Musil und Nietzsche


Hausarbeit (Hauptseminar), 1998

26 Seiten, Note: 1


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Inhalt

1. Vorwort

2. Musil und Nietzsche: Die Tagebücher

3. Nietzsche-Parodie im „Mann ohne Eigenschaften"

4. Der EinflußNietzschescher Philosopheme auf dem Roman
4.1. Möglichkeitssinn und Essayismus
4.2. Nietzsches Philosophie und die Eigenschaftslosigkeit Ulrichs

5. Nietzsche-Rezeption in den Fragen zur Moral
5.1. Eine Theorie zur Entstehung der Moral
5.2. Moralkritik

6. Resumée

7. Bibliographie

1. Vorwort

Vielfach thematisiert wurde der Einflußdes Philosophen und Dichters Friedrich Nietzsche auf die Literatur des 20. Jahrhunderts. Kaum ein anderer Denker dürfte so nachhaltig auf die Literatur gewirkt haben wie Nietzsche. Thomas Mann wie auch Robert Musil gehören zu denjenigen Autoren, die sich intensiv mit dem vielschichtigen Werk Nietzsches befaßt und es auf diese oder jene Weise poetisiert haben. Das Interesse des Interpreten, der es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Einflußnachzuspüren, richtet sich weniger auf die (im „Mann ohne Eigenschaften" zahlreichen) Stellen, an denen Nietzsche wörtlich zitiert und genannt wird. Das Interesse gilt vielmehr der „verdeckten" Rezeption von Philosophemen, die bei einer weniger kritischen Lektüre vielleicht nur durch ihren Inhalt, nicht aber durch ihre Herkunft auffallen würden. Naiv wäre es, zu glauben, daßdie Übernahme philosophischer Gedanken in einen Romankontext ohne Veränderung derselben möglich sei. Jede Rezeption und Interpretation eines Philosophen, zumal Friedrich Nietzsches, erhält notwendig einen subjektiven Anstrich und bleibt bruchstückhaft. So auch im „Mann ohne Eigenschaften". Neben Nietzsche sind Ernst Mach, Emerson und andere Denker zu nennen, die Musil seinem Protagonisten Ulrich zur Reflexion mit auf dem Weg gibt. Aufgabe der vorliegenden Arbeit nun soll sein, die Einflußnahme Nietzsches auf den Roman aufzuzeigen und anhand der Gegenüberstellung von Zitaten nachzuweisen. Der erste Teil beschäftigt sich mit Tagebucheinträgen Musils zu seiner Nietzsche-Lektüre.

2. Musil und Nietzsche: Die Tagebücher

Musils lebenslange Beschäftigung mit Nietzsche findet einen deutlichen Ausdruck in den Tagebüchern. Musil berichtet über seine Lektüre und reflektiert über das Gelesene. Daneben fertigt Musil auch umfangreiche Exzerpte an.1 Nach einer ersten Beschäftigung mit Nietzsche im Jahr 18982 beginnt Musil vier Jahre später, sich intensiver mit dem Philosophen auseinanderzusetzen: „Unwillkürlich heilige Stimmung, denn ich las ihn wie einst! Wie wird er wohl dies mal auf mich wirken?! Jedenfalls bedeutet er Sammlung, Selbstprüfung und Alles Mögliche Gute". Mit diesen Worten beschreibt Robert Musil seine zweite Nietzsche- Lektüre im Jahr 1902.3 An derselben Stelle bezeichnet es Musil als „Schicksal", daßer den Philosophen vier Jahre zuvor nach dem Austritt aus dem Militär in die Hände bekommen habe.

Tatsächlich wird der Autor des „Mann ohne Eigenschaften", bei dem Roman und Philosophie verschmelzen, mit dem Philosophen, bei dem Dichtung und Philosophie eine Einheit bilden, eine weitreichende Verbindung eingehen. Worin diese besteht, versucht Musil selbst zu beantworten: „Das Verhältnis zu Nietzsche ist immer ein unklares gewesen, das in mir selbst Präformierte an mich nehmend, das Fremde beseite lassend", heißt es in einem Brief an Baedeker 1935.4 Nietzsche besitzt für Musil weniger die Funktion eines Lehrers, als vielmehr die eines „Katalysators", eines Mittels, das „Präformiertes" zum Ausdruck kommen läßt. Nicht um das Aufnehmen von Doktrinen (und vorgeblich vorhandenem System) ist es Musil zu tun5, sondern um eine anregende Beschäftigung, die Neues schaffen will. Die Leistung Nietzsches trägt in der Sicht des jungen Musil den Charakter einer Vorarbeit, die es auszubauen gilt:

Etwas über Nietzsche. Man nennt ihn unphilosophisch. Seine Werke lesen sich wie geistreiche Spielereien. Mir kommt er wie jemand vor, der hundert neue Möglichkeiten erschlossen hat und keine ausführt. [...] Nietzsche aber und zehn tüchtige Arbeiter, die das thun, was er nur zeigte, brächten uns einen Culturfortschritt von tausend Jahren.6

Diesen Eintrag kommentiert Musil wesentlich später mit den Worten: „Jugendliche
Anmaßung", und fügt hinzu: „Dynamismus. Nietzsche hat durch sein Beispiel ein Denken in Möglichkeiten dieser Generation gelehrt".7 Wie ein Vorverweis auf das „Möglichkeitsdenken" im „Mann ohne Eigenschaften" liest sich ein weiterer Eintrag des jungen Musil über Nietzsche, der aber wiederum nicht frei von Kritik ist:

Das Charakteristische liegt darin, daßer sagt: dies könnte so sein und jenes so. [...] Kurz: er spricht von lauter Möglichkeiten, lauter Combinationen, ohne eine einzige uns wirklich ausgeführt zu zeigen. Daßman aber nur dann den Wert einer Idee beurteilen kann, ja überhaupt erst dann sieht, mit wem man es zu tun hat, ist klar.8

Freilich ist hier beim jungen Musil eine gewisse Verstimmtheit gegenüber Nietzsche herauszuhören: „Er zeigt uns alle Wege auf denen unser Gehirn arbeiten kann, aber er betritt keinen."9 Die Kritik des jungen Musil richtet sich demnach vor allem auf das kombinatorische Spiel Nietzsches, dessen Denkarbeit ihm als unvollendet - und damit als Aufgabe - erscheint. Kritisch steht Musil auch im Jahr 1938 noch Nietzsches Zarathustra gegenüber, dessen Pathos ihm nicht gefallen will:

Zarathustra, der Einsame in den Bergen widerspricht irgendwie meiner
Gesinnung. Wie mußman sich aber stellen, um mit einer Welt fertig zu werden, die keinen festen Punkt hat? Ich begreife sie nicht, das ist es.10

Die kritische Haltung gegenüber Nietzsches Zarathustra setzt sich auch im Mann ohne Eigenschaften fort, während Musils Hauptinteresse Nietzsches kulturkritischen Schriften, der Psychologie und den Stellungnahmen zur Moral galt.11 In der Rückschau überwiegt trotz vorhandener Kritik aber eine positive Beurteilung: Unter dem Stichwort „Nietzsche" hält Musil 1938 fest: „Habe ich in meiner Jugend auch nur ein Drittel von ihm aufgenommen? Und doch entscheidender Einfluß."12 Nietzsches Denkmodus der Möglichkeiten, den der junge Musil noch kritisiert hatte, erscheint nun als „Verdienst":

Vielleicht war dies schon ein großes Verdienst und erscheint mir bloßheute nicht mehr als solches, weil es mir bereits gemein und alltäglich vorkommt und ich vergessen habe, wem ich diesen Reichtum eigentlich verdanke. - Wie drollig man als junger Mensch ist! Nietzsche gerade gut genug um einen Lausbuben als Stufe zu dienen! Wie man nur das sieht, was man unter sich sieht! Wie fern der Gedanke liegt, auf den Totalgedanken Nietzsche einzugehen".13

Für Musil ist die Kenntnis des „Philosophen mit dem Hammer" zum Reichtum geworden, aus dem es zu schöpfen lohnt: „Der faktische Grundsatz der Literatur ist Wiederholung. Er wird karikiert angewendet. Aber eine Wiederholung liegt schon im Gebrauch der Sprachwendungen und im Sprachgeist. [...]. Offenbar sagt man auch unendlich seltener etwas Neues, als man etwas neu gestaltet (die Erfahrung mit Nietzsche, Emerson usw.). Der Begriff der Neugestaltung dürfte von größter Wichtigkeit sein."14

3. Nietzsche-Parodie im „Mann ohne Eigenschaften"

Die auf den ersten Blick am deutlichsten von Nietzsche beeinflußte Person im Roman ist Clarisse. Sie führt den Philosophen fast ständig im Munde, zitiert aus verschiedenen Werken und versucht, den Philosophen zu einem Idealbild für ihr Leben hochzustilisieren. Musil selbst gibt einen wichtigen Hinweis auf die Verbindung der Clarisse mit Nietzsche:

Ecce Homo. In die Augen springend die Parallele mit Alice. Wie sie als Karikatur wörtlich nach den persönlichen Erkenntnissen und Rezepten Nietzsches lebt. Aber mit anderen Worten, wie in ihren Lächerlichkeiten vielleicht der gleiche Ernst steckt, für den N. bloßdie nicht lächerlichen Ausdrücke fand.15

Noch deutlicher wird ein anderer Tagebucheintrag: „Clarisse. Zu ihr vgl. die Nietzsche Exzerpte in 4/...besonders um S. 80 herum. Das ist direkt ein Lebensrezept."16

Was für Clarisse zum „Lebensrezept" wird, ist eine bestimmte Art der Nietzsche-Rezeption, die Musil kritisch betrachtet und in den Figuren der Clarisse und auch des Dr. Meingast parodistisch überhöht. Diese Kritik an einer zu sehr dem Wörtlichen verhafteten Interpretation Nietzsches wurde in der Literatur zum Teil als Abkehr Musils von Nietzsche mißverstanden. So deuten Ernst Kaiser und Eithne Wilkins17 die Tatsache, daßUlrich Clarisse die Werke Nietzsches schenkt, als Hinweis darauf, „daßer mit all dem nichts mehr zu tun haben will und es Clarisse überläßt, sich mit Nietzsche und Moosbrugger auseinanderzusetzen und mit all dem allein fertig zu werden."18 Dem ist zum einen entgegenzuhalten, daßder Schlußvon Ulrich auf den Autor in dieser Form sicher problematisch ist. Zum anderen wird die weitere Analyse zeigen, daßUlrichs Ideen und Utopien sehr wohl in dem Philosophen gründen - wenn er auch in diesem Zusammenhang nur selten namentlich genannt und wörtlich zitiert wird. Davon, daßmit Ulrichs Geschenk an Clarisse seine Auseinandersetzung mit Nietzsche ende, kann jedenfalls keine Rede sein. Vielmehr manifestiert sich in Clarisse ein bestimmtes Nietzschebild, das den Übermenschen ins Zentrum rückt. Häufig münzt sie Nietzsche-Zitate auf ihren Ehemann Walter, der von diesem Blickwinkel aus das Stigma eines kranken Wagnerianers, im Sinne Nietzsches also das eines décadent19, erhält.20 Aus Also sprach Zarathustra stammt folgende von Clarisse zitierte Stelle:

Wie ein Senkblei werfe ich meine Frage in deine Seele. Du wünschest dir Kind und Ehe, aber ich frage dich: Bist du der Mensch, der ein Kind sich wünschen darf?! Bist du der Siegreiche, der Gebieter deiner Tugenden? Oder reden aus dir Tier und Notdurft...!?21

Die Haltung, die Clarisse während dieser „Deklamation" annimmt, verleiht der Situation etwas durchaus Lächerliches: „Clarisse, im langen, die Füße bedeckenden Nachthemd wie ein kleiner Engel anzusehen, stand aufgesprungen im Bett und deklamierte mit blitzenden Zähnen frei nach Nietzsche,"22 beschreibt Musil. Der Vergleich mit einem Engel steht in krassem Widerspruch zu Clarisses „blitzenden Zähnen" und den von ihr gesprochenen Worten, die nur wenig „engelhaftes" an sich haben. Diese Diskrepanz innerhalb ihrer Person macht Clarisse, wenn nicht zu einer Parodie Nietzsches Zarathustra, so doch zur Parodie einer Figur, die diesen wörtlich nimmt. Ihre Art, Nietzsche zu rezepieren ist nicht von intellektueller, reflektierender, sondern von primärer, direkt auf Körper und Verhalten wirkenden Qualität. Dies wird deutlich, wenn sie aus Nietzsches erstem philosophischen Text Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik zitiert:

„Gibt es einen Pessimismus der Stärke? Eine intellektuelle Vorneigung für das Harte, Schauerliche, Böse? Eine Tiefe des widermoralischen Hangs? Das Verlangen nach dem Furchtbaren nach dem würdigem Feind?" - Solche Worte bereiteten ihr, wenn sie sie dachte, eine sinnliche Erregung im Mund, die so sanft und stark wie Milch war, sie konnte kaum schlucken.23

Clarisse erlebt eine „sinnliche Erregung", wenn sie den Philosophen zitiert. Dieser beeinflußt sie eher durch Pathos und Rhythmus der Sprache als durch geistige Schärfe und philosophische Erkenntnis. Gerade diese Primärwirkung, der keine intellektuelle Auseinandersetzung vorgeschaltet ist (wie etwa bei Ulrich), hat mit Clarisses Wahnsinn zu tun. Götz Müller führt Clarisses Geisteskrankheit sogar kausal auf ihre Nietzsche-Rezeption zurück: „Der Wahnsinn Clarisses hat Methode. Er erwächst aus dem Wörtlichnehmen eines bestimmten Nietzschebildes der Jahrhundertwende, das Dyonisos und den Übermenschen einschließlich seiner darwinistisch anzustrebenden Züchtung in den Mittelpunkt stellte."24 Trotz Clarisses offensichtlicher Krankheit ist Ulrich nicht geneigt, sie als vollkommen wahnsinnig zu betrachten: „Alle ihre Ideen haben vernünftige Seitenstücke", meint Ulrich.25 Äußert Clarisse „ihre Ideen" und zitiert Nietzsche dabei nicht wörtlich, so imitiert sie doch dessen Stil, für den es typisch ist, „Silben durch Kursivdruck hervorzuheben und so eine ungewohnte Bedeutung an einem gewöhnlichen Wort aufzuzeigen."26 Daneben verwendet Nietzsche häufig auch Bindestriche zur „Auflösung oder Neubildung von Komposita".27 Eine solche Imitatio findet sich gleich am Anfang des Kapitels „Ein Brief von Clarisse trifft ein":

Mein Lieb ling - mein Feig ling - mein Ling ! Weißt du, was ein Ling ist? Ich kann es nicht herausbekommen. Walter ist vielleicht ein Schwäch ling. (Die Silbe ´ling´ war überall dick unterstrichen.)28

Während solche Sprachtechnik bei Nietzsche der Betonung und Sinnschaffung dient, bleibt der Sinn Clarisses Rede hier dunkel. Der Stil Nietzsches wird parodiert, indem er sinnentleert nachgeahmt wird. Nietzsches Hang, Vorsilben oder Präpositionen mit einem Bindestrich von Stammwort abzutrennen, überhöht Clarisse im selben Brief, wobei sie auch das Thema dem Zarathustra entlehnt:

Wann verstehst du einen Menschen? Du mußt ihn mitmachen. Mit-machen ! Das ist ein großes Geheimnis, Ulrich! Du mußt sein wie er: aber nicht du in ihn hinein, sondern er in dich hinaus! Wir erlösen hinaus: Das ist die starke Form! Wir lassen uns auf die Handlungen der Menschen ein, aber wir füllen sie aus und steigen darüber hinaus.29

Auch hier verwirrt sich der Sinn in Clarisses Aussage: „Ein richtungsloser Dynamismus der Umwertung (´er in dich hinaus´) verschüttet den Sinn, der bei Nietzsche möglicherweise noch lautete: ´Überwinde dich selber noch in deinem Nächsten.`"30 Auch die bei Nietzsche übliche Verkürzung von Sätzen wird hier zur Unverständlichkeit pervertiert („Wir erlösen hinaus") und damit parodiert.

Eine weitere ironisch mit Nietzschezügen versehene Person im Romangeflecht ist Dr. Meingast. Nach seinem Abenteuer mit der 15jährigen Clarisse begibt er sich in die Bergeinsamkeit der Schweiz, von der er „als Verwandelter" zurückkehrt. Für Ulrich ist Meingast ein „Sendbote", der „sich aus Zarathustras Bergen auf das Familienleben von Walter und Clarisse niedergesenkt hatte."31 Meingast erhält also durch eine ironische Anspielung Ulrichs ein bestimmtes Attribut, das ihn in die Nähe eines Nietzsche rückt,32 den Musil selbst nicht besonders schätzte.33 Meingasts Philosophie entdeckt sich dem Leser des Romans nur durch vage Andeutungen und einzelne Sätze. So erfährt der Leser von Meingasts antidemokratischer Haltung und seinem Irrationalismus, Intellektualtät ist für ihn „der Ausdruck eines ausgetrockneten Lebens."34 Mittelpunkt der Gedanken Meingasts ist „die Erlösung der Welt durch Gewalt"35, „die bisweilen treffende Kritik Meingasts am ziellosen Interessenpluralismus kann [...] nicht darüber hinwegtäuschen, daßer selbst Krieg und Zerstörung für die Bedingung neuer Menschwerdung hält."36 Musil läßt Meingast wie auch Clarisse Theoreme vertreten, die aus einem wörtlichen Verständnis Nietzsches herrühren. Freilich karikiert Musil sich hier auch selbst, hatte er einst doch daran gezweifelt, ob man Nietzsche bildlich verstehen könne:

N. sagt, daßes dahin kommen solle, daßman Kriege um einer Erkenntnis willen führt. Er wiederholt dies zu oft, als daßman dies bloßbildlich nehmen könnte, für etwas Geistiges. Es ist im Gegenteil anzunehmen, daßdie Tapferkeit und Kriegslust, die bei Nietzsche immer wiederkehrt, dahin abzielt und also wörtlich zu nehmen ist.37

Mit dieser Interpretation irrt der junge Musil, denn „Krieg" ist für Nietzsche eine Auseinandersetzung mit geistigen Waffen: „Jedes Wachstum verrät sich im Aufsuchen eines gewaltigen Gegners - oder Problems: denn ein Philosoph, der kriegerisch ist, fordert auch Probleme zum Zweikampf heraus."38 Wie bei Clarisse zentriert sich in Meingast ein bestimmtes Nietzschebild, das Wichtiges beiseite läßt, Radikales aber überhöht und sogar wörtlich nimmt. André-Peter Alt faßt zusammen: „Aus Nietzsches Denken übernimmt Meingast die bedenkenlose Hybris eines Systems, welches sich nichts weniger als die Erschaffung des neuen dionysischen Menschentypus zum Ziel bestimmt hat."39 Wieder führt Musil ein falsches Nietzscheverständnis vor. Mittels der Hauptfigur des Romans, Ulrich, macht er sich darüber lustig. Durch Ulrich erhält Meingast nämlich die Bewertung eines „Schwätzers".40

4. Der EinflußNietzschescher Philosopheme auf dem Roman

4.1. Möglichkeitssinn und Essayismus

Bereits das vierte Kapitel des Mann ohne Eigenschaften unterbricht als essayistischer Einschub den Erzählflußund konfrontiert den Leser mit theoretischen Überlegungen des Erzählers/Musils. Diese bereiten zum einen weitere im Romanverlauf entwickelte Utopien vor, zum anderen geben sie auch - poetologisch gedeutet - Hinweise auf die experimentierende Struktur des Romans. Unter der Überschrift: Wenn es Wirklichkeitssinn gibt, mußes auch Möglichkeitssinn geben entwickelt Musil seine Idee des Denkens in Möglichkeiten. Der Sinn für das Mögliche fußt auf der Wirklichkeit, ist aber „die Fähigkeit [...], das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen, als das, was nicht ist."41 Seine zentrale These ist, daßalles auch anders sein könnte und nichts zwingend durch pure Notwendigkeit der Entwicklung gegeben ist.

Wer ihn besitzt sagt nicht: „Hier ist dies oder das geschehen, wird geschehen, mußgeschehen"; sondern er erfindet: „Hier könnte, sollte oder müßte geschehen." Und wenn man ihm von irgend etwas erklärt, daßes so sei, wie es sei, dann denkt er: „Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein."42

Dieser Möglichkeitssinn betrachtet die Wirklichkeit als „Aufgabe und Erfindung"43, es ist ihm um die „mögliche Wirklichkeit" zu tun, das heißt, um die Potenz, die der Wirklichkeit zur Gestaltung durch den Menschen innewohnt. Das Faktische, für den Wirklichkeitsmenschen, wie ihn etwa Ulrichs Vater im Roman darstellt, unumstößliche Tatsache, ist dem Möglichkeitssinn nichts weiter als eben eine Möglichkeit. Daraus entsteht ein fundamentaler Zweifel am Faktischen, das seine Einzigartigkeit eingebüßt hat. Derjenige, der Möglichkeitssinn entwickelt hat, ist ein „unpraktischer Mann", „unzuverlässig und unberechenbar im Verkehr mit Menschen," wie Musil zweifellos mit Blick auf Ulrich schildert.44

Manfred Sera entdeckt im Möglichkeitssinn eine „unüberbrückbare Differenz zum Wirklichen als Bedingung seiner schöpferischen Möglichkeiten"45, da die im Möglichkeitsdenken gebildeten Leitvorstellungen die Wirklichkeit überschreiten würden. Der Grundgedanken solcher Diskrepanz, wie Musil sie mit dem Möglichkeitssinn zum Ausdruck bringt, liegt nach Sera bei Nietzsche: „Diese Utopie als schöpferischer Umbruch hat zweifellos die Philosophie Nietzsches zum Vater."46

Diesen Befund bestätigen auch die weiter oben bereits zitierten Tagebucheintragungen Musils: Während der junge Musil Nietzsche vorwirft, in „lauter Möglichkeiten" zu denken, äußert Musil sich später darüber lobend: „Nietzsche hat durch sein Beispiel ein Denken in Möglichkeiten dieser Generation gelehrt."47 Wie Charlotte Dresler-Brumme in ihrer Arbeit feststellt, bewirke der Möglichkeitssinn ein „suchendes Experimentieren."48 Da nichts zwingend auf das Vorherige folgt, die Welt eine Sammlung von Möglichkeiten ist, kann der Mensch lediglich Versuche unternehmen. Folgerichtig beansprucht der Möglichkeitsmensch Ulrich für sich eine „ganz und gar offene, moralisch im Großen experimentierende Gesinnung".49 Deutliche Parallelen zu Nietzsche finden sich in den Überlegungen Ulrichs, wenn „der Vergleich der Welt mit einem Laboratorium" in ihm „alte Vorstellungen" weckt:

So wie eine große Versuchsstätte, wo die besten Arten, Mensch zu sein, durchgeprobt und neue entdeckt werden müßten, hatte er sich früher oft das Leben gedacht, wenn es ihm gefallen sollte. Daßdas Gesamtlaboratorium etwas planlos arbeitete und daßdie Leiter und die Theoretiker des Ganzen fehlten, gehörte auf ein anderes Blatt.50

Bei Nietzsche heißt es: „Der Gesamt-Aspekt der Menschheit ist der einer ungeheuren Experimentierwerkstätte, wo einiges gelingt, zerstreut durch alle Zeiten, und Unsägliches mißrät, wo alle Ordnung, Logik, Verbindung und Verbindlichkeit fehlt."51 Die Parallelen bis hinein in die Wortwahl sind evident. Wegen des Mangels an Verbindlichkeit und des großen Maßes an Möglichkeiten besteht die Welt aus verschiedensten Perspektiven und möglichen Interpretationen:

Diese Ordnung ist nicht so fest, wie sie sich gibt; kein Ding, kein Ich, keine Form, kein Grundsatz sind sicher, alles ist in einer unsichtbaren, aber niemals ruhenden Wandlung begriffen.52

Diese Erkenntnis führt Ulrich zum Begriff des Essays, der „ein Ding von vielen Seiten nimmt, ohne es ganz zu erfassen." Der aus dem Möglichkeitssinn folgende „Essayismus" betrachtet die Dinge unter dem Aspekt ihrer Relativität. Diese Sichtweise erlaubt es Ulrich, „Welt und eigenes Leben am richtigsten ansehen und behandeln zu können"53, zerstört indes aber auch vormals herrschende Klarheiten: „Der Wert einer Handlung oder einer Eigenschaft, ja sogar deren Wesen und Natur, erschienen ihm abhängig von den Umständen, die sie umgaben, von den Zielen, denen sie dienten [...]."54 Ulrich verallgemeinert diesen Gedanken, der „nur eine einfache Beschreibung sei" und kommt zu dem Ergebnis, „daßuns ein Mord als ein Verbrechen oder als eine heroische Tat erscheinen kann" - abhängig vom jeweilig bewertenden „Kraftfeld": „Sie [Ereignisse] waren gewissermaßen das, was sie wurden [...]."55 Im perspektivischen Denkmodus ist es Ulrich so unmöglich geworden, von einer Handlung auf deren Wert zu schließen, allgemeiner: aus einem Geschehnis ein unumstößliches Ergebnis zu folgern. Solche Einsicht führt wiederum zu einem tiefen Mißtrauen gegen die erscheinende Wirklichkeit, die keine Homogenität besitzt, sondern ein „unendliches System von Zusammenhängen" bildet.56 Nietzsche äußert sich - den von Musil übernommenen perspektivischen Denkstil demonstrierend - in ähnlicher Weise über die Bewertung von Handlungen: „Wenn also die Handlungen weder nach ihrer Herkunft, noch nach ihren Folgen, noch nach ihren Begleiterscheinungen abwertbar sind, so ist ihr Wert x, unbekannt..."57 Neben den hier deutlich werdenden inhaltlichen Parallelen ist vor allem die Ähnlichkeit der Denkmodi auffallend, deren sich Nietzsche und Ulrich bedienen: Ulrichs „Essayismus" als gedankliche Methode bestätigt Nietzsche und dessen „Perspektivismus," den der Philosoph so beschreibt:

Soweit überhaupt das Wort „Erkenntnis" Sinn hat, ist die Welt erkennbar: aber sie ist anders deutbar, sie hat keinen Sinn hinter sich, sondern unzählige Sinne.- „Perspektivismus."58

Ulrichs Essayismus verwirklicht den Rat Nietzsches, „gerade die Verschiedenheit der Perspektiven und der Affekt-Interpretationen für die Erkenntnis nutzbar zu machen."59 Nietzsche wendet sich gegen den Anspruch einer eindeutigen Welterklärung, die nicht nur nicht möglich, sondern auch nicht wünschenswert ist.

Als ob eine Welt noch übrig bliebe, wenn man das Perspektivische abrechnet! [...] Die ´scheinbare Welt´reduziert sich also auf eine spezifische Art von Aktion auf die Welt, ausgehend von einem Zentrum. Nun gibt es gar keine andre Art Aktion: und die „Welt" ist nur ein Wort für das Gesamtspiel dieser Aktionen. Die Realität besteht exakt in dieser Partikular-Aktion und-Reaktion jedes Einzelnen gegen das Ganze...60

Einer Welt, die sich aus ausschließlich aus verschiedensten Perspektiven zusammensetzt, kommt keine allgemeingültige Realität zu. Diesem Gedanken folgend kann Ulrich so auch gegen die Wirklichkeit protestierend die „Abschaffung der Realität" fordern und sein eigenes Leben als Experiment begreifen: „[...] aber was ihn (Ulrich, Anm. des Verf.) über das ironische Blinzeln der letzten Menschen hinaushebt, ist der Entschluß, sich selber experimentierend aufs Spiel zu setzen, wie Nietzsche es von dem Philosophen der Zukunft verlangt hat."61

4.2. Nietzsches Philosophie und die Eigenschaftslosigkeit Ulrichs

Die Eigenschaftslosigkeit Ulrichs hängt eng mit dem Möglichkeitsdenken zusammen und entwickelt sich daraus. Ulrich ist „ein Mann mit allen Eigenschaften", die ihm allerdings nichts bedeuten:

Es ist nicht schwer, diesen zweiunddreißigjährigen Mann Ulrich in seinen Grundzügen zu beschreiben, auch wenn er von sich selbst nur weiß, daßer es gleich nah und weit zu allen Eigenschaften hätte und daßsie ihm alle, ob sie nun die seinen geworden sind oder nicht, in einer sonderbaren Weise gleichgültig sind.62

Ulrich nimmt seine Eigenschaften nicht besonders wichtig, weil sie nur momentane Betonungen sind, die sich ändern und in ihr Gegenteil umschlagen können. Latent also sind - wie in der Wirklichkeit - verschiedenste Möglichkeit in einer Person angelegt, die sich in der Regel - so bei den anderen Figuren des Romans - zu einem Charakter verfestigen: „´Mann ohne Eigenschaften´ sein heißt deshalb: nicht festgelegt sein."63 Die Eigenschaften, die Ulrich dennoch besitzt, gehören „mehr zueinander als zu ihm"64, was die Distanz des Romanhelden zu sich selbst zeigt:

Wenn man das Wesen von tausend Menschen zerlegt, so stößt man auf zwei Dutzend Eigenschaften, Empfindungen, Ablaufarten, Aufbauformen und so weiter, aus denen alle bestehen.65

Ein individuelles Ich zu definieren scheint demnach unmöglich, die Person ist aufgelöst in nichtindividuelle Eigenschaften: „Das Ich verliert die Bedeutung, die es bisher gehabt hat, als ein Souverän, der Regierungsakte erläßt;"66 Die Annahme der Einheit des Subjekts als unumstößlicher Ausgangspunkt jeder Weltbetrachtung wird bei Musil als Festsetzung möglicher Anlagen kritisiert: „Wahrscheinlich ist die Auflösung des anthropozentrischen Verhaltens, das den Menschen so lange im Mittelpunkt des Weltalls gehalten hat, nun aber schon seit Jahrhunderten im Schwinden ist, endlich beim Ich selbst angelangt."67 Als Naivität erscheine es den meisten Menschen daran zu glauben, daß„am Erleben das Wichtigste" sei, daßman es erlebe, die Menschen, deren Berührung mit der Welt stets einen privaten Charakter eingehaucht bekäme, erschienen als „absurd", heißt es an derselben Stelle. Diese Kritik am Glauben an die Einheit des Subjekts rückt Musil und seinen Helden Ulrich wiederum in die Nähe Nietzsches: „Das ´Subjekt´ist nur eine Fiktion: es gibt das ego gar nicht, von dem geredet wird, wenn man den Egoismus tadelt."68 Der Mensch trägt nach Nietzsche verschiedene Charaktere in sich:

„Ein gutes Kapitel hätte ich über die Vielheit von Charakteren zu schreiben, die in jedem von uns steckt: und man soll Versuche machen, einige erscheinen zu lassen, d.h. eine zusammengehörige Gruppe von Eigenschaften durch klug angeordnete Umstände, Umgebungen, Studien, Entschlüsse zeitweilig zu begünstigen, so daßsie sich aller vorhandenen Kräfte bemächtigen. Andere Eigenschaften werden dabei nicht oder wenig ernährt und bleiben zurück: denen können wir später einmal Luft machen."69

Stellt man diesem Nietzsche-Zitat folgende Einsicht Ulrichs gegenüber, so werden die Parallelen evident:

Denn ein Landesbewohner hat mindestens neun Charaktere, einen Berufs-, einen National-, einen Staats-, einen Klassen-, einen geographischen, einen Geschlechts-, einen unbewußten und vielleicht auch noch einen privaten Charakter; er vereinigt sie in sich, aber sie lösen ihn auf, und er ist nichts als eine kleine, von diesen vielen Rinnsalen ausgewaschene Mulde, in die sie hineinsickern und aus der sie wieder austreten, um mit anderen Bächlein eine Mulde zu füllen.70

Gemäßdem zitierten Nietzsche-Satz, man könne bestimmte Eigenschaften „zeitweilig begünstigen" kann Ulrich so auch seine drei Versuche, „ein bedeutender Mann" zu werden, unternehmen: seine Tätigkeiten als Soldat, Ingenieur und Mathematiker lassen sich mit diesem Hintergrund als Betonungen einzelner Möglichkeiten lesen, die Ulrich zugunsten einer weiteren Suche stets wieder ablegt. Ulrich wünscht sich ein „Mann ohne Eigenschaften" zu sein71, während er über das „Personwerden" der Menschen reflektiert:

Im Grunde wissen in den Jahren der Lebensmitte wenig Menschen mehr, wie sie eigentlich zu sich selbst gekommen sind, zu ihren Vergnügungen, ihrer Weltanschauung, ihrer Frau, ihrem Charakter, Beruf und Erfolgen, aber sie haben das Gefühl, daßsich nun nicht mehr viel ändern kann. [...] die Ereignisse sind ja zum wenigsten von ihnen selbst ausgegangen, meistens hingen sie von allerhand Umständen ab [...].72

Nicht das eigene Bewußtsein formt die Menschen, sondern die Umstände, denen die Menschen begegnen, bilden eine Person. Nietzsche schreibt:

Die falsche Grundbeobachtung ist, daßich glaube, ich bin's, der etwas tut, etwas leidet, der etwas ´hat´, der eine Eigenschaft ´hat´. ´Subjekt´, ´Objekt´, ´Prädikat´ - diese Trennungen sind gemacht und werden jetzt wie Schemata übergestülpt über alle anscheinenden Tatsachen. Das, was wir unser ´Bewußtsein´nennen, ist an allen wesentlichen Vorgängen unserer Erhaltung und Wachstums unschuldig;73

Durch seine Eigenschaftslosigkeit grenzt Ulrich sich von den anderen Menschen und deren scheinbarer Identität ab. Dieser Akt der Auflösung führt zu neuer Sinnsuche und mündet im Roman in den Utopien Ulrichs.

5. Nietzsche-Rezeption in den Fragen zur Moral

5.1. Eine Theorie zur Entstehung der Moral

Eine herausragende Stellung in den Reflexionen Ulrichs nehmen seine Gedanken zur Moral ein. Seine Schwester Agathe stellt so fest: „Mein Bruder spricht überhaupt nur von Moral".74 Dieses Interesse für die Normbildung und Bewertung von Handlungen teilt Ulrich mit Nietzsche, dessen Schriften sich bekanntlich in extenso mit Fragen der Moral beschäftigen. Unter anderem entwickelt Ulrich eine Theorie zur Genese der Moral, unter der Ulrich „die Regelung des Verhaltens einer Gesellschaft, vornehmlich aber schon die seiner inneren Antriebe, also der Gefühle und Gedanken" versteht.75 Die „wahrscheinlichste" Erklärung für das Entstehen der Moral erklärt Ulrich Agathe gegenüber. Diese besagt,

daßMoral wie alle andere Ordnung durch Zwang und Gewalt entsteht! Eine zur Herrschaft gelangte Gruppe von Menschen auferlegt den anderen einfach die Vorschriften und Grundsätze, durch sie ihre Herrschaft sichert. Gleichzeitig hängt sie aber an denen, die sie selbst großgemacht haben. Gleichzeitig wirkt sie damit als Beispiel. Gleichzeitig wird sie durch Rückwirkungen verändert: das ist natürlich verwickelter als man es in Kürze beschreiben könnte, und weil es keineswegs ohne Geist vor sich geht, aber auch keineswegs durch den Geist, sondern durch die Praxis, ergibt es schließlich ein unübersehbares Geflecht, das sich scheinbar so unabhängig wie Gottes Himmel über allem spannt. [...] Mit anderen Worten: alles ist moralisch, aber die Moral selbst ist nicht moralisch!76

Die Übereinstimmung dieser „Erklärung" mit der Auffassung Nietzsches wird im folgenden Zitat deutlich sichtbar:

Der Moralität geht der Zwang voraus, dem man sich, zur Vermeidung der Unlust, fügt. Später wird sie Sitte, noch später freier Gehorsam, endlich beinahe Instinkt: dann ist sie wir alles lang Gewöhnte und Natürliche mit Lust verknüpft - und heißt nun Tugend.77

Ulrich wie Nietzsche sehen in der Machtausübung Herrschender in Form von „Zwang" den Beginn der Moral. Der Gedanke der Rückwirkung, die die auferlegte Moral durch die „Schwächeren" erfährt, ist ebenso bei Nietzsche zu finden: „Das Recht geht ursprünglich so weit, als einer dem anderen wertvoll erscheint. In dieser Hinsicht hat auch der Schwächere noch Rechte, aber geringere."78 Ulrichs Zusammenfassung seiner Theorie der Moralgenese unterstreicht wiederum die Nähe zu Nietzsche, der in einer mit „Moral als Werk der Unmoralität" überschriebenen Aufstellung äußert: „Die Entstehung moralischer Werte ist das Werk unmoralischer Affekte und Rücksichten."79 Die „unmoralischen Affekte und Rücksichten" sind bei Musil die „Grundsätze und Vorschriften", durch die Herrschaft gesichert werden. Bereits die Entstehung von Moral also wird äußerst kritisch betrachtet.

5.2. Moralkritik

Ulrichs Moralkritik erschöpft sich jedoch nicht darin, ihre Ursprünge zu durchleuchten. Wie auch Nietzsche übt Ulrich eine fundamentale Kritik an den grundsätzlichen Kategorien der Moral, nämlich an der Vorstellung von „Gut und Böse", „Wahr und falsch". Bei Nietzsche wie bei Ulrich erscheinen diese Kategorien nicht mehr als absoluta, sondern werden als relative Begriffe dargestellt, die per se keine überdauernden Anspruch haben. Moralische Werturteile erscheinen bei Nietzsche wie bei Musil als von den Zeitumständen abhängige Faktoren. Nietzsche zeigt dies anhand konkreter Beispiele:

So haben die älteren Griechen anders über den Neid empfunden als wir; Hesiod zählt ihn unter den Wirkungen der guten, wohltätigen Eris auf, und es hatte nichts Anstößiges, den Göttern etwas Neidisches zuzuerkennen. [...] Ebenfalls waren die Griechen von uns verschieden in der Abschätzung der Hoffnung: man empfand sie als blind und tückisch, [...] das geht wider den modernen Geist, welcher vom Christentum her an die Hoffnung als eine Tugend zu glauben gelernt hat.80

Dieselbe Einsicht findet sich bei Ulrich, der „es den Jahrhunderten abgelernt (hat), daßLaster zu Tugenden und Tugenden zu Lastern werden können."81 Ebenso deutlich berührt Ulrich Nietzsche, wenn er seiner Schwester gegenüber äußert: „Was liegt schließlich an den Vorgängen als solchen! Es kommt auf das System von Vorstellungen an, durch das man sie betrachtet, und auf das persönliche System, in das sie eingefügt sind."82 Das „persönliche System" der Handlungsbewertung, von dem Ulrich spricht, zergliedert Nietzsche in seiner Schrift Die Fröhliche Wissenschaft:

Warum hälst du dies und gerade dies für recht? - „Weil mein Gewissen es mir sagt; und das Gewissen redet nie unmoralisch, es bestimmt ja erst, was moralisch sein soll!" - Aber warum hörst du auf die Sprache deines Gewissens? Und inwiefern hast du ein Recht, ein solches Urteil als wahr und untrüglich anzusehen? Für diesen Glauben - gibt es da kein Gewissen mehr? [...] Dein Urteil „so ist es recht" hat eine Vorgeschichte in deinen Trieben, Neigungen, Abneigungen, Erfahrungen und Nicht-Erfahrungen;83

Was bei Nietzsche die „Triebe, Neigungen etc." sind, wird bei Ulrich etwas abstrakter in dem Begriff „persönliches System" gefaßt. Die Konsequenz aus beiden Gedanken ist wiederum die Relativierung moralischer Begriffe. Besondere Aufmerksamkeit erfahren bei Nietzsche und Musil die Kategorien „Gut und Böse". So fragt sich Ulrich in dem Kapitel „Ansätze zu einer Moral des Mannes ohne Eigenschaften":

Wen soll das tausendjährige Gerede darüber, was gut und böse sei, fesseln, wenn sich herausgestellt hat, daßdas gar keine ´Konstanten´sind, sondern nur ´Funktionswerte´, so daßdie Güte der Werke von den geschichtlichen Umständen abhängt und die Güte der Menschen von dem psychotechnischen Geschick, mit dem man ihre Eigenschaften auswertet!84

Agathe erfährt von Ulrich in einem Gespräch, während dessen er „offen aufgeregt" ist: „Ich glaube aber vor allem nicht an die Bindung von Bös durch gut, die unser Kulturgemisch darstellt: das ist mir widerwärtig!"85 Nietzsche weist an vielen Stellen auf die Relativität der moralischen Grundsätze hin, unter anderem in „Also sprach Zarathustra":

Als ich zu den Menschen kam, da fand ich sie sitzend auf einem alten Dünkel: alle dünkten sich lange schon zu wissen, was dem Menschen gut und böse sei. Eine alte müde Sache dünkte ihnen alles Reden von Tugend; und wer gut schlafen wollte, der sprach vor Schlafengehen noch von ´Gut und Böse`. Diese Schläferei störte ich auf, als ich lehrte: was gut und böse ist, das weißnoch niemand: - es sei denn der Schaffende.86

Aufschlußreich in diesem Zusammenhang ist das Kapitel „Schwierigkeiten eines Moralisten beim Schreiben eines Briefes", wo Ulrich „allerhand weitläufige Gedanken durch den Kopf" gehen.87 Ulrich kommt hier zur Erkenntnis, daß„der Unterschied zwischen Gut und Böse alle Bedeutung verliert gegenüber dem Wohlgefallen an einer reinen, tiefen und ursprünglichen Handlungsweise, das wie ein Funke ebensowohl aus erlaubten wie aus unerlaubten Geschehnissen hervorschlagen kann."88 Der „Mann ohne Eigenschaften" reflektiert weiter über den „verbietenden Teil der Moral" und stellt fest, daß„das moralische Verhalten hauptsächlich in der Einschränkung des Unmoralischen besteht" und daßdie „bejahenden Überlieferungen der Moral" nur mehr das „Geschäft von Narren und Grillenfängern oder bleichhäutigen Tugendbolden" sei.89 Die Tugend, so Ulrich, ist „bresthaft"90 geworden. Auch Nietzsche beklagt die verbietenden Normen und wendet sich wie Ulrich gegen sie:

Im Grunde sind mir alle jene Moralen zuwider, welche sagen: „Tue dies nicht! Entsage! Überwinde dich!" - ich bin dagegen jenen Moralen gut, welche mich antreiben, etwas zu tun und wieder zu tun [...] und an gar nichts zu denken als: dies gut zu tun, so gut als es mir allein möglich ist. [...] Unser Tun soll bestimmen, was wir lassen: indem wir tun, lassen wir - so gefällt es mir, so lautet mein placitum. Aber ich will nicht mit offenen Augen meine Verarmung anstreben, ich mag alle negativen Tugenden nicht - Tugenden, deren Wesen das Verneinen und Sichversagen selber ist."91

Im gleichen Kapitel hatte Ulrich zuvor festgestellt, daßer sich, „wenn er sich `moralisch` verhielt, in einer schlechteren geistigen Lage befunden habe, als bei Handlungen oder Gedanken, die man üblicherweise `unmoralisch` nennen durfte."92 Ulrich schließt daraus, daß„alles Böse mit mehr oder weniger Phantasie und Leidenschaft vollbracht wird, wogegen sich das Gute durch eine unverkennbare Affektarmut und Kläglichkeit auszeichnet."93 Auch hierzu findet sich in Nietzsches Zarathustra eine interessante gedankliche Parallele:

O meine Brüder! Bei welchen liegt doch die größte Gefahr aller Menschen- Zukunft? Ist es nicht bei den Guten und Gerechten? - als bei denen, die sprechen und im Herzen fühlen: `wir wissen schon, was gut ist und gerecht, wir haben es auch, wehe denen, die hier noch suchen!` Und was für Schaden auch die Bösen tun mögen: der Schaden der Guten ist der schädlichste Schaden!94

Während Ulrich das Ausführen einer Handlung betrachtet, liegt das Augenmerk Nietzsches eher auf den Folgen einer Tat, gemeinsam ist beiden aber die negative Beurteilung sogenannter „guter Taten". Zeichnen sich „böse Taten" bei Ulrich dadurch aus, daßsie phantasievoll und leidenschaftlich sind, so spricht auch Nietzsche „bösen Taten" eine kreative Dimension zu: „Die stärksten und bösesten Geister haben bis jetzt die Menschheit am meisten vorwärts gebracht."95 Dieser und ähnliche Gedanken finden sich bei Nietzsche sehr häufig, sie „ziehen sich durch fast alle Werke", wie Charlotte Dresler-Brumme notiert.96 Gestaltet Musil diese Einsicht in dem Kapitel „Das In den Bart Lächeln der Wissenschaft oder Erste ausführliche Begegnung mit dem Bösen" aus, so formuliert er den Gedanken an anderer Stelle auch explizit:

Man darf niemals diese Ohnmacht, in die wir uns gebracht haben, vergessen, wenn man den Idealismus der Bösartigkeit verstehen will. Wenn der Wandel der Weltanschauungen, zu dem jede neue Menschengarnitur berufen ist, stockt u. ihr unmöglich gemacht wird, so bleibt ihr beinahe nichts übrig, als alles zu verneinen.97

Ist eine Generation nicht in der Lage, den nötigen (Werte) Wandel durchzuführen, so bleibt ihr der „Idealismus der Bösartigkeit", die Verneinung der Tradition. Diese Formel ließe sich auch auf den ersten Teil des Romans „Der Mann ohne Eigenschaften" anwenden. Durch Satire und durch den unbestechlichen Blick des überlegenen Ulrich wird Traditionelles der Zeit nicht mehr angemessen entlarvt und destruiert.

6. Resumée

Robert Musils Roman nimmt große Teile der Philosophie Friedrich Nietzsches auf und macht diese zu einem Gestaltungselement einzelner Personen. An erster Stelle ist hier natürlich Ulrich zu nennen, die Hauptfigur des „Mann ohne Eigenschaften", die auch zahlreiche Züge des Autors Robert Musil selbst trägt. Läßt Musil zahlreiche von Nietzsche stammmende Einsichten in sein Werk einfließen, so handelt es sich beim „Mann ohne Eigenschaften" doch nicht um bloße Nachdichtung oder Poetisierung eines philosophischen Werkes. Die Perspektive, unter der diese Arbeit den Roman betrachtet, mag das an manchen Stellen suggerieren, was seine Ursache an der Verkürzung auf die von Nietzsche inspirierte philosophische Dimension des Romans findet. Die notwendige und sicher auch aufschlußreiche Analyse einer Einflußnahme ist noch keine Interpretation eines Werkes, das die Aussagen großer Denker zu benutzen weiß, um neue Fragen aufzuwerfen. Musil destruiert in seinem Roman große Teile traditionellen Denkens und bemüht sich um eine Neubeantwortung der Frage, wie die Welt geistig zu bewältigen sei. Ulrich versucht den Weg einer solchen Antwort zu beschreiten. Kulminationspunkt dieser Bemühungen ist sicher das berühmte Kapitel „Atemzüge eines Sommertages". Bezeichnend ist aber, daßder „Mann ohne Eigenschaften" unvollendet blieb und wohl auch bleiben mußte.

7. Bibliographie

Primär:

Musil, Robert: Der Mann ohne Eigenschaften. Hg. von Adolf Frisé. Hamburg 1978 (im Text mit „MoE" abgekürzt)

Musil, Robert: Tagebücher. Hg. von Adolf Frisé, Hamburg 1983

Nietzsche, Friedrich: Werke in drei Bänden. Hg. von Karl Schlechta, München 1958

Nietzsche, Friedrich: Werke in sechs Bänden. Hg. von Alfred Bäumler, Leipzig 1930; Der „Wille zur Macht" im sechsten Band aus dem Nachlaßhg. v. Elisabeth Förster-Nietzsche u. Peter Gast

Sekundär:

Albertsen, Elisabeth: Ratio und „Mystik" im Werk Robert Musils, München 1968

Allemann, Breda: Ironie und Dichtung, Pfullingen 1956

Alt, Peter-André: Ironie und Krise. Ironisches Erzählen als Form ästhetischer Wahrnehmung in Thomas Manns Der Zauberberg und Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften, Frankfurt a. M. 1989

Arntzen, Helmut: Musil-Kommentar zum Roman „Der Mann ohne Eigenschaften", München 1982

Burckhardt, Judith: „Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil oder das Wagnis der Selbstverwirklichung, Bern 1973

Dinklage, Albertsen, Corino: Robert Musil-Studien zu seinem Werk, Klagenfurt 1970

Dresler-Brumme, Charlotte: Nietzsches Philosophie und Musils „Der Mann ohne

Eigenschaften". Eine vergleichende Betrachtung als Beitrag zum Verständnis, Frankfurt a. M. 1987

Kaiser, Ernst u. Wilkins, Eithne: Robert Musil. Eine Einführung in das Werk, Stuttgart 1962

Kimpel, Dieter: „Beiträge zur geistigen Bewältigung der Welt..." Über den Romanbegriff Robert Musils, in: Grimm, Reinhold (Hrsg.): Deutsche Romantheorien, Frankfurt a. M. 1968, Bd. 2, S. 418-440

Kühn, Dieter: Analogie und Variation. Zur Analyse von Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften", Bonn 1965

Müller, Gerd: Dichtung und Wissenschaft. Studien zu Robert Musils Romanen „Die Verwirrungen des Zöglings Törless" und „Der Mann ohne Eigenschaften", Uppsala 1971

Müller, Götz: Ideologiekritik und Metasprache in Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften", München 1972

Olmi, Roberto: Musil und Nietzsche, in: Musil-Forum 7 (1981); S. 119-130

Rzehak, Wolfgang: Musil und Nietzsche: Beziehungen der Erkenntnisperspektiven, Frankfurt a. M. 1993

Sera, Manfred: Utopie und Parodie bei Musil, Broch und Thomas Mann, Bonn 1969

Venturelli, Aldo: Die Kunst als fröhliche Wissenschaft. Zum Verhältnis Musils zu Nietzsche, in: Nietzsche-Studien, Bd. 9, Berlin 1980, S. 302-337

Wallner, Friedrich: Sehnsucht nach Verweigerung. Musil und Nietzsche, in: Strutz, Josef und Johann (Hrsg.): Robert Musil - Literatur, Philosophie und Psychologie, München 1984

[...]


1 Vgl. Rzehak, S. 34

2 Anm.: Es ist nicht ganz klar, welche Werke Musil in dieser Zeit las. Vgl. Venturelli, S. 305

3 Musil: Tagebücher I, S. 19 Anm.: In diesem Jahr liest Musil „Die fröhliche Wissenschaft" und fertigt Exzerpte aus „Der Fall Wagner" und „Götzendämmerung" an. Vgl. Olmi, S. 121f

4 In: Robert Musil, Studien zu seinem Werk. Hg. Von Karl Dinklage, E. Albertsen und K. Corino. Klagenfurt 1970, S. 343

5 Anm.: Er wird diese Art der Rezeption im „Mann ohne Eigenschaften" sogar parodieren, wie zu zeigen sein wird

6 Musil: Tagebücher I, S. 50

7 Musil: Tagebücher II, S. 849

8 Musil: Tagebücher I, S. 19

9 ebd.

10 Musil: Tagebücher I, S. 683

11 vgl. Wallner, S. 95

12 ebd. S. 903

13 ebd. Anm.: es handelt sich hier um einen Nachtrag, den Musil 1923 im Tagebuch hinzugefügt hat. Offenbar waren Musil die Einträge zum Thema „Nietzsche" so wichtig, daßer sie selbst korrigierte, bzw. kommentierte.

14 Musil: Tagebücher I, S. 913

15 Musil: Tagebücher I, S. 251. Anm: Mit „Alice" ist die Jugendfreundin Musils Alice Donath gemeint. Sie diente als reales Vorbild für Clarisse. Vgl. Arntzen, S. 15

16 Musil: Tagebücher I, S. 394

17 Kaiser, Ernst u. Wilkins, Eithne: Robert Musil. Eine Einführung in sein Werk. Stuttgart 1962

18 ebd. S. 169

19 vgl. Nietzsche: Der Fall Wagner. Musil kannte diesen Text.

20 Vgl. Venturelli, S. 328: „Walters décadence gegenüber erscheint Ulrichs Bild im Mann ohne Eigenschaften fast als eine Verkörperung von Nietzsches ´Freigeist´."

21 MoE, S. 368 vgl. Nietsche Bd. II, S. 331f

22 MoE, S. 368

23 MoE, S. 435. Vgl. Nietzsche Bd. I, S. 9f

24 Müller: Dichtung und Wissenschaft, S. 27

25 MoE, S. 1377. Vgl. mit einer Stelle in Also sprach Zarathustra, wo es in der Rede Vom Lesen und Schreiben heißt: „Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber auch immer etwas Vernunft im Wahnsinn." (Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Schlechta, Bd. II, S. 306)

26 Müller: Ideologiekritik, S. 124

27 ebd.

28 MoE, S. 711

29 MoE, S. 713f. vgl. Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Schlechta, Bd. II, S. 457: „Nicht nur fort euch zu pflanzen, sondern hinauf !"; vgl. Nietzsche, Bd. II, S. 1251: „Du suchtest die schwere Last: da fandest du dich - , du wirfst dich nicht ab von dir [...]."

30 Müller: Ideologiekritik, S. 124. Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Schlechta, Bd. II, S. 446

31 MoE, S. 785

32 vgl. Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Schlechts, Bd. II, S. 277: „Als Zarathustra dreißig Jahre alt war, verließer seine Heimat und den See seiner Heimat und ging in das Gebirge. Hier genoßer seines Geistes und seiner Einsamkeit und wurde dessen zehn Jahre nicht müde. Endlich aber verwandelte sich sein Herz, [...]" Anm.: Reales Vorbild für Meingast ist der Philosoph Ludwig Klages, vgl. Arntzen, S. 17

33 vgl. Musils Tagebucheintrag, der weiter oben bereits zitiert wurde: „Zarathustra, der Einsame in den Bergen widerspricht irgendwie meiner Gesinnung." (Musil: Tagebücher I, S. 683)

34 MoE, S. 834

35 ebd. S. 834

36 Alt, S. 238

37 Musil: Tagebücher I, S. 23

38 Nietzsche: Ecce Homo. Schlechta, Bd. II, S. 1078f

39 Alt, S. 236

40 MoE, S. 839

41 MoE, S. 17

42 ebd. S. 16

43 ebd. S. 16

44 MoE, S. 17

45 Sera, S. 34

46 ebd. S. 34

47 Musil: Tagebücher II, S. 849

48 Dresler-Brumme, S. 58

49 MoE, S. 365

50 MoE, S. 152

51 Nietzsche: Wille zur Macht, S. 65

52 MoE, S. 250

53 ebd. S. 250

54 ebd. S.250

55 ebd.

56 ebd. S. 251

57 Nietzsche: Nachlaß, Schlechta, Bd. III, S. 706

58 Nietzsche: Nachlaß, Schlechta, Bd. III, S. 903

59 Nietzsche: Zur Genealogie der Moral, Schlechta, Bd. II, S. 861

60 Nietzsche: Nachlaß, Schlechta, Bd. III, S. 706

61 Wallner, S. 191

62 MoE, S. 151

63 Dresler-Brumme, S. 71

64 MoE, S. 148

65 ebd. S. 66

66 MoE, S. 474

67 MoE, S. 150

68 Nietzsche: Nachlaß, Schlechta, Bd. III, S. 534

69 Nietzsche zitiert nach Kühn, S. 137

70 MoE, S. 34

71 MoE, S. 130

72 ebd.

73 Zitiert nach: Dresler-Brumme, S. 75

74 MoE, S. 1030

75 MoE, S. 1024

76 MoE, S. 1024

77 Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches, Schlechta, Bd. I, S. 507

78 Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches, Schlechta, Bd. I, S. 502

79 Nietzsche: Nachlaß, Schlechta, Bd. III, S. 866

80 Nietzsche: Morgenröte, Schlechta, Bd. I, S. 1039

81 MoE, S. 153

82 MoE, S. 684

83 Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft, Schlechta, Bd. II, S. 195

84 MoE, S. 37

85 ebd., S. 770

86 Nietzsche: Also sprach Zarathustra, Schlechta, Bd. II, S. 443

87 MoE, S. 821

88 MoE, S. 823

89 MoE, S. 823

90 MoE, S. 823

91 Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft. Schlechta, Bd. II, S. 179

92 MoE, S. 821f

93 ebd.

94 Nietzsche: Also sprach Zarathustra. Schlechta, Bd. II, S. 458

95 Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft. Schlechta, Bd. II, S. 38

96 Dresler-Brumme, S. 130

97 MoE, S. 1513

26 von 26 Seiten

Details

Titel
Musil und Nietzsche
Veranstaltung
Hauptseminar mit dem Titel "Robert Musils `Der Mann ohne Eigenschaften`" bei Prof. Dr. Werner Frick (damals noch an der Uni Augsburg)
Note
1
Autor
Jahr
1998
Seiten
26
Katalognummer
V94765
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musil, Nietzsche, Hauptseminar, Titel, Robert, Musils, Mann, Eigenschaften`, Prof, Werner, Frick, Augsburg)
Arbeit zitieren
Thomas Steinhardt (Autor), 1998, Musil und Nietzsche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94765

Kommentare

  • Gast am 6.9.2000

    Frage.

    Hallo!

    Bin auf der Suche nach der Quelle folgender Zitate auf Eure Homepage gestoßen:

    Am besten wohl: So tun, als hätt ich gar kein Intresse an Büchern! - Falls wirklich was da sein sollte!

    und

    Erstes Axiom: Die Bibliothex existiert ab aeterno. An dieser Wahrheit, aus der unmittelbar die künftige Ewigkeit der Welt folgt, kann kein denkender Verstand zweifeln.

    Das könnte aus dem Mann ohne Eigenschaften stammen. Wenn dieses Mail an Thomas Steinhardt weitergeleitet werden könnte, wäre ich dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen und Dank im Voraus
    Wolfgang Seidel

  • Gast am 22.12.2000

    Toll.

    Eine vorbildliche schöne Arbeit!

  • Gast am 26.9.2001

    MoE.

    Moin, moin !
    Durchaus gute Arbeit !
    Werde sie wohl verwenden - in dem kleinen privaten Lesezirkel, in dem wir gerade MoE diskutieren; natürlich perspektivisch verkürzt -;)
    Offen geblieben ist für mich die Frage nach Arnheim - als der zumindest augenscheinlichen Gegenkonstruktion Ulrichs: A. ist der ``Mann mit allen Eigenschaften (Zitat aus MoE); eine Art (unter den Auspizien der `Nietzsche-Musilschen Psychologie`) negatives Spiegelbild Ulrichs: so hätte er werden können !
    Gruß
    D.

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