Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit historischen verkehrs- und siedlungsgeographischen Aspekten im südlichen und mittleren Leinetal während des Zeitraumes, der allgemein als "Römische Kaiserzeit" bezeichnet wird. Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion der damaligen Hauptverkehrswege, die auch von den römischen Invasoren während der Okkupationsphase in Germanien (12 v. Chr. bis 16 n. Chr.) benutzt worden sein können. Diese Verkehrswege scheinen während der nachfolgenden Phasen römischer Präsenz in diesem Gebiet weiter ausgebaut und gesichert worden zu sein.
Da die Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur auch damals nicht ohne einen Bezug zu den Siedlungen der hier lebenden Menschen betrachtet werden kann, erfolgen auch Hinweise auf das Siedlungswesen und die Siedlungsstruktur im Leinetal, die im Zusammenhang mit den Verkehrsleitlinien gesehen werden müssen. Deutlich werden soll, dass Germanien in der Römischen Kaiserzeit eher durch offene Landschaften geprägt war als durch dichte Wälder, Sümpfe und Moore, die nur in bestimmten Regionen des Landes kennzeichnend waren. Zum anderen soll klar werden, dass es ein enges Netz von Wegeverbindungen und regelrechte Fernstraßen in der damaligen Landschaft gab, die teilweise weit in die urgeschichtliche Vergangenheit hineinreichen.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1. Die naturräumlichen Gegebenheiten des südniedersächsischen Berglandes und des Leinetals
1.1 Geologie und Topographie
1.2 Böden
1.3 Hydrologie
1.4 Klima
1.4.1 Rezentes Klima
1.4.2 Klima während der Römischen Kaiserzeit
1.5 Ressourcen und Bodenschätze
1.5.1 Eisenerz
1.5.2 Salz
2. Germanen in Südniedersachsen
2.1 Stämme
2.2 Ethnogenese, Ethnizität und Ethnographie
3. Siedlungsräume und Siedlungswesen während der Römischen Kaiserzeit
3.1 Siedlungswesen, Hausbau und Siedlungsweise
3.2 Landwirtschaft und Handel
4. Frühe Verkehrswege
4.1 Landschaft und Verkehrswege in Germanien
4.2 Okkupationszeitlich genutzte Verkehrs- und Kommunikationsstrukturen im Leinetal
4.3 Unterwegs auf vorgeschichtlichen Wegen
5. Ausblick
6. Katalog römischer Münz-, Metall- und Terra sigillata-Fund im Leinetal
7. Interpretationsansatz zu den Münzfunden in Südniedersachsen, Frank Berger, 2003
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert historische Verkehrs- und Siedlungsstrukturen im südlichen und mittleren Leinetal während der Römischen Kaiserzeit, um deren Bedeutung für römische Militärbewegungen und die lokale germanische Besiedlung zu beleuchten.
- Rekonstruktion römischer Hauptverkehrswege in der Okkupationsphase
- Analyse der Siedlungsstruktur im Leinetal und des Bezugs zu natürlichen Gegebenheiten
- Untersuchung von Wirtschaftsformen der dort siedelnden germanischen Stämme
- Bewertung archäologischer Funde (Münzen, Infrastruktur) als Indikatoren römischer Präsenz
Auszug aus dem Buch
4.2 Okkupationszeitlich genutzte Verkehrs- und Kommunikationsstrukturen im Leinetal
Von fundamentaler Bedeutung für die Okkupation Germaniens war ein umfassendes Netz von Verkehrswegen und die damit verbundenen Wegeverhältnisse. Für die Eroberung und die anschließende Behauptung der eroberten Gebiete waren gute verkehrstechnische Voraussetzungen unabdingbar, um die Hauptaufgaben, die Bewahrung der äußeren und inneren Sicherheit des Reiches zu gewährleisten. Strategische und logistische Anforderungen eines Eroberers, in diesem Falle Roms, an eine verkehrsmäßige Erschließung eines Landes, auch zur Behauptung und Sicherung werden in den folgenden Worten des Florus deutlich:
„Victor namque Drusus equos, pecora, torques eorum ipsosque praedam diuisit et uendidit. Praeterea in tutelam prouinciae praesidia atque custodias ubique disposuit per Mosam flumen, per Albin, per Visurgin […] Inuisum atque in accessum in id tempus Hercynium saltum patefecit. “
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die naturräumlichen Gegebenheiten des südniedersächsischen Berglandes und des Leinetals: Dieses Kapitel beschreibt die geologischen, klimatischen und bodenkundlichen Bedingungen der Region als Grundlage für historische Siedlungsprozesse.
2. Germanen in Südniedersachsen: Es werden die in der Region ansässigen Stämme sowie Aspekte ihrer Ethnogenese und historischen Identität thematisiert.
3. Siedlungsräume und Siedlungswesen während der Römischen Kaiserzeit: Dieses Kapitel untersucht die Siedlungsstrukturen, den Hausbau und die landwirtschaftliche Wirtschaftsweise der germanischen Bevölkerung.
4. Frühe Verkehrswege: Der Fokus liegt auf der Rekonstruktion historischer Fernwege und der okkupationszeitlichen Verkehrsinfrastruktur, die durch archäologische Indizien gestützt wird.
5. Ausblick: Hier werden künftige Forschungsnotwendigkeiten aufgezeigt, um das Wissen über die römisch-germanischen Kontakte zu vertiefen.
6. Katalog römischer Münz-, Metall- und Terra sigillata-Fund im Leinetal: Dieser Abschnitt listet detailliert Fundstellen und Fundobjekte im Leinetal auf.
7. Interpretationsansatz zu den Münzfunden in Südniedersachsen, Frank Berger, 2003: Eine fachliche Interpretation der numismatischen Funde hinsichtlich ihrer Bedeutung für römische Militäroperationen.
Schlüsselwörter
Römische Kaiserzeit, Leinetal, Siedlungsgeschichte, Germanien, Verkehrswege, Römerlager, Drusus, Hedemünden, Siedlungswesen, Landwirtschaft, Münzfunde, Siedlungsarchäologie, Infrastruktur, Germanen, Okkupationsphase.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation untersucht die historische Siedlungs- und Verkehrsgeographie im südlichen und mittleren Leinetal während der Römischen Kaiserzeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die natürliche Umwelt, die germanische Besiedlung, die römische Verkehrsinfrastruktur und der archäologische Nachweis römischer Präsenz.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist die Rekonstruktion der Hauptverkehrswege der Römer während der Okkupationsphase und deren Bezug zur lokalen Siedlungsstruktur.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine interdisziplinäre Auswertung archäologischer Fundstellen, antiker Schriftquellen und naturräumlicher Daten (Geologie, Klima, Böden) verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Siedlungsgunst, der Rekonstruktion von Fernwegen und der Auswertung von Fundkatalogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Römische Kaiserzeit, Leinetal, Verkehrswege, Siedlungsstruktur und archäologische Funde.
Welche Bedeutung haben die Münzfunde für die Untersuchung?
Münzfunde dienen als Indikatoren für römische Militärbewegungen und die Einbindung der Region in römische Versorgungsnetze.
Was ist die Rolle von Hedemünden?
Hedemünden wird als zentraler Stützpunkt und strategischer Knotenpunkt für die römische Aufmarschroute im Leinetal identifiziert.
- Citar trabajo
- Konrad Goettig (Autor), 2020, Aspekte historischer Siedlungs- und Verkehrsgeographie im Leinetal während der römischen Okkupationszeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/947773