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Fügung und Zufall in der Physik des Aristoteles

Title: Fügung und Zufall in der Physik des Aristoteles

Seminar Paper , 2001 , 17 Pages , Grade: k. A.

Autor:in: Thomas Eimer (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

In der "Physik" strebt Aristoteles den "Nachweis der Existenz der Bedingungen der Möglichkeit einer Naturwissenschaft" an, d.h. er versucht, Begrifflichkeiten zu klären, die Naturwissenschaft ermöglichen sollen. Zu diesen Begrifflichkeiten gehören auch Zufall und Fügung.
In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie Aristoteles diese Begriffe versteht und welche Bedeutung er ihnen innerhalb der Physik beimißt.
Dazu wird zunächst dargestellt, wie A. die Naturabläufe versteht und auf welche Ursachen er sie zurückführt. Im zweiten Teil wird untersucht, wie A. Zufall und Fügung definiert und in sein Verständnis von Ursachen und Wirkungen eingebettet. Anschließend wird in einem dritten Teil erörtert, welche Bedeutung diesen Begriffen im Kontext der Physik zukommt. In einer kritischen Einschätzung soll zuletzt versucht werden, das aristotelische Verständnis von Fügung und Zufall im Hinblick auf heutige naturwissenschaftliche Interpretationsmuster zu überprüfen.
Die Arbeit bezieht sich im Wesentlichen auf den Primärtext. Als Interpretationshilfe wurden allerdings die Dissertationen von Johannes Fritsche , vornehmlich aber von Helene Weiss herangezogen. Wenn im Verlauf der Arbeit kaum auf die beiden Autoren verwiesen wird, ist dies dem Umstand geschuldet, daß hauptsächlich die letztere Arbeit eher als inspirierende Analyse genutzt wurde. Die dort vorzufindenen Explikationen mit denen des Verfassers abzugleichen, wäre dem Umfang dieser Arbeit nicht angemessen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil

1. Ursachen der Veränderung in der Physik

2. Fügung und Zufall im Verständnis der Physik

3. Die Bedeutung von Fügung und Zufall für die Physik

4. Kritische Einschätzung

C. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das aristotelische Verständnis von Zufall und Fügung in seinem Werk "Physik" und analysiert, welchen Stellenwert diese Begriffe innerhalb seiner Ursachenlehre und Naturphilosophie einnehmen. Dabei wird hinterfragt, wie diese Konzepte mit dem aristotelischen Postulat der Notwendigkeit und Zielgerichtetheit von Naturvorgängen vereinbar sind, und kritisch mit modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen konfrontiert.

  • Grundlagen der aristotelischen Ursachenlehre und Prozesshaftigkeit
  • Differenzierung und Definition von Zufall und Fügung
  • Die Bedeutung von Zufall und Fügung im Kontext der Physik
  • Kritische Analyse der teleologischen Naturauffassung
  • Konfrontation mit modernen wissenschaftlichen Interpretationsmustern

Auszug aus dem Buch

2. Fügung und Zufall im Verständnis der „Physik“

Die Explikation von Fügung und Zufall erfolgt in der Physik im direkten Anschluß an die Erläuterung möglicher Ursachen von Veränderung.

Den Zusammenhang zwischen diesen Bereichen begründet A. im Rückgriff auf die Gewohnheit, Fügung und Zufall in den Katalog der Ursachen einzureihen. In einem Problemaufriß verweist A. auf seine Vordenker, bei denen diese Phänomene häufig keinerlei Erwähnung fänden, woraus er schließt, daß sie alles Geschehen als notwendig betrachtet hätten.

Notwendig ist im Verständnis von A. jeder Zusammenhang, der aus einem Ursache-Wirkungs-Verhältnis mit Gewißheit abgeleitet werden kann. Da A. dies für fast alle Vorgänge in der Natur annimmt, kann er Naturbeschaffenheit und Notwendigkeit - zunächst einmal - in eins setzen.

Nicht ohne Polemik stellt A. Empedokles und andere Naturphilosophen vor, die jedwedem Geschehen auf der Welt eine Regelmäßigkeit, d.h. Notwendigkeit zubilligten, gleichzeitig aber im Hinblick auf die Entstehung der Welt von zufälligen Ereignissen sprächen. A. macht deutlich, daß er eine gegenteilige Einschätzung für eher vernünftig halte.

In einer ersten Annäherung an Zufall und Fügung grenzt A. diese beiden Phänomene von jenen Geschehnissen ab, die aufgrund einer bereits feststehenden Regel und damit immer erfolgen oder aber mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet werden.

Die Tatsache, daß Geschehnisse beobachtet werden können, die unerwartet und keiner Regelmäßigkeit folgend eintreten, wertet A. als Beweis für die Existenz von Fügung und Zufall. Er folgert aus dieser Feststellung auch die Charakteristik dieser Phänomene. Sie seien, so A., Ursachen des Anstoßes, allerdings im nebensächlichen (akzidentiellen) Sinne.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aristotelische Suche nach den Bedingungen einer Naturwissenschaft ein und umreißt die Untersuchung von Zufall und Fügung als zentrale Begriffe.

B. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ursachenlehre, die begriffliche Einordnung von Zufall und Fügung, deren Bedeutung für die physikalische Theorie sowie eine kritische Reflexion des aristotelischen Modells.

C. Schluß: Das Schlusskapitel resümiert, dass Aristoteles den Zufall zwar als Phänomen anerkennt, ihm jedoch aufgrund seiner teleologischen und auf Notwendigkeit basierenden Naturphilosophie jegliche wissenschaftliche Erklärungskraft abspricht.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Physik, Kausalität, Ursachenlehre, Zufall, Fügung, Teleologie, Naturphilosophie, Notwendigkeit, Stoff und Form, Veränderungsprozesse, Naturwissenschaft, Akzidentien, Zielgerichtetheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Konzepte von Zufall und Fügung im Werk "Physik" des Aristoteles und untersucht deren theoretische Einbettung in seine Philosophie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die aristotelische Ursachenlehre, die Unterscheidung zwischen notwendigen und zufälligen Ereignissen sowie die Frage nach der Zweckmäßigkeit (Teleologie) in der Natur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das aristotelische Verständnis von Zufall und Fügung zu klären und zu prüfen, welche Bedeutung diese Phänomene innerhalb seiner physikalischen Theorie haben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse des Primärtextes und zieht ergänzend die Dissertationen von Johannes Fritsche und Helene Weiss als Interpretationshilfen heran.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Ursachen der Veränderung, die Definition von Zufall und Fügung, deren Bedeutung für die Physik und eine kritische Einschätzung im Licht heutiger naturwissenschaftlicher Erkenntnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Aristoteles, Kausalität, Zufall, Fügung, Teleologie, Stoff, Form und Naturprozesse.

Wie bewertet Aristoteles den Zufall in Bezug auf wissenschaftliche Erkenntnis?

Aristoteles erkennt die Existenz von Zufall als nebensächliches Phänomen an, spricht ihm jedoch jegliche Erklärungskraft für gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse (epistemé) ab.

Wie konfrontiert der Autor Aristoteles mit modernen Erkenntnissen?

Der Autor hinterfragt die aristotelische teleologische Deutung der Natur durch den Vergleich mit heutigen Erkenntnissen aus der Genetik und Evolutionstheorie und identifiziert dabei Widersprüche.

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Details

Title
Fügung und Zufall in der Physik des Aristoteles
College
University of Hagen  (Institut für Philosophie)
Grade
k. A.
Author
Thomas Eimer (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V9476
ISBN (eBook)
9783638161732
Language
German
Tags
Fügung Schicksal Zufall Freiheit Kontingenz Naturwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Eimer (Author), 2001, Fügung und Zufall in der Physik des Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9476
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