenrand steht, eine sehr detaillierte Beschreibung des Paradieses, mit der er hofft, den Wolf zum Sprung in den Brunnen bewegen zu können.

`ez ist edil gesteine,

die karuunkele reine,

die da schinent als ein lieht,

der ensihest dv da unze nieht,

hie sint ouch kuoge unde swin

vnde daz veizete scafelin,

ane houte ez hie gat,

hie ist maniger slathe rat.' (919-926)

Dies ist also das Paradies des Wolfes und es umfaßt zugleich die Paradiesvorstellung der Gesellschaft zur Zeit des glichezare. Von den christlichen Werten Heil und Friede ist in dieser Jenseitsvorstellug nichts mehr geblieben. Vielmehr sind weltliche Konflikte und Machtstrukturen in diesem Gleichnis angelegt. Derjenige, der im weltlichen Leben, also im Diesseits, seinen Lebensunterhalt durch die Tötung von anderen Subjekten bestreitet, wird dies auch im Paradies weiter fortsetzen, das einzig Paradisische ist der Überflußund der Wegfall der weltlichen Probleme (keine Hirten etc.) bei der Jagd. Das Paradies wird gleichgesetzt mit dem persönlichen Schlaraffenland, das jeder nach seinen individuellen Vorstellungen ausschmücken kann. Antrieb für diese Vorstellungen vom Paradies ist der persönliche Drang, sich zu bereichern und ein möglichst unkompliziertes Leben auf Kosten anderer Subjekte zu führen. "Schonungslos wird die Schwäche aufgedeckt, die diesen Jenseitsvorstellungen zugrunde liegt, die Begierde." 14

Das unreflelktierte Hinnehmen theologischer Sachverhalte und die Art und Weise, wie sie populistisch ausgeschmückt werden, ist ein weiterer Kritikpunkt Heinrichs. Der Wolf nimmt die beiläufige Erklärung Reinharts für die Tonsur seiner Gefährtin Hersant unreflektiert hin, obwohl die Erklärung plump vorgetragen ist und nach theologischer Lehre nicht der Wahrheit entspricht.

Eine weitere Stelle, in der Heinrich bitteren Spott gegen die Zisterzienser versprüht, ist mit dem Auffinden des Wolfes und seiner Bestrafung durch die Mönche verbunden. Dadurch, daßer im Brunnen sitzt, mußer böse sein und wird, nachdem er auf die Erde zurückgeholt wurde, dementsprechend bestraft. Allein die äußeren Merkmale, nämlich Tonsur und die rituelle Beschneidung, reichen den Mönchen als Zeichen für einen Büßer. Sie hinterfragen nicht, wie er zu diesen Merkmalen gelangt ist, lediglich das Vorhandensein reicht aus, um den Wolf als frommen Charakter zu kennzeichnen. Daßsich in Wahrheit hinter diesem Wolf ein dummes gefräßiges Raubtier verbirgt, welches sich die Verwundungen durch seine Tumbheit zugefügt hat, bemerken die Mönche nicht. So wird der Wolf am Ende dochnoch in den Orden aufgenommen, in den er vorher Einlaßbegehrte, um seinen Hunger zu stillen. Er wird "sozusagen im Geiste seiner Brüder, in den Orden aufgenommen, dessen Mitglied er vor seiner Verprügelung...so gerne gewesen wäre, allerdings nicht zur Befriedigung seiner asketischen Gelüste,..., sondern wegen seines Appetits auf die leckere Fastenspeise." 15 Dies ist ein weiteres Motiv für die verkehrte Welt und die theologische Kritik der Brunnenepisode. Es bleibt aber festzustellen, daßsich die Parodie "trotz ihrer Schärfe nicht wider den Glauben an das Jenseitsüberhaupt richtet." 16 Sie karikiert lediglich auf satirische Weise die gegenwärtigen theologischen Tendenzen in der staufischen Gesellschaft.

3.5 Walther von Hoburgs Zitat und seine Bedeutung

Das Zitat von Walther Hoburgs Spruch

` iz kumet mir als lichte ze gute,

so iz mir tvt dehein vungemach.' (1028-1029)

birgt für den Leser einige Unklarheiten. Warum zitiert der glichezare Walther hier unter der Verwendung eines realen Namens und stellt so eine Verbindung zwischen seiner fiktiven Tiergeschichte und der Realität her? Dies mußum so mehr verwundern, als Heinrich im gesamten Werk die Nennung realer Personen unterläßt und es der Kombinationsgabe seines Publikums überläßt, auf wen seine Tierfiguren anspielen. Die Erwähnung Walther von Hoburgs kreist in jedem Falle das Entstehungsgebiet des Reinhart Fuchs ein und weist ins Elsaßin die Nähe der Stadt Colmar, in deren Nähe auch der Stammsitz der Hoburger gewesen ist.17

Trotzdem bleibt es zunächst unklar, in welcher Beziehung der Autor zu dem Geschlecht der Horburger gestanden hat. Hat sich der glichezare mit der Nennung bei seinem Mäzen bedankt, oder ist das Zitat Walthers in dieser unpäßlichen Situation als Hohn und Spott zuverstehen? Dies läßt sich nur durch eine genaue Untersuchung des Zusammenhanges, in den sie eingebettet ist, erklären.

Die Textstelle steht nicht gesondert im Epos, sondern fügt sich logisch in den Handlungsverlauf ein. Sie dient als abschließender Kommentar für das knappe Überleben des Wolfes am Brunnenrand. Wichtig ist hierbei aber anzumerken, daßder Ausspruch dem Wolf nicht in den Mund gelegt wurde, wie es Ute Schwab deutet18, sondern daßder Kommentar durch den Erzähler als Resümee der Mönchsallüren des Wolfes erfolgt. Durch die Verbindung zwischen Wolf und dem Horburgschen Kommentar drängt sich allerdings der Verdacht auf, daßes Heinrich darum ging, eine Assoziation zwischen den Horburgern und dem Pech des Wolfes Ysengrin herzustellen. Wenn also den Hoburgern ähnliches widerfahren ist, daßsie bildlich gesprochen Tonsur und Schwanzverlust als Glück bezeichnen, "so ist es für sein Geschlecht alles andere als schmeichelhaft..." 19, so daßdavon auszugehen ist, daßes Heinrichs Intention war, die Hoburger zu verhöhnen. Offensichtlich sind die Sympathien Heinrichs auf der Seite Hugo von Dagsburgs, der 1162 die Burg der stauferfreundlichen Horburger zerstörte und dafür von Barabarossa schwer bestraft wurde. Nur so kann erklärt werden, wie früher zugezogenes Pech (Zerstörung der Burg) später von Nutzen (Befreiung und Genugtuung durch Kaiser Barbarossa) sein kann. Sicher ist auf jeden Fall, daßdie Handlung hier zum ersten Mal die Ebene des Fiktiven verläßt und sich Verbindungen zwischen Handlung und Realität ergeben, die den Blickwinkel auch im Hinblick auf die noch folgenden Passagen auf die historischen Umstände lenken. Die erstmalige Erwähnung einer zeitgenössischen Figur könnte auch dazu gedient haben dem Zuhörerkreis deutlich zu zeigen, daßab jetzt mit einer stärkeren Verflechtung von Handlung und Realität zu rechnen ist. Dies scheint unter dem Aspekt des bald darauf beginnenden Schlußteil nahe zu liegen, in dem die Kritik an den staatlichen und gesellschaftlichen Zuständen mit Hilfe des Hofes von `vrevel' besonders deutlich hervortritt. Im folgenden gilt es nun, diesen Schlußteil und eventuelle Beziehungen zwischen epischer Vorlage und historischen Gegebenheiten näher zu untersuchen.

4. Der katastrophale Gerichtstag - Reinhart am Hofe vrevels

4.1. Die Zerstörung der Ameisenburg

Durch den Einschub der Ameisenepisode am Anfang des dritten und letzten Teils des Reinhart Fuchs wird zunächst die Fokussierung auf das Fuchsgeschehen durchbrochen und ein neuer Handlungszusammenhang des Werkes durch Heinrich deutlich gekennzeichnet.

Aber auch wenn dieser Einschub in keinem Zusammenhang zum bisherigen Verlauf steht, so werden in der Episode wichtige Grundlagen für die weitere Handlungsführung gelegt, denn die in dieser Episode beginnende Krankheit des Löwen ist sowohl Grund für den Hoftag, mit dem die Geschichte sich wieder Reinhart zuwendet, als auch, daßsie die Plattform für Reinharts späteres Handeln bildet, da er als einziger die Umstände und die Ursache der Krankheit des Königs kennt. Und schließlich legt sie sich wie eine Klammer um die Geschehnisse am Hof und sorgt für eine moralische Lehre: Derjenige, der Unrecht begeht, wird am Ende dafür bestraft. Trotzdem ist diese Moral nicht ungetrübt. Denn indem der Ameisenheld zwar den Löwen quält und ihn so für das an seiner burc begangene Unrecht zur Verantwortung zieht, aber nachher Reinhart die Macht über alle Ameisenbauten im Wald anbietet, um sein Leben zu retten, ist die Moral wiederum getrübt. "Die `nur' - Tapferkeit kann in der verkehrten Welt nicht leben: Wo Falschheit und Treulosigkeit an der Tagesordnung, mußman zu gleichen Waffen greifen, wenn man nicht untergehen will." 20

Selbst der tapferste Held ist gegen die Schlechtigkeit der Welt nicht gefeit. Und daßder Ameis tapfer ist, steht außer Frage, denn es kann in der Tierwelt keinen größeren Gegensatz zwischen zwei Tieren geben, als zwischen Löwe und Ameise. Indem die Ameise diesen aussichtlosen Kampf aufnimmt, zeigt sie wahre ritterliche Tugenden. Eine Charaktereigenschaft, mit der bisher kein Tier vom glichezare belegt worden ist, denn "weder Reinhart noch Ysengrin sind in irgendeiner Weise als ritterlich gekennzeichnet." 21

Indem gerade dieses Tier später durch unehrenhafte Methoden sein Leben zu rettenversucht, zeigt der Autor deutlich seine Kritik an den bestehenden Verhältnissen im Rittertum. Auch die äußeren Umstände, welche die Zerstörung der Burg begleiten, beinhalten eine starke Kritik an feudaler Willkür. Entgegen seinem eigens verhängten Landfrieden zerstört der Löwe die Burg der Ameisen, weil sie sich ihm nicht unterordnen wollen. Der König, der normalerweise für den Bestand seiner eigenen Gesetze garantiert, wird selbst zum Gesetzesbrecher und somit zum Synonym für Willkür und Ungerechtigkeit. Ebenfalls als Kritik am Habitus der feudalen Gesellschaft ist folgende Stelle zu lesen:

`er sprach: mir ist we, daz mvz kch iehen.

Ich weiz wol, iz gotes slac,

wen ich gerichtes nicht entpflac.' (1317-1320)

Dadurch, daßder König nicht in der Lage ist, den naheliegenden Schlußzu ziehen, also die Krankheit als Strafe für sein Unrecht anzusehen, sondern es als Strafe Gottes für ein formales Versäumnis zu deuten, macht der glichezare seine Kritik an den höfischen Mechanismen noch einmal deutlich. Nicht wahre Untaten werden durch Gott bestraft, sondern formale Unterlassungen, wie die versäumte Einberufung des Gerichtstages. Daßdiese Umstände zu dem Gerichtstag führen, der zur Verurteilung Reinharts dienen soll, fügt sich gut in die bisherige Komposition des Werkes ein, weil so die Instanz des königlichen Hofes entzaubert und als Ort der Korruption und der Bestechlichkeit gekennzeichnet wird, bevor der Hoftag überhaupt beginnt.

Zum folgenden Hoftag versammeln sich alle wichtigen Tiere und als besondere Prominenz der Elefant und das Kamel aus Tuschalan. Gerade die Einführung dieser beiden recht ungewöhnlichen Tiere überrascht den heutigen Leser, denn man kann davon ausgehen, daßHeinrich sie nie in Natura gesehen haben dürfte, so daßihre Rolle am Hofstaat besonders gründlich zu betrachten sein wird.

Zunächst soll aber mit Hilfe einiger ausgewählter Stellen die verkehrte Welt des Hoftages und damit die verkehrte Welt der höfischen Gesellschaft dargestellt werden, die durch viele Bilder in der Gerichtsszene exemplarisch vorgeführt wird.

4.2. Die tumbe Anklage Bruns

Der wichtigste Justizfall des Hoftages ist Ysengrins Klage gegen Reinhart. Sie wird von dem Bären Brun vorgetragen und umfaßt im wesentlichen zwei Punkte. Erstens die Vergewaltigung Hersants, die zugleich eine Verletzung des vom König verhängten Landfriedens bedeutet, und den zagel verlust des Wolfes.

Durch die Konzeption des Rechtsstreites, der sich zwischen Wolfs- und Fuchspartei abspielt gelingt es Heinrich eindrucksvoll, die verkehrte Welt, die Unrecht nach sich zieht, zu entlarven. Dem Anwalt Reinharts, dem Dachs Crimel, gelingt es durch perfekte Rhetorik, die Anklage des Wolfes zu entkräften und ihn selbst zu beschuldigen.

`ver Hersant, nv sait, wi

evch ewer man bringet ze mere?' (1396-97)

Nun stehen nicht mehr die Taten Reinharts im Vordergrund, sondern die Kastration und die Schmach der Wolfssippe steht zur Disposition. Crimel treibt diese Bloßstellung weiter auf die Spitze, indem er das fordert, "was man heute eine gerichtsmedizinische Untersuchung nennt." 22 Angesichts dieser noch größeren Schmach für seine Sippe versucht der Wolf durch die Übernahme seiner eigenen Verteidigung noch einmal die Hauptaspekte seiner Anklage vorzubringen:

`ir herren, ich wil ev sagen:

der schade beswert mir niht den mvt

halp so vile, so daz laster tvt.' (1410-13)

Durch diesen "tölpelhaften Rückzug" 23 zeigt der Wolf stellvertretend für den ganzen Hof, wie beeindruckt und eingeschüchtert er von der Verteidigung des Dachses ist. Auch ihm, genau wie allen anderen Anwesenden, fällt keineswegs auf, daßder Dachs die Anklage wegen des zagel verlustes des Wolfes unterschlägt und so die Anklage auf die Vergewaltigung Hersants reduziert. Diese kann aber nur durch eine genaue Untersuchung festgestellt werden, auf die seitens der Wolfssippschaft verzichtet wird.

"Die Folge dieser Klage ist aber nach der Logik der verkehrten Welt keineswegs dieSühne sondern dieöffentliche Schändung der Wölfin: durch das Beschreiten des Rechtsweges - so könnte die `Moral' lauten - wird neues gr ößeres Unrecht erzeugt." 24

Offensichtlich war es das Anliegen des Autors, gerade diesen Aspekt herauszustellen: Selbst an der höchsten Instanz des Rechtes, dem Hof, wird unrecht gehandelt, und auch dort kann man mit List mehr erreichen, als mit einer gerechtfertigten Anklage.

4.3. Die Rolle von Elefant und Kamel

Die Anwesenheit von Elefant und Kamel löst beim Leser zunächst Erstaunen aus, so daßihre Funktion näher zu untersuchen ist. Besonders dem Kamel aus Tuschalan scheint besondere Aufmerksamkeit geboten, da es gerade an der Stelle auftaucht, an der die Handlung einen für Reinhart höchst bedenkliche Wendung genommen hat. Der Hoftag hat seinen Tod beschlossen und ist offenbar entschlossen, dieses Urteil auch zu vollstrecken. Es bringt den Hoftag dazu, den Antrag Randolfs zu revidieren und Reinhart statt dessen dreimal vorzuladen. Obwohl das Kamel aus Italien stammt, Tuschalan ist in die Nähe des heutigen Frascati einzuordnen, verkündet es hiermit einen alten deutschen Rechtsgrundsatz, der vom Hoftag übergangen wurde. Ein weiterer Hinweis auf das Unrecht am Hof. Aber auch dadurch, daßsich der gesamte (männliche) Hof durch ein weibliches Kamel von seinem Urteil abbringen läßt wird eine starke Kritik an der juristischen Kompetenz des Hofes impliziert.

Nach dieser Belehrung verschwindet das Kamel zunächst wieder von der Bildfläche und taucht erst wieder auf, als Reinhart es mit der Ernennung zur Äbtissin der Abtei Erstein beschenkt. Auch diese Beschenkung durch den Hof ist als Kritik zu verstehen, da hier der Hof in die Kompetenzen der Kirche eingreift, indem er über kirchliche Ämter unrechtmäßig verfügt. Dieses unrechtmäßige Verfügen spielt auch bei der Belehnung des Elefanten mit Böhmen eine Rolle. Darauf werde ich aber noch später eingehen.

Elefant und Kamel spielen auch deshalb eine wichtige Rolle, weil ihre Namen mit realen Orten verbunden sind. Sowohl Erstein, Böhmen und Tuschalan sind historische Orte, mit deren Namen zur Entstehungszeit wichtige politische Entscheidungen verbunden waren.Offenbar hat der glichezare zeitgenössische Ereignisse in seine Erzählung eingebunden, um so eine direkte Verbindung in das Umfeld seiner Zuhörer zu schaffen. Die Namensnennungen dienen keineswegs nur dem Zweck, Kamel und Elefant wieder aus der Handlung zu weisen25, sondern sie implizieren einen starken Zeitbezug des Werkes. Zu den einzelnen historischen Bezügen werde ich im Anschlußan die Beschreibung des Hoftages noch Stellung nehmen. Zunächst ist das unrechtmäßige Verhalten des Hofes bei der Verleihung der Äbtissinnenwürde und die Kritik an der Justiz von Bedeutung.

4.4. Ein kurzes Zwischenspiel

Eine besonders gelungene Parodie ist die Szene rund um die Tochter von Pinte und Scantecler. Hier verbindet der glichezare auf brillante Weise Kritik am unrechten Verhalten des Hofes und eine Parodie an der Praxis der (voreiligen) Heiligsprechung. Dadurch, daßder König bei seinem Bart (1477) schwört, er werde dieses Unrecht rächen, begeht er faktisch Meineid, da er später nicht den Fuchs, sondern die Hühnersippschaft bestraft, indem er Pinte kochen läßt, damit sie ihm zur Heilung nützte.

Durch die Parodie der Heiligsprechung gelingt es dem Autor, den Zustand des Hofes satirisch darzustellen. Offensichtlich scheinen Aberglauben und unreflektiertes Hinnehmen von Wundergeschichten an der Tagesordnung zu sein. Anders ließe sich die bedingungslose Annahme des Zusammenhanges zwischen der Heilung des Fiebers des Hasen und dem Grab nicht erklären. Es handelt sich hierbei um eine Parodie, die im wesentlichen gegen die Kirche und den Klerus gerichtet ist und den kritischen Erzählstrang aus der Klosterepisode wieder aufnimmt. "Die im Gedicht erscheinenden Priester und Mönche sind Zerrbilder, die Heiligsprechung des vom Fuchs totgebissenen Huhns für einen Kleriker recht bedenklich." 26

Sein Unverständnis und seinen Spott für die Ereignisse am Hof zeigt der glichezare in seinem Abschlußkommentar der Heiligsprechungsstaire:

`des weste Reinharte niman danc' (1502)

4.5. Reinhart kehrt an den Hof zurück

Nachdem er zweimal vergeblich, für die Boten mit katastrophalen Folgen, an den Hof gebeten wurde, folgt Reinhart der dritten Aufforderung, die durch seinen Anwalt, den Dachs, überbracht wird. Schon an dieser Stelle gelingt es Heinrich erneut, auf brillante Weise die verkehrte Welt darzustellen, denn "Er (Reinhart) folgt Crimel nicht ohne den Stoßseufzer, Gott möge in vor bösen Verleumdern bewahren. Dazu das fromme Kreuzzeichen." 27 Der Sünder fleht um göttlichen Beistand, und dieser wird ihm offenbar zuteil, denn immerhin übersteht er seine Ladung unbeschadet.

Als Reinhart am Hofe eintrifft, beginnt eine große Klage der Tiere, die von Reinhart betrogen wurden. Reinhart zeigt seine Verwunderung darüber und fragt den König, was der Lärm am Hofe solle. Dieser kann nicht mehr als ein schwaches `iz ist als ô ' (1871) entgegnen. Eine satirische Zustandsbeschreibung des Hofes, da der König angesichts Reinharts, dessen Tod er ein wenig früher bei seinem Bart geschworen hatte, eigentlich handeln müßte. Statt dessen scheint er eher desinteressiert an den Ereignissen, die sich an seinem Hof abspielen. Dieses Desinteresse weicht erst, als ihm der Fuchs eine Heilung seiner Kopfschmerzen in Aussicht stellt. Sofort zeigt der König große Aufmerksamkeit und willigt in alle medizinischen Maßnahmen des Fuchses ein. Diese Maßnahmen bringen endgültig Chaos und Ungerechtigkeit über den Hof, weil sich Reinhart nun an allen Tieren rächen kann, indem sie alle etwas zur Heilung beitragen müssen. Dieser Beitrag bedeutet entweder Tod (Pinte) oder große Verletzungen. Reinhart gelingt es, als salinischer Kaplan die Verhältnisse auf den Hof umzukehren: Er, der bis zu seiner Rückkehr zum Tode verurteilt war, wird nun zum ersten Berater des Königs.

Entsetzt über das Ausmaßder Ungerechtigkeit am Hofe verlassen die Tiere den Hof. Warum sie sich nicht gegen den neuen Berater wehren, bleibt unklar. Offenbar handelt es sich hierbei um eine erneute Kritik an den höfischen Zuständen, die auf Feigheit und Obrigkeitshörigkeit abzielen könnte. Zurück bleiben nur noch der Fuchs, der Dachs, das Kamel und der Elefant. Bevor der Hoftag mit der Vergiftung des Löwen endet, werden diese noch unrechtmäßig beschenkt und dafür unmittelbar bestraft. Nachdem sie denLöwen vergiftet haben, verlassen Reinhart und Crimel den Hof, den sie gemeinsam in die Katastrophe geführt haben. Das Ende wird auf moralische Weise vom sterbenden König kommentiert:

`swer sich den vungetewen lat,

dem wirt iz leit, des muz ich iehen.

alsam ist ovch nv mir geschehen.' (2238-40)

An den Tod des Königs schließt sich eine große Klage an, und die Tiere versprechen, sich an Reinhart zu rächen. Auch hiermit verbindet sich Hohn und Spott. Wie können die Tiere um diesen König ernsthaft trauern, der so viel Leid über sie gebracht hat. Auch die versprochene Rache an Reinhart ist eher eine Verzweiflungstat als eine ernst gemeinte Drohung. Man ist als Betrachter versucht zu glauben, daßsich die Geschichte von dieser Stelle an noch einmal wiederholt. Daßdie Tiere keine Lehren aus den Ereignissen gezogen haben und daßdies alles noch einmal möglich wäre.

5. Die historischen Parallelen des Reinhart Fuchs

5.1 Die Olbente aus Tuschalan

Wie bereits in vorhergehenden Abschnitten erwähnt, ist mit dem Kamel die Nennung zweier realer Orte verbunden, die zur Entstehungszeit des Werkes von politischer Bedeutung gewesen sind: Erstein und Tuschalan. Der Name Tuschalan bezeichnet dabei einen Ort, der zwischen Rom und dem heutigen Frascati liegt.

In dieser Gegend hatte Heinrich VI. eine Festung, aus der er drei Tage nach seiner Krönung am 14. April 1191 seine Truppen abzog und die danach von Truppen des Papstes verwüstet wurde. Offensichtlich war diese "Übergabe" der Stadt an den Papst als Entgegenkommen in der Krönungsfrage zu werten, da der Papst lange zögerte, Heinrich zum Kaiser zu krönen. Im Zusammenhang mit der Zerstörung Tuschalans steht auch die Schenkung des Klosters Erstein an den Straßburger Bischof Konrad von Hüneburg, mit der Heinrich diesen in Bezug auf die Zerstörung Tusculums besänftigen wollte. Allerdings war der Kaiser nichtbefugt, Reichsgut zu verschenken, so daßder Hoftag in Hagenau ihn am 4.3.1192 zur Rückgabe von Erstein zwang.28

Wird die Kamelepisode unter Berücksichtigung dieser historischen Ereignisse gelesen, so wird die Verachtung die der Autor für Heinrich VI. hatte mehr als deutlich. Besonders die Schilderung der Vertreibung der neuen Äbtissin ist als deutliche Kritik an dem unrechtmäßigen Verhalten Heinrichs zu deuten, das im Reinhart Fuchs mit dem Tod bestraft wird:

`da schreiten die closterwip,

des wart des ebtissin lip

zvblven vuntz an den tot,

mit griffeln taten si ir groze not,

daz wart ir hvete schin.

Di nvnnen iagten si in den rin. (2149-2154)

Zu dieser satirischen Darstellung tritt danach noch ein moralisierender Kommentar, der noch einmal explizit auf das Verhalten Heinrichs Bezug nimmt.

5.2 Die Rolle `Beheims'

Die Belehnung des Elefanten mit Böhmens zeigt eine weitere Verbindung zwischen dem Epos und seinem zeitlichen Umfeld auf. So könnte die Erwähnung Böhmens in einem Zusammenhang zu den böhmischen Thronwirren im Jahr 1182 stehen, wobei der Elefant mit dem Herzog Friedrich von Böhmen gleichzusetzen sei.29

Allerdings könnte sich Heinrich auch auf Sobieslaw II. beziehen, der im Jahr 1179 in Böhmen von Kaiser Barbarossa eingesetzt wurde und schon 1180 seinen Platz wieder räumte.30

Diese Bezüge sind allerdings nicht genau zu beweisen, so daßfestzustellen bleibt, daßes Heinrich offenbar darum ging, einen Ort zu nennen, den der staufische Hof nicht unterKontrolle bekam, da es in Böhmen zwischen 1173 und 1189 immer wieder zu Querelen um die Besetzung des Throns kam. Er benutzte das Bild Böhmens dazu seine Ablehung für das staufische Herrschergeschlecht noch einmal zu betonen.

5.3 Barbarossa oder Heinrich VI. ?

Auf welche der beiden Kaiser Heinrich anspielt, kann mit letzter Sicherheit nicht gesagt werden. Denn auf der einen Seite weist in der Erzählung der Verweis auf das Horburger Geschlecht auf die Regentschaft Barbarossas zurück, und auf der anderen Seite scheinen die Ereignisse um Erstein und Tusculum ein eindeutiges Indiz für die Herrschaftszeit Heinrich VI. zu sein.

Auch in der Figur des König `vrevels' sind Hinweise auf beide Kaiser vereint. Vor allem sein Gifttod scheint ein eindeutiger Hinweis auf den Gifttod Heinrichs zu sein, aber auch der Schwur auf seinen Bart rückt den Löwen wiederum in die Nähe Barbarossas, so daßein genauer Bezug nicht möglich ist.

Ob Heinrich überhaupt den Löwen mit einem der beiden Herrscher gleichsetzen wollte, darf angezweifelt werden, denn wie die Nennung Böhmens schon gezeigt hat, kam es Heinrich darauf an, das gesamte Geschlecht der Staufer zu verunglimpfen. Ein personaler Bezug ist hierzu nicht erforderlich. Im Gegenteil. Er würde die Kraft der Kritik an den Staufern schmälern, weil so die Kritik an einem der beiden Herrscher haften bleiben würde. Demnach kann davon ausgegangen werden, daßder Autor durchaus das Staufergeschlecht kritisieren wollte.

6. Reümee: Staufer- oder Gesellschaftskritik?

Das Gedicht vom Fuchs Reinhart nur als eine Kritik an dem Geschlecht der Staufer zu lesen, würde ihm keineswegs gerecht werden, obwohl diese offensichtlich im Werk angelegt ist. Sie allein kann aber nicht die Motivation für die Arbeit gewesen sein, denn die Kritik ist zu vielschichtig, als daßsie auf die Staufer beschränkt sein könnte. Nimmt man dies an, so werden die vorhandene Minne- und Kleurskritik vernachlässigt. Diese ist aber so deutlich, daßsie nicht nur als Rahmenhandlung dienen kann.

Offensichtlich ging es Heinrich darum, mit dem Reinhart Fuchs eine Parodie seines gesellschaftlichen Umfeldes zu schaffen. Dafür sprechen die Darstellung des Minnehabitus, der Mönche und deren Glaubensvorstellungen und des Gerichtes am Hof. Das Motiv, das das Epos vom Anfang bis zum Ende durchzieht, ist das der verkehrten Welt. Die Schilderung einer höfischen Gesellschaft, die aus den Fugen geraten ist, die sich offensichtlich in einer Schräglage befindet. Diese Gesellschaft hat sich zu sehr von ihren Idealen entfernt und wird nun von Hinterlist, Habgier und Egoismus dominiert und hat so ihre Ideale ins Gegenteil gekehrt. Mit dem katastrophalen Ende des Hoftages weist Heinrich auf eine bedenkliche Entwicklung hin, die das Geschehen am Hof nehmen wird, wenn sich nichts ändert. Was diese Änderung betrifft, so scheint er nicht sehr optimistisch gewesen zu sein, denn anders als mit Pessimismus läßt sich das Verhalten des Hofstaates, der den Tod des ungerechten Königs noch beweint, nicht bezeichnen.

Trotzdem ist der Autor nicht gesellschaftsfeindlich oder will diese radikal verändern. Dafür läßt sich im ganzen Epos kein Beleg finden, denn er kritisiert lediglich die Auswüchse, stellt aber kein Gegenmodell einer neuen Gesellschaft dar.

Es sind die zentralen Werte der ritterlichen Gesellschaft, nämlich ` êre und triuwe', die im Reinhart Fuchs nicht mehr funktionieren. So stellen Fuchs und Wolf ihren Bund auf der Basis von Treue her. Sinn und Zweck und somit der zentrale Inhalt dieses Bundes ist der Schaden des anderen: Der Fuchs stellt der Wolfsgattin nach, während der Wolf den Fuchs im Schinkenabenteuer um seinen Lohn bringt. Auch im Hofteil gibt der Löwe seine `triuwe' zugunsten seines eigenen Vorteils auf. Auch um die ` êre' scheint es nicht weit hergebracht. So vergißt der Wolf die Schmach, die ihm der Fuchs beigebracht hat, bei der Aussicht auf ein paar "lumpige Aale" 31.

Indem der Autor diese Ideale auf eine derart satirische Art vorführt, enttarnt er diese als vordergründig und aufgesetzt. Die Gesellschaft, in der er lebt, scheint vordergründig vom trügerischen Ideal dieser Tugenden bestimmt zu sein, allerdings verschwinden diese Ideale, wenn der Betrachter an der schönen Oberfläche kratzt.

Mit dem Reinhart Fuchs ist es Heinrich zweifellos gelungen, diese Fehlentwicklungen inder Gesellschaft schonungslos offenzulegen. Durch die historischen Bezüge nimmt Heinrich der Handlung das fiktive Moment und macht seinen Zuhörern somit unmißverständlich klar, daßsich die Handlung auf das gegenwärtige Umfeld bezieht, und erreicht so ein ausreichendes Kritikmoment.

7. Literatur

- Arntzen, Helmut: Satire in der deuteschen Literatur: Geschichte und Theorie, Bd.1 Vom 12. Jahrhundert bis zum 17. Jahrhundert, Darmstadt 1989

- Baesecke, Georg: I. Heinrich der Glichezare. II. Zur `Reinhart-Fuchs'-Kritik. Gegen A. Wallner und E. Schröder, ZfdPh 52, 1927, S. 1-30

- de Boor, Helmut: Die Höfische Literatur, München 1953

- Düwel, Klaus (Hg.): Der Reinhart Fuchs des Elsässers Heinrich, Tübingen 1984

- Düwel, Klaus: Heinrich, Verfasser des `Reinhart Fuchs', in: Ruh, Kurt u.a.(Hg): Verrfasserlexikon Berlin 1981

- Ehrismann, Otfried (Hg.): Der mittelhochdeutsche Reinhart Fuchs, Göppingen 1980

- Göttert, Karl-Heinz: Heinrich der Glîchzâre-Reinhart Fuchs-Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch, Stuttgart 1976

- Grubmüller, Klaus: Deutsche Tierschwänke im 13. Jahrhundert. Ansätze zur Typenbildung in der Tradition des `Reinhart Fuchs'?, in: Glier, Ingeborg, u.a. (Hg.): Werk-Typ-Situation, Stuttgart 1969, S. 99-117

- Kühnel, Jürgen: Zum Reinhart Fuchs als antistaufische Gesellschaftssatire, in: Krohn, R. (Hg.): Stauferzeit, Stuttgart 1978, S. 71-86

- Meiners, Irmgard: Schelm und Dümmling in Erzählungen des deutschen Mittelalters, München 1967

- Norman, F.: Heinrich (der Glichezare?), in: Stammler, Wolfgang (Hg.): Verfasserlexikon Bd. II, Berlin und Leipzig 1936, S. 268-276

- Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters, Teil 2, Berlin 1980

- Schröbler, Ingeborg/Baesecke, Georg (Hg.): Das mittelhochdeutsche Gedicht vom Reinhart Fuchs nach den Casseler Bruchstücken und der Heidelberger Hs. cod. pal. germ. 341, Halle 1952

- Schwab, Ute: Zur Datierung und Interpretation des Reinhart Fuchs, Neapel 1967

- Storost, Joachim: Die Vorgeschichte des Reinhart Fuchs, in: Erdmann, Gustav, Alfons Eichstaedt: Worte und Werke, Berlin 1961, S. 410-428

- Wehrli, Max: Vom Sinn des mittelalterlichen Tierepos, in: German live and letters No.10, Oxford 1956/57, S. 219-229

[...]


1 Wehrli, Max: Vom Sinn des mittelalterlichen Tierepos, in: German live and letters No. 10, Oxford 1956/57, S. 219-229, S. 226

2 Arntzen, Helmut: Satire in der deuteschen Literatur: Geschichte und Theorie, Bd. 1 Vom 12. Jahrhundert bis zum 17. Jahrhundert, Darmstadt 1989, S. 32

3 Vgl.: Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters, Teil 2, Berlin 1980, S. 17

4 Ruh, Kurt: Höfische Epik des deutschen Mittelalters, Teil 2, Berlin 1980, S. 18

5 Struktur nach: Schwab, Ute: Zur Datierung und Interpretation des Reinhart Fuchs, Neapel 1967, S. 60ff

6 Ruh, Kurt: S.22

7 Schwab, Ute: S. 62

8 Vgl.: Düwel, Klaus: Heinrich, Verfasser des `Reinhart Fuchs', in: Verfasserlexikon, Ruh, Kurt u.a.(Hg), Berlin 1981

9 Struktur nach: Schwab, Ute: Zur Datierung und Interpretation des Reinhart Fuchs, Neapel 1967, S. 63

10 Vgl.: Ruh, Kurt: S. 27

11 Schwab: S. 70

12 Meiners, Irmgard: Schelm und Dümmling in Erzählungen des deutschen Mittelalters, München 1967, S.

13 Ebd.: S.33

14 Edd.: S. 33

15 Schwab: S. 84

16 Meiners: S. 33

17 Vgl.: Düwel, Klaus (Hg.): Der Reinhart Fuchs des Elsässers Heinrich, Tübingen 1984, S. XXVI

18 Vgl.: Schwab: S. 60f

19 Schwab: S. 61

20 Ebd: S. 134

21 Kühnel, Jürgen: Zum `Reinhart Fuchs als antistaufischer Gesellschaftsatire, in: Krohn Rüdiger (Hg): Stauferzeit, Stuttgart 1978, S. 71-86, S. 84

22 Ruh, Kurt: S. 24

23 Schwab: S. 73

24 Ebd.: S.73

25 Vgl.: Schwab: S. 90

26 Norman, F.: Heinrich (der Glichezare?), in: Stammler, Wolfgang (Hg.): Verfasserlexikon Bd. II, Berlin und Leipzig 1936, S. 268-276, S. 273

27 Ruh, Kurt: 25

28 Vgl.: Düwel, Klaus (Hg.): Der Reinhart Fuchs des Elsässers Heinrich, Tübingen 1984, S. XXVII

29 Vgl.: Baesecke, Georg: I. Heinrich der Glichezare. II. Zur `Reinhart-Fuchs'-Kritik. Gegen A. Wallner und E. Schröder, ZfdPh 52, 1927, S. 1-30

30 Vgl.: Schröbler, Ingeborg/Baesecke, Georg (Hg.): Das mittelhochdeutsche Gedicht vom Reinhart Fuchs nach den Casseler Bruchstücken und der Heidelberger Hs. cod. pal. germ. 341, Halle 1952, S. 61f

31 Ruh: S. 30

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Die satirsche Verserzählung des Reinhart Fuchs
Veranstaltung
Hauptstudiumsseminar an der Universität Bielefeld bei Prof. Dr. Otto Langer
Note
2,0
Autor
Jahr
1999
Seiten
24
Katalognummer
V94755
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In der Arbeit wird die satirsche Verserzählung des Reinhart Fuchs als Gesellschaftssatire gegen die staufische Gesellschaft von 1200 gesehen und dahingehend untersucht
Schlagworte
Verserzählung, Reinhart, Fuchs, Hauptstudiumsseminar, Universität, Bielefeld, Prof, Otto, Langer
Arbeit zitieren
Stephan Deister (Autor), 1999, Die satirsche Verserzählung des Reinhart Fuchs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94755

Kommentare

  • Gast am 7.8.2005

    Rechtschreibung.

    Rechtschreibung scheint nicht zu den Stärken des Autors zu gehören:

    - stark gesprochenes s wird nicht immer als ß geschrieben!

    - den zentralen Begriff satirisch sollt man wenn möglich richtig schreiben!

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Titel: Die satirsche Verserzählung des Reinhart Fuchs



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